Abenteuer im Wald

Damit es nicht zu Missverständnissen kommt: die Protagonistin ist eine volljährige Schülerin, die soeben die 11. Klasse abgeschlossen hat.

Lindas Puls raste und dies obwohl sie eigentlich nur spazierte. Aber tatsächlich schritt sie auf ihr bisher größtes Abenteuer zu. Heute wollte sie es endlich wagen, sich im Wald zu fesseln. Der Nervenkitzel dabei ist, dass man jederzeit von einem Spaziergänger, Jäger oder Pilzsucher in einer peinlichen Lage gefunden werden kann. Lange sehnte sie sich in ihren Fantasien nach so einem für sie außergewöhnlichen Ort zum Fesseln, doch bisher traute sich Linda einfach nicht. Denn da gab es immer ein Problem. Zwangsläufig würde ihrer arbeitslosen Mutter auffallen, wenn sie ein paar Stunden fehlte. Ihre Mutter war viel zu Hause, einkaufen dauerte nicht lange, selbst Behördengänge waren irgendwann erledigt. Nur ihr Vater arbeitete viel als IT-Fachmann und war selten daheim. Natürlich könnte Linda ihrer Mutter erzählen, dass sie bei einer Freundin war, aber sie wusste genau, wenn sie dies erzähle, würde ihr Kopf wie eine rote Tomate zu glühen beginnen und so wie sie ihre Mutter kennt wird sie dann erst recht nachhaken. Es wäre nur eine Frage der Zeit bis sie sich verplappert. Gottseidank änderte sich die Situation für die kleine Familie, denn Lindas Mutter bekam wieder eine Stelle; es lag wohl daran, dass sie noch nicht einmal vierzig und auch nur ein Jahr ohne Job war. Problem gelöst. Zudem gab’s eine saftige Taschengelderhöhung, weil das Zeugnis der Schülerin diesmal sogar besser als erwartet aussah. Das hieß auch, dass das Schuljahr zu Ende war und jetzt Ferien sind. Linda hatte Zeit, die Eltern waren nicht da und heute war auch noch herrliches Wetter. Linda hat keine Ausrede mehr, ihre Fantasie nicht endlich Realität werden zu lassen.

Sie befand sich auf dem Weg zum Wald. Gänseblümchen und Hahnenfuß säumten den schmalen Pfad, der sie aus dem Dorf führte. Abseits ihres Weges erstreckte sich eine saftig-grüne Wiese, hier und da stand ein alter Weidenbaum und in einiger Entfernung sah man die Ausläufer eines großen Waldgebietes. Forschen Schrittes näherte das Mädchen sich ihm, während die warmen Strahlen der Vormittagssonne Lindas Nase kitzelten. Doch plötzlich stoppte sie; schaute sich noch einmal in Richtung des Dorfes um, wo sie gerade herkam. Ganz plötzlich kam dieses merkwürdige Gefühl über sie, wie eine schlimme Vorahnung. Einen Moment war sie unschlüssig, dann aber ging sie weiter. Sie dachte sich: „Wenn du dich jetzt nicht traust, dann werden deine Fantasien auch solche bleiben.“ Ihr Rucksack wog schwer, nicht nur befand sich darin ein Paar Handschellen und Fußschellen, sondern auch eine Eisenkette und Vorhängeschlösser und ein nagelneuer Ballknebel in schönem Rot. Dank Taschengelderhöhung konnte sich Linda ihr Fesselzeug leisten. Sie musste schmunzeln bei dem Gedanken, dass sich ihre Freundinnen wohl eher ein Paar Schuhe gekauft hätten, während sie solche Utensilien besorgte. Irgendwie Paradox für eine Jugendliche. Das schwerste in ihrem Rucksack war ein größerer Eisblock, in dem die Schlüssel für Vorhängeschlösser und Fußschellen, nicht aber für die Handfesseln eingefroren waren. Dieser Klumpen steckte in einer dieser Alu-Gefriertüten, die man aus den Discountern kennt.

Als sie in den schattigen Wald gelangte, umfing sie sofort die frische, angenehm kühle Luft. Nun rückte die Erfüllung ihrer Fantasien in greifbarer Nähe. Sie musste nur noch ein geeignetes Plätzchen finden. Nach einiger Zeit bog Linda vom Hauptweg ab und lief von da an querfeldein. Bald erblickte sie direkt voraus eine kleine Esche, die ideal schien um den Handschellenschlüssel, der an einem Faden hing, zu befestigen und sogleich tat sie das auch. Linda wollte von hier etwa zwei bis drei Kilometer weit weglaufen, damit sie später mit auf dem Rücken zusammen geketteten Händen auch einen kleinen Spaziergang vor sich hat. Nach einiger Zeit stieß sie auf eine große Eiche mit mächtigen Stamm, hielt dort an und setzte den Rucksack ab. Die Jugendliche setzte sich auf den Boden und lehnte sich dabei an den Stamm. Sie verschnaufte erst einmal eine Weile. Allein die Aufregung über das, was sie vorhatte, trieb ihr schon Schweißperlen auf der Stirn, und heizte nicht zuletzt ihr Fötzchen an. Der Wald ist hier lichter und entsprechend wärmer ist die Luft. Glücklicherweise spendete die Eiche selbst genügend Schatten. Linda öffnete ihren Rucksack und holte ihre Spielzeuge heraus, die sie auf den Boden ablegte. Den Ballknebel legte sie jedoch sofort an, weil er sonst dreckig geworden wäre. Mehr als willig nahm ihr Mund die große rote Kugel auf, sanft umschlossen ihre Lippen ihn. Probehalber versuchte sie etwas zu sagen, doch nur Unverständliches Geprappel entwich ihr, etwas Speichel tropfte dabei heraus. Jetzt konnte es so richtig losgehen.

Eilig zog sie ihre Sachen aus. Sie hatte eine schlanke Figur, ihre braunen Haare bewegten sich leicht im Wind und die rehbraunen Augen funkelten vor aufkeimender Erregung. Unweigerlich wanderte ihre Hand in den Schritt. Mehr zu sich selbst sagte sie „Hmpf, biff duhhfff ffeupft…“, was eigentlich „Mann, bist du feucht…“ heißen sollte. Vor Geilheit verdrehte sie die Augen, mit der Hand rieb sie sich schon heftig zwischen den Schenkeln. Nein, sie wollte noch nicht kommen, sagte der Verstand. Die Belohnung gibt’s erst nach der Tortur. So unendlich schwer fiel es ihr wieder von sich abzulassen, doch dann ging es irgendwie doch. Jetzt wollte sie sich so schnell wie möglich fesseln, bevor ihre Hand wieder Ding anstellt die Linda eigentlich gar nicht will. Zunächst befestigte sie die eingefrorenen Schlüssel an einem tiefen Ast der Eiche. Dann nahm sie die circa fünf Meter lange Kette und wickelte das eine Ende locker um den mächtigen Stamm – so dass man die Kette später problemlos hin und her um den Stamm herum zerren konnte – und sicherte sie mit einem Vorhängeschloss. Nun legte Linda sich noch die Fußschellen an und verwendete das zweite Schloss um deren Verbindungskette mit dem letzten Glied der Eisenkette zusammenzuschließen. Jetzt war sie an den Baum gefesselt, hatte aber noch genügend Spiel um etwas um ihn herumlaufen zu können.

Noch war die Fesselung nicht komplett. Wenn sie jetzt aber die Handschellen anlegte, dann blühte ihr später noch ein längerer Marsch, bevor sie sich wieder vollständig befreien kann. Wenn sie es nicht täte würde sie sich zwangsläufig sehr bald befriedigen, und das wollte sie noch nicht. Sie legte die erste Schelle an ihr linkes Handgelenk und lies sie zuschnappen, wenn sie jetzt die zweite anlegt, wäre sie wirklich hilflos. Linda schloss die Augen und ging alles noch mal gedanklich durch – sie war sich sicher keinen Fehler gemacht zu haben. Die Schlüssel konnte sie auch problemlos erreichen, sobald sie fallen. Schließlich fasste sie noch einmal Mut und ließ nun auch noch die zweite Schelle zuschnappen. Geschafft. Instantan loderte das Feuer in ihrem Fötzchen wieder auf, aber es gab für die nächsten Stunden keine Möglichkeit der Erlösung. Wenn sie daran dachte allein im Umkreis von etlichen Kilometern mitten im Wald an einem Baum angekettet zu sein, schauerte ihr und zugleich erlangte ihre Erregung immer neue Höhen. Der sanfte Windhauch auf ihrer nackten Haut und das angenehme Rauschen des Laubes der umstehenden Bäume perfektionierten diesen Moment. Linda ließ ihre Fantasie spielen. Sie stellte sich vor eine Sklavin zu sein, die zur Strafe für Ungehorsamkeit im Wald ausgesetzt wurde und hier zum Sterben zurückgelassen wurde. Linda tauchte allmählich in eine andere Welt ab. Eine Welt in der Erniedrigung, das Gefesselt-Sein und schmerzhafte Bestrafungen Alltag waren.

Weitere Fantasien spielten sich bald in ihrem Köpfchen ab. Sie befand sich im Alten Rom, mitten auf einem Marktplatz und sie war nackt. Zwei Holzpfähle waren hier in den Steinboden eingelassen. Man hatte ihre die Hände an je einem Pfahl gebunden, ebenso die Füße, sodass sie gespreizt wurden. Unzählige Handelstreibende gafften sie an. Sie war eine Sklavin eines reichen römischen Aristokraten, der nicht die geringste Ungehorsamkeit duldete. Aber sie hatte gegen seine Regeln verstoßen und würde nun die Strafe dafür erhalten. Sie konnte ihren Herren in die Augen sehen, er stand ihr in zwei Meter Entfernung gegenüber und schaute sie mit einem solch gebieterischen Blick an, dass sie vor Angst zitterte. Hinter ihr befand sich einer seiner Diener, mit einer Peitsche, mit einer langen, schmerzhaften Peitsche.
„Ahhhhh!“, schrie sie, der erste Hieb war sehr schmerzhaft. Die Menge zuckte beim lautstarken Aufklatschen der Peitsche zusammen. Ein weiterer Schlag traf sie, nicht minder schwach und so ging es weiter. Ihre Haut platzte auf. Sie spürte wie etwas Blut ihren Rücken herabfloss. Und sie schrie wie am Spieß. Plötzlich kribbelte es überall an ihr. Linda riss die Augen auf. Ameisen – überall Ameisen. Die kleinen Biester hatte sie wohl mit dem betörenden Duft ihrer Säfte angelockt. Sie zappelte, doch das stachelte sie erst recht an. Jetzt bissen sie die Dinger auch noch. “Mmmpf” schrie sie immer wieder wütend in den Knebel. Sie sprang auf, kippte jedoch gleich wieder um. „Ach ja, ich bin ja noch gefesselt.“ Ein zweiter Versuch mit mehr Geduld klappte dann.

Linda hüpfte um den Baum herum, versuchte die Ameisen abzuschütteln. Doch sie ließen sich davon nicht wirklich stören. Das Mädchen hatte dann aber noch den Einfall, die Biester loszuwerden, indem sie sich an den Eichenstamm rieb und tatsächlich wurde sie einige Viecher los. Diese Methode hatte allerdings auch den Nachteil, dass die Ameisen, die sich noch halten konnten jetzt erst recht zubissen. Linda hüpfte einen Meter weg von der Angriffsstelle und legte sich auf den Boden. Sie hatte kaum eine andere Wahl, als sich auf den Boden hin und her zu wälzen. Jetzt wurde sie die Dinger endlich los. Das Kribbeln war vorbei dafür brannte es nun am ganzen Körper. Obendrein war Linda auch noch von oben bis unten verdreckt.

Sie atmete ersteinmal durch. Etwas erschöpft, döste sie vor sich hin, während die Sonne allmählich ihren Zenitstand erreichte. Linda schwitzte bereits heftig. Es waren jetzt schon sicherlich 30 Grad und der wolkenlose Himmel versprach noch einige Grad mehr im Verlauf des Nachmittags. Seit zwei Stunden war sie nun an der Eiche angekettet und das Eis ist bereits zu kleinen Klümpchen zusammengeschmolzen. “Lange würde es wohl nicht mehr dauern”, dachte sich Linda. Es wurde immer heißer, während Linda überlegte, ob der bald bevorstehende Marsch zum Handschellenschlüssel wohl wesentlich anstrengender werden würde als vermutet. Irgendwie machte sie die Hitze zu schaffen, sie wurde müde. Das Mädchen schlief ein.

Geschlagene sechs Stunden dauerte ihr Schlaf, was nur zu logisch ist, denn schließlich konnte sie vergangene Nacht kaum ein Auge zu tun, dafür war sie viel zu aufgeregt bezüglich ihres heutigen Abenteuers. Insgesamt war sie nun schon achteinhalb Stunden angekettet. Langsam schlug sie die Augen auf, ihre Gedanken waren wirr, sie begriff erst gar nicht, warum sie mitten im Wald gefesselt auf den Boden lag. Doch schon wenige Sekunden später kam die Erinnerung und ihr Bewusstsein wurde klarer.

Allmählich rappelte sie sich auf. Plötzlich fielen ihr die Schlüssel ein. Nach ein paar Minuten Suche fand sie sie auch. Trotz Handschellen war es nicht allzu schwer die Schlösser und Fußschellen zu öffnen, denn Linda hatte schon einige Trockenübungen zu Hause durchgeführt. Der Knebel schmerzte nun schon sehr, doch er musste noch drin bleiben, denn es lag ein Stückchen Weg vor ihr bis zu den Handschellenschlüssel. Linda holte ihren Rucksack heran und verstaute die Kette und Schlösser darin. Als die Sonne sich bereits deutlich senkte und der Wald schattiger wurde, raffte sich Linda auf und nahm den Rucksack in die Hände, während ihre Erregung schon wieder stieg. Es machte sie einfach an, nackt, gefesselt und geknebelt im Wald zu spazieren.

Schon nach etwa zehn Minuten musste sie eine Pause machen. Den Rucksack mit den gefesselten Händen herumzutragen nervte ziemlich. Sogleich ließ sie ihn fallen und setzte sich auf einen umgekippten Baumstamm. Als sie um sich blickte, wurde ihr bewusst, dass sie sich doch besser sputen sollte. Wenn die Sonne untergeht, werden die ungünstigen Lichtverhältnisse ihr die Suche nach der Esche mit den Handschellenschlüssel ungemein erschweren.

Nach einer dreiviertel Stunde, wurde ihr zunehmend unwohl. „Bin ich etwa schon an den Baum vorbei gelaufen?”, fragte sie sich und hielt an. Sie blickte sich um, an diese Stelle konnte sie sich nicht erinnern, allerdings verwandelte das abnehmende Licht den Wald in ein dunkles Gewirr voller Bäume, so dass sich das Mädchen auch täuschen konnte. Linda bekam Angst, wenn sie den Schlüssel nicht bald findet, wird das heute gar nichts mehr. Sie beschleunigte ihr Tempo, sie rannte nun schon fast. Ihren Blick in Richtung der Baumkronen gerichtet übersah sie eine Mulde und stürzte. Linda schrie auf, ihr Knebel dämpfte die Schreie jedoch. Sie hatte sich bei ihrem Sturz am rechten Bein verletzt. Es schmerzte höllisch, sofort schossen ihr die Tränen in die Augen. Vorsichtig drehte sie sich auf den Rücken und schaute sich ihr Bein an. Panisch stellte sie fest, dass es verdreht war. Sie würde von jetzt an auf einem Bein humpeln müssen, doch dazu muss sie ersteinmal aufstehen können. Nach dem zehnten, verzweifelten Versuch gab sie auf. Es ging einfach nicht, wenn man die Hände hinterm Rücken zusammengekettet hat.

Als sie sich etwas beruhigt hatte – die Schmerzen waren jedoch kein bisschen schwächer geworden – überlegte sie, was jetzt zu tun sei. Auch wenn sie an den Baum mit dem Schlüssel vorbeigerannt wäre, wusste sie doch, dass sie im Umkreis von vielleicht hundert bis zwei hundert Metern von ihm entfernt sein müsste. Und wenn sie damit richtig lag, dann befand sich in der Nähe ein kleiner Waldweg, der hin und wieder von Forstarbeitern genutzt wird. Sie muss dann dorthin kriechen, und dann würde man sie schon finden. Hoffte sie zumindestens. Schließlich würden ihre Eltern nach ihr suchen, aber ob sie auf die Idee kommen, dass ihre Tochter im Wald ist? Was hatte sie sich da nur eingebrockt. Musste sie sich denn unbedingt auch noch ausziehen. Und dann der Ballknebel. „Das wird so peinlich, wenn die Wahrheit herauskommt.“ Aber was sollte sie machen. Sie kann sich kaum von der Stelle bewegen. Noch stundenlang kreisten ihre Gedanken um den heutigen Tag und was morgen passieren würde. Die Schmerzen im Bein quälten sie weiterhin. Nach einiger Zeit verfiel sie dann in einen Halbschlaf.

Am nächsten Morgen wachte Linda bereits früh auf und sofort spürte sie den dumpfen Schmerz im Bein. Doch sobald sie es auch nur ein klein wenig bewegte, peinigte sie ein höllisch stechender Schmerz. Linda wollte jetzt keine Zeit mehr verlieren, so schnell wie möglich wollte sie den Weg erreichen. Doch dazu musste sie zunächst erstmal aus der Mulde herauskommen. Mit größter Vorsicht drückte sie sich mit ihrem gesunden Bein ab und schob sich etwas nach oben. Dabei schleifte das verdrehte Bein am Boden, was ihr durch diese Bewegung immerwieder schubweise Schmerzen bereitete. Sie musste ständig Pausen machen um sich etwas zu erholen. Schließlich hatte sie es aus der Mulde geschafft. Sie setzte sich auf so gut es ging und spähte durch den Wald. Ziemlich weit entfernt glaubte sie ein Stapel gefällter Bäume zu erkennen. Ihr Gesichtsausdruck hellte sich auf – der Stapel befindet sich sicherlich neben dem Forstweg, damit man die Stämme später direkt aufladen kann. Aber ihr Weg bis dahin war lang für jemanden, der sich nur kriechend fortbewegen kann. Doch Linda blieb nichts anderes übrig.

Seit einer Stunde krabbelte Linda schon auf den rettenden Weg zu, doch weil sie dauernd Pausen machen musste, um sich von den Schmerzen zu erholen, hatte sie vielleicht gerade einmal fünfzig Meter zurückgelegt. Sie spürte nun auch immer deutlicher Hunger und Durst. Zusätzlich schmerzte ihr Mund wegen des Knebels, sowie die Hände wegen der Handschellen. Es war zum Verzweifeln. Aber so leicht wollte Linda nicht aufgeben. Sie raffte sich innerlich auf und kroch weiter, wenn sie das Tempo beibehält könnte sie es ja bis zum späten Nachmittag schaffen. Doch sie vernachlässigte zu bedenken wie sehr ihre Kräfte bald schwinden würden. Für die nächsten fünfzig Meter brauchte sie nun schon zwei Stunden. Und noch einmal die doppelte Strecke der bisher insgesamt zurückgelegten stand ihr bevor. Erschöpft blieb sie für eine Weile liegen. Sie fing an zu weinen. Sie wollte nicht noch eine Nacht im Wald verbringen. Zu allen Überfluss überkamen Linda seit einer Weile Schwindelattacken. Sie wusste aus dem Biologie Unterricht, dass dies eine Folge von Wassermangel im Körper ist. Und Linda wusste, dass vor allem auch durch die Sommerhitze im Wald ihr Kreislauf kollabieren könnte. Es war ein Teufelskreis. Würde sie noch lange weiterkriechen, war das Risiko groß, dass sie ohnmächtig wird, wenn sie aber lange Pausen machte, würde sie nur noch länger im Wald bleiben und ihre Kräfte würden immer mehr schwinden.

Als sie schon am Verzweifeln war, vernahm sie plötzlich das Geräusch eines Autos mit kräftigem Motor, vermutlich ein Geländewagen oder irgendetwas, vielleicht von einem Jäger oder Forstarbeiter gefahren, der den Waldweg entlang kam. Dann sah sie die grüne G-Klasse. Der Wagen hielt an – das war Lindas Chance. Wenn der Fahrer jetzt aussteigt, konnte er sie hoffentlich hören. Sie schrie so laut sie konnte, brüllte sich die Seele aus dem Leibe. Doch der Knebel, den sie ja immernoch trug, erfüllte seinen Zweck. Dann sah sie noch zwei weitere Personen aussteigen, es waren ihre Eltern. „Sie suchen nach mir“. Ihre Stimmung hellte sich auf. Sie brüllte weiter und dann sah ihr Vater sie. „Linda!“ rief er nur immer wieder, während alle drei angerannt kamen. Uff, sie hatte es geschafft, man hat sie gefunden.

Am nächsten Tag hiefte Linda ihren Gipsfuß aus dem Auto. Ihre Mutter reichte ihr die Krücken. Eine Nacht hatte man sie zur Beobachtung im Krankenhaus da behalten. Die Ferien waren jetzt natürlich dank Gips hinüber. Doch das allerschlimmste war ihr peinliches Geständnis vor ihren Eltern. Jetzt wissen sie alles. „Woher habt ihr eigentlich gewusst, dass ich im Wald war?“ fragte Linda ihre Mutter. „Du kennst doch die alte Frau Niemeier. Die werkelt doch jeden Tag in ihrem Vorgarten herum. Und da hat sie gesehen wie du Richtung Wald gelaufen bist. Zum Glück, sonst hätten wir dich vielleicht zu spät gefunden, wir dachten auch erst du bist zu einer Freundin, ohne was zu sagen, wie schon einmal vor paar Monaten. Du hast uns schon einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Haben wir eigentlich schon über deine Bestrafung gesprochen? Ich dachte da so an eine Taschengeldreduzierung. Du kaufst dir ja doch nur komische Sachen davon.“
– ENDE –

 

© Erebos von Der BDSM-Blog

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Kommentare

Ein lehrreiches Erstes Mal und interessant. So ähnlich war auch eine Geschichte mit zwei
Mädel