Animal Planet: Die Reportage - Kapitel 1 + 2

 

Vorwort: Endlich geht es los. Nachdem ich schon seit einigen Wochen an dieser Geschichte arbeite habe ich inzwischen genügend zu Papier gebracht, um mit der Veröffentlichung zu beginnen. Die Geschichte wird voraussichtlich aus ungefähr 20 Kapitel bestehen und im Wochentakt um ein neues Kapitel ergänzt. Da es sich um eine etwas längere Story handelt rechnet bitte damit, dass es ein wenig dauert, bis es "zur Sache geht". Image removed. Über Kritik und Feedback würde ich mich wie immer sehr freuen. Viel Spaß beim Lesen!

 

Animal Planet

 

Dies ist das Jahr 2326. Vor über einem halben Jahrhundert landeten die ersten Siedler auf einem Planeten, der beinahe wie ein kleinerer Bruder der Erde wirkte. Neben der Größe unterschieden sich die Planeten nur dadurch, dass es auf diesem Planeten keine eigene Tierwelt gab.

 

Gleich nach der Erschließung des Planeten, den die Siedler “Animal Planet” tauften, verabschiedeten sie das “Allgemeingültige Petgesetz”, das dafür sorgte, dass Petplay nicht nur legal, sondern zum normalen und allgegenwärtigen Alltag des Planeten wurde.

 

Heute leben mehr als fünfzig Millionen Menschen auf dem Planeten. Viele von ihnen sind dort geboren worden, einige haben ihr gesamtes Leben dort verbracht. Blühende Städte und verschlafene Dörfer haben sich überall auf dem kleinen Kontinent entwickelt.

 

Nach dem Allgemeingültigen Petgesetz ist jeder Bürger des Planeten verpflichtet, Besitzer von mindestens einem eigenen Pet zu sein. Wer gegen das Gesetz verstößt oder sich freiwillig meldet, wird durch das Ministerium für Pets, Halter und Züchter (MPHZ) selbst in ein Pet verwandelt.

 

Einmal verwandelt, gibt es keinen Weg mehr zurück. Die Tierart und Rasse lässt sich nicht mehr ändern, eine Rückverwandlung ist ausgeschlossen. Gleichzeitig verliert das Pet alle seine Rechte und wird zum persönlichen Eigentum des neuen Besitzers, der es benutzen, vermieten oder verkaufen kann.

 

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Traumjob

 

Gestern kam es zu einem Unfall in der Trakehnerstraße, als zwei Kutschen mit hoher Geschwindigkeit kollidierten. Während die Fahrer nur leichte Verletzungen davon trugen, wurden drei der vier beteiligten Pferde schwerer verletzt und mussten in die nahe gelegene Petklinik gebracht werden.

Cornelia seufzte und löschte den letzten Satz, um ihn in leicht veränderter Form erneut einzutippen.

Beide Fahrer wurden nur leicht verletzt, während drei der Kutschpferde mit schwereren Verletzungen in die nahe gelegene Petklinik gebracht wurden.

Sie las den Satz noch einmal durch, zuckte leicht mit den Schultern und warf er­neut einen Blick auf den Polizeibericht, den sie gerade in einen Zeitungsartikel um­wandelte.

"Kutsche A nimmt Kutsche B die Vorfahrt, uneinsichtige Stelle."

Cornelia seufzte erneut und begann wieder zu tippen.

An der unübersichtlichen Kreuzung zur Hufeisengasse miss­achtete einer der Fahrer der Kutsche die Vorfahrt ...

Vier Jahre Studium und sie schrieb einen Unfallbericht! Wenn es die Ausnahme gewesen wäre, hätte Cornelia sich daran vermutlich nicht gestört. Doch trauriger­weise war dieser Bericht das Spannendste, was sie in dieser Woche gemacht hatte. Dabei war sie anfangs so froh darüber gewesen, diesen Job bekommen zu haben.

 

Es war inzwischen über ein halbes Jahr her, dass Cornelia ihr Studium der Jour­nalistik abgeschlossen hatte. Ihre Noten waren zwar nicht herausragend, aber im Großen und Ganzen recht ordentlich gewesen. Anfangs hatte es auch noch ganz gut ausgesehen, sie hatte direkt einen der begehrten Praktikumsplätze bei einer der größeren Wochenzeitungen ergattern können. Doch schon nach vier Wochen hatte sich herausgestellt, dass es dort keinen Platz für eine Festanstellung gab.

In den folgenden Monaten hatte sie sich von einem Praktikum zum nächsten ge­hangelt, ohne dabei einer Festanstellung wirklich näher zu kommen. Als sie ihre Hoffnung bereits fast aufgegeben hatte, bekam sie von einer Freundin den Tipp, sich bei der Tillburg Post, einer größeren Tageszeitung in Richwood, zu bewerben.

Ohne wirklich daran geglaubt zu haben, hatte Cornelia ihre Bewerbung abge­schickt und war tatsächlich zu einem Gespräch eingeladen worden. Vor knapp drei Monaten hatte sie schließlich den Job bekommen, den sie sich immer gewünscht hatte, ihren ganz persönlichen Traumjob. Kurzerhand war sie nach Tillburg gezogen und konnte sich nun Junior Redakteurin der Tillburg Post nennen.

 

Cornelia legte den Polizeibericht zur Seite und strich sich die braunen Haare ih­res Ponys aus dem Gesicht. Sie lehnte sich zurück und überflog noch einmal den Text, den sie geschrieben hatte. Er war nicht gerade herausragend, aber was sollte sie aus einem Unfallbericht auch großartig machen?

In den Vorlesungen hatte sie viel darüber gelernt, wie man sachlich berichtete, worauf man bei Interviews achten musste und welche Vorzüge die verschiedenen Medien mit sich brachten. Die Professoren schienen jedenfalls nicht davon ausgegan­gen zu sein, dass ihre Studenten später Verkehrsnachrichten abtippten. Im Gegenteil - nach deren Aussagen war es praktisch nur eine Frage der Zeit, bis jeder einzelne Stu­dent einen der begehrten Journalistenpreise gewann.

 

"Bis es mal so weit kommt, bin ich vermutlich schon kurz vor der Rente", dachte Cornelia und ließ den Blick durch das Büro schweifen. In dem mittelgroßen Raum be­fanden sich ein halbes Dutzend Schreibtische, an denen die Mitarbeiter der Zeitung ihre Arbeit verrichteten. Das Tippen der Tastaturen erfüllte den ansonsten ruhigen Raum und verstummte nur äußerst selten, wenn eines der Telefone klingelte und der Angerufene so seine Arbeit unterbrechen musste.

Bevor jemand auf sie aufmerksam wurde und vielleicht auf die Idee kam, dass sie nicht genug zu tun hatte, beugte Cornelia sich vor, senkte den Blick und begann mit ihrer nächsten Aufgabe. Unmotiviert zog sie einen Stapel Papiere an sich heran, die einer ihrer Kollegen mit Notizen vollgekritzelt hatte. Stumm fragte sie sich, wie es jemanden geben konnte, der für so etwas tatsächlich noch Papier benutzte. Norma­lerweise gab es dafür Tablets, doch zumindest Herr Nestler, der zwei Tische weiter saß, schien davon nichts mitbekommen zu haben. Sie warf dem schwarzhaarigen Mann, der jeden Tag ein weißes Hemd mit einer karierten Krawatte trug und vermut­lich noch nicht einmal ihren Namen kannte, einen missmutigen Blick zu, ehe sie sich an die Arbeit machte.

 

Sie hatte eine halbe Stunde gearbeitet, als ein Mann mit kurzen dunklen Haaren durch das Büro und auf ihren Tisch zuschlenderte.

"Hey Conny, wie immer fleißig bei der Arbeit?", fragte er mit beinahe säuselnder Stimme und setzte sich grinsend auf die Ecke ihres Schreibtisches. Noch bevor sie et­was erwidern konnte, fuhr er fort: "Ich seh schon, wie immer voll bei der Sache. Aus dir wird noch einmal was!"

Cornelia sah zu ihm auf und gab sich Mühe, nicht die Augen zu verdrehen. Erik Horn war so etwas wie der Star dieser Zeitung, zumindest glaubte er selbst das. Seine schwarzen Haare waren immer akkurat mit einer Menge Haargel nach hinten ge­bürstet, die Lippen permanent zu einem falschen Grinsen verzogen. Zwar mochte sie ihn nicht gerade, aber immerhin schien er nahezu der Einzige zu sein, der wenigstens ihren Namen kannte - auch wenn Cornelia vermutete, dass dies bei allen weiblichen Mitarbeitern zutraf. Sie bemerkte, dass Eriks Augen kurz auf ihrem Dekolleté hafte­ten, ehe er ein kleines Gerät aus der Brusttasche seines Hemdes zückte.

"Du kannst mir doch bestimmt einen kleinen Gefallen tun? Ich hatte gerade ein ganz unterhaltsames Interview mit Frau Burke vom Stadtrat. Ging um diese Ge­schichte von neulich, der Auftrag für die Wahlplakate. Ich brauch es nachher auf dem Rechner, aber ich muss gleich zum Chef. Könntest du das für mich transkribieren?"

Ein genervtes Seufzen unterdrückend, nickte Cornelia mit dem Kopf. "Klar, kann ich machen. Wie viel ist es denn?"

Erik drückte ihr das Aufnahmegerät in die Hand und lächelte nun noch breiter. "Nicht viel, etwa eine halbe Stunde. Danke, ich muss los!"

Sie sah ihm nach und legte das Aufnahmegerät stumm fluchend vor sich auf den Tisch. "Nicht viel" war die Untertreibung des Tages. Es würde vermutlich den halben Nachmittag dauern, das Gespräch abzutippen. Noch schlimmer aber war, dass sie in den kommenden Stunden andauernd die schleimige Stimme von Erik würde anhören müssen.

 

Sie schob das kleine Gerät zur Seite und wollte sich gerade wieder an die Noti­zen machen, als die übrigen Mitarbeiter ihre Arbeit unterbrachen, sich erhoben und miteinander tratschend das Büro verließen.

Cornelia warf einen kurzen Blick auf die Uhr und stellte fest, dass die Mittags­pause gerade angefangen hatte. Wie üblich hatten ihre Kollegen sich auf den Weg zu einem der umliegenden Restaurants gemacht, um zu Mittag zu essen.

Sie selbst war noch nie gefragt worden, ob sie mitwollte. Eigentlich kam ihr das nicht ganz ungelegen, denn die Schulden, die sie während des Studiums angesammelt hatte, sorgten bei ihr für einen äußerst schmalen Geldbeutel. Immerhin verdiente sie jetzt endlich ein halbwegs anständiges Gehalt, doch die langen Monate unbezahlter Praktika hatten ein tiefes Loch auf ihrem Konto hinterlassen.

Vielleicht war das der Grund dafür, dass sie trotz der frustrierenden und alles andere als erfüllenden Arbeit gute Miene zum bösen Spiel machte und sich nach Möglichkeit nichts anmerken ließ. Sie durfte diesen Job nicht verlieren; ansonsten würde sie noch größere finanzielle Probleme bekommen, als sie ohnehin schon hatte. Zwar wünschte sie sich anspruchsvollere Aufgaben, aber die würden sicher irgend­wann noch kommen. Die Zeitung würde sie kaum dauerhaft mit Praktikantentätig­keiten beschäftigen - zumindest nicht für den Lohn, den sie nun dafür bekam.

 

Rasch tippte sie den angefangenen Satz noch zuende, ehe sie ihren Rechner sperrte und sich erhob. Während sie nach ihrer Handtasche griff, warf sie einen kur­zen, prüfenden Blick in den Spiegel, der nahe der Tür an der Wand angebracht war. Mit der dunklen Schlaghose und der hellen Bluse wirkte sie ein wenig älter, aber auch souveräner als in ihren abgenutzten Freizeitklamotten, die sie immer zur Uni getragen hatte. Normalerweise trug sie Blusen nicht besonders gerne, da sie zumeist ihre ohne­hin schon recht große Oberweite noch zusätzlich betonten, doch auf der Arbeit ging es nicht anders. Kleine Opfer mussten nun einmal gebracht werden, wie es so schön hieß.

Cornelia strich sich noch einmal den Pony aus dem Gesicht und verließ das Büro. Auch ihr Magen knurrte, so dass sie sich wenigstens ein belegtes Brötchen aus der Stadt holen wollte. Wenn sie schon nichts Interessantes zu tun hatte, wollte sie dabei zumindest nicht hungern müssen.

 

Die große Chance

Eine halbe Stunde Entspannung und ein Käsebrötchen hatten Cornelias Stimmung deutlich gebessert. Mit einem Lächeln auf den Lippen kehrte sie zurück zu ihrem Schreibtisch und gab ihr Passwort ein. Zwar waren die Aufgaben über den Mittag nicht spannender geworden, aber wenigstens würde sie in absehbarer Zeit Feierabend haben. Da das Wochenende bevorstand, würde sie zumindest die kommenden beiden Tage kreativer gestalten können als ihren Arbeitsalltag.

 

Sie hatte gerade wieder angefangen, zu arbeiten, als Herr Nestler zu ihrem Tisch herüber kam. Stumm wartete er, bis sie ihre Aufmerksamkeit auf ihn richtete, ehe er fragte: "Haben Sie meine Notizen schon abgeschrieben?"

Cornelia schüttelte leicht ihren Kopf. "Noch nicht, aber ich bin gleich fertig. Die letzten paar Seiten fehlen noch."

"Gut. Bitte schicken Sie mir die Datei gleich rüber, wenn Sie so weit sind", meinte er, drehte sich schon halb um, ehe ihm noch etwas einfiel. "Ach ja, der Chef hat gesagt, sie sollen in sein Büro kommen."

Verwundert erwiderte sie: "Okay? Hat er gesagt, worum es geht?"

"Nein. Vergessen Sie meine Notizen nicht", antwortete Herr Nestler, der sich be­reits wieder auf den Weg zu seinem eigenen Schreibtisch gemacht hatte.

 

Cornelia überlegte kurz, ob sie die Notizen erst fertig abschreiben sollte, doch die Aufforderung des Chefs schien ihr wichtiger zu sein. Sie sperrte den Rechner er­neut und überlegte, was Herr Lübke wohl von ihr wollte. Für ihre Arbeit loben würde er sie wohl kaum; schließlich hatte sie praktisch nur den Anderen zugearbeitet. Oder hatte sich etwa einer ihrer Kollegen über sie beschwert?

Verunsichert verließ sie das Büro und ging den Flur entlang. Hatte sie vielleicht ihren Unmut über die Aufgaben nicht gut genug versteckt? Wenn sie wirklich negativ aufgefallen war, wurde es gefährlich für sie. Immerhin befand sie sich noch in der Probezeit und sie brauchte den Job, um ihre Rechnungen bezahlen zu können und die Schulden zu begleichen. Viel Spaß brachte es derzeit zwar nicht, aber das war alles noch besser, als wieder Bewerbungen zu schreiben und unbezahlte Praktika machen zu müssen.

 

Als sie vor der Bürotür des Chefs angekommen war, zog sich ihr Magen unwill­kürlich zusammen. Hoffentlich ging es um etwas anderes, hoffentlich bekam sie kei­nen Ärger. Bei ihrem Vorstellungsgespräch hatte Mr. Lübke einen netten und zuvor­kommenden Eindruck gemacht, aber was hatte das schon zu bedeuten?! Bei solchen Gesprächen waren schließlich alle Menschen höflich, oder nicht?

 

Cornelia klopfte gegen die Tür und versuchte, sich zu beruhigen. Eigentlich hatte sie doch gar nichts zu befürchten. Gut, sie hatte bisher keine herausragenden Leistungen gezeigt, aber man hatte ihr dazu ja auch keine Gelegenheit gegeben. Die Aufgaben, die man ihr gegeben hatte, hatte sie immer ohne Murren erledigt.

"Herein", war eine gedämpfte Stimme zu hören.

Sie legte die Hand auf die Türklinke, gab sich dann einen leichten Ruck und öff­nete die Tür.

 

Herr Lübke war ein älterer Mann mit ergrautem Haar, das jedoch nicht über seine wachen Augen hinwegtäuschen konnte. Er trug ein kurzärmeliges Hemd und saß hinter seinem Schreibtisch, der einen nicht unerheblichen Teil des Zimmers ein­nahm. An den Wänden waren die eingerahmten Titelblätter besonders erfolgreicher Ausgaben der Tillburg Post zu sehen.

"Sie wollten mich sprechen?", fragte Cornelia behutsam und blieb in der Tür ste­hen.

Ihr Chef nickte und winkte ihr zu. "Richtig. Kommen Sie herein, Frau Steinfeld! Setzen Sie sich bitte!"

 

Cornelia betrat das Büro und stellte leicht überrascht fest, dass sie nicht allein waren. Auf einem der beiden schwarzen Stühle, die vor dem Schreibtisch standen, saß Erik Horn und schaute ihr mit seinem üblichen, breiten Lächeln entgegen.

Jetzt erst recht verunsichert, ließ sich Cornelia auf den zweiten Stuhl sinken. Wenn Erik hier war, würde Herr Lübke sie wohl kaum wegen ihrer unterdurch­schnittlichen Motivation kritisieren. Jedenfalls konnte sie sich nicht vorstellen, dass ausgerechnet Erik sich über ihre Arbeitseinstellung beschwert hatte. Aber warum hatte man sie dann hierher zitiert?

 

"Frau Steinfeld, wenn ich mich nicht irre, sind Sie nun knapp drei Monate bei uns, richtig?", vergewisserte sich Herr Lübke. Er hatte sich in seinem Sessel zurück­gelehnt und beobachtete Cornelia und Erik gleichermaßen.

Noch immer leicht beunruhigt, antwortete Cornelia: "Ja, richtig. Ende kommen­der Woche sind es drei Monate." Das war genau der Rahmen ihrer Probezeit. Ob er es darauf abgesehen hatte? Sie legte ihre leicht zitternden Hände in ihrem Schoß in­einander und versuchte, halbwegs entspannt zu wirken.

"Richtig, richtig", meinte Lübke und richtete den Blick nun ganz auf seine junge Mitarbeiterin. "Frau Steinfeld, sind Sie zufrieden mit der Art Ihrer Arbeit?"

Cornelia blinzelte einige Male und überlegte, was sie erwidern sollte. Das Ge­spräch schien genau den Verlauf zu nehmen, den sie befürchtet hatte. Was sollte sie nun sagen? Sie durfte nicht zu schlecht über ihre Aufgaben sprechen, aber vielleicht erwartete ihr Chef auch, dass sie nach Höherem strebte? Sie warf ihm einen prüfenden Blick zu, doch es gelang ihr nicht, in seinem Gesicht eine bestimmte Tendenz zu er­kennen.

"Ich bekomme einen guten Eindruck von der alltäglichen Arbeit und den ver­schiedenen Aufgabengebieten", erklärte sie schließlich und wich damit der eigentli­chen Frage aus.

Mr. Lübke lächelte wissend, sagte jedoch nichts. Mit seinen wachsamen Augen musterte er Cornelia, bis sie schließlich hinzufügte: "Aber ... gegen ein wenig mehr Herausforderung hätte ich auch nichts einzuwenden."

 

"Na, das will ich aber doch meinen!", mischte sich Erik ein und schaute mehrfach zwischen Cornelia und ihrem Chef hin und her. "Unsere Conny hier ist doch komplett unterfordert. Da stellen wir eine Absolventin der Universität von Kingston ein und geben ihr dann Aufgaben, die auch ein Schüler erledigen könnte - nichts gegen dich, Conny!"

Verdattert sah Cornelia ihn an. Sie hatte zwar nicht gedacht, dass Erik sich über sie beschwert hätte, aber dass er sich so sehr für sie einsetzte, hatte sie für genau so unwahrscheinlich gehalten. Sie hatte in den drei Monaten noch nie erlebt, dass Erik sich um irgendwen außer sich selbst kümmerte.

Der Chef fasste zusammen: "Man könnte also sagen, dass Sie mit Ihrer derzeiti­gen Arbeit unterfordert sind?"

Cornelia schluckte leise. Natürlich war sie das, doch sie wusste noch immer nicht, was die Absicht der beiden Männer war. Zwar deutete die Anwesenheit von Erik darauf hin, dass sie mit interessanteren Aufgaben konfrontiert werden sollte, doch es war auch möglich, dass der Chef zu dem Schluss gekommen war, dass ihre Arbeit genauso gut von einer Praktikantin erledigt werden könnte und man daher auf ihre weitere Mitarbeit verzichten würde.

Sie bemerkte die gespannte Stille im Raum und antwortete hastig: "Naja, also... ich denke schon, dass ich mit herausfordernderen Aufgaben zurechtkommen würde."

"Das habe ich mir gedacht", griff Erik ihre Worte auf, als hätte er nur darauf ge­wartet.

 

Zu Cornelias großer Erleichterung schien ihre Antwort richtig gewesen zu sein, denn auch auf dem Gesicht ihres Chefs zeichnete sich ein sanftes Lächeln ab. "Ich habe mit Herrn Horn gerade über ein größeres Projekt gesprochen, das gewisse Vorberei­tungen erfordert. Allerdings kann er das nicht alleine machen, sondern braucht ein wenig Unterstützung."

"Und wer könnte dafür besser geeignet sein, als eine motivierte Absolventin der Universität von Kingston?", warf Erik mit einem besonders breiten Grinsen ein.

"Vielen Dank", erwiderte Cornelia erfreut, aber auch ein wenig verwirrt. Sie hatte nie wahrgenommen, dass sie Erik positiv aufgefallen sein könnte, auch wenn er sich immerhin ihren Namen gemerkt hatte. Dass er sie nun als Unterstützung vor­schlug, war umso überraschender. Immerhin gab es weitaus erfahrenere Mitarbeiter bei der Tillburg Post.

Sie spürte, wie sich ihr Puls und ihre Atmung ein wenig beruhigten, nachdem sich die Gefahr einer möglichen Kündigung als nichtig herausgestellt hatte. Stattdes­sen brandete nun Neugierde in ihr auf. "Um was für ein Projekt handelt es sich denn?", erkundigte sie sich und schaute abwechselnd zwischen den beiden Männern hin und her.

 

Ausnahmsweise hielt Erik sich zurück, so dass sein Vorgesetzter das Wort er­griff: "Es geht um eine heikle Sache. Sagt Ihnen "BioUdders" etwas?"

Cornelia überlegte kurz, ehe sie langsam nickte. "Ja, ich glaube schon. Die pro­duzieren Bio-Milch, oder? Ich meine, das mal im Supermarkt gesehen zu haben."

"Richtig", stimmte Lübke zu und erklärte: "Genau genommen ist BioUdders der wohl größte Produzent von Bio-Milch auf ganz Animal Planet. Den letzten veröffent­lichten Zahlen zufolge stehen in den Ställen des Unternehmens über 1.000 Rinder."

Die junge Frau lauschte aufmerksam und nickte leicht, um zu zeigen, dass sie verstanden hatte. Dass BioUdders so groß war, hatte sie nicht gewusst. Es gab nur wenige Betriebe auf Animal Planet, die eine derartige Größenordnung erreichten.

"Das Geschäft mit der Bio-Milch scheint sehr erfolgreich zu sein, jedenfalls weist der Betrieb seit Jahren gute Zahlen aus und hat sich stetig vergrößert", berichtete Lübke weiter.

Cornelia konnte sich gut vorstellen, dass die Zahlen stimmten, Obwohl Bio-Milch deutlich teurer war, bestand offenbar eine reichliche Nachfrage. Zumindest in ihrem Supermarkt kam es häufiger vor, dass das entsprechende Regal nahezu leer war.

"In den letzten Monaten häuften sich jedoch Gerüchte, dass die Milch von BioUdders nicht ganz so sauber ist, wie sie angeblich sein soll", griff Erik den Faden seines Vorgesetzten auf.

"Was genau meinen Sie damit?", hakte Cornelia nach. Ihre Neugierde war end­gültig geweckt, auch wenn sie sich mit dem Thema bisher nie wirklich auseinanderge­setzt hatte.

Erik begann zu erklären: "Du weißt doch sicher, dass Bio-Milch einige Kriterien erfüllen muss, damit sie als solche bezeichnet werden darf. Die Kühe dürfen bei­spielsweise kein Conticesens Sententiae oder ProMilk zugeführt bekommen. Damit soll gewährleistet werden, dass die Milch so natürlich wie möglich ist und sich darin auch keine Zusatzstoffe befinden."

"Und bei der Milch von BioUdders konnten diese Stoffe nachgewiesen werden?", erkundigte sie sich mit leicht gerunzelter Stirn.

"Nein, bisher jedenfalls nicht", entgegnete Erik. "Allerdings muss das nicht un­bedingt heißen, dass sich wirklich keine Zusatzstoffe darin befinden. Solche Tests werden ja immer nur stichprobenhaft und nach Vorankündigung durchgeführt. Außerdem ist es möglich, dass nur bei einem Teil der Kühe verbotene Substanzen zum Einsatz kommen. Das sagen jedenfalls unsere anonymen Quellen."

 

Cornelia ahnte, dass sie da an einer größeren Geschichte dran waren. Sollten die Anschuldigungen stimmen, handelte es sich um einen der größten Lebensmittelskan­dale der letzten zehn Jahre. "Also wollen wir darüber berichten?", fragte sie - haupt­sächlich, um auch etwas zur Diskussion beizutragen.

"Ja, aber nur auf Basis dieser anonymen Aussagen können wir so etwas nicht veröffentlichen", gab Lübke zu bedenken. "Wir haben keine Beweise, so dass BioUdders uns sofort verklagen würde."

Die junge Frau biss sich auf die Unterlippe. Daran hatte sie nicht gedacht. Wenn sie ihre Aussagen nicht beweisen konnten, würden sie damit auch nicht an die Öf­fentlichkeit gehen können. Ansonsten wäre nicht nur die Zeitung, sondern auch der Ruf aller beteiligten Journalisten ruiniert.

"Woher stammen denn die Anschuldigungen?", erkundigte sie sich.

Lübke antwortete: "Zwei dieser Aussagen konnten wir zu ehemaligen Mitarbei­tern des Betriebs zurückverfolgen. Beweise konnten sie uns aber nicht liefern, so dass es nicht sicher ist, ob sie die Wahrheit sagen oder nur ihrem ehemaligen Arbeitgeber schaden wollen."

 

"Sieht also ganz danach aus, als ob wir uns die Beweise selbst beschaffen müs­sen", schloss Erik. Er wirkte geradezu begeistert über die Tatsache, dass der Artikel mit derartigen Schwierigkeiten verbunden war. Vermutlich, weil er so seine eigene Stellung als besonderer Journalist noch ausbauen konnte.

"Wie sollen wir das machen?", fragte Cornelia ganz offen heraus. Ihr kamen ver­schiedene Möglichkeiten in den Sinn, doch keine schien ihr besonders erfolgverspre­chend zu sein. Sie mussten irgendwie an belastbare Milch gelangen und das fertige Endprodukt aus dem Supermarkt schien dafür nicht geeignet zu sein, weil in ihm keine verbotenen Substanzen nachweisbar waren. Doch wie passte das mit den An­schuldigungen zusammen? Wurde die Ware mit unbelasteter Milch gemischt, bis der Anteil gering genug war, um nicht mehr aufzufallen?

 

Sie bemerkte, wie die beiden Männer einen kurzen Blick tauschten, ehe Erik antwortete: "Darüber haben wir auch eine Weile nachgedacht. Schließlich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir die Informationen von außen nicht bekommen können. Das heißt, dass wir uns in den Betrieb einschleusen müssen."

"Über unsere Kontakte ist es uns gelungen, Herrn Horn eine Anstellung als Stallarbeiter bei BioUdders zu beschaffen - natürlich unter einer falschen Identität", erläuterte Lübke.

"Das allein wird aber vermutlich nicht ausreichen, um die Beweise zu erbringen. Wenn ich beispielsweise verräterische Blutwerte bei einer Kuh finde, fehlen mir die nötigen Vergleichswerte, um aufzuzeigen, dass sie tatsächlich nur durch Manipula­tionen seitens des Stallbetriebs zustande gekommen sein können", bemängelte Erik.

Cornelia legte die Stirn in Falten. Sie hatte plötzlich eine Ahnung, in welche Richtung dieses Gespräch gerade lief. Stumm hörte sie weiter aufmerksam zu.

"Aus diesem Grund braucht Herr Horn Ihre Unterstützung", offenbarte Lübke und sah sie nun mit seinen wachsamen Augen genau an. "Wir würden Sie gerne eben­falls in den Betrieb einschleusen, allerdings nicht als Stallarbeiter, sondern als Kuh. Dadurch könnten wir alle Vergleichswerte erhalten, die wir brauchen."

 

"Ich? Als Kuh?" Cornelia starrte ihn mit einem leicht ungläubigen Blick an. Ver­langte ihr Vorgesetzter wirklich, dass sie sich in eine Kuh verwandeln ließ? Sie hatte nicht all die Jahre studiert und sich durchgekämpft, um jetzt diesen Weg zu gehen.

"Keine Sorge, Ihre Verwandlung wäre selbstverständlich nicht von Dauer", be­schwichtigte Lübke, der offenbar Cornelias Blick bemerkt hatte. "Wir haben bereits Rücksprache mit einem befreundeten Mediziner gehalten. Er würde eine Scheinver­wandlung durchführen, die vollständig umkehrbar ist. Er hat mir versichert, dass Sie Ihr Leben nach der Recherche genau so weiterführen könnten wie vor der Verwand­lung."

 

Die Worte ihres Chefs beruhigten das Mädchen nicht besonders. Sie hatte noch nie davon gehört, dass je eine Verwandlung rückgängig gemacht worden war. Das Ministerium für Pets, Halter und Züchter wies immer wieder darauf hin, dass diese Veränderungen endgültig waren.

Und selbst wenn sie tatsächlich in ihr jetziges Leben zurückkehren könnte, so hieß das doch, dass sie zumindest eine gewisse Zeit als Pet – oder, um genauer zu sein, als Kuh – leben müsste. Natürlich war das ein Umstand, der auf Animal Planet ganz natürlich zu sein schien. Pets gehörten auf diesem Planeten zum Alltag und Cornelia, die hier geboren wurde, war damit von Kindheitsbeinen an vertraut.

Selbst Verwandlungen waren nichts vollkommen Unbekanntes für sie. Während des Studiums war es hin und wieder vorgekommen, dass sich Kommilitonen für die­sen Weg entschieden hatten - zumeist, wenn sie Probleme mit dem Studium hatten. Auch Cornelias Noten waren nicht immer so ausgefallen, wie sie es sich gewünscht hatte; dennoch hatte sie sich immer durchgebissen, statt diesen einfachen Ausweg zu wählen. Überhaupt hatte sie sich immer eher auf der Seite des Pethalters gesehen, so dass sie sich um das Leben als Pet nur wenige Gedanken gemacht hatte.

 

Ein anderer Gedanke drängte sich ihr auf. "Warum gerade ich?", erkundigte sie sich, an beide Männer gewandt. Es war offensichtlich, dass die Entscheidung, sie für diese Rolle auszuwählen, nicht so spontan gefallen war, wie es den Anschein hatte.

Dieses Mal war es Erik, der ihr Frage beantwortete: "Aus zwei Gründen: Zum einen kann dieser Part natürlich nur von einer Frau erfüllt werden. Zum anderen bin ich der Meinung, dass deine Fähigkeiten hier bisher noch nicht richtig zum Einsatz kommen konnten."

Cornelia nickte. Die Argumente ihres Kollegen klangen durchaus logisch. Na­türlich schieden die Männer von vornherein aus, so dass neben ihr nur zwei Mitar­beiterinnen übrig blieben. Frau Lose war jedoch schon um die 50, so dass sie scheinbar nicht in Frage kam. Und Frau Jäger war für die High Society zuständig und allein aufgrund ihrer persönlichen Kontakte unabkömmlich, so dass nur sie selbst übrig blieb.

 

"Mir ist klar, dass der Vorschlag ein wenig unorthodox klingt. Gleichzeitig ist es für uns aber auch eine große Chance. Wenn wir einen Beweis finden, wird das der Artikel des Jahres", merkte Erik an, der sie beobachtet hatte. "Es würde mich nicht einmal großartig wundern, wenn wir damit den diesjährigen Investigativpreis gewin­nen würden."

Auch damit hatte der Mann vermutlich recht. Der jungen Frau war klar, welche Auswirkungen ein derartiger Skandal hätte. Die Leistung der beiden daran beteiligten Journalisten würde zweifelsohne Kreise ziehen. In der Zeitungsbranche würde sie an­schließend jedenfalls keine Probleme mehr haben, eine Anstellung zu finden.

"Ja, das könnte schon stimmen", meinte sie vorsichtig, noch immer voller Zwei­fel. Die Aussichten auf einen Erfolg waren vielversprechend, doch dafür würde sie auch viel über sich ergehen lassen müssen. Das Leben als Kuh klang für sie nicht ge­rade angenehm und je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr negative Aspekte fielen ihr ein. Ständige Nacktheit, ein entwürdigendes Leben im Stall … und da sie sich in einen Milchbetrieb einschleuste, würde sie unter Garantie auch gemolken wer­den. Sie bedachte ihre Oberweite mit einem kurzen Blick. Irgendwie konnte sie sich nicht vorstellen, wie es war, Milch zu geben.

"Wie lange würde der Aufenthalt im Stall dauern?", fragte sie.

"Wir rechnen mit vier bis sechs Wochen", antwortete Lübke. "Selbstverständlich beziehen Sie in dieser Zeit volles Gehalt und eine entsprechende Aufwandsentschädi­gung. Ihr Einsatz soll schließlich nicht zu Ihrem Nachteil sein."

 

Cornelia kaute auf ihrer Unterlippe herum, ohne zu einer Entscheidung zu kommen. Wenn sie das Angebot annahm, würde sie mindestens einen Monat als Kuh leben müssen, hatte gleichzeitig aber die Chance auf einen großen beruflichen Erfolg. Zudem könnte sie so einen nicht unerheblichen Teil ihrer Schulden abzahlen. Lehnte sie jedoch ab, ließ sie damit vielleicht die beste Gelegenheit aus, die sich ihr jemals bieten würde. Immerhin hatte sie selbst nach mehr Herausforderung verlangt.

"Ich würde vorschlagen, dass Sie sich die Idee über das Wochenende in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen", unterbrach Lübke ihre Gedanken. "Für Montag­nachmittag kann ich Ihnen einen Gesprächstermin bei dem Arzt verschaffen, der Ihnen alle Details dieser temporären Verwandlung erklären kann. Danach können Sie dann Ihre Entscheidung fällen."

Dankbar über diesen Vorschlag stimmte Cornelia zu. Ein wenig Zeit, darüber nachzudenken und das Gespräch mit dem Arzt waren sicherlich nicht verkehrt.

"Eine Sache noch", merkte der Chef an, "ich muss sicherlich nicht erwähnen, dass dieses Thema strenger Geheimhaltung unterliegt? Wenn BioUdders auf irgendeinem Weg von unserem Vorhaben erfährt, könnte das für Erik und vor allem für Sie selbst unkalkulierbare Gefahren herbeiführen."

"Natürlich, von mir erfährt niemand etwas", versicherte Cornelia und erhob sich aus ihrem Stuhl. Sie bedankte sich noch kurz bei Erik, ehe sie das Büro verließ. Jetzt brauchte sie erst einmal ganz dringend einen Kaffee und etwas Ruhe.

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Kommentare

Geht sich doch gut an :)

 

Petplay ist zwar nicht so meins, aber zumindest die nächsten Teile werde ich sicher noch dranbleiben... schön linear geschrieben, eine interressante Welt entworfen und einen viel versprechenden Fall einbezogen, bin gespannt wie es weitergeht. 

Ich kann mich hi78e nur anschließen. Ein sehr klarer schreibstil. Und da ich auch deine anderen Geschichten kenne, weiß ich auch über Animal Planet bescheid. Für Leser, die sich jedoch nicht auskennen, wirkt diese Geschichte sicherlich etwas zu sprunghaft. Eine Eigenschaft von dir ist immer, den roten Faden sehr schnell zu entwickeln. Dadurch wirkt (meiner Meinung nach) die Reaktion auf die Verwandlung doch zu einvernehmlich. Es ist eben doch nicht jedermanns Sache.

Wie dem auch sei: Für meinen Geschmack wäre es schön, wenn es für die Hauptdarstellerin auch ein gutes Ende geben würde. Die ganze Geschichteä richt für mich bereits nach Verrat und ewiger Verwandlung.

Okay, es soll letztlich nur eine Kulisse für Petplay sein, und als solche ist die Konstruktion der Welt ganz gut gelungen. Und sie hat bei mir, zugegeben, eigene Fantasien über so eine Dystopie in Gang gesetzt. Trotzdem, weil du bei der Beschreibung der Umstände recht tief ins Detail gehst, tauchen Fragen auf:

(1) Wieso haben die Kolonisten als Erstes beschlossen, einen Grossteil der Bevölkerung in Tiere zu verwandeln? Es geht aus deiner Beschreibung ja nicht hervor, dass das irgendwie zwingend gewesen wäre. Irgendeinen Grund müssen sie ja gehabt haben, sonst hätten sie so eine radikale Änderung des menschlichen Soziallebens ja kaum ohne grösseren Widerstand durchgedrückt. (2) Wie sehen die Menschen aus, nachdem sie "verwandelt" wurden? Ist es nur eine seelische, oder auch eine körperliche Verwandlung? Wie fühlt sich ein Pet? Okay, darüber wirst du uns vielleicht in späteren Folgen noch etwas erzählen. (3) Was passiert mit Pets, wenn sie altern? Oder lässt man sie nicht alt werden? Wo befinden sich Cornelias Pets? Was für Pets hat sie? Was geschieht mit diesen Pets, wenn sie selber zum Pet wird? (4) Wieso will sie nicht genauer wissen, wie das mit der Rückverwandlung gehen soll? Merkt sie wirklich nicht, dass sie hereingelegt wird? Würde eine Journalistin wirklich praktisch ohne Druck soweit gehen, sich für eine Story verstümmeln zu lassen? Und das in dieser augenscheinlich doch recht heilen Welt, in der jeder, dem es schlecht geht, doch immer noch den Ausweg hat, wohl versorgtes Pet zu werden. 

Die Idee einer Welt ohne Tiere wurde übrigens auch von Larry Niven mit den "Ringwelt" Romanen sehr schön und in sich schlüssog umgesetzt. Nur das dort die Evolution selbst in Millionen Jahren dafür gesorgt hat, dass sich aus den ursprünglichen Kolonisten eine Vielzahl von humanoiden Arten entwickelt hat, die nun jede ökologische Nische ausfüllen. Gemeinsam ist ihnen nur noch, dass sie Sex miteinander haben können, was sie im Rahmen einer Zeremonie namens "Rishatra" eifrig betreiben, um des lieben Friedes willen. Vielleicht sollte man das Obama und Putin auch mal vorschlagen?

Aber das nur am Rande. Die Geschichte ist sprachlich gut geschrieben, und lässt auf spannende Verwicklungen hoffen. Bin gespannt :)

Am Liebsten würde ich Cornelia Zurufen: " Nein mach es nicht das ist eine Falle!" Ich find das Seltsam das sie eine Kuh werden soll und ob die Umwandlung wirklich Rückgängig gemacht werden kann glaub ich nicht. Auch wenn der Reporter da im Stall arbeitet, hat die Firma bestimmt eine Möglichkeit die Kühe zu Testen.

Ansonsten hab ich die gleichen Fragen wie Domabile. Wieso werden Menschen zu Pets? Waren die Kolonisten Petplayer?

Der Rahmen .............. 

 

................. steht bin gespannt wie's weiter geht...............

 

.............. den Grund für diese Handlungen und Entscheidungen der Kolonisten wär interesssant aber micht unbedingt wichtig, da die geschichte nicht mit der Kolonisierung beginnt. Diese Info kann auch später noch gereicht wwerden........................

 

.....nicht bremsen lassen ........ Kritick ist immer hilfreich bei der Weiterführung des Gedanken.......................

Einfach ein fantasievolle Geschichte, freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung...

...habe ich die ersten beiden Teile verschlungen. Und auch mein Meister ist ganz begeistert und wir freuen uns beide auf die Fortsetzung.

Denn endlich mal wieder eine Geschichte, die viel Potenzial im Bereich BDSM und auch Krimi hat.

 

Liebe Grüsse

Bianca