Choreograph der Lust: Auf Takt

 

Blätterfallen. Wirbelnd. Säuseln und Rauschen des Windes. Strassenstaub. Gleißendes Licht durch den Dunst. Letzte wärmende Strahlen der tiefstehenden Sonne. Blendende Reflexionen auf Autoscheiben. Lärm. Menschen. Mengen. Motoren. Hupen. Die ganze Luft scheint zu vibrieren.

Ein Spätherbsttag neigt sich gelassen seinem Ende, unberührt von dem ganzen Trubel der Stadt. Eine Böe pfeift durch Zäune. Ein Vogelschwarm am Firmament. Rasch vorüber ziehende Wolkenfetzen zeugen von täglicher Wandlung, Veränderung, dem Ende... Nichts bleibt wie es ist.

Was ist überhaupt? Was ist das ganze hier? Eine einzige große Parodie vor dem endgültigen Nichts?

Klick- Klack.

Klick- Klack.

Klick- Klack.

Klick- Klack.

Hell und schrill auf dem Asphalt. Dem Gehweg. Entlang der Straße. Fast donnern ihre Absätze im Takt der Stadt, ihrem pulsieren. Genau so wie im Takt der Eindrücke, Empfindungen und Gedanken der jungen Frau.

Reifenquitschen. Kavalierstart an der Ampel. "Was geht so einem proletoiden Autoraser durch den Kopf?" denkt sie bei sich. "Wenn er irgend wann mal an einem Baum landet, wird es wohl der Frontspoiler sein."

Das alles hier ist nicht ihre Welt. Zu laut, zu schnell, zu stickig. Auch wenn sie täglich in ihr Lebt, sich hier bewegt, zurecht finden muss. Trotzdem geht sie schnurgerade, zielstrebig und bestimmt in ihre Richtung.

Klick-Klack.

Klick-Klack.

Klick-Klack.

Klick-Klack.

Ihre Stilettoes dröhnen förmlich auf dem Asphalt, wie sie so dahin schreitet, mit schwingenden Hüften und sehr weiblich auf und ab wippendem Gesäß.

Ihr eng anliegendes Kleid mit dem Wasserfallausschnitt flattert leicht in der Brise, und ihr offenes, rötliches, langes Haar, das der Wind einem Kometenschweif ähnlich hinter ihr her zieht, verleiht ihr ein löwenhaftes Aussehen.

Stark sieht sie aus, und mächtig, und zielstrebig, wie sie so mit ihren Stiefeln, deren Schäfte bis an ihre Knie reichen, den Gehsteig entlang marschiert.

Manch ein Auto war schon merklich langsamer werdend an ihr vorbei gefahren, und jeder Passant mustert sie mit einem mehr oder weniger unverhohlen gierigen, aber doch auch schüchternen Blick.

Sie wirkt wie die erfolgreiche Geschäftsfrau, die gerade 20 männliche Kollegen wie Kleinkinder über den Tisch gezogen hat, so, als ob nichts und niemand sie jemals unterwerfen könnte.

Ihr Kopf ist jedoch ganz wo anders.

In ihr brennt ein Feuer, das schon so lange loderte, dass sie sich an sein Entstehen gar nicht mehr so recht entsinnen kann.

Feuer...

In diesem gleichbleibenden, rhythmischen Trott driften ihre Gedanken ab. Sehnsüchtig erinnert sie sich an den letzten Sommer, indem alles begann...

Sie beide waren in den Bergen gewesen. Ein wunderbarer Ort der Ruhe und Stille, der Schönheit der Natur, der Farbenpracht...

Diese Stille vermisst sie jetzt so oft, genau so den Geruch des Waldes am strahlenden Tag nach einem milden nächtlichen Sommerregen zum Beispiel.

Die Gipfel der Berge leuchteten Morgens in hellem Rosa, ihre Spitzen reflektierten gleißend das Sonnenlicht, da das ewige Eis dort oben selbst den heißesten Sommern seit Jahrtausenden trotzte.

Sobald sie diesen Ort, diese private Berghütte erreicht hatten, breitete sich diese Ruhe in ihrem Herzen aus, ergriffen von der erhabenen Stille, die hier überall so gegenwärtig, so unglaublich präsent war, so dass diese bisher noch von jedem Besitz ergriffen hatte, der fähig war, sich darauf einzulassen.

Der Wasserfall am Hang gegenüber im Tal, dessen Donnern hier nur noch als leises Rauschen zu vernehmen war, das Säuseln des Windes in den Wipfeln der Lärchen, Tannen und Fichten, das verhaltene Poltern fallender Steine, ausgelöst durch Gämsen weit oben in den steilsten Felswänden, der Pfiff des Murmeltieres, der Schrei des Adlers weit oben am Firmament und das zwitschern der Vögel im Geäst störten diese Stille nicht.

Die ganze Wiese unter ihren Füßen lebte und zirpte, sie war versucht, ihre schweren Bergschuhe auszuziehen, um mit ihren nackten Sohlen das Gras zu fühlen; zu spüren, wie sie in den weichen, federnden Boden leicht einsank.

Die Wiese breitete sich fast flach ein paar hundert Quadratmeter vor ihrem Ferienheim aus, das sich zur Sicherung vor Muren und Lawinen eng an eine Felswand schmiegte. Die Wiese selbst endete an einem hölzernen, durch Witterung völlig ergrauten und aufgesplissenem Zaun aus rohen Brettern, dann fiel das Gelände steil hinab bis zum Talboden. Auf dieser Wiese befand sich ein kleiner, schmuckloser, rustikaler Brunnen, der munter vor sich hinsprudelte und eiskaltes Quellwasser direkt aus dem Felsen zu Tage förderte.

Einem Adlerhorst gleich lag also das Kleinod von Feriendomizil am Berghang, ohne Strom, Mobilnetzempfang und moderner Technik, dafür aber mit reichlich gehacktem Holz, Petroleumlampen und robuster Romantik. Sogar ein Kachelofen befand sich darin, mit Kuscheldecken, und ein schöner, unkaputtbarer alter Eisenherd zum Kochen aus den Tagen vor dem ersten Weltkrieg.

Sie legten sich nebeneinander auf die Wiese, hatten sie doch diese private Hütte ganz für sich alleine gebucht, und wussten, dass niemand ihre Idylle stören könnte, denn der beschwerliche Weg hier herauf führte sonst nirgend wo hin.

Sie genossen die Entspannung, das duftende Gras, sie küssten sich, fühlten beide ergeben die Erhabenheit des Ortes, genossen jeder still die Nähe des anderen. Seine Hand suchte die ihre; die Erschöpfung, die Last, der Alltag, der Stress, all das strömte aus Ihnen heraus wie der Dampf aus einer alten Lokomotive, nachdem man sie Abends geparkt hatte und das Kesselventil öffnete. Es strömte hinaus aus ihrem Geist, hinaus aus ihren Herzen, hinein in diese unglaubliche Weite und Pracht und diese Stille, die den ganzen Lärm, das Gekreische, die Hektik und Dumpfheit verschluckte wie ein schwarzes Loch, um es nie wieder herzugeben.

Es wäre der perfekte Moment gewesen, wenn da nicht plötzlich wieder dieses Gefühl in ihr da gewesen wäre, das sie eigentlich noch nie betrogen hatte, und ihr sagte, dass etwas nicht stimmte. Zwischen Ihnen beiden.

Denn ihre Leidenschaft ging nur bis zu einem gewissen Punkt, und schien kaum einem von ihnen ernsthaft zu geben was sie brauchten. Sie waren aber immer noch zusammen, weil sonst alles so gut passte, weil sie als Paar so gut zusammen lebten. Ihm war lange nicht aufgefallen, dass ihr da etwas fehlte, ihr dafür war um so mehr bewusst, dass sie beide mehr haben konnten, ja, mussten.

Was sie wollte, wagte sie nicht zu formulieren, weil es Ihr Angst machte; was ihm fehlte, konnte sie nicht ahnen. Aber sein abwesender, manchmal trauriger und sehnsüchtiger Blick in Momenten, in denen er sich während dem Sex unbeobachtet fühlte, sofern das überhaupt möglich war, sprachen Bände.

Also hatte sie kurzerhand beschlossen, ihn darauf anzusprechen. Er war völlig überrumpelt gewesen, wollte alles abstreiten; sie hatte auf ihn eingeredet, er wurde immer verzweifelter, und sie waren letztlich damals im Streit auseinander gegangen.

Abends war er wieder bei ihr angekommen, weitaus weniger emotional, hatte zugegeben, dass sie Recht hatte, aber er noch Zeit brauchte, um "Das" in Worte zu fassen und zu formulieren.

Sie hatte nicht fassen können, was sie gehört oder besser gar nicht erklärt bekommen hatte. Was sollte so schwierig, so unmöglich sein zu sagen, dass man nicht darüber sprechen konnte? Sie war traurig und wütend auf ihn gewesen, und hatte ihm eine Woche lang die kalte Schulter gezeigt.

Bis er wieder bei ihr aufgetaucht war, um ihr diesen Urlaub auf der Berghütte anzubieten. Um die Beziehung zu kitten, wie er sagte. Und da würde er ihr auch, dann, ja, schon, nein, nicht bloß eventuell, alles sagen.

Sie bemerkte seine Verzweiflung erneut, und war mehr genervt denn überzeugt auf den Vorschlag eingegangen. Schließlich bedeutete er ihr sehr viel, sie wollte ihn wirklich nicht verlieren. Ihr kam das aber langsam schon komisch vor. Hatte er etwa eine andere? Sie hatte nie etwas auffälliges bemerkt, so sehr sie auch darauf geachtet hatte. Oder war er schwul? Nicht, dass sie gegen Homosexuelle etwas hätte, ganz im Gegenteil, aber sie wollte nicht mit einem feigen Mann zusammen sein, der unfähig war, seine Sexualität zu outen, nur um seine "Partnerin" bloß als Tarnung zu nutzen.

Wie sie also auf der Wiese lag, verfinsterte sich ihr hübsches Gesicht ob ihrer Gedanken, so als ob just eine Unwetterfront über den Gipfeln aufgezogen wäre. Sie drehte ihm den Kopf zu und sah ihn fragend und angespannt an.

Er blickte, anders als sonst, zwar unsicher, aber ihrem Blick standhaltend, fest zurück, und sagte nickend:"Heute Abend."

In ihrem Bauch zog sich etwas zusammen, doch sie wollte endlich wissen, was los war.

Später am Tag, beide hatten ihre Nervosität überspielt und versucht, den Tag zu genießen, saßen sie beim Abendessen. Sie hatten sich wie selbstverständlich gewisse Rituale zur Gewohnheit werden lassen, und schmerzlich wurde ihr bewusst, wie sehr sie diese vermissen würde.

Draußen war es längst dunkel. Grillen, eine kleine Unterarten von Zikaden, zirpten ihr sommerliches Nachtlied, funkelnde Sterne stritten um den besten Platz am Firmament, soweit das Auge reichte.

Der Mond war noch nicht auf gegangen, den Wasserfall gegenüber konnte man in der Nacht noch lauter rauschen hören, und unter dem Kamin knackte und prasselte das offene Feuer, denn die Nacht wäre sonst in dieser Höhe selbst im Sommer doch etwas kühl geworden.

Kühl war auch die Stimmung zwischen Ihnen, der Knoten in ihrem Bauch war wieder da.

Sie stand auf, ging zum Feuer und stocherte mit dem Schürhaken völlig sinnlos darin herum. Dann setzte sie sich auf die Bank daneben, kreuzte die Arme genervt vor der Brust und lehnte sich schnaufend zurück.

Er stand ebenfalls auf, wandte sich ihr zu, zögerte kurz, drehte sich seinem Rucksack zu, zögerte erneut, und räumte dann den Tisch ab.

Sie rollte mit den Augen, ließ ihn aber gewähren. Noch. Als er fertig war, sagte er zu ihr mit zitternde Stimme: "ich habe ein Geschenk für dich - wenn du es willst. Wenn nicht,..." Er schluckte, räusperte sich, straffte sich, und ging dann zum Rucksack.

Als er seine Hände aus diesem heraus zog, hielten diese zittrig eine große Kiste, etwa dreißig Zentimeter breit, Zwanzig tief und Zwanzig hoch, mit schwarzem Leder überzogen. Es sah eher aus wie eine kleine Schatztruhe.

Sie hob eine Augenbraue. Diese schwarze Schatulle, oder eben ihr Inhalt, sollte alles sein, was zwischen ihnen stand? Deshalb die Geheimniskrämerei? Deshalb der ganze Streit?

Fragend blickte sie ihn an. Er setzte an zu Worten, vermochte jedoch nichts zu sagen und schloss wieder den Mund. Ein Schauer durchfuhr ihn, dann klappte er rasch den Deckel auf und griff hinein.

Langsam nahm er einen Gegenstand heraus. Sie wartete ungeduldig.

Es war ein breites Lederband, das mittels Schnalle zu einem Kreis verbunden werden konnte.

Dann kamen noch 2 kürzere und 2 mittelkurze Bänder aus der Schatulle, die er vor ihr auf den Boden legte.

Plötzlich regte sich etwas in ihren Gehirnwindungen. Etwas dumpfes, tiefes, längst verdrängtes, stieg einem bisher in tiefste Schatten verbannten Ungeheuer auf, sprengte seine Fesseln und erhob sich ans Licht.

Just in diesem Moment, als sie begriff, was da vor ihr lag, brachen in ihr ureigenste, alte, verdrängt geglaubte Wünsche und Phantasien hervor, Untiefen taten sich auf, sie begann diese Macht und Kraft in sich zu spüren, diesen Trieb, der seit Anbeginn der Zeit Mann und Frau zusammen führte, von Ihnen Besitz ergriff, um die höchsten Gefühle zu erzeugen, tiefste Erregung auszulösen und jeden letztlich ermattet und erschlafft zurück zu lassen, ob nun befriedigt oder nicht.

Ihr Herz begann zu rasen, ihre Hände zu schwitzen, ihr wurde siedend Heiß, und das nicht ob des sehr nahen, knackenden Feuers im Kamin.

Er begann stockend zu sprechen über Dominanz und Unterwerfung, sexuelle Macht und Ohnmacht, Erregung und Schmerz, doch sie vermochte nicht mehr hin zu hören.

In ihren Ohren rauschte das Blut viel zu laut, denn die Endorphine schienen regelrecht Saltos zu schlagen. Sie begann zu zittern. War es möglich, dass mit ihm möglich wurde, von dem sie nie gedacht hätte dass es möglich sein konnte?

Sie sah ihn immer noch an, immer fassungsloser, wurde wieder etwas klarer und bemerkte die Tränen in seinen Augen, seine Verzweiflung, sein Stammeln. Er versuchte irgend wie verständlich zu machen, was er von ihr wollte, alles kam ihm plötzlich so falsch vor, dabei hätte es so wunderbar sein können.

Sie hatte noch kein Wort gesagt. Auch in ihrem Gesicht machte sich damals Verzweiflung breit. Wie ihm erklären, dass sie genau das suchte, was er wollte? Wie in Worte packen, was sie empfand? Wie Ausdrücken, was soeben in ihr aufgebrochen war?

"Stop!"

Ihr Wort hallte laut von den Wänden zurück, fand Resonanz in den hölzernen Dachbalken, schien alles zum Stillstand zu bringen, bis auf das Knistern des Feuers und das Rauschen des Wasserfalls, der plötzlich wieder viel lauter wirkte.

In seinem Gesicht begann sich eine unendliche Traurigkeit auszubreiten, ein Schmerz, Endtäuschung, alles zusammen.

Langsam und mit zittrigen Fingern begann er liebevoll die Lederriemen wieder einzupacken.

Ohne ein Wort.

Aber das durfte nicht sein! Sie wollte sich an ihn verlieren, sich verschenken, sich fesseln und fallen lassen, sie war stark genug, um auch mal schwach zu sein! Warum konnte er das nicht sehen?

Da lies sie sich auf ihre Knie gleiten, ihr war dabei völlig egal ob da eben ein Schafsfell war, überkreuzte ihre Handgelenke, hob sie ihm entgegen und flüsterte kaum hörbar: "Bitte!"

An das anschließende Blitzgewitter von Empfindungen kann sie sich noch bestens erinnern. Aufgespreitzt, als X stramm an das bäuerliche Bett gefesselt fand sie sich nach langem Liebesspiel wieder, aufs Äußerste sexuell gereizt, bettelnd, ja, fast flehend um den erlösenden Orgasmus. Da waren dann die glänzenden Tropfen ihrer weiblichen Erregung wie funkelnde Diamanten, dargebracht auf einem Altar der puren Lust, der sich wie eine rosa Blüte öffnete, als diese Diamanten seiner Zunge geopfert wurden...

Auch an das Paddle, das noch in der Schatulle gelegen hatte, konnte Sie sich genau so gut erinnern. Das damals im gleichen Takt auf ihre Backen klopfte wie die Absätze ihrer Stiefel jetzt auf den sonnenwarmen Asphalt:

Klick- Klack.

Klick- Klack.

Klick- Klack.

Klick- Klack.

Sie seufzt, denn diese Stiefel sind viel zu warm für diese Jahreszeit. Aber er hatte sich gewünscht, dass sie so erscheint, und auch, dass sie zu Fuß kommt. Für ihn will sie diese Bürde gerne tragen. Die Meditative Wirkung des Wanderns war ihr damals im Sommer schon aufgefallen, jetzt lächelte sie, weil sie seine Absicht durchschaut hat.

Sie ist auf dem Weg, sich auf ihre Knie zu begeben, sich zu beugen, sich fesseln und fallen zu lassen, um völlig nackt und wehrlos ihren Hintern versohltzu bekommen. Sie ist auf dem Weg, an dessen Ende ihre Sexuelle Unterwerfung wartet. Sie ist auf dem Weg zu ihm.

Aber nichts von all dem, keine Fessel, keine Strieme an ihren jungen, weiblichen Kurven würde sie ihrer Zielstrebigkeit, ihres Stolzes oder gar ihrer Würde berauben. Im Gegenteil würde jede Fessel um ihren schönen Körper ihren Geist freier machen, ihrer Lust Flügel verleihen und letztlich, nach allen erlittenen süßen Qualen, aufgefangen in seinen starken, strengen, sicheren Armen, ihrer Seele Geborgenheit geben.

Nicht, dass sie das nötig hätte. Nicht, das sie psychologische Spielchen bräuchte, von wegen erfolgreich im Job und so. Keineswegs.

Nur- dieses Vertrauen, das sich zwischen Ihnen beiden entwickelt hatte, und immer noch wächst, verhilft ihr, immer wieder völlig loszulassen, fallen zu können, in ungeahnte Tiefen und Höhen vorzudringen, sicher geführt von seiner Hand.

Freilich, auch er war nur ein Mensch, man war es behutsam angegangen. Hatte zu Beginn keine hohen Erwartungen gesteckt, und man hatte sich Zeit gelassen. Darum konnte alles so wunderbar gedeihen und wachsen, bis es so schön und vertieft wie es jetzt war.

Heute ist trotzdem ein besonderer Tag.

Heute würde ein fremder, zusätzlicher Dom dabei sein. Aber nicht von Anfang an.

Der würde erst später kommen.

Ihrer würde sie in Empfang nehmen, dann würde sie ins Bad gehen müssen, um sich die schwarzen Kontaktlinsen selbst einzusetzen. Die Welt um sie herum würde völlig finster werden, sie würde den anderen also nie zu Gesicht bekommen...

Man würde sie dann aus dem Bad führen, und erst, wenn beide da waren, entkleiden. Ihr das Halsband umlegen. Vorführen. Und sonst noch so einiges, von dem sie jetzt noch nichts wusste.

Sie spürt den Wind zwischen ihre Schenkel streichen, denn dort ist kein Höschen.

Sie fühlt das Reiben des Stoffes an ihren Nippeln, denn sie trägt keinen BH.

Sie bemerkt, dass ihre Hände vor Aufregung leicht schwitzten.

Vor lauter Vorfreude beginnt sie, etwas schneller auszuschreiten.

Bewertung

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Kommentare

sind "nur" Menschen, wie man hier eindeutig und wunderbar zu lesen bekommt. Der erste Teil las sich für mich etwas schwieriger, mit einem Hauch Verwirrung. Neugierig wie es weitergeht, las ich weiter und muss sagen: You made my day!

Unsicherheit, Gefühle, daraus resultierendes Stammeln und nach Worten suchen .. herrlich. Ich mag es sehr, wenn aufgezeigt wird, dass wir im Grunde doch alle gleich sind, egal ob "dienend" oder "herrschend". So etwas berührt, mich zumindest.

Danke!

Kya

Myka Night

Ja, es ist mitunter ganz schön schwer, sich einzugestehen, nach welch dunklen Gelüsten man sich insgeheim sehnt. Und manchmal fällt es noch schwerer, sich in dieser Hinsicht dem Partner zu öffnen.
Diesen Zwiespalt hast du fast schon poetisch in Worte gefasst, lieber Funmaster. Leider hat gerade dies es für mich ein wenig schwer gemacht, auf Anhieb in den Text einzutauchen. Er wirkt ein wenig steif auf mich, obwohl er wirklich schön ist.

5 Sternchen lasse ich aber sehr gerne hier.

LG, nachthimmel

In reply to by MykaNight

Ich wollte absichtlich einen schweren, zwiegespaltenen Text schreiben.
Kann gut sein, dass ich das Künstlerische übertrieben habe.
Aber danke für das Feedback!

Eine wundervolle Geschichte, die den Schwerpunkt auf Gedankengänge und nicht auf die Handlung selbst setzt. Sehr mutig und sprachlich zumindest interessant! Die erzeugten Bilder sind leicht plüschig überladen, der Stil wirkt manchmal etwas gekünstelt, so als wenn du dir die Sätze bewusst kompliziert hingelegt hättest.

Trotzdem, es ist eine Geschichte, die im Gedächtnis haften bleibt und nur das zählt.

Fünf mal Klick- Klack!

LG Jo

In reply to by Jo Phantasie

für die Kritik! Plüsch ja, das war völlig beabsichtigt :)
Künstlich kompliziert eher nicht- vielleicht schreibst du mir
in einer PN was du meinst? Bin gerade dabei einiges zu
überarbeiten an dem Text...
Vielen Dank für das Kompliment, ich freue mich sehr,
wenn die Geschichte positiv im Gedächtnis bleibt!

Lg, Fun

überlegt, ob mich nach , inzwischen ,Jahren wieder anmelde und eine der ersten Geschichten die ich gelesen habe war die Deine.

Bemerkenswert und meines Erachtens sehr gut gelungen. Nicht die Handlung steht im Vordergrund sondern Gefühl. Eines der schwierigeren Dinge beim schreiben ist es, Gefühle situativ zu beschreiben. Sie auch noch so zu schreiben, dass sie autenthisch rüberkommen ist eine Kunst. Ich habe mich hineingezogen gefühlt - und das ist für mich ein wesentliches Merkmal für eine gelungene Geschichte.

Der zweite Teil ist ein wenig "dünn" und trotzdem überträgt sich die Aufregung die die Protagonistin verspürt.

Für mich 5 Sterne wert

Weiter so (mit einer neuen Geschichte)

Souldancer