Ausweglos Teil 11 – Nebeneinkünfte

 

28.10.2014 – Ulm-Biberach

Bei normalem Verkehr benötigt man auf der B30, einer als Bundesstraße getarnten Autobahn, etwa eine halbe Stunde für die gut 40 Kilometer von Ulm nach Biberach. Dies ist aber erst so, seit sich der Verkehr nicht mehr wie eine träge Schlange durch Laupheim, Baltringen und Warthausen pressen muss, sondern zügig an diesen Nadelöhren vorbeigeleitet wird. Ein autochthoner, geschichtlich interessierter Kollege berichtete mir stolz, dass sich die Urahnin dieser Magistrale schon vor gut 6.000 Jahren durchs Ländle schlängelte. Natürlich formulierte er diese Zeitangabe nicht mit „4.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung“, wie ich es auf meiner heute so verpönten POS gelernt hatte, sondern mit „4.000 Jahre vor Christus“. Schwäbisch. Anständig. In jeder Situation brav dem lieben Herrgott dankend, auch wenn es gerade nicht gefragt war. Witze konnte ich mir noch nie merken. Der folgende ist eine Ausnahme, vielleicht weil er bei näherer Betrachtung gar kein Witz, sondern eine Charakterisierung des Menschenschlages meiner Wahlheimat ist: „In Ulm kommt eine gut gekleidete Dame in eine Buchhandlung und möchte „Goethes gesammelte Werke“ als Geschenk für ihren Göttergatten kaufen. "Welche Ausgabe?" fragt der Verkäufer. Die Frau stutzt, überlegt einen Moment und meint dann "Da haben Sie eigentlich recht!" verlässt den Laden und sagt sich - Schon wieder Geld gespart.“

Derartige Gedankenschleifen lenkten mich vom Ziel meiner Fahrt ab. Zusammen mit der eingeredeten Freude, nach Wochen endlich wieder das sich als Understatement aufdrängende Säuseln meines Outback H6 3.0 zu hören und dessen unbändige Kraft zu spüren. Nächste Kurve – in Reihe aufgestellt der Hellmaster, der Advokat, der Computernerd und am besten auch noch der vierte Teufel, von dem ich kaum mehr wusste, als dass er existierte. Aber das wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein … Auf halber Strecke zogen die Solaranlagen von Laupheim an mir vorbei – keine 15 Minuten mehr bis Biberach.

Gestern Abend wusste Mandy letztendlich alles. Ihre Fassungslosigkeit schien noch größer zu sein als meine Verzweiflung. Stumm ging sie ins Wohnzimmer zurück, als ich ihr den Öffnungsmechanismus der Wohnungstür vorführte, und beschämt wandte Sie den Blick ab, als ich meine allabendliche Ladung vornehmen musste. Das war für mich der schlimmste Augenblick. Aber in diesen Stunden wuchs Ihre Wut auf die Teufel weiter und sie schwor mir, zu helfen wo und wie sie nur konnte.

Mandy blieb vor dem Fernseher auf der Wohnzimmercouch, während ich in meinem Bett wieder einmal in einen unruhigen Schlaf fiel, der am Morgen abrupt vom Sadistenhandy beendet wurde. Als ich das Gerät zur Seite legte, stand Mandy in der Tür und umarmte mich lange schweigend. Dann flüsterte Sie mir in s Ohr: „Wir schaffen das, ich helfe Dir!“ Denn beim Du waren wir am vergangenen Abend angelangt. Obwohl ich es versuchte, war es mir unmöglich, gegen die ansteigenden Tränen anzukämpfen. Tränen der Rührung, der Wut, des Hasses, der Verzweiflung. Die jeweiligen Anteile wechselten sekündlich.

Nach Dusche und erzwungener Verwandlung in eine elegant gekleidete, aufdringlich riechende Prostituierte umarmten wir uns zum Abschied noch einmal im Flur. Ohne dass es eines Wortes bedurft hätte, griff Mandy die Tür und zog sie auf, nachdem ich sie mit meiner Muschi geöffnet hatte. Wie mir in diesem Augenblick bewusst wurde, war es das erste Mal, dass ich den verfluchten Stab langsam aus mir gleiten lassen und meine Kleidung richten konnte, anstatt mit schmatzendem Spalt und auf der Hüfte hängendem Rock zur surrenden Tür zu hasten. Die Erleichterung hierüber war unglaublich. Mit Genugtuung ging mir auf, dass diese Tiere nicht damit gerechnet hatten, dass ich den Mut finden würde, mir Hilfe zu holen. Und das wäre ja auch beinahe nicht passiert …

 

28.10.2014 – Biberach

Beruflich hatte ich gelegentlich in der Verwaltung des Nachbarlandkreises zu tun. Es kam mir wie ein Segen vor, dass das Schulamt am anderen Ende der Liegenschaft lag. Das in einem separaten Gebäude untergebrachte Gesundheitsamt hatte ich bislang nie bewusst wahrgenommen – warum auch.

Langsam, einen Parkplatz suchend, patrouillierte ich über den Hof und fand tatsächlich eine Lücke direkt vor dem Gesundheitsamt. Ich hatte den Motor noch nicht abgestellt, als mir Schweiß auf die Stirn trat. Unmöglich konnte ich hier aussteigen, in diesem Outfit. Ich malte mir aus, wie mich zahllose Beamtenaugen auf meinem Weg vom Wagen zum Amt verfolgen würden. Und sicherlich bekamen diese Schreibtischtäter anhand des Kennzeichens ohne größere Probleme heraus, wem der teure Wagen gehörte, dem eine nuttig gekleidete Lady entstieg, die am Dienstagvormittag im Gesundheitsamt zu tun hatte … Ich gab also Gas, verließ das Gelände und parkte auf dem riesigen, derzeit aber fast leeren Parkplatz des Stadions. Zwar war dieser entlegene Standplatz mit einem Fußmarsch von einem halben Kilometer entlang einer stark befahrenen Straße verbunden. Und natürlich hupten auch drei Autos, als sie mich überholten. Aber die Wahrscheinlichkeit, von jemandem gesehen zu werden, der mich kannte oder meine Identität ermitteln könnte, reduzierte sich erheblich.

Als ich auf das Gebäude zuging, verlangsamte sich mein Schritt wie von selbst. Dort stand in einer lieblos als „Raucherecke“ beschilderten Nische eine Gruppe, die ich intuitiv in Teilpopulationen separierte– Raucher und solche, die dort standen, weil sie auf etwas warteten. Ich ahnte auf was. Vermutlich waren diese Dienstag-Sprechstunden bekannt und somit das Licht für so manche Büromotte. Geräuschlos konnte ich mich wegen des elenden Schuhwerks nicht bewegen und so registrierte mich die Gruppe früh. In einer dominohaften Bewegung drehten sich die Köpfe und niemand machte sich die Mühe, das gaffende Interesse auch nur ansatzweise zu verbergen. Die Gesichter, in die ich blickte, zeigten viel – ich hätte sie liebend gern für meinen Vorlesungsteil verwendet, der den Studenten die Grundlagen nonverbaler Kommunikation nahebringen sollte. Da waren die, die vermutlich täglich mehrfach an dieser Stelle ihre Lungen vergifteten und die auch jetzt nur deshalb hier waren. Dann gab es die Raucher, deren Laster zumindest in diesem Augenblick in den Hintergrund trat. Und dann die Schlimmsten. Diejenigen, denen es sichtbar Unbehagen bereitete, sich mit stinkendem Qualm vollnebeln zu lassen, die aber einen ausreichend guten Grund hatten, sich hier einzufinden. Letztere waren es auch, die sich mit den Ellbogen anstießen und auf mich deuteten. „Sie mal, wieder eine“. Eine andere Stimme: „Hab ich hier noch nie gesehen, scheint neu zu sein.“ Von einem anderen hörte ich nur leise den Wortfetzen „fotografieren“, welcher meine Schritte augenblicklich wieder beschleunigte. Mit der Energie eines Duracell-Häschens stöckelte ich an den Gaffern vorbei. Es gab lediglich eine Frau in der Gruppe. Ihr Kleid hätte für eine Verwaltungsangestellte nicht kürzer ausfallen dürfen. Ein kurzer Blick auf sie ließ mich vermuten, dass sich ihre Rocklänge umgekehrt proportional zu ihrem Alter entwickelte. Ein neben ihr stehender bierbäuchiger Nichtraucher raunte ihr vernehmlich zu „Da kannste noch was lernen Marie!“, was mir einen roten Kopf und einen abfällig wütenden Blick der Angesprochenen einbrachte.

Die Glastüren glitten leise zischend auf und eröffneten mir den Weg in ein kleines Foyer. An der Wand prangte eine große Hinweistafel. Es schoss mir wie ein Pfeil ins Herz – offenbar war ich auf der Stufe angekommen, die mir meine Peiniger zugedacht hatten. Laut Wegweiser befand sich das Sachgebiet „Sexuelle Gesundheitsberatung und Registrierung P“ auf demselben Flur wie der Bereich „Veterinärwesen“. Gewollt? Nervenkrieg?

Meine Absätze hallten peinlich durch das lichtdurchflutete Treppenhaus, der Weg in die vierte Etage beanspruchte mich wie ein 180-km-Radrennen. Aber ich war nicht die einzige, die die Ruhe der Verwaltungsburg störte. Über mir klackerte ein weiteres Paar Heels, nur in einem schnelleren Takt.

Dass ich auf dem Flur nicht allein war, machte es für mich nicht besser. In der Mitte des Ganges waren an einer Seitenwand acht Besucherstühle fest am Boden fixiert. Auf Ihnen saßen die unendlich traurigen Konsequenzen einer männergemachten Perversion unserer Gesellschaft, zu der ich nach meinem Schlüsselerlebnis in Bernau in all den Jahren jeden noch so kleinen Kontakt konsequent vermieden hatte.

Zwei russische Mädchen, die gerade die Volljährigkeit erreicht haben dürften, unterhielten sich in aufgebrachter Tonlage über einen Kunden. Im tiefsten Baden-Württemberg erwarteten Sie sicherlich nicht, dass jemand ihre Muttersprache verstehen würde. Sie rechneten nicht damit, auf eine in Rheinsberg geborene Nina zu treffen, die das Fach Russisch nach siebenjährigem Unterricht mit einer 1 auf dem Abiturzeugnis abgeschlossen hatte. Ich hätte mich nicht so ausdrücken vermocht wie sie, verstand aber fast alles. Ich vermutete, dass die beiden in der protzigen Mercedes-S-Klasse gebracht wurden, die jetzt genau in der Lücke stand, die ich vor etwa 20 Minuten wieder geräumt hatte. Verglichen mit dem Bullen, der in diesem Schiff saß, welches vermutlich die Mädchen nachtnächtlich mit Ihren Körpern und Seelen bezahlten, waren meine vier Peiniger zumindest äußerlich angenehme kleine Engelchen. Die Mädchen sahen aus, als wären sie direkt nach ihrer Schicht von der Straße geholt worden und trugen noch „Arbeitskleidung“.

Direkt neben Ihnen blickte eine sich vermutlich bereits weit jenseits der 60 befindende Frau starr auf die weiße Wand gegenüber. Sie trug Jeans, einen unauffälligen, nicht mehr ganz neuen Wintermantel und warme Stiefel. Hätte sie nicht jetzt hier gesessen, hätte allein ihr sichtbar zu schwarz gefärbtes Haar, die abgelebten Gesichtszüge und ihr phlegmatischer Blick mich zu nochmaligem Hinsehen verleitet. Was hatte diese Frau erleben müssen, was blieb ihr in all den Jahren vorenthalten, dass sie hier auf diesem Flur saß?

Die Rentnerin schaute böse den kleinen Jungen an, der neben ihr in einem Bilderbuch blätterte und sie dabei versehentlich angestoßen hatte. Seine neben ihm sitzende Mutter, ein rothaariges zierliches Geschöpf von etwa 30 Jahren, entschuldigte sich errötend bei ihrer älteren Berufskollegin. Die in einen selbstgestrickten Pullover und einen langen grauen Wollrock gekleidete Frau und ich mussten nur einen Blick austauschen, um zu wissen, was uns verband. Die abgrundtiefe Scham hier zu sein, auch wenn Ihre Motivation vermutlich rein finanziellen Natur war und darin begründet lag, ihrem Sohn ein normales Leben zu ermöglichen. Das neben ihr stehende große gelabelte Beautycase und die sportlich kurze, aufwendig hergerichtete Kurzhaarfrisur wiesen sie ohne große Zweifel als Friseuse aus.

Zwei Plätze weiter saß eine attraktive, gepflegte und teuer gekleidete Mittzwanzigerin, die konzentriert auf einem teuren Ultrabook herumtippte und in kurzen Abständen ein „Verdammt!“ oder ein „Mist!“ oder ein „Endlich!“ von sich gab. Sie kämpfte mit irgendwelchen komplizierten Diagrammen und mathematischen Gleichungen. Ihr Anblick weckte zwei furchtbare Assoziationen in mir. Die erste verband diese junge, offenbar ehrgeizige Frau mit Anja. Der gleiche Typ, ein ähnlicher Kleidungsstil, vermutlich überdurchschnittliche Begabung verbunden mit großem Ehrgeiz und schließlich die „Nebentätigkeit“. Dieser erste, in die Vergangenheit weisende Gedanke wurde jedoch durch einen zweiten erschreckend aktuellen in den Hintergrund geschoben: Ich war mir zwar nicht sicher, glaubte aber, die junge Frau schon auf dem Campus der Ulmer Universität gesehen zu haben….

In dem Augenblick, in dem der große Zeiger der mitten im Flur hängenden Uhr auf die 12 sprang öffnete sich am Gangende eine Tür. Die sitzenden Frauen richteten ihren Blick auf einen kaum 1,60 kurzen Südlander, dessen Arztkittel fast bis auf den Boden reichte. Nachdem sein Blick teilnahmslos über die Stuhlreihe geglitten war, blieb er an mir haften. Auf sein beiläufiges Heranwinken drehte ich mich erst um, prüfen, ob tatsächlich ich gemeint war und setzte mich dann langsam in Bewegung.

 

 

Dr. Sam Malik Mehmet Shahrukh Chameni war das Musterbeispiel eines in Deutschland integrierten Mannes mit Migrationshintergrund. Er selbst lächelte über dieses Ungetüm von Wort, wie er oft über das Volk lächelte, das seine Familie und ihn vor fast 20 Jahren warmherzig aufgenommen hatte.

Er war den Deutschen dankbar für die Zuflucht, die sie seinem Vater gewährten, der es in Tabrizi, der Hauptstadt der nordwestlichsten iranischen Provinz zu großer Anerkennung als Herzchirurg gebracht hatte. Während viele seiner Berufskollegen die Hauptstadt Teheran als einträglichen und vor allem sicheren Wirkungsort bevorzugten, praktizierte Dr. Achman Mustafa Chameni erfolgreich im brodelnden Schmelztiegel der vom Irak, der Türkei, Armenien, Aserbeidschan und Turkmenistan umschlossenen iranischen Provinz. Und dennoch - als eines Tages die Hälfte des heimatlichen Stadtviertels brannte, floh die Familie nach Deutschland und erhielt innerhalb kürzester Zeit die Aufenthaltserlaubnis. Sam war heute sogar Besitzer zweier Staatsbürgerschaften, nur auf eine war er jedoch stolz.

Es gab nie einen Zweifel daran, dass der Sohn in die Fußstapfen seines Vaters treten und Medizin studieren würde. Die Diskussionen begannen erst, als es um die Wahl der Spezialisierungsrichtung ging. Während Achman Sam gern als Nachfolger seiner gut laufenden Praxis in Berlin Charlottenburg gesehen hätte, war dieser lange unentschlossen. Er wusste, was er nicht wollte – sich ins gemachte Nest setzen. Viel weniger konkret war hingegen, was er wollte. Sicher war er sich zunächst, dass er wie sein Vater Ansehen genießen und sich nie über Geld Gedanken machen wollte. Weiterhin sollte seine Arbeit angenehmer als die eines Proktologen, aufregender als die eines Internisten und weniger bedrückend als die eines Onkologen werden. Letztendlich war es ein Zufall, der ihn dorthin brachte, wo er heute war – Dr. Chameni jun. Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit der Spezialisierungsrichtung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin.

Als er sich nach dem 1. Staatsexamen an der Universitätsklinik Hamburg durch alle Stationen des Hauses kämpfte, begann eines Tages sein obligatorischer Einsatz in der Gynäkologie. Diese interessierte ihn nicht mehr und nicht weniger als die anderen Bereiche, die er bereits zuvor durchlaufen hatte. Der Stationsalltag war von Schwangeren, Entbundenen und Patientinnen mit Altfrauenproblemen geprägt. Eben die typische ärztliche Tätigkeit – „zu Nutz und Frommen der Kranken“.

Dann aber kam der Tag, der alles änderte und sein berufliches Streben auf ein klar umrissenes Berufsfeld fokussierte. Auf eine Tätigkeit, die kaum seinen früheren Hauptzielen – Geld und Ansehen – entsprach, ihm aber gab, was ansonsten für einen Sterblichen nur schwer erreichbar war. Die Stationsärztin, ein durchsetzungsstarker Dragoner kurz vor dem Ruhestand, hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, Ihre Zöglinge auch in die Niederungen der fachärztlichen Tätigkeiten blicken zu lassen – sei es um Ihnen zu demonstrieren, welch heile, abgeschlossene Welt ein Universitätsklinikum war, sei es, um einfach ihren Horizont zu erweitern. Und so saß er eines Tages in all seiner medizinischen Unerfahrenheit im Gesundheitsamt des Bezirkes Hamburg Mitte, das auch für die medizinische Betreuung der auf St. Pauli arbeitenden Prostituierten zuständig war.

Und da kam das, was er sich sonst verstohlen in Schmuddelheftchen ansehen musste, weil er sich nicht traute, derartiges von seiner ach so gebildeten, anständigen und in gehobenen Kreisen verkehrenden Freundin zu verlangen. Da kam nicht das medizinische Tagesgeschäft, da kam eine überaus interessante Selektion verschiedenster Frauen mit meist zumindest akzeptablem Aussehen und Alter. Das Beste war das Abhängigkeitsverhältnis, in dem die Patientinnen zu diesem speziellen Vertreter der Exekutive standen. Alle mussten für ihn die Beine öffnen und sich ihre Brüste begrabschen lassen – er musst es nur verlangen. Natürlich kollidierte eine derartige Motivation auf schärfste mit dem Hippokratischen Eid – allein es kümmerte ihn wenig.

Seit diesem Tag hatte sein Leben einen Sinn. Natürlich ließ er sein Umfeld nicht ahnen, was mit ihm geschehen war und wohin er strebte. Aber es hatte für alle den Anschein, als hätte er einen unsichtbaren Raketenantrieb zugeschaltet. Er holte innerhalb kürzester Zeit seine Studienrückstände auf, beendete sein Studium als erster seines Matrikels und promovierte mit summa cum laude, was seinen Vater unglaublich stolz machte. Dass er diese Basis nicht für eine medizinische Karriere nutze und stattdessen in die schwäbische Provinz ging, um dort, mitleidserregend schlecht bezahlt, einen Verwaltungsjob anzunehmen, verstand niemand.

Sein Vorgänger in Biberach, ein noch heute unter den Kollegen überaus beliebter und gutmütiger Mann mit Großvatergesicht, beendete nach einem schweren Herzinfarkt einige Jahre früher als geplant seine Tätigkeit im kreislichen Gesundheitsamt. Wie er Sam mehrfach im Vertrauen versicherte, hatten ihm die menschlichen Schicksale, mit denen er tagtäglich konfrontiert war, schwer zugesetzt.

Diese menschlichen Schicksale beschäftigten auch Sam, allerdings aus einer gänzlich anderen Perspektive. In den ersten Wochen und Monaten übte er sich in Vorsicht und Zurückhaltung. Er war freundlich zu seinen Patientinnen, hilfsbereit im Kollegenkreis und galt bald als „Vorzeigeausländer“. Der Ausdruck wurde natürlich offiziell nicht mehr in den Mund genommen aber gemeint und gelebt.

Bald kannte er die Akten seiner Patientinnen auswendig. Was diese nicht hergaben, ergänzte er durch eigene Recherchen. Auf seinem privaten Laptop führte er eine umfangreiche Datenbank, die neben den oft spärlichen „amtsbekannten“ Informationen eine Fülle ergänzender Details enthielt.

Sam wusste von den meisten Frauen, welche Motivation sie zu dieser gesellschaftlich wenig anerkannten Tätigkeit brachte. Das Spektrum war dabei selbst für ihn überraschend breit. Es reichte von den Studentinnen, die sich pragmatisch ihr Studium finanzierten und wussten, dass dies eine lästige Notwendigkeit war, die spätestens mit Studienabschluss ein Ende finden würde. Nicht wenige Frauen arbeiteten einfach regulär als Prostituierte, so wie andere als Krankenschwester, Lehrerin oder Putzfrau ihr Geld verdienten. Dann gab es die armen Dinger, die von stiernackigen Russen oder Albanern hergebracht wurden. So manche biedere deutsche Hausfrau wollte nur ihr Haushaltsgeld aufbessern und Ihr Mann wäre entweder in Ohnmacht gefallen oder ausgerastet, hätte er etwas davon gewusst. Und dann gab es, in Sams Augen, erfreulich viele alleinerziehende Mütter, meist in schlecht bezahlten Jobs, die ihren Kindern etwas bieten wollten und dafür ihre Würde verkauften. Schließlich existierte auch die zahlenmäßig unbedeutende Minderheit, die sich auf der Suche nach sexueller Erfüllung fremden Männern hingab. Letztere hätten sogar noch Geld dafür bezahlt, als das behandelt zu werden, was sie durch ihre eigene Entscheidung waren. Sam kannte sie alle.

Dieses Hintergrundwissen ermöglichte es ihm, seinen Trieben zunehmend freien Lauf zu lassen. Nie hätte er eine selbstbewusste Vollzeithure auch nur schief angesehen. Am Ende wäre die noch zum Landrat gelaufen und hätte sich über ihn beschwert. Viel bessere Opfer waren jene, die über den Hof und in seine Räume schlichen, aufs Äußerste bedacht, nicht aufzufallen oder erkannt zu werden. Die konnte er gut befummeln, für ein Belastungs-EKG ewig nackt aufs Rad setzen und ab und an mal mit Hure oder Schlampe betiteln. Wie es ihn doch erregte, wenn diese Säue dann beschämt erröteten und fragten, ob das wirklich notwendig sei. Es war natürlich immer notwendig!

Sein Leben hätte so bis ans Ende aller Tage weitergehen können. Aber es wurde noch besser, viel besser! Vor gut zwei Jahren klingelte an einem Dienstag gegen 08:45 Uhr sein Dienstapparat. Er ging gerade die Patientenakten durch und war sich noch nicht sicher, ob er heute die dürre Rumänin mit den großen Zähnen oder die Obstverkäuferin aus dem Supermarkt in der Promenadengasse schikanieren sollte. Als er abhob, gefror ihm zunächst das Blut in den Adern, als sich ein Rechtsanwalt meldete und ihm auf den Kopf zusagte, gegen welche Gesetze er verstoßen hätte, von den moralischen Verfehlungen ganz zu schweigen. Jeder Versuch einer Ausflucht erschien sinnlos. Der Anrufer erzählte ihm im Detail, was er vor exakt einer Woche mit einer gewissen Sophie Edelbrecht angestellt hatte, einer 40-jährigen Grundschullehrerin aus dem benachbarten Bad Schussenried. Jedes Wort stimmte. Und hatte er, nachdem die etwas pummelige Frau sein Reich verlassen hatte, Bedenken etwas zu weit gegangen zu sein. Nach einer bedrückenden Ruhe in der Leitung meldete sich der Anwalt wieder. Diesmal jedoch nicht kalt einschüchternd, sondern jovial vertraut. Und das, obwohl sie das erste Mal miteinander sprachen…

Von der seit nunmehr zwei Jahren währenden Zusammenarbeit zwischen Sam und dem Zirkel profitierten beide Seiten in besonderer Weise. Weniger Vorteile hatten ihre gemeinsamen Opfer, die quasi zwischen den Backen einer scharfen Kombizange zerrieben wurden. Sam bekam über den Advokaten „Material“ zugeführt, dass nicht protestierte, egal was er verlangte. Sam schwamm im Geld. Und Sam musste nicht mehr mglw. gefährliche Abenteuer mit unbekannten neuen Kundinnen beginnen. Der Zirkel seinerseits hatte sich über den Doktor einen Zugriff auf staatliche Formalien gesichert und zudem einen fachlich herausragenden Gynäkologen verpflichtet.

Vor knapp zwei Wochen nun kündigte der Advokat für den heutigen Tag etwas Besonderes an. Ein Bote brachte am Wochenende in bewährter Weise die zugehörige Akte des Zirkels in Sams Villa. Er hatte diese genau studiert. Und eben hatte er sie gesehen. Sie stand im ordinärsten Outfit aller seiner heutigen Kundinnen auf dem Flur, offenbar zu schwach oder zu stolz, sich einen Sitzplatz auf der Stuhlreihe zu erkämpfen und deshalb exponiert auf dem hellen Gang, direkt unter der Uhr stehend …

Nun saß Sam dieses deutsche Miststück gegenüber. Der Advokat hatte in jedem Punkte Recht gehabt – wie immer. Auf dem Gang eben wäre sie vermutlich am liebsten vor Scham im Boden versunken. Dann, als er sie reinwinkte, straffte sie sich sichtbar, atmete mehrfach tief ein und kam in stolz aufgerichtetem Gang auf ihn zu. Er musste sich ein Lächeln verkneifen, als sie vor dem Behandlungsraum kurz strauchelte. Mit seinem geübten Blick nahm er sofort wahr, dass sie derartiges Schuhwerk noch nicht lange und offenkundig äußerst ungern trug. Gut so!

Sie in der Tür erwartend, hatte er ihr die Hand gegeben und sie freundlich angelächelt. Leise und rücksichtsvoll schloss er die Tür hinter ihr und bot ihr den Stuhl vor seinem nüchtern wirkenden Schreibtisch an. In sich hineinlächelnd schenkte er ihr ein Glas Wasser ein, um das sie auf seine fürsorgliche Nachfrage hin gebeten hatte. Mit gespielter amtlicher Korrektheit fragte er sie nach ihrem Anliegen und lauschte wohlwollend ihrer von zunehmender Rötung des Gesichts begleiteten Stammelei hinsichtlich einer angeblichen Wette unter Freuden. Ihren verbalen Verrenkungen gleichenden Erklärungsversuchen, dass man eine solche Spielerei doch auch ohne Preisgabe der wahren Identität durchziehen könnte. Es ginge ja wirklich nur um eine verlorene Wette unter und Wettschulden seien schließlich Ehrenschulden. Er nickte immer nur, sah sie dann wieder freundlich an, spielte mit einem Stift. Wie erwartet wurde sie langsam ruhiger, in der festen Überzeugung, die Sache in den Griff zu bekommen. Sie war sicherlich schon 10 Minuten im Raum und hatte in einen freundlich dozierenden Redeschwall gewechselt. Wie der Advokt doch Recht hatte!!!

 

 

Meine Angst beim Betreten des Behandlungsraums war entsetzlich. Wie aufgrund des Namens im Brief schon befürchtet, stammte der Arzt offenbar aus dem Nahen Osten. Aber wider Erwarten begann es nicht so schlimm, wie befürchtet. Niemand rief mich mit den Worten „Prof. Dr. Nina Meyer!“ herein. Sein Blick war freundlich, sein Händedruck angenehm fest. Ich fühlte mich wie bei einem guten Arzt, den man mir empfohlen hatte. Die natürlich zu erwartende Frage, was eigentlich der Anlass meines Besuches bei ihm sei, beantwortete ich mit meiner Phantasiegeschichte über eine verlorene Wette. Und konnte es nicht fassen – der Doktor schien mir zu glauben, nickte wohlwollend und grinste einmal sogar schelmisch. Sollte ich diese unmenschliche Aufgabe der Sadisten mit einem blauen Auge absolvieren können? Es sah so aus!!!!

Aber es kam anders. Mich weiterhin freundlich anlächelnd, öffnete er eine vor ihm liegende Mappe, lehnte sich zurück und blätterte in den Papieren. Als ich geendet hatte, von einem guten Ausgang dieser Mission überzeugt, fraget er mit angenehmer, nahezu akzentfreier Stimme: „Du wurdest am 01.04.1971 in Rheinsberg geboren?“ Mein Gesicht muss in Sekundenbruchteilen zu einer Maske geworden sein. „Wie bitte?“ Freundlich wiederholte er seine Frage. „Woher .. ich meine ich habe Ihnen doch nicht gesagt wer ich bin. Ich …ich. Ich meine, woher kennen sie mein Geburtsdatum und meinen Geburtsort?“ Sein Lächeln wurde breiter und er öffnete die oberste Schreibtischschublade um ihr etwas zu entnehmen, das ich nicht erkennen konnte. „Und warum duzen Sie mich?“ „Nun, all das lässt sich gut erklären. Sieh mal dort.“ Und zeigte auf einen an einer Seitenwand hängenden Flachbildschirm. Jetzt erkannte ich, dass er die Fernbedienung des Gerätes in den Händen hielt und diese betätigte. Mit einem leisen Knistern erwachte der Monitor zum Leben. Er zeiget ein Satellitenbild. Ein Satellitenbild auf dem ich recht schnell das Gelände der Kreisverwaltung und das Stadion samt Parkplatz erkannte, auf dem in dieser Minute mein Wagen stand. Ich hatte es noch nicht ganz verarbeitet, als nach einem weiteren Knopfdruck ein blinkender, mit „Zonenfotze“ beschrifteter Punkt im Zentrum des Bildes erschien. Mit aufgerissenen Augen empfing ich die 5 Stromschläge, die der Arzt mit Hilfe seiner Fernbedienung durch meinen Leib jagte. Ich konnte nichts dagegen tun. Der Schmerz überdeckte alles. Ich griff mir unter Schmerzen unter das ohnehin kaum etwas bedeckende Kleid, die zweite Hand fasste meine Brust mit dem Implantat. Kaum kam ich etwas zu Atmen, durchjagte mich der nächste Schlag. Dann war es vorbei. Betont langsam legte der Arzt seine Fernbedienung wieder in die Schublade, nachdem er den Bildschirm abgeschaltet hatte.

Mit unverändert freundlicher, ruhiger, nahezu akzentfreier Stimme redete er weiter. „Etwas enttäuscht bin ich von Dir, dass Du mich angelogen hast. Weißt Du, Ihr Deutschen tut immer so nett und zuvorkommend, seid aber doch nur ein falsches Pack.“ Enttäuscht dreinblickend schüttelte er den Kopf. „Setz Dich bitte ordentlich hin.“ Mein Nichts von einem Kleid richtend und die ordinär gespreizten Schenkel schließend gehorchte ich, noch immer schwer atmend und auf meinen Herzschlag lauschend.

„Hör zu Du Drecksau: Wir werden uns ab jetzt monatlich sehen. Ich erwarte von Dir Ehrlichkeit und Respekt, wie er einem Mann zusteht. Vor mir liegt Deine Personalakte vom „Zirkel“. „Meine was?“ presste ich ungläubig heraus. „Ach so, in die hast Du ja keine Einsicht. Aber ist ja letztendlich auch egal. Ich werde hier über Dich eine eigene amtliche Patientenakte anlegen. Und bevor Du bescheuerte Deutschfotze etwas erwiderst: Ja, mit Deinem Namen. Ja, mit Deiner Adresse. Ja, mit Deinem beschissenen Arbeitsplatz an der Uni“ Bei alldem blieb seine Stimme ruhig, sein Gesichtsausdruck nett und interessiert fürsorglich, als spräche ein Teufel aus einer Engelshülle.

„Im Sinne des Persönlichkeitsschutzes bleibt diese Akte zunächst hier in meinem Büro. Wir werden sehen, wie weiter verfahren wird. Denn weißt Du, einen solchen Fall hatten wir bisher noch nicht. Dass gut verdienende Professorinnen rumhuren ist ja nicht selten. Dass Sie damit aber Geld verdienen wollen aber doch eher ein Novum. Das müssen wir prüfen. Und im Rahmen deiner Auskunftspflicht wird Du bei der Klärung aktiv mitwirken- Verstehen wir uns?“ Ich konnte nur geistesabwesend nicken.

„Das freut mich.“, fuhr er fort. „Zunächst eine Grundregel. Wenn Du von Dir redest, wann immer Du bislang das Wort „ich“ benutzt hast, wirst Du dieses Personalpronomen künftig durch Deinen Künstlernamen ersetzen.“ Mein verständnislos ängstlicher Blick veranlasste ihn zu einem Lächeln. „Na komm, Du bist doch eine kluge Stute…“ „Ich ich weiß nicht, was Sie meinen!“ „Beginnt mit „Z“, endet mit „e“ und dazwischen steht „onenfotz“. Wir verstehen uns?“ Lass es uns an einem einfachen Beispiel üben sagte er aufmunternd. „Wann bist du geboren? Bitte antworte im Satz.“ Ich wusste was er wollte. Möglicherweise besteht eine geringfügige negative Korrelation zwischen Blondheit und Verstand, vermutlich verstärkt sich diese, wenn man die Wasserstoffblonden einbezieht, ganz sicher ist das jedoch kein Naturgesetz. Aber den Satz „Die Zonenfotze wurde am 01.04.1971 geboren.“ schaffte ich erst, als er mit einem fast traurigen Gesichtsausdruck wieder die Fernbedienung aus der Schublade holte und sie auf mich richtete.

„Na siehst Du, es geht doch.“ lächelte er zufrieden und spielte weiter mit der Fernbedienung. Wir können heute auf die Eingangsuntersuchung verzichten, meine Geschäftspartner haben sich Deinen angealterten Hurenkörper schon genauer angesehen. Wir holen das aber nach.“ Er tippte dabei auf die Mappe. „Mir sind heute lediglich zwei Dinge wichtig, zwei Aufgaben sozusagen. Die erste wirst Du gleich hier und jetzt erfüllen, die zweite ist eine „Hausaufgabe“. Hast Du das verstanden?“ Mir blieb nichts anderes übrig als abermals zu nicken. „Was hatten wir eben besprochen?“ Mein Gesicht verlor weiter an Farbe, um nunmehr beinahe transparent zu wirken. „Ich ..ich …“ Wortlos schütterte er den Kopf und nickte zustimmend als ich mich korrigierte und bestätigte „Die die Zonenfotze hat verstanden.“

Wieder schlug er die Mappe auf. Er überflog einige Seiten, blieb dann im Text hängen, nickte zustimmend und markierte eine Textstelle. Dann erhob er sich beschwingt, schloss die Tür des Behandlungsraums ab, kam an den Tisch zurück und stellte sich neben mich. Auf sein „Aufstehen.“ folgte meine Reaktion und bevor ich mich nach seinem Kommando „Hinsetzen“ wieder auf den Stuhl sinken ließ, hatte er mir das peinlich kurze Kleid in die Taille geschoben und mir, kaum dass ich saß, mit seinem rechten Fuß die Beine auseinandergedrückt. So weit, dass sie die Stuhlecken berührten. Von oben betrachtete er zufrieden meine vor Angst und Scham bebenden Oberschenkel und die Tränen, die darauf fielen. Was er dann tat, verstand ich zunächst nicht, begriff aber dann, dass es mehr geistig kranke Menschen auf dieser Welt gab, als ich vor Wochen geahnt hätte. Wortlos ließ er seine Hose in die Knie rutschen. Das in Folge unserer Konversation auf Maximalgröße ausgefahrene Anhängsel sprang geradezu in die Freiheit, wurde von seinem Träger aber augenblicklich in ein Gefängnis aus Naturkautschuk verbannt. Dann griff der fünfte Teufel zu einem auf dem Tisch liegenden Lineal maß an seinem Schniedel herum und zog einen Strich. Freundlich kommandierte er dann „Fresse auf.“ Und wieder passte das, was er sagte, nicht zum Ton, in dem er es sagte. Und wieder gehorchte ich. Nachdem er mir glaubhaft versichert hatte, dass mich jeder Widerstand meine Existenz kosten würde, schob er grinsend ein mir unbekanntes Gerät in meinen weit geöffneten Mund, seine „Schwanzsicherung“ wie er es nannte. Nachdem er das Metallgestell weiter und weiter geöffnet und letztlich in einer für mich kaum noch akzeptablen Stellung fixiert hatte, führte er vorsichtig, mich mit beiden Händen fest am Hinterkopf haltend, sein Teil in meinen Rachen. Es bereitete ihm kindliche Freude, mein Würgen zu beobachten. Meine Kämpfe. Mein Aufbäumen auf dem Stuhl. Meine Versuche, ihn wegzudrücken, die er nur mit einem diabolisch lächelnden Kopfschütteln unterband. „Wunderbar, wunderbar!“ begeisterte er sich. „Der Kerl hat Deinen Würgepunkt tatsächlich auf den Millimeter exakt bestimmt und dokumentiert. Und ich, das musst Du wissen,“ dabei schob er meinen Kopf bis zum Anschlag auf seine Latte, so dass mir Hören und Sehen verging und ich in Todesangst meinen Kopf wegriss „und ich habe diesen genialen Standarddildo 3 entwickelt!!!“. Glückselig wankte er zurück und betrachtete versonnen sein schnell erschlaffendes Etwas. Ich kämpfte noch mit meinem sich nach oben bewegenden Morgenimbiss, als ich bemerkte, wie das Untier sich seinen eklig klebrigen Schwanz an meinen Haaren abwischte, nachdem er das Kondom entfernt hatte. Ich konnte nur heulen. Verzweifelt das Gesicht in die Hände bergen. An Mandy denken, die mir gestern solche Hoffnung gemacht hatte. Dann fand die makabre Inszenierung Ihren Abschluss, indem er mir den Inhalt des Kondoms in meine weit aufgerissene „Pferdefresse“ entleerte, meinen Kopf, mich äußert brutal an den Haaren greifend, in den Nacken zog und mich durch Zuhalten der Nase zum Schlucken zwang. Ich wusste nicht, was mich näher ans Übergeben brachte, der Vorgang der Bereitstellung des klebrigen Schleims oder dieser selbst auf dem Weg in meinen Magen. Irgendwann war dann aber restlos alles in mir verschwunden, der Doktor löste fürsorglich das meinen Mund spreizende Gestell und legte es in eine Desinfektionslösung.

Als wäre nichts gewesen, nahm wieder Platz und betrachtete mich zufrieden. Er wirkte jetzt völlig entspannt, das böse Leuchten war aus seinen Augen verschwunden und hatte einem erfüllten Ausdruck Platz gemacht. „Sehr gut Du Dreckstück. Ist zwar keine Leistung gewesen, aber für Deine Verhältnisse … Na ja, wie würdest du es bei einem Studenten formulieren: Sie hat sich bemüht.“ Freundlich lachte er. „Nun zu Deiner Hausaufgabe.“ Ich richtete mich auf und erwartete voller Angst die Dinge, die mir nun angekündigt wurden. Amüsiert registrierte mein Gegenüber meine Körpersprache lächelte freundlich.

„Weißt Du, wir beide leben ja in Eurem in jeglicher Hinsicht so sauberem, exakten Deutschland mit seiner über die Landesgrenzen hinaus bekannten Bürokratie.“ Er kicherte „Ihr schafft es zwar, einen Eisenwarenhändler für den Verkauf von sieben Schrauben mit Papier zu überfluten, Landsleute von mir, die Euch in die Luft jagen wollen, festzusetzen oder wenigstens aus dem Land zu  jagen ist Euch komplizierten Gutmenschen aber nicht möglich.“ Er wurde kurz ernst. „Glaub mir kleine Fotze, das macht mittlerweile auch mir Angst. Wie auch immer, ich schweife ab. Mir ist wichtig, dass im Falle Deiner neuen Tätigkeit alles korrekt dokumentiert wird und rechtskonform läuft.“ Nun war das böse Leuchten wieder in seine Augen getreten. „Als Amtsperson bin ich zu einem Datenabgleich mit anderen Behörden angehalten und möchte da, den Gesetzen Eures schönen Landes entsprechend, keinen Fehler machen. Das hier „ er zeiget auf die Mappe“ und Deine amtliche Patientenakte bleiben, wie zugesichert, vorerst unter Verschluss und damit nur mir zugänglich. Es sei denn, es erfolgt eine offizielle Anfrage.“ fügte er grinsend hinzu. „Nun zu Deiner Hausaufgabe: Zum nächsten Mal wirst Du klären, wie Deine künftig anfallenden Nebeneinkünfte steuerrechtlich zu bewerten sind. Es geht dabei wohl darum, ob Du selbständig oder als Arbeitnehmerin arbeitest. In Abhängigkeit davon und von irgendwelchen Einkommensgrenzen ist dann wohl zu klären, wie Du steuerlich veranlagt wirst. Da kenne ich mich nicht so aus. DU wirst Dich aber bis zu unserem nächsten Termin sehr genau auskennen und Dich offiziell bei Deinem zuständigen Finanzamt angemeldet haben.“ Mit diesen Worten schob er mir eine schlichte Visitenkarte über den Tisch. Unter dem schwäbischen rechts vom badischen Greif und links vom württembergischen Hirsch gestützten Schild stand FINANZAMT ULM, darunter StOI Isabell Hohenstein und ganz unten die üblichen Kontaktdaten. „Das ist Deine Ansprechpartnerin. Sie nimmt auch Deine Anmeldung entgegen.“

Dann stand er wortlos auf, ging auf mich zu, griff unvermittelt an meine rechte Brustwarze und umklammerte sie mit einem zangenartigen Griff, der mich vor Schmerz aufjaulen ließ. Mit ausgetrecktem Arm zog er mich zur Tür. Durch den vorgebeugten Oberkörper rutsche das elende Kleid hoch, was das Tier nutzte, schmerzhaft in meine nun freiliegende Muschi zu kneifen. Dann ließ mich dieser von Grund auf böse Mensch los, lächelte mich an wie ein Engel, drückte warmherzig meine Hand sagte „Ach noch eins, das nächste Mal parkst Du direkt hier vor dem Fenster. Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag“. Mit dem lauten Ruf „Iwanka Federowska!“ schob er mich sanft aus dem Behandlungsraum …

Bewertung

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Kommentare

Die neue Folge ist eine deutliche Steigerung! Die Professorin wird endlich ihrem Lebenszweck zugeführt und für ihr neues Leben geformt. Freue mich auf die Fortsetzung!

In reply to by Strenger6mann

Nun tut mir meine Protagonistin beinahe schon selbst leid - wenn das der Zweck eines langen Studiums und harter, engagierter Arbeit werden soll ... Vielen Dank für Deine Meinung!

LG

Nina

In reply to by nina44

Natürlich würde einer Verkäuferin im Supermarkt (mit minimaler Ausbildung) eine solche Demütigung und Fremdbestimmung weniger zu schaffen machen als einer in Spitzenposition befindlichen Professorin, welche diese Position durch eigene Leistungen erreicht hat! Aber das ist doch der Sinn dieser Geschichte bzw. der Reiz?

Endlich der 11. Teil, war am Anfang etwas langatmig mit der Beschreibung der Anfahrt hätte mir gewünscht das anziehen der Kleidung noch einmal in den Mittelpunkt zu stellen.Auch was der Doc so alles vorher gemacht hat ist nicht so von Interesse.Die Sitzung beim Doc und das ganze drumherum waren dann aber Kasse beschrieben. Schade das es nicht weiter wie bis zum Gesundheitsamt ging wir haben jetzt 11 Teile so langsam sollte man einmal der Dame eine Aufgabe gestellt werden.

Erik

 

Hallo Nina, gratuliere zu der Fortsetzung! Du schilderst wieder sehr plausibel die Hintergründe, welche die Frau Prof. in die Ausweglosigkeit ihrer Situation treiben. Da folgt die Demontage der Persönlichkeit folgerichtig und unerbittlich bis zum - hoffentlich - tatsächlich ausweglosem  Ende! Bin schon gespannt, wie es weitergehen wird.

In reply to by DeinMeister

Danke für diese kurze Zusammenfassung, besser hätte ich das nicht gekonnt!!!

 

LG

NIna

Eine gute Folge! Nach der langen Zeit muß man sich aber erst wieder einlesen. Bin schon gespannt, wie es mit der Sekretärin weiter gehen wird!

In reply to by Helen6

Liebe Helen,

schön, dass Du nach so langer Zeit wieder eine Geschichte evon mir gelesen hast! Persönlich bin ich ungleublich froh, dass Megs diese Seite wieder zum Laufen gebracht und uns allen damit eine wunderbare Möglichkeit gegeben hat. In den vergangenen Monaten habe ih viel recherchiert, aber nichts auch nur ansatzweise vergleichbares gefunden.

Nochmals kurz zurück zu Teil 11 von Ausweglos: Du würdest also im nächsten Teil gern zur Sekretärin zurückkehren? Eigentlich hatte ich vor, einen Ausflug zu den mexikanischen Protagonistinnen zu machen. Die hängen doch noch immer in den Seilen ... Was denkst Du?

 

LG

NIna

In reply to by nina44

Hallo! Natürlich sollte der Nebenstrang auch weitergeführt werden! Da werden doch neue Seiten dieser SM-Organisation sichtbar. Ich meinte nur, dass man die Sekretärin - nachdem sie doch tiefe EInblicke gewonnen hat und damit ein Unsicherheitsfaktor für diese Gesellschaft geworden ist - nicht unbehandelt frei herum laufen lassen kann. Die gehört unter Kontrolle und in das System eingebunden. Oder schätze ich das falsch ein? LG, Helen

 

Erst einmal finde ich es toll, dass doch etliche Stammautoren hier wieder ihre Geschichten einstellen. Die Leserzahl von Februar 2016 ist zwar noch nicht erreicht, aber bei Nina bereits 19 Bewertungen und 4 Kommentare zu finden zeigt, dass es nicht (nur) auf stimmungslose Lesermassen ankommt.

Zur Story:

Wir wissen, dass sie es kann! Eine arme unschuldige Professorin wird in den Sumpf von sexuellen Demütigungen, Erniedrigungen bis hin zur Prostitution hineingezogen. Die eingebauten etwas ausführlichen Beschreibungen finde ich nicht langweilig, sie sind für die Charakterisierung der Personen notwendig. Das Ausmaß des Niedergangs wird durch den gehobenen Sprachstil zusätzlich verdeutlicht. Kann eine Professorin tiefer fallen, als sich selbst als „Zonenfotze“ titulieren zu müssen? Klar, gezwungenermaßen! Zwischen den Zeilen ist jedoch zu lesen, dass derartige sexuelle Herabwürdigung von ihr zwar gefürchtet wird, gleichzeitig jedoch ein gewisses Elixier als Kick in eine verbotene Welt darstellt. Es ist ja schließlich einfacher, seine verborgenen Träume mit wohligem Schaudern auszuleben, wenn man daran unschuldig, weil gezwungen, ist.

Etwas Irritation erzeugte bei mir die als Pegidissita zu bezeichnende Notwendigkeit, einen Gynäkologen mit Migrationshintergrund als das Urmodell eines verabscheuenswerten Sexmonsters darzustellen. Zeigt die Statistik doch klar, dass es bürgerliche deutsche Ärzte sind, die damit vorne stehen. Ich selbst bin seit Jahren erfolglos auf der Suche nach einer dunkelhäutigen wohlproportionierten und nymphomanischen Brasilianerin als Urologin. Dann würde ich da auch mal endlich hingehen.

So können sich Feindbilder unterscheiden!

Trotzdem sei es Nina gestattet, sich ihren eigenen Albtraum selbst zusammenzubasteln. Macht sie ja auch überzeugend und deshalb ist volle Sternzahl angebracht.

 

In reply to by Jo Phantasie

Lieber Jo,

nur Du kannst Dir eine Vorstellung davon machen, wie sehr es mich freut, von Dir zu lesen und dann auch noch eine vom Grundsatz her positive Kritik zu erhalten. Danke!

Nun aber zu den kritikwürdigen Elementen Deiner Zeilen (ggg):

Nicht bestreiten möchte ich, dass die Autorin beim Verfassen der Zeilen ein durchaus "wohliges Schaudern" durchlief, ebenso, dass die Autorin mehr als freiwillig  wieder einmal in eine "verbotene Welt" eintauchte. Dies gilt aber ganz und gar nicht für die arme Frau Professor. Überhaupt nicht! Für sie ist es die Hölle. Wenn das beim Lesen der Geschichte nicht herauskommt, höre ich augenblicklich auf zu schreiben!

Deine Irritation irritiert letztendlich mich. Denn das von Dir kritisierte Auftauchen einer Person mit nicht in Deutschland liegenden Wurzeln passiert erst in Teil 11 (!). Zuvor kommen 5 deutsche Teufel und mehrere deutsche Teufelinnen. Ist es angesichts unserer heutigen Bevölkerungszusammensetzung soooo erstaunlich, wenn nun ein Iraner auftaucht? Und angesichts dessen, was seit 2015 draußen passiert, wie sich die Situation und wie sich die Reaktionen darauf entwickeln, wird mir Angst und Bange. Es gab in den 1980er Jahren eine auf Originaltonaufzeichnungen basierende Dokumentation der Entwicklung des Nationalsozialismus in Deutschland, die ist auch heute noch als CD erhältlich. Die Parallelen sind beängstigend! Ist es unpassend, solche Gedanken randlich in eine Geschichte einfließen zu lassen? Ich möchte das hier nicht weiter dikutieren udn keinesfalls einen Disput lostreten. Aber in meinen Augen böte das Stoff für mehrere eigene Geschichten - ohne jegliche Einseitigkeit... Aber in einem hast Du recht - es ist EINER meiner persönlichen Albträume - wie die vorherigen auch.

LG

Nina

Vielen Dank an Nina, die Fortzetzung hat mir sehr gut gefallen. Durch den Ausfall der Seite haben wir lange darauf warten müssen. 

bei einer derart verzweigten Story halte ich es nicht für langatmig, auch etwa über die Vorgeschichte des Onkel Doktors zu lesen. Es rundet die Charaktere ab. Vielleicht ist es typisch deutsch, im Auftauchen eines Ausländers gleich wieder die Rechte (Braune) Ecke zu wittern. Aber lasst uns bitte nicht mit political correctness die Story kaputt machen!

In reply to by Black cat

Liebe Black cat,

ich freue mich, dass der neue Teil Dir gefallen hat. Und DANKE für Deinen nüchternen, vernünftigen Vorschlag. Vielleicht ein abschließender Satz dazu von mir, die ich die Diskussion durch meine Geschichte angestoßen habe: Niemand kann von der rechten Ecke weiter entfernt sein als ich!!!

LG

Nina

Man fragt sich mit der Frau Professor: "wohin wird das wohl führen"? Phantastisch, die Parallele zwischen dem überaus seriösen und gutsituierten Alltagsleben und der unerbittlichen Hinführung zu einem erniedrigenden "Nachtleben" - wird es das werden? Die Tatsache der ständigen Überwachung und örtlichen Einschränkung lässt viele Möglichkeiten offen. Es wird für die Frau Professor sicher noch viel zu lernen geben, bis sie ihren "Nebenjob" ordentlich ausführen kann. Immerhin wird durch tägliche Ladung und Türöffnen bereits feste geübt.

Super, weiter so, ich bin sehr gespannt.

LG
Yvonne