Akte 9013 - Teil 04 - Das ist Amelia

 

Das ist Amelia

Ein lautes Krachen lässt Mia aufschrecken. Zwei Polizisten stehen mit gezogener Waffe und mit Helm und kugelsicherer Weste in ihrer aufgebrochenen Wohnungstür.

>>Frau Wörnant?<<, fragt der eine entsetzt.

>>Ja.<<, entgegnet sie vollkommen verwirrt. >>Was ist los?<<

Die beiden Polizisten sehen sich um. Mias Waffe liegt mitten im Zimmer. Ihr Fernseher, die Kommode und die Wand dahinter weisen mehrere Einschusslöcher auf.

>>Es wurden Schüsse gemeldet. Geht es Ihnen gut Frau Wörnant? Wurden Sie überfallen?<<

>>Nein. Alles ist ok.<<, lallt Mia. >>Ich hatte nur eine kleine Auseinandersetzung mit der da.<< Mia weist mit ihrem Kopf auf den Stuhl auf dem Amelia sitzt.

Die beiden Polizisten sehen sich verwirrt am. >>Dort ist niemand, Frau Wörnant.<<

>>Doch natürlich. Ich sehe sie doch. Amelia. Amelia Donaghy.<< Mühevoll rappelt Mia sich auf und wischt sich Reste des Erbrochenen aus dem Gesicht.

>>Ich glaube die ist fertig mit der Welt.<<, meint der eine Polizist. >>Amelia Donaghy ist die Ermittlerin aus dem Film...<< Er legt eine Denkpause ein. >>na irgendwas mit Knochenjäger oder so. Mit der Jolie und dem Washington.<<

>>Genau die.<<, erwiedert Mia. >>Mit der hatte ich eine kleine Meinungsverschiedenheit.<< Aufwändig zieht sie sich wieder auf das Sofa. >>Sie sehen meine Herren, es ist alles in bester Ordnung.<<

>>Es tut uns leid Frau Wörnant, aber wir müssen sie leider mit auf die Wache nehmen.

 

Als Mia wieder zu ich kommt, liegt sie alleine auf einer flachen Pritsche in einer Zelle. Ihr Kopf brummt und ihr Magen brennt. Amelia sitzt an ihrem Fußende und beobachtet sie.

>>Ausnüchterungszelle. Was ein schöner Ort.<<, frotzelt Ameia.

>>Pssst.<<, zischt Mia und reibt sich mit ihren Handballen die Schläfen.

>>Du hast ganz schön Ärger am Hals meine Liebe. Aber dieses Mal bin ich bei dir.<< Liebevoll streichelt sie Mia über den Oberschenkel. >>Und keine Angst. Ich nehme dir den kleinen Ausrutscher von gestern Abend nicht übel.<<

Vor der Zellentür sind Schritte zu vernehmen. Dann geht die Tür auf und Tobias tritt ein. Von der berauschenden Duftwolke bedrängt, verzieht er angewidert das Gesicht.

>>Guten Morgen Frau Wörnant. Kommen Sie, ich bringe Sie nach Hause.<< Er reicht ihr seine Hand und geleitet sie aus der Zelle.

>>Wir sehen uns zu Hause.<<, sagt Amelia. Mia nickt.

 

Tobias lässt den Motor an und fährt los.

>>Es tut mir leid.<<, stammelt Mia und schaut verlegen zu ihm rüber.

>>Das muss Ihnen nicht leid tun. Sie sind die brillanteste Ermittlerin die ich je kennen gelernt habe. Und ich hätte in Ihrer Situation vielleicht nicht anders gehandelt. Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Ich hoffe nur Sie finden schnell wieder auf die Beine. Ich habe mit den Chefs gesprochen. Ich konnte sie davon überzeugen Sie nicht mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst zu entlassen. Frau Wörnant, dies ist nun eine offizielle Anordnung. Sie sind ab sofort beurlaubt. Ab nächstem Montag haben Sie sich bei einem Psychologen ihrer Wahl zu regelmäßigen Sitzungen zu melden. In vier Wochen wird er einen Bericht vorrlegen und es wird über ihre weitere Zukunft bei der Polizei entschieden. Ich habe mich für Sie verbürgt Frau Wörnant. Bitte enttäuschen Sie mich nicht. Die Wache braucht Sie, die Stadt braucht Sie... und ich brauche Sie.<<

Mia schweigt. Ihr steckt ein dicker Kloß im Hals. Schweigend fahren sie weiter bis Tobias vor Mias Wohnblock hält. Mia öffnet die Tür und wendet sich nochmals Tobias zu.

>>Danke.<<, haucht sie. >>Danke... Tobias.<<

Ein Lächeln umspielt seine Lippen. Er nickt ihr wohlgefällig zu. >>Mach jetzt bloß nicht wieder so einen Blödsinn.<<

Mia schüttelt den Kopf. >>Versprochen.<<

Dann geht sie.

 

Ihre Wohnungstür ist nur ran gezogen und mit etwas Klebeband verschlossen. Mia stößt die Tür auf und betrachtet den Schaden, der beim Aufbrechen der Tür entstanden ist. Es ist kaum etwas zu sehen. Nur ein Blech im Türrahmen ist verbogen. Mia zieht einen Schuhkarton aus ihrem Regal. Es ist ihr Mädchenwerkzeugkasten. Sie ihren Hammer heraus und richtet mit wenigen Schlägen das verbogene Blech. Sie schließt die Tür und das Schloss rastet wieder ein.

Amelia nickt anerkennend. >>Da macht sich so ein billiges Schloss doch mal bezahlt.<<

Erschöpft entledigt sich Mia ihrer stinkenden Kleidung und steigt unter die warme Dusche. Amelia setzt sich auf den Klodeckel und beobachtet sie. >>An was denkst du? Diesen Gesichtsausdruck habe ich ja noch nie bei dir gesehen.<<

Mia winkt ab. Doch Amelia lässt nicht locker.

>>Geht es um den Fall?<< Mia schüttelt den Kopf.

Amelia schaut sie grübelnd an. Eine Weile hört man nur das Rauschen des Wassers.

>>Es geht um Tobias.<<, sagt Amelia bestimmend.

Mia versucht sowohl ihre aufsteigende Röte als auch ihr Lächeln zu unterdrücken. >>Ich möchte grade einfach nur in Ruhe duschen.<<

Amelia lächelt selig und verlässt das Bad.

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Kommentare

hoffentlich kehren wir nun zum fall zurück und sie ist wieder die alte, uns fehlt eindeutig nun der sex