Animal Planet: Die Reportage - Kapitel 12

 

Wie versprochen hat es dieses Mal nicht ganz so lange gedauert, das neue Kapitel zu schreiben. Okay, es waren immer noch ein paar Wochen, aber viel schneller geht es leider nicht, sorry! Dafür ist das Berufsleben dann doch zu anstrengend... Hier geht es jetzt jedenfalls weiter mit Connys Geschichte. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich wie immer über jedes Feedback!

 

Artgenossinnen

 

Die Vormittagssonne strahlte durch die großen Fenster des Stalls, tauchte ihn in angenehm warmes Licht und ließ das Stroh besonders intensiv duften. Conny lag mit halb geschlossenen Augen auf ihrem Liegeplatz und versuchte das unangenehme Spannen ihrer Brüste zu ignorieren. Über Nacht war es so stark geworden, dass es beinahe schmerzte. Obwohl sie ein unangenehmes, verunsichertes und etwas ängstliches Gefühl bei dem Gedanken daran verspürte, wünschte sie inzwischen beinahe den Moment herbei, in dem sie endlich gemolken wurde.

 

Als die Gehegetür geöffnet wurde, schlug Conny die Augen auf und hob den Kopf. Zwei Männer hatten den Raum betreten und näherten sich der kleinen Herde. Durch die Informationen, die Erik ihr am Vortag gegeben hatte, ahnte die Reporterin bereits, was die beiden Stallarbeiter wollten. Sie war nun lange genug in diesem Gehege gewesen und würde in einen der großen Ställe gebracht werden.

 

Conny war sich nicht sicher, ob sie aufstehen sollte, oder lieber darauf wartete, dass die Männer zu ihr kamen. Doch noch bevor sie reagieren konnte, kniete sich bereits einer der beiden Arbeiter neben Pieta nieder und zog deren Ohrmarke zu sich heran.

“AR 273 07 12296”, las er die Lebensnummer der Kuh vor.

“Richtig, die kommt mit”, bestätigte sein Kollege, der ein kleines ePad in der Hand hielt.

Das Hinterwälder Rind, deren Box mit dem Kopfende direkt an Connys Liegeplatz angrenzte, wurde unsanft auf die Beine gezogen, was sie mit einem protestierenden Muhen quittierte. Die Reporterin beobachtete, wie eine Metallkette am Führring von Pietas Nase befestigt wurde, so dass sie dem Mann fortan in kurzem Abstand folgen musste. Zum ersten Mal fiel ihr auf, dass die Brüste der anderen Kuh auffällig prall wirkten und schwer nach unten hingen. Bisher hatte sie sich ausschließlich auf sich selbst konzentriert, doch nun, wo ihre Aufmerksamkeit darauf fiel, wurde ihr klar, dass auch ihre Artgenossinnen bereits kräftig laktierten.

“Das zweite Hinterwälder Rind hat die Nummer AR 273 06 12297”, verkündete der Stallarbeiter mit dem ePad, worauf hin sich der Andere kurz umsah und sich dann Romi zuwandte. Mit einem routinierten Griff erfasste er gleich darauf deren gelbe Ohrmarke, überprüfte sie kurz und zog auch sie am Nasenring auf die Beine.

“Schön jung die beiden”, stellte er zufrieden fest. “Die geben noch Milch, wenn wir schon in Rente sind.”

 

Unruhe breitete sich in Conny aus. Bisher hatte keiner der beiden Männer sie auch nur eines Blickes gewürdigt. Hatte Erik nicht gesagt, dass sie heute auf jeden Fall in einen anderen Stall verlegt werden würde? Das schmerzhafte Spannen in ihren Brüsten schien mit jedem Augenblick stärker zu werden. Je mehr sie sich darauf konzentrierte, desto klarer bildete sich ein Gedanke in ihrem Kopf heraus: Sie musste auch mit!

Mühsam drehte sie sich auf den Bauch. Behutsam schob sie die Knie unter ihren Körper, sorgsam darauf bedacht, das Gewicht nicht auf ihre Brüste zu verlagern. Mit Hilfe des Metallgeländers, das ihren Liegeplatz eingrenzte, gelang es ihr schließlich, auf die Beine zu kommen. Mit ein paar etwas wackeligen Schritten auf ihren Hufschuhen ging sie auf den Mann zu, der inzwischen auch Romis Nasenring mit Hilfe eines Karabiners an der Führkette befestigt hatte.

Conny öffnete den Mund, wollte den Männern sagen, dass sie auch mit musste. Gerade noch rechtzeitig hielt sie inne, erschrocken über sich selbst. Auch, wenn sie nur krächzende Laute herausgebracht hätte, hätte es vielleicht doch verdächtig wenig nach einem Muhen geklungen.

 

Zumindest hatte sie jetzt die Aufmerksamkeit der beiden Arbeiter. Halb überrascht, halb belustigt schauten sie die rötlich gefärbte Kuh an, die erst so energisch auf sie zugekommen war, und nun scheinbar unentschlossen vor ihnen stand. “Na, was willst du denn?”, fragte der mit dem ePad und grinste sie an.

Conny spürte, wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg. Mit noch immer leicht geöffneten Mund schaute sie kurz zu den beiden angeketteten Kühen, ehe sie den Blick wieder auf die Angestellten von BioUdders richtete. Kurzentschlossen nahm sie all ihren Mut zusammen. “Muuhu!”, brachte sie zwar etwas krächzend, doch mit leichtem Nachdruck hervor.

 

Die beiden Männer brachen in Gelächter aus. “Du, ich glaub die will auch mit”, meinte der Mann, der Pieta und Romi an der Kette hielt.

“Ja, den Eindruck hab ich auch. Schau mal nach ihrer Nummer, wir haben ja tatsächlich noch eine Kuh auf der Liste”, erwiderte sein Kollege mit sichtlich amüsiertem Tonfall.

Conny hielt still, als der Stallarbeiter nach ihrer Ohrmarke griff und die Nummer vorlas. “AR 084 02 71993”. Für einen Atemzug schloss sie die Augen und hielt die Luft an. Obwohl sie sich noch immer ein wenig dadurch erniedrigt fühlte, dass die beiden Arbeiter in ihr nichts weiter sahen als ein namenloses, nummeriertes Tier, hoffte sie doch, dass sie von ihnen mitgenommen werden würde.

 

“Passt, dann haben wir alle”, bestätigte der Mann nach einem Blick auf sein ePad. Conny öffnete erleichtert die Augen. Das bedeutete nicht nur, dass sie hoffentlich bald etwas gegen das unangenehme Gefühl in ihren Brüsten machen konnte. Hinzu kam auch noch die Erleichterung, dass ihre Tarnung nicht aufgeflogen war und Erik sie bald wie geplant im nächsten Stall aufsuchen konnte.

Der Mann ließ ihre Ohrmarke los und hob den silbernen Metallring an, der durch ihre Nasenscheidewand lief und auf ihrer Oberlippe lag. Mit einem leisen Schnappen hakte er den Karabiner der Führkette in ihren Nasenring ein, nickte zufrieden und gab den Ring gleich darauf wieder frei.

 

Ohne sich noch weiter mit den anderen Kühen im Stall aufzuhalten, setzten sich die beiden Männer in Bewegung. Die Metallkette, durch die die Nasenringe der Rinder miteinander verbunden wurden, spannte sich, so dass sie dicht hintereinander in einer Reihe folgen mussten. Conny drehte den Kopf ein wenig zur Seite und warf einen letzten kurzen Blick auf den Ort, der in den letzten Tagen so etwas wie ihr zu Hause gewesen war. Sie war sich sicher, dass sie ihn nicht vermissen würde.

 

Wenige Augenblicke später hatten sie das Stallgebäude verlassen und folgten einem weg, der sie über das Firmengelände brachte. Conny spürte die warmen Sonnenstrahlen auf ihrer nackten Haut und eine seichte Briese, die ihren ungeschützten Körper umspielte und ihren Schweif etwas zur Seite wehen ließ. Es war ein etwas ungewohntes Gefühl, dass sich jedoch nicht unangenehm anfühlte. Conny konnte sich nicht daran erinnern, jemals komplett nackt draußen gewesen zu sein. Umso interessanter empfand sie das Gefühl, wie der Wind über ihre intimen Körperregionen strich.

 

Unerwartet ging ein Ruck durch die Kette und riss Conny aus ihren Gedanken. “Hey, nicht so lahm da hinten!” Offenbar waren sie den beiden Angestellten zu langsam geworden, als sie in ihre Träumerei abgetaucht war. Sie musste mehrfach langsam ein und aus atmen, um den stechenden Schmerz, der von ihrer Nasenscheidewand ausging, zu vertreiben, während sie jetzt mit schnelleren Schritten hinter den beiden Männern her liefen. Brutal war sie daran erinnert worden, dass sie im Augenblick nicht mehr war, als ein Rind. Die Demütigung brach wie ein Wasserfall über ihr zusammen, durchtränkte ihre Gedanken und sorgte dafür, dass der kurze, angenehme Augenblick in weite Ferne rückte.

 

In der Folge achtete Conny aufmerksam darauf, dass die Kette, die in der Hand des Stallarbeiters ruhte und mit ihrem Nasenring verbunden war, immer schön locker durchhing. Den Blick auf den fremden Mann fokussiert folgte sie ihm nun über das Gelände von BioUdders, ohne auch nur einen weiteren Blick zur Seite zu werfen. Im Augenblick war es ihr egal, wo genau sie hingebracht wurde, so lange sie den Schmerz in ihrer Nase nicht noch einmal ertragen musste.

 

Sie waren nicht weit gelaufen, als die beiden Männer stehen blieben. “Das Angler Rind kommt in die Fünf. Ich bringe die anderen Beiden in der Zwischenzeit schon mal rüber zur Sieben”, bestimmte der Mann, der das ePad bei sich trug.

“In Ordnung. Treffen wir uns gleich wieder hier?”, erkundigte sich der Andere, während er die Kette zwischen Conny und Romi trennte und seinem Kollegen das Ende gab, an dem die beiden Hinterwälder Rinder befestigt waren.

“Du kannst mir ja schon mal entgegen kommen”, schlug der erste Mitarbeiter von BioUdders daraufhin vor, nahm die Kette mit den beiden Rindern und setzte sich in Bewegung.

 

Conny hatte keine Zeit, ihnen hinterher zu schauen. Fast gleichzeitig wurde sie von der Kette an ihrem Nasenring in eine andere Richtung gezogen. Sie verließen den großen Hauptweg und folgten nun einer etwas schmaleren Straße, die direkt auf einen Stallgebäude zuführte. Behutsam drehte sie den Kopf zur Seite und warf einen letzten Blick auf die beiden Hinterwälder Rinder, die in Richtung der weiteren Ställe davon geführt wurden.

Stumm verabschiedete sich Conny von Pieta. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie die junge Kuh nie wieder sehen würde. Ihr stand ein Leben als Milchkuh bevor, und daran würde nicht einmal der Enthüllungsbericht über BioUdders etwas ändern, an dem Erik und sie arbeiteten. Selbst, wenn Conny ihr während ihres eigenen Aufenthalts noch einmal begegnen würde, erschien es unwahrscheinlich, dass sie die weißgefleckte Kuh unter ihren Artgenossinnen jemals wiedererkennen würde. Dabei hatte sie sich in den letzten Tagen immer irgendwie mit ihr verbunden gefühlt, obwohl sie nie auch nur ein einziges Wort gewechselt hatten. Wieder einmal stellte sie sich die Frage, wie Pieta überhaupt an diesen Ort gelangt war. Bei ihrer Ankunft hatte sie Conny das Gefühl vermittelt, dass sie die Verwandlung nicht freiwillig gemacht hatte. Doch mehr hatte sie in den letzten Tagen nicht herausfinden könnten.

 

Sie erreichten das Stallgebäude und Conny wurde jäh aus ihren Gedanken gerissen. Aus den Augenwinkeln konnte sie gerade noch eine große Fünf erkennen, die von außen an dem Gebäude angebracht war, ehe sie durch ein breites Tor traten. In dem gleichen Augenblick, in dem die sanfte Briese auf ihrer Haut verschwand, drangen die Eindrücke des Stalls auf sie ein. Sie schritten durch einen nach oben offenen Vorraum, der über die gesamte Breite des Gebäudes ging, jedoch nur einige Meter lang war. Eine sichthohe Mauer grenzte diesen Bereich von dem Rest des Stalls ab, zwei Durchgänge mit Drehkreuzen schienen in die Halle zu führen.

An ihrer Kette wurde sie zur von dem ihr aus gesehen rechten geführt, ehe der Arbeiter von BioUdders anhielt. “Bleib stehen!”, befahl der Mann, zog sie jedoch gleich etwas weiter an sich heran und löste die Kette von ihrem Führring. Conny konnte den Moment der Freiheit jedoch nicht lange genießen. Schon im nächsten Augenblick griff er mit einem Finger durch den Nasenring und sorgte so dafür, dass er ihre Bewegungen auch weiterhin unter Kontrolle hatte.

Unsanft wurde Conny nun zu dem Drehkreuz geführt. Durch die metallischen Gitterstäbe erhaschte sie einen kurzen Blick auf den dahinter liegenden Bereich des Stalls. Aber noch bevor sie etwas Genaueres erkennen konnte, spürte sie, wie der Mann nach ihrer Ohrmarke griff. Mit der Marke drehte er ihren Kopf zur Seite und drängte sie gleichzeitig, den Kopf anzuheben. Im nächsten Augenblick ertönte ein lautes Piepen.

“Dann mal viel Spaß in deinem neuen Zuhause!” Der Mann löste seinen Griff, übte einen kräftigen Druck auf ihren Rücken aus und im nächsten Augenblick drehten sich die kühlen Gitterstäbe mit ihr nach innen. Mit unsicheren Schritten taumelte die leicht erschrockene Conny in das Innere des Stalls.

 

Conny fand nach wenigen Metern einen sicheren Stand. Einen Blick über die Schulter werfend stellte sie fest, dass auf der anderen Seite des Drehkreuzes niemand mehr war. Einmal tief durchatmend versuchte sie, sich zu sammeln und richtete ihre Aufmerksamkeit auf das, was vor ihr lag.

Der Anblick, der sich ihr bot, war unglaublich. Von dem vorderen Abschnitt abgesehen schien der gesamte Stall aus einer einzigen, riesigen Halle zu bestehen. Soweit sie es erkennen konnte, schien es lediglich in der Mitte eine Trennung zu geben, die aus zwei schier unendlich lang wirkenden Reihen von Futterplätzen rechts und links eines Versorgungsganges bestand. Von der schieren Größe abgesehen ähnelte der Aufbau jedoch dem Gehege, in dem sie die letzten Tage verbracht hatte. Von den Futterstellen ausgehend gab es in beide Richtungen breite Gänge, jeweils flankiert von Doppelreihen aus Liegeplätzen. Nach einem weiteren breiten Gang schloss sich der ihr schon vertraute vergitterte Boden an, über dem die Kühe sich zu erleichtern hatten.

 

Fast genau so überwältigend wie der Anblick des Stalls war auch dessen Geruch. Schon das kleine Gehege hatte eine gewisse Note gehabt, doch in diesem riesigen Kuhstall war sie um ein vielfaches markanter. Es war eine Mischung der Gerüche von nach Stroh, Erde, sowie den Körpergerüchen der Kühe und ihren sonstigen Ausdünstungen, die schwer in der Luft hingen. Auch die Geräuschkulisse war, nachdem sich ihre anfängliche Verwirrung nun langsam legte, unvergleichlich laut. Conny vernahm aus gefühlt allen Richtungen das Rascheln von Stroh, leises und lautes Muhen und auch das Plätschern von Flüssigkeiten.

Langsam den Blick schweifen lassend begann Conny zu ahnen, wie viele Kühe sich in dem Stall befinden mochten. Alleine auf dieser Seite der Futterrinne schätzte sie, mindestens Fünfzig zu sehen. Alle hatten vollkommen haarlose, rot gefärbte Haut, Kuhschweife und die auffallenden, knallgelben Marken an beiden Ohren. Bis auf minimale Unterschiede bezüglich des Körperbaus waren sie praktisch nicht voneinander zu unterscheiden.

 

Während Conny noch immer die Eindrücke des Stalls aufnahm, näherte sich ihr eine kleine Gruppe ihrer Artgenossinnen. Neugierig umringten sie die Reporterin, musterten sie und muhten sie sogar an. Irritiert und verunsichert starrte Conny zurück. Die ganze Situation war so überwältigend, dass sie überhaupt nicht wusste, wie sie nun reagieren sollte. Stumm und bewegungslos verharrend schaute sie zwischen den fremden Kühen hin und her. Selbst aus der Nähe betrachtet waren sie sich erstaunlich ähnlich. Zwar konnte Conny bei genauerer Betrachtung feine Unterschiede feststellen, doch bis auf verschiedene Gesichtszüge und kleinere Unterschiede im Körperbau glichen sie sich beinahe wie Schwestern. Wenn Menschen um ihre Individualisierungsmerkmale wie Frisuren oder Kleidung gebracht wurden, schien der Großteil der körperlichen Unterschiede bedeutungslos. Conny ahnte, dass sie selbst nicht viel anders aussah, als die Kühe, die sie umringten. Außenstehende würden sie nie auseinander halten können, geschweige denn sie identifizieren können.

 

Bei der Betrachtung ihrer Artgenossinnen stellte sie aber auch fest, dass jede der Kühe ein paar Kilo mehr auf den Rippen hatte, als unbedingt nötig war. Sie hätte keine von ihnen als übergewichtig bezeichnet, doch es ließ sich nicht bestreiten, dass sie an den üblichen Stellen ein paar Pfunde zu viel hatten. Conny vermutete, dass dieses Phänomen mit den eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten hier im Stall zusammen hing. Allerdings kam ihr auch der Gedanke, dass es für eine Milchkuh, die den Rest ihres Lebens in einem Stall verbringen würde, wohl kaum große Anreize gab, sich in Form zu halten.

Als sie ihren Blick leicht senkte, wurde ihre Aufmerksamkeit auf die Brüste der Kühe gelenkt. Schwer und voluminös hingen sie an den Oberkörpern der Rinder herunter. Alle machten einen prallen Eindruck, was eindeutig darauf hindeutete, dass es bald Zeit wäre, sie zu melken. Bei dem sich ihr bietenden Anblick empfand Conny den Begriff Euter plötzlich für sehr passend. Am meisten faszinierten sie jedoch die Brustwarzen, oder wohl eher, Zitzen. Bei den sie umringenden Rindern waren sie mehrere Zentimeter lang und standen deutlich von den Eutern ab. Die Reporterin war sich sicher, dass diese Form aus der Nutzung der Melkmaschinen herrührte. Eilends unterdrückte sie das unangenehme Gefühl, dass sich in diesem Moment in ihrer Magengegend ausbreitete. Sie versicherte sich selber, dass sie nicht so lange an diesem Ort sein würde, dass ihr Körper sich auf ähnliche Weise verändern würde.

 

“Muuh!”, gab die Kuh von sich, die unmittelbar vor Conny stand. Als die Reporterin etwas erschrocken den Kopf hob, bemerkte sie ein Lächeln auf dem Gesicht ihrer Artgenossin. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass auch ihr Körper die ganze Zeit über gemustert worden war. Obwohl sie sich von den anderen Kühen kaum unterschied, war es ihr plötzlich ein wenig unangenehm. “M…muh?”, erwiderte sie leise und nun doch ein wenig eingeschüchtert.

Ihre “Gesprächspartnerin” stieß einen weiteren Laut aus, drehte sich herum und bedeutete ihr mit einer überdeutlichen Kopfbewegung, ihr zu folgen. Conny warf einen fragenden Blick zu den übrigen Kühen, doch auch die setzten sich bereits in Bewegung. Leicht mit den Schultern zuckend beschloss Conny, das Folgende einfach auf sich zukommen zu lassen. Immerhin war sie nun inmitten einer großen Herde und damit vorerst an ihrem Ziel angekommen. Hier würde sie niemandem auffallen - im Gegenteil, sie hatte eher Angst, dass Erik sie zwischen den anderen Kühen nicht finden würde - und konnte ihren Beitrag dazu leisten, um BioUdders zu überführen. Jetzt musste sie nur noch das schmerzhafte Spannen in ihren Brüsten - sie korrigierte den Gedanken - in ihren Eutern loswerden.

 

Halb überwältigt und eingeschüchtert, halb damit beschäftigt, die Eindrücke des riesigen Stalls zu verarbeiten, folgte Conny den anderen Kühen. Sie bekam schnell das Gefühl, dass sie gerade an so etwas wie einem Rundgang teilnahm. Ihre Artgenossinnen führten sie zuerst zu dem Bereich an der Außenwand des Stalls. Anders als in dem kleinen Gehege, in dem Conny die letzten Tage verbracht hatte, entdeckte sie zusätzlich zu dem vergitterten Boden auch Bereiche mit Duschbrausen und mehreren sehr großen, etwas abschreckend wirkende Bürsten. Conny benötigte einige Sekunden, ehe sie begriff, dass die Vorrichtungen offensichtlich dafür gedacht waren, dass die Kühe sich sauber halten konnten. Ihren eigenen, nach mehreren Tagen im Stall nicht mehr ganz so angenehmen Geruch bemerkend, beschloss sie, später davon Gebrauch zu machen.

Die kleine Besichtigungstour führte noch an einer Trinkstelle vorbei, ehe sie die langen Reihen der Liegeplätze entlang gingen. Es waren leicht erhöhte, mit Stroh bedeckte und durch Metallstangen voneinander abgegrenzte Bereiche, die sich in zwei doppelten Reihen der Länge nach durch den Stall zogen. Alle zehn Liegeplätze wurden sie von einem Quergang unterbrochen, in denen auch die Trinkstellen installiert waren. Der Großteil der Liegeplätze war mit Kühen belegt, teilweise schlafend, teilweise mit gelangweiltem Blick zu ihr aufschauend, aber alle der gleichen Gattung angehörend. Erst im hinteren Drittel des Stalls hielt die kleine Gruppe schließlich vor einem leeren Platz an. “Muuh!”, verkündete die Anführerin des Begrüßungskommitees und nickte mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht in Richtung des ungenutzten Liegeplatzes.

Conny zögerte kurz, näherte sich dann mit zwei kurzen Schritten dem Liegeplatz und ließ sich behutsam ins Stroh sinken. Das Stroh raschelte geräuschvoll, als sie sich etwas unbeholfen auf ihren Hintern setzte und zum Gang drehte. “Muh”, raunte sie halblaut in dem Versuch, ihre Dankbarkeit auszudrücken. Zwar war es ein etwas merkwürdiger Empfang gewesen, doch sie war dennoch froh, dass jemand bemüht war, ihr zu helfen.

Die anderen Kühe erwiderten das Muhen, lächelten ihr aufmunternd zu und verschwanden anschließend in verschiedene Richtungen.

 

Conny atmete erst einmal tief durch. Den Blick langsam schweifen lassend versuchte sie die letzten Minuten zu verarbeiten. Sie war in dem großen Stall angekommen, niemand hatte sie entdeckt, und die anderen Kühe hatten sie freundlich aufgenommen. Ihre neue Umgebung war zwar sehr gewöhnungsbedürftig, doch gleichzeitig verspürte sie auch ein Gefühl der Sicherheit, dass sie in den letzten Tagen nicht gehabt hatte. In der großen Masse der kaum auseinander zu haltenden Kühe konnte sie problemlos untertauchen. Nur ihre Brüste spannten noch immer äußerst unangenehm. Je mehr sie sich beruhigte, desto deutlicher nahm sie dieses Gefühl wieder war, dass sie in den letzten Minuten fast nicht gespürt hatte. Da ihre Artgenossen ihr keine Melkmaschinen gezeigt hatten, vermutete Conny, dass sich die Melkmaschinen in der Mitte des Stalls, bei den Futterplätzen, befinden mussten.

 

Sie hob den Kopf etwas an und schaute sich um. Ihr Platz lag am Mittelgang, in Richtung der Außenwand des Stalls. Die Plätze, die unmittelbar an ihren angrenzten, waren bis auf den zu ihrer Rechten bereits belegt. Die Nachbarin zu ihrer Linken lächelte sie kurz an, als sie den Blick der Reporterin bemerkte, was Conny eilends erwiderte. Die Box, die mit der schmalen Seite an Connys Platz angrenzte, beherbergte eine weitere Kuh, die entspannt vor sich hin döste. Offenbar hatte sie noch keine Notiz von ihrer neuen Artgenossin genommen.

Ein wenig ratlos überlegte Conny, wie sie ihren Platz wiederfinden sollte, wenn sie ihn einmal verlassen hatte. Vielleicht sollte sie die Liegeplätze von einem Rand aus abzählen? Sich selbst leicht zunickend ließ sie ihren Oberkörper ins Stroh sinken. Sie brauchte jetzt erst einmal ein paar Minuten Ruhe, um den kleinen Schock ihres neuen, vorläufigen Wohnortes zu verdauen.

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Kommentare

Hallo Belice,

auch dieser Teil ist Dir wieder sehr schön gelungen.

Ich finde es richtig spannend, wie sich alles entwickeln wird. Und dafür ist es auch nicht notwendig, ständig von Auspeitschen und so weiter zu schreiben.

 

Gespannt warte ich auf den nächsten Teil.

 

Liebe Grüsse

Bianca

Ich kann Dir garnicht sagen wie mich Deine Geschichte mit nimmt, da ich sehr dev und maso veranlagt bin und ich petplay bzw. Stallhaltung für mich entdeckt habe und dies auch gerne real umsetzte würde ich so gerne an der Stelle von Conny sein. Ich hoffe es geht bald weiter mit der Geschichte. Devote Grüße

So nun ist Conny also im Richtigen Stall Angekommen und könnte Versuchen Rauszufinden ob der Laden sauber ist oder nicht.

Mir ist nur noch nicht klar wie sie da was rausfinden will? Evtl Verbotene Substanzen sind doch dann eher im Futter oder in Spritzen zu finden und da kann Conny nichts rausfinden. Erik könnte das anhand der Blutwerte von Conny.