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Der Kreis / Die alte Fabrik und der Schweizer-2

 

Eine weitere Episode von Sabslut und aus dem Wirken einer Gesellschaft, die sich „der Kreis“ nannte.

 

„Es ist die Lust, die uns antreibt, Dinge zu tun, die lustlose Menschen niemals tun würden. Es ist die Lust, die Kunst, Genuss und Erleben schafft.“

„Carlos“, im November 2001

 

Teil 2

 

Der Fototermin in Wien verlief reibungslos, das Thema Striemen oder keine wäre ohnehin obsolet gewesen (obwohl ich keine Striemen davongetragen hatte in Genf) denn es war ein reines Schuh-Shooting für einen Katalog für die nächste Frühjahrs-Kollektion eines Versandhauses. Der Fotograf lobte meine Füße, wie gepflegt und hübsch und so weiter und ich bedachte ihn dafür mit verführerischem Lächeln.

 

Am Freitag saß ich bei Andre`, dem Consigliere, im Büro in Graz und hörte mir an was er mir zum Thema Genf und Monsieur Bernier zu sagen hatte.

„Ob du ihn sympathisch findest oder nicht ist die eine Sache, Mädchen, ob du ihn beleidigst und vor seinen Partnern brüskierst oder nicht, ist eine Andere. Comprende?“

Ich wurde schon den ganzen Vormittag den Eindruck nicht los, das der Consigliere eher ziemlich amüsiert war als verärgert.

Ob das bei Carlos auch so war konnte ich nicht sagen, er war geschäftlich in London und hatte sich nicht bei mir gemeldet.

„Ich bin keine Hure, Andre`, und ich will nicht so behandelt werden. WENN ich das will, sag ich`s ohnehin.“

Er schüttelte den Kopf und wieder hatte ich das Gefühl er würde in sich hineingrinsen.

 

Carlos und er waren Freunde seit Kindertagen, hatten zusammen studiert und gemeinsam eine Firma aufgebaut, d.h. eigentlich war es ein Konglomerat von mehreren Unternehmen.

Sie waren verschieden und sich doch so ähnlich. Optisch vor allem, sie trugen ihre Haare fast gleich, waren fast gleich groß und von ähnlicher Statur. Andre` war der elegantere Typ der beiden, sehr italienisch, was Kleidung, Schuhe und vor allem seine Gestik betraf.

Carlos der irgendwie konsequentere, der mit mehr Durchsetzungskraft.

Obwohl mir Andre` als Mann sehr gut gefiel, war da absolut nichts zwischen uns.

Er war eine Art Consigliere im Kreis, wie in Mario Puzo`s Roman „der Pate“, manchmal auch Mentor für die eine oder andere Dame, aber er war auch verheiratet und hatte Familie und er hütete sein Privatleben wie einen Augapfel und hielt es getrennt von Beruf und den Aktivitäten im Kreis.

Ich glaube nicht, dass ich oder eine andere Frau bei ihm wirklich Chancen gehabt hätten, unter keinen Umständen. Und wenn ihm oder Carlos jemand zu nahe trat, kamen schnell die durchaus mafiösen Verbindungen zum Tragen, die die beiden hatten und pflegten. Der oder die zu nahe Getretenen zogen sich dann meist ganz schnell zurück und leckten die Wunden. Das war die eher unangenehme Seite an Carlos und Andre`.

 

Seine Stimme klang gleichmütig, wie fast immer, nach außen getragene Emotionen waren seine Sache nicht, trotz der italienischen Vorfahren:

„Komm, komm, Sabrina, DIESE Sache kam ja nachher. Vorher, in der Bar, die Geschichte mit seinem kleinen Engländer, das hat ihn sehr verärgert. Und dazu war auch deinerseits kaum ein Anlass oder?“

Ich zuckte die Schultern.

„Wie schon gesagt, ich hatte ein paar Gin-Tonic und die Jungs gingen mir auf die Nerven. Das war schon alles.“

Andre` lächelte wieder leicht.

„Bernier besteht auf einer strengen Bestrafung im Kreis und er will dabei sein. Es wird in etwa zwei Wochen passieren, im Zuge einer seit längerem geplanten Session in der alten Fabrik. Bereit dazu?“

Die alte Fabrik war mir nur aus Erzählungen ein Begriff, sie lag in der Oststeiermark, war riesig und uralt und leer und manchmal fanden dort Sessions des Kreises statt. Ich selbst war noch nie dagewesen.

„Hab ich eine Wahl?“

„Natürlich, wie immer. Weißt du doch.“

Die Wahl hieß wie immer entweder komplett dabei sein im Kreis, in meinem Fall eben als Carlos` Sklavin oder komplett aussteigen. Dazwischen gab`s nichts.

Ich sah aus dem Fenster, fühlte mein Möschen heiß pochen und wunderte mich einmal mehr über die heftige Reaktion meines Körpers in solchen Situationen.

„Sag mir Bescheid, ein paar Tage vorher, ich muss arbeiten.“

„Natürlich. Ich gebe dir Bescheid, Carlos und auch dem guten Monsieur Bernier.“

 

-----

 

Nachdem sich die erste Aufregung in der Bar in Genf gelegt hatte, wollte der kleine Engländer namens Morgan sofort zurück in sein Hotel. Er sagte, er wolle nicht mit diesen Flecken auf Hemd und Sakko herumlaufen und er schien richtig sauer zu sein.

Komisch, hatte ich ihm doch gerade einen wundervollen Blow-job verpasst…………

Die zwei anderen reagierten unterschiedlich. Der eine war offensichtlich richtig schockiert darüber, dass eine Frau sowas tun konnte, der andere ziemlich amüsiert, versuchte aber, es sich nicht anmerken zu lassen.

Bernier entschuldigte sich vor der Bar bei seinen Begleitern (für mich??), rief ihnen ein Taxi und für uns beide ein Zweites.

Wir fuhren schweigend, ich wartete darauf, dass er mir Vorwürfe machen würde, aber nichts, nur Schweigen.

Zurück im Hotel Bernina half er mir galant aus dem Taxi und sagte beim Hineingehen in die Lobby leise:

„Ich erwarte Sie in fünfzehn Minuten auf meinem Zimmer. Nr. 311.“

Sprach`s, ging in Richtung Hotelbar und ließ mich stehen.

In mir kochte die Wut hoch.

Ich dachte nicht daran, im Zimmer darauf zu warten, das mich Monsieur empfangen würde und folgte ihm in die Bar, setzte mich aufreizend auf einen Barhocker drei Meter von ihm entfernt und bestellte Gin-Tonic.

Er sah überrascht auf als er meine Stimme hörte, ignorierte mich aber sonst.

 

Nach exakt 14 Minuten erhob er sich und ging an mir vorüber zum Lift.

Ich tat es ihm gleich, nahm aber einen anderen Lift, sah im dritten Stock, wie sich seine Zimmer-Türe schloss und brauchte nur ein paar Sekunden bis ich klopfte.

Der Kerl ließ mich eine volle Minute warten, dann öffnete sich die Tür und er trat zurück, ließ mich mit einer Handbewegung eintreten.

Sein Zimmer war etwas größer als meines aber von Stil und Einrichtung her gleich, alt-europäische, zeitlose Eleganz.

Er goss sich gerade einen Drink ein, drehte sich dann zu mir um und musterte mich.

„Sie sind eine Sklavin des Kreises, nicht wahr?“

„Ja.“

„Und sie sind mir für heute Nacht überlassen, von ihrem Mentor Carlos, richtig?“

„Ja.“

Er nickte, runzelte die Brauen, als würde er ein schwieriges Problem überdenken.

„Gut. Ziehen sie sich aus. Alles, bitte.“

Ich schlüpfte ohne zu Zögern aus meiner Jacke, öffnete meine Stiefel, schlüpfte heraus.

Dann setzte ich mich auf seine Bettkante, rollte die Seidenstrümpfe hinunter. Zuletzt stand ich wieder auf, hackte die Daumen links und rechts in den oberen Rand meines Kleides und zog das dehnbare Material in einem Schwung an mir hinunter. Ich stieg heraus, legte das Kleid sorgfältig neben Strümpfe und Jacke auf den Stuhl neben dem Bett und stand nun nackt, die Hände in die Hüften gestemmt, vor Monsieur Bernier.

Seine Fischaugen nahmen sich Zeit, betrachteten meinen Körper ausgiebig.

Wieder nickte er dann.

„Kommen sie her.“

Ich schritt über den weichen Teppich zu ihm hin.

„Setzen sie sich. Hierher.“

Er stand neben einem Sofa und zeigte mir wo ich mich hinsetzen sollte. Also nahm ich Platz und wollte meine Beine anheben, die Füße seitlich unterschlagen.

„Nein, nein. Lassen sie ihre Füße am Boden. Öffnen sie ihre Schenkel, spreizen sie sie, soweit es geht.“

Ich lehnte mich an die Lehne und öffnete die Schenkel, stellte die Füße weit auseinander, auf Zehenspitzen.

Mit dem Whiskey-Glas in der Hand ging er in die Knie genau vor meiner Möse und starrte auf meine intimsten Teile.

„Wieviele Männer hatten sie schon?“

„Heute?“

Er sah auf, öffnete nun mit der freien Hand seine Hose.

„Antworten Sie mir. Wieviele Männer haben Sie schon gefickt?“

Ich lächelte nun leicht.

„Viele. Gute und Schlechte.“

Er hatte nun seinen Schwanz in der Hand und stellte das Whiskey-Glas ab.

„In Fotze, Arsch und Mund?“

Ich sah ihm gerade in die Augen.

„In Fotze, Arsch und Mund, ja.“

„Wenn ich sie fragen würde, wo ich mich in Sie ergießen sollte und Sie hätten die Wahl, was würden sie wählen?“

Wieder sah ich ihn gerade an.

„Meinen Mund.“

„Warum? Weil sie als Sklavin wissen, das die Männer das mögen?“

Ich schüttelte leicht den Kopf.

„Nein, weil es mit einem Schluck Gin ganz schnell wieder weggespült ist.“

Sein Kopf ruckte hoch.

Ich sah wie an seiner Schläfe eine Ader pochte.

Dann stand er auf, ließ seine Hose runterrutschen, ich sah eine blau-karierte Unterhose, dichte Schambehaarung und einen halbsteifen, schrumpeligen Schwanz, den er mit der rechten Hand leicht wichste.

„Ich werde Sie in ihren frechen Mund, ficken. Jetzt gleich. Rühren Sie sich nicht!“

Er kickte seine Schuhe von den Füßen und stellte sich auf die Couch, direkt vor mein Gesicht.

„Lassen Sie die Hände unten und öffnen Sie den Mund. Los!“

Ich nahm seinen Schwanz in meinem Mund auf und begann, daran zu saugen. Ließ meine Zunge spielen. Er wurde schnell steif.

Bernier stöhnte leicht.

„Aaaaah, das machst du gut. Ja, das ist guuuut.“

Ich ließ seinen Schwanz kurz aus dem Mund und glitt mit meiner Zunge und Lippen seinen Schaft hinunter, erreichte seine behaarten Hoden, leckte darüber, knabberte leicht mit den Lippen daran, leckte wieder und kehrte zur Spitze des Penis zurück.

Dort ließ ich wieder leicht Zunge und Lippen spielen bis ich merkte, er konnte sich kaum noch beherrschen.

Gerade in diesem Augenblick packte er meine Haare und schob seinen Schwanz bis zum Anschlag in meinen Mund, begann, ein- und auszufahren. Er fickte mich tief bis in den Rachen. Ich schloss die Augen, versuchte mich zu entspannen, nicht zu würgen.

Dann stöhnte er guttural auf und ergoss sich grunzend in mir. Ich schluckte alles, ignorierte diesmal den leicht salzigen und auch leicht zu Urin tendierenden Geschmack, saugte weiter bis er fast gewaltsam seinen Schwanz aus meinem Mund zog.

 

Er taumelte mit seiner heruntergelassenen Hose ein paar Schritte zurück und ließ sich auf das Bett fallen, atmete schwer.

Nach einigen Minuten blickte er auf, ich saß immer noch reglos auf der Couch, immer noch die Beine weit gespreizt.

Mit glasigen Augen starrte er mich an.

„Ich will dich ficken.“

Ich sah ihn nur an, sagte nichts.

„Hast du gehört, komm her und mach mich wieder hart. Ich will dich ficken!“

Ich stand auf, kniete mich vor sein Bett und begann, seinen Liebling wieder zu massieren und daran zu saugen. Es dauerte Ewigkeiten bis sich wieder etwas rührte.

Als er fast steif war, sprang Bernier unvermittelt auf, packte mich und warf mich aufs Bett.

„Halte dich am Kopfteil fest, als wärest du gefesselt, los. Spreiz die Beine.“

Er drang ohne Umschweife in mich ein, fickte mich hektisch und in kurzen Stößen und ergoss sich nach kaum drei Minuten stöhnend ein zweites Mal auf meinen Bauch.

Erschöpft lag er dann auf dem Bett, das Hemd verschwitzt, die Hosen bei den Knöcheln, ein lächerlicher Anblick.

Ich erhob mich, setzte mich auf.

„Sind sie fertig mit mir?“

Wieder war da diese Ader an seiner Schläfe.

Er fischte in seiner Hose, zog ein Bündel Geldscheine hervor und zeigte es mir, es dürfte ziemlich viel gewesen sein.

„Ich werde dich Carlos ablösen. Du wirst zu mir kommen und mir dienen. Mir und allen meinen Freunden. Ich will dich als Sklavin.“

Ich schüttelte nur leicht den Kopf.

„Ich bin nur dessen Sklavin, der es auch verdient, mein Mentor zu sein.“

Er warf das Bündel Geldscheine auf den Tisch.

„Bedien dich. Und dann tanz für mich, nackt hier auf dem Tisch. Ich will wieder steif werden und dann deinen Arsch ficken. Na los, fang an!“

Ich sah Bernier an und ignorierte das Geld auf dem Tischchen.

„Sie sind auf dem falschen Dampfer, mein Freund. Und ich im falschen Film.“

Damit stand ich auf, schnappte mir meine Sachen und ging, nackt wie ich war, hinaus auf den Gang.

 

 -----

 

Zu sagen, die bevorstehende Bestrafung wäre mir egal gewesen, wäre gelogen. Jedes Mal wenn ich daran dachte, spürte ich wie sich mein Magen zusammenzog, kalte, feuchte Angst.

Angst vor dem Ungewissen, davor was sie mit mir tun würden.

Es würde wahrscheinlich wehtun und man würde mich wahrscheinlich sexuell missbrauchen, erniedrigen, vielleicht auf perfide Art und Weise.

Bernier würde dabeisein und ich sah vor meinem geistigen Auge seine kalten Fischaugen, wie sie meinen nackten, wahrscheinlich gefesselten Körper anstarren würden.

Zugleich mit der Angst schoss die Hitze in meinen Unterleib. Diese dunkle Lust, oft beschrieben aber nie zu erklären, die meine Möse binnen Sekunden überlaufen ließ.

Dann wurden meine Brustwarzen steinhart und ich verlor die Konzentration, was auch immer ich gerade tat.

Einmal vögelte ich gerade mit einem lieben Freund und mir fiel ein, dass es in der Fabrik wahrscheinlich eisig kalt sein würde um diese Jahreszeit und ich kam unvermutet und explosionsartig zum Orgasmus.Paul, so hieß mein Liebhaber, war ziemlich überrascht, fragte mich hinterher was mich plötzlich so aufgeladen hatte aber ich konnte ihm keine richtige Antwort darauf geben. Er war nicht Teil dieses Lebens, wusste nichts von meinen Abenteuern und war für mich zuständig für Kuschel-Sex, den ich von Zeit zu Zeit ebenso brauchte wie den Wahnsinn im Kreis und mit Carlos.

 

Der Anruf kam erst Ende November, abends als ich gemütlich auf der Couch saß und mit einer Flasche höheren Rotweines dem ORF-Programm frönte.

Ich sah Andre`s Nummer am Display und spürte wie mir die Hitze in die Lenden schoss und sich mein Bauch verkrampfte.

„Hallo Sabrina.“

„Hi.“

„Es ist soweit. Die Session in der Fabrik steigt am Freitag. Bist du bereit?“

„Ja.“

„Gut. Du kriegst ein Mail am Morgen in dem steht wo du hinkommen sollst. Vor Ort suchst du einen blauen Chrysler Voyager mit Wiener Kennzeichen, er wird unversperrt sein und eher am Rand des Parkplatzes parken. Du steigst hinten ein und wirst auf der Sitzbank Handschellen und eine Augenbinde finden. Bitte leg die Binde an und verschließ die Handschellen hinter deinem Rücken. Dann wartest du, du wirst abgeholt. Den Schlüssel für dein Auto läßt du stecken, es wird versorgt werden.“

„Ok, alles klar.“

„Eines noch, es wird auch im Mail stehen. Es ist dir nur ein einziges Kleidungsstück erlaubt das du tragen darfst, welches ist dir überlassen. Ein Paar Schuhe gelten als ein Kleidungsstück. Wenn du dagegen verstößt wirst du dafür extra bestraft werden. Alles klar, soweit?“

„Ja, alles klar. Ein Kleidungsstück.“

 

Und nun sitze ich also in meinem TT und fahre über die Autobahn in Richtung der Raststation die mir angegeben worden war.

Ich trage Turnschuhe und eine leichte Leinenhose, darüber ein kurzes, dunkelblaues, vorne durchgeknöpftes Kleid, auch an den Trägern mit Druckknöpfen versehen. Man kann es mir leicht ausziehen, auch wenn ich gefesselt sein sollte.

Ich hatte leichtes Make-up aufgelegt und meine Haare zu einem Pferdeschwanz im Nacken gebunden. Finger- und Zehennägel sind frisch und dunkelrot lackiert und kontrastieren hübsch zu meiner Haut und zum Kleid. Unter dem Kleid bin ich selbstverständlich nackt. Frisch enthaart, keinerlei Körperbehaarung südlich der Augenbrauen, wie Andre` so schön sagt.

Noch genieße ich die Wärme der Heizung im Audi.

Ich finde den Voyager und parke daneben. Niemand zu sehen, weder im Auto noch im näheren Umfeld.

Wie vereinbart werde ich den Audi unversperrt und den Schlüssel stecken lassen er wird abgeholt werden, das funktioniert immer perfekt im Kreis.

Mit einem tiefen Seufzer schlüpfe ich aus den Turnschuhen und der Jogginghose und lege beides nach hinten.

Dann steige ich aus.

Entgegen dem Wetterbericht ist es eisig kalt, sicher nicht mehr als 8 Grad, ein leichter Wind weht und der Himmel ist novembermäßig grau.

Ich spüre den kalten Asphalt unter meinen Füssen und den Wind durch mein Kleid.

Die Schiebetüre des Voyagers fällt hinter mir zu, hier drinnen ist es ein wenig wärmer.

Die Augenbinde ist aus Seide und sitzt straff, die Handschellen schließen sich erst beim zweiten Versuch hinter meinem Rücken um meine Handgelenke.

Jetzt heißt es warten.

Was werden sie mit mir anstellen?

Wird Carlos da sein? Sicher, ja, und wenn nicht, dann Andre`, ohne Frage. Sie werden auf mich aufpassen. Trotzdem wird es wohl hart werden.

Werden sie mich in ein Waldstück bringen? Ah, nein, Blödsinn, sie machen es ja in der Fabrik hat Andre` gesagt.

Meine Gedanken rasen. Ich spüre leichte Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln. Mir ist kalt, meine nackten Füße werden immer kälter und nix passiert.

Ich will, dass es beginnt, ich will es spüren. Die Lust, den Schmerz, alles, ich will mich verlieren in diesem roten Meer aus Wahnsinn.

 

Als eine Wagentüre geöffnet wird zucke ich zusammen. Ich höre die Stimmen von mehr als einem Mann, sie kommen von vorne, offenbar steigen zwei Männer ein.

„Hey, nicht schlecht. Das ist ja erste Sahne!“

Eine andere Stimme, von der Fahrerseite:

„Ja, DIE wird uns erfreuen, würde ich meinen.“

„Was hat die noch gleich gemacht, das sie heute hier ist?“

„Dreht euch um und fahrt los, ihr zwei. Sir Ralph wartet schon in der Fabrik.“

Erleichtert erkenne ich Carlos` Stimme, neben mir. Ich drehe den Kopf in seine Richtung.

„Hi, Baby. Du bist wie immer wunderschön.“

Seine warme Hand an meinem Oberarm gibt mir Sicherheit, auch wenn`s nur eine leichte Berührung ist.

Ein kehliges Lachen vom Beifahrersitz.

„Jaja, der weichherzige Carlos. Ich persönlich würde die Dame gerne ein wenig zittern sehen. Wir könnten in dem Wald neben dem Teich halten, wie letztens, und die Dame ein wenig aufwärmen, was meinst du, Chris?“

Carlos` Stimme wurde etwas schärfer, bestimmender.

„Fahr endlich und halt die Klappe, bitte.“

 

Das Gerede der beiden Typen nervt mich obwohl ich weiß, dass die Devise ruhig bleiben heißen muss.

Carlos ist da, Gottseidank. Ich kann ihn riechen.

Wieder schweifen meine Gedanke ab, ich rätsle zum hundertstenmal sinnlos was sie mit mir machen werden. Ich werde es ohnehin gleich erfahren.

Da kommen wieder mein unbändiger Stolz und mein Temperament zum Tragen, ich würde auch gegenüber Carlos niemals zugeben, dass ich Angst habe. Ich richte mich auf, hebe mein Kinn.

Macht mit mir was ihr wollt, ich habe selbst bestimmt, im Kreis zu sein.

Ich habe selbst entschieden, Bernier zu brüskieren und zu provozieren, schlussendlich zurückzuweisen und zu beleidigen. Mir war von Anfang an klar gewesen, das Carlos keine andere Wahl haben würde als mich zu bestrafen.

 

Während der Fahrt wird kaum gesprochen, ich lehne mich im Sitz zurück. Dadurch dass meine Hände hinterm Rücken gefesselt sind drückt es meinen Oberkörper durch, was meine Brüste zur Geltung bringt wie ich hoffe.

Meine eiskalten Füße stelle ich auf Zehenspitzen, so wirklich warm wird`s auch im Auto nicht.

Ich zucke zusammen als ich Carlos` Finger spüre, der eine Haarsträhne hinter mein Ohr zurückstreicht, höre seine leise Stimme dicht an meinem Ohr:

„Es wird hart werden, heute, Mädchen. Und es wird auch ein wenig von dir abhängen, wie sehr, also versuch bitte, nicht die stolze Madame zu geben, ok? Ich passe auf dich auf, ich bin da, also vertrau mir und du wirst sehen, es wird gut werden.“

Stolze Madame, ja?

Was erwarten die von mir? Soll ich etwa vor einem Arschloch wie Bernier klein beigeben und winseln? Was können sie mir schon tun?

Carlos ist ja da.

 

Nach vielleicht 15 Minuten Fahrt spüre ich wie wir von der Autobahn abfahren, dann noch einige Minuten durch eine Ortschaft offenbar.

Dann höre ich wie der Fahrer mit jemandem außerhalb des Autos spricht, der Wagen rollt über irgendetwas holpriges und hält dann an.

Die Tür wird geöffnet, ich spüre wieder die kalte Luft hereinströmen. Spüre Hände auf meinen Oberarmen, steige aus und zucke schmerzhaft zusammen, spitziger Kies sticht in meine Füße.

Noch einmal Carlos` leise Stimme an meinem Ohr:

„Sei tapfer. Ich bin da.“

 

Ich bemühe mich, elegant zu gehen obwohl der kalte Kies unter meinen Füßen sticht und schmerzt. Ich muss nicht beschützt werden, ich bin kein kleines Mädchen.

Ich weiß was ich tue und warum ich hier bin, habe mir alles selbst zuzuschreiben, eigene Entscheidungen, von Anfang an.

Egal was sie mit mir vorhaben, ich lasse mich sicher nicht brechen. Ich werde niemals meinen Stolz verlieren.

Irgendwas sticht besonders fies in meine große Zehe und ich zucke zusammen. Ärgerlich richte ich mich ruckartig auf, hebe meinen Kopf und gehe gerade, Fuß vor Fuß setzend, wie ein Model auf dem Laufsteg, ignoriere den Schmerz in meinen Sohlen.

 

Zwei Hände halten meine Oberarme, ich trage ja immer noch die Augenbinde.

Eine Stimme neben mir, die des Fahrers, glaube ich.

„Achtung, Stufe.“

Natürlich knalle ich mit den Zehen voll in eine Metall-Leiste der Türe, zische wütend durch die Zähne, schaffe es aber, nicht zu stolpern.

Wir sind nun nicht mehr im Freien, ich spüre keinen Wind mehr aber es ist kalt, eisig kalt der Betonboden unter meinen nackten Füßen. Ich rieche Staub, Rost und Dreck, höre den Hall unserer Schritte, scheint eine Art Gang zu sein.

Dann biegen wir ab, in einen Raum, offenbar. Ich werde auf einen Stuhl gestoßen.

Ich reibe einen Fuß an meinem Knöchel, die Zehen schmerzen vom Aufprall auf diese Stufe, die Sohlen brennen von den spitzen Kieselsteinen, meine Füße sind eisig.

Plötzlich faßt eine Hand nach meinem Kinn, hebt meinen Kopf an. Ich spüre Atem in mein Gesicht wehen, rieche Tabak und Alkohol.

„Na, Süße, wie sieht`s aus? Angst?“

Ich bin vom dem Atem angeekelt und reiße meinen Kopf weg.

Eine andere Stimme, eine, die ich noch nicht kenne, hinter mir:

„Na schau, die Kleine wehrt sich, ist renitent. Umso besser, was Jungs?“

Eine Hand packt meine Haare, zieht meinen Kopf nach hinten, ich stöhne auf und jemand lacht dreckig.

Wo ist Carlos?

Jetzt packen Hände meine Knöchel, ziehen meine Beine auseinander, das Kleid rutscht an meinen Schenkeln nach oben. Noch zwei Hände, die den Stoff auf dem ich sitze unter meinem Po durchziehen, ich spüre kaltes Metall an meiner Haut.

Sie legen meine Möse frei.

„Mmmmmhh, eine Nacktschnecke, wie hübsch!“ – Eine laute, raue Stimme. Ich weiß blöderweise dass ich feucht bin, zu feucht und dass man das sehen kann.

Prompt fragt mich eine andere Stimme wer mir erlaubt hat, geil zu werden und ob ich nicht wüsste dass ich zur Bestrafung hier wäre.

Ohne Vorwarnung spüre ich eine raue Männerhand an meiner Möse, brutal und rücksichtslos werden meine Schamlippen geteilt und ein dicker Finger dringt in mich ein.

Ich stöhne auf, bewege mein Becken, versuche instinktiv, der Hand zu entkommen.

„Klatschnass, die Kleine, Leute, läuft schon aus. Da haben wir ja ein außergewöhnlich geiles Stück, was?“

Gelächter rundherum, es müssen mindestens fünf, sechs Personen ein.

Ohne dass sich der Finger aus meiner Scham zurückzieht spüre ich wie die oberen Knöpfe meines Kleides geöffnet werden. Gleichzeitig merke ich wie sich neben mir jemand eine Zigarette anzündet.

Eine Stimme an meinem Ohr.

„Ist dir kalt, Baby? Soll ich dich ein wenig aufheizen?“

Das Kleid wird geteilt, meine Brüste freigelegt und schon spüre ich die Hitze der Zigarettenglut an meiner rechten Brustwarze.

Ich versuche wegzurücken, mir entschlüpft ein Schrei.

„Nein! Nicht, nicht das!“

 

Plötzlich stöhnt der Mann neben mir auf, die Hitze der Glut verschwindet und ich höre jemanden stürzen, schmerzvoll aufschreien.

"Das nächste Mal wenn du sie ohne meine Einwilligung berührst wische ich hier mit dir den Boden auf, Wixer."

Endlich! Carlos Stimme, leise und kalt.

Ich spüre wie jemand meine Augenbinde löst, blinzle in die plötzliche Helligkeit.

Vor mir steht Carlos, in einem dunkelgrauen Anzug, weißes Hemd, Krawatte, die er sich gerade wieder richtet.

„Alles klar bei dir?“

Ich nicke, lächle leicht.

„Natürlich.“

So leicht mache ich es euch nicht, Leute.

Meine Beine halte ich immer noch weit gespreizt, obszön fast, schließe sie nicht, halte die Zehenspitzen auf den Boden gestellt, fast wie ein Model beim Shooting.

Ich blicke in die Runde, gut geschätzt, vier Mann stehen um mich herum, alle in Lederjacken und Jeans oder blauen Arbeitsanzügen, vierschrötige, brutale Typen, und einer sitzt auf seinem Arsch am Boden.

Carlos steht direkt vor mir und neben dem Eingang der eisgraue Sir Ralph, wie immer ganz in schwarz und daneben Yves Bernier, in einem beigen Mantel mit hochgeschlossenem Kragen, rotgesichtig, feist. Seine Fischaugen starren mich an, starren auf meine rasierte Scheide, dann zurück zu meinem Gesicht.

Der Typ, der mich mit der Zigarette brennen wollte, rappelt sich auf, Carlos wendet sich ihm zu, der Typ hebt bedauernd die Hände.

„Ok, ok, Carlos, sorry. Ist alles easy. Wir wollen alle nur unseren Spaß, nicht wahr? Kommt nicht wieder vor.“

Der Mann ist fast einen Kopf größer als Carlos und schwerer, aber er scheint echte Angst vor ihm zu haben. Beruhigt mich ein wenig.

Sir Ralph lächelt.

„Kommt, gehen wir.“

Zwei der Männer nehmen wieder meine Oberarme, geleiten mich aus dem Raum, wir gehen den Gang entlang, Stiegen hinunter in einen riesigen Keller.

Es ist ein wenig feucht und eisig kalt, ich fröstle, aber das hab` ich ja erwartet.

Ohne Augenbinde geht es sich gleich leichter.

 

Der Raum ist riesig und rechts von uns stehen alte Maschinen und Geräte, rosten vor sich hin. In einer Ecke tropft Wasser.

Auf einem Tisch mit schneeweißem Tischtuch stehen ein Kerzenleuchter mit brennenden, schwarzen Kerzen, eine Flasche Champagner in einem Kühler und eine weitere Flasche, ich erkenne teuren andalusischen Brandy, Carlos` Lieblingsgetränk.

Eine Karaffe mit Wasser und ein paar Snacks auf einem Silbertablett sowie ein Kübel mit Eiswürfel und eine angebrochene Flasche Wodka vervollständigen das Gedeck.

 

Neben dem Tisch steht ein großes, wunderschönes, dunkelhaariges Mädchen, sicher über einsachtzig, in einem schwarzen Smoking, ebensolchen Pumps und einer schneeweißen Seidenbluse mit schwarzer Halsmasche.

Mehrere Blumenarrangements in großen Eisenschalen vervollständigen die ziemlich groteske Szene.

Drei Meter vor dem Tisch sind Stahlringe in den Boden eingelassen, von der Decke baumeln zwei rostige Ketten, die über Rollen an die linke Wand zurückgeführt werden und dort verankert sind.

Links, rechts und vor dem Tisch stehen Stühle, sicher an die dreißig.

Sie führen mich in die Mitte der beiden Stahlringe, Sir Ralph, Carlos, Bernier und zwei weitere Männer in Anzügen, die schon im Raum waren als wir kamen, nehmen in der ersten, direkt vor mir stehenden Stuhlreihe hinter dem Tisch Platz.

Mein Blick fällt auf eine Videokamera die ein Stück vor mir von der Decke herab montiert ist und einen Fernseh-Bildschirm, der daneben auf einem weiteren Tischchen steht.

Auf ein Zeichen Sir Ralph`s nimmt mir das Mädchen im Smoking die Handschellen ab. Sie hält mein Handgelenk zwischen zwei Fingern als sie eine Ledermanschette anlegt, meinen Arm zur herabhängenden Kette führt und daran festmacht. Dasselbe mit dem anderen Arm, ich stehe mit hocherhobenen Händen im Raum und mein Blick fällt nun auf die Szene, die der Bildschirm zeigt.

Mir gefriert das Blut in den Adern.

 

 

 

© Sabrina Kowan

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Sabslut
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Kommentare

Bild von Salomé

Ein provokanter Satz

"Ich werde niemals meinen Stolz verlieren". Kann man da so sicher sein?

Jedenfalls: Plastisch beschrieben, mir läuft es kalt den Rücken hinunter, wenn ich mich hineinversetze. Bei dieser Art von Theater reisse ich mich nicht unbedingt um die Rolle der Hauptdarstellerin.

Bild von Sabslut

...niemals den Stolz verlieren....

äääh, nein, liebe Salome.

Du hast Recht.

Man kann sich dessen leider nie sicher sein. Aber es dauert, bis man dahinter kommt....

Sabrina

Bild von Cayt

Sehr schön geschrieben, bin

Sehr schön geschrieben, bin gespannt auf die Fortsetzung :)

Gruß, Cayt

Bild von luganda

Geheimnisvoll

Der Kreis und alle Geschehenisse sind immer absolut geheimnisvoll und irgendwie aufregend geil auch beim Lesen. Sabrinas Empfindungen werden hervorragend beschrieben. Wie immer gut geschrieben. Danke!



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