Abrichtung

Fortschritt bestimmt deine Realität, Forderung dein Können. Keine Verbesserung in Sicht, Wille vorhanden, welcher liegt in meiner Hand. Nachgiebigkeit zu teuer, für uns.

Prozesse als Wahrheit, mein Gedanke als dein Weg. Meine Realität ist unsere Gemeinsamkeit, dein Wille unser Antrieb. Die Hingabe die Droge, dein Gehorsam mein Rausch, mein Zwang deine Krönung. Dein Schweiß mein Nektar, mein Schlag deine Motivation.

Dein Versagen ist mein Zweifel, meine Strenge einzig Konsequenz. Mein Fordern unerbittlich, dein Wille ungebrochen. Mitleid fremd, Stolz erwünscht, Tränen geliebt, dich. Die Zeit, dein Feind, die Strafe nur Logik.

Kraft nicht unbegrenzt, deine, meine. Ziele benannt, Weg beleuchtet, es liegt bei dir. Grenze als Sieg, Frust der Tod, es liegt bei mir.

Perfektion als Hoheit, Alternative keine, Druck.

Jeden Abend nehme ich dich in den Arm, dein Schopf an meiner Schulter, deine Tränen genießen wir. Gezeichnet ist dein Körper, mein Geist in dir. Der Richter bin ich, ich richte mich, bevor ich richte dich.

Der Konsens bleibt Zustimmung, der Ausweg fern, nur Vorwärts. Zurück ist gestern, keine Alternative zum Hier. Stetig steigend steigen wir auf, die Umarmung ungelöst, dein Flügel trägt mich, mein Hauch dein Atem.

Es gibt kein ich, weder für dich, noch für mich. Einheit, Front undurchdringbar, unbesiegbar, unzertrennbar, zu nah. Der Aufbau des Seins ist nicht zerlegbar, die Stücken sind vereint, nur damals einzeln, der Anfang.

Mein Blick dich kontrolliert, dein Halt fordert es ein. Keine Sekunde Selbstständigkeit, undenkbar allein. Die Ruhe in dir, bringt die Stille in mir. Das Kommando bewegt, Ausführung eingeübt. Die Vorgabe als Sicherheit, der Zweifel zerstört, ungehört.

Ohne Fäden mein Diktat.

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Kommentare

... isn Scheisendreck gegen "stetig steigend steigen wir auf". Fernab von Jamben und Trochäen ist das hier ein feines Stück Lyrik, das zumindest mir den Rausch der Verschmelzung nahezubringen vermag und Raum für eigene Gedankenspiele lässt (wie z.B. die Frage, wie der "fremde" Antrieb in die eigene Realität passt). Wenn ein kurzer Text mich eine längere Weile beschäftigt, bin ich dafür dankbar und mag ihn mit Sternchen honorieren.   

etwas anderes. Es war für dich nicht verständlich. Nicht nur für dich. Mir ging es nicht anders. Ich spürte nur, die richtigen Worte fehlten mir.  Du findest hier welche, das ist der Unterschied.

Ich muss an meinen Lieblingskomponisten, den Arnold Schönberg, denken, der die Freiheit der Kunst und vielleicht die Freiheit überhaupt nicht als Beliebigkeit, sondern als deren Gegenteil, ein Hinaufstreben in strengster Unterworfenheit der strengsten Harmonieregel. Das Prinzip seiner "Zwölftonmusik" heißt "keine freie Note mehr".

Aber ich muss auch an meinen Lieblingsschriftsteller denken, den Thomas Mann, der diese Musik zum Teufelsgeschenk erklärt. :)

Du machst Deinem Niknamen alle Ehre, Total. Danke!

Ab und zu ist es schwer auf diese zu antworten. Aus dem Grund lasse ich sie einige Tage stehen. Die verschiedenen Sichtweisen sind das, was mich interessiert.

Eine Person findet es gefühlvoll, eine andere nicht. Den Widerspruch der Sichtweisen lässt Raum für jeden. Zwölftonmusik als Gedankenspiel nehme ich mit.

Danke für die Kommentare.

Ob mit oder ohne Gefühl will ich gar nicht bewerten. Die beiden haben eine intensive Beziehung und hier werden Grenzen aufgezeigt, die sie trennen oder noch mehr aneienander binden können. Vielleicht auch deshalb der Zwiespalt hier.

Auf jeden Fall trifft es das für mich im Kern. Die Worte passen herrlich zusammen und bilden einen größeren Sinn für diese zwei Menschen. Vielleicht mag der ein oder andere sich darin auch wieder finden, weil es sehr grundlegend erscheint.

Ich verstehe was Du sagen willst und Deine Art das zu formulieren hat mich mitgenommen. In der Kürze liegt hier die Würze.

Liebe Grüße
Nora