Das nächste erste Mal

 

 

Nun ist es also endlich so weit.

Das erste Mal auf einer BDSM Veranstaltung.
Mein Tag fing wie immer an und ich habe ihn bewusst ruhig und gemütlich verbracht. 
Am frühen Nachmittag in die Badewanne, abtauchen, entspannen und sich der spannenden Vorfreude voll hingeben. Mich auf meinen Herrn freuen.
Das warme Wasser umarmte meinen Körper und ich schloss entspannt meine Augen.
Erinnerte mich an all meine Phantasien die ich mir bis hierher schon ausgedacht hatte und an die, die schon Wirklichkeit geworden waren. Ich dachte an die Dige, die mir mein Herr quasi angedroht hatte, als er mir das Datum und den Ort für diese Veranstaltung nannte.
Ich las die Beschreibung dieser Veranstaltung bestimmt hundert Mal und sie erschien mir hochkompliziert und die festgelegten Regeln versetzten mich ein wenig in Angst und Schrecken. 
Diese Angst nahm er mir, indem er mich daran erinnert, das ich ihm gehöre und nur das passieren wird, was er will und was er mir zutraut. 
Aus der Badewanne, auf die Couch. Ich musste nach der vergangenen Woche Kraft auftanken für das was an diesem Abend auf mich zukommt. Aber an Schlaf war nicht zu denken.
Der Zeitpunkt rückte immer näher und meine Nervösität wuchs an. Also wieder aufstehen.
Zum Kleiderschrank, alles rauslegen. Abendessen vorbereiten, essen.
Und dann endlich fertig machen, für das was an diesem Abend auf mich zukommt. 
Eine neue Erfahrung.
Auf der Fahrt dorthin wurde mir bewusst, das es auch eine ganz neue Herausforderung für mich werden wird. Ich war pünktlich am verabredeten Treffpunkt und die Vorfreude auf meinen Herrn überstieg meine Nervösität. Ich wusste das auch zwei Online Bekannte von mir da sein werden, eine mit ihrem Partner und der andere an diesem Abend bei dieser Veranstaltung als Wächter. 
Diese Tatsache, löste ein leicht mulmiges Gefühl in mir aus. 
Dann die erlösende Nachricht "Schließe Deine Augen!"
Mein Startsignal, meine Beruhigung wenn die Nerven mit mir durchgehen.
Meine Autotür geht auf und er steigt hinter mir ein – wie immer.
Berührt mich zärtlich und schlagartig tauscht sich in mir das Gefühl von Nervösität und Unsicherheit in Sicherheit um. Alles fühlt sich gut an und so wie ich es kenne und liebe.
Kurze Pause – er steigt aus, weil er etwas in seinem Auto vergessen hat. 
Ich öffne meine Augen und beobachte wie er zum Auto geht – ich sehe von weitem das erste Mal seine Erscheinung, wenn auch zu weit weg und frage mich wie der Abend ablaufen kann und soll,wenn ich nicht mit den Augen sehen darf, was um mich herum passiert oder wer er eigentlich ist, der mich seit Monaten in seine Welt mitgenommen hat, von der ich nicht mehr loskomme und ohne die ich auch gar nicht mehr sein möchte.
Ich ziehe meine Schuhe an und habe sie an, noch bevor er zurück ist.
Er öffnet meine Tür und führt mich zum Eingang. Ich fühle mich gut und sicher.
Auf dem Weg dorthin, stelle ich fest, das es zwei Premieren heute für mich sind!
Einmal die Veranstaltung, wo ich von meinem Herrn vorgeführt werde UND ich sehe ihn nach Monaten zum ersten Mal mit eigenen Augen. Werde den Menschen nun auch endlich visuell kennenlernen, der mich in seinen Bann gezogen hat und bei dem ich all das spüre, was ich mir bisher immer nur erträumt hatte.
Mäntel abgeben, unsichere Schritte die ersten Schritte in diese Richtung.
Ich sehe mich um und bin mehr als froh beschützt zu sein. Wir steuern auf einen der noch freien Platz in eine der Lounge Ecken zu. Nehmen dort Platz, die Veranstaltung hat noch nicht begonnen. Er fragt was ich trinken möchte, einen Weißwein. Er kehrt mit zwei Gläser zurück und fragt ob Chardonay in Ordnung ist. Ich gucke ihn an und nicke nur stumm. Dann beginnt eine surreale Situation für mich, als er anfängt mich nach meinem Leben zu fragen, was ich beruflich mache, über alltägliche Dinge und dann auch noch fragt wie es meinem Sohn geht.
Ich kann mit dieser Situation nicht umgehen. Halte mich an meinem Glas fest, bin froh etwas in der Hand zu haben und lasse meinen Blick über die bereits Anwesenden schweifen. Danach hat er mich noch nie gefragt und ich weiche all seinen Fragen aus, weil ich sie an diesem Ort für unpassend halte und auch gar nicht weiß worauf er damit hinaus will.
Ich bewundere die Outfits von den anderen Frauen und stelle mir innerlich bereits eine Art Einkaufsliste zusammen – typisch Frau denke ich , und muss ein wenig in mich rein grinsen.
Nachdem die Veranstaltung offiziell eröffnet wurde und wir ausgetrunken haben, machen wir uns auf den Weg und verschaffen uns einen Überblick über die Räume und Möglichkeiten. Ich finde es sehr spannend, mein erstes Mal und mit ihm an meiner Seite fühle ich mich sicher. 
Wir gehen durch spannende Räume, meine Sinne wissen nicht, was sie zuerst aufnehmen sollen.
Menschen, Räume, Gerüche, Situationen, Gefühle.
Und wieder bin ich einmal mehr froh, das ich nicht denken muss, sondern gelenkt werde.
Wir streifen herum, zwischendurch lässt er mich Aufgaben erfüllen (Getränke holen – für mich auf seinen Wunsch ab sofort nur noch Wasser) er weiterhin Weißwein. Zwischendurch lässt er mich vor sich knien, wenn er sich irgendwo niederlässt, meinen Kopf an seine Knie gelehnt, eine Hand von ihm auf meinem Kopf. So lässt er die Eindrücke auf sich wirken, während ich warte. 
Dann wird neben uns ein niedriger Tisch frei und er befiehlt das ich da rauf soll auf allen Vieren. 
Während ich da quasi wie auf einem Präsentierteller kniee, stelle ich überracht fest, das es mir nichts ausmacht so von ihm präsentiert zu werden, denn ich fühle mich sicher und derartige Dinge sind hier und an diesem Abend normal.
Danach beobachten wir gemeinsam Szenen über das Treppengeländer hinweg, und das bei meiner Höhenangst. Immer wieder weiche ich einen Schritt zurück. Doch er zieht mich immer wieder näher ran und fordert mich auf wieder zu zu sehen, es erregt mich und wenn er mich dabei berührt noch viel mehr. Dann hat er nach einiger Zeit endlich eine Ecke für uns gefunden, die ihm voll und ganz zusagt. Ab da fühle ich nur noch und nehme um mich herum nichts mehr wahr.
Er macht mich an Armen und Beinen fest, es fühlt sich fast wie eine Streckbank an. Er zieht so fest das ich mich nur noch, wenn überhaupt, gering bewegen kann. Dann fängt er an mich zu streicheln und zu massieren, stimmt mich auf das ein, was er tun wird. Und dann legt er los, er streichelt zwischendurch, massiert und bearbeitet meinen Körper mit einem Flogger. 
Er schlägt, während ich an Armen und Beinen fixiert das empfange, was er mir schenkt.
Im Vorfeld erwähnte er immer wieder, das es eine besondere Herausforderung und Prüfung für mich werden wird und er hat,wie immer, nicht übertrieben.
Der Flogger zerlegt sich im Lauf der Session und ich höre wie er seinen Gürtel öffnet, kurz öffne ich meine Augen, sehe wie er ihn um seine Hand wickelt, Bevor ich weiterdenken kann, saust der Gürtel auf meinen Körper und ich schreie laut auf vor Schmerz und Überraschung, das es sich so heftig anfühlt. Die Schläge werden immer härter und ich fange an zu realisieren, das er nicht wie immer ist und viel viel härter zuschlägt wie gewohnt. Er bringt mich an Grenzen, ich schreie. Allerdings längst nicht mehr vor Lust. Der Schmerz überdeckt alles und er schlägt weiter. 
Dann hört es plötzlich auf. Ich nehme wahr, wie er mit jemanden redet und erklärt das es mir gut geht. Mir geht es gut?? Echt?? ...... Er hat mich an eine Grenze geführt.
Ich habe das Gefühl in Flammen zu stehen, mein Körper tut weh und brennt.
Dann kommt er wieder. Löst meine Arme und Beine, zieht mich in seine Arme und wiegt mich, während er mir zärtlich den Rücken streichelt.
Das von Anfang bis zum Ende Leute zusahen, habe ich nicht bemerkt, ich hatte alles um mich herum komplett ausgeblendet. 
Ich fühlte mich schwach aber glücklich.
Danach fuhren wir zu mir und ich war nicht unglücklich, das ich seine Nähe über Nacht behalten durfte, dass ließ mich langsam wieder runterkommen von diesem Flug.
Seine Nähe und die Gespräche über die Eindrücke taten mir sehr gut, nachdem Erlebnis, denn ich wäre mit all diesen Eindrücken und Erfahrungen bestimmt alleine überfordert gewesen.
Und so lernte ich in dieser Nacht auch noch eine andere Seite an meinem Herrn kennen – den Menschen Chris.

Monate später erfuhr ich, von Leuten, die dieser Session beigewohnt haben, das er von meinem Bekannten, der an diesem Abend dort als Wächter unterwegs war, gebremst worden ist, weil er dabei war die Kontrolle über sich und das was er tat zu verlieren. Denn einige von den Umstehenden haben sehr wohl erkannt, das ich am Limit angekommen war und nicht mehr konnte, während er mit seinem Gürtel einfach weiter gemacht hat.

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Kommentare

Seltsame Geschichte. Du siehst Deinen Herrn das erste Mal und verlierst kein Wort darüber, ob er Dir gefällt, wie er aussieht usw. (nur mal aus der Ferne). Find ich ein bisschen komisch.

In reply to by Wuffff

In der Tat verliere ich kein Wort darüber, wie ich ihn finde ....... Du hast Recht, das fehlt, war aber beim Schreiben dieser Geschichte auch nicht vordergründig für mich. Vermutlich lag es aber auch tatsächlich daran, das ich ihn nicht als Herrn gewählt hätte, wenn ich ihn vorher gesehen hätte, denn er fiel nie in mein sogenanntes Beuteschema und der Mensch ist und bleibt ein "Augentier" :-) 

Allerdings hat er mir in unserer Zeit sehr viel beigebracht, wovon sein Nachfolger und mein jetziger Herr durchaus und  immer mal wieder profitiert.