Animal Planet: Die Reportage - Kapitel 10

 

Weiter geht es mit dem zehnten Kapitel von "Die Reportage". Vielen Dank für eure netten Kommentare unter den lezten Abschnitten! Wer mehr über Animal Planet erfahren möchte, kann das entweder in meinem Gästezimmer auf Dellicate, oder über meinen Blog. Dort halte ich euch auch immer wieder über den aktuellen Status meiner Geschichten auf dem Laufenden ;) Jetzt aber erst einmal viel Spaß beim Lesen!

 

Milch

Conny erwachte aus einem unruhigen und nicht besonders tiefen Schlaf. Wieder und wieder hatten die ungewohnten Geräusche des Stalls sie aus dem Schlaf gerissen, un­zählige Male hatte sie sich hin und her gewälzt, um mit ihren gefesselten Armen eine halbwegs bequeme Liegeposition zu finden. Das kratzige Stroh hatte sich dabei als nicht besonders angenehm erwiesen und mehr als einmal war sie aufgewacht, weil sich ein besonders widerspenstiger Strohhalm in ihre Haut gedrückt hatte.

 

Leise gähnend öffnete sie ihre Augen. Die Sonne stand bereits hoch genug am Him­mel, um den Stall durch die großen Dachfenster ausreichend zu beleuchten. Wenn­gleich in dem Abschnitt des Gebäudes, in dem sie sich befand, noch alle Kühe auf ih­ren Plätzen lagen, so konnte sie doch aus dem nicht einsehbaren Bereich bereits die Geräusche von Hufschuhen auf dem gefliesten Untergrund vernehmen. Demnach konnte es nicht mehr lange dauern, bis es etwas zu fressen geben würde, denn diese Aussicht versetzte die Herde immer in Bewegung. So viel hatte sie während ihres kurzen Aufenthalts an diesem Ort bereits gelernt.

 

Mühsam und noch immer nicht ganz wach, rappelte Conny sich auf. Obwohl es be­reits ihre zweite Nacht im Stall gewesen war, hatte sie nicht besser geschlafen als in der vorherigen. Sie hoffte, dass sie sich mit der Zeit noch an die Nächte im Stall ge­wöhnen würde, denn ansonsten würde sie ihren Aufenthalt hier bald in einem per­manenten Dämmerzustand verbringen, der für den eigentlichen Zweck ihrer Anwe­senheit sicherlich nicht gerade förderlich war.

Mit schwankenden Schritten betrat sie den Bereich im hinteren Abschnitt des Stalls, dessen Boden vergittert war. Den anderen Kühen den Rücken zugewandt stellte sie sich mit möglichst weit gespreizten Beinen hin und schloss für einen Moment die Au­gen. Conny musste ein paar Mal tief durchatmen, bis sie sich so weit entspannt hatte, dass sie ihre Blase entleeren konnte. Ein Wasserstrahl plätscherte durch das Gitter und machte dabei so laute Geräusche, dass Conny die Augen beschämt geschlossen ließ. Zweifelsfrei hörten auch die anderen Kühe, dass sie sich gerade erleichterte.

 

Im Vergleich zum ersten Mal vor zwei Tagen fiel es ihr jedoch recht leicht, sich zu er­leichtern. Nur ungerne dachte sie an diesen qualvollen ersten Abend im Stall zurück. Nach dem Abendessen hatte sie sich ins Stroh gelegt und mühevoll versucht, den steigenden Druck auf ihre Blase zu ignorieren. Doch je länger sie gewartet und je mehr sie sich darauf konzentriert hatte, es zu unterdrucken, desto schwerer war es geworden.

Von ihrem Platz aus hatte sie beobachtet, wie die beiden Kühe, die sich bereits vor ihnen im Stall befunden hatten, zu dem Bereich mit dem Gitterboden gingen, der auf der entgegengesetzten Seite zur Futterstelle lag. Breitbeinig hatten sie sich mittig auf das Gatter gestellt und dann erleichtert; eine mit leicht beschämtem Gesicht, jedoch beide ohne zu zögern. Einzeln taten es die beiden Hinterwälder Rinder, die mit Conny zusammen angekommen waren, ihnen gleich.

Conny hingegen hatte so lange gewartet, bis sie es nicht mehr zurückhalten konnte. Beinahe wäre sie nicht rechtzeitig auf die Beine gekommen, so dass sie um ein Haar das Stroh ihres Liegeplatzes benässt hätte, doch sie hatte es gerade noch rechtzeitig zu dem offensichtlich dafür vorgesehenen Bereich geschafft.

Dort angekommen, hatte auch sie sich mit gespreizten Beinen hingestellt, es jedoch nicht geschafft, dem Druck, der auf ihrer Blase lastete, nachzugeben. Mit glühendem Kopf und schmerzender Körpermitte hatte sie dort gestanden und die Blicke der an­deren Kühe förmlich auf sich spüren können. Vollkommen verkrampft und mit sich selbst ringend hatte es eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis sie sich endlich erleichtern konnte.

Als es ihr schließlich gelang, hatten der nachlassende Schmerz und die daraus resul­tierende Erleichterung in ihrem Schritt beinahe dafür gesorgt, dass sie laut gestöhnt hätte. Gerade noch dazu in der Lage, den Laut zu unterdrücken, stand sie mit ge­senktem Kopf und wild schlagendem Herzen da, während ihr Urin mit einem ver­nehmlichen Plätschern durch das Gatter tropfte. Noch nie hatte sie sich derart ge­schämt und selbst die Demütigung, dass sie am Vormittag mit einer Kette an ihrem Nasenring über den Hof geführt worden war, erschien ihr im Vergleich zu dieser Si­tuation beinahe angenehm.

Die Zeit schien unwirklich langsam vergangen zu sein, oder vielleicht hatte es einfach auch nur so unendlich lange gedauert, bis sie ihre Blase schließlich komplett entleert hatte und endlich zu ihrem Liegeplatz zurückkehren konnte, um ihr Gesicht mög­lichst tief im Stroh zu vergraben.

 

Eine Bewegung ganz in ihrer Nähe sorgte dafür, dass Conny aus ihren Gedanken ge­rissen wurde. Pieta war inzwischen ebenfalls aufgestanden und gesellte sich nun zu ihr. Die braun und weiß gefleckte Kuh blieb kaum zwei Meter von ihr entfernt stehen und spreizte ebenfalls ihre Beine.

Conny wandte den Blick ab und war froh, als sie den Bereich mit dem vergitterten Boden verlassen konnte. Etwas unentschlossen kehrte sie zu ihrem Liegeplatz zurück, entschied sich dann jedoch dagegen, sich noch einmal ins Stroh zu legen. Das hätte nur dafür gesorgt, dass sie erneut eingedöst wäre.

 

Wenige Minuten später ertönte der melodische Gong einer lauten Klingel. War es vorher noch vergleichsweise ruhig gewesen, kam nun Leben in den Stall. Connys Art­genossen erhoben sich und setzten sich in Bewegung; teilweise in Richtung der Fut­terstelle, teilweise auch zuerst in die entgegengesetzte Richtung.

Conny selbst erreichte die Futtergitter als Erste. Sich vor die halbhohe Wand stellend beugte sie ihren Oberkörper so weit vor, dass sie mit den Schultern auf der Halterung lag und ihre Brüste frei über der großzügigen Aussparung schwebten. Die Reporterin hatte das Gefühl, dass sie schwerer und wärmer waren als sonst, auch spürte sie ein leichtes, aber dennoch unangenehmes Spannen, das am Vortag ganz sicher noch nicht so deutlich gewesen war. Sie ahnte, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis auch sie Milch gäbe (schließlich befand sie sich im Kuhstall eines der größten Biomilchpro­duzenten auf Animal Planet), doch verdrängte den aufwühlenden Gedanken daran lieber. Auch so gab es bereits genug Veränderungen in ihrem Leben, an die sie sich erst einmal gewöhnen musste.

Ihre Gedanken stattdessen auf die bevorstehende Fütterung gerichtet, wartete sie, bis der rote Lichtstrahl aufblitzte, ihre Ohrmarke scannte und mit einem leisen Piepen auf den Barcode reagierte. Kaum, dass sie erkannt worden war, füllte sich die Futterrinne vor ihr mit einer Mischung aus Getreide und einigen wenigen getrockneten Früchten.

Während Pieta sich neben ihr ebenfalls zum Frühstück aufstellte, begann Conny schmatzend zu fressen. Es war nicht besonders lecker und der Mangel an Zucker sorgte dafür, dass ihr "Müsli" überwiegend nach purem Getreide schmeckte. Doch zumindest stillte es ihren Hunger. Schon jetzt freute sie sich darauf, den Stall in ein paar Wochen wieder zu verlassen. Dann würde sie tagelang nur ihre Lieblingsgerichte essen und die wenig schmackhaften Mahlzeiten hoffentlich schnell vergessen haben.

 

Nachdem sie ungefähr die Hälfte der sehr groß bemessenen Portion gefressen und ih­ren Hunger damit vollständig gestillt hatte, löste Conny sich von dem Futterbereich. Sie blieb noch kurz an dem Wasserbecken stehen, trank ein paar Schlucke und kehrte anschließend zu ihrem Liegeplatz zurück.

Mangels anderer Alternativen legte sie sich zurück ins Stroh und machte es sich, so gut es ging, bequem. Den Kopf auf ein erhöhtes Häuflein Stroh gebettet beobachtete sie ihre Artgenossen dabei, wie sie ihr Frühstück zu sich nahmen. Sie selbst mitgezählt waren sie inzwischen zu sechst, denn am Mittag des Vortages hatten zwei Mitarbeiter von BioUdders eine weitere Kuh in das Gehege gebracht. Sie war etwas kleiner als Conny und hatte rote Haut mit einem weißen Fleckenmuster. Obwohl es sehr schwer war, das Alter einer Person zu schätzen, wenn diese erst einmal verwandelt war, ging Conny davon aus, dass die sechste Kuh ungefähr in ihrem Alter sein musste. Sie schloss das aus dem nicht mehr ganz so weich gezeichnetem Gesicht und den Brust­warzen, deren Knospen und Vorhöfe bereits ausgeprägter waren als die der beiden jüngeren Hinterwälder Rinder.

 

Bis auf die Ankunft der Red Holstein Kuh war der vorherige Tag nahezu vollkommen ereignislos verlaufen. Insgesamt drei Mal hatte die Glocke geläutet und die bevorste­henden Mahlzeiten angekündigt. Mittags war erneut ein Stallarbeiter aufgetaucht und hatte ihnen allen eine Spritze gegeben, doch ansonsten war praktisch überhaupt nichts passiert.

Im Prinzip war Conny das auch ganz recht, denn so hatte sie zumindest ein wenig Zeit gehabt, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Zwar gab es noch immer Dinge, mit denen sie ihre Schwierigkeiten hatte, wie beispielsweise die Entleerung ih­rer Blase und ihres Darms, doch selbst diese Tätigkeiten machten ihr von Mal zu Mal weniger aus.

Das Fehlen von Ereignissen bedeutete jedoch auch, dass Conny bisher kaum Gelegen­heit dazu bekommen hatte, möglicherweise illegale Aktivitäten aufzudecken. Ihr war klar, dass sie diesen Part ihrer Recherche ohnehin nur eingeschränkt übernehmen konnte, doch so sehr zur Untätigkeit verdammt zu sein, behagte ihr nicht. Sie wollte aktiv bei der Aufdeckung helfen, doch das stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Da sowohl ihre als auch die Stimmbänder ihrer Artgenossen modifiziert worden wa­ren, konnte sie die anderen Kühe noch nicht einmal befragen.

Schlimmer jedoch fand sie, dass sie Erik bisher noch nicht begegnet war. Ihr Kollege, der sich unter die Mitarbeiter von BioUdders gemischt hatte, hätte ihr vielleicht erklä­ren können, was es mit den Injektionen auf sich hatte, doch bisher hatte er sich nicht in ihrem Gehege blicken lassen. Stumm fragte sie sich, ob er nur noch keine Gelegen­heit dazu gehabt hatte, oder ob vielleicht etwas dazwischen gekommen war. Schon einmal war sie von dem Gedanken verfolgt worden, dass Erik sich möglicherweise gar nicht mehr bei BioUdders befand. Es reichte ja schon eine Kleinigkeit, ein un­glückliches Stolpern beispielsweise, und Erik würde mit einem Bruch in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Was würde dann aus ihr werden? Würde ihr Chef davon erfahren, so dass er sie hier herausholen konnte, oder war Eriks Tarnung so gründlich, dass bei der Zeitung keiner etwas davon erfahren würde?

 

Conny versuchte, diese düsteren Gedanken zu verdrängen und sich auf etwas Positi­veres zu konzentrieren. Kurz lächelte sie Pieta zu, die ihr Frühstück inzwischen eben­falls abgeschlossen und sich wieder auf den gegenüberliegenden Liegeplatz nieder­gelassen hatte. Obwohl die beiden Kühe kein Wort miteinander sprechen konnten, führten die alltägliche Nähe und die gemeinsame Situation dazu, dass sie sich einan­der verbunden fühlten.

 

Einige Stunden später, das Mittagessen konnte nicht mehr in allzu weiter Ferne liegen, öffnete sich das schmale Tor, das zu ihrem Stallbereich führte. Conny hob neugierig den Kopf; erfreut darüber, dass die andauernde Langeweile unterbrochen wurde.

Zwei Männer, deren dunkelgraue Arbeitshosen und rote Poloshirts darauf hindeute­ten, dass sie zu den Angestellten von BioUdders gehörten, betraten das Gehege.

"Dann wollen wir mal schauen, wie es hier inzwischen aussieht. Und du hast das tat­sächlich noch nie gemacht?", fragte der etwas älter wirkende der beiden Stallarbeiter. Sein Gesicht war wettergegerbt und die kurzen braunen Haare betonten seine kanti­gen Züge.

"Nein, wir haben nie frisch verwandelte Kühe bekommen, zumindest nicht in der Zeit, in der ich dort war", antwortete der Andere. Er war ein paar Zentimeter kleiner als sein Kollege und schaute sich neugierig im Stall um.

Conny schnappte unwillkürlich nach Luft, als sie Erik erkannte. In der Stallmontur machte er einen vollkommen anderen Eindruck als in der Redaktion, wo sie ihn stets in Hemd und eleganter Aufmachung gesehen hatte. Die Arbeiterhose und das Polo­shirt veränderten sein Aussehen so sehr, dass sie ihn erst an seiner Stimme eindeutig erkannt hatte.

 

Gemischte Gefühle ergriffen die zum Schein verwandelte Reporterin. Auf der einen Seite war sie ungemein erleichtert, Erik endlich zu sehen. Sie hatte schon am Vortag mit seinem Auftauchen gerechnet, und sein Fernbleiben hatte sie zunehmend nervös werden lassen. Jetzt wusste sie zumindest, dass bei ihm alles in Ordnung war und sie mit ihrem Plan so weiter machen konnten, wie es vorgesehen war.

Auf der anderen Seite sorgte die Anwesenheit ihres Arbeitskollegen jedoch auch da­für, dass sie sich ihrer Nacktheit plötzlich wieder bewusst wurde. Innerhalb der klei­nen Herde hatte es ihr inzwischen nichts mehr ausgemacht; schließlich waren sie alle in der gleichen Situation. Keine von ihnen schien sich besonders um das Aussehen der anderen zu kümmern - zumal die Färbungen und all die weiteren Modifikationen sie nicht mehr besonders menschlich aussehen ließen. Doch nun würde Erik zwangsläu­fig ihren nackten Körper sehen. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen würde sie mit ihm zukünftig in der Redaktion zusammen arbeiten müssen und sie war sich extrem unsicher, mit welchen Gedanken er sie dann betrachten würde.

 

Conny blieb erst einmal im Stroh liegen und verdeckte somit zumindest einen Teil ih­rer Blöße. Sie spürte das Blut in ihrem Kopf pulsieren und versuchte sich einzureden, dass Erik mit seiner charismatischen Art sicherlich schon einige nackte Frauen gese­hen hatte und sich hoffentlich nicht übermäßig für ihren Körper interessieren würde. Außerdem gab es bei BioUdders hunderte von Kühen, so dass ihr Anblick ihm sicher­lich kaum in besonderer Erinnerung bleiben würde.

 

"Na, alles halb so wild. Viel hast du da eigentlich nicht verpasst", meinte der Kollege von Erik. In der Hand hielt er ein merkwürdiges Objekt, das entfernt an einen kleinen Hocker erinnerte. "Nach der Verwandlung dauert es immer ein paar Tage, bis die Milchproduktion in Schwung kommt. Wie lange das genau dauert, ist von Kuh zu Kuh verschieden. Aber wenn wir sie zu früh an die Melkmaschinen lassen, wirkt sich das meistens negativ auf die Zitzen aus, deswegen müssen wir von Hand nachsehen, welche Kuh schon so weit ist."

"Man sollte meinen, dass es heutzutage eine technische Lösung dafür geben sollte", erwiderte Erik.

Sein Kollege nickte. "Schon, aber ist doch ganz gut so, sonst hätten wir hier bald gar nichts mehr zu tun. Läuft ja auch so in vielen Ställen schon fast alles automatisch. Wenn wir dieses Biosiegel nicht hätten, wären sicher einige von uns überflüssig."

"Auch wieder wahr", pflichtete Erik ihm bei.

 

Von ihrem Liegeplatz aus lauschte Conny aufmerksam dem Gespräch, während die beiden Männer auf die kleine Gruppe an Kühen zusteuerten. So wie es aussah, hatte Erik sich bereits recht gut eingelebt und seine Kollegen hatten nicht den Verdacht, dass er vielleicht jemand ganz anderes sein könnte, als er vorgab zu sein.

Stumm fragte sie sich, ob ihre Brüste auch bereits damit begonnen hatten, Milch zu produzieren. Ihr kam das unangenehme Spannen in den Sinn, dass sich mit zuneh­mender Häufigkeit bemerkbar machte. Sicher konnte es auch bei ihr nicht mehr lange dauern, bis sie das erste Mal mit der Melkmaschine in Kontakt kam.

 

Die beiden Männer blieben ungefähr zwei Meter vor den Liegeplätzen stehen. "So, schauen wir doch mal: Zwei der Kühe sind bereits vor vier Tagen hier angekommen, bei denen sollte die Milchproduktion schon recht weit fortgeschritten sein. Sieh mal bitte auf deiner Liste nach", wandte sich der fremde Stallarbeiter an seinen Kollegen.

Erik holte ein schmales Tablet aus seiner Hosentasche, tippte mit dem Finger einige Male darauf herum und sagte schließlich: "Richtig, eine Red Holstein und ein Hinter­wälder Rind. Beide am Freitag hier eingetroffen."

Sein Kollege nickte und ließ sich die Lebensnummer des Red Holstein Rindes geben. Conny beobachtete, wie er neben der rot und weiß gefleckten Kuh, die auf der ande­ren Seite des Mittelweges lag, in die Knie ging und nach ihrer Ohrmarke griff. "Jap, das ist sie", bestätigte er.

 

Conny bemerkte, wie Eriks Blick für einen kurzen Augenblick suchend über die kleine Herde schweifte, ehe er an ihr hängen blieb. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, musterte er seine Reporterkollegin, die mit glühenden Wangen im Stroh lag und froh war, dass Erik im Augenblick höchstens ihren Hintern bewundern konnte. Für einen Moment war sie versucht, ihm irgendein Zeichen zu geben, doch bevor sie sich dazu durchringen konnte, hatte er seine Aufmerksamkeit wieder auf den anderen Stallar­beiter gerichtet.

Leise durchatmend versuchte Conny, sich zu beruhigen. Stumm ärgerte sie sich über sich selbst. Warum war sie so furchtbar nervös? Natürlich war es eine etwas peinliche Situation, daran bestand kein Zweifel. Doch Erik hatte im Vorfeld alles mit ihr abge­sprochen und es gab nun wahrlich Schlimmeres, als dass er sie nun unverhüllt sehen würde. Immerhin lebte sie im vierundzwanzigsten Jahrhundert und dazu noch auf Animal Planet, auf dem man alle paar Meter ein nacktes Pet sehen konnte!

 

Den Kopf zur Seite drehend konnte Conny erkennen, dass die Red Holstein Kuh ihren Oberkörper aufgerichtet hatte und nun in ihrer Box kniete.

Eriks Kollege schob mit dem Fuß das Stroh zur Seite und stellte den Hocker vor der Kuh auf den Boden. Jetzt konnte Conny erkennen, dass er an der oberen Seite nur aus einer Art gepolstertem Ring bestand, der innen liegende Bereich war ausgespart wor­den.

Die Hand auf den Rücken des Rindes legend drückte Eriks Kollege den Oberkörper des Tieres nach vorne, so dass er auf dem merkwürdigen Schemel zu liegen kam. Die Konstruktion war nicht besonders groß, reichte jedoch aus, um den Oberkörper etwa einen halben Meter über dem Boden schweben abzustützen.

 

"Bei der kannst du schon an den Eutern sehen, dass sie bereits ordentlich Milch pro­duziert. Sie sind ziemlich prall und hängen schwer herunter", erklärte der Mann und winkte Erik näher zu sich heran.

Dieser hockte sich neben seinen Kollegen und warf einen genaueren Blick auf die Eu­ter der Kuh, die bedingt durch die Aussparung des Schemels frei herab hingen. "Ja, ich sehe, was du meinst", stimmte er zu.

 

Den Kopf ein wenig drehend versuchte Conny, einen weiteren Blick auf die Szene zu erhaschen, doch Erik hatte sich so hingekniet, dass er ihr die Sicht versperrte.

"Trotzdem müssen wir uns natürlich vergewissern", meinte der Kollege von Erik und fuhr fort: "Du legst den Daumen auf die eine, Zeige- und Mittelfinger auf die andere Seite der Brust. Etwas außerhalb der Vorhöfe. So in etwa. Jetzt brauchst du nur ein wenig fester zudrücken und deine Finger dabei in Richtung der Brustwarzen strei­chen. Schau!"

Conny konnte noch immer nichts sehen, doch Erik reagierte mit einem anerkennen­den Pfeifen, das sie so von ihm auch in der Redaktion schon ein paar Mal gehört hatte. Ganz offensichtlich hatte der Angestellte von BioUdders Erfolg gehabt, was ihren Kollegen scheinbar ziemlich begeisterte.

"Die hat schon so viel Milch in ihren Eutern, dass ich fast nichts machen musste", meinte der Mann mit zufriedener Stimme.

Erik, der sich nun wieder erhob, nickte eifrig. "Ja, das habe ich gesehen. Beein­druckend, wie kräftig der Strahl bereits ist. Ich würde sagen, die ist bereit für die Melkmaschine."

"Richtig. Ändere den Status hinter ihrer Nummer, dann machen wir mit der nächsten Kuh weiter", stimmte der Stallarbeiter zu.

 

Conny beobachtete, wie die beiden Männer die Prozedur bei dem Hinterwälder Rind wiederholten, das sich ebenfalls bereits seit vier Tagen im Stall befand. Auch bei ihr gelang es den Männern scheinbar mühelos, ein paar Tropfen Milch zu gewinnen.

"Sehr gut. Zusätzlich haben wir noch drei weitere Kühe, die nur einen Tag später an­gekommen sind. Bei denen sollen wir auch gleich nachsehen. Die Milchdrüsen sollten auf jeden Fall schon spürbar geschwollen sein, aber ob sie auch schon laktieren, müs­sen wir testen", meinte Eriks Kollege und deutete mit einem Kopfnicken in die Rich­tung, in der Conny, Pieta und die dritte Kuh aus ihrer kleinen Gruppe lagen.

 

Sofort spürte Conny, wie ihr erneut das Blut in den Kopf schoss. Hatte sie sich gerade noch damit abgefunden, dass Erik sie nackt sehen würde, war es ein ganz anderes Szenario, von den beiden Männern auch angefasst zu werden. Mit vor Schreck leicht geweiteten Augen starrte sie Erik an, der nun mit langsamen Schritten auf sie zukam.

"Die rot gefärbte Kuh gehört auf jeden Fall zu der Gruppe", erklärte er nach einem er­neuten Blick auf sein Tablet, auch wenn er zweifelsfrei längst wusste, dass sich seine Kollegin hinter der Maskerade des Angler Rinds befand. Beide Männer schritten nun durch den Mittelgang und blieben unmittelbar neben Connys Liegeplatz stehen.

 

"In Ordnung. Dann versuch du es jetzt mal selbst", ermutigte der Mann mit dem kan­tigen Gesicht seinen Kollegen und überreichte ihm den kleinen Schemel.

Erik nickte und trat näher an Conny heran. Die hatte sich etwas auf die Seite gedreht, so dass sie die beiden Männer sehen konnten, die am Fußende ihres kleinen Geheges standen. Beinahe flehend schüttelte sie leicht den Kopf. Erik zögerte kurz, machte dann jedoch eine auffordernde Handbewegung. "Na los, auf die Knie! Du hast doch gesehen, wie es geht!"

Conny reagierte nicht. Mit angespanntem Körper blieb sie im Stroh liegen, den Blick noch immer auf ihren Kollegen gerichtet. Selbst, wenn sie gewollt hätte, in diesem Moment war sie nicht dazu in der Lage, seiner Aufforderung nachzukommen. Stumm starrte sie zwischen seinem Gesicht und dem Schemel hin und her, während ihr Kopf sich anfühlte, als müsste er vor lauter Hitze jeden Augenblick explodieren.

 

"Scheint nicht besonders helle zu sein, das Vieh." Der andere Mann trat einen Schritt vor, so dass er neben Conny stand, und beugte sich zu ihr herunter. Mit einer geübten Bewegung steckte er einen Finger durch ihren Führring.

Conny schnappte krächzend nach Luft, als der Mann sie an dem Ring unsanft in eine kniende Position zwang. Tränen schossen ihr in die Augen, die zur Hälfte dem plötz­lich aufwallenden Schmerz in ihrer Nase, zur Hälfte der Demütigung entsprangen.

"Lass dir von den Tieren nicht auf der Nase herumtanzen. Wenn sie nicht so wollen wie du, dann benutz den Führring. Ich hab noch keine Kuh gesehen, die dann noch herumgezickt hat", meinte der Mann. Sein Fingerrücken drückte leicht gegen ihre Nase, während er den Ring fest umschlossen hielt und Conny keine Zweifel daran ließ, dass er nun die Kontrolle über sie hatte.

 

So auf ihren Knien sitzend, dass sie Erik zugewandt war, konnte Conny nun verfol­gen, wie er den Schemel vor ihr auf den Boden stellte. Kaum, dass er den Bock richtig positioniert hatte, wurde ihr Kopf an dem Führring nach unten gezogen. Ihr Oberkör­per landete leicht unsanft auf dem Schemel, dessen gepolsterte Oberfläche ihren Schwung mit einem dumpfen Geräusch abfing. Es war ein merkwürdiges Gefühl, rund um den Brustkorb abgestützt zu werden, während ihre Brüste durch die Aus­sparung nach unten hingen. Zwar unterschied sich ihre Position nicht so sehr von der, in der sie ihre Mahlzeiten zu sich nahm, doch der Schemel hatte eine schmalere Auf­lagefläche und drückte sich beinahe unangenehm ins Fleisch.

 

Mit glühenden Wangen versuchte Conny den Kopf zu heben, konnte jedoch bis auf die Hand des Stallarbeiters nichts erkennen. Erik befand sich inzwischen neben ihr und hatte sich dort mit einem Knie auf den Boden gehockt.

"Gut, dann versuch es mal. Ich halte das Vieh fest, damit du in Ruhe arbeiten kannst", meinte der Mann und griff daraufhin noch etwas fester in den Führring, was Conny erneut die Tränen in die Augen trieb. Der Metallring wurde leicht von ihrem Gesicht weg und zusätzlich etwas nach unten gezogen, so dass sie den Kopf kaum noch be­wegen konnte. Tatsächlich hätte sie es kaum gewagt, sich jetzt zu bewegen, schon al­leine aus der Angst heraus, dass ihre Nasenscheidewand vielleicht längerfristig in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Dazu baute sich ein leicht panisches Gefühl in ihr auf, als sie daran dachte, wie es sich gleich anfühlen würde, von ihrem Kollegen berührt und sogar gemolken zu werden.

 

In dem Augenblick, in dem sie eine kühle Hand an ihrer linken Brust spürte, wäre Conny am liebsten vor Scham im Boden versunken. Leicht keuchend schloss sie die Augen und versuchte, nicht daran zu denken, was gerade mit ihr passierte.

Erik tastete einige Sekunden an Connys Brust herum, ehe er die Finger etwas außer­halb ihrer Vorhöfe so positioniert hatte, wie sein Kollege es ihm vorgemacht hatte.

Conny war alles andere als begeistert. Zwar hatte sie gewusst, dass Erik sie im Stall sehen würde, und dass sie als Kuh dabei nackt sein würde, war ihr ebenfalls klar ge­wesen. Sie hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass er sie auch anfassen - zumindest nicht unbedingt an ihren Brüsten - oder sie gar melken würde! Doch mit dem Finger des zweiten Stallarbeiters an ihrem Nasenring, ihren gefesselten Armen und manipu­lierten Stimmbändern hatte sie absolut keine Chance, das nun Kommende zu verhin­dern. Resigniert und beschämt zugleich hoffte sie darauf, dass es wenigstens schnell vorbei sein und Erik dieses Erlebnis später für sich behalten würde.

 

Als Eriks Finger einen zunehmenden Druck auf ihre Brust ausübten, sie knapp außer­halb ihrer Vorhöfe leicht zusammendrückte und die Finger dann in Richtung der Brustwarze bewegte, spürte Conny ein noch nie dagewesenes Gefühl in ihrer Brust. Die Augen aufreißend verharrte sie mit sich überschlagenden Gedanken in ihrer Posi­tion, doch als Erik erneut ansetzte, bewegte sie ihren Kopf behutsam nach unten. Der Stallarbeiter ließ sie gewähren, so dass Conny einen Blick auf ihren Oberkörper er­haschte.

Erik drückte ihre linke Brust erneut zusammen, und im gleichen Augenblick zeigten sich weiße Pünktchen, die sich dann zu einem kleinen Rinnsal sammelten und von ih­rer Brustwarze aus zu Boden tropften. Staunend und vollkommen perplex beobach­tete die Reporterin, wie ihr Kollege einen weiteren dünnen Strahl Milch aus ihrem Körper heraus drückte, ehe er nach ihrer anderen Brust griff und den Vorgang dort nicht minder erfolgreich wiederholte.

"Es ist nicht so viel Milch wie bei den anderen Beiden", stellte Erik nüchtern fest und ließ einen weiteren Milchstrahl auf den Boden tropfen, als wollte er seine Worte damit untermauern. "Aber es könnte schon fast für die Melkmaschine reichen, oder?"

"Wir sollten besser noch einen Tag warten", meinte Eriks Kollege mit einem abschät­zenden Blick. "Bis morgen Vormittag sollte es dann aber auf jeden Fall genug sein."

 

Als wäre die Sache damit entschieden, ließ er Connys Führring los und bedeutete Erik mit einer Handbewegung, dass sie mit den beiden Hinterwälder Rindern auf der an­deren Seite des Gatters weitermachen würden. Der Reporter löste sich von seiner Kollegin, stützte ihre Schulter mit der Hand und half ihr, den Oberkörper wieder in eine aufrechte Position zu bringen.

Conny vermied es, Erik ins Gesicht zu sehen. Stattdessen war ihr Blick auf die kleinen weißen Pfützchen gerichtet, die dort auf dem Boden zurück geblieben waren, wo we­nige Augenblicke zuvor noch der Schemel gestanden hatte. Stumm versuchte sie zu begreifen, dass diese Flüssigkeit gerade aus ihren Brüsten gekommen war, dass sie soeben zum ersten Mal in ihrem Leben Milch gegeben hatte.

 

Nur am Rande bekam sie mit, wie Erik sich nun neben Pieta kniete, um auch deren Brüsten ein paar Tropfen Milch zu entlocken. Sie selbst war noch immer hin und her­gerissen zwischen der erneuten Demütigung, die durch den Führring und die Tatsa­che, dass sie ausgerechnet von Erik gemolken worden war, ausgelöst worden war, und der gleichzeitigen Faszination, dass tatsächlich Milch aus ihren Brüsten kam. Da Conny erst wenige Tage im Stall war, hatte sie noch nicht damit gerechnet, dass sie selbst schon dazu in der Lage sein könnte.

Obwohl es ihr nicht unbedingt wenig vorgekommen war, schien die Milchmenge je­doch noch nicht auszureichen, um für die kommerzielle Milchproduktion genutzt zu werden. Conny empfand ihre Brüste allerdings noch immer als ungewohnt schwer und war sich sicher, dass Erik längst nicht alles zu Tage gefördert hatte, was sich da­rin befand. Mit ihren gefesselten Händen konnte sie diese These jedoch nicht überprü­fen, sondern musste sich auf das Urteil des erfahrenen Stallarbeiters verlassen.

 

Währenddessen hatten die beiden Männer auch die übrigen Kühe getestet; einzig die erst am Vortag zu ihnen gestoßene Red Holstein Kuh hatten sie ausgelassen. Zu wel­chem Schluss sie dabei gekommen waren, hatte Conny nicht mitbekommen. Über­haupt war sie gerade so sehr in ihre eigenen Gedanken versunken, dass sie leicht überrascht zusammenzuckte, als sie die Tür des Geheges zuschlagen hörte.

Irritiert schaute Conny sich um und stellte fest, dass Erik und sein Kollege ver­schwunden waren. Kurz ärgerte sie sich darüber, dass sie keine Gelegenheit gehabt hatte, um Erik irgendwie auf die Injektionen hinzuweisen, doch solange ein weiterer Mitarbeiter von BioUdders dabei war, hätte sie sich vermutlich ohnehin nicht ver­ständlich machen können. Wie genau sie, ohne ihre Stimme nutzen zu können, nun mit Erik kommunizieren sollte, hatte sie sich sowieso noch nicht überlegt … wie ihr erst jetzt bewusst wurde.

 

Einen letzten Blick auf die weißen Tropfen werfend ließ Conny sich zurück ins Stroh sinken. Nach all der Aufregung war sie froh, dass nun erst einmal etwas Ruhe ein­kehrte und sie Zeit hatte, die neuen Empfindungen einzuordnen und ihre Gedanken zu sortieren.

Bewertung

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Kommentare

Ist das einfach eine Klasse Geschichte. Ich finde das echt gut, wie du auf das Gefühl von Conny eingehst und auch immer das leider kurze Ende und der Höhepunkt wie es den weitergeht.

Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

 

Lieben Gruß

 

Zofe Svenja

Interessante Fortsetzung.

Schön wie du auf Connys Gefühle eingehst. Bin ja auch gespannt wie die das Kommunikationsproblem lösen wollen. Wie soll Conny da eigentlich Rumschnüffeln?

Ich denke dieser Erik hat gar nicht vor großartig mit ihr zu kommunizieren oder sie etwas herausfinden zu lassen. Ihm wird es eher darum gehen was sich in ihrem Blut oder in ihrer Milch nachweisen läßt um dann etwas handfestes für seine Story zu haben. Ob er Conny da hinterher auch wieder heraus holt bleibt abzuwarten, ich bin da eher skeptisch....

Ich mag die Geschichte...

Wieder eine super Fortsetzung!

Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Hoffentlich bald.

Lg