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Der Kreis. Teil 3

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Der Kreis. Teil 1
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Der Kreis - Teil 2

 

Der Kreis

Der Bericht einer Frau, die es gewagt und geschafft hat, ihre Grenzen zu verschieben.

„Man kann nur die Grenzen verschieben, die man zuerst gezogen hat“ – Zit. Pauline Reage

 

 

SABRINA, Teil 3

Die erste echte Liebesnacht mit Carlos habe ich immer noch nicht beschrieben. Nachdem wir die Vorstadt-Kneipe verlassen hatten, durch den strömenden Regen zum Auto gelaufen waren und ich nass und zitternd neben Carlos im BMW saß, sah er mich an.

„Nun, Prinzessin, hast du noch Wünsche für den angebrochenen Abend?“

Ich nickte.

„Ja. Zwei.“

„Bitte sehr, ich höre.“

„Nenn mich nicht Prinzessin. Und bring mich zu dir nach Hause und fick mir den Verstand aus dem Schädel. Bitte.“

Ich hatte noch nie zuvor in Gegenwart einer anderen Person solche Wörter gebraucht aber ich hatte auch noch nie so gefühlt. Ich war so dermaßen heiß, so erregt und von einer so wilden, ungehemmten Geilheit erfüllt, ich hätte in dem Moment alles für ihn getan. Mir war genau dieser Umstand damals natürlich noch nicht so bewusst. Aber diese Art Lust, die dunkle Lust, wurde zum tragenden Element unserer Beziehung und meiner Erlebnisse im Kreis und sie veränderte mich in dramatischer Weise.

 

Er brachte mich nach Hause und er liebte mich. Es war zärtlich, wild, fordernd und schön, mein schlanker Körper bog sich unter ihm, ich ritt auf ihm, ich fühlte seine Hände auf meiner Haut, seinen Schwanz in meiner Scheide und in meinem Mund, ich schmeckte und roch, gab und nahm und es war wohl eine der schönsten Liebesnächte meines Lebens.

Zwischendurch erzählte Carlos vom Kreis, von der Philosophie dieser Gemeinschaft, vom Schloss, das ja eigentlich eine Art sehr großer Gutshof war und Sir Ralph, dem Schlossherrn und Führer des Kreises.

Er erzählte mir von den Frauen, die dorthin gebracht wurden und was die Männer, die das taten, sich davon versprachen.

Ich kannte ja die „Geschichte der O“ in- und auswendig, ich hatte auch schon weitere Filme zum Thema gesehen und Bücher gelesen, insofern war es keine völlig neue Welt die sich da für mich eröffnete. Es war eher so, dass Carlos` Worte in meinem Geist eine Art Pforte öffneten oder auch eine Art Büchse der Pandora, wie man`s nimmt. Der Unterschied zwischen Fiktion, also Roman und Film und der Realität, in die einzutauchen ich mich anschickte, wurde mir in dieser Nacht allerdings nur teilweise bewusst, glaube ich.

 

Irgendwann im Laufe dieser Nacht wagte ich mich schüchtern an die für mich zentrale Frage.

„Die Mädchen im Schloss, Carlos. Denen wird Gewalt angetan, oder?“

Er lag am Rücken, hatte eine Hand hinter seinem Kopf und die andere spielte mit meinem Haar.

„Kommt drauf an, wie du es siehst. Manchmal werden die Frauen einem oder mehreren Männern, für sie fremden Männern, ausgeliefert. Dabei können sie durchaus gefesselt sein, so gesehen, ist es wohl Gewalt.“

„Werden ihnen auch Schmerzen zugefügt? Wie O?“

„Ja.“

Mich schauderte bei diesem schlichten, ruhigen „Ja“.

„Werden die Frauen……….ausgepeitscht?“

Er bewegte sich nicht, öffnete nicht die Augen, nichts.

„Manchmal. Ja.“

„Werden sie auch anderweitig gequält?“

„Ja.“

„Wie denn?“

Ein leises Lächeln umspielte nun seine Lippen, immer noch blieben seine Augen geschlossen.

„Lass dich überraschen, Sabrina.“

Ich nahm sein Glied zart in meine Hand, bewegte meine Finger, drückte ein wenig zu.

„Carlos?“

„Mmmhh?“

„Wann wirst du mich ins Schloss bringen?“

Diesmal öffnete er seine Augen, drehte den Kopf und sah mich an.

Ich bewegte meine Hand auf und ab, spürte, wie sein Schwanz wieder steif wurde, reizte mit dem Daumennagel die Spitze seiner Eichel.

„Wenn du bereit dafür bist, meine Schöne. Und wenn ich es will.“

Er bewegte sich ein wenig, schob sein Becken in Richtung meiner Hand.

„Werde ich auch ausgepeitscht und Männern ausgeliefert werden, Carlos?“

Er seufzte leicht, als meine Finger über seine Hoden glitten, dann wieder den Schaft seines mittlerweile harten Penis` umschlossen, sich auf und ab bewegten, mein Daumennagel sich wieder leicht schmerzhaft in seine entblößte Eichel drückte.

„Du wirst Dinge erleben, mein Mädchen, von denen du jetzt noch nicht einmal zu träumen wagst. Und du wirst eine Lust entdecken, von der du jetzt noch nicht einmal träumen kannst.“

Ich küsste seine Brust, ließ meine Zunge wandern, spürte seine Hand auf meinem Po, seine Finger, tastend, zudrückend.

„Sabrina?“

„Ja?“

„Hat dich schon mal jemand anal genommen?“

Ich war nicht mal überrascht von dieser Frage, hatte mir, als ich vor etwa einer halben Stunde auf ihm geritten war, schon überlegt, ihn dazu zu befragen. Nein, an meinem Hintereingang war ich noch Jungfrau.

„Nein, noch niemand. Aber……“

„Was?“

Ich hob mein Gesicht an das Seine.

„Mach du es, Carlos. Fick mich in den Arsch, bitte.“

 

In diesen Tagen schwebte ich wie auf Watte. Sexuell gesehen war es, als wäre ich aus einer Art Winterschlaf erwacht. Ich genoss jede Sekunde zusammen mit Carlos, wenn er zu mir kam erwartete ich ihn nackt, wenn wir ausgingen trug ich keine Unterwäsche und immer ganz besondere  Kleidung. Ich wollte in jedem einzelnen Augenblick für ihn bereit sein. Einmal holte ich ihn vom Büro ab und trug nur Schuhe und meinen Mantel, im Lift öffnete ich den Mantel und legte seine Hand auf meine schon wieder klitschnasse Möse. Als sich die Lifttür öffnete standen zwei Arbeiter mit gelben Helmen davor und starrten mich fassungslos an, als ich langsam den Gürtel meines Mantels schloss. Auch ich sah ihnen gerade in die Augen und sah ihre Gier und ihre Lust. Und es machte mich heiß.

Auch wenn wir ihm Auto saßen nahm ich sofort seine Hand und führte sie zwischen meine Beine, unter meinen Rock, wo kein Slip den Zugang beschränkte und drückte seine Finger gegen meine rasierten Schamlippen. Er lächelte dann und sagte Dinge wie:

„Hey, ich muss auch schalten, Mädchen.“

 

Ende März musste ich für zehn Tage nach Florida, Bademoden-Shooting für einen Katalog und ich zählte die Minuten, bis ich in Schwechat wieder aus dem Flieger stieg und ER wirklich da war um mich abzuholen. Es kostete mich einige Mühe ihn nicht direkt am Flughafen zu vergewaltigen.

 

In jener ersten Nacht mit Carlos sprachen wir übrigens erstmals ausführlich über meinen Fetisch mit meinen Füßen. Er war einer der wenigen Männer die mich diesbezüglich verstanden und er beherrschte das Verwöhnen meiner Füße und Zehen perfekt.

Und immer wenn wir zusammen waren, wartete ich auf die ersten Aufgabe oder Session wie er es nannte. Ich fragte ihn wieder nach dem Kreis und er sagte:

„Geduld, Geduld, mein Mädchen. Du wirst es früh genug erleben, glaub mir.“

 

Es wurde April und eines Tages rief er mich um die Mittagszeit an. Ich saß gerade im Wartezimmer einer Model-Agentur im III. Wiener Gemeindebezirk und blätterte in der Vogue, trug Jeans und geschlossene, schwarze Pumps, dazu T-Shirt und Jacke von D&G. Der schwule Friseur Diego im ersten Bezirk hatte meine Haare am Vormittag neu gemacht, wir hatten auf eine neuerliche Blondierung verzichtet, aber die Länge ein wenig zurückgenommen.

Der Agent mit dem ich mich treffen wollte war ein schmieriger, schleimiger und ungepflegt wirkender Typ mit Schmerbauch und Glatzenansatz, der immerzu Anzüge trug die aussahen als würden sie im Dunklen zu glühen beginnen. Aber der Kerl kam ziemlich regelmäßig zu gut dotierten Aufträgen und genau wegen einem solchen war ich hier. Ich wusste, er vögelte viele seiner Models, aber mir graute vor ihm. Als ich Carlos` Nummer sah, dachte ich flüchtig daran, dass ich den Agenten sofort ficken würde, wenn Carlos es von mir verlange würde.

Seine Vorzimmer-Dame übrigens war eine sicher 1,80 Meter große Hünin, blond, mit Riesenbusen und flachen Schuhen, die bezeichnenderweise Hilde hieß, grauenhaften Kaffee machte und trotz einer aufgesetzten wienerischen Unfreundlichkeit in Wahrheit eine Seele von Frau war, die auf ihre Schützlinge ein Auge hatte. Ich wusste, dass sie mich mochte und ich mochte sie und ihren Humor.

 

Carlos klang als säße er im Auto.

„Prinzessin, heute Abend habe ich eventuell etwas Besonderes mit dir vor.“

Die Prinzessin konnte ich ihm einfach nicht abgewöhnen und bei seiner Ankündigung wurde mein Höschen binnen Sekunden geflutet.

„Ja? Was denn?“

Ich gab mir große Mühe, meine Stimme nicht zittern zu lassen.

„Ich habe Gäste zu mir eingeladen, mein Schatz. Drei Herren und eine Dame, allesamt wichtig für mich und für ein Projekt, das ich verfolge. Kannst du kochen?“

„Ja, ich kann kochen.“

Meine Eltern waren beide großartige Köche und ich bin mit mediterraner Küche und feinen Weinen und Edelbränden aufgewachsen.

„Geh bitte einkaufen und mach uns was Leckeres, aber eher einfach, nicht zu aufwändig, ok?

Die Schlüssel zu meiner Wohnung wird dir ein Mitarbeiter von uns bringen, redet euch einfach am Telefon zusammen. Und, Sabrina, was deine Kleidung für heute Abend angeht:

Ich habe dir etwas gekauft, es wird im Schlafzimmer auf meinem Bett liegen. Du ziehst nur  an, was ich vorbereitet habe, sonst nichts, klar soweit?“

„Ja, Carlos, alles klar. Was erwartet mich sonst noch?“

Er lachte leise, ein Lachen, das mich immer wieder provozierte und später, als ich dessen Ursache besser kannte, auch erregen sollte. So lachte er, wenn er etwas Besonderes für mich auf Lager hatte.

„Die Lust, mein Mädchen. Die dunkle, intensive Lust. Bis später, gegen acht kommen die Gäste.“

 

Es würde Insalata Caprese als Vorspeise geben, mit einem Büffelmozzarella vom Naschmarkt und großen, vollreifen Tomaten, beim Türken eingekauft. Ich hatte dafür noch einen 10 Jahre alten Balsamico zu Hause, kaufte feinstes, sizilianisches Olivenöl und etwas Ruccola, den ich auch für die Hauptspeise brauchen würde. Für diese bereitete ich ein Sugo di Ricotta e Peperoncini vor, ein Spezialrezept. Am Naschmarkt fand ich alle Zutaten, auch die richtigen Spaghetti von Barilla und sogar frischen Basilikum.

 

Der Mann mit dem ich mich im eleganten Cafe` Landmann gegenüber des Parlaments traf war nicht wirklich ein Mitarbeiter sondern Andre`, sein Partner, um Carlos` Schlüssel zu bekommen. Ich werde ihn in anderen Geschichten noch ausführlicher erwähnen, im Kreis nannten ihn alle den Consigliere, vor allem deshalb weil er wohl genau das war.

Er war Carlos irgendwie sehr ähnlich, optisch, in seiner Gestik, in der Art zu reden und dennoch anders. Andre` war der Ruhigere der beiden, der Überlegtere. An seinem Ringfinger schimmerte ein Ehering und er musterte mich mit seinen braunen, warmen Augen zwar aufmerksam und erfreut, aber da war keine Spur des Verlangens in seinem Blick, das ich von Männern sonst so gut kenne.

„Freut mich, dich kennenzulernen, Sabrina.“

Ich wusste von Carlos, dass sein Partner ein ziemlicher Kapazunder war, geschäftlich, und sein Auftreten war eloquent und autoritär, jedoch auch sehr freundlich und höflich. Sein Händedruck war warm, trocken und angenehm und sein spontanes Du-Wort überraschte und erfreute mich. Carlos war mein Mann fürs Bett,  Andre` wäre der Mann um eine Familie zu gründen, zu diesem Urteil brauchte ich keine drei Minuten.

 

In Carlos` Wohnung suchte ich die Kochutensilien zusammen und bereitete alles soweit vor. Für Wein und sonstige Getränke würde der Hausherr zuständig sein, ich deckte den Tisch aber vorsorglich mit Wasser-, Schaumwein- und Weingläsern.

Dann ging ich ins Bad, duschte ausgiebig, cremte mich sorgfältig am ganzen Körper ein und trug wenig Parfüm auf (Carlos hasste es, wenn Leute aufdringliche Düfte trugen). Erst dann schaute ich, nackt wie ich war, ins Schlafzimmer.

Auf Carlos` Bett lag ein hauchzartes Kleid mit dünnen Trägern. Der Stoff war seidig und schimmernd. Die Farbe gilt wohl als sehr helles Creme` oder gebrochenes Weiß.

Sonst lag nichts auf dem Bett, absolut nichts.

Ich schlüpfte hinein und stellte mich vor den Spiegel, zupfte es zurecht. Das Dekollete` ging bis zwischen meine Brüste, meine Brustwarzen schimmerten leicht durch den dünnen Stoff und zeichneten sich mehr als deutlich ab. Zwei dünne Träger liefen über meine Schultern, über meinen Rücken und in Richtung Pobacken, wo sie sich langsam wieder verbreiterten. Der Rückenausschnitt zeigte fast den Ansatz meiner Po-Spalte, so tief ging er. Der schräg geschnittene Saum des Kleides setzte auf der linken Seite hoch auf meiner Hüfte an, die rechte Seite reichte bis auf Kniehöhe. Das Kleid umschmeichelte meinen Körper und als ich mich vor dem Spiegel drehte und wand hatte ich das Gefühl es würde ein Teil meines Körpers werden. Unterwäsche zu trägen wäre bei einem Kleid dieser Machart und dieses Materials vollkommen unmöglich gewesen.

Ich vermisste Schuhe und blieb daher barfuß. Meine Finger- und Zehennägel waren heute farblos lackiert, gottseidank, denn Farbe hätte nicht zu diesem Kleid gepasst.

Im Kühlschrank fand ich eine offene Flasche Wein, die wir zum Essen vor zwei Tagen probiert hatten, ich erinnere mich an einen herrlichen Weißburgunder aus der Südsteiermark.

 

Carlos kam kurz nach sieben, inspizierte die Küche und meine Vorbereitungen und verschwand zufrieden im Keller um den Rotwein auszusuchen. Kein Wort zu mir und dem Kleid.

Er duschte und kam dann aus dem Schlafzimmer, trug einen schwarzen Pullover mit V-Ausschnitt, schwarze Jeans und schwarze Slipper. Ich schenkte ihm den letzten Rest Weißburgunder ein und er prostete mir zu.

„Wenn das Essen so schmeckt wie du aussiehst, mein Mädchen, wird es ein höchst erfolgreicher Abend.“

„Danke für das Kleid. Es fühlt sich wundervoll an.“

Er nickte und lächelte.

„Ja. Es passt perfekt zu dir.“

 

Die Gäste kamen pünktlich um acht. Drei Mann hoch, alle zwischen vierzig und fünfzig, grau-melliert oder, wie in einem Fall, mit völliger Glatze, dafür buschigem Schnurrbart. Die Herren trugen zu meiner Überraschung Jeans und Polos, sehr leger. Carlos stellte mir die Banker als Hans, Gerhard und Wolfgang vor, die mitgebrachte Dame überraschte mich.

Sie hatte eisgraues Haar, offenbar nicht gefärbt, streng zurückgekämmt und mit einem schwarzen, samtenen Haarband zu einem Knoten am Hinterkopf gebunden. Ihre Kleidung bestand aus einem einfachen, aber eleganten, dunkelblauen Kostüm mit weißer, hochgeschlossener Bluse, sie war ungeschminkt, trug aber leuchtend rote Fingernägel. Ihre Augen waren graugrün und kalt wie ein Gebirgssee, sie wie war groß und hatte trotz eines ziemlich üppigen Busens eine sehr schlanke Taille. Ihr Alter war schwer zu schätzen, sie konnte fünfzig sein, aber auch Ende Dreißig. Die Herren behandelten die Dame mit Respekt, vorgestellt wurde sie mir als Brigitte.

Brigitte trug teure, flache Lederslipper und einige Ringe und Armbänder, ich konnte jedoch keinen Ehering entdecken.

Wir nahmen den Aperitiv, Prosecco aus Valdobbiadene, im Stehen, ich schenkte die Gläser ein, es wurde angestoßen und Smalltalk betrieben. Ich spürte die Blicke der Männer, der glatte, leichte Stoff meines Kleides floss um meinen Körper und ich fühlte mich als würde ich gar nichts tragen.

Brigitte ignorierte mich mehr oder weniger, aber einmal erhaschte ich ihren Blick der auf meinen nackten Füssen ruhte.

Sie schien meinen Zehenring und das Kettchen um den Knöchel zu betrachten, dann hoben sich ihre Augen und trafen die Meinen. Unsere Blicke verharrten für ein paar Sekunden, dann wandte Brigitte ohne sichtbare Regung ihre Aufmerksamkeit dem Mann neben ihr zu, Wolfgang, dem Glatzen-Schnurrbart.

 

Carlos führte die Gäste an den Tisch und ich begann, die Vorspeise anzurichten und zu servieren. Ich hörte wie sie über das Projekt sprachen, Versionen und Visionen diskutierten, über Bedingungen, Kosten und Möglichkeiten fachsimpelten. Es ging darum, eine alte Wohnsiedlung aus der Nazi-Zeit zu kaufen und zu revitalisieren. Die derzeitigen Mieter sollten umgesiedelt werden, die Gebäude ausgehöhlt und neu gestaltet werden, neben nunmehr hochwertigen Apartments inkl. Garagen sollten Shops und Lokale entstehen.

Ich servierte den Insalata Caprese und setzte mich dann dazu. Sie beachteten mich kaum, sprachen weiter über diverse Möglichkeiten der Nutzung und des Verkaufs bzw. der Vermietung. In einer kurzen Gesprächspause, es ging gerade um die Auswahl der Geschäfte und Lokale meldete ich mich zu Wort.

„Diese Auswahl wird sich wohl stark an der Zielgruppe orientieren müssen, für die sie bestimmt ist, d.h. ihr solltet euch zuerst eure Wohnungsmieter- und Käufer ansehen, bevor eine Zuordnung der Shops und Gastronomie getroffen wird.“

Vier Augenpaare ruhten nun auf mir. Nur Carlos aß unbeirrt weiter. Der Blick des Glatzen-Schnurrbarts Wolfgang blieb an meinem Dekolette` hängen, Brigitte wandte sich an Carlos. „Ich wusste gar nicht, dass deine Freundin mit dir zusammenarbeitet.“

Carlos sah mich an und ich erkannte die Fältchen des Schalks in seinen Augenwinkeln.

„Tut sie gar nicht.“

Gerhard, der dickste der drei Männer sah mich über den Tisch hinweg intensiv an. Er hatte mich schon den ganzen Abend über so angestarrt als würde er am liebsten sofort über mich herfallen und ich hatte die Beule in seiner Hose deutlich bemerkt. Als ich einmal knapp an ihm vorbeigegangen war hatte ich wie zufällig mit meinem Handrücken ebendiese Beule gestreift und hatte gespürt wie er zusammengezuckt war.

„Was machen Sie denn beruflich, wenn ich fragen darf, Sabrina?“

„Ich bin Model, aber ich habe Publizistik studiert, arbeite gerade an meiner Diplomarbeit und bin zur Zeit auf der W.U. inskribiert um einen Universitätslehrgang für Marketing zu absolvieren.“

„Sieh an.“

Hans war der Älteste der drei, distinguiert und grauhaarig und er hatte sich bis dato nur zu finanziellen Dingen zu Wort gemeldet.

Diejenige, die am intensivsten mit Carlos diskutiert hatte war eindeutig die Frau gewesen, Brigitte gab den Ton an, könnte man sagen.

Nun sah sie mich wieder an, mit diesem eisigen Blick ihrer hellen Augen.

„Danke für ihren Beitrag, Sabrina. Würden sie mir etwas Wasser bringen, bitte?“

Ich blieb genau die Sekunde zu lange sitzen um allen zu zeigen, dass ich eigentlich hier nicht die Kellnerin war. Andererseits hatte ich bis dato alles serviert und eingeschenkt und das barfuß und in einem Nichts von einem Kleid. Wir würden ja noch sehen, was der Abend für mich bringen würde.

 

Die Hauptspeise wurde allgemein ebenso gelobt wie der Balsamico und der Büffelmozzarella der Vorspeise. Carlos öffnete nach der Hauptspeise einen 89er-Chianti-Riserva, dessen Duft nach Tabaknoten und Bitterschokolade die Cohiba-Zigarillos begleitete, die genüsslich von allen, außer mir, geraucht wurden.

Der geschäftliche Teil schien abgeschlossen zu sein, man kam auf andere Dinge zu sprechen. Mit großem Staunen nahm ich zur Kenntnis das Carlos offen über seine Mitgliedschaft im Kreis sprach und zumindest zwei der Anwesenden – Brigitte und Wolfgang – den Schlossherrn Sir Ralph zu kennen schienen. Die anderen beiden wirkten zwar neugierig aber auch ein wenig vorsichtig, vor allem Gerhard schien bewusst an sich zu halten und Carlos weder zum Kreis noch zu mir näher befragen zu wollen. Oder dürfen.

Es war schlussendlich Brigitte, die das Thema eröffnete.

 

Wir standen auf Carlos` Terrasse mit den Zigarillos und den Rotweingläsern in Händen und genossen die Aussicht über Nußdorf. Carlos` Terrasse war terracotta-gefliest aber nicht überdacht und Mitte April war es jetzt, gegen halb zehn Uhr abends schon kühl. Der Fliesenboden war geradezu eisig unter meinen nackten Sohlen aber ich hatte mir nichts anmerken lassen, jedoch die Blicke der Anderen sehr wohl registriert, die sich Jacken übergezogen hatten während ich Carlos` Wunsch weiterhin entsprach und außer dem dünnen Kleidchen absolut nichts trug. Ich spürte wie sich meine Brustwarzen in der kühlen Abendluft verhärteten und vermied kramphaft nach unten zu schauen um zu sehen wie sie wahrscheinlich durch den leichten Stoff stachen.

Die Herren schienen sehr von meinem Anblick angetan zu sein, aber es war wie gesagt Brigitte, die ihre Frage ohne jede Vorwarnung oder Einleitung stellte.

„Waren sie schon im Schloss, Sabrina?“

Ich suchte Carlos` Blick aber der konzentrierte sich auf den Rotwein, den er gekonnt in seinem Glas schwenkte.

„Nein. Noch nicht.“ – Brigitte`s Augenbrauen gingen in die Höhe.

„Noch nicht?“ – Sie betonte ausdrücklich das „noch“.

„Nein.“

„Aber sie werden noch kommen, nehme ich an.“

Es klang eher wie eine Feststellung denn eine Frage.

Ich hob den Kopf und sah die große Frau gerade an.

„Wenn Carlos mich dahin bringt, ja.“

Sie lächelte, aber es war kein freundliches Lächeln.

„Das wird er sicher. Nicht wahr, Carlos?“

„Mmmhh. Ja. Sie ist ein großes Talent.“

„Ach ja? Hast du es denn schon getestet, dass du das weißt? Vielleicht ist sie ja nur Schein und nicht Sein, so wie die meisten Mädchen heutzutage?“

Er zuckte die Schultern, wirkte gelangweilt und gar nicht angegriffen durch ihre Worte.

„Ich weiß es. Ich habe sie gesehen und es gleich gewusst.“

Brigitte lachte laut auf.

„Meine Herren, darf ich vorstellen: Carlos, der Meister der Mentoren des Kreises. Wenn einer ein Talent erkennt bevor das Mädchen selbst es weiß, dann Carlos.“

Carlos reagierte nicht auf ihren leichten Spott, die drei Männer starrten mich erwartungsvoll an und ich unterdrückte ein Zittern, die Eiseskälte des Fliesenbodens unter meinen Füssen drang mittlerweile durch alle meine Poren.

„Carlos, nun sag schon, ist das der Grund warum sie so gekleidet ist und barfuß? Weil sie eine eurer Sklavinnen ist in diesem Kreis von Sir Ralph?“

Es war der dickliche Gerhard, der nun offenbar nicht mehr an sich halten konnte und vor Neugier schier platzte.

Carlos schüttelte leicht den Kopf.

„Sie ist noch lange keine Sklavin, Gerhard. Aber sie ist ein lüsternes Mädchen, dass begonnen hat, ihre dunkle Seite zu erkunden.“

„Aha, ihre dunkle Seite? Verstehe, verstehe. Das heißt, sie macht alles was du willst?“

Carlos sah mich ruhig an.

„Möchtest du die Antwort geben, Sabrina?“

Nun ruhten alle Augen auf mir und ich versuchte neuerlich ein Zittern zu unterdrücken. Fraglich ob das Zittern wegen der Kälte oder wegen meiner Erregung auftrat.

„Ja. Ich tue, was Carlos möchte das ich tue.“

Gerhard`s Augen weiteten sich.

„Alles?“

Wieder spürte ich Carlos` Blick auf mir ruhen, der mir mit einem leichten Nicken bedeutete, zu antworten.

„Wohl ziemlich alles, ja.“ – Ich musste mich an meinem Weinglas festhalten, mir wurde schwindlig.

Brigitte`s Stimme ließ sich vernehmen.

„Kochen kann sie ja ausgezeichnet. Was kann sie denn noch, Carlos?“

Er lächelte.

„Sie hat geschickte Hände, eine flinke Zunge, warme, weiche Lippen und einen wunderschönen Körper.“

Nun war es an Brigitte, zu lächeln.

„Nun, ich bin sicher, meine Begleiter würden sich freuen, den zu sehen. Ich für meinen Teil würde sie gerne nackt sehen, Sabrina. Gleich hier und jetzt.“

Ich sah zu Carlos und streckte die Hand mit dem Weinglas aus um es ihm zu übergeben. Er blickte mir in die Augen und nickte leicht. Ohne ein Wort streifte ich die Träger des Kleidchens von meinen Schultern und ließ es zu Boden gleiten. Ich stieg heraus und legte es feinsäuberlich zusammen, dann platzierte ich es auf dem Balkongeländer. Sechs Meter unter mir hielt ein Linienbus und eine Gruppe von Männern stieg aus. Hätten sie nach oben geblickt hätten sie einen nackten, blonden Engel gesehen, der sich, mittlerweile vor Kälte zitternd, zu den Gästen umwandte, damit die ihren Körper betrachten konnten.

 

Etwa eine Stunde später lag ich auf der Couch in Carlos` Wohnzimmer, selbstverständlich immer noch nackt. Ich wünschte, ich hätte noch einen Schluck Rotwein um den leicht urinierten Geschmack des Sperma`s der drei Männer aus meinem Mund zu bekommen. Brigitte hatte meinen Körper ausgiebig besichtigt und die leider immer noch sichtbaren Bikini-Dreiecke auf meiner gebräunten Haut kritisiert, sie meinte, Mädchen wie ich müssten immer und überall nackt baden, Mädchen wie ich hätten unsere Körper absolut jedem zu präsentieren. Ich kam nicht dazu, ihr zu erklären, dass ich erst eine Woche zuvor von einem Bademoden-Shooting in Florida zurückgekommen war und dass man in den USA sofort verhaftet wird wenn man sich nackt in der Öffentlichkeit zeigt.

 

Carlos antwortete mittlerweile auf die Frage von Hans (ausgerechnet der Distinguierte!) ob Mann mich berühren durfte fröhlich mit:

„Natürlich! Dafür ist sie da.“

Daraufhin wurde ich von der kalten Terrasse hinein ins Wohnzimmer gebracht und dann spürte ich eine Zeitlang nur Hände und Finger auf und in mir sowie Lippen, Zungen und Zähne, zwischendurch einen überraschend stacheligen Schnurrbart, die keinen Quadratzentimeter meines Körpers ausließen wie es schien.

Es dauerte jedoch überraschend lange, bis mir der erste der drei seinen Schwanz in den Mund schob. Ich war weder überrascht noch schockiert, im Prinzip hatte ich nichts anderes erwartet, Carlos gab mich zum ersten Mal weiter an andere Männer.

Als ich an dem ersten Schwanz saugte, ein Penis eines mir völlig fremden Mannes, der leicht nach Urin schmeckte, spürte ich wieder die dunkle, intensive Lust in mir hochwallen. Es kam wie in Wellen und als sich der Penis zuckend in meinem Mund entleerte und ich das zähflüssige, warme Sperma schluckte, kam ich zum Orgasmus. So stark, dass ich aufstöhnte und Mühe hatte, den armen Mann nicht zu beißen.

Ich glaube, ich habe alle drei mindestens zweimal befriedigt und dann lag ich eben da auf der Couch, ein wenig erschöpft. Wolfgang machte einige Fotos von mir und ich versuchte sogar zu posieren. Wem er die wohl zeigen würde?

 

Etwas später, die drei Herren hatten noch einen Cognac genommen und sich höflich verabschiedet kam Brigitte zu mir und blieb vor mir stehen.

„Vielleicht hat Carlos ja recht, mit dem Talent. Es scheint ihnen ja großen Spaß zu machen, von fremden Männern benutzt zu werden.“

Ich sah in die kalten Augen der Frau und hob mein Kinn. Keinesfalls wollte ich sie meinen Ärger fühlen lassen, ich wollte kühl wirken, distanziert. Ich wollte mir unter allen Umständen meinen Stolz bewahren.

„Kann ich auch für sie etwas tun, Brigitte?“

Dabei leckte ich mit meiner Zungenspitze ganz leicht über meine Oberlippe.

Brigitte ließ ihren Blick über meinen nackten Körper gleiten und lachte dann. Sie drehte sich um in Richtung Küche, aus der die profanen Geräusche drangen, die entstehen, wenn ein Geschirrspüler eingeräumt wird und die in diesem Moment so unpassend waren.

„Carlos, hast du deine Freundin schon einmal gepeitscht oder sonstwie geschlagen?“

Carlos` Stimme klang amüsiert, er erschien im Übergang zur Küche und wischte sich die Hände an einem Geschirrtuch sauber.

„Nein. Noch nicht.“

Brigitte sah wieder auf mich herunter, sie lächelte ihr Raubtierlächeln.

„Ich hätte große Lust, unsere kleine, geile Schönheit hier auszupeitschen, weißt du? Gleich so richtig, bis aufs Blut.“

Carlos lehnte sich an den Türrahmen, er wirkte nachdenklich.

„Hmm, eher noch nicht. Ich möchte sie zuerst ins Schloss bringen.“

Brigitte wandte ihre Augen nicht von meinem Körper.

„Sag mir Bescheid wenn du das tust, Carlos. Oder überlass sie mir später einmal, ja? Dafür würde ich mich sehr erkenntlich zeigen.“

Carlos nickte.

„Ja. Ich hoffe, ihr alle werdet euch erkenntlich zeigen und meine Projektabwicklung beschleunigen, meine Schöne. DAMIT wäre mir sehr geholfen und mein Mädchen stünde euch dann ganz nach Belieben zur Verfügung.“

Seine Worte klangen in meinen Ohren nach. Er handelte mit mir, tauschte wie mit einer Ware. Wenn seine Geschäftspartner seinen Wünschen entsprachen, wäre wohl ich der Preis, Teil eines Honorars oder sowas. Und die eiskalte Brigitte würde mich „peitschen bis aufs Blut“, wenn mich Carlos an sie weitergeben würde.

Mich fröstelte, eine Eiseskälte kroch in meinen Nacken. In meinem Becken jedoch, im Zentrum meiner Lust und meiner Weiblichkeit, kochte der Vulkan.

 

 

 

© Sabrina Kowan

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Kommentare

Bild von salomé

Der Handel....

...mit der Projektabwicklung nimmt Carlos irgendwie den Zauber, nicht?  Bin sehr gespannt wie es weiterging. Lass mich nicht zu lang am cliff hangen, ja?

Bild von Sabslut

Tja, gute Frage. Mir war

Tja, gute Frage. Mir war damals noch nicht bewusst, wie eng im Kreis manchmal Business und Lust verwoben waren. DAMALS, also an jenem Tag, den ich beschreibe, hat der Zauber noch keineswegs gelitten. Im Gegenteil, er fing erst an....

Gruss

Sabrina

Bild von swingpaarmuc

Chapeau

Tolle und spannende Geschiche, ich freu mich auf die Fortsetzung.

Bild von luganda

Danke

Danke, Sabrina, dass wir an Deiner Lebensgeschichte Teil nehmen dürfen. Absolut spannender Einstieg und geil, wie Du die Herren bedient hast.
Lg



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