Animal Planet: Die Reportage - Kapitel 15

 

Nach einer längeren Pause geht es nun endlich weiter mit meiner Geschichte. Danke, dass ihr so lange gewartet habt, über die Kommentare in meinem Blog habe ich mich sehr gefreut. Ich habe die kleine Auszeit genutzt um wieder ein paar kreative Ideen zu sammeln und bin guter Dinge, dass es nun wieder flotter vorwärts geht.

Da Teil 14 schon eine Weile her ist, gibt es ausnahmsweise mal eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschichte. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und wünsche allen ein paar ruhige Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Was bisher geschah

 

Cornelia, taufrische Absolventin eines Journalistikstudiums, ist mit ihrem ersten Job als Assistenz bei der regionalen Zeitung alles andere als zufrieden. Doch unverhofft ergibt sich für die junge Frau eine große Karrierechance: Einer der erfahrenen Journalisten wittert einen Skandal beim größten Hersteller von Bio Milch auf Animal Planet. Um diesem Verdacht nachzugehen, will er sich zusammen mit Cornelia in einen der Ställe einschleusen und Beweise suchen - doch während er dort als Stallarbeiter nach Spuren sucht, soll Cornelia als Kuh eingeschleust werden.

Nach reichlicher Überlegung stimmt Cornelia zu. Von einem Arzt wird sie zum Schein in eine Kuh verwandelt und nur wenig später erreicht sie die Ställe von BioUdders. Doch obwohl ihre Tarnung nicht auffliegt, läuft nicht alles nach Plan. Gegen ihren Willen bekommt Conny einen Ring durch das Septum gestochen, ehe sie in die Stallungen gebracht wird. Dort muss sie sich schnell an das ungewöhnliche und erniedrigende Leben als menschliche Kuh gewöhnen. Denn schon nach kurzer Zeit beginnt ihr Körper zu laktieren und sie findet sich an der Melkmaschine wieder, einer der wohl einschneidensten Erlebnisse ihres ganzen Lebens. Immerhin scheint ihr Kollege in der Zwischenzeit bereits auf eine erste Spur gestoßen zu sein…

 

Keine Ergebnisse

 

Gelangweilt trottete Conny den langen Weg entlang, der zwischen den Liegeplätzen der Kühe der Länge nach durch den Stall führte. Die meisten der Plätze waren belegt. Es war später Vormittag und der Großteil ihrer Artgenossinnen verbrachte seine Zeit damit, dösend im Stroh zu liegen. Besonders viele Alternativen dazu gab es jedoch auch nicht, was den Alltag im Stall nicht besonders spannend machte.

 

Die Reporterin bog gerade in einen der quer verlaufenden Gänge ab, der in Richtung der äußeren Wand des Stall führte, wo die Kühe sich erleichtern konnten, als etwas Leben in die Herde kam. Aus der Richtung des Eingangs war eine menschliche Stimme zu hören, und Conny drehte neugierig den Kopf in diese Richtung. Sie hoffte darauf, dass es Erik war, ihr Kollege, den sie inzwischen schon seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen hatte. Langsam wurde es Zeit, dass er nach ihr schaute, das Spray auf ihre Stimmbänder sprühte und hoffentlich auch noch ein paar gute Neuigkeiten mitbrachte.

Doch statt Erik entdeckte sie einen ihr unbekannten Mitarbeiter von BioUdders, der eine Kuh zu der stählernen Drehtür führte, durch die auch Conny einst diesen Stall betreten hatte.

 

Eine Mischung aus Neugierde und Langeweile veranlasste Conny dazu, zusammen mit einigen anderen Kühen in Richtung der Drehtür zu gehen. Je näher sie kam, desto besser konnte sie erkennen, was dort vor sich ging. Gerade löste der Stallarbeiter eine Metallkette von dem Nasenring der Kuh, die von ihm leicht gegen die Gitterstäbe der Drehtür gedrückt wurde. “Viel Spaß in deinem neuen Zuhause”, wünschte er ihr mit emotionsloser Stimme, und im nächsten Augenblick taumelte die Kuh überrascht und sichtlich verunsichert in den Stallbereich, als die Gitterstäbe vor ihr nachgaben und sich geräuschlos drehten, ehe sie wieder einrasteten.

 

Conny und die anderen Kühe, die zusammen mit ihr zur Drehtür gekommen waren, versammelten sich um den Neuankömmling und musterten das neue Mitglied der Herde mit neugierigen und abschätzenden Blicken.

Genau wie die anderen Kühe in diesem Stall, war ihre Haut in einen rotbräunlichen Farbton gehalten und sie hatte auch in etwa die gleiche Größe, wie ihre Artgenossinnen.

Conny, die schräg vor der Neuen stand, konnte jedoch gleich auf den ersten Blick erkennen, dass die Kuh erst vor kurzer Zeit verwandelt worden war. Dazu reichte ein kurzer Blick in die ängstlich geweiteten Augen des Neuankömmlings. Noch einfacher ließ es sich jedoch an ihrem Körper ausmachen. Ihre Euter waren noch nicht so prall und ihre Zitzen noch nicht so lang, wie es bei Milchkühen nach einer Weile üblich war.

 

Leicht unsicher warf Conny einen prüfenden Blick an sich selbst herunter und verglich ihren eigenen Körper mit dem des Neulings. Obwohl die Verwandlung dafür gesorgt hatte, dass sie alle sich sehr ähnlich sahen, was insbesondere aus dem Mangel an Kopfhaaren und der exakt gleichen Hautfarbe resultierte, konnte sie dennoch einige Unterschiede ausmachen.

Das begann damit, dass sie zugeben musste, dass ihr Gegenüber sichtlich schmaler gebaut war, als sie selbst. Während das neue Mitglied ihrer Herde in etwa die gleiche, zwar nicht perfekte, aber doch zweifelsfrei als relativ schlank zu bezeichnende Figur hatte, mit der auch Conny hier angekommen war, konnte sie das von sich selbst nicht mehr behauten. Genau wie ihre übrigen Artgenossinnen hatte Conny inzwischen eindeutig ein paar Pfund zu viel auf den Rippen. Sie hatte keine Gelegenheit dazu gehabt, sich zu wiegen, schätzte jedoch, dass sie ungefähr 10 Kilo zugenommen hatte, seit sie ihren Undercoverauftrag begonnen hatte. “Und da heißt es immer, man wird nur von Süßigkeiten dick”, dachte sie und erinnerte sich dabei an die geschmacklosen Pellets, die ihr zu jeder einzelnen Mahlzeit vorgesetzt wurden.

Doch es gab noch einen weiteren Unterschied, der Conny deutlich stärker beunruhigte: Ihre Euter. Die überschüssigen Pfunde würde sie wieder abtrainieren, sobald sie den Stall verlassen hatte und wieder ihrem ursprünglichen Leben nachging. Doch bei ihren Eutern würde sich das Problem nicht so leicht lösen lassen. Natürlich war es ihr selbst schon aufgefallen, dass sie sich in dieser Hinsicht zunehmend den übrigen Kühen angepasst hatte, doch das ganze Ausmaß der Veränderung wurde ihr erst jetzt deutlich, als sie ihre eigenen Euter mit denen der neuen Kuh vergleichen konnte. Connys auch schon vor ihrer Verwandlung recht ausladenden Brüste waren um mindestens eine, vermutlich eher zwei Körbchengrößen gewachsen. Und da ihr letzter Besuch an der Melkmaschine auch schon wieder einige Stunden wieder her war, waren sie nun deutlich prall, was sie sogar noch zusätzlich größer erscheinen ließ. Aber auch ihre Zitzen hatten sich verändert. Bei der neuen Kuh waren sie aufgerichtet und standen - vermutlich wegen der kalten Luft auf dem Weg zum Stall - keck von den Brüsten ab. Doch obwohl sie aufgrund der gleichmäßig rotbraun gefärbten Haut auf den ersten Blick etwas ungewohnt aussahen, ließen sie sich noch ohne weiteres als Brustwarzen bezeichnen. Das konnte Conny von ihren Eigenen nicht mehr behaupten. Die regelmäßige Beanspruchung durch die Melkmaschine hatte dafür gesorgt, dass sie inzwischen so lang waren, wie zwei Glieder eines kleinen Fingers. Und obwohl der letzte Besuch an der Melkmaschine schon eine Weile her war, wirkten sie noch immer ein wenig geschwollen. Der Begriff Zitze schien auf sie um einiges passender, als Brustwarzen.

 

Die kleine Gruppe aus Kühen setzte sich mit langsamen Schritten in Bewegung. Wie jedes neue Mitglied der Herde wurde auch dieser Neuankömmling einmal durch den Stall und schließlich zu seinem Liegeplatz geführt.

In Gedanken versunken folgte Conny ihren Artgenossinnen, den Blick auf die neue Kuh gerichtet. In den letzten Tagen hatte sie sich wenig darum gekümmert und hatte mehr oder weniger von einem Tag in den nächsten gelebt, doch jetzt, da ihr ihre eigene Veränderung so deutlich vor Augen geführt wurde, überlegte sie, wie lange sie eigentlich schon an diesem Ort war.

Es ärgerte sie, dass sie darauf keine klare Antwort geben konnte. Unmittelbar nach ihrer Ankunft hatte sie die Tage noch gezählt, die sie als Kuh verbracht hatte. Doch irgendwann, es muss in ihrer dritten Woche in diesem Stall gewesen sein, hatte sie damit aufgehört. Jetzt schien es ihr unmöglich zu sagen, wie viel Zeit seitdem vergangen war. Sicher war nur, dass es mehr war, als geplant!

Während sie darüber nachdachte, gelang es ihr, den Zeitraum zumindest einzugrenzen. Anhand des Rhythmus ihres Körpers vermutete sie, dass sie bisher mehr als zwei, jedoch weniger als drei Monate als Kuh verbracht hatte.

Eine Gänsehaut jagte über ihren Körper. Ursprünglich war sie lediglich von ein paar Wochen ausgegangen, doch nun waren schon mehrere Monate vergangen. Und der Gedanke lag nahe, dass es noch eine Weile dauern würde, ehe sie endlich wieder wie ein normaler Mensch würde leben können. Denn bisher war es weder ihr noch Erik gelungen, eine heiße Spur zu finden. Zwar waren in ihren Blutwerten einige Unregelmäßigkeiten aufgetaucht, doch die wurden mit der Umstellung ihres Körpers auf das Leben als Milchkuh in Verbindung gebracht und reichten bei weitem nicht aus, um gegen BioUdders vorzugehen.

 

Die kleine Gruppe erreichte den Bereich mit dem vergitterten Boden. Conny, die ursprünglich auf dem Weg zu diesem Abschnitt des Stalls gewesen war, löste sich von ihren Artgenossinnen und ging ein paar Schritte in Richtung der Außenwand des Stalls, so dass sie auf dem vergitterten Boden stand. Conny stellte ihre Hufe soweit es einigermaßen bequem möglich war auseinander, bewegte ihren Schweif zur Seite und begann ohne weitere Umschweife damit, sich zu erleichtern.

Sie bemerkte den Blick, den das neue Mitglied der Herde ihr zuwarf, störte sich jedoch nicht daran. Während ihres inzwischen doch recht langen Aufenthalts im Stall hatte sie sich an diese Dinge gewöhnt, und es machte ihr nichts mehr aus. Sie erinnerte sich aber gut daran, dass sie sich anfangs auch gewundert hatte, wie leicht es einigen Kühen scheinbar fiel, sich trotz der Anwesenheit von Anderen zu erleichtern. “Da kommst du auch noch hin”, dachte sie für sich, wartete, bis die letzten Tropfen durch das Gatter zu ihren Füßen gefallen waren und kehrte anschließend zu der kleinen Gruppe zurück.

 

Der Rundgang endete einige Minuten später vor einem leeren Liegeplatz, der von nun an von der neuen Kuh genutzt werden würde. Conny registrierte, dass es einer der letzten freien Plätze in ihrem Stall gewesen war. Nahezu ausnahmslos waren sie inzwischen belegt, und selbst wenn mal einer von ihnen wieder frei wurde - was jedoch in Connys Anwesenheit bisher nur selten vorgekommen war - dauerte es nie lange, bis er wieder belegt war.

Was mit den Kühen passiert war, die den Stall verlassen hatten, wusste Conny nicht. Sie konnte nur spekulieren, dass sie in eines der anderen Gebäude gebracht worden waren, die sie gesehen hatte, als sie hier her geführt worden war. Es bestand auch die Möglichkeit, dass sie verkauft worden waren und sich gar nicht mehr auf dem Grundstück von BioUdders befanden. Als sie daran dachte, dass auch sie wie ein Stück Vieh verkauft werden könnte, wenn Erik nicht auf sie aufpasste, erschauderte Conny. Plötzlich konnte sie den Nasenring schwer auf ihrer Oberlippe aufliegen spüren. Nein, sie durfte gar nicht erst an so etwas denken. Warum sollte BioUdders sie auch verkaufen wollen? Schließlich produzierten ihre Euter literweise kostbare Milch, die das Unternehmen teuer verkaufen konnte. Zwar wusste sie nicht, wie viel Milch sie genau produzierte, doch Erik hatte ihr signalisiert, dass es diesbezüglich überhaupt keine Probleme geben würde. Sie schien sich also durchaus mit ihren Artgenossinnen messen zu können. Kurz kam ihr in den Sinn, was für ein abstruser Gedanke das war, mit anderen Frauen, die allesamt zu Kühen verwandelt worden waren, darum zu konkurrieren, aus wessen Eutern am Tag die meiste Milch gepumpt wurde.

 

Von sich selbst genervt schüttelte sie den Kopf, vertrieb den Gedanken aus ihrem Kopf und beschloss, zum wiederholten Male die Anzahl der Kühe in dem Stall zu zählen. Sie wusste, dass es mit dem Neuankömmling 59 sein mussten, doch da sie ohnehin nichts Besseres zu tun hatte, konnte sie diese These auch noch einmal überprüfen. Schaden konnte es schließlich nicht, und vielleicht würde diese Information zu irgendeinem Zeitpunkt noch einmal wichtig sein.

 

Conny hatte ihre Artgenossinnen zwei Mal gezählt und war gerade auf dem Rückweg zu ihrem eigenen Liegeplatz, als der Klang einer Glocke durch den Stall hallte. Augenblicklich verspürte Conny ein starkes Hungergefühl und war sich sogar sicher, dass ihr Magen im nächsten Moment laut knurren würde. “Pawlow lässt grüßen”, dachte sie, verzog das Gesicht unwillkürlich zu einem Grinsen und machte auf der Stelle kehrt. Statt zu ihrem Liegeplatz begab sie sich zu der langen Doppelreihe aus Melkmaschinen, die den Stall längsseits in zwei Hälften teilten.

Routiniert stellte sie sich mit etwas gespreizten Beinen an einen der Melkplätze, beugte ihren Oberkörper weit vor und ließ ihn behutsam auf die gepolsterte Auflage fallen, so dass ihre Euter durch die große Aussparung frei unter ihrem Körper hingen. Ihre Aufmerksamkeit galt jedoch weniger der Maschine, sondern viel mehr der Futterrinne, die sich nur wenige Sekunden, nachdem ein Scanner den Barcode an ihrer linken Ohrmarke ausgelesen hatte, mit einem beachtlichen Berg an Pellets füllte.

Jetzt tatsächlich das Knurren ihres Magens vernehmend tauchte Conny ihr Gesicht in die leicht angefeuchtete Masse und begann hungrig zu fressen. Nur am Rande nahm sie wahr, wie die Maschine unter ihrem Oberkörper zum Leben erwachte, ihre Euter kurz desinfiziert wurden und sich gleich darauf die Melkzylinder an ihren Zitzen festsaugten.

Conny kaute laut schmatzend auf den wenig geschmacksintensieven Pellets herum, während die Melkmaschine in einem schnellen Rhythmus die Milch aus ihren Eutern pumpte. Doch weder davon, noch von ihrer Umgebung ließ die Reporterin sich ablenken. Sich einzig darauf konzentrierend, ihren Hunger zu stillen, schaffte sie es nicht nur, die umstehenden Kühe, sondern sogar das aufgebrachte und gequälte Muhen des neuen Herdenmitglieds auszublenden.

 

Nachdem sie den ersten Heißhunger überwunden hatte, hob Conny ihren Kopf wieder ein wenig an und zerkaute die Pellets in einem nun langsameren Tempo. Im Takt der pumpenden Melkmaschine zerrieb sie die graubraunen Futterstückchen zwischen ihren Zähnen. Ihre Umgebung nun etwas stärker wahrnehmend bedachte sie die neue Kuh mit einem mitfühlenden Gedanken. Conny konnte sich nur zu gut daran erinnern, wie sie sich gefühlt hatte, als sie zum ersten Mal an der Melkmaschine gestanden hatte. Das kraftvolle Saugen an ihren Zitzen war zuerst unangenehm und nach kurzer Zeit schmerzhaft gewesen, dazu konnte sie sich auch im Nachhinein an keinen Augenblick ihres Lebens erinnern, in dem sie sich derart entwürdigt gefühlt hatte.

Inzwischen hatte sie sich nicht nur geistig, sondern auch körperlich an den Melkvorgang gewöhnt. Mindestens drei, wenn ihre Euter besonders spannten sogar bis zu vier Mal am Tag folgte Conny dem Ruf der Glocke. Zwar waren ihre Zitzen direkt nach dem Melken noch immer ein wenig geschwollen, doch das war mehr oder weniger ein Dauerzustand und ging auch nicht mehr mit Schmerzen einher. Ganz im Gegenteil, je nachdem in welcher Stimmung Conny sich befand, empfand sie das Melken teilweise sogar als anregend. Anfangs hatte dieses Gefühl sie ziemlich verwirrt, doch auch in dieser Beziehung hatte sie ihre anfängliche Scham schnell verloren.

 

Den weichen Brei in ihrem Mund herunterschluckend richtete Conny ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Futterrinne. Der Großteil ihrer Portion war bereits in ihrem Magen, doch da die Melkmaschine noch immer unablässig Milch aus ihren Eutern pumpte, konnte sie auch noch die restlichen Pellets fressen. Den Hals ein wenig streckend füllte sie ihren Mund noch einmal mit Futter und wartete schmatzend darauf, dass die Maschine ihr Werk endlich vollendete.

 

Als sich die beiden Zylinder schließlich von ihren Zitzen lösten, war die Futterrinne vor Conny vollkommen leer. Satt, mit leeren Eutern und zufrieden stieß die Reporterin einen Rülpser aus, leckte sich über ihre vom feuchten Futter verschmierten Lippen und richtete sich auf, sobald der Bügel, der zuvor auf ihrem Rücken gelegen und sie fixiert hatte, sich lockerte.

 

Conny folgte zwei Ihrer Artgenossin zu einer der Tränken, soff ein paar kräftige Schlucke Wasser und spülte sich dabei so gut es ohne Hände ging das Gesicht sauber. Obwohl sie noch immer mindestens jeden zweiten Tag duschte und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten wusch, machte sich Conny kaum noch einen Gedanken darum, wie dreckig oder eingesaut sie war. Unter ihren Artgenossinnen fühlte sie sich derart anonym, dass es praktisch keine Rolle spielte. Niemand der sie hier sah, würde sie mit ihrem eigentlichen Leben in Verbindung bringen. Die einzige Ausnahme war Erik, doch ihr Kollege, der sie all diesen Strapazen aussetzte und täglich hunderte von Kühen zu sehen bekam, würde es nicht wagen, sie deswegen zu verurteilen. Stattdessen sollte er lieber froh sein, dass sie dieses entwürdigende Spiel so lange mitspielte, und nicht schon längst darauf gepocht hatte, den Einsatz abzubrechen.

Der Gedanke daran war ihr schon öfter in den Sinn gekommen, doch noch wollte sie nicht aufgeben. Sie hatte zu viel über sich ergehen lassen, um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Nein, ganz im Gegenteil. Jetzt, wo sie hier war und sich einigermaßen an das erniedrigende Leben einer Kuh gewöhnt hatte, würde sie auch lange genug durchhalten, bis sie BioUdders etwas nachweisen konnten. Conny hoffte allerdings, dass es nicht noch einmal zwei Monate dauern würde, bis sie endlich etwas gegen den Konzern in der Hand hatten.

Bewertung

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Kommentare

Gute geschrieben und sehr detailiert und stimmungsvoll. Das einzige Manko ist so richtig kommt

die Geschichte nicht vorwärts.