Christopher und Ich - Kapitel 22 - 24

 

22

Meine Freitagabende waren nie geprägt von irgendwelchen besonderen Ereignissen, geläufiger Mainstream-Partylaune, der Vorfreude auf eine Nacht voller Tanz und Hysterie, dem Nachhausespaziergang im hellen Sonnenlicht des nächsten Morgens. Ich hatte meinen Computer, das Chat-Programm, eine Pizza. Ab und an ging ich ein Bier trinken mit Paul und Markus, ins Kino mit Frank. Es passierte sogar schon einmal, dass ich die Einladung eines Kommilitonen für einen Cocktail annahm, aber diese Abende waren im Endeffekt die schlimmsten; ich bevorzugte meine privaten Horrorfilm-Sessions.

Dieser Freitagabend jedoch versprach eine gänzlich andere Erfahrung...

Eine einzelne SMS, die so viel bedeutete:

„Heute will ich dich fesseln. Einverstanden?“

Ich putzte die Wohnung, ich schmiss sogar alte Dinge weg, Klamotten, die ich nicht mehr anziehen wollte, angesammelte Magazine, die ich nie wieder lesen würde, Zeitungen, Kleinigkeiten, die den Raum in meinen Schubladen stahlen. Aus dem Supermarkt besorgte ich Kerzen, warum auch immer, ich füllte den Kühlschrank und ich suchte sogar einen Wein aus, weil sich irgendwo in meinem Kopf diese vage Hoffnung breit gemacht hatte, Christopher überzeugen zu können, in dieser Nacht vielleicht bei mir zu bleiben. Schließlich war Wochenende. Schließlich waren wir zusammen.

Da saß ich also, den Blick auf die Uhr gerichtet und ich hätte schwören können das Ticken jeder einzelnen verstreichenden Sekunde zu hören; beobachtete die Zeiger, die sich in scheinbarer Zeitlupe bewegten und mein Herz durchbrach beinahe meine Brust, als es acht Uhr wurde. Doch die Klingel ertönte nicht – und Christopher schloss auch nicht meine Wohnungstür auf, was er sowieso eher machen würde. Dieser Mensch klingelte nicht. Er stolzierte, seitdem er meine Schlüssel besaß, in diese Räume, als würden sie ihm gehören.

Weil ich ihm gehörte.

Von Anfang an.

Weitere Minuten flossen dahin. Dann vibrierte mein Handy: ich bekam eine weitere Nachricht. Eine lange Nachricht. Eine dreckige Nachricht:

„Entschuldige, ich verspäte mich – die Arbeit bringt mich um. Aber ich habe eine kleine Aufgabe für dich, die dir das Warten versüßen wird: ich will, dass du dich bis auf deine Unterhosen ausziehst, dich auf dein Sofa setzt und deiner Fantasie freien Lauf lässt. Denk an alles, was dich antörnt – und was du all zu gerne mit mir machen würdest. Aber: anfassen ist verboten! Deine kleinen Händchen bleiben auf dem Polster, verstanden? Du bleibst auf dem Sofa, bis ich da bin und wehe du bist nicht steinhart, wenn ich durch die Tür komme. Schreib zurück und bestätige meine Anweisungen.“

Sekundenlang starrte ich das Display an. Ich war der festen Überzeugung, dass ich noch nie so eine heiße SMS bekommen hatte. Zitterten meine Hände gar ein wenig, als ich mich zusammenriss und eingab „Verstanden, Christopher“? Gewiss. Sie zitterten auch, als ich meine Hose aufknöpfte und als ich mir den Pullover über den Kopf zog. Als ich, wie angewiesen, lediglich die enge, schwarze Shorts an meinem Körper ließ – und mein Schwanz zuckte bereits unmerklich auf, als ich mich in die Mitte meiner Couch setzte, mich anlehnte, die Arme auf die Lehne ausbreitete und die Augen schloss. Automatisch glitten meine Beine ein Stück weit auseinander.

Meine Gedanken hatten sich längst auf Christopher fokussiert, vor meinem inneren Auge, labte ich mich bereits an seiner Erscheinung und durchlebte unser erstes Mal, spürte seine intensiven Blicke auf meiner Haut. In meiner Fantasie zog ich ihn erneut aus, durchlebte diese heftigen Impulse, die durch meinen Organismus jagten, wenn er mich grob an meinen Handgelenken packte, wenn er mich gegen die Tür drängte, gegen die Küchenzeile, wenn seine Fingernägel über meine Haut fuhren. Ich rief die Bilder von Montag in mein Gedächtnis: Dieses Gefühl von angenehmen Schmerz, der sich über mein Hinterteil verteilt hatte, erinnerte mich an dieses verflixte, wundervolle Paddel – an seine gebieterische Stimme, sein Keuchen, seine Erregung.

Im letzten Moment konnte ich meine Hand aufhalten, die instinktiv zu meiner Mitte geglitten war.

„Scheiße...“, flüsterte ich und starrte die Decke an. Mein Glied pochte und rief nach Aufmerksamkeit und alles was ich machen konnte, war mich selbst noch weiter zu quälen, indem ich meinen Strom an Gedanken freien Lauf ließ, einer Mischung aus Bildern und Geräuschen, die mein gesamtes Blut in den Süden pumpten.

Schon allein das sanfte Reiben des Stoffes meiner Shorts ließ mich aufbäumen, denn ich begann unbewusst mein Becken zu bewegen. Still sitzen konnte ich nicht mehr. Zu sehr breitete sich diese Fantasie in meinem Kopf aus: Wir beide unter der Dusche – sein nackter schöner Körper, der sich an den meinigen schmiegte, seine weiche nasse Haut, über die ich meine Hände gleiten ließ unter dem auf uns niederprasselnden Wasser… In meiner Fantasie waren meine Finger schaumig und ich seifte jeden kleinsten Zentimeter von Christophers Haut ein. Wir küssten uns, er ließ seine Finger in mich gleiten und spielte mit meinem süßen Punkt.

Mit dem Rascheln und dem unwiderlegbaren Geräusch des aufgehenden Schlosses, richtete ich meinen Blick automatisch gen Tür. Er trug einen teuren, dunkelblauen Anzug, seine Krawatte war schwarz und sein feines Hemd eine weite Spur heller als das Jackett. In seiner rechten Hand hielt er eine Reisetasche. Etwas größer als jene, die mir vor einer Woche noch so starke Angst eingejagt hatte. In der ich Unaussprechliches vermutet hatte. Dinge, die ich jetzt begrüßen würde.

Er hatte Seile mitgebracht. Ja, dessen war ich mir sicher.

Christopher grinste und er stellte die Tasche auf den Boden. Ich bewegte mich keinen Zentimeter, sondern starrte ihn regungslos an; gebannt, gespannt, wartend, aufgeregt – erregt. Er kam mir näher und knöpfte während seines eleganten kurzen Ganges sein Jackett auf, legte es über die Sofalehne und während er nun auch seine Krawatte lockerte, glitt er zu mir, setzte sich direkt neben mich; seine Augen streiften meine harte Männlichkeit, bevor sie sich wieder in meine bohrten.

„Hallo, Niko“, raunte er und bevor ich antworten konnte, legten sich seine Lippen schon auf meine nieder, zärtlich und kurz.

„Hi... Christopher“, brachte ich schließlich meine Begrüßung zustande und zog im nächsten Moment schon laut zischend die Luft ein, denn Christophers Hand glitt ohne jegliche Vorwarnung in meinen Schritt. Hart massierte er mein Fleisch durch den Stoff der Shorts hindurch, während er seinen freien Arm um meine Schulter legte und mich dicht an sich heranzog, mich festhielt.

„Ich sehe, du warst brav... Sehr gut“, lobte er mich und platzierte einen keuschen Kuss auf meine Stirn. „Erzähl...“, sagte er dann in diesem spielerischen Ton und schaute mir tief in die Augen. „Woran hast du gedacht?“

„An dich...“, wisperte ich und er lachte leise auf.

Das war mir durchaus klar, Niko. Was... habe ich denn gemacht in deiner Fantasie?“

„Du... Ich meine wir haben geduscht.“

„Das war alles?“

Seine Hand ließ nur kurz ab von meinem Zentrum, nur um endlich unter den Stoff zu rutschen und seine Finger in direkten Kontakt mit meiner sensiblen Haut zu bringen. Seine Hand war heiß. Flink strich er mit seinem Daumen über meine mit Tröpfchen benetzte Eichel. Meinem Mund entwich ein leises Keuchen.

„Nein. Wir haben uns gegenseitig eingeseift...“, antwortete ich meinem Master gehorsam und ein Kribbeln wallte auf in meiner Magengegend. Das hier war so unschuldig und doch so heiß...

„Mhmmm...und dann?“, flüsterte er und raubte mir fast den Verstand, weil sein Mund meinem Ohr so nahe war und sein Atem mich kitzelte und ich die ganze Zeit über auf seine Zunge, seine Lippen oder gar seine Zähne an diesem empfindlichen Organ erwartete – doch solch eine Berührung blieb mir verwehrt. „Sag's mir, Niko...“

„Dann haben wir uns gegenseitig angefasst und du hast... mich... mich... ungh...“ Seine pumpende Hand hatte an Tempo gewonnen.

„...und dich?“ Wieder kitzelte es an meinem Ohr und seine Stimme war so tief und erinnerte mich an ein gefährliches Raubtier.

Scheißeichkommgleich!“, stöhnte ich und Christophers Hand verließ umgehend meinen Schwanz. Eine Sekunde später erhob er sich schon und baute sich vor mir auf, die Arme vor seiner hübschen Brust verschränkt. Er grinste, eine Augenbraue leicht nach oben gezogen und dabei spiegelte sich Selbstsicherheit in seinem Gesicht, die ihn so attraktiv machte. Er sprach nicht, er öffnete schweigend sein Hemd und legte seine glatte Haut, diese makellose Brust, offen. Dem Hemd folgte die Anzugshose und ihr folgte auch der Rest der übrig gebliebenen Stoffe, die seinen Körper noch bedeckten; bis er gänzlich entblättert vor mir stand, seine Brustwarzen zu harten Kügelchen geformt, sein Geschlecht bereit für was auch immer ihm vorschwebte. Er streckte mir seine Hand entgegen.

„Mitkommen“, lautete sein darauf folgender Befehl. Er zog mich hoch und zerrte mich diese wenigen Meter ins Bad, und ich konnte meine Augen nicht von seinem Hintern nehmen, diesen Pobacken, die sich graziös bei jedem seiner Schritte mitbewegten. Auch seine wohlgeformten Oberschenkel, diese so deutlichen Muskeln unter der Haut entgingen nicht meinem Blick. Christopher öffnete die kleine Duschkabine und drängte mich gegen die kalten Fliesen, raubte mir ein gequältes Stöhnen, als er das Wasser ohne Vorwarnung aufdrehte und sich seine Hände auf meine Seiten legten. Er presste mich gegen sich, als wir immer nasser wurden und ich aufgrund dieses Kontakts mit seiner mehr als feuchten nackten Haut, der Kollision unserer harten Geschlechter, erschauderte. Wieder sprach er nicht, er agierte bloß, begann mich zu küssen, vorsichtig und zärtlich in den ersten Sekunden, um dann abrupt zu einem harschen Zungenkampf überzugehen. Es war magisch. Meine Finger verfingen sich in seinem Haar und mir wurde schwindelig.

Ich konnte wahrhaftig noch immer nicht glauben, dass das alles real war, dass ich mit dem Mann aus dem Park all diese Dinge tat – und tun würde.

Ein eindringliches Kribbeln rieselte meine Wirbelsäule hinunter, als Christopher endlich hart in mein Ohrläppchen biss und seine Hände anfingen, langsam über meine Haut zu streichen. „Ich fand die Beschreibung deiner Fantasie alles andere als gelungen“, flüsterte er. „also wie wäre es, wenn du mir einfach zeigst, woran du gedacht hast?“

„Okay...“, willigte ich ein und in diesem Moment war es so, als legte sich ein Schalter in meinem Hirn um, als zapfte ich an irgendeiner Energiequelle, dessen Zugang bis eben noch gesperrt gewesen war. Ich ergriff Christophers Schultern und nutzte den Moment der Überraschung aus, die ihn für diese eine Sekunde befallen hatte, um unsere Leiber um 180 Grad zu drehen, sodass sein Rücken nun gegen die Fliesen prallte. Unmittelbar sank ich nieder auf meine Knie und meine Finger umfassten seine Hüften; ich verhielt mich nicht gerade spielerisch mit meiner Zunge, zu groß war diese Gier, die sich während meines Fantasierens aufgebaut hatte, mein Verlangen schier ungehalten. Ich nahm seine erigierte Scham unmittelbar in meinen Mund auf und mein Lendenbereich zuckte bei diesem süßen Stöhnen, das seinem Mund dabei entwich.

Ich begann zu saugen und mein Schlund produzierte dabei unartige Geräusche. Es war einfach unbeschreiblich, Christophers großen Schwanz in meinem Mund zu spüren, während das Wasser unablässig unsere Körper befeuchtete.

„Davon hattest du... nichts erwähnt...“, kam es gequält von oben und just mit dieser Äußerung begann Christopher sein Becken zu bewegen, leicht in meinen Mund zu stoßen. Meine Lippen schwollen an und meine Atemzufuhr verringerte sich mit jedem seiner heftiger werdenden Stöße; mittlerweile hielt er meinen Hinterkopf fest – fest in einem für ihn angenehmen Winkel. Doch irgendwie machte mich genau diese Tatsache extrem scharf.

Dieses Gefühl, von Christopher benutzt zu werden.

„Na... das reicht jetzt ja wohl...“, brachte er immer noch so gequält heraus, rutschte dabei allerdings aus meinem Mund heraus und zog mich an meinen Schultern herauf. „Schmecke ich gut?“, zog er mich auf und ich nickte hastig, meine Hände umgehend wieder zu seiner Haut wandernd. „Bei dem ganzen Wasser kannst du mich doch gar nicht schmecken...“, bemerkte er nur eine Spur belustigt und beugte seinen Kopf näher zu mir, sodass es ihm möglich war, über meine Lippen zu lecken. Ich grinste und sagte nichts, sondern griff nach dem Duschgel – wie in meiner Fantasie. Und so wie ich es mir vorgestellt hatte, verteilte ich das herb duftende Gemisch auf seiner nackten Haut: Ich begann mit seinem Oberkörper, streifte seine Schultern, ließ meine Handflächen dann wieder langsam über seine Brust wandern. Eine Weile hielt ich mich an seinen Brustwarzen auf, nur um dann weiter nach unten zu gleiten, mit meinen schaumigen Fingern über seinen Unterleib zu fahren und sein Geschlecht zu umfassen, ihn genau dort zu massieren und dabei in dieses wundervolle Blau zu blicken, das mich die ganze Zeit über nicht aus dem Fokus ließ.

Ein seichtes Zittern rieselte über meinen Körper, als seine Hände begannen das etwas kühlere Gel plötzlich auf meiner Brust zu verteilen. Danach waren sie überall, glitten über meinen Rücken, meinen Po. Ich tat es ihm gleich und knetete seine runden, wohlgeformten, knackigen Pobacken eine ganze Weile. Wir küssten uns erneut und wuschen den Schaum von unseren Leibern, bis unsere Haut wieder komplett zu sehen war.

Christopher grinste, dann schon drückte er mich ohne jegliche Vorwarnung brüsk mit meiner Brust gegen die nassen Kacheln und seine harte Stimme jagte einen intensiven Schauer über meinen Rücken. „Spreiz' deine Beine!“ Ich tat, wie er verlangte und erschrak, als er zunächst das Wasser abstellte und es seltsam still um uns wurde. Plötzlich spürte ich sanfte gehauchte Küsse auf meiner Haut – angefangen bei meinem Nacken, langsam hinuntergleitend entlang meiner Wirbelsäule, immer tiefer... Seine Hände legten sich auf meine Pobacken und er drückte sie auseinander, während er in die Hocke wechselte und sein Mund diesem unaussprechlichen Ziel immer näher kam.

„Ah!“, stöhnte ich, als seine feuchte Zunge ungehalten und ohne jegliche Hemmungen über meinen Eingang strich, immer und immer wieder; als er begann mich dort zu lecken, als sein nasses, heißes Organ tatsächlich anfing meinen Muskelring zu umkreisen. „Ahhh!“, entfuhr es mir erneut, als sein Finger dazukam und er mich über diese zwei Wege massierte, streichelte, neckte. Ich schloss die Augen und genoss den Augenblick, in dem er seinen ersten Finger in mich schob, meine Innenwände betastete und ungehalten Druck auf meinen süßen Punkt ausübte; mit zwei Fingern unablässig über diesen strich.

Ich zitterte, mein Schwanz zuckte und Christophers Lippen bestritten erneut den Weg, den sie zuvor gegangen waren, über meinen Rücken, hin zu meinem Nacken, während seine Finger in meinem Körper vergraben ihr forsches Tun nicht unterbrachen.

„War es ungefähr so in deiner Fantasie?“, raunte er in mein Ohr und meine Antwort erwies sich als ein einzelnes Stöhnen, das ihn zu erregen schien. „Du wirst doch jetzt ein guter Junge sein und nicht kommen, oder?“, fuhr er verführerisch fort und seine freie Hand wanderte zu meinem Geschlecht, begann gnadenlos es zu pumpen, bis ich fast schon Sternchen sah – und es war so schwer, dieses intensive Kribbeln in meinem Lendenbereich unter Kontrolle zu halten. Er hatte mich schon eben auf dem Sofa an die Klippe gebracht. Nun tat er es erneut und ich fragte mich, ob er seine kleine Ankündigung über Bord geworfen hatte... ob er mich heute vielleicht doch nicht fesseln wollte, ob wir heute einfach nur... Sex haben würden, gleich direkt hier, unter der Dusche. Jetzt.

„Nimm mich“, keuchte ich die Worte hinaus, die so plötzlich ausgesprochen ziemlich jämmerlich klangen. Christopher gluckste und hielt mit seinen Taten komplett inne.

„Was wir heute machen, entscheide ich, Niko“, sagte er dann bestimmt und seine Finger glitten aus mir heraus. Er drehte mich zu sich herum und unsere Augen trafen aufeinander. „Ich habe dir bereits erlaubt, deine Fantasie zum größten Teil auszuleben, findest du nicht, dass ich heute gnädig genug war?“ Dieses Gebieterische, was aus jeder seiner Poren zu dringen schien, was von ihm ausging, betörte mich. Diese herrische Art, diese selbstgefällige Weise zu mir zu sprechen, mit mir umzuspringen.

Master.

„Ja, Christopher...“, lautete die einzig richtige Antwort. Er lächelte kalt und das steigerte meine Lust einfach nur noch mehr.

„Guter Junge...“ Diese Stimme.

Er fasste mich am Arm, manövrierte mich aus der Dusche. Stillschweigend trockneten wir uns gegenseitig ab und mein Herz konnte sich einfach nicht beruhigen. Nicht nur aufgrund dieses Anblicks seiner nackten Haut oder seiner noch nicht gänzlich abgeklungenen Erregung, denn die Beendigung unserer Taten konnte nur bedeuten, dass er seinen in der SMS angekündigten Plan, doch noch in die Tat umsetzen würde.

„Komm.“ Christopher hielt meine Hand fest und geleitete mich ins Schlafzimmer. Das Handtuch entfernte er von meinen Hüften, seines verblieb an seiner Haut. „Setz dich und warte hier.“

Nackt und mit nassen Haaren, mit zitternden Händen und aufgewühltem Magen saß ich da und wartete auf ihn. Auf Christopher. Auf meinem Master. Und er ließ mich erstaunlicherweise gar nicht so lange warten. Mit der Reisetasche in seiner Hand – und in einer edlen, eng anliegenden, tiefschwarzen Lederhose gekleidet – kam er zurück. Sein Gepäck ließ er auf den Boden fallen. Die Tasche traf in dem Moment auf, in dem auch das Bündel von schwarzen Seilen auf die Bettdecke fiel.

Meine Augen blieben an dem Knäuel haften:

Es war ordentlich aufgewickelt. Es war sauber. Ich streckte meine Hand aus und meine Finger fuhren über die rau-weiche Struktur.

Christopher setzte sich zu mir auf die Matratze. Ich erschreckte ein wenig, als unsere Finger sich berührten; mein Master löste den Knoten in der Mitte des Bündels mit einem einzigen Ziehen und legte mir das Seil in meine Hände. Still hielt ich es fest und betrachtete es, während Christopher zwei identische Seilbündel aus der schwarzen Tasche fischte und sie ebenfalls auf der Bettdecke platzierte.

Ich kannte Seile von Segelschiffen und ich konnte nicht behaupten, jemals eines betreten zu haben. Ich kannte Seile von irgendwelchen sporadischen BDSM-Fotos im Internet. Ich kannte Seile aus Christophers einführenden Erzählungen. Nun hielt ich einen schwarzen Strick in meinen Händen mit dem Wissen, dass Christopher mich heute damit fesseln würde.

Aber wie? Würde er meine Arme an die Pfosten des Bettes binden? Oder würde er das Seil in komplizierten Knoten über meine Brust und meinen Bauch knöpfen? Könnte er meine Arme an meine Oberschenkel binden? Oder würde er gar ein Ende des Seils um meine Hoden und  mein Glied wickeln?

Christophers Bewegung riss mich aus meinen Gedanken. Er beugte sich zu mir, über die Seile, die zwischen uns lagen. Vorsichtig legten sich seine Lippen auf meinen Mund und ich gewährte ihm umgehend Einlass, sodass ich seine heiße Zunge unmittelbar in meiner Mundhöhle spürte, seinen Speichel schmecken konnte.

„Ich werde dich gleich mit diesen Seilen fesseln, nichts zu kompliziertes, nichts zu heftiges, Niko“, sagte er dann, als unsere Münder voneinander abließen und er mir tief in die Augen schaute. Abermals griff er in die Tasche und holte eine Art Küchenschere mit gebogenen Klingen. „Wenn du Panik bekommst, sagst du heute 'Orange'. Dann lockere ich das Seil und warte kurz ab, bis du mir mit 'Grün' das Zeichen zum Weitermachen gibst. Wenn du 'Rot' sagst, höre ich sofort auf mit meinem Tun und löse die Knoten langsam. Wenn du absolute Panik bekommen solltest und direkt befreit werden willst, sagst du 'Mayday', verstanden? Dann benutzte ich die hier“, er deutete auf die Schere und ließ die Klingen zwei Mal auf und zu schnappen. „und schneide dich sofort frei, okay?“

„Okay...“

„Wiederhol' unsere Codes“, wies er mich an und ich tat es. Zwei Mal. Dann strich Christopher über meine Wange und er lächelte. Dann nahm er das dunkle Seil aus meinen Händen und ich beobachtete, wie er es zunächst komplett auseinander zog und dann so wieder zusammenlegte, dass die zwei dünnen Stricke nun parallel zu einander lagen und ein neues, dickeres Seil formten, was er dann wiederum aufwickelte, bis das Ende, eine Schlaufe, in seiner rechten Hand lag.

Einen Moment lang herrschte Stille. Dann erhob Christopher sich und automatisch stand auch ich auf.

„Dreh dich um“, instruierte er mich –und ich tat es.

 

 

 

*

 

„Erde an Niko!“, reißt Kilians laute Stimme mich aus meinen äußerst angenehmen und heißen Gedanken und ich muss blinzeln, erkennend, dass ich tatsächlich vollkommen in diesen intensiven Tagtraum abgedriftet bin. Just als sich diese Erkenntnis in mir breit macht, höre ich Kilian bereits weitersprechen: „Na, so gut ist dein Sklave wohl doch nicht erzogen, Herr Lang.“ Ich spüre diesen für Christopher typischen, eindringlichen Blick auf mir ruhen.

Langsam wende ich meinen Kopf nach rechts. Christophers Augen sind eiskalt.

„Sorry, ich... war gerade in Gedanken, hattest... du etwas gesagt?“, murmele ich und mein Freund schnalzt etwas genervt mit der Zunge. Anstatt mir zu antworten, wendet er sich wieder an die Neuzugänge unserer Gruppe.

„Wie ihr seht“, sagt er, mit dieser charmanten Stimme eines Gentlemans, der er nun mal ist. „Das Master- und Slave-Verhältnis gilt zwar auch im Alltag, aber ich möchte Nikos Persönlichkeit auch nicht zu sehr unterdrücken und unser Leben nicht zu einem einzigen Spiel mutieren lassen.“ Dennoch greifen seine Finger unter dem Tisch schmerzhaft in meinen Oberschenkel und ich beiße mir auf die Zunge, damit kein Laut meinen Mund verlässt.

„Bestrafst du Niko denn auch... im Alltag durch, ähm Alltägliches oder findet…  das dann doch eher im Spielbereich statt?“, fragt Andreas meinen Freund und meine Augen legen sich auf die dunklere Haut des jungen Mannes, mit diesem besonderen Olive-Stich. Andreas' dunkle Augen wandern zwischen Christopher und mir. Ich muss grinsen. Es ist so offensichtlich, dass er der Dom in der Spielbeziehung ist, während Hendrik absolut den Sub gibt. Wobei die beiden, so wie ich das einschätzen kann von dem Wenigen, was sie bis jetzt preisgegeben haben und den Fragen, die sie stellen, noch sehr, sehr zurückhaltend sind. Wahrscheinlich würden sie viele von den Dingen, die Christopher und ich miteinander anstellen, noch schockieren. So wie es damals bei mir der Fall war; dieses fürchterliche Bild des Gummimaskenmannes, das ich nicht aus meinem Kopf radieren konnte. Bis Christopher mir diese Angst nahm und sie nicht wieder auftauchte.

Andreas lächelt ganz vage, als ich ihn angrinse und ein Gedanke streift meinen Kopf.

Wer war dieser Adrian...?

Aber mir bleibt keine Zeit, weiter darüber nachzudenken.

„Wieso fragst du Niko das nicht einfach?“, gibt mein Freund jetzt auf Andreas' Frage zurück. Und dieser braucht seine Worte nicht zu wiederholen. Ich setze direkt an.

„Es kommt immer darauf an, wie schwer mein Vergehen ist“, sage ich frech und grinse. Kilian schmunzelt unterdessen und lehnt sich in seinem Stuhl zurück.

„Sagen wir... für dein Abdriften ins Dream-Land eben und das Ignorieren von der Stimme deines Masters, was wird Christopher deswegen tun?“, fragt der Arzt dann anstatt Andreas, was mich ein wenig aus dem Konzept bringt.

„Mein lieber Herr Doktor“, spricht Christopher anstatt meiner und beugt sich etwas über den Tisch, seine Hände ineinander verschränkt, seine Lippen zu einem leicht arroganten Lächeln geformt. „Ich schätze dein Interesse an meinen Angelegenheiten sehr, aber findest du nicht, dass es netter wäre, unseren neuen Freunden hier eher das Wort zu erstatten, anstatt es abzuschneiden?“

„Ich lenke die Konversation nur ein bisschen“, meint Kilian nur lässig und wendet sich Andreas zu. „Ist doch okay so, oder nicht?“

Andreas nickt etwas verunsichert und unsere Blicke treffen abermals aufeinander. Er öffnet den Mund, als wolle er etwas sagen, hält sich dann im letzten Moment doch zurück. „Nun“, spricht Christopher ruhig weiter und seine Haltung wirkt jetzt wieder entspannter. „Ich werde nichts deswegen tun, weil diese kleine Bloßstellung in unserer Runde Niko wahrscheinlich gereicht hat und er mit seinen Gedanken jetzt sicherlich bei uns bleiben wird. Nicht wahr?“ Tief schaut er mir in die Augen und ich könnte in diesem arktischen Blau versinken. Ich spüre auch die Augen von Hendrik, Andreas und Kilian auf mir ruhen. Mona schmunzelt nur und tauscht einige Blicke mit Ina und Karina aus.

„Ja, Christopher“, sage ich dann mechanisch zu meinem Freund und er grinst leicht, wendet seinen Blick von mir ab.

Irgendwie ist so ein Tadeln vor den Augen der anderen etwas ganz Anderes... Es bekommt noch ein bisschen mehr Gewicht; es ist intensiver. Auch wenn ich wirklich nie wollen würde, dass Christopher mich so richtig vor Publikum, vor fremden Augenpaaren, bestraft. Nennt es Schamgefühl. Auch ich habe meine Grenzen.

„Was...“, setzt Hendrik wieder an und ich schenke ihm meine Aufmerksamkeit. „Wie sehen denn alltägliche Strafen aus?“

„Hmmm“, mache ich und gehe mein Repertoire an Erinnerungen durch. „Naja, Christopher lässt mich schon mal ne ganze Weile vor der Wohnungstür warten, wenn ich mich verspäte“, antworte ich schließlich. „Oder...“ Ich krame weiter in meinem Gedächtnis. „er lässt mich nicht im Bett schlafen oder bestellt sich etwas Leckeres zu essen und lässt mich den Horror aufessen, den ich kredenzt habe...“

Anderen von manchen Dingen zu erzählen, die mein Master mit mir macht, überschreitet mein Schamgefühl allerdings nicht, muss ich erneut feststellen.

„Naja, daran arbeiten wir doch gerade...“, meint Christopher und Karina verfällt in schallendes Gelächter.

„Du hast es immer noch nicht aufgegeben?“, wendet sie sich an mich und erklärt unserem Neuzugang unmittelbar: „Niko ist der wohl schlechteste Koch der Welt!“

„Hey, sei nicht so gemein!“, meine ich lachend und auch Christopher schmunzelt.

„Wir haben ja jetzt einen Deal. Vielleicht wird ja etwas aus diesem Versuch“, meint er und zwinkert mir zu.

„So, so, ein Deal. Ich höre?“, mischt sich Kilian unmittelbar wieder ein und hebt beide Augenbrauen in Erwartung.

„Nein, mein Lieber“, meint mein Freund nur amüsiert und lehnt sich grinsend im Stuhl zurück. „Dieses Thema ist privat.“ Und das akzeptiert Kilian trotz seines Interesses.

„Schade, schade“, meint er nur und erklärt Hendrik ein weiteres Mal, als wäre es zur Vorsicht: „Was privat ist, bleibt privat hier bei uns. Also müsst ihr auch nicht all unsere Fragen beantworten. Aber sagt mal: wer von euch übt denn welche Position aus?“

Täusche ich mich, oder läuft Hendrik tatsächlich ein kleines bisschen rot an bei diesen Worten? Kurz blickt er Andreas in die Augen, so als würden die beiden nonverbal festlegen wollen, wer letztendlich Antwort auf diese Frage geben sollte. Schließlich ist es Andreas, der das Wort ergreift. „Ich bin meistens der Dom.“

„Die gute alte Abwechslung“, kommentiert Mona und entblößt ihre perfekten Zähne in einem strahlenden Lächeln. „ein guter Weg, anzufangen.“ Ich grinse still in mich hinein.

„Heißt das, irgendwann nimmt man automatisch eine der beiden Rollen fest an?“, will Andreas umgehend von ihr wissen und Mona schüttelt ihren Kopf.

„Wisst ihr, das ist eine ganz persönliche Sache“, meint sie. „Ich bin absolute Switcherin. Manchmal ergreift mich das Bedürfnis, jemanden zu dominieren und dann mache ich es. Und dann gibt es Augenblicke in denen meine devote Ader an Bedeutung gewinnt und ich mich dominieren lassen will. Ich hatte aber auch schon mal feste Freunde, die eben ganz der Dom oder eben ganz der Sub waren und denen habe ich mich dann angepasst, das hat auch funktioniert. Eine Zeit lang. Ich muss aber ehrlich sagen, ich fühle mich befreiter, wenn ich switchen kann und mich ganz nach meinen eigenen Bedürfnissen richte.“

Ina nickt. „Ich sehe das genauso“, sagt sie. „Bei Karina und mir ist es genauso. Wobei ich ja zugeben muss, dass ich öfter der Sub bin. Die kleine, ungehorsame Sklavin meiner Herrin“, sie lacht und Karina grinst.

Hendriks Augen fixieren mich bereits seit einer Weile. Er räuspert sich und ich gebe ihm mit einem freundlichen Lächeln das OK, mir seine Frage zu stellen. „Und bei euch?“, lauten seine Worte. „Ich meine, war das schon von Anfang an so, oder habt ihr zuerst auch, äh, rumexperimentiert, bis ihr eure festen Rollen gefunden habt?“ Ich weiß nicht, was es ist, aber irgend so ein Gefühl sagt mir, dass doch eher Christopher derjenige sein sollte, der diese Frage beantwortet; vielleicht ist es dieser Respekt, den ich für meinen Herren spüre?

Ein Schauer rinnt über meine Haut. Ich blicke meinen Master an und er hebt seine Lippen zu einem subtilen Lächeln, nickt minimal, gibt mir somit scheinbar ein diskretes Lob, dass ich mich zurückhalte und ihm das Antworten überlasse.

„Wir hatten von Anfang an feste Rollen“, sagt er ruhig. „Ich bin durch und durch Master. Und Niko“, hier sieht er mich mit diesem unwiderstehlichen Grinsen an. „ist durch und durch Sklave. Nicht wahr?“

„Jepp“, ich nicke – und Kilian schmunzelt.

Ina erzählt von ihrer Ex-Freundin, die sich phasenweise als Sklavin, dann als Zofe, dann wieder als Herrin beschrieb, aber nie als Switcherin gelten wollte und sich letztendlich durch eine neue Partnerin an ihrer Seite gänzlich vom BDSM abgewendet hat. Andreas und Hendrik lauschen auch der Ausführung Monas über die Wichtigkeit von Consens, darüber, dass beide Partner stets mit dem gemeinsamen Handeln einverstanden sind, was auch das Einnehmen von Rollen betrifft, dass sie sich darüber im Klaren sind, dass sie ihre Eigenständigkeit für eine Weile aufgeben; dass sie bei Tunnelspielen den Verlauf des Spiels nicht mehr bestimmen können, wann es aufhört; dass sie ihrem Spielpartner vertrauen müssen.

Tunnelspiele… Ein Spiel dass von Anfang an durchgespielt werden muss, wie eine Achterbahnfahrt: man setzt sich hinein und kann erst am Ende wieder raus. Es gibt keine Zwischenstopps. Wenn dein Master dir eine Wärmecreme aufträgt, dann kann er diesen Effekt nicht mehr beenden. Oder wie es bei uns doch letztens der Fall war mit diesem kleinen, fiesen Ingwerstück in meinem Hintern…

Christopher spricht von Grenzen und von Respekt, aber auch der Überwindung der eigenen Vorlieben. Ich erzähle sogar meine Geschichte vom Gummimaskenmann und der Tatsache, dass bestimmte Masken von meiner No-Go-Liste zur definitiven JA-Liste gewechselt sind.

Kilian wechselt zu den Verletzungsgefahren, die trotz Consens und Vertrauen immer noch bestehen und weist die beiden an, immer eine Schere in der Nähe zu haben, wenn es um Bondage geht und gibt ihnen den Tipp, erst noch ein wenig Erfahrung zu sammeln, bevor sie zu Spielchen wie der Atemkontrolle übergehen wollen, aber davon wollen Hendrik und Andreas noch gar nichts wissen.

„Das ist so viel auf einmal“, meint Hendrik lachend.

„Ich hoffe, wir haben euch nicht überfordert!“, sagt Karina aufrichtig.

„Nein, nein, überhaupt nicht! Wir haben, würde ich mal sagen, sogar viel dazu gelernt, bitte mehr!“, entgegnet der Blonde energisch und Mona grinst zufrieden. Nur Andreas wirkt etwas nachdenklich.

„Sagt mal…“, fängt er vorsichtig an. „Kann einem so ein, nennen wir es mal, Machtrausch nicht super zu Kopf steigen? Ich meine…“, er wendet sich zu Kilian. „Du hast uns ja schon von verschiedenen Verletzungen erzählt und diesen ganzen Gefahren. Macht euch das nicht manchmal Angst; also, dass ihr eurem Sub echt richtig weh tun könntet? Und zwar so, dass es ihm nicht mehr gefällt - und wenn das so ist, was dann? Kann man danach wieder normal spielen oder ist dann erstmal alles vorbei?“

„No risk, no fun“, meint Ina scherzend. „Nein, Spaß!“, fügt sie sofort hinzu, als Hendrik irgendwie leicht bleich wird. „Ich wollte damit nur sagen, dass jegliches Handeln irgendein Risiko birgt und ja, es kann ja zum Beispiel passieren, dass der Sub das Safeword vergisst – deswegen ist es ja auch so wichtig, Codes ständig zu wiederholen und am besten nicht zu wechseln. Und da ist es natürlich super, wenn man mit seinem Partner BDSM betreibt, nicht nur wegen des Vertrauens, sondern eben auch wegen der Routine.“

„Aber auch da kann natürlich einiges schief gehen“, meint Mona. „Ich war mit nem Kerl zusammen, der Dom war, und er hat einmal fast einen krassen Fehler gemacht, weil er mir Augen verbunden hat und den Mund zugeknebelt hat, während ich schon gefesselt war – wir hatten aber kein anderes Zeichen für STOPP ausgemacht und ich hab solange mit meinen Beinen und meinen Kopf aus Polster geschlagen, bis er den Knebel entfernt hat und wir das Spiel erstmal abgebrochen haben, um die Codes zu besprechen.“

„Oh“, sagt Hendrik und Andreas nickt immer noch nachdenklich.

Ich spreche, bevor ich über meine eigenen Worte überhaupt nachdenken kann. „Christopher hat ein Mal die Kontrolle verloren, nach einem wichtigen Fall war sein Kopf irgendwie nicht frei und er hat mich ans Bett gefesselt, so dass ich mich nicht mehr bewegen konnte; dann hat er mich mit dem Flogger bearbeitet und….“

Unser eigentlich vereinbartes Safewort hat ihn am diesen Tag nicht erreicht; er hat einfach weitergeschlagen, bis mein Arsch komplett blutig war, bis ich geweint habe – erst dann ist er wieder in die Realität zurückgekehrt….

Aber das schaffe ich gar nicht zu erzählen, denn bei meinem letzten ‚und’, spüre ich eine warme Hand an meinem Hinterkopf und diese Hand drückt mein Gesicht durch einen einzigen Ruck schmerzhaft auf den harten Holztisch und ich beiße mir durch den Schrecken, durch diesen dumpfen Knall und leichten Schmerz, fast auf die Zunge.

Meine linke Gesichthälfte wird immer noch durch Christophers Hand gegen die Tischlatte gedrückt, als Kilian in einem ruhigen Ton unseren Neuzugängen erklärt: „Christopher ist ein guter Master. Einer der besten, die mir über den Weg gelaufen sind. Auch wenn sein Sklave ihn gerade bloßgestellt hat, solltet ihr das wissen.“

Scheiße. Auch wenn sein Sklave ihn bloßgestellt hat.

Kilian hat Recht: Ich habe meinen Herren bloßgestellt – auch wenn der Stammteil der heutigen Gesellschaft über diesen Vorfall Bescheid weiß, habe ich ihn erneut thematisiert, ausgegraben und vor allem vor zwei völlig Fremden offen gelegt. Ich habe Christopher blamiert. Über den Vorfall haben wir längst gesprochen, ihn längst verarbeitet und weder Andreas noch Hendrik kennen Christopher gut genug, um zu verstehen, dass er trotz dieses Fehltritts ein kompetenter, ein gütiger, ein hervorragender Master ist – sie kennen ihn doch erst seit heute!

Vorsichtig richte ich meine Augen nach oben. Ein frostiger Blick begegnet mir. Dann schon zieht er mich an meinen Haaren zurück in die sitzende Position. Christopher drängt mich nicht von der Bank und er fordert mich auch nicht auf, die Gesellschaft für eine kurze Weile zu verlassen, um mir den Kopf zu waschen. Vor den Augen aller sagt er mit kalter Stimme zu mir: „Du öffnest deinen Mund jetzt nur noch, wenn ich es dir sage. Verstanden?“

„Ja, Christopher…“, murmele ich und mein Herz pump in einem unschönen, stakkatoartigen Rhythmus dabei. Mein Freund bedeutet mir mit seiner Hand, die Tischplatte direkt vor mir anzuvisieren. Die halbleere Cola rückt er von mir weg.

„Das ist zum Beispiel eine alltägliche Bestrafung“, höre ich ihn dann in einem charmanten Ton sagen und ein leises Lachen geht durch die Runde, die Stimmung entspannt sich unmittelbar und Mona beginnt von ihrer schwarzen Katze zu erzählen, die eine Vorliebe für eine Peitsche entdeckt hat und mit der Mona jetzt immer mit ihr spielen muss, weil sie die graue Stoffmaus am Strang plötzlich nicht mehr als ihr Spielzeug ansieht.

Eine ganze halbe Stunde vergeht, in der ich schweigend den Tisch betrachte. Irgendwann, als eine Diskussion über einen neuen Shop mit einem großen Latexsortiment im Gange ist, fragt Christopher mich, ob ich auf Toilette muss. Ich antworte mit einem knappen „nein, Christopher“ und das ist auch das einzige, was ich während des gesamten Stammtisch noch sage, denn scheinbar traut sich niemand mehr, mich zu fragen bzw. zieht es vor, jenes nicht zu tun und Christopher fordert mich auch nicht auf, etwas beizutragen. Ich frage mich, ob er wirklich sauer ist, ob er später noch etwas dazu sagen wird. Wie er mich bestrafen wird. Oder ob das alles in einer Grundsatzdiskussion endet. Ich tippe allerdings auf eine Bestrafung. Vielleicht eine, die mir nicht unbedingt gefallen wird… und die ich werde ertragen müssen.

Es ist spät, als wir gehen, als Christopher mich mit den knappen Worten „Verabschiede dich“ anweist, jenes zu tun, als wir zu zweit zum Wagen gehen, in Stillschweigen gehüllt. Das Radio läuft leise im Hintergrund, der Motor rauscht monoton und mein Freund sagt kein einziges Wort. Dieses Schweigen ist beängstigend, es ist bedrückend und veranlasst mich, unruhig mit dem Saum meines Pullovers zu spielen. Ich räuspere mich und Christopher schenkt mir nicht einmal einen kurzen Seitenblick.

Ich hätte jene Geschichte nicht erwähnen sollen. Alle anderen haben zwar offen gesprochen, aber keine Fehler der Anwesenden, ihrer Partner, erwähnt – natürlich nicht, denn es war zu früh; wer weiß, ob Hendrik und Andreas überhaupt wiederkommen, sie wissen nichts über uns, sie sind neu, vielleicht steigen sie so schnell wieder aus, wie sie in die Szene getreten sind. Wir können ihnen noch nicht trauen und ich stelle Christophers Masterqualitäten so bloß.

„Ich, ähm, es tut mir leid!“, schießt es aus mir heraus. Christopher sagt kein Wort. Ich höre nur plötzlich den Blinker ticken und er hält an der Seitenstraße. Der Motor geht aus und er dreht sich zu mir um. Sein Blick ist streng.

„Niko, wann habe ich dir erlaubt, etwas zu sagen?“, fragt er mich im gebieterischen Ton.

„Verzeih mir“, murmele ich und senke gehorsam den Blick. Aber das reicht im Moment nicht aus, um Christopher zu beschwichtigen. Ich erschrecke, als er sich vorbeugt und als sein Arm meinen Oberkörper streift. Doch er will mich gar nicht berühren, denn er öffnet die Beifahrertür, ein kühlerer Wind weht hinein.

„Bist du warm genug angezogen?“, fragt er mich plötzlich.

„Ja, bin ich, Christopher“, entgegne ich ihm etwas verwirrt.

„Gut, dann steig aus. Du läufst den Rest des Weges nach Hause“, sagt er und löst meinen Anschnallgurt. Ich protestiere nicht, ich bettele nicht, ich verlasse den Wagen, schließe die Tür und schaue zu, wie Christopher davon fährt. Zu seiner Wohnung sind es noch ca. 15 Minuten zu Fuß.

An was erinnert mich das ganze hier?

Ich muss schmunzeln und setze mich in Bewegung. Es ist nicht so kalt wie damals und ich werde mir sicherlich keine Erkältung holen. Aber ich bin mehr als nur überzeugt, dass Christopher noch eine Überraschung für mich parat haben wird, wenn ich am Ziel bin. Was es wohl sein wird?

Unweigerlich wandern meine Gedanken zurück zu dem Tag, an dem er mich das erste Mal fesselte. Dieses schwarze Seil in seinen Händen…

 

 

 

 

23

 

 

Es ist dunkel und die Lichter der Stadt erhellen nur an manchen Straßen spärlich meinen Weg. Autos rauschen an mir vorbei, Busse halten und ich muss den aussteigenden Passagieren ausweichen; rote Ampellichter verlängern meinen Weg. Ein berauschender Spaziergang in der frühen Nacht, allein mit meinen Gedanken, die unweigerlich zurück wandern zu dem Tag, an dem er mich das erste Mal fesselte.

Dieses schwarze Seil in seinen Händen…

„Dreh dich um“, instruierte er mich – und ich tat es.

Mein Mund schien trocken und meine Stimme war bereits beim zweiten Wiederholen der Ampel-Codes heiser gewesen. Wahrscheinlich würde sie versagen, müsste ich gleich längere Sätze von mir geben. Aber ich sagte mir, dass Sprechen nur wenig mit dem Bevorstehenden gemein hatte...

Christopher trat von hinten an mich heran. „Halt deine Arme hoch.“ Ich tat es und er legte mir das Seil in einer fließenden Bewegung um die Brust. Knapp unter meinen Brustwarzen fand der Strick den Weg auf meine Haut. Kurz erschrak ich, als Christopher das Seil hinter meinem Rücken scheinbar verknotete und sich der Strick enger zog, leicht in mein Fleisch schnitt, ohne Schmerzen zu verursachen. Er wiederholte diese Prozedur und eine weitere dunkle Linie zierte meine Brust. Ein seltsames Gefühl, als Christopher die Schnur nun von hinten über meine rechte Schulter zog und sie mit den Stricken an meiner Brust verband, das Seil dann über meine linke Schulter zurückführte – und richtig fest hinter meinem Rücken verknotete.

Ich zitterte, als er mich dabei leicht nach hinten riss. Mein Körper wippte und ich wurde mir der auf meinen Körper leicht einpressenden Schnüre erst so langsam bewusst, als ich mich im Spiegel sah, als sich meine Augen auf dieses unscheinbare und doch so viel bedeutende kleine Kunstwerk legten, das mich nicht im Zaum halten könnte und doch meine Position verdeutlichte.

Christophers Hände legten sich auf meine Hüften und seine Lippen glitten direkt an mein Ohr. „Mehr?“, flüsterte er und unsere Augen trafen sich im Spiegel. Kühlere Luft strich kurz über meinen entblößten Körper und mein Geschlecht zuckte ein wenig auf – von der Kälte, von der Aufregung, von kriechender Erregung und erotischer Anspannung, ich konnte es nicht definieren. Doch der Grund war völlig belanglos. Mein Körper und mein Geist schrieen nach mehr und deswegen hauchte ich „mehr!“ - und Christopher nickte, ein leicht anrüchiges Grinsen auf seinen weichen Lippen.

Ein gefühlt elektrischer Impuls raste durch meinen Körper, ein Stoß aus Aufregung, als Christopher mich grob an der Seilkonstruktion am Rücken packte und mich problemlos mit sich zerrte, mich aufs Bett dirigierte und mein Oberkörper somit auf die glatt gestrichene Bettwäsche prallte. Sanft glitt eine von Christophers Händen in mein Haar und strich durch einzelne meiner Strähnen. Reflexartig drehte ich ihm meinen Kopf zu, sodass ich ihm direkt in sein hübsches Gesicht blicken konnte. Er saß neben mir, ein weiteres Bündel dunkler Schnur in seiner anderen Hand. Er lächelte.

„Du wirst dich gleich nicht mehr bewegen können. Ist das in Ordnung?“, fragte er mich mit ruhiger Stimme.

Ich schluckte. „Ja, Christopher“, entgegnete ich gehorsam und sein Lächeln gewann an Intensität.

„Gut.“

Dann sagte er gar nichts mehr, sondern griff nach meinen Handgelenken und führte sie auf meinen Rücken, sodass sie aneinandergedrängt eine parallele Linie zu meinen Schulterblättern formten. Nur wenige Sekunden vergingen, dann schon begann er das Seil um meine Handgelenke zu wickeln, immer mehr, sodass mehr und mehr Schlaufen dort meine Haut bedeckten. Ich konnte nichts sehen, doch deutlich genug spüren, wie er meine eingeschnürten Arme dann zusammen knotete. Fest und hart. Ich spürte ebenso deutlich wie er sie an die bereits festgezogenen Stricke zwischen meinen Schulterblättern band, sodass die erste Konstruktion nun mit der zweiten verbunden war. So als wäre es zur Sicherheit, damit ich mich wirklich nicht mehr befreien könnte.

Nur wenige Augenblicke vergingen bis Christopher sich an meinen Beinen zu schaffen machte und sie zusammendrückte. „Anwinkeln!“, herrschte er mich grob an und ich folgte seinem knappen Befehl umgehend. Um 90 Grad hob ich sie an, sodass meine Fußsohlen zur Decke zeigten. Ich hörte ein Rascheln, dann schon begann Christopher das Seil um meine Knöchel zu wickeln, sie zusammen zu binden, so wie er es mit meinen Handgelenken bereits getan hatte.

Ich atmete ruhig und tief, während er meinen Körper immer weiter seiner Bewegungsfreiheit beraubte.

Diese Situation erinnerte mich nur zu sehr an Christophers kleinen Streich mit den Handschellen, die so melodiös geklimpert hatten, als er mich genau hier auf meinem Bett, ans Bettgestell gekettet hat und mich hilflos zurückließ – für wenige Minuten.

An dem Abend hatte er mich zum ersten Mal geküsst...

Wohliges Schauern breitete sich auf meinem Rücken aus und das Gefühl, ihm abermals so hilflos ausgeliefert zu sein - nackt, unfähig mich zu rühren, vollkommen der Kontrolle beraubt - manifestierte sich in einer unsagbaren Erregung - die in jeden noch so winzigen Teil meines Leibes floss.

Ich keuchte, als Christophers Hände leicht über meinen Hintern streichelten, ehe er meine eng aneinander gebundenen Beine langsam an diesen näher zog und dann tatsächlich die restliche Schnur erneut mit der Konstruktion an Brust und Rücken verknotete. Alles fand zueinander, die Stricke schlangen sich präzise umeinander, Christopher zog die Knoten fester zusammen – und ein dunkles Gewirr aus Baumwollseilen entstand.

Mein Herz ähnelte einem Drumcomputer; der Takt schnell und beständig. Mein Mund war immer noch trocken. Ich leckte über meine Lippen und atmete aus, holte erneut Luft und spürte diesen leichten Druck, den die Seile auf meinen Körper ausübten. Das leichte Ziehen in meinen Beinen, die in dieser doch recht unnatürlichen Position verbogen waren, der Druck um meine Brust und meinen Rücken, der gerade durch meine Beine erzeugt wurde, die nach hinten gleiten wollten und es nicht konnten. Ich spürte den seichten Schmerz in Schultern und Oberarmen, die ebenfalls gefangen waren.

Ich erschauderte, als Christophers Finger vorsichtig über meinen Hintern glitten, über meine Seiten streichelten und zu meinem Nacken gelangten. Er beugte sich vor, sodass sein Gesicht meinem ganz nahe war. Unsere Augen trafen aufeinander.

„Wie fühlt es sich an?“, raunte er und ich musste schlucken. Einige Male, bevor ich ihm letztendlich antworten konnte.

„Geil.“

Er grinste. Dann griff er ruppig in mein Haar und zog meinen Kopf ein Stück zurück. Ein Zischen entwich mir und der Druck der Seile wurde bei dieser harschen Bewegung für diesen kurzen Moment verdoppelt. Christopher lachte leise und zufrieden bevor er spielerisch über meine Lippen leckte, nur um mein Gesicht dann wieder ebenso ruppig ins Kissen zu drücken.

„Weißt du“, fing er amüsiert an, mit diesem blasierten Unterton in seiner Stimme, der mir immer wieder Herzrasen bescherte, wie auch in jenem Augenblick. „Ich könnte mir wirklich vorstellen, dich jetzt eine sehr, sehr lange Zeit einfach hier so gefesselt liegen zu lassen. Irgendwann wären deine Arme bestimmt taub...“ Langsam strich er mir nun über die Schulter, hinunter über den Oberarm, hin zu meinen in Seilen gewickelten Handgelenken. „und dein Nacken würde schmerzen und durch deine Beine würde ein ziemlich krasses Ziepen fahren...“ Seine Hand wanderte hinunter über meine Seiten, um ein weiteres Mal über meine Pobacken zu streicheln, und dann zu den Innenseiten meiner Oberschenkel zu gleiten.

Seine Worte und Berührungen lösten ein intensives Kribbeln auf meiner Haut aus, das sich über alle Hautpartien ausbreitete. Wahrscheinlich war es nur meine Fantasie, die mich glauben ließ, dass die Stricke plötzlich noch viel enger um meine Glieder gezogen waren. Dieser Druck steigerte sich magisch, als seine Worte verklangen und mein Hirn die Bedeutung ihrer verarbeitet hatte.

„Aber das werde ich nicht tun“, fügte Christopher plötzlich mit dunkler Stimme an. Und ich wartete. Auf die verbale Fortsetzung, die Ankündigung dessen, was noch folgen sollte. Doch sie blieb aus. Christopher schwieg und mein Puls konnte sich bei dieser angespannten Stille nicht beruhigen. Ich schluckte erneut, ich räusperte mich, blinzelte – und noch immer hatte mein Freund nichts gesagt.

Und ich wagte es nicht zu sprechen.

Minuten vergingen. Christopher sprach nicht. Nur ab und an strich seine Hand über meine freiliegende Haut, auf der sich sporadisch Gänsehaut gebildet hatte. Nur ab und an hörte ich ihn genüsslich schnauben. Dann war es wieder ruhig und ich durfte dem Schlagen meines eigenen Herzens lauschen, das nun einen kleinen Sprung in meiner Brust vollführte, als Christopher plötzlich aufstand. Automatisch blickte ich ihn an und er verschränkte die Arme vor seiner hübschen Brust. „Hmmm...“, machte er erheitert. „oder doch?“, knüpfte er an seine letzte, schon länger zurückliegende Aussage an, die trotz verstrichener Zeit noch immer laut durch meinen Kopf hallte.

Angenehmes, wildes Kribbeln entstand in meinem Lendenbereich.

Mit diesem diabolischen Grinsen auf seinem Gesicht stolzierte Christopher nun beinahe schon im Zeitlupentempo um mein Bett herum und begutachtete mich; meine Augen folgten seinen Augen, die stets über meine Erscheinung glitten und jedes Detail aufzufressen versuchten, als wäre er ein hungriges Raubtier, das sich bereits seit Tagen auf Nahrungssuche befand.

Eine kleine Ewigkeit umkreiste er mich und es war wunderbar. Aufregend und neu. Und diese Spannung – sie war zum greifen nahe.

Ohne Vorwarnung knöpfte Christopher sich plötzlich eilig die Lederhose auf und bevor mein Hirn diesen Vorgang tatsächlich registrieren konnte, da wippte sein harter Schwanz schon beinahe direkt vor meinen Augen und das schwere Stück Leder landete mit einem dumpfen Knall auf meinem Fußboden. Ich konnte diesen Anblick jedoch nicht lange genießen, denn schon im nächsten Moment rutschte Christopher direkt zu mir aufs Bett und seine flinken Finger machten sich direkt an dem dicken Knoten zwischen meinen Schulterblättern zu schaffen – und lösten einen Teil der Fesseln.

Meine Füße trafen wieder auf die Matratze und ein erheblicher Druck verließ meinen Körper. Doch Christopher ließ mir keine Zeit, diese Tatsache richtig zu genießen. Stattdessen packte er abermals meine Beine; allerdings nur, um meine Knöchel aus dem Baumwollstrick zu befreien. Seichter Schmerz raste durch meine Glieder, vor allem, als er mich an den befreiten Knöcheln packte und meine Beine auseinander spreizte, und als sie weit auseinander wieder auf der Bettdecke landeten, lagen Christophers Hände schon auf meinem Arsch und er drückte meine Pobacken brüsk auseinander. Harsch zog ich die Luft ein, als er sein verruchtes Tun von vorhin wieder aufnahm; als seine flinke heiße Zunge direkt über meinen Eingang strich; als seine Zungenspitze tatsächlich begann mein Loch zu umkreisen. Elendig langsam und quälend intensiv.

Ein Keuchen verließ meinen Mund als Christophers Finger sich tiefer in meine Arschbacken bohrten und seine Zunge für einen kurzen Moment ganz leicht meinen Muskelring durchbrach, um ihn dann wieder so intensiv zu umkreisen. Mein Keuchen verwandelte sich in ein Stöhnen. Meine Hände waren noch immer hinter meinen Rücken gebunden und die Seile fraßen sich langsam in mein Fleisch, als ich mich aufbäumte, weil Christophers nasser, warmer Muskel diese krassen Impulse durch meinen Unterleib jagte.

Ich konnte nicht fassen, dass Christopher Lang gerade meinen Arsch leckte!

Was diese Praktik anbelangte, hatte ich ungefähr genauso viel Erfahrung wie mit Bondage. Marcel und ich hatten es nur sporadisch ausprobiert – aber mein Ex hatte nicht gerade Gefallen daran gefunden und mich noch nie so intensiv und genüsslich geleckt, wie Christopher es gerade tat. Mein Schwanz war steinhart. Es war diese Mischung aus Kontrollverlust durch die Fesselung und andererseits dieser irren Empfindungen, die Christopher mit seiner Zunge auslöste. Die mich jetzt schon wieder leicht penetrierte.

Er gewann an Tempo und kitzelte mich mit seiner Zungenspitze. Immer mehr von seinem warmen Speichel sammelte sich dort und mir kam es vor, als würde er meine Pobacken noch weiter spreizen, um einen noch besseren Zugang zu bekommen.

Mein kehliges, lautes Stöhnen erfüllte mein Schlafzimmer und mit ihm verließ Christophers Zunge plötzlich mein nasses Loch, nur um sie mit seinem aufrecht stehenden Schwanz zu ersetzen. Er sagte nichts. Er fragte nicht, ob es okay wäre, mich zu nehmen – er nahm mich einfach, so wie es ihm zustand und ich sah Sternchen, als er seinen harten Schwanz tief in meine Eingeweide stieß und mich rücksichtslos durchrammelte.

Mein Orgasmus war... phänomenal.

Und an diesem Abend blieb er tatsächlich über Nacht. Wir kuschelten, nachdem er meine Fesseln gelöst hatte. Wir küssten uns. Und am nächsten Tag, direkt nach dem Frühstück und einer hastigen Dusche, fesselte er mich noch einmal, band mich ans Bett, schnürte mich ein, sodass die kunstvollen Seilkonstruktionen meinen gesamten Körper bedeckten, ohne mich komplett bewegungsunfähig zu machen. Seine Augen betrachteten sein eigenes Werk stets in stiller Entzückung – und ich liebte es, das Objekt seiner so offensichtlichen Lust zu sein.

Mein ganzer Körper befand sich in einer krassen Ekstase.

Es kribbelt sogar jetzt, in der Gegenwart, weil diese Erinnerung so intensiv ist – aber ich darf mir nichts ansehen lassen.

 

 

*

 

 

Passanten gehen an mir vorbei, ein älteres Pärchen, das sich lauthals über irgendetwas aufregt, eine Mutter mit ihrem Kind, zwei Jugendliche, die mir einen aggressiven Blick zuwerfen, den ich jedoch gekonnt reagiere.

Ich sehe Christophers Wohnhaus bereits.

Wenige Minuten später steige ich die Treppenstufen hinauf. Etwas mehr als 20 Minuten bin ich nun unterwegs gewesen, aufgehalten durch meine eigene Tagträumerei. Ob Christopher wohl zusätzlich wegen meines Trödelns verärgert sein wird?

Mein Verhalten während des Stammtischs war unbedacht. Es war töricht und einfach falsch. Andreas und Hendrik zählen nicht zu unseren Freunden. Sie sind keine Vertraute gegenüber denen ich mich so offen äußern kann. Ich habe mich daneben benommen. Ich habe meinen Master in Verlegenheit gebracht. Ihn blamiert. Ich habe Christopher bloßgestellt.

Tief hole ich Luft.

Dann fische ich den Wohnungsschlüssel aus meiner Tasche, entscheide mich in letzter Sekunde dann aber doch zu klingeln. Mein Freund lässt mich dieses Mal nicht im Hausflur verharren, sondern gewährt mir umgehend Zugang zu seiner Wohnung. Christopher ist barfuss, trägt eine dünne Stoffhose, dazu ein schwarzes T-Shirt - ein typisches Zuhauseoutfit.

Doch sein Blick ist streng. Frostiges Blau, wie ich es liebe, wie ich es erwartet habe, begegnet mir. Angenehm verkrampft sich mein Magen und ich spüre so etwas wie ein seichtes Kribbeln, das sich über meine Glieder ausbreitet. In den Moment, in dem die Tür ins Schloss fällt, plumpst auch meine Tasche zu Boden; in der nächsten Sekunde sinke ich auf die Knie.

Christophers sich anbahnende, wahrscheinlich tadelnde Worte bleiben unausgesprochen. Leichte Überraschung kennzeichnet sein Gesicht, kurz bevor ich meinen Blick abwende und mein Haupt senke; dann schon verbeuge ich mich komplett, wie ein Untertan demütig vor seinem König. Meine Stirn berührt beinahe den Boden. Ich lasse keine Zeit verstreichen: ich küsse seine Füße, ganz vorsichtig, zärtlich, demütig. Zuerst den rechten. Meine Lippen bewegen sich langsam von der zarten Hautschicht seiner Zehen und weiter nach oben über seinen Fußrücken.

„Es tut mir leid, Christopher“, flüstere ich, bevor meine Lippen zu seinem linken Fuß wandern. „Mein Herr.“ Meine Lippen gleiten weiter über seinen Fuß. Es dauert einige Sekunden, bis er spricht.

„Steh auf“, instruiert er und seine Stimme ist leise und ruhig. Das komplette Gegenteil von seinem normalen barschen Ton, wenn er mich tadeln will. Ich folge diesem sanften Befehl, auf den ein weiterer folgt: „Sieh mich an.“ Behutsam streicht er mir durchs Haar, mit einem Lächeln auf seinen Lippen. Dann schon schließt er mich in seine Arme. Es ist eine feste Umarmung und gleichzeitig ist sie so zärtlich.

An meinem Arm zieht er mich ins Innere seiner Wohnung, hin zu dem großen Esstisch. Sanft drückt er mich in einen der Stühle und nimmt mir schräg gegenüber Platz. Eine ganze Weile lang sieht er mich einfach nur an. Dann schließlich lächelt er. Seine Fingerkuppen streichen behutsam über meine rechte Wange, er seufzt.

„Niko“, setzt er an, „vielleicht sollten wir noch einmal über meinen damaligen Ausrutscher reden?“

Einige Sekunden lang weiß ich gar nicht, was ich entgegnen soll. Sein Blick ist ernst, er lächelt irgendwie traurig, so als hätte ihn das schlechte Gewissen von damals erneut überrollt, wie eine gewaltige Welle. Ich seufze. Haben wir nicht schon genügend darüber gesprochen, direkt nachdem es passiert ist? Saßen wir nicht stundenlang zusammen, hat er sich nicht oft genug entschuldigt, seine Termine neu strukturiert und ist er nicht für etliche Wochen kürzer getreten, hat weniger gearbeitet, um den Stress zu verarbeiten?

„Wir haben alles geklärt“, sage ich also, doch das scheint Herrn Lang nicht zu überzeugen.

„Wenn wir wirklich alles geklärt haben, wieso bringst du es dann plötzlich heute zur Sprache? Wolltest du mir damit nicht indirekt signalisieren, dass es dich noch beschäftigt?“, sagt er eindringlich und sieht mir dabei tief in die Augen.

„Nein. Das wollte ich nicht“, entgegne ich fest und suche nach den richtigen Worten.

„War das also reine Provokation?“, fragt er kalt.

„Nein!“, herrsche ich ihn fast schon an und seufze laut. „Das war einfach dumm, es ist mir raus gerutscht, ich hab voll nicht nachgedacht. Ich wollte einfach etwas zum Thema sagen. Mich vielleicht auch ein bisschen vor den Neuen aufspielen...“, gebe ich letztendlich etwas kleinlaut zu.

Christopher schweigt. „Belastet es dich immer noch?“, hakt er milder nach und in seiner Stimme schwingt dieses Zerbrechliche mit, das vielen verborgen bleibt; diese zarte Seite, die nur ich an Christopher kenne. Das Verletzliche, das Unsichere, das Mitfühlende, das er so gut zu verbergen weiß, Charakterzüge, die er nur mir offenbart.

Ich stehe auf und rutsche ohne Vorwarnung auf seinen Schoß, schlinge meine Arme um seinen Nacken und spüre seine erwidernde, feste Umarmung. Ich küsse ihn und meine Finger streichen durch sein blondes Haar. „Nein“, antworte ich dann leise. „Nicht mehr.“ Denn die Angst, sie sich nach diesem Vorfall in meinem Innern eingenistet hatte, ist wirklich fort.

Die ersten Tage und Wochen danach – da war diese Furcht intensiv und Christopher hatte selbst angeordnet, das Spielzimmer zunächst zu verschließen. Er kam mich danach stets besuchen, er kochte für mich, er sprach ein wenig mehr über die Arbeit; wir redeten über uns, er fasste mich nur an, wenn ich es anregte.

Er hat mich wieder aufgefangen und nach drei Wochen, war ich es auch, der nach Bestrafung fragte.

So wie jetzt.

„Ich habe dich blamiert“, säusele ich gegen seine Lippen.

„Ja, das hast du...“, sagt er, doch sein Ton ist ruhig und sanft. Ich küsse ihn, keusch auf die Lippen. Meine Finger umklammern dabei sein Gesicht.

„Das hätte ich nicht tun dürfen“, rede ich weiter.

„Deswegen musstest du auch laufen“, entgegnet Christopher.

„Und meinst du, diese Strafe hat etwas gebracht?“, necke ich ihn und sehe ihm tief in die Augen.

Da ist es wieder, dieses Grinsen, das mich verrückte Dinge denken lässt. „Deinem Benehmen von eben zufolge, denke ich schon, dass die Strafe etwas gebracht hat“, antwortet er schon etwas erheitert.

„Ich bin aber ein sehr schlechter Schüler“, hauche ich und fahre meine Zunge aus, stupse Christophers Lippen an und dieser reagiert sofort auf diese reizende Geste; kommt mir mit seinem Muskel entgegen und zieht mich in einen zunehmend hungrig werdenden Kuss. Seine Hände kneten meinen Hintern.

„Es tut mir so leid, Niko...“, haucht er dann jedoch plötzlich, als unsere Münder voneinander ablassen müssen. „Das hätte niemals passieren dürfen damals. Ich hätte es besser wissen müssen mit meiner Erfahrung, ich habe mich überschätzt und meinen Stress unterschätzt...“, spricht er.

„Schhhh“, mache ich und schenke ihm ein Lächeln. „Ist schon in Ordnung. Ich habe dir doch schon längst verziehen.“

„Es wird nie wieder passieren, das verspreche ich dir“, wispert er und streicht über meine rechte Wange. Christopher lächelt. Und ich flüstere glücklich zurück: „Ich weiß.“

Wir küssen uns. Seine Zunge ist warm. Er schmeckt ganz leicht nach Vanille. Ob er wohl einen Tee getrunken hat, als er auf mich wartete? Christopher protestiert nicht, als ich ihm das schwarze T-Shirt über den Kopf ziehe und es einfach auf den Boden verfrachte, und dann beginne mit seinen Brustwarzen zu spielen, während meine Zunge zu seinem Hals wandert und dort nicht definierbare Muster zeichnet; sich zu seinem Ohr schlängelt und ihn dort ein wenig kitzelt.

„Deine Masterqualitäten wurden heute mal wieder hoch gelobt“, brumme ich und schlabbere sein Ohr ab. Christopher lacht ganz leise und seine Hände rutschen unter meinen Pullover.

„Ich weiß“, sagt er dann selbstgefällig.

„Aber wenn die anderen jetzt sehen würden, dass du mich hier machen lässt, was mir gefällt, nachdem ich dich so blamiert habe, würden sie ihre Worte sicherlich wieder zurücknehmen.“

Ich weiß, dass ich mit Feuer spiele. Noch ist es eine kleine Flamme, die ich gemächlich zum Leben erwecke. Doch ich kann treibendes Öl eingießen, es zum knistern bringen. Unweigerlich muss ich bei diesem Gedankengang grinsen.

„So, so, Niko. Meinst du?“, zieht er mich auf.

„Mhm....“, schnurre ich und beiße forsch in seine Unterlippe. „ich habe dich total in der Hand,...“, sage ich frech und grinse triumphierend. „und dir gefällt das auch noch...“ Ich rutsche auf seinem Schoß zurecht, sodass ich rittlings auf ihm sitze und ich ihm nun direkt ins Gesicht schauen kann. Seine starken Arme ziehen mich weiter gegen seine Statur, sein Grinsen gewinnt an Tiefe. Ich reibe mein Becken ganz sachte an seinem Oberkörper. „Ich wette mit dir...“, setze ich spielerisch an, „wenn ich dir jetzt vorschlagen würde, dass ich dich heute auspeitsche, würdest du sogar ja sagen und mir die Füße küssen... Chris!“

Das Feuer lodert. Die Flammen beißen sich gen Himmel und spiegeln sich flackernd in seinen Augen wider.

Ich stöhne regelrecht, als er mich plötzlich mit dem Rücken auf den Esstisch verfrachtet. Flink umfassen seine Hände meine Handgelenke und pressen sie gegen das stabile Holz. Die Tischdecke verrutscht, etwas fällt zu Boden. Wahrscheinlich der kleine Kerzenständer, aber das interessiert Christopher nicht. Gar ein wenig bedrohlich beugt er sich über mich, spreizt meine Beine mit seinem Körper, der sich Sekunden später zwischen sie drängt. Sein Gesicht schwebt direkt über meinem und seine Finger üben noch etwas mehr Druck aus, als er mit tiefer Stimme zischt: „Du kleiner Bengel erlaubst dir heute wirklich ganz schön viel!“

Erregung rast durch meinen Körper, ich betrachte seine entblätterte Brust, schaue in das intensive Meeresblau seiner Augen und schlucke. Die Flammen züngeln bereits wild, aber ich will mich so richtig verbrennen. „Und ich erlaube mir noch mehr!“, keuche ich und versuche mich aus seinem Griff zu winden, was nur dazu führt, dass seine Finger sich noch tiefer in meine Haut bohren und er mich noch fester mit seinem eigenen Körper gegen die Tischplatte drückt, um mich im Zaum zu halten – und genau das liebe ich, diese leichte Aggressivität, die nun von ihm ausgeht und dieses Gefährliche; sein Wille, mir meinen Willen nicht durchgehen zu lassen.

„Achja?!“, zischt er giftig.

„Ja, Chris!“, zische ich zurück und ernte dafür eine saftige, klatschende Ohrfeige. Der Schmerz rast von meiner Wange regelrecht durch meine Brust und entlädt sich in meiner Mitte. Gott, wie ich diese autoritäre Geste liebe! Diese harte Schule – Christopher der strenge Lehrer und ich der ungezogene Schüler, der Respekt auf die harte Tour lernen muss. Manche werden das nie verstehen, dieser Fakt ist mir jedoch mehr als egal!

„Treib' es nicht zu weit, Niko“, warnt er mich mit diesem neckenden Unterton, der schon wieder ein Kribbeln in meiner Magengegend auslöst – und mich nur noch weiter anheizt.

„Wieso?“, frage ich gespielt und muss kurz aufstöhnen, als seine Fingernägel tief in meine Handgelenke schneiden und er mich mit seinem Becken weiter gegen das Holz drückt. „hast du nicht den Arsch in der Hose, um mich angemessen zu bestrafen? An deiner Stelle würde ich den Flogger raus holen und den frechen Sklaven ans Bett fesseln und ihm den Hintern versohlen, bis er mir winselnd verspricht sich zu bessern und gehorsam seinem Herren zu folgen!“

Stille.

Ja, ich fordere genau die Strafe, die damals eskaliert ist. Ich bitte um die Wiederholung genau jener Situation, die in einer kleinen Katastrophe geendet ist. Weil das scheinbar der einzige Weg ist, diese Geschichte komplett hinter uns zu lassen.

Christopher schluckt.

In seinen Augen erkenne ich eine Mischung aus Erregung, Irritation und Unsicherheit. Doch Letzteres verschwindet beinahe augenblicklich aus seinen wunderschönen Augen. Ja, es ist definitiv die Erregung, die Stückchenweise in den Vordergrund tritt und restliches aus diesem Blau und wahrscheinlich auch aus seinen Gedanken vertreibt.

Er reißt mir meine Klamotten vom Leib, während er mich gleichzeitig durch seine Wohnung zerrt. Eine kleine Spur aus Stoffen entsteht. Als er mich aufs Bett schubst, bin ich bereits splitterfasernackt. Er packt meine Arme und drängt mich in die Mitte der Matratze. Er bindet mich fest, an diese versteckten Vorrichtungen, die elegant unter der Matratze verschwinden können, meine Arme in beide Richtungen gestreckt; sogar meine Beine macht er fest, sodass mein Körper ein zartes X formt und ich eigentlich nur noch meinen Hintern heben kann, mich knapp zur Seite bewegen kann.

Er tut mir weh.

Der Flogger saust auf meine sensible Haut und ich zucke. Mein Hintern wird warm. Es ziept. Mein Schwanz zuckt.

„Was habe ich bei deiner Erziehung eigentlich falsch gemacht?“, raunt Christopher. Halb schreie ich, halb stöhne ich, als die zahlreichen Lederriemen wieder auf meinen Po sausen. „dass du auch immer wieder so aufmüpfig wirst, Niko!“, moniert er weiter und ich kann die Erregung in seiner tiefen Stimme allzu deutlich hören, dieses verführerische Timbre, das sich in meinen Gehörgang frisst.

Ich riskiere einen Blick nach hinten. Verglichen mit anderen Kleidungsstücken ist die Stoffhose, die er gerade trägt zwar ziemlich weit, seine Erregung kann sie dennoch nicht verbergen. Christopher ist hart.

„Ahhhhh!“, schreie ich – und er macht weiter. Weil ich es will.

Seine Schläge werden härter. Wie damals. Aber dieses Mal erfasst mich kein seltsames Gefühl, mich erfasst keine Furcht und der Schmerz wird nicht unerträglich.

Falsch.

Der Schmerz ist unerträglich.

Ich winde mich wie ein Irrer auf der Matratze und versuche der Peitsche zu entweichen. Vergeblich. Dass diese Versuche aussichtslos sind weiß ich. Trotzdem probiere ich es, weil gerade diese Zwecklosigkeit mich anmacht; die Tatsache, dass ich Christophers Strafe nicht entkommen kann, weil ich sie verdient habe.

„Dein Arsch ist wundervoll rot“, brummt er, als er die Lederriemen erneut auf meine Haut aufkommen lässt; ich keuche und Christopher beginnt mich zärtlich mit ihnen zu streicheln. Es ist dieser Wechsel aus harten Schlägen und sanften Streicheleinheiten, der mich fast um den Verstand bringt.

Ich kann mich nicht anfassen, weil meine Hände angekettet sind. Ich kann meinen Schwanz nicht einmal an der Matratze reiben, weil mein Körper bei jedem Schlag aufzuckt. Und trotzdem bahnt sich ein Orgasmus an; angetrieben allein von dem Schmerz, der Züchtigung, die Christopher mir auferlegt. Ungehalten stöhne ich meine Pein und meine Geilheit hinaus, während es immerzu heftiger in meiner Magengegend brodelt und mein Geschlecht wild zuckt. Beinahe scheint es so, als würden meine Schenkel so wie mein Hintern zucken, der schamlos malträtiert wird.

„O Gott!“, stöhne ich – sogar der Windzug auf meiner Haut schmerzt und Christopher schlägt mich weiter. Ich kann nicht mehr; mir ist schwindlig, es kribbelt, es prickelt, die Fesseln an meinen Beinen und Armen fressen sich in mein Fleisch. „O Fuck...!“ Ich komme hart und mit einem lauten Stöhnen. Kaum verständlich lalle ich: „O Gott, Christopher! Ich werde mich bessern...nghn.... ich...“ Schon wieder saust der Flogger auf meinen Hintern nieder. „AH! ICH VERSPRECHE ES!!!“ Mein Master hält inne; das Leder landet sanft auf meiner gereizten Haut und streicht bedächtig darüber. „Ich werde brav und gehorsam sein und auf jedes deiner Worte hören! Bitte!“

„Hast du genug, mein Kleiner?“, fragt er und ich spüre, wie das Bett ein Stückchen nachgibt, als er sich neben mich setzt und seine Fingerkuppen bedächtig über meinen Rücken nach oben gleiten.

„Ja, Christopher!“, keuche ich und schließe meine Augen.

Mein Herr löst daraufhin meine Fesselung, befreit mich. Ich erschaudere, als er meinen geschundenen Hintern so zärtlich eincremt und sich dann zu mir herunter beugt und amüsiert flüstert: „Du hast mein Bett eingesaut.“

Ich muss kichern. „Ich mach's gleich sauber.“

„Das will ich hoffen.“ Er grinst.

Einige Stunden später liegen wir im frisch bezogenen Bett, aneinandergekuschelt, das Licht schon ausgeschaltet, bereit in einen Schlaf abzudriften.

„Was meinst du, sehen wir Andreas und Hendrik wieder?“, murmele ich.

„Ich weiß nicht. Aber ein Gefühl sagt mir, dass wir sie auf der Party von Holger und Martin treffen werden. Und ich schätze auch, dass sich dann entscheiden wird, ob sie sich unserem Stammtisch anschließen oder eben nicht“, antwortet mir mein Freund.

„Hmmm“, mache ich. „Ich glaube Hendrik hat noch richtig Schiss vor der ganzen Sache.“

Christopher lacht leise und zieht mich dann auf: „So wie du am Anfang?“

„Ja, aber bei mir hat die Neugier von Anfang an die Oberhand gehabt!“

„...das stimmt wohl“, stimmt Christopher zufrieden zu und gibt mir einen sanften Kuss auf die Wange. „Und jetzt schlaf endlich, ich muss früh raus.“

„Ist das ein Befehl?“

„Klang es wie eine Bitte?!“

Ich grinse. „Nein, Christopher...“, flüstere ich.

„Na, also.“

 

 

 

Die kommenden Tage vergehen wie im Flug. Ich habe so viel zu lesen für die Uni, dass ich sogar mit Paul und Markus am Samstag ein Bier trinken gehe. Christopher freut sich sogar richtig, dass ich etwas mit meinen Freunden unternehme. Natürlich gibt es einen Kontrollanruf gegen Mitternacht, mein Freund holt mich sogar vom Pub ab und schleppt mich ins Bett, vergeht sich an mir und ich genieße jede Minute davon.

Es ist Donnerstag, als ich schon früh die Uni verlasse und schnurstracks zu Christopher fahre. Ich öffne die Wohnung mit meinem Schlüssel, schließlich ist mein Freund noch auf der Arbeit, geht wichtigen Fällen nach und wird erst spät hier eintreffen. Ich mache es mir vor dem Fernseher gemütlich und öffne eine Tüte dieser genialen, scharfen Kartoffelchips – nein, ich habe einfach keine Lust zu kochen. Und auch wenn ich an eine mögliche Belohnung denke, so kann ich mich heute einfach nicht aufraffen, an meinen Kochkünsten zu arbeiten.

Gegen 18 Uhr klingelt das Telefon, eine halbe Stunde, nachdem Christopher mich angerufen hat, um zu erfahren, wo ich bin und was ich treibe. Ich soll auf ihn warten, er bringt etwas Warmes für ein Dinner mit.

„Bei Lang?“, gehe ich ans Telefon.

„Hallo, Niko!“, begrüßt Kilian mich.

„Ah, hi! Was gibt’s? Schon Hendrik und Andreas ins Vorführschlafzimmer geschleppt?“, scherze ich grinsend und Kilian schnauft gespielt empört.

„Hat Christopher dir heute etwa noch nicht genügend den Arsch versohlt, was?“, gibt er zurück.

„Der ist noch arbeiten“, erkläre ich ihm ruhig und er lacht.

„Na, das hätte ich mir ja auch irgendwie denken können. Hör mal, ich wollte euch fragen, ob ihr am Samstag nicht Lust habt, vor Holgers Party noch etwas in der Gerte zu trinken.“

„Ich leite das an Christopher weiter, aber ich denke schon, dass er zusagen wird.“

„Bestimmt, Miriam ist ja auch da“, fügt der Arzt amüsiert hinzu und ich verdrehe die Augen. Er liebt es einfach, mich aufzuziehen.

„Falls du auf Drama hoffst, guck dir lieber eine Telenovela an“, antworte ich trocken.

„Ich überleg's mir. Sag deinem Herren, er soll mich anrufen, ja?“

„Du hast mir gar nichts zu sagen“, scherze ich, füge dann aber beschwichtigend ein. „aber ich werde es ihm trotzdem auf jeden Fall ausrichten.“

„Wunderbar, ich wünsch' dir was! Bis übermorgen wohl dann!“

Christopher kommt erst gegen neun nach Hause und ich bin richtig stolz auf mich, dass ich ihm von Kilians Anruf beim Essen berichte und es mir nicht erst mitten in der Nacht wieder eingefallen ist. Mein Herr ruft den Arzt noch heute an und besiegelt unser Treffen. Spät gehen wir schlafen und ich bin selbst nach einer eiskalten Dusche am nächsten Morgen nicht ansprechbar. An der Uni penne ich alle Vorlesungen durch und die Dozenten interessiert es kein bisschen.

Es ist gegen vier, als ich mich entschließe, bei Christopher im Büro vorbei zu schauen. Ein Spontanbesuch, ein kurzer Abstecher in Hoffnung, dass mein Freund für mich Zeit haben wird. 

Christophers Sekretärin Johanna nickt mir freundlich, so wie immer. „Setz' dich, ich sag ihm, dass du da bist.“ Eine Minute später legt sie den Hörer zurück in die Ladeschale. „Schätzchen“, sagt sie vorsichtig zu mir und lächelt milde. „Christopher sagt, du sollst nach Hause gehen. Er hat ja jetzt auch so viel zu tun, weißt du, ein wichtiger Kunde war heute da und der hat ganz schön viel Arbeit hinterlassen...“

„Okay, verstehe. Ich wünsche dir nen schönen Tag. Oh. Unten hat ein neuer Bäcker aufgemacht, soll ich dir eben was holen?“, biete ich an und Johannas Lächeln wird breiter.

„Das ist ja lieb von dir! Ja gern, hier“, sie gibt mir etwas Geld. „Die Schokocroissants sind lecker, ich hätte gern eins, wenn noch welche da sind. Und, oh, nur so als Tipp: Christopher liebt die Blaubeermuffins.“ Sie zwinkert mir zu.

„Alles klar.“

Der Fahrstuhl bringt mich nach unten. Tatsächlich ist nur noch eines der französischen Gebäcke übrig und zwei der erwähnten Muffins. Ich nehme beide. Ob Christopher mir wohl glauben würde, ich hätte sie gebacken? Auf diese Lüge sollte ich mich wohl erst gar nicht einlassen. Als ich fünf Minuten später wieder die Kanzlei betrete, fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. Vor Johannas enormen Schreibtisch steht Christopher und knöpft sich, während er hastig etwas mit seiner Sekretärin  bespricht, den Mantel zu. Neben ihm steht eine hübsche Frau. Dunkles Haar, volle Lippen, lange Wimpern, hohe Schuhe, ein elegantes Kleid und ein ebenso feiner Mantel zieren ihren Körper. Ich kenne sie nicht. Eine Kundin?

Er sagt irgendetwas zu ihr, dieses charmante Lächeln auf seinem glatten Gesicht und sie antwortet mit einem ebenso charmanten Lachen – und wie sie ihn dabei ansieht! Ja, diese Frau erinnert mich definitiv an Miriam und plötzlich bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob Kilian morgen wirklich kein Drama erleben wird; weil mir die Art, wie diese Unbekannte meinen Freund ansieht, einfach nicht gefällt.

Natürlich – Christopher steht nicht auf Frauen. Er ist mir immer treu gewesen.

Er ist Anwalt und kann seine Mandanten nicht wie Dreck behandeln, mit Ignoranz strafen, schließlich lebt er von ihrem Geld. Und trotzdem. Ich möchte nicht behaupten, ich sei eifersüchtig, denn das würde nur Sinn machen, wenn Christopher mit einem hübschen Kerl, einem potenziellen Sklaven, Nettigkeiten austauschen würde, flirten würde, doch das tut er nicht. Vielleicht bin ich in diesen Momenten einfach nur angenervt, dass er mir sagt, ich solle nach Hause gehen, weil er ja angeblich so viel zu tun habe und nun scheinbar mit dieser Frau sein Büro verlässt. Sie gehen Essen. Nun, da ich so nahe bin, kann ich es genau hören, den Namen des Restaurants, den Christopher ausspricht.

Johannas Augen legen sich auf mich.

„Hier, dein Croissant“, sage ich und gebe es ihr zusammen mit dem Wechselgeld.

Kaltes Blau legt sich auf mich.

„Hallo“, grüße ich meinen Freund kühl und nicke auch der Unbekannten kurz zu.

„Hallo, Niko“, entgegnet mein Freund, dann schon wendet er sich wieder der Frau zu. „Ich muss noch etwas klären, warte doch unten auf mich, ja?“ Seine Stimme ist nett und freundlich.

„Okay!“, ertönt die feine Stimme. „Wiedersehen!“, ruft sie Johanna und mir zu und wirft mir noch ein nettes Lächeln zu. So alt kann sie gar nicht sein. Wahrscheinlich Mitte 20?

„In mein Büro“, ordert Christopher plötzlich und erst, als er sich schon in Bewegung setzt, erkenne ich, dass er mich meint. Ich folge ihm eilig und die Tüte vom Bäcker knistert in meinen Händen. Lautlos ziehe ich die Tür hinter mir zu. Christopher steht direkt vor mir, die Hände gegen seine Seiten gestemmt. Ich räuspere mich.

„Ich... hab dir Blaubeermuffins mitgebracht“, murmele ich dann und strecke ihm die Tüte entgegen. Sein Blick bleibt an ihr haften und plötzlich weicht diese ernsthafte Miene von seinem Gesicht; er lächelt und nimmt das Gebäck entgegen.

„Das ist sehr aufmerksam von dir. Auch, dass du Johanna noch etwas geholt hast“, sagt er. Ist das ein Lob? „Aber hatte ich dir nicht gesagt, du sollst nach Hause gehen?“ Scheinbar nur ein Halbes...

„Ja, ich, ähm, ich weiß auch nicht, ich wollte einfach nett sein“ Natürlich war der Bäcker nur ein Vorwand, um etwas Zeit zu gewinnen, ihm vielleicht tatsächlich noch im Flur zu begegnen – ihm die Muffins kurz in sein Büro zu reichen.

Ich bin etwas überrascht, als er plötzlich einen Schritt näher kommt und mir einen keuschen Kuss auf die Lippen drückt. „Du kleiner Lügner“, raunt er grinsend. „Und jetzt ab nach Hause, ich lade die junge Dame jetzt noch zum Essen ein und lasse mich von ihr anhimmeln.“ Mein Herz fängt an zu rasen und Christopher lacht. „Entspann dich, mein Kleiner“, fügt er sanft an. „Das ist die Tochter eines Bekannten meines Vaters, okay? Und sie ist frisch verheiratet und absolut nicht an mir interessiert. Niko, manchmal weiß ich wirklich nicht, was ich mit dir anstellen soll – du weißt doch, dass ich nur auf Schwänze stehe. Eigentlich nur auf deinen. Und deinen Arsch“, neckt er mich und kneift in meine rechte Pobacke. „Also zieh nicht immer so ein Gesicht, wenn mich jemand nett anguckt, klar?“

„Ja, ja, ist ja gut...“, murmele ich und lasse meinen Blick zu Boden wandern.

„Oh, diese respektlose Antwort wird dir heute noch Leid tun...“

Und das tut sie dann auch... im positiven Sinne.

Als ich am Samstag aufwache, tun mir noch alle Glieder weh von unserem Fesselspielchen. Mein Mund ist trocken und ich mache mich auf die Suche nach Wasser. Christopher steht bereits in der Küche, nur in einer knappen Boxershorts. „Guten Morgen!“, begrüßt er mich freudig und ich muss lächeln.

„Hey...“

Wir frühstücken gemeinsam. Wir duschen sogar zusammen. Wir kaufen ein. Und um 21 Uhr machen wir uns langsam fertig. Christopher wählt ein Outfit für mich aus und ich betrachte mein Abbild neugierig im Spiegel. Eine Lackhose, enganliegend, ohne viel Schnick-Schnack. Nur der Reißverschluss fällt auf. Dieser lange silbern funkelnde Zipper, der mir bis unter die Hoden reicht – darunter lässt mein Freund mich nichts tragen. Eine hastige Bewegung, und alles würde offen liegen. Ich glaube genau deswegen hat Christopher sie mir gekauft. Deswegen lässt er sie mich heute tragen. Das langärmlige Hemd ist weder warm noch bedeckend, denn die Front besteht aus einem Netz aus dichten Karos und legt meine Brust vollkommen offen. Ich schlucke, als Christopher spielerisch über meine Nippel streicht.

Er selbst trägt eine seiner hochwertigen Lederhosen, die seinen Knackarsch betonen. Die massive Gürtelschnalle ist eine fein gearbeitete Triskele. Auffallend auch wegen ihrer Größe. Dazu trägt er ein enganliegendes, pechschwarzes T-Shirt mit einem massiven V-Ausschnitt; schwarze Schnüre spannen sich über seine ansehnliche Brust und halten den Stoff zusammen. Ein echter Hingucker. Ich weiß schon, woran Miriams Augen heute Nacht kleben werden.

„Wollen wir?“, fragt er mich und ich nicke, wir setzen und in Bewegung. Natürlich nimmt er den Wagen, er trinkt nicht viel. Wahrscheinlich wird er sich heute wieder nur ein Glas Rotwein genehmigen. Ob er mir wohl erlauben wird, etwas Härteres als Bier zu trinken? Wir werden sehen.

Während der kurzen Fahrt zur Gerte läuft Jazz und ich betrachte den besonderen Ring an meiner rechten Hand. Natürlich tragen wir sie heute wieder. Heute weiß jeder um uns herum, in was für einer Beziehung wir uns befinden. Kein Versteckspiel, sondern offen gelegte Karten.

Kilian ist bereits vor Ort. An seinem Tisch sitzen Ina und Karina; und natürlich Miriam. Miriam, die heute ein Lederkorsett trägt, das ihre schon von Natur aus wohl geformten Brüste noch praller erscheinen lässt. Ihr dunkles, violettes Augen-Make-Up passt zu dem Minirock in derselben Farbe. Sie lächelt breit, als Christopher auf sie zugeht und lacht charmant, als er ihr, ganz der Gentleman, einen Handkuss gibt und ihr danach tief in die Augen schaut. Die restlichen Damen unseres Tisches begrüßt er zwar mit derselben Geste, aber Miriam bildet sich sicherlich etwas darauf ein.

„Hallo!“, begrüße ich der Einfachheit halber alle in der Runde und hebe meine Hand. Mein Freund rutscht neben Miriam und ich nehme natürlich an seiner Seite Platz und sitze schon wieder Kilian gegenüber, der mir mit einem breiten Grinsen zur Begrüßung zunickt.

„Und?“, frage ich nach. „Haben sich Andreas und Hendrik bei dir gemeldet?“

„Du scheinst kein anderes Gesprächsthema mehr zu haben, was?“, neckt der Mediziner mich und ich zucke die Schultern.

„Wir treffen die beiden gleich auf der Party“, erklärt Ina mir grinsend, als sie sich leicht über den Tisch in meine Richtung beugt. Christopher wendet mir daraufhin seinen Kopf zu und grinst, so als wolle er mir non-verbal mitteilen wollen: 'ich hab's dir doch gesagt.'

 

„Allerdings glaube ich, dass es eher an euch beiden liegt, als an meinen Überredungskünsten“, redet Kilian weiter und Karina lacht.

„Das denke ich allerdings auch!“, sagt sie.

„Ist das so...?“, meint Christopher und Miriam kommentiert das Ganze mit: „Das würde mich wirklich nicht wundern...“

Mein Freund und Karina erzählen ihr ein wenig von den beiden, während meine Gedanken nur kurz zum Treffen vor rund einer Woche zurück wandern. Mir fallen Lukas' Worte ein. 'Der Andreas sieht Adrian irgendwie ähnlich. Adrian in jungen Jahren. Ich musste echt schmunzeln.' Richtig – ich habe vergessen Christopher danach zu fragen. Adrian... Wirklich, der Name kommt mir bekannt vor.

Die Bedienung kommt auf uns zu. Christopher bestellt ein Bitter-Lemon für sich. Für mich gibt es eine Cola. Ob ich später wohl etwas Alkoholisches trinken darf?

Wir bleiben nur eine halbe Stunde, trinken unsere Drinks leer. Wir betreiben Smalltalk, tauschen triviale Anekdoten aus. Dann endlich gehen wir los. Natürlich entscheidet sich Miriam dazu, mit Christopher und mir zu fahren. Oder besser gesagt: mein Freund bietet es ihr an, während der Rest der kleinen Truppe zu Karina ins Auto huscht.

„Ab nach hinten!“, befiehlt Christopher mir, als wir uns seinem Wagen nähern. Ich beiße mir auf die Zunge. Sein Grinsen suggeriert mir, dass er mich einfach nur aufziehen will, aber natürlich gehorche ich ihm aufs Wort. Ich will seine Autorität ganz bestimmt nicht vor Miriam in Frage stellen! Es reicht, dass ich ihn letzte Woche schon so in der Gerte blamiert habe. Heute soll nicht noch einmal so etwas passieren.

„Ich bin gespannt, was Holger Hübsches auf die Beine gestellt hat“, sagt Miriam, als Christopher den Wagen in Bewegung bringt.

„Zwei Tanzflächen auf zwei Ebenen“, erwidert Christopher ruhig.

„Oh, ja stimmt! Dieser neue Klub, den sie gemietet haben!“, ruft Miriam aus.

„Etwas abseits.“

„Das ist doch immer besser so.“

„Das stimmt allerdings.“

Bei diesen Worten kommen immerzu die Erinnerungen an meinen Geburtstag in mir hoch...

Mein Freund und Miriam unterhalten sich weiter über irgendwelche Partys, über den Verkehr und Wohnungspreise. Ich schweige und schaue aus dem Fenster, betrachte die halb im Schlaf versunken, halb zum Leben erwachte Stadt, durch die wir im Eiltempo fahren. Es wird dunkler um uns herum, nur von weitem sieht man das beleuchtete große Gebäude, das wie ein Warenhaus aussieht.

Christopher parkt den Wagen nur einige Meter vom Eingang entfernt. Karina hält direkt neben uns. Ich steige aus, atme die Nachtluft ein. Die Jacken lassen wir im Wagen. Kühler Wind streicht über meine spärlich bedeckte Brust und mein Freund tritt an mich heran, hebt mein Kinn mit seinem Zeigefinger an und schaut mir in die Augen. Er sagt nichts, als er mir mein Lederhalsband umschnallt. Seine Beifahrerin steht lässig gegen den BMW gelehnt und betrachtet Christophers Tun aus direkter Nähe. Ich kann beinahe schon ihren warmen Atem an meiner Wange spüren, aber ich würdige sie keines Blickes. Stattdessen ruhen meine Augen auf Christopher, der mir gerade die Leine anlegt. Es klickt ganz kurz, als der Chromverschluss in den silbernen Ring einhakt. Brüsk zieht Christopher mich nun an seine Brust. Er grinst und ich höre Miriam amüsiert schnauben.

Mein Master blickt mir direkt in die Augen.

Dann küsst Christopher mich. Und es ist nicht der normale keusche Kuss, den wir sonst vor Bekannten austauschen, wenn überhaupt, sondern das ganze Programm; inklusive Zunge und leichtem Seufzen meinerseits, zuzüglich seiner Finger, die sich in meinem Haar verfangen.

Miriam sagt etwas zu Karina und ich höre, wie sich die gesamte Gesellschaft schon langsam von uns entfernt.

„Du benimmst dich heute, verstanden?“, sagt Christopher in ernstem Ton und ich versichere ihm, dass ich gehorsam sein werde. „Gut“, meint er daraufhin und hält mich weiterhin an der Leine fest; blickt mir noch immer tief in die Augen. „Du hörst auf jedes meiner Wörter, ich habe das Geld und entscheide, was du trinken wirst, oder nicht. Wenn du tanzen willst – frag mich. Wenn du auf Klo willst – frag mich. Wenn du ne Cola willst – frag mich. Ich sage dir, ob du dich setzten darfst, ansonsten bleibst du brav an meiner Seite stehen, bis ich dir etwas anderes sage, kapiert?“

„Ja, Christopher.“

„Noch irgendetwas zu klären?“

„Darf ich Alkohol trinken?“

„Darfst du. Ich entscheide wie viele Drinks, alles klar?“

„Ja, Christopher.“

„Gut, dann lass uns schnell reingehen, ich will nicht, dass du dich erkältest“, fügt er eine Spur milder an. Sein diabolisches Grinsen nimmt jedoch nicht ab. Harsch zerrt er mich an der Leine hinter sich her und ich folge ihm, meinem Herren.

 

 

24

 

Die Türsteher lassen uns die große Doppeltür aus Eisen passieren. Bekannte von Holger machen an diesem Abend die Kasse. Ein schlaksiges Mädchen im kurzen Gothic-Kleid, mit auffallenden Rüschen am Saum und knallroten, toupierten Haaren, nimmt die Geldscheine entgegen. Ein hagerer Kerl Mitte 50, mit Glatze und Sklavenring um den Hals, drückt uns vor dem Eintreten den Stempel auf den Handrücken. Dass es sich dabei um eine Triskele handelt, ist mal wieder sehr klischeehaft. Aber nimmt nicht gerade das Spiel mit Klischees so eine große Rolle in unserer Szene ein? Und macht es nicht auch Spaß, diese Stereotypen auszureizen?

Christopher zahlt und zerrt mich ruppig an der Leine hinter sich her, während er sich mit Karina ruhig und gelassen unterhält. Er wirft mir einen kurzen ermahnenden Blick zu, als ich aus Versehen fast über meine eigenen Füße stolpere – wie klischeehaft.

Kilian trägt einen kleinen Flogger an seinem Ledergürtel befestigt, um seinen Status zu demonstrieren – wie klischeehaft.

Und als wir den breiten Flur passiert haben und den ersten großen Saal betreten, hämmern die dumpfen Beats der Musik bereits gegen meine Schläfen und eine männliche Stimme singt in tiefem, verführerischen Ton „küss mich, leck mich, schlag mich, peitsch mich aus!“ - wie klischeehaft; und herrlich.

Der Raum ist riesig. Ja, hier waren wir schon mal. Ich bin mir sicher, als ich den langen Tresen an der linken, schwarzen Wand erblicke, mit dunkelgrünem Glas hinter den Regalen voller Flaschen. Dieses Grün findet sich überall wieder, auch in giftigeren Nuancen. Es zieht sich an den Säulen entlang, die eher dekorative als architektonische Zwecke erfüllen und auch die Tische und Stühle, die Bänke und die Sitzkissen in den kleinen Zimmerchen tragen diese Farbe. Unauffällig linse ich in diese Separees hinein, doch noch ist dort niemand wirklich zugange. Deswegen stehen die Türen auch offen.

Mein kurz riskierter Blick entgeht meinem Herren natürlich nicht.

Harsch zieht Christopher an der Leine und ich pralle gegen seine Seite. „Niko!“, knurrt er ermahnend und ich senke demütig mein Haupt. Ich höre ihn genervt mit der Zunge schnalzen, dann geht unsere kleine Reise durch den Klub weiter. Es gibt eine große Tanzfläche; eine ebenso große Play-Area mit kleiner Zuschauertribüne – wenn man denn so will. Abgetrennt durch ein dickes Seemannsseil. Wie klischeehaft.

Wir nehmen an einem größeren runden Tisch unweit des Haupttresens Platz. Das heißt: die anderen setzen sich. Ich verharre direkt hinter Christophers Stuhllehne, starre den im Diskolicht seicht glitzernden Boden an und warte auf ein Signal meines Masters. Doch das bleibt aus. Statt des Befehls, mich auf den freien Platz neben ihn zu setzen, beginnt Christopher ein Gespräch mit Kilian und Ina, die irgendein rechtliches Problem haben; sie hatten es schon kurz in der Gerte angesprochen. Ein kaputt gegangener Autospiegel, irgendetwas Belangloses, Trivialitäten, die dennoch einmal rechtlich geprüft werden könnten.

Aus den Augenwinkeln erkenne ich, wie sich die Location langsam mit Seelen fühlt. Besonders der Kerl im Ganzkörper-Rubber-Anzug fällt mir auf. Der Gummimaskenmann. Ich muss grinsen. Demütig kniet er sich gerade vor dem Kerl mit breiten Schultern hin, der ihm seine klobigen, funkelnden Stiefel direkt vor sein Gesicht hält. Kontaktaufnahme auf eine ganz besondere Art.

Ich kann gar nicht sagen, ob ich in solch einem Szenario jemals fähig wäre, so offen auf jemanden zuzugehen. Christopher hat mich in die Szene eingeführt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich ohne seine Führung jemals in dieses Leben gefunden hätte, diese Seite an mir entdeckt hätte. Und wenn doch – dann weiß ich nicht, ob ich so selbstsicher devot sein könnte – wenn ihr versteht was ich meine. Ich weiß nicht, ob ich alleine auf Partys gehen könnte, um mir dort einen Herren zu suchen, ob ich mich trauen würde, jedermann einen Blick in mein Innerstes zu geben, denn für mich ist meine devote Ader nun mal mein Innerstes.

Aber dieses was-wäre-wenn-Spielchen ist nicht von Bedeutung. Ich bin hier, das ist alles was zählt und ich genieße die Art, in der Christopher mich gerade vor unseren Freunden demütigt.

Aus dem Augenwinkel betrachte ich ihn. Er sieht umwerfend aus. Dieser tiefe Blick auf seine Haut zwischen der dunklen Schnürung macht mich ganz kribbelig, ebenso wie der Anblick seiner Oberschenkel, gefangen in dem tiefschwarzen Leder. Seine blonden Haare, wieder mal penibel nach hinten gekämmt, stehen im heftigen Kontrast zu seiner düsteren Kluft. Ich lecke mir über meine trockenen Lippen und senke meinen Blick wieder gehorsam zu Boden.

„Na, wen haben wir denn da?“, ertönt Holgers erheiterte Stimme plötzlich von der Seite, aber ich blicke ihn nicht an. Schließlich spricht er momentan auch nicht mit mir, sondern mit meinem Herren und dem Rest der Gesellschaft.

„Hallo Holger!“, begrüßt mein Master ihn. Er steht sogar auf, um ihm die Hand zu schütteln, ihm freudig auf die Schulter zu klopfen. Die beiden verstehen sich wirklich gut. Holger ist eben ein netter Typ und ich schätze ihn wirklich sehr.

Plötzlich ist da wieder diese Szene in meinem Kopf und dieses Gefühl, dieses Kribbeln – ich im Strappado im Spielzimmer; Holger und Christopher bei einer Schachpartie nur weniger Meter entfernt.

„Begrüß' gefälligst den Gastgeber!“, reißt Christophers strenge Stimme mich zurück in die Realität und ich hebe instinktiv den Kopf. Holgers dunkle Augen begegnen mir, er lächelt. Ein wenig fies. So wie immer. Auch er trägt Leder. Lederschuhe, Lederhosen, sogar eine schwarze Lederweste über dem dunklen Hemd. Ich muss schmunzeln. Hat er sich mit Kilian abgesprochen? Ich sehe ein rotes Paddel an seiner Seite an einem ebenso roten Lederbändchen baumeln.

„Na!“, begrüße ich ihn freundlich und lächel. Holger hingegen verzieht das Gesicht und wendet sich an Christopher.

„Richtig hallo sagen kann dein Sklave immer noch nicht, was?“

Christopher brummt irgendetwas und wendet mir sein Gesicht zu. Wieder einmal hat er mich an seinen Stuhl gebunden, wie einen Hund, oder ein Kind, das nicht abhauen soll. Ich liebe das. Nun begutachtet er mich mit diesem eindringlichen, kalten, gar tadelnden Blick.

„Entschuldige, Christopher. Und entschuldige, Holger“, sage ich nun und senke mein Haupt noch etwas tiefer.

„Schon besser“, sagt mein Freund und ich weiß, dass Holger nickt. Ich schaue ihm nun wieder in die Augen. Kurz, nur für meine erneute Begrüßung. Keine Sekunde länger. Schließlich bin ich heute wirklich nur ein Sklave, nicht mehr. Ein Sklave, der den Mastern den ihnen zustehenden Respekt erweisen muss.

"Guten Abend, Holger.“

„Wie geht’s dir?“, fragt er mich. Er muss meine Begrüßung nicht erwidern.

„Mir geht es gut, danke der Nachfrage. Wie geht es Martin?“

Holger lacht kurz und auch Christopher schmunzelt.

„Sieh mal da hin, Niko“, sagt Holger nun und ich folge seinem ausgestreckten, zum Spielbereich deutendem Arm. Ich erblicke Martin erst auf den zweiten Blick. Ans Andreaskreuz gefesselt im knappen Sklavenoutfit. Daneben die Aufschrift: 'Angucken erlaubt – Anfassen wird bestraft'. Ich muss grinsen. Ja, die beiden stehen auf so etwas, auch wenn Holger, ebenso wie Christopher, sehr besitzergreifend ist. Deswegen dieses eigens dafür hergestellte Schildchen, die subtile Warnung, die andererseits auch spielerisch-provokant wirkt.

Holger setzt sich. Er spricht mit Christopher, er tauscht sich mit Kilian aus, mit Miriam. Karina und Ina hingegen haben sich vom Tisch entfernt. Vorsichtig drehe ich meinen Kopf in Richtung der Tanzfläche. Unter den mittlerweile zahlreichen Gästen in Lack, Leder und Latex kann ich sie schließlich ausmachen. Es ist immer wieder seltsam, die beiden bei ihrem Spielchen zu betrachten. Das Pärchen spielt nicht oft auf Partys. Heute scheint einer dieser Abende zu sein, in denen sie aber doch ein wenig in ihre Spielrolle abrutschen – und Karina ist definitiv die Leitende.

Kurz wird mir flau im Magen, als Christopher an der Leine reißt und ich somit fast automatisch im freien Stuhl lande. Erst jetzt fällt mir auch auf, dass Holger abgezogen ist.

„Was willst du trinken?“, fragt mein Freund mich, während er die Leine langsam von seiner Stuhllehne löst.

„Captain Morgan mit Cola“, entgegne ich ruhig. Christopher lacht.

„Okay“, sagt er schließlich und wendet sich mit derselben Frage an Miriam, die gerne einen Mojito hätte.

„Hier“, sagt mein Freund plötzlich und legt mir einen 50 Euro Schein in die Hand. „Und für mich ein Ginger Ale. Aber dalli!“ Danach löst er den Chromverschluss des Strickes von meinem Halsband.

Natürlich. Er lässt mich laufen, wieso sollte ein Herr auch seinen Sklaven bedienen? Dass ich gleichzeitig noch etwas für Miriam mitbringen muss, ist eine kleine Extra-Demütigung und Lektion. Eine leichte Provokation sozusagen. Was er wohl tun würde, brächte ich ihr das gewünschte Getränk einfach nicht? Nein. Das möchte ich gar nicht herausfinden. Das wäre vor allem Miriam gegenüber nicht fair.

„Ich komme mal mit“, meldet Kilian sich grinsend zu Wort und erhebt sich fast gleichzeitig mit mir. „Und ich passe auf“, fügt er zwinkernd in Christophers Richtung an. Dann schlendert er tatsächlich mit mir durch die enger werden Menschenmenge zur Bar, an der auch immer regeres Treiben herrscht. Die Bedienung trägt ein Lackkleid, das fast bis zum Boden reicht. Sie nickt uns zu, signalisiert, dass sie uns gesehen hat. Wir warten.

Ich mache keine neckenden Kommentare bezüglich Hendrik und Andreas und Kilian provoziert sie nicht. Wir werden bedient, bezahlen und entfernen uns wieder. Natürlich lasse ich Kilian wieder den Vortritt und marschiere hinter ihm her.

An unserem Tisch erwartet uns dann eine kleine Überraschung, auch wenn sie eigentlich vorhersehbar war: unsere beiden Neuen sind da. Und Andreas, der sitzt nirgendwo anders als auf meinem Platz; direkt neben Christopher, dessen Augen sich nun auf mich legen. Er winkt mich heran, ohne das Gespräch mit dem jungen Mann zu unterbrechen, dessen Haut einen Olive-Stich hat und dessen Äußeres einen an den warmen Süden erinnert. Andreas' dunkle Augen erfassen nun meine Gestalt, während mein Master die Getränke entgegen nimmt.

„Hallo, schön dich hier zu sehen“, begrüße ich den jungen Kerl, der sofort beginnt zu strahlen.

„Hey, Niko! Wie geht’s?“, entgegnet er freudig.

Sehe ich da leichte Irritation auf Andreas' Gesicht, als Christopher ohne ein Wort zu sagen die Leine wieder in meinen Ring einhakt und mich daran brutal zu Boden zerrt, direkt zwischen seine Beine manövriert, sodass ich fast schon unter dem Tisch sitze, die Oberschenkel meines Masters auf meiner Augenhöhe? Ja, definitiv: Irritation, gepaart mit sanfter Neugier – und Faszination.

Genau denselben Blick fühle ich auch von meiner rechten kommen. Kurz sehe ich auf und Hendrik erschreckt sogar ein bisschen, als ich ihm in die Augen blicke; da habe ich ihn wohl beim Anstarren ertappt... Ich grinse, nicke ihm kurz zur Begrüßung zu und er hebt unsicher lächelnd flink die Hand. Dann schon redet Miriam einfach weiter mit ihm und ich? Ich starre den Boden an und muss fast schon darüber lachen, dass Christopher mich vollkommen übergangen und das Gespräch mit Andreas bereits wieder aufgenommen hat. So als hätte es nie eine Unterbrechung gegeben.

Wo Ina und Karina wohl sind? Immer noch tanzen? Oder im Separee? An der Bar?

Unweigerlich bekomme ich die Konversation zwischen meinem Freund und Andreas mit. Sie sprechen über das Studium des Jüngeren, das jedenfalls kristallisiert sich nach einigen Sätzen für mich heraus. Rechtswissenschaften. Welch Zufall. Sie reden über irgendwelche Paragraphen und Unikurse; Bücher. Fälle, die groß von der Presse aufgerollt wurden. Ich seufze und lehne meinen Kopf an Christophers linken Oberschenkel, schließe die Augen und muss plötzlich sanft lächeln, als ich seine Finger zärtlich durch mein Haar gleiten spüre; ich genieße es durch und durch, wie er mich so sanft streichelt, während er weiter mit Andreas spricht.

Irgendwo nervt es mich aber doch etwas, dass die beiden ein gemeinsames, intensives Thema haben... mit mir wäre dieses Gespräch gar nicht erst möglich gewesen.

Andererseits sind so viele andere Dinge mit mir möglich...

Christopher beugt sich kurz vor und eine Sekunde später drückt er mir meine Mischung in die Hand. „Danke, Christopher“, schaffe ich es noch zu japsen, bevor er das Gespräch mit dem Mann neben ihm wieder aufgreift, aber ich höre nicht zu, lausche eher der Musik, dem eingängigen Rhythmus mit düsterem Nachhall und amüsiere mich über die sporadischen Blicke Hendriks, von denen er wahrscheinlich gar nicht möchte, dass sie mir auffallen.

Ich nehme die ersten Schlücke; ich liebe dieses Zeug. Erst jetzt fällt mir auf, was für einen Durst ich eigentlich habe. Eifrig gedenke ich ihn zu stillen, schnell, Schluck für Schluck, doch Christopher reißt mir plötzlich das so hastig halb leer getrunkene Glas aus der Hand und stellt es mit einem lauten Knall auf den Tisch. Als ich ihn ansehe, ist sein Blick arktisch streng. Genervt schüttelt er kurz den Kopf.

„Das ist kein Wasser!“, moniert er und ich murmele ein „Entschuldigung, Christopher“.

Nach einer gefühlten Ewigkeit händigt er mir mein Glas wieder und ich trinke weiter. Gemächlich. Nebenbei bekomme ich nur einige Fetzen des pikanten Gesprächs von Miriam und Hendrik mit. Die Dame berichtet gerade von einer Session... und schon wieder schleicht sich dieses Grinsen auf meine Gesichtszüge, das ich einfach nicht weg radieren kann.

Irgendwann ist mein Glas leer und irgendwann nimmt Christopher es mir aus der Hand, drückt mir erneut Geld in die Hand und schickt mich mit einem barschen Befehl los – und ich laufe. Dieses Mal soll ich nur uns beiden etwas bringen. Erleichterung auf der einen Seite, auf der anderen erwartet mich ein regelrechtes Meer an Menschen; Körper überall, viel Gelächter und Gemurmel, laute Musik, es ist stickig. Ich kämpfe mich durch die Massen, betrachte Szenen wie aus meiner eigenen devoten Fantasie, bis ich endlich an diese verflixte Bar gelange. Die scheinbar das Ziel nicht Weniger war; überall warten die Durstigen und ich bin nur einer unter ihnen...

 

Die Zeit vergeht schleppend und ich verspüre schon ein kräftiges Glücksgefühl, als ich meine Hand endlich auf den Tresen legen kann, nachdem das Paar vor mir mit vollen Gläsern abgezogen ist. Doch die beiden Barkeeper bewegen sich weit entfernt von mir; ich weiß noch nicht einmal, ob sie mein Winken entdeckt haben. Ich kann nur hoffen. Minuten vergehen, ich winke nochmal, fast wie ein Irrer und endlich: die Bedienung im langen Latexkleid hebt die Hand, nickt eifrig und hastet dann auch schon direkt zu mir, damit ich endlich die Bestellung aufgeben kann.

Während ich warte und die zahlreichen Flaschen hinterm Tresen betrachte, spüre ich es: diesen Blick intensiven Blick. Jemand beobachtet mich – und eigentlich wäre es nicht das erste Mal auf einer Party, dass ich jemandem gefalle. Dass jemand mit mir spielen will. Meine Mundwinkel gleiten kurz nach oben, ich grinse und es dauert einige Zeit, bis ich meine Miene wieder normalisieren kann und mich dann neugierig zur Seite drehe. Was für ein Kerl mich wohl heute in seiner Fantasie auspeitscht?

Ich erstarre.

Die Augen, die mich betrachten erscheinen im faden Licht fast gänzlich schwarz, so dunkel sind sie. Nein, solche Augen habe ich vorher noch nicht gesehen. Ob das wohl Kontaktlinsen sind? Ich kann es nicht sagen. Der unbekannte, hoch gewachsene Mann trägt eine tiefschwarze Militäruniform, mit passend hohen, klobigen Stiefeln, die ihm fast bis zu den Knien reichen. Ich schlucke und der Mann betrachtet mich weiter. Sein kräftiges Haar ist ebenso dunkel wie seine Augen, wahrscheinlich ein kräftiger Braunton. Er hat einen leichten Bartansatz und an seinem Kinn erkenne ich ein markantes Grübchen. Er grinst und sein Grinsen gewinnt an Tiefe, an Intensität und erst jetzt erkenne ich, dass ich diesen Fremden – der eindeutig ein Master ist, denn deutlicher kann es gar nicht sein – viel zu lange anstarre!

Eilig senke ich den Blick, drehe mich zurück an den Tresen und erschrecke richtig, als sich nur wenige Augenblicke später zwei warme Finger unter mein Kinn legen und meinen Kopf zur Seite drehen

So wie Christopher es immer macht.

Ich kann mich nicht wehren und für einen kurzen Moment fühlt es sich so an, als würde mein Herz einfach stehen bleiben, als würde es für wenige Sekunden lang den Willen, mich am Leben zu halten, vergessen; weil ich so fasziniert von diesem Mann bin. Fasziniert von der rigorosen Autorität, die er ausstrahlt. Mit seinen ausdrucksstarken Augen, seinem kecken Grinsen, seinem Auftreten, dem Schlagstock, den er passend zu seiner fein gearbeiteten Uniform an seiner Seite wie einen Säbel trägt. Mit dem er seinen Subs teuflische Schmerzen bescheren kann. Es prickelt, direkt unter meinem Kinn. Dort, wo er mich unschuldig anfasst. Ein kurzer Kontakt, den der Unbekannte nun schon wieder abbricht.

„Ein herrenloser Sklave, der so forsch seinem potenziellen Master in die Augen sieht? Eine nette Abwechslung“, spricht er mich mit samtig-tiefer Stimme an und lächelt breit. Irgendwie neckend. Provokant.

So sehr mir sein Ton ins Mark und Bein geht – in diesem Moment prallen auch zwei Energien, zwei Gefühlsströme, in meinem Innern gegeneinander. Mein Herz schlägt schneller; Schweiß sammelt sich unmittelbar auf meiner Stirn, obschon Kälte in meine Brust kriecht. Angst. Schock. Schrecken. Alarm. Eine Prise Verwunderung.

„Ich...“, sage ich und meine Augen wandern ziellos umher, streifen die Bar, die darauf stehenden Gläser, die die Frau in Latex mir zusammen mit dem Rückgeld serviert hat, die Gäste neben uns - bis sie wieder auf ihm landen; dem  Fremden. Dem ich nun nicht mehr in die Augen sehen kann. „Ich bin nicht...“

Weiter komme ich gar nicht.

Christopher steht neben mir. Direkt neben mir und lässt seine Augen zwischen mir und dem Unbekannten wandern. Wie soll ich nur seinen Blick beschreiben? Wütend? Unterkühlt? Seltsam belustigt? Aggressiv? Eine Mischung aus all dem? Ich schlucke und Christopher sagt nichts, sondern hakt meine Hundeleine lautlos ein. Im nächsten Moment stößt er mit seinem Bein von hinten in meine Kniekehle – und ich knicke automatisch ein, ich verliere den Halt, sinke auf den Boden. Christopher hilft sogar noch nach – fest drückt er mich an meinen Schultern nach unten.

Somit sitze ich schon zum zweiten Mal während dieser Party auf dem Boden.

Und was macht mein Freund?

Ich wage es nicht, meinen Kopf zu heben, aber ich höre es wage: Er stellt sich vor und der Unbekannte lacht herzlich. Wahrscheinlich schütteln sie gerade die Hände. Mein Herz pocht so wild, dass es beinahe mein gesamtes Hörvermögen einnimmt. Ich versuche mich zu konzentrieren, halte die Luft kurz ein und bewege mich nicht. Nur kurz reißt Christopher wieder an meiner Leine, als er sich auf den freistehenden Barhocker setzt. Und der Unbekannte, so spüre ich hinter meinem Rücken, tut es ihm gleich!

Mein Kopf bewegt sich nun doch vorsichtig nach oben und mein Master registriert meinen Blick beinahe umgehend. Und er missfällt ihm. Grob packt er mich an meinen Haaren und drückt meinen Kopf nach unten, sodass ich schnurstracks auf den Boden blicken muss.

Wenn er dabei nichts sagt, wirkt es noch intensiver...

Mein Mund ist trocken. Ich habe Durst und das Herz in meiner Brust will sich einfach nicht beruhigen. So etwas wie Schuld wächst in mir heran. Immer mehr dieser Schuldmoleküle sammeln sich und formen einem stetig größer werdenden Ballon in meinem Magen. Er drückt unangenehm.

Christopher.

Mein Master.

Der Einzige.

Was ist nur eben in mich gefahren? Wie konnte ich solch eine Faszination für einen anderen Master aufbringen? Ich will doch nur ihn, den Mann aus dem Park, der mich jeden Tag leiden lässt und der mir gleichzeitig täglich Freude beschert, bei dem ich mich geborgen fühle. Von dem ich mich auspeitschen lassen will, der mich fesseln, der mich schlagen und ficken soll.

Kurz erscheinen diese Bilder mit dem Unbekannten anstatt meines blonden Teufels in meinem Kopf – und mir wird kalt. Mich erfasst sogar Schüttelfrost, so falsch ist diese Vorstellung von dem Unbekannten und mir im Spielzimmer.

Ich klammere mich an Christophers linkes Bein. Ich kann nichts dagegen tun, instinktiv fahren meine Finger in das grobe Leder und verankern sich dort. Ich presse mein Gesicht gegen seinen Unterschenkel und atme den intensiven Geruch des Stoffes ein, der ihm so gut steht. Ich schließe die Augen und hoffe auf eine Geste. Grob oder zärtlich – mir ist beides Recht!

„Ah!“, entweicht es meinem Mund, als Christopher plötzlich seinen rechten Fuß auf meiner rechten Schulter platziert und mich mit diesem Druck noch weiter gen Boden drückt. Meine Unterarme liegen nun ausgestreckt auf diesem harten Untergrund; Christopher benutzt mich als netten Untersatz, auf dem er lässig seinen Fuß abstützen kann.

Er benutzt mich. Er degradiert mich. Und ich bin glücklich und sträube mich nicht.

Er zeigt diesem Unbekannten gerade meinen Platz. Der nirgendwo anders ist, als unter ihm, unter Christopher Lang, meinem Herren. Minuten verstreichen, die Musik wechselt, ein reger Austausch an Körpern direkt bei der Bar hält an und Christopher spricht immer noch mit dem Fremden. Ab und an höre ich ihn lachen, amüsiert und herzhaft, dann geht das Gespräch rege weiter. Worüber sie wohl reden? Über mich? Über die Party? Über ihre Herkunft? Über die Musik? Über das Masterdasein?

Nach einer gefühlten Ewigkeit verschwindet plötzlich dieser Druck von meiner rechten Schulter. Instinktiv gleitet mein Blick nach oben. Mit einer einzigen Handbewegung bedeutet mein Herr mir, aufzustehen und ich leiste seinem knappen Befehl unmittelbar folge. An meinen Schultern dreht er mich, sodass ich dem anderen Master nun wieder direkt ins Gesicht blicken kann.

„Niko, das ist Dominik“, raunt Christopher mir direkt ins Ohr. Auf den Lippen des Vorgestellten taucht ein selbstgefälliges Grinsen auf, kurz nickt er mir zu.

„Hallo“, gebe ich schwach von mir, weil ich absolut nicht weiß, was ich von dieser Situation halten soll, was Christopher vorhat, wenn er überhaupt etwas vorhat. Und ich weiß nicht, was in Dominiks Gedanken vorgeht, worüber die beiden sich unterhalten haben, wie sie zueinander stehen.

Müsste Christopher nicht sauer sein, dass dieser fremde Master sein Eigentum berührt hat und davon ausgegangen ist, dass es „herrenlos“ ist? Wieso dann dieser freundliche Ton? Wieso das folgende: „Dominik und mir ist ein wenig nach Kino, also schlage ich einen kleinen Aufenthaltswechsel vor.“ Wieso folgt dieser Aussage ein kleiner Spaziergang durch den Club, auf dem Christopher auch noch Miriam aufgabelt und ich den drei hinterher trotte, bis wir den abgetrennten und ausgewiesenen Spielbereich erreichen und in dem „Zuschauerbereich“ Platz nehmen?

Miriam nimmt in der Mitte der eben erst freigewordenen Bank Platz, Dominik zu ihrer Rechten, Christopher zu ihrer Linken. Mir bleiben genau zehn Sekunden, in denen ich auf beiden Beinen verbleiben darf, dann schon befiehlt Christopher mir harsch „runter!“ und ich sacke zunächst auf meine Knie, betrachte ihn eindringlich und erwarte die nächste Instruktion. Natürlich lässt diese nicht lang auf sich warten. „Niko, ich würde gern meine Beine hochlegen“, säuselt er regelrecht und seine Anweisung wird durch sein spielerisch-provokantes Lächeln delikat untermalt. Dieser arrogante Teufel.

Meine Hände treffen auf den Boden. Auf allen Vieren krieche ich zurecht, sodass mein Master seine Beine ausstrecken, seine Füße auf meinen Rücken legen kann. Niko Klaas, die lebende Fußbank. Und während Miriam den eigentlich für mich vorgesehen Drink trinkt und sich gar köstlich mit Dominik und Christopher unterhält, betrachte ich den Boden und linse nur sporadisch zu den Spielenden. Denn viel zu sehr kribbelt es in meinem Innern, als dass ich mich auf diese visuellen Eindrücke konzentrieren könnte.

Hat Christopher mich jemals so offensichtlich zum Möbelstück auf einer Party degradiert? Nein.

Diese Art der Erniedrigung ist neu. Allerdings überschreitet sie nicht unsere selbst auferlegte Grenze. Es ist keine öffentliche Vorführung in dem Sinne, die mir Kopfschmerzen bereiten und mein Schamgefühl brechen würde. Christopher entkleidet mich nicht, er verschafft mir keinerlei Befriedigung, er stellt mich nicht zur Schau. Er benutzt mich auf eine, wie soll ich sagen... auf eine Weise, in der er meine Position zwar klarmacht, ohne mich dabei zu sehr zu entwürdigen.

Ein seichtes Schamgefühl wallt in mir auf, diese Tatsache kann ich nicht abstreiten. Allerdings ist es mir nicht peinlich; es fühlt sich absonderlich gut an, Christopher so offen dienen zu können. Er markiert mich. Uns. Er festigt unser besonderes Zusammensein. Und irgendwo erregt mich der Fakt schon, dass alle das sehen können.

Zudem bin ich mir sicher: Christopher wird unsere Grenze nicht überschreiten. Erst recht nicht nach unserem Gespräch über den Ausrutscher damals...

Mein Herr führt mich oft an die Grenze heran, denke ich grinsend und rufe Bilder aus meinem Gedächtnis auf. Mir fällt ein, wie er mich einst auf einer Party gefesselt hat, nachdem ich zu lange Tanzen war, was ihm gegen den Strich ging; wie er grob meine Arme packte und sie hinter meinem Rücken fixierte, und dann auch noch meine Beine aneinander band, damit ich wirklich nicht mehr tanzen konnte...

Ja, wir bewegen uns oft an der Grenze. Und das ist das Spannende daran.

Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergeht. Mein Rücken beginnt zu schmerzen und in meinen Armen zieht es schon. Christophers Beine werden schwer und das bewegungslose Ausharren mutiert zur Tortur. Hinzu kommt auch noch eine dringliche Angelegenheit... Ich räuspere mich und drehe meinen Kopf ganz langsam zu meinem Freund, der mit Miriam und mit Dominik erheitert über etwas diskutiert und dabei seinen Blick ab und an über die ihm gebotene Show wandern lässt. Bis seine Augen endlich mich streifen.

„Christopher...?“, spreche ich ihn an und mit einem Mal verschwindet dieses Gewicht von meinem Rücken und mein Freund beugt sich zu mir herab.

„Ja, bitte?“, fragt er im amüsierten Ton.

„Darf ich zur Toilette?“, frage ich ihn.

Er grinst. Dann antwortet er und seine Antwort ist ein fieses, knappes: „Nein.“ Und mit ihm finden auch seine schweren Stiefel zurück auf meinen Rücken und ich beiße mir auf die Zunge, fluche in meinem Innern und schließe die Augen. Dieser Mann macht mich wahnsinnig!

Der Druck in meinem Unterleib wird heftiger mit jeder Minute die verstreicht und ich setze die ganze Kraft in das Zurückhalten dieses Anliegens, sodass meine Arme immer schwacher werden; beraubt der Konzentration und Stärke beginnen sie zu zittern. Nur noch ein kleines Bisschen, dann klappe ich zusammen!

Verdammt, verdammt, verdammt!

Ich versuche mich abzulenken, zähle die Sekunden und als ich bei 426 angelangt bin und bereits versuche meine Nägel in den steinharten Boden zu bohren, hebt Christopher seine Füße von meinem Rücken und beugt sich abermals zu mir herunter. Es sind erlösende Worte, die er spricht: „Jetzt darfst du gehen. Aber beeil' dich.“

Ich renne, stoße gegen einige Leute und entschuldige mich hastig. Fast stolpere ich ein weiteres Mal an diesem Abend über meine eigenen Gliedmaßen, stürme in das stille Örtchen und bin erneut dankbar für die Tatsache, dass dieser Zipper sich so einfach aufmachen lässt.

Wie befreiend dieser simple Gang zur Toilette ist, kann ich gar nicht beschreiben! Ich lächle sogar dümmlich, als ich meine Klamotten wieder in Ordnung bringe. Der braunhaarige Sub in Rubber neben mir grinst mich breit an.

Eilig bewege ich mich zurück zu meinem Herren – und laufe sogar an Karina und Ina vorbei, die mit irgendwelchen Frauen aus ihrer Weiberrunde quatschen. Ich halte nicht an, um sie zu begrüßen und sie beachten mich auch gar nicht. Meine Beine stellen ihre Bewegung erst ein, als Christopher unmittelbar vor meinen Augen auftaucht und erst dann fällt mir auch auf, dass er alleine auf der Bank verweilt, auf der noch eben dieser Dominik und meine geliebte Miriam gesessen haben. Wortlos winkt er mich heran. Geschmeidig fügt sich der Verschluss des Halsbands wieder in meinen Ring. Ein Zerren und ich lande schließlich auf Christophers Schoß. Sein Blick ist tadelnd. So streng. So kalt. Vollkommen einnehmend. Er schmunzelt und ich lausche, warte.

„Schau noch einmal einen Mann so intensiv an wie heute und ich schwöre dir, du wirst es nie wieder vergessen...“, warnt er mich, mit dieser völlig im Kontrast zur Aussage stehenden, ruhigen Stimme; seine Mundwinkel gleiten in ein subtiles Grinsen und in seinen Augen lodert plötzlich etwas auf. Eine kleine Flamme, die das Eis gemächlich zum Schmelzen bringt. Er küsst mich. Harsch und brutal und ich kann nicht glauben, dass seine Hand tatsächlich in meinen Schritt rutscht; hier, direkt vor dieser Szenerie, vor der Fläche auf der verschiedene Geräte aufgebaut sind, auf der gerade ein Sklave ausgepeitscht wird, auf der gerade heißes Kerzenwachs auf einen schwitzigen Körper trifft.

Seine freien Finger verwickeln sich schmerzhaft in mein Haar und meine Nägel bohren sich mechanisch in seine Oberarme. Christophers Hand liegt direkt auf meinem Schritt, er kneift hinein und ich ziehe harsch die Luft ein. Ich weiß nicht, ob uns jemand beobachtet; die Augen der um uns Sitzenden sind eher auf die spielende Gesellschaft gerichtet. Aus meinem Augenwinkel kann ich zudem ein Pärchen weiter hinten erkennen, das durch die Bilder angetörnt ebenfalls die Finger nicht voneinander lassen kann und völlig mit sich selbst beschäftigt zu sein scheint. Ich schlucke und lasse mich abermals von Christophers intensivem Blick verschlingen. Er sagt nichts, knetet mein Geschlecht schweigend durch den schwarzen Stoff; der Reißverschluss fühlt sich kalt an meinem Schwanz an.

Mein Herz beginnt hastig Blut durch meinen Körper zu pumpen.

...und als Christopher plötzlich langsam beginnt, meinen Zipper zu öffnen, bin ich mir auf einmal gar nicht mehr so sicher, was das Überschreiten unserer Grenzen angeht. Unbewusst halte ich die Luft an und erstarre, als seine kalten Finger über mein minimal entblößtes Geschlecht streichen. Noch immer kann ich mich nicht von seinem Blick lossagen. Doch dann ist Christophers Mund plötzlich direkt an meinem Ohr.

„Eigentlich sollte ich da vorne ans Andreaskreuz binden, damit dein blanker Arsch für jeden noch so dahergelaufenen Master zur Verfügung steht“, brummt er und kneift schmerzhaft in meine Vorhaut, sodass ich richtig aufschrecke und aufzische. „das ist es doch, was du willst, oder nicht?“, raunt er kalt und ich schüttel heftig den Kopf.

„Nein, das will ich nicht, Christopher!“, versichere ich ihm im flehenden Ton und suche seinen Blick, der immer noch monierend ist, mit dieser sanften Prise Spott bestückt.

„Achja...?“, zieht er mich auf und seine Hand unterbricht die schmerzhafte Prozedur an meinem Geschlecht. „das sah da vorhin an der Bar wirklich noch anders aus.“

„Nein!“, flüstere ich. „Nein, ich war nur fasziniert von den dunklen Augen und dem Outfit! Mehr nicht! Du bist mein Herr und mein Arsch gehört nur dir!“

Christopher grinst zufrieden und zieht den Zipper wieder hoch.

Ich lecke über meine trockenen Lippen und prompt ist Christophers Gesicht meinem wieder unheimlich nahe; und auch seine Zunge streicht über meinen Mund. Wir küssen uns. Gierig. Als ob wir den anderen einfach verspeisen wollten. Christophers Hände streichen über meine Oberschenkel und ich spiele mit einzelnen Haarsträhnen. Unsere Münder vereinen sich erneut, unsere Zungen stupsen sich gegenseitig an und ich stöhne in seinen Mund, als er plötzlich mit seinem Zeigefinger über meine rechte Brustwarze fährt, sie leicht anstupst.

Luft füllt meine Lungen. Und ich schlinge meine Arme um seinen Rücken; mein Kopf ruht an seiner Schulter und mein Atem kitzelt ihn sicher leicht am Hals. „Bitte verzeih mir, Christopher.“ Er lacht ganz leise und seine Hände streicheln über meinen Nacken. Dann hebt er meinen Kopf an, die Finger unter meinem Kinn und es fühlt sich viel, viel besser an, als die Berührung Dominiks.

„Das wird leider nicht so leicht sein, Niko“, sagt er in einem spöttischen Sing-Sang und blickt mich dabei verführerisch an.

„Ich werde alles ertragen“, entgegne ich seicht heiser. Weiter kommen wir nicht, denn urplötzlich stehen Hendrik und Andreas neben uns.

„Wir wollten uns verabschieden“, eröffnet Andreas uns.

„Hat es euch denn gefallen?“, fragt mein Freund nach, als wir uns beide erheben, um die Neulinge zu verabschieden.

Die beiden nicken und grinsen etwas unsicher. „Ja, hat es“, gibt uns erneut Andreas zu verstehen.

„Und? Sehen wir euch bald in der Gerte wieder?“, hakt mein Freund direkt nach und dieses Mal ist es Hendrik der antwortet.

„Ganz sicher.“

Christopher lächelt charmant, als er beiden die Hand zum Abschied gibt. „Das freut mich“, sagt er dann.

„Echt cool, ich freu mich“, sage auch ich den beiden. „Man sieht sich. Kommt gut nach Hause.“ Zum Abschied schenkt Hendrik mir noch ein herzliches Lächeln.

Ich schrecke leicht auf, als Christopher mir in den Hintern kneift. Er lacht, als ich zusammen zucke. „Ich finde, wir gehen auch gleich“, sagt er dann und ich nicke. „Ja, Christopher.“

Wir genehmigen uns noch ein Getränk. Wir finden Kilian wieder, der uns noch kurz zuwinkt, bevor er mit einem jungen Mann im Separee verschwindet. Karina und Ina knutschen. Und Miriam? Miriam tanzt mit Dominik. Ich kann es nicht fassen!

„Oh, bist du etwa eifersüchtig, Niko?“, zischt Christopher giftig in mein Ohr, als er meinen Blick entdeckt.

„Was?! Nein!“, beharre ich vehement, aber mein Freund lacht nur kühl und erklärt mit dann: „Dominik steht eben nicht nur auf Jungs, mein Kleiner...“ Dann geht er auf die beiden zu und zieht mich einfach mit sich; er verabschiedet sich. Miriam bekommt ein Küsschen auf die Wange. Sie umarmt ihn und grinst mich dabei an und ich kann nichts dagegen tun, als auch sie mich kurz in ihre Arme schließt und mir ins Ohr nuschelt. „Ich wünsche dir noch eine wunderbare Zeit mit deinem Herren!“

Und dann muss ich mich von Dominik verabschieden, der sich schon wieder so kumpelhaft mit meinem Freund ausgetauscht hat. Ich schlucke. Ich will Christopher nicht verärgern, keine Faszination mehr für den halbwegs Unbekannten zeigen. Auch wenn dieses Outfit wirklich der Hammer ist...

„Auf Wiedersehen“, verabschiede ich mich gehorsam, meide aber Dominiks Blick.

„Auf Wiedersehen, Niko“, ertönt dessen dunkle Stimme, dann schon zerrt Christopher mich aus dem Club.

Es ist fast 3 Uhr, als wir zuhause ankommen. Christopher schließt die Tür und ich bleibe zunächst im Flur stehen, denn es könnte sein, das mein Master direkt von mir verlangt, mich auszuziehen. Dass mich eine Strafe erwartet, bezweifle ich nicht. Allein die Frage wie er mich bestrafen wird, stellt sich in dieser Nacht.

Mein Freund legt seine Jacke ab, rückt seine Schuhe zurecht. Er sagt nichts. Schweigend passiert er mich, lässt mich zurück. Ich schlucke. Er ist im Schlafzimmer. Eine Weile später höre ich die Dusche. Dann erreicht mich eine ganze Weile nichts. Er lässt mich warten. Schließlich, nach einer ganzen halben Stunde in der ich regungslos im Flur verharrt habe, kommt er wieder. Er ist nackt und mein Blick wandert unaufgehalten zu seiner südlichen, halb zum Leben erwachten Region. Er ist komplett rasiert, frisch. Erst gestern hat er meine Härchen getrimmt. Ich schlucke. Dann schon werde ich von dem Anwalt durch die Wohnung gezerrt, immer noch an meiner Hundeleine. Erst im Schlafzimmer entfernt er sie zusammen mit dem Halsband. Er nimmt meinen Ring ab und sagt mir barsch: „Zieh dich aus.“

Erst als ich nackt bin und meine Klamotten wieder in seinem Kleiderschrank verstaut habe, bemerke ich diese fiesen Manschetten in seinen Händen. Grob packt er mich an meinem Hinterkopf und zieht mich plötzlich auf die andere Seite des Bettes, unweit der Fenster. Mein Blick fällt auf den Boden. Auf die Decke, die dort achtlos hingeworfen worden ist, das kleine Kissen – und ich verstehe.

Heute Nacht werde ich nicht in seinen Armen schlafen.

Meine Knie treffen auf den weichen Teppich. Christopher schubst mich und dreht mich auf meinen Rücken. Er ist rücksichtslos und mein Geschlecht beginnt anzuschwellen, vor allem, als er in eben jener groben Manier die Manschetten an meinen Hand- und Fußgelenken montiert und diese dann jeweils mit einer Kette verbindet. Wenn ich wollte, könnte ich noch aufstehen und gehen, wenn auch nur kleine Schritte möglich wären. Und trotzdem bin ich gefangen.

„Wenn du mich heute Nacht auch nur kurz aufweckst, prügel ich dich windelweich, kapiert?“

So lautet heute sein „Gute Nacht.“

Erregend.

Das Licht erlischt.

Die Nacht ist schrecklich. Der Boden trotz des Teppichs hart. Unangenehm kratzt er an meinem Rücken; ich bekomme kaum Schlaf. Ab 8 Uhr liege ich wach auf meiner Seite und überlege, ob ich nicht einfach aufstehen sollte. Aber wie Christopher wohl reagieren würde, fände er mich nicht gehorsam auf dem Boden liegend?

Also bleibe ich liegen, doch irgendwann halte ich es nicht mehr aus: ich muss ins Badezimmer!

Vorsichtig erhebe ich mich und schleiche aus dem Zimmer.

Gerade, als ich mir die Hände wasche betritt mein Freund das Bad. Er grüßt mich nicht, sondern geht zielstrebig auf die Badewanne zu und dreht das Wasser auf. Dann erst wendet er sich an mich. Er ist immer noch nackt.

„Geh und mach das Bett ordentlich“, befiehlt er mir und ich haste ins Schlafzimmer, so gut es mir mit der Fesselung eben gelingt, um genau jenes zu tun. Es dauert durch die Ketten zwar etwas länger, aber als ich ins Badezimmer zurückkehre, ist die Wanne trotzdem noch nicht voll gelaufen. Christopher sitzt auf ihrem Rand und schaut dem Wasser zu, betrachtet wie der weiße Schaum langsam heranwächst. Irgendwie wirkt er noch ein wenig verschlafen.

Vorsichtig knie ich mich vor ihm hin. Gehorsam, mit gespreizten Schenkeln und gesenktem Blick und es fühlt sich wunderbar an, als er mir daraufhin zärtlich durchs Haar streicht. Eine sanfte Geste, die ich vollkommen genieße – die folgenden Minuten werde ich hingegen komplett ignoriert. Allein steigt Christopher in das wohlig duftende Bad und entspannt sich, wäscht sich, während ich weiter auf dem kalten Fliesenboden knie.

Er lässt mich sogar noch eine ganze Weile im Bad allein. Erst nach einer Viertelstunde kommt er, nun völlig angezogen, wieder herein. „Frühstück ist fertig, komm mit.“

Ich darf mich nicht anziehen und auch die Fesselung bleibt an meinem Körper. Den ganzen Tag lang. Erst am Abend dieses Sonntags, nachdem wir einen Film geguckt haben – Christopher auf dem Sofa, ich auf dem Kissen zu seinen Füßen, nimmt er mir die Manschetten ab und schickt mich unter die Dusche.

Wir haben nicht mehr über Dominik gesprochen und scheinbar hat Christopher das zunächst auch nicht vor. Er zieht lediglich seine Bestrafung rigoros durch. Ich darf nicht in seinem Bett schlafen und als ich mich am Montagmorgen von ihm verabschiede, kurz bevor er zur Arbeit und ich in die Uni muss, raunt er mir mit samtiger Stimme ins Ohr: „Diese Woche darfst du dich kein einziges Mal anfassen, hast du das verstanden?“

 

Die folgenden Tage sind die absolute Hölle.

Christopher ruft mich jeden Tag an und erzählt mir dreckige Fantasien. Er kommt am Dienstag sogar vorbei und bringt einen harten BDSM-Porno mit; er benutzt meinen Mund für seine Befriedigung - und mein steinhartes Fleisch wird ignoriert.

Ich schlafe am Mittwoch bei ihm. Erneut auf dem Boden und muss vorher noch gefesselt und geknebelt zusehen, wie mein Freund sich selbst befriedigt – ein unheimlich antörnendes Bild, seine Finger, die sonst mir wehtun um sein eigenes Fleisch gewickelt. Und dieses von Lust gefärbte Gesicht dabei, der verschleierte Blick... und der Geschmack seines Saftes, den er mich von seinem Bauch lecken lässt.

Ich kann nicht schlafen – und dieses Mal liegt es nicht an dem harten Boden unter meinem Rücken.

Am Freitag nach der Uni bin ich kurz vorm Durchdrehen.

Mein Handy vibriert.

„Cancel das Bier mit Frank und komm direkt zu mir“, steht da.

Also rufe ich meinen alten Schulfreund an. Er nimmt es sportlich – wenn er auch ein bisschen genervt ist von dieser spontanen Absage meinerseits. Aber er hat ja jetzt eine Freundin und die ist sicherlich mehr als froh, dass sie ihn heute Abend für sich allein haben wird. So wie Christopher mich für sich allein haben wird.

Seltsam, dass er heute schon so früh zuhause ist.

Ich verpasse den Bus und muss warten.

Als ich Christophers Wohnungstür erreiche, finde ich einen kleinen Zettel daran. „Du brauchst nicht Klingeln“, steht da. Eine Nachricht, die nur an mir gerichtet sein kann. Ich zücke die Schlüssel, betrete die Wohnung.

„Hi! Ich bin da!“, rufe ich aus, doch es kommt keine Reaktion.

Etwas irritiert lege ich meine Sachen ab und lausche erneut. Absolut nichts ist zu hören.

...habe ich mir wieder einmal zu viel Zeit gelassen und meinen Herren verärgert? Ist er einfach gegangen und lässt mich hier verharren? Es würde mich nicht wundern...

„Christopher?“, rufe ich dennoch laut aus und schlendere ins Wohnzimmer.

Es passiert so schnell, dass ich es kaum registrieren kann. Nur Adrenalin pumpt sofort durch meine Venen, als mich plötzlich jemand von hinten packt, und mir beinahe die Luft zum Atmen nimmt mit etwas Schwerem und Hartem, das schmerzhaft meinen Kehlkopf eindrückt und mich zum Husten und Röcheln bringt. Die erste Welle von krasser Panik erfasst mich, meine Finger umklammern diese kalte Metallstange, mit der mich mein Angreifer im Zaum hält. Seine harte Brust presst sich gegen meinen Rücken. Ich versuche zu schreien, es pocht an meinen Schläfen, bis ich plötzlich heißen Atem an meinem Ohr spüre und Christophers unmittelbar darauf folgende Stimme: „Hörst du wohl auf, dich zu wehren, du unartiger Bengel...!“

„Ngh!“, entweicht es meinem Mund knapp. Gott, diese Brutalität!

Er schleudert mich zu Boden und meine Augen legen sich endlich auf ihn. Ich erstarre.

Christopher trägt eine fein gearbeitete, tiefschwarze Uniform. Zwei Reihen silberner Knöpfe bedecken seinen Oberkörper, der Kragen ist breit; silbern funkeln auch die insgesamt drei klobigen Manschettenknöpfe. Die dunkle Militärhose steckt in hohen Springerstiefeln. In seiner rechten Hand ruht der Schlagstock, mit dem er mich eben in den Schwitzkasten genommen hat.

Ich schlucke hart, als er sich über mir aufbaut und grinsend auf mich herab blickt, während er spielerisch am Schlagstock entlang streicht.

„Heute werde ich dir richtige Manieren beibringen“, säuselt er.

Und ich kann jetzt schon nicht mehr!

Dieser Anblick ist purer Sex...!

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Kommentare

Klasse, einfach nur klasse.

Hier werden so viele, zu viele Mehrteiler angefangen und dann nicht fortgesetzt.

Schön, dass dieser Merhteiler fortgesetzt wird.

In einer der letzten Geschichten hieß es, dass schon Kapitel 30 in Arbeit ist. Seitdem warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzungen und freue mich auf die nächsten Kapitel...

In reply to by gsu67

Hey - vielen Dank für deine lieben Worte!

Ich versuche mich ranzuhalten, und bald das nächste Kapitel zum Abschluss, ebenso wie die Geschichte auf dieser Plattform auf den top aktuellen Stand zu bringen, was nicht SO die Arbeit ist, deswegen setze ich mich auch gleich ran an diese Sache ;-) Ich hoffe, die Story wird die auch weiterhin gefallen.

VG!

erstmal ein riesenkompliment...

 

super geschrieben..ich habe die ersten teile verschlungen und fast mit den beiden miterlebt:-)..hab gelacht..war geil..hab geweint..

eine tolle geschichte, die, zumindest mir unter die haut geht..:-), das zusammenspiel von liebe und zärtlichkeit in zusammenhang mit kosequenterm BDSM..

habe leider nie einen master wie christopher getroffen, der so reflektiert war..

 

bitte schreibe weiter...

 

gruss aus hamburg

bittersweethh

In reply to by bittersweethh

Schönen guten Tag!

Ich bedanke mich ganz herzlich für deine netten Worte; es freut einen Autor natürlich umso mehr, wenn Leser in den Bann gezogen werden - drücken wir es einfach mal so aus ;-)

Wie schon weiter oben vermerkt: ich versuche, so bald es geht weiterzuschreiben und die fehlenden Kapitel hier hochzuladen.

Vielen Dank fürs Lesen!

Und: beste Grüße nach Hamburg aus Hamburg!

Deine Geschichte ist ein absolutes highlight! Die Darstellung des Protagonisten ist hervorragend, man kann sich sehr gut in ihn und seine Gefühlswelt hineinversetzen.

Endlich eine Geschichte, in der Unterwerfung und selbst Demütigung ihren negativen Beigeschmack verlieren und in der die Beziehung der Beiden zueinander und der daraus resultierende Sex in einer Art dargestellt werden, die fern jeder Obszönität angenehm zu lesen ist.

Wie  immer volle Punktzahl

Steely

In reply to by Steely

Hallo Steely,

ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut - machen wir einfach keinen Hehl draus ;-)

Besten Dank für dein Kompliment, das gleichermaßen auch ein Ansporn ist, wieder in die Tasten zu hauen!

Ich hoffe, dass dir die folgenden Kapitel genauso gut gefallen werden.

VG!