Die Geschichte der Justine oder die Nachteile der Tugend - Band 3/Teil 3

Megs ·Administrator·

Die Vorgänge im Schlosse. – Dissertation über die Frauen.

Frau de Gernande zählte neunzehneinhalb Jahre und besaß die denkbar schönste, edelste, wohlgeformteste Gestalt; jede ihrer Gesten und Bewegungen atmete Grazie, jeder ihrer Blicke zeugte von Seele. Ihre Augen waren vom schönsten Schwarz, obwohl sie blond war, und höchst ausdrucksvoll, doch eine Art Wehmut, die Folge ihres Mißgeschickes, machte sie noch tausendmal interessanter. Sie besaß einen ganz weißen Teint, wundervolle Haare, einen recht kleinen Mund, Perlenzähne und Lippen von einer Röte, daß man hätte sagen können, Amor habe sie mit Farben geschmückt, die er der Blumengöttin entliehen habe. Sie besaß eine schmale, feine Adlernase, darüber Augenbrauen, schwarz wie Ebenholz; ihr Kinn war vollendet schön; kurz, ihr schön ovales Gesicht, das von Anmut, Naivität und Unbefangenheit strahlte, hätte viel eher für das eines Engels als einer Sterblichen gelten können. Ihre Arme, ihr Hals, ihre Hinterbacken waren von einer Pracht, einer Rundung, daß sie Künstlern zum Modell hätte dienen können. Ein leichter, schwarzer Flaum beschattete die hübscheste Scham der Welt, die sich zwischen zwei wohlgeformten Schenkeln zeigte; was aber nach all dem Unglück der Gräfin überraschend wirkte, waren ihre vollen Formen. Ihr Hinterer war ebenso rund, so fest und fleischig, als ob sie von üppigerer Gestalt gewesen wäre. Zwar zeigten sich die furchtbaren Spuren der Grausamkeiten ihres Gatten, doch war sie nicht entstellt; sie bot das Bild der schönen Lilie, auf der die unreine Hornisse einige Flecken hinterlassen hat. Zu so vielen Gaben gesellte sich ein sanfter Charakter, romantisches Gefühl, ein empfindsames Herz. Bildung und Talente; bestrickende Anmut, der nur ihr ruchloser Gemahl widerstehen konnte; einschmeichelnder Klang der Stimme und große Frömmigkeit. So beschaffen war Gernandes Gattin, das engelgleiche Wesen, gegen die er sich verschworen hatte. Es schien, daß sie um so mehr seine Wildheit erregte, je mehr Reize sie entwickelte; alle Gaben, die ihr die Natur verliehen hatte, schienen die Frevelhaftigkeit dieses Scheusals nur zu erhöhen.

»Wann sind Sie zur Ader gelassen worden, Madame?« fragte Justine die Gräfin, sowie sie allein waren. – »Vor drei Tagen,« antwortete diese, »und morgen wird Herr de Gernante sicherlich das reizende Schauspiel dieses Gräuels seinen Freunden vorführen.« – »Tut er das vor Zeugen?« – »Vor solchen, die gleich ihm denken. Ach, Sie werden das alles sehen, Fräulein.« – »Und wird Madame nicht durch alle diese Aderlässe geschwächt?« – »Gerechter Himmel! Ich zähle noch keine zwanzig Jahre und bin überzeugt, daß man mit siebzig nicht schwächer ist. Aber ich hoffe, das wird ein Ende nehmen; es ist vollständig ausgeschlossen, daß ich lange ein solches Leben aushalte. Ich werde zu meinem Vater gehen; ich will in den Armen Gottes die Ruhe suchen, die mir die Menschen so grausam auf Erden verwehrt haben. Ach, was habe ich denn getan, großer Gott, um nicht diese Ruhe genießen zu dürfen! Ich habe nie jemandem den geringsten Schmerz gewünscht, ich liebe meinen Nächsten und ehre die Religion; ich bin von der Tugend begeistert; eine meiner größten Qualen in der schauerlichen Situation, in der man mich hält, ist die, niemandem nützlich sein zu können.« Tränen entströmten ihr bei diesen Worten. Unsere Leser können sich wohl denken, daß die Justinens sich bald mit denen jener verschmolzen hätten, wenn sie nicht großes Interesse daran gehabt hätte, ihren Kummer zu verbergen. Aber sie schwor sich in diesem Augenblicke feierlich, lieber tausend Leben zu opfern, als nicht alles zu tun für eine Frau, deren Gefühle und Geschicke den ihren so ähnlich schienen.

Eben war es an der Stunde, in der die Gräfin dinierte. Die beiden Alten benachrichtigten Justine, sie solle sich mit jener auf ihr Zimmer begeben; denn nicht einmal die Alten durften direkt mit der Gräfin verkehren. Madame de Gernande, an alle die Vorsichtmaßregeln schon gewöhnt, unterwarf sich ihnen ohne weiteres; das Diner wurde aufgetragen, worauf die Gräfin erschien, sich zu Tische setzte und Justine einlud, ihr Gesellschaft zu leisten; ihre Miene war dabei so freundlich, so leutselig, daß sie sich vollends die Zuneigung ihrer Wächterin gewann. Aufgetragen wurden mindestens zwanzig Speisen.

»Was das anbelangt, sorgt man für mich, wie Sie sehen,« sagte Frau de Gernande. – »Ich weiß, Madame, daß der Graf wünscht, Sie mögen sich nichts abgehen lassen.« – »Gewiß; doch da die Gründe dieser Aufmerksamkeiten nur in seiner Grausamkeit gelegen sind, rühren sie mich wenig.«

Madame de Gernande, erschöpft und von der Natur lebhaft zur Erneuerung des Verlorenen angeregt, aß viel; sie verlangte rote Rebhühner und eine junge Ente, die ihr sofort gebracht wurden. Nach dem Mahle begab sie sich auf die Terrasse, Luft zu schöpfen, wobei sie sich auf Justine stützte; ohne diese Hilfe hätte sie keinen Schritt machen können. Jetzt zeigte sie alle ihre Körperteile ihrer neuen Gefährtin. Diese war bestürzt über die erstaunliche Menge von Narben, mit denen diese arme Frau bedeckt war. »Er beschränkt sich nicht auf meine Anne, wie Sie sehen,« sagte Frau de Gernande, »es gibt keinen Teil meiner unglücklichen Person, aus dem er nicht zu seinem Vergnügen Blut fließen ließe.« Und sie bewies es ihr, indem sie ihre Füße, den Bauch, die Brüste, Hinterbacken, ja selbst die Schamlippen zeigte. »Vielleicht,« sagte die interessante Frau, »würde ich weniger leiden, wenn er nicht die abscheuliche Idee hätte, zu dieser Operation die Zeit unmittelbar nach der Mahlzeit zu wählen. Diese doppelte Grausamkeit verdirbt mir den Magen, ich kann nicht mehr verdauen.« – »Nun, Madame, könnten Sie sich denn nicht am selben Tage des Essens enthalten?« – »Ich bin nicht benachrichtigt, er überrascht mich; ich weiß nur, daß er nach Zwischenpausen von drei bis vier Tagen kommt, aber nie kann ich den Augenblick bestimmt erraten; nie würde er den Moment wählen, da ich vorbereitet bin.«

Indessen vergeudeten Gernandes Freunde nicht ihre Zeit; die zwölf Lustknaben, die eben in Gebrauch standen (man brachte sie stets in dieser Zahl alle drei Monate), waren bereits so oft bearbeitet worden, daß man ihrer überdrüssig zu werden anfing.

»Das wird nach dem Diner stattfinden,« sagte Gernande, »bereiten wir uns durch ein recht wollusterregendes Mahl zu diesem großen Werke vor. Justine und Dorothéa werden nackt dinieren, sechs meiner kleinen Liebesgötter werden in demselben Zustand zwischen ihnen sitzen, die sechs anderen werden als Priesterinnen der Diana gekleidet, uns bedienen; ich verspreche ihnen das beste Diner, das sie je bei mir genossen haben.«

Es wäre tatsächlich schwer gefallen, sich ein reicheres und erleseneres, ein lukullischeres Mahl zu denken; die vier Weltteile schienen zu wetteifern, die Tafel dieser Lüstlinge mit ihren Schätzen zu versehen; es fanden sich zugleich die Weine aller Länder und die Speisen aller Jahreszeiten vor. Dieses eine Diner kostete zweifellos mehr als die Ernährung von zehn oder zwölf unglücklichen Familien während eines Monats.

»Nach den Genüssen der Wollust«, meinte Gernande, »gibt es nichts Göttlicheres als die der Tafel.« »Sie stützen sich beide gegenseitig derart« sagte Bressac, »daß es ausgeschlossen ist, daß die Anhänger der ersteren nicht auch die letzteren verehrten.« »Es ist nichts so köstlich als der Feinschmeckerei zu fröhnen,« antwortete Gernande; »nichts kitzelt so wollüstig meinen Magen und meinen Geist; diese schmackhaften Speisen bereiten das Gehirn so gut auf die Eindrücke der Wollust vor, daß es, wie mein Neffe sagt, kaum einen richtigen Wüstling gibt, der nicht die Tafel hochschätzt. Ich gestehe, daß es häufig mein Wunsch war, die Ausschweifungen des Apscius, dieses berühmten römischen Gourmands, nachzuahmen, der lebende Sclaven in seine Fischteiche werfen lies, damit das Fleisch seiner Fische delikater werde. Grausam in meiner Wollust, wäre ich es ebenso bei diesen Ausschweifungen, und ich möchte tausend Individuen opfern, wenn dadurch eine Speise appetitlicher und erlesener würde. Ich staune nicht, daß die Römer einen Gott der Feinschmeckerei ersonnen haben. Mögen stets die Völker leben, die ihre Leidenschaften derart vergöttlichen. Welcher Unterschied zwischen den dummen Anhängern Jesu und denen Jupiters! Die ersteren sind absurd genug, eine Handlung, die die anderen hoch einschätzen, zum Verbrechen zu stempeln.« »Es heißt,« sagte D'Esterval, »daß Cleopatra, eine der größten Feinschmeckerinnen des Altertums, die Gewohnheit besaß, vor Tische sich wiederholt klystieren zu lassen.« »Auch Nero tat desgleichen,« sagte Gernande, »ich führe es ab und zu an mir aus und befinde mich dabei gut.« »Ich lasse mich anstatt dessen sodomieren,« meinte Bressac, »der physische Effekt ist fast der gleiche, während die Psyche unvergleichlich mehr ergötzt wird, nie nehme ich ein Mahl ein, ohne mich ein dutzendmal bearbeiten zu lassen.« »Was mich betrifft,« sagte Gernande, so gebrauche ich einige Gewürze, namentlich Senf; man bereitet mir daraus ein so stark abführendes Getränk, daß ich, wenn ich es ausgetrunken habe, rasend hungrig werde. Da es ganz selbstverständlich ist, daß man zu den Freuden der Wollust sich anregt, warum sollte man sich denen der Feinschmeckerei gegenüber anders verhalten? O, ich gestehe – fuhr das Ungeheuer, die köstlichen Speisen verschlingend, fort – »die Unmäßigkeit ist meine Gottheit; ihr Bild stelle ich in meinem Tempel neben dem der Venus auf; nur zu beider Füßen könnte ich mein Glück finden.« »Das, was ich darüber oft gedacht habe, wird ihnen recht böse scheinen,« sagte Dorothéa, »aber gestatten sie, daß ich alles sage. Ich gestehe, daß es einer meiner größten Genüsse wäre, vor meinen Augen von Hunger abgezehrte Unglückliche zu haben, während ich mich übersättige.« »Das begreife ich,« antwortete Bressac, »nur müßte der Mensch, der der erwähnten Passion huldigt, mächtig und angesehen genug sein, um durch seine Feinschmeckerei seine ganze Umgebung zu entkräften; seine Untergebenen müßten infolge seines unmäßigen Verbrauches Hungers sterben.« »Ja, ja,« erwiderte Dorothéa, »so habe ich es gemeint; man hat keine Vorstellung, was ich alles bei einem solchen Mahle verschlingen könnte.« »Jawohl,« sagte Gernande, »ich glaube, daß Tiberius von solchem Blutmahle geschwärmt hat.« »Was mich betrifft,« meinte d'Esterval, »so liebe ich Nero außerordentlich, der nach Tisch fragte: was das eigentlich sei, ein Armer?«25 »Wenn es – worüber kein Zweifel besteht – wahr ist,« meinte Bressac, »daß die Unmäßigkeit die Mutter aller Laster und der Lasterpfuhl das verdiente Paradies ist, müssen wir alles thun, um die Unmäßigkeit in uns zu steigern. Und wie frischgestärkt machen wir uns tatsächlich an die wollüstigen Handlungen, wenn wir uns nach einem unmäßigen Mahle daran machen! Wie erregt sind dann unsere Lebensgeister! Eine ungewohnte Hitze scheint unsere Adern zu durchströmen, die Begierde nach den Objekten unserer Wollust wird so stark, daß man ihr nicht widerstehen kann. Vergleichen Sie Ihre Kräfte, Sie werden kaum einen Verlust wahrnehmen. Es ist so viel aufgespeichert, daß man eine Unzahl von Anläufen machen kann, die man sonst nicht wagen würde; alles verschönt und schmückt sich; die Illusion bedeckt alles mit ihrem goldenen Schleier, so daß Sie Dinge unternehmen, die im nüchternen Zustande Ihnen Schauder erwecken würden. O wollustvolle Unmäßigkeit! Ich schätze dich als die Neuschöpferin der Genüsse; nur mit dir kostet man sie so recht; durch dich verlieren sie Ihre Stacheln, du allein ebnest den Weg, der zu ihnen führt; du allein befreist sie von den dummen Gewissensbißen; du allein verstehst es, diese kalte und monotone Vernunft in Taumel zu versetzen; ohne dich würde sie alle unsere Leidenschaften vernichten.«

»Lieber Neffe,« sagte Gernande, »wärest du nicht viel reicher als ich, würde ich dir für den Lobeshymnus auf eine meiner süßesten Passionen zweitausend Louis schenken.« »Ich reicher als Sie?« »Gewiß! Du hast über eine Million zweihunderttausend Livres Rente, während ich Armer blos über achthunderttausend verfüge. Ich gestehe, daß es mir unbegreiflich ist, wie man von weniger als einer Million jährlich leben kann.« »Mein Herr,« warf D'Esterval ein, »ich habe sie nicht und doch lebe ich.« »Nun gut, doch haben Sie sich eine anspruchslose Lebensart zu eigen gemacht, andererseits muß Ihr Beruf Ihr Vermögen täglich vergrößern. Ich kenne nichts Köstlicheres, als die Laufbahn die Sie eingeschlagen haben, wäre ich jung, würde ich sicherlich die gleiche betreten. Ich wette, daß Sie aus ihr, sowie aus Ihrem Erbe, mindestens fünf- bis sechshunderttausend Livres Rente herausschlagen.« »So ungefähr.« »Sie sehen also, daß wir alle reich sind, und daß unsere Denkweise, unser Geschmack und unsere Interessen sich durchaus ähnlich sein dürften.« »Ach!« meinte D'Esterval, »ich habe das Unglück, unersättlich zu sein; noch mehr aus Habsucht als aus Wollust betreibe ich mein Handwerk.« »Sie könnten es gewiß an den Nagel hängen.« »Ich könnte ohne diese köstliche Gewohnheit nicht existieren. Ich freue mich über die tägliche Zunahme meines Vermögens und schwelge in dem Gedanken es auf Kosten dessen andere zu vermehren. Ich töte auf Grund meiner ausschweifenden Wünsche wegen meiner grausamen Begierden, doch stehle ich nur aus Habgier, selbst bei einem Einkommen von Millionen glaube ich, würde ich noch immer stehlen«. »Ich begreife das,« sagte Gernande, »mir ist wie kaum einem, die Sucht eigen zu nehmen und für mich zu behalten. Selbst wenn ich in Gold schwimmen könnte, würde ich keinen Sou auf Almosen ausgeben und würde ich außer  für meine Genüsse für nichts Geld übrig haben. Sie kennen meinen Besitz und meine Auslagen, nun, betrachten Sie mein Gewand, ich trage es schon seit zwanzig Jahren; ich hoffe es bis zum Tode beizubehalten.« »So wollen Sie also teurer Onkel,« sagte Bressac, »mit vollem Rechte den Namen eines Wucherers tragen?« »Ja, aber wenn deine Mutter, wenn auch aus anderen Gründen, nicht ebenso geizig gewesen wäre wie ich, wärst du heute reich?« »Sprechen Sie mit ihm nicht über diesen Punkt,« warf D'Esterval ein, »sonst wird er erröten.« »Er täte beim Himmel sehr Unrecht daran,« sagte Gernande, »er hat nur die einfachste Sache der Welt getan, indem er seine Mutter tötete. Man will rasch zum Genießen kommen, nichts natürlicher als das. Uebrigens war sie eine zänkische, frömmelnde und herrschsüchtige Person, daher verabscheute er sie, was leicht begreiflich ist. Nehmen Sie an, er beerbt mich, nun gut, ich wette, daß er auf meinen Tod nicht ungeduldig wartet, wir haben den gleichen Geschmack, die gleiche Denkweise, er ist sicher in mir einen Freund zu finden. Solche Erwägungen sind genug sichere Bande für den Menschen, die sie nicht zu zerreißen suchen.«

»Sie haben Recht mein Onkel, wir werden vielleicht viele Verbrechen gemeinsam begehen, doch nie werden wir uns Schaden antun. Dennoch habe ich einen Augenblick bemerkt, daß mein Vetter diese Erwägung wenig respektierte, er hat mich dem Tode geweiht.« »Ja,« meinte D'Esterval, »als Verwandter, nicht als Genosse der Ausschweifungen, sowie ich erfuhr, wessen Sie fähig seien, haben wir uns nur geliebt und eng verbunden.« »Gut, aber Sie werden zugeben, daß Frau D'Esterval mir erst nach vieler Mühe das Leben schenkte.« »Machen Sie mir keinen Vorwurf,« antwortete Dorothéa, »mein Urteil ist für Sie ein Lob.

Meine schreckliche Gewohnheit, die Menschen die mir gefallen zu opfern, kennzeichnet Ihre Verurteilung als eine Liebeserklärung meinerseits, weniger hübsch, wären Sie entwischt.« »Sicherlich, Kousine,« sagte Gernande lachend, »wünschen Sie, scheint mir, nicht, daß man große Lust habe, Ihnen zu gefallen.« »Meine Herren, ich bin ebenso egoistisch wie Sie, wenn man nur meine Triebe befriedigt, so tun Liebe und Eitelkeit nichts zur Sache.« »Sie hat Recht,« sagte Gernande, »so müßten alle Weiber denken; wären sie alle meiner Kousine ähnlich, ich glaube, ich könnte mich in das Geschlecht finden.« »Es ist also ein eingewurzelter Haß,« fragte D'Esterval. »Ich verabscheue sie, ich würde sie ganz vertilgen, wenn mir der Himmel einen Augenblick seinen Blitzstrahl zur Verfügung stellte.« »Ich begreife nicht,« sagte Bressac, seine Zunge in Justinens Mund steckend, »wie man so kleine, süße, interessante Dinger verabscheuen kann.« »Ich begreife es wohl,« sagte D'Esterval, in den Mund eines Lustknaben rülpsend, »ich verstehe sehr wohl, daß man diesen hübschen Wesen den Vorzug gibt.« »Teufel, du bist ja in Erektion,« sagte Dorothéa, »ich bemerkte es, nun also, geniere dich nicht, bearbeite diesen hübschen Knaben, ich lasse es gerne zu, wenn mich auch dieser nur bearbeitet,« fuhr sie fort, indem sie ihre Hinterbacken dem neben ihr stehenden Knaben zuwandte. »Sapperlot!« rief da Gernande, »ihr seid ja ganz besessen von den sieben oder acht Flaschen Wein, die jeder getrunken hat.«

»O ja, ich bin besoffen,« sagte Bressac und kniff die Brüste Justinens, bis sie aufschrie. »Aber, teuer Onkel, ich habe unerhörte Sehnsucht nach dem Aderlaß, den Sie an Ihrer Frau ausführen wollen. Werden Sie mir erlauben, Sie während dieser Zeit von hinten zu bearbeiten.« »Gerne. Aber erbricht da nicht Dorothéa.« »Ich bin betrunken.« »Nun gut, lasse dich ficken, du Hure,« sagte ihr Gatte und forzte gewaltig, »das ernüchtert.« »Wahrlich, Onkel,« sagte Bressac, »wir nehmen uns bei Ihnen viel Freiheiten heraus.« »Genieren Sie sich nicht, meine Freunde, ich liebe das alles, wenn man voll ist, muß man forzen, scheißen, erbrechen, man muß seinen Samen ergießen, das alles erleichtert, Bressac, stütze doch Dorothéa, siehst du denn nicht, daß das Glied dieses Knaben, der sie von hinten bearbeitet, sie umwerfen wird.« »Wo zum Teufel soll ich sie fassen,« fragte Bressac, »die Hure ist vorne von ihrem Erbrechen beschmutzt und schwimmt hinten in ihrem Kot, den sie gerade von sich gibt.« »Ein Lustknabe soll das reinigen,« befahl Gernande, »helfen Sie ihm, Justine. D'Esterval fragen Sie Ihre Frau, ob sie zu Bette gehen will.« »In's Bett? Himmel noch einmal,« antwortet Dorothéa, »nein, nein, ich will ficken, ich bin schon in Ordnung; nichts ist mehr im Magen, ich kann wieder von vorne anfangen.«

»Geben Sie mir Ihre Frau, Onkel, ich beschwöre Sie,« sagte Bressac, »Justine soll sie benachrichtigen.« Es geschieht, während die Scheusale sich nur mühsam aufrechterhalten und ihre Kräfte erproben, um an andere Ruchlosigkeiten zu schreiten.

»Es ist unnötig«, die Aufregung der unglücklichen Gattin zu schildern, als sie erfuhr, daß ihr Quälgeist, von ebenso wüsten und grausamen Gesellen wie er geleitet, herbeikam, um ihr die schauerlichen Visiten abzustatten. Sie erhob sich vom Tische. »Liebes Fräulein,« fragte sie Justine, »sind Sie recht trunken, recht erhitzt, recht fürchterlich?« – »Jawohl, Madame, sie sind ohne Besinnung.« – »Großer Gott! ich werde Grausamkeiten erdulden. Nicht wahr, Fräulein, Sie lassen mich während dieser furchtbaren Szene nicht allein, Sie bleiben doch bei mir?« – »Gewiß, wenn man es mir erlaubt.« – »O ja, wer sind denn diese Leute?« »Der eine von ihnen ist, wie Sie sagten, der Neffe des Grafen, der Marquis de Bressac? ...« »O, das ist ein Scheusal, ich kenne seinen Ruf; er hat, wie es heißt, seine Mutter vergiftet. Und Herr de Gernande empfängt in seinem Hause den Mörder seiner Schwester! Welche Ruchlosigkeit, großer Gott! Der andere, sagen Sie, ist ein Berufsmörder?« – »Ja, Madame, ein Vetter des Herrn de Gernande, der seiner Ausschweifungen wegen eine Herberge hält, um darin alle dort weilenden zu bestehlen und umzubringen.« – »Ach! was für Leute! ... was für Leute! Solche Frevlern will mich mein Gatte preisgeben! Wer ist aber die Frau, die Sie mit sich tragen?« – »Die Gattin des Wirtes, ebenso frevlerisch und entartet wie die anderen.« – »Ach, Fräulein, es ist also möglich, daß die Sanftmut und Anmut unseres Geschlechtes sich zu all der Entartung der Männer gesellen!« – »Wissen Sie denn nicht, Madame, daß eine Frau, die auf die Schamhaftigkeit und Zurückhaltung, die unserem Geschlechte eigen ist, verzichtet hat, schneller noch und unaufhaltsamer als die Männer die Bahn des Lasters und der Unmäßigkeit einschlägt?« – »Und Sie glauben, Fräulein, daß Herr de Gernande mich auch zum Spielball der scheußlichen Lüste dieses abscheulichen Geschöpfes wird werden lassen?« – »Zweifellos!« – Kaum hatte Justine ihre Antwort gegeben, da ließ sich die Gesellschaft vernehmen. Unmäßiges Gelächter, entsetzliche Flüche, eine Flut von Gotteslästerungen kündigten ihre Ankunft der Frau de Gernande an, der einige Tränen in die Augen traten; dennoch bereitete sie sich unterwürfig vor.

Die Sippschaft bestand aus dem Gatten, Herrn und Frau d'Esterval, Bressac, sechs der hübschesten Lustknaben und den zwei alten Aufseherinnen; dazu kam noch unsere unglückselige Justine, die ganz bestürzt über die Vorbereitungen zu den Ruchlosigkeiten gleichfalls mißhandelt zu werden fürchtete; überzeugt, ihrer Herrin von keinem Nutzen sein zu können, wünschte sie sich innerlich hundert Meilen weg von hier.

Alle Zeremonien, die wir eingehend schildern wollen, wurden regelmäßig bei jeder Visite des grausamen Gatten eingehalten. Aenderungen wurden nur in Kleinigkeiten getroffen, je nach der größeren oder geringeren Zahl der vom Grafen zugelassenen Leute.

Die Gräfin, nur in ein Hemd aus Gaze gehüllt, kniete nieder sowie der Graf eintrat; in diesem Zustande der Demütigung wurde sie von den Frevlern einer Betrachtung unterzogen. »Wahrlich, lieber Onkel,« sagte  Bressac, schwankend, »Sie haben da ein prächtiges Geschöpf zur Frau.« Dann stammelte er: »Erlauben Sie mir, teure Tante, Sie zu begrüßen? ... Ich bin wirklich betrübt, Sie in so kläglichem Zustand zu sehen; mein lieber Onkel muß wirklich Grund zur Klage haben, daß er Sie derart quält; denn er ist wirklich ein gerechter Mensch.« – »Madame muß böses Unrecht ihrem Gatten antun,« sagte Frau d'Esterval, »die von einem heftigen Schlucken geplagt wurde; es wäre sonst unmöglich, daß ein so menschlicher, so liebenswürdiger und sanfter Mann dergleichen Dinge von einer Dame verlangte, wenn sie ihm nicht Grund zur Klage gäbe.« – »O nein, ich sehe, um was es sich handelt,« sagte d'Esterval; »das ist ein Akt der Anbetung von Seiten der Gräfin; es ist eine Huldigung, die sie ihrem Gatten erweist.« – »Meine Freunde,« sagte Gernande, »Sie werden es für gut befinden, daß sie diese Huldigung Ihrem Hintern darbringt, und ich bitte Sie alle drei, ihr den Gott darzubieten, damit er den Weihrauch empfange.« – »Ah! beim Himmel, mein Onkel hat Recht,« sagte Bressac, sogleich die Hosen herablassend und bereitwilligst seinen Arsch enthüllend, »ja, ja, ich sehe wohl, es ist mein Hinterer, den meine teure Tante anbeten will, daher weise ich ihn ihr mit großem Vergnügen.« – »Vorwärts also, alle Aersche heraus!« befahl Gernande. »Momentan umgeben die Hintern der beiden anderen Mitglieder der Sippschaft, der Justinens, der Lustknaben und selbst der der Alten derart die arme Gräfin, daß sie von dieser Ueberfülle von Gesäßen, die ihr fast das Gesicht streifen, beinahe erdrückt wird.« – »Ein bißchen Ordnung,« sagte Bressac, »sonst werden wir Madame ersticken; ein jeder soll – einer nach dem anderen – sich diesen Körperteil, der derart die Lüste anregte, von ihr küssen lassen; ich will mit dem Beispiel vorangehen.« Ein wenig Kot begleitet die Handlung, die so angenehm erscheint, daß jedermann – Justine ausgenommen – sie sofort nachahmt. – »Wohlan, Madame,« sagt schließlich Gernande, »sind Sie bereit?« – »Zu allem mein Herr,« antwortet die Gräfin unterwürfig; »Sie wissen wohl, daß ich Ihr Opfer bin.« Gernande befiehlt dann Justine, ihre Herrin zu entkleiden, und mag sie noch solchen Wiederwillen empfinden, es bleibt ihr nichts übrig, als sich zu fügen. Die Unglückliche gab sich, ach, erst dann her, wenn sie nicht anders konnte, doch nie gutwillig; sie zieht ihrer Herrin das Hemd aus und enthüllt sie nackt vor den Augen der schamlosen Sippschaft. – »Ein prächtiges Weib, auf Ehre,« sagt d'Esterval, den dieser Anblick gewaltig reizt. – »Nun also,« meint Gernande, »bearbeite sie, mein Freund, da du sie für schön findest; ich gebe sie dir preis. Verzeihung, Neffe, wenn ich sie nicht zuerst dir überlasse; aber ich kenne deinen Geschmack ... dir bleibt ihr Arsch vorbehalten; wenn es dich darnach gelüstet, dann nehmt sie in die Mitte.« – »Die Verwandtschaft wird bei mir Wunder bewirken; und obgleich der Hintere eines Weibes mich ebensowenig reizt wie ihre Scham, so will ich, wenn d'Esterval es erlaubt, zusammen mit ihm den entgegengesetzten Pfad wie er betreten; leiten Sie unsere Aufstellung, mein Oheim.« – »Gerne,« sagt Gernande, »nichts macht mir mehr Vergnügen, als an meiner eigenen Schande mitzuarbeiten.« Er bemächtigt sich mit diesen Worten des Gliedes d'Estervals und steckt es in die Scham seiner Frau, die er auf jenen stützt. Dadurch gelangen die herrlichsten Hinterbacken in Bressacs Bereich, der, ebenfalls von Gernande eingeführt, bald jedes Hindernis überwunden hat. Der alte Wüstling setzt sich auf einen gegenüberstehenden Fauteuil, während die sechs Lustknaben ihn umgeben; je einen reibt er mit jeder Hand; zwei stehen neben seiner Nase, so daß er sie abwechselnd lecken kann, während die letzten zwei sich im Lecken seines Gliedes ablösen. »Sokratisieren Sie meinen Neffen,« sagt er zu den alten Weibern; »die Kerle lieben es, wenn man ihren Hintern liebkost, während sie ficken.« – »Ja, ja,« sagte Bressac, sich fest an seine Tante klammernd, die er wuchtig sodomisiert, »dieser Akt ist notwendig, mein Oheim hat Recht, das zu verlangen, aber ich will mit Justine dergleichen tun.« – »Nichts leichter als das,« sagt Gernande, »sie soll sich sogleich ausziehen.« Da heißt es gehorchen; unsere Heldin ist gezwungen, ihre Hinterbacken den geilen Fingern Bressacs preiszugeben, der alle fünf zu einer voluminösen Masse formt und damit den Hintern des armen Mädchens grausam quält. Nur Dorothéa bleibt ohne Arbeit; das Weibsbild reibt sich angesichts des Vergnügens der Anderen. – »Madame,« sagte ihr Gernande, »legen Sie sich unter meine Frau; sie wird Sie reiben; ich will Ihnen einen Lustknaben überlassen, der Sie lecken soll, während Ihr Kitzler von meiner Frau und Ihr Arschloch von Justine lebhaft gerieben wird. Jetzt scheint die Gruppe ziemlich gut formiert zu sein; arbeiten wir jetzt zusammen. Sprechen Sie doch wenigstens von meiner Frau, meine Herren; da lohnt es sich nicht, sie Ihnen zu überlassen, wenn Sie mir nicht einmal Ihre Meinung über sie sagen.« – »Schau einmal, mein Freund,« sagte d'Esterval, indem er seinen Samen in ihre Scham ergoß: »das ist das beste Lob, das ich ihr spenden kann; eine Frau muß mich sehr reizen, um so viel Samen, ohne jeden grausamen Akt von mir, zu erhalten. Teufel! was für einen Genuß habe ich empfunden! Bressacs Glied, das ihren Mastdarm befahren hat, hat ihre Scheide so verengert! o köstlich!« – »Herrgott, ich entlade gleichfalls ... ich halte es nicht mehr aus,« rief Dorothéa. »Aber sagten Sie nicht, Sie würden sie zur Ader lassen? mein Sekret wäre viel besser geronnen, wenn ich ihr Blut hätte fließen sehen.« – »Meiner Treu,« sagte Bressac, sein Glied aus dem After der Gräfin ziehend, »ich will mein Sperma für den Aderlaß sparen; ein wenig anspruchsvoller wie Sie, habe ich im After meiner Tante nicht alles gefunden, was ich darin zu finden glaubte; man verlangt viel von seinen Verwandten. Ich bitte dich, Gernande, gehe doch an diese süße Operation; mein Kopf kann sich nur dann begeistern; ich will nur sie sehen.« Damit konnte sich Bressac nicht enthalten, all den Abscheu au den Tag zu legen, denn er gegenüber einem Akte hegte, der so wenig zu seinen Grundsätzen paßte. Er betrachtete voll Verachtung den Arsch, denn er eben bearbeitet hatte, näherte sich einen Lustknaben, wie um sich rein zu waschen, und sagte: »Nun denn, mein Oheim, wollen wir an den Aderlaß schreiten?«

Gernande, der höchst erregt war, begann seiner Frau wüthende Blicke zuzuwerfen. »Ja, ja, wir werden sie zur Ader lassen, die Hure; fürchten Sie nicht, daß ich sie schonen werde. Vorwärts Madame« – damit wandte er sich seinem Opfer zu – »tun Sie ihre Pflicht.« Madame de Gernande stellt sich, von Justine unterstützt, auf den Fauteuil des Grafen und reicht ihm die Hinterbacken zum Kusse. »Spreize doch die Füße, Metze,« sagt der Graf voll Brutalität. Er huldigt lange dem ersehnten Gegenstande, den er in verschiedene Stellungen bringt; bald schiebt er die Hinterbacken auseinander, bald zusammen, bald kitzelt er mit seiner Zunge die Mündung, aus der Bressac sein Glied gezogen hat. Sodann quetscht er, von seinem wilden Treiben hingerissen, ein Stück ihrer Haut und verwundet es, um dann daraus das Blut zu saugen. Während dieses vorbereitenden Aktes schaut Bressac aufmerksam zu und läßt sich von einem Lustknaben reiben; D'Esterval tätschelt seine Frau; die fünf anderen Lustknaben umringen den Grafen, lecken ihn oder lassen sich von ihm lecken.

Sodann streckt er sich auf einem Kanapée aus und verlangt seine Frau solle, rittlings auf ihm sitzend, fortwährend ihren Hintern auf sein Gesicht drücken, wobei er sie leckte, während er die ihn gleichfalls leckenden Lustknaben rechts und links wichste. Justinens Hände arbeiteten indessen auf seinem Hintern und rieben ihm kräftig.

Diese Haltung, die er fast eine Viertelstunde beibehielt, hatte noch keinen Erfolg erzielt; er mußte sie ändern. Die Alten streckten die Frau auf einer Chaiselongue aus, wobei sie auf dem Rücken liegend, ihre Schenkel möglichst weit auseinanderspreitzen mußte. Der Anblick dieser Scham versetzte Gernande in eine Art Raserei; er betrachtete sie zitternd vor Wut, seine Augen sprühten Feuer, er stieß Gotteslästerungen aus, bemächtigte sich der Lanzetten, stürzte sich wie ein Tobender auf sein Opfer und stach sie an sieben bis acht verschiedenen Stellen des Bauches und der Brust, während ein Lustknabe in beständig saugen muß. Bressac und D'Esterval, von dieser wollüstigen Handlung entflammt, bearbeiteten je einen Knaben. Doch waren die von Gernande erzeugten Wunden sehr leicht; er ladet Dorothéa ein die klaffende Scheide seiner Frau zu lecken, was sie auch tut, dann bringt er den schönen Arsch der Frau D'Esterval in seinen Bereich, um an ihm die gleiche Prozedur wie an der Gräfin vorzunehmen. »Genieren sie sich nicht,« sagte D'Esterval, da er wahrnahm, daß jener zart vorging, »stechen sie nur zu, es liegt nichts Unrechtes darin, den Hintern der Frauen bluten zu lassen, dann führen sie sich wenigstens besser auf.«

Gernande bemächtigte sich sodann Justinens, legte sie auf Dorothéa's Kreuz und behandelte sie ebenso wie jene. Indeß wird er beständig geleckt, ab und zu jedoch befiehlt er den Lustknaben, sich gegenseitig zu saugen, er stellt sie derart auf, daß einer ihn leckt, während er einem anderen desgleichen tut, der seinerseits wieder einen dritten leckt. Der Graf erhielt zweimal Samen in den Mund, gab aber selbst keinen ab; seine Uebersättigung oder seine Impotenz waren derart, daß selbst die stärksten Bemühungen ihn nicht aus seiner Schlaffheit zu reißen vermochten; er schien zwar einen sehr heftigen Kitzel zu verspüren, doch ohne daß sich das am Gliede geoffenbart hätte. Ab und zu befahl er Justinen die Lustknaben zu lecken und den Samen, den jene in sie ergossen, wieder in seinen Mund abzugeben.

Die ganze Gruppe gerät in Unordnung, nur die Gräfin bleibt auf ihrem Kanapée ausgespreizt. Nun bittet Gernande alle Zuschauer, ihm behilflich zu sein. »Um was handelt es sich denn?« fragt Bressac. »Hier ist eine Frau, die ich Ihnen preisgebe, meine Freunde,« sagt Gernande; »ich beschwöre euch, sie zu beschimpfen, zu belästigen und auf jede mögliche Weise zu quälen, je mehr ihr sie mißhandelt, desto mehr werdet ihr meine Leidenschaften erregen.« Der Gedanke findet begeisterte Aufnahme und wird energisch in Tat umgesetzt. Die Alten, die Lustknaben, Dorothéa, D'Esterval und namentlich Bressac beschimpfen die Gräfin mit solcher Frechheit, behandeln sie so schonungslos, begegnen ihr so grausam, daß ihre Tränen in Strömen fließen. Der eine spuckt ihr ins Gesicht, der andere ohrfeigt sie, der giebt ihr Nasenstüber, jener farzt ihr in den Mund, wieder ein anderer versetzt ihr Fußtritte in den Hintern. Kurz, man kann sich gar nicht vorstellen, welchem Laster und Mißhandlungen die Unglückliche während mehr als zwei Stunden ausgesetzt ist, da ergreift D'Esterval das Verlangen, sie von hinten zu bearbeiten. Man bringt sie in die entsprechende Stellung, sie muß ihren Mann lecken, Dorothéa bearbeitet sie von unten, Bressac bearbeitet seinen Oheim von hinten, gleichzeitig Justinens Hinterbacken küssend. Die Lustknaben umringen die Gruppe, wobei sie ihre Glieder von den einen, ihre prächtigen Hintern von den anderen küssen lassen. Gernande von seiner Gattin geleckt, unterhielt sich damit, daß er sie ohrfeigte. Beständig den Grausamkeiten dieses schrecklichen Menschen ausgesetzt, hätte man glauben können, daß die Ehre, ihm anzugehören die Pflicht in sich trage, sein Opfer zu sein. Die Gruppenbildung wird einer weiteren Aenderung unterzogen. Gernande stellt alle zur Rechten und zur Linken seiner Frau derart auf, daß hier ein männlicher, dort ein weiblicher Hinterer steht. Aus einiger Entfernung beobachtet er aufmerksam, einen Augenblick später nähert er sich, betastet, vergleicht und liebkost. Er mißhandelte keine Person, doch als er zu seiner Gemalin kam, da tat er nichts als pracken, kneifen und beißen, den armen Hinteren nur zu betrachten, wäre schauerlich gewesen. Endlich wünscht er, daß alle Männer die Gräfin sodomieren; er bemächtigt sich eines Gliedes nach dem andern und stößt diese in die Mündung des ehelichen Mastdarmes hinein, wobei er sich von Justine lecken läßt. Jedermann erhält von ihm die Erlaubnis einige Zeit lang den Hintern seiner Frau zu bearbeiten, doch muß der Samenerguß in seinen Mund hinein stattfinden. Während der eine arbeitet, läßt er sich von dem andern lecken, seine Zunge steckt er in das Arschloch des Fickenden hinein, dieser Akt dauert lange, der Graf wird erregt, er erhebt sich und verlangt Justine solle die Stelle seiner Gattin einnehmen. Unser tugendhaftes Mädchen bittet ihn kniefällig, von ihr nicht solchen Gräuel zu verlangen; aber die Wünsche eines solchen Mannes sind göttliche Gesetze! Er legt daher die Gräfin rücklings auf das Kanapée und wirft Justine auf jene derart, daß ihr hochgelagertes Kreuz ihm zugewendet ist, er bemächtigt sich nochmals aller Glieder, steckt sie nacheinander in den Hintern der armen Justine und zwingt sie die Gräfin zu reiben und ihr den Mund zu küssen.

Was ihn betrifft, so bieten sich ihm die Hintern der Fickenden dar, die er eifrig küßt, im Uebrigen läßt er mit sich ebenso verfahren, wie vorhin. Der Lüstling will alle Gliede saugen, die unsere Heldin von hinten bearbeitet haben. Nachdem alle ihre Arbeit vollbracht haben, macht sich der Graf nun seinerseits zum Angriff bereit. »Ueberflüssige Mühe,« schreit er, »nicht das brauche ich! An's Werk, an's Werk! Vorwärts, Hure, deine Arme!« Jetzt zieht sich jeder zurück und erwartet ehrfurchtsvoll schweigend das Ende des Vorganges. Bressac und D'Esterval, von Lustknaben gerieben, richten ihre lüsternen Augen auf den Grafen. Dieser packte wild sein Weib und läßt sie auf einen Schemel niederknien, während er ihre Arme vermittelst breiter, schwarzer Bänder an der Decke befestigen läßt. Justine wird beauftragt die Binden anzulegen, er prüft diese und da er sie nicht genug fest geschnürt findet, zieht er sie mit aller Kraft zusammen, um, wie er sagte, das Blut heftiger hervorquellen zu lassen. Dann senkt er die auf diese Weise komprimierten Arme, worauf er zunächst die Adern saugt, um sie dann beide fast gleichzeitig aufzustechen, Das Blut quillt hervor, Gernande gerät in einen Taumel.

Er stellt sich, während der Lebenssaft herausspringt, der Gräfin gegenüber auf, wobei er sich von Justine lecken läßt, er seinerseits tut hindereinander vier Lustknaben desgleichen, ohne indessen den Blick von den Blutstrahlen abzuwenden, die einzig und allein seine Erektion zu bewirken scheinen. Die beeilt sich die mitleidige Justine, von dem gebieterischen Gefühle des Erbarmens hingerissen, so schnell als möglich den Samenerguß ihres Gebieters herbeizuführen, weil sie dadurch die Qualen ihrer Herrin rascher beendigen zu können glaubt und wird so lüstern aus Güte und Tugend. Endlich tritt die erhoffte Entladung ein, aber dank den Bemühungen D'Estervals. Dieser pflichteifrige Verwandte merkt das Bedürfnis Gernandes, bearbeitet zu werden, er richtet den Grafen auf und steckt sein enormes Glied in dessen Hintern, während der von der Szene erregte Bressac seinen Kopf von den Blutstrahlen des Opfers überfluten läßt, einen Lustknaben sodomierte und sich entleerte. Jetzt bricht die ganze Wildheit Gernandes aus; er nähert sich seiner Frau, überhäuft sie mit Schmähungen, legt seine Lippen auf jede der blutenden Stellen, saugt und schlürft mehrere Schlücke Blutes. Dies macht ihn ganz trunken, er ist nicht mehr bei Sinnen, sein Gebrüll gleicht dem eines Stieres, er würde sein Weib erdrosseln, wenn die Alten und Justine ihn nicht zurückhalten, denn seine ruchlosen Freunde, weit entfernt ihn davor zu besänftigen, reizen ihn nur noch mehr. »Lassen Sie ihn,« schreit der elende Bressac, obwohl er bereits ergossen hat. »Hemmen Sie doch nicht seinen Trieb,« ruft Dorothea. »Teufel!« schreit D'Esterval, »was liegt daran, ob er sie tötet oder nicht, höchstens gibt's eine Frau weniger.« Dorothea reibt ihre Hinterbacken enthüllend, die Wurzel seines Gliedes und tätschelt seine Hoden. Endlich entleert er sein Sperma, dessen Hitze und Dichtigkeit, besonders aber dessen Ueberfülle, ihn in einen solchen Zustand der Raserei versetzen; daß man glaubt, er gebe fast den Geist auf. Kaum hätten sieben oder acht Löffeln genügt, um den ergossenen Samen aufzunehmen und der dichteste Brei gäbe nie eine schwache Vorstellung von dessen Konsistenz, bei alledem fand fast gar keine Erektion statt, doch schien er vollständig erschöpft zu sein. Derlei Merkwürdigkeiten zu erklären, wäre Sache der Aerzte.

Justine will zu ihrer Herrin fliegen, denn sie brennt vor Begierde, ihr Blut zu stillen. »Einen Moment, Sakrament,« sagt D'Esterval, indem er sein geiles, steifes Glied aus Gernande's Hinteren, in dem es blos in Errektion geraten ist, herauszieht, »glaubt man denn, daß ich nicht auch mein Sperma ergießen will?« Er betrachtete alle, ohne einen in's Auge zu fassen. Endlich bleibt sein Blick auf der blutüberströmten, unglücklichen Gräfin haften, er wirft sich auf die fast Ohnmächtige und sodomiert sie. »Wohlan!« sagte er nach Verlauf einer kurzen Zeit, sein Glied herausziehend und ausdrückend, »helfen Sie jetzt der Hure so viel Sie wollen; aber ich mußte doch ergießen!«

Man verbindet endlich die Wunden des Opfers, entfesselt sie und legt sie in einem Zustande großer Schwäche auf ein Kanapée. Doch unsere Wüstlinge, insbesonders Gernande, gehen ohne weiters mit ihren Lustknaben weg, ohne sich um den Zustand der Gräfin zu kümmern oder auch nur einen Blick des Erbarmens auf das unglückliche Opfer ihrer Raserei zuzuwerfen, sie überlassen die Sorge für die Arme den Alten und Justine.

Bei einer solchen Gelegenheit kann man die Menschen am besten beurteilen. Ist es ein von der Wildheit seiner Leidenschaften hingerissener Neuling, so malen sich die Gewissensbisse auf seinem Antlitz, wenn er im Zustande der Ruhe die unheilvollen Wirkungen seines Taumels erwägt. Handelt es sich dagegen um einen von entarteten Lastern zerfressenen Lüstling, so werden ihn derlei Folgen nicht erschrecken, er betrachtet sie, ohne Leid oder Reue zu empfinden, vielleicht sogar mit dem Gefühl einer elenden Wollust, die seinen ruchlosen Taumel weckte.

Doch unsere Lüstlinge, die eher erregt als erschlafft sind, plaudern von den eben genossenen Freuden und schöpfen bald aus dessen Einzelheiten die nötige Kraft, um neue zu ersehnen. Sie zogen sich, von den Lustknaben begleitet in ein großes Boudoir zurück, jeder suchte, jene küssend und tätschelnd, durch die Reize der Gespräches einige der geilen Gefühle, an denen man sich eben erfreut hatte, wieder zu erwecken. »Wissen Sie, Oheim,« meinte Bressac, »daß Ihre Leidenschaft köstlich ist!« »Ich kenne nichts Anregenderes,« sagte D'Esterval, »als diese Verknüpfung von geilen und grausamen Ideen, nichts erhitzt mich so sehr, kein Vorgang vermag diese Vorstellung feinsinniger zu verknüpfen, als der von Herrn de Gernande angewandte.« »Jawohl,« entgegnete Bressac, »aber ich glaube, ich würde mich nicht auf den Arm beschränken, ich würde überall ein wenig zur Ader lassen.« »Das tue ich ja,« entgegnete Gernande, »die Narben, die meine teure Gattin bedecken, müssen euch wohl den Beweis liefern, daß nur die wenigsten Körperteile meiner Grausamkeit entgangen sind.« »Aber ist es wahr,« fragte D'Esterval, »daß nur Ihre Gattin Sie so heftig in Erregung zu versetzen vermag?« »Es wäre auch bei einer andern Frau der Fall,« antwortete Gernande, »aber zweifellos elektrisiert mich die mehr, als eine andere.« »Das dürfte wohl mit den Anschauungen, die Sie von unserm Geschlechte hegen, zusammenhängen,« meinte Dorothea.

»O, ich bin überzeugt, daß sie von großer Strenge sind,« sagte Bressac, »wenn mein Oheim so freundlich wäre, sie uns auseinanderzusetzen, so würde die ganze Gesellschaft zweifellos mit Vergnügen lauschen.« Gernande willigt ein, da in diesem Moment Justine herbeikam, um ihrem Herrn von dem Zustand der Gräfin Bericht zu erstatten, erlaubt man ihr, dem Vortrage Gernande's beizuwohnen. Er begann also:

»Ihr saget meine Freunde, daß meine Leidenschaften euch eine ziemlich schlechte Meinung von meiner Art von den Frauen zu denken geben und gewiß täuscht ihr euch nicht, wenn ihr überzeugt seid, daß ich sie ebenso verachte wie hasse, aber insbesonders dann, wenn diese Frau durch eheliche Bande an mich geknüpft ist, muß meine Abneigung und mein Widerwille sich verdoppeln. Bevor ich diese Gefühle näher erörtere, muß ich euch zunächst fragen, mit welchem Recht ihr eigentlich behaupten könnt, daß ein Mann verpflichtet sei, für das Glück seiner Frau zu sorgen und dann, woraufhin diese Frau das von ihrem Gatten verlangen kann. Die Nötigung, sich gegenseitig glücklich zu machen, kann zweifellos nur zwischen zwei Wesen bestehen, die gleicherweise die Fähigkeiten besitzen, sich zu schaden, daher also zwischen zwei gleich starken Wesen. Eine solche Verbindung kann nicht stattfinden, ohne daß diese zwei Wesen einen Pakt abschließen, nichts einander zu tun und ihre Kräfte nicht zum Schaden des anderen Teiles zu verwerten, doch könnte diese lächerliche Vereinbarung sicherlich nicht zwischen einem starken und schwachen Wesen bestehen. Mit welchem Rechte verlangt denn dieses Letztere, daß das andere ihn schone? Welche Dummheit sollte das Erstere dazu veranlassen? Ich kann zustimmen, daß ich meine Kräfte nicht gegen den gebrauche, der wegen der seinen zu fürchten ist, aber weßhalb sollte ich es nicht tun gegen das Wesen, das die Natur mir zu eigen gibt? Werden Sie mir erwiedern, aus Mitleid? Dieses Gefühl ist nur bei dem mir ähnlichen Wesen angebracht, da dieses aber egoistisch ist, so wird es nur dann eintreten, wenn das Individuum, das mir Erbarmen einflößt, auch mit mir solches empfinden wird. Aber wenn ich es durch meine Ueberlegenheit stets bezwinge, wird sein Mitleid überflüssig und ich brauche es nie durch irgend ein Opfer zu erkaufen. Wäre ich nicht ein Tor, wenn ich Erbarmen besäße für ein Wesen, dem ich nie solches einflöße? Soll ich den Tod der Hühner beweinen, das man für meine Diners schlachtet?«

Dieses Geschöpf das weit unter mir steht und keine Beziehung zu mir hat, kann in meinem Herzen kein Gefühl erwecken. Nun aber sind die Beziehungen der Gattin zum Manne ähnlich denen, zwischen dem Huhne und mir, beides sind Haustiere, deren man sich nach den von der Natur vorgeschriebenen Plänen bedienen darf, ohne irgend einen Unterschied zwischen ihnen zu machen. Aber ich frage Sie, meine Damen, hätte diese blinde Natur, wenn es ihre Absicht wäre, ihr Geschlecht zu unserem Glücke und umgekehrt zu schaffen, soviel Albernheiten in der Konstruktion beider Geschlechte begangen? Hätte sie beiden so viele Nachteile zuteil werden lassen, daß sich die Abneigung und der Widerwille daraus mit Notwendigkeit ergeben müssen?

Ohne weiters nach Beispielen zu suchen, saget mir Freunde, wo ist die Frau, die ich beglücken könnte? und umgekehrt, welcher Mann vermag den Genuß einer Frau als süß zu empfinden, wenn er nicht gigantisch entwickelt ist, so daß er sie zu befriedigen vermag? Können Sie glauben, daß die geistigen Qualitäten einer Person dieses Geschlechtes uns für ihre körperlichen Gebrechen entschädigen können? Aber welcher vernünftige Mensch, der eine Frau von Grundaus kennt, wird nicht mit Euripides ausrufen: »Der Gott, der die Frauen auf die Welt gesetzt hat, kann sich rühmen, das schlechteste und für den Mann ärgerniserregendste Geschöpf geschaffen zu haben.« Wenn es also bewiesen ist, daß die beiden Geschlechter gar nicht zueinander passen, und daß es keine einzige von dem einen Teil vorgebrachte Klage gibt, die nicht wunderbar auf den anderen Teil paßt, dann ist es doch falsch, daß die Natur sie zu ihrem gegenseitigen Glücke geschaffen habe; sie kann ihnen die Begierde eingeflößt haben, sich zu nähern zum Zwecke der Fortpflanzung, doch nie die, sich mit der Absicht zu verbinden, das Glück ineinander zu finden. Da also der schwächere Teil gar keinen begründeten Anspruch auf das Erbarmen des stärkeren hat, so bleibt ihm nichts übrig, als sich unterzuordnen. Und da trotz aller Schwierigkeiten beide Geschlechter an diesem gegenseitigen Glück arbeiten, so will das schwächere durch diese Unterwürfigkeit die ganze ihm zugängliche Glückmöglichkeit sich verschaffen; das stärkere aber soll an dem seinigen durch alle Arten der Unterdrückung, die ihm passen, arbeiten, da es bewiesen ist, dass das Glück des Starken einzig in der Ausübung der Gewalt, das heißt, in der vollständigsten Unterdrückung des Schwachen besteht. Es werden also die beiden Geschlechter uns dadurch ihr gegenseitiges Glück bedingen, wenn das eine blind gehorcht, während das andere energisch seine Uebermacht zur Geltung bringt. Wäre es nicht die Absicht der Natur, daß das eine Geschlecht das andere beherrsche und tyrannisiere, hätte sie nicht beide mit gleicher Stärke begabt? Hat sie nicht dadurch, daß sie das eine vor dem anderen in jeder Hinsicht bevorzugt hat, hinreichend klargelegt, daß es ihr Wunsch sei, der Stärkere möge von den ihm verliehenen Rechten Gebrauch machen? Je mehr dieser sein Machtbereich ausdehnt, je unglücklicher er die an sein Los geknüpfte Frau macht, desto mehr fördert er die Absichten der Natur. Man darf die Sache nur nicht nach den Klagen des schwächeren Wesens beurteilen; jedes solche Urteil wäre falsch, da Sie es den Ideen des Schwachen entnehmen; man darf die Handlung nur nach der Macht des Starken beurteilen; wenn die Wirkungen dieser Macht sich auf ein Weib erstrecken, dann soll man zuerst prüfen, was ein Weib ist, und wie dieses verächtliche Geschlecht sowohl im Altertume wie in der Neuzeit von drei Viertel der Völker des Erdkreises angesehen wurde.

Was sehe ich also, wenn ich unbefangen an diese Prüfung herantrete? Ein schwächliches Geschöpf, dem Mann stets nachstehend, unvergleichlich weniger sinnreich und klug, im Besitze einer anwidernden Konstitution, die dem, was ihrem Herrn gefallen und ihn erfreuen kann, gänzlich entgegensetzt ist; ein durch ein Viertel seines Lebens ungesundes Wesens, das außer Stande ist, ihren Gatten während der Gebärzeit zu befriedigen; von launischem, zänkischem und herrschsüchtigem Wesen; tyrannisch, wenn man ihr Rechte gibt; niedrig und kriecherisch, wenn man sie im Zaume hält, aber immer falsch, boshaft und gefährlich; kurz ein so entartetes Geschöpf, daß auf den Konzil zu Macon während mehrerer Sitzungen in ernstliche Erwägung gezogen wurde, ob dieses bizarre Individuum, das sich vom Manne ebenso unterscheidet, wie der Waldaffe vom Menschen, einen Anspruch auf die Bezeichnung Mensch habe und ob man sie ihr mit Recht zugestehen kann. Aber wäre das nur das Vorurteil eines Jahrhunderts? wurde die Frau in den vorhergehenden Zeiten mit freundlichen Blicken angesehen? Haben die Perser, Meder, Babylonier, Griechen und Römer dieses verhaßte Geschlecht, das wir heute zu vergöttern wagen, geehrt? Ah! ich sehe es überall unterdrückt, überall streng von den Geschäften ferngehalten; überall verachtet und abgeschlossen; kurz die Frauen wurden im Allgemeinen wie Tiere behandelt, deren man sich im Bedarfsfalle bedient, die man aber sogleich darauf in den Stall sperrt. Ich will einen Moment bei Rom verweilen; ich höre den weisen Cato mir aus der alten Hauptstadt der Welt zu rufen: »Wären die Männer ohne Frauen, sie könnten noch jetzt mit den Göttern umgehen.« Ich höre einen römischen Censor also reden: »Wenn wir ohne Frauen leben könnten, so würden wir das wahre Glück kennen lernen.« Ich höre wie die Dichter in den Theatern Griechenlands singen: »O Zeus, was hat dich veranlaßt, die Frauen zu erschaffen? hättest du den Menschen nicht auf klügere und bessere Weise werden lassen können, die uns diese Geißel erspart hätte?« Ich sehe auch die Griechen dieses Geschlecht derart verachten, daß es Gesetze schafft, um einen Spartaner zur Fortpflanzung zu veranlassen; eine der Strafen dieser weisen Republik bestand darin, einen Uebeltäter als Frau zu verkleiden, das heißt als das schnödeste und verächtlichste Wesen, das sie kennen.

Aber ohne auf so entlegene Jahrhunderte zurückzugreifen, mit welchen Augen wird dieses elende Geschlecht noch jetzt angesehen? wie wird es behandelt? Ich sehe es in ganz Asien eingesperrt; als Sklaven müssen sie den barbarischen Launen eines Despoten zuwillen sein, der sie quält, peinigt, und mit ihren Schmerzen sein Spiel treibt. Ich finde, daß bei Völkern, die in Naturzustand leben (den Eskimos), die Männer sich alles erdenkliche Gute antun, während sie die Frauen mit der denkbar größten Härte behandeln. In dem einen Erdteil sehe ich sie den Lüsten der Fremden preisgegeben, während sie in einem anderen an Geldesstatt dienen. In Afrika, wo sie noch schlechter gehalten werden, werden sie als Lasttiere verwendet, sie bebauen das Land, säen, und bedienen ihren Gatten kniend. Soll ich dem Kapitän Cook auf seinen neuen Entdeckungen folgen? Die reizende Insel Otathaïti, wo die Schwangerschaft ein Verbrechen ist, das manchmal der Mutter und fast immer der Frucht das Lehen kostet, zeigt uns doch keine glücklicheren Frauen! Auf anderen von demselben Seefahrer entdeckten Inseln werden sie von den eigenen Kindern geschlagen und gequält, und auch der Gatte gesellt sich dazu, um sie mit aller Härte zu mißhandeln. Je näher die Völker der Natur stehen, desto mehr befolgen sie ihre Gesetze. Die Frau kann zu ihren Gatten keine andere Beziehung haben, als die des Sklaven zum Herrn; sie hat absolut kein Recht auf höhere Ansprüche.

»Kurz, meine Freunde, sei dem wie immer, alle Völker der Erde besaßen die ausgedehnteste Macht über die Frauen, es gab selbst solche, die sie gleich nach ihrer Geburt zum Tode verurteilten und nur die geringe zur Erhaltung der Art nötige Anzahl leben ließen. Die unter dem Namen Korrihs bekannten Araber begruben ihre Töchter sowie sie sieben Jahre zählten auf einem Berge neben Mekka, weil ein – wie sie sagten – so elendes Geschlecht ihnen unwürdig schien, den Tag zu sehen. Die Frauen im Serail des Königs von Achen werden für den bloßen Verdacht der Untreue, für den geringsten Ungehorsam gegen den Fürsten, oder sobald sie Wiederwillen einflößen, zu den schrecklichsten Todesstrafen verurteilt; der König richtet sie eigenhändig hin. An den Ufern des Ganges müssen sie sich auf der Asche ihrer Gatten opfern, als unnütz auf der Welt vom Augenblicke an, da ihre Herren sich nicht mehr an ihnen ergötzen können. Anderswo jagt man sie wie die wilden Tiere; es gilt als Ehre ihrer viele zu tödten. In Aegypten opfert man sie den Göttern. In Formosa tritt man sie mit Füßen, wenn sie schwanger sind. Die germanischen Gesetze verurteilten den Mörder einer fremden Frau bloß zu zehn Talern Buße, zu nichts, wenn es seine eigene Frau oder ein Lustmädchen war. Kurz, ich wiederhole, überall werden die Weiber erniedrigt, gequält, dem priesterlichen Aberglauben, der Grausamkeit der Gatten oder den Launen der Lüstlinge geopfert; was aber das Schrecklichste für sie ist: je mehr man sie studiert, je mehr man sie analysiert, desto mehr überzeugt man sich, daß sie ihres Loses wert sind. Ist es möglich, schreien ihre dummen Anhänger, daß das männliche Geschlecht nicht ihre vielen Verdienste sehen will? Sehet doch – sagen sie begeistert – wie rührend sie für unsere Jugend sorgen, wie gefällig sie sich uns in unserem reifen Alter erweisen, wie sie uns im Alter zur Stütze werden, wie pflegen sie uns, wenn wir krank sind, wie trösten sie unseren Kummer, wie zart wissen sie unsere Leiden zu mildern, wie geschickt das Mißgeschick von uns abzulenken, wie schnell unsere Tränen zu trocknen! ... Und ihr schätzet und verehret nicht so vollkommene Wesen! so zärtliche Freundinnen, die uns die Natur geschenkt hat? Nein, ich liebe sie nicht, ich verehre sie nicht, ich bleibe fest gegenüber der Illusion, meine Klugheit weiß ihr zu wiederstehen: ich sehe in all dem Gerühmten nur Schwäche, Furcht und Egoismus. Wenn das Weib wie eine Wölfin und Hündin ihren Säugling stillt, so nur darum, weil diese Sekretion von der Natur angeordnet, ihrer Gesundheit unumgänglich nottut; wenn sie uns bei den verschiedenen geschilderten Leiden nützlich ist, so geschieht das mehr aus Temperament als aus Tugend, aus Hochmut oder aus Eigenliebe. Lassen wir uns nicht durch ihre Beweggründe überrumpeln; die Schwäche ihrer Organe macht sie geeigneter als uns zu dem kleinmütigen Gefühl des Mitleids, und veranlaßt sie, ganz willenlos und ohne jedes Verdienst, die Leiden, die sie vor sich hat, zu beklagen und zu trösten; ihre natürliche Feigheit nötigt sie, demjenigen, der stärker ist als sie, Dienste zu erweisen, von denen sie gut weiß, daß sie sie früher oder später benötigen wird. Aber keine Spur von Tugend oder Uneigennützigkeit in alledem, nichts als Egoismus und Trieb. Es ist eine empörende Albernheit, ihre Bedürfnisse für Tugenden auszugeben und in etwas anderem als in ihrer Schwäche und ihrer Furcht die Motive dieser schönen Handlungen zu suchen, über die wir uns in unserer Verblendung täuschen; und weil ich das Unglück habe, bei einem Volke zu wohnen, das roh genug ist, sich nicht zu diesen großen Grundsätzen aufschwingen zu können, das es nicht wagt, das lächerlichste aller Vorurteile abzuschaffen, soll ich mich der Rechte entschlagen, die mir die Natur über dieses Geschlecht verleiht! Nein, nein, meine Freunde, das ist nicht gerecht; ich werde mein Betragen verdecken, da es so sein muß; doch werde ich mich im Stillen für die albernen Hindernisse der Gesetzgebung entschädigen; und da werde ich meine Frau behandeln wie es mir behagt, wozu ich das Recht in den Gesetzen des Weltalls, in meinem Herzen, in der Natur finde.«

»Meiner Treu, mein Onkel,« sagte Bressac, der während des ganzen Vortrages an einem hübschen Knaben, den er von hinten bearbeitete, bewies, wie sehr er Gernandes Ansichten über die Frauen billigte, »jetzt glaube ich, daß Ihre Bekehrung unmöglich ist.« »Ich würde auch niemandem raten, sie zu versuchen,« erwiderte der Graf, »der Baum ist zu alt, als daß er sich biegen ließe, in meinem Alter kann man auf der Bahn des Lasters noch einige Schritte vorwärts tun, nicht so auf der der Tugend. Uebrigens bedingen meine Grundsätze und mein Geschmack mein Glück; seit meiner Kindheit waren sie alleinige Grundlage meines Betragens und meiner Handlungen; vielleicht werde ich darin noch weiter gehen; ich fühle, es ist möglich, doch nie werde ich umkehren. Ich verabscheue zu sehr die menschlichen Vorurteile, ich hasse zu aufrichtig ihre Zivilisation, ihre Tugenden und ihre Götter, um ihnen jemals meine Vernügen zu opfern.«

»Meine Herren,« nahm die feurige D'Esterval das Wort, »Sie haben mein Geschlecht mißhandelt, doch heben mich die Empfindungen, zu denen ich mich stets bekannt habe, allzu hoch über seine Schwächen empor, als daß ich die wichtige Ehre seiner Verteidigung auf mich nehmen sollte. Ich bin übrigens ein Zwitter, der nach Ihrem eigenem Urteil viel mehr zu ihrem Geschlecht hält als zum weiblichen, noch besser könnten Sie sich davon überzeugen durch die Energie mit der ich die Marterungen der Gräfin betrieben habe. Ich versichere also feierlich, daß ich stets ein Mann zu sein wünsche, wenn es sich darum handelt, den männlichen Begierden und Treiben zu fröhnen.« »Ich dagegen,« sagte die kluge Justine, »werde sie fliehen wie wilde Tiere, wenn sie sich so grausamen Leidenschaften hingeben.«

Wie gesagt, erhitzten sich die durch die Szene bei Frau de Gernande gar nicht beschäftigten Geister durch dieses Gespräch vollends. »Warum,« fragte D'Esterval Gernande, »befriedigen Sie ihre Launen nicht an den hübschen Knaben, die Sie umgeben?« »Ich tat es mehrmals,« erwiderte der Graf, »aber da ich die Jungen ebenso heiß liebe als ich die Frauen verabscheue, glaube ich nur an letzteren meinen wilden Trieb kühlen zu dürfen; doch wenn Sie dies, meine Herren, ergötzt, steht es Ihnen vollkommen frei.« »Das würde mich unendlich erregen,« sagte Bressac, »schon seit einer Stunde spaziert mein Glied im Hintern eines ihrer Lustknaben, dem ich alles erdenkliche Böse antun möchte.« »Mit diesen Worten drückte Bressac dermaßen die Hoden des erst vierzehnjährigen Knaben, daß dieser schreckliche Schreie ausstieß und Tränen vergoß.« »Ueberlassen Sie mir diesen,« sagte D'Esterval, indem er sich Bressac näherte und das Gleiche tat. »Sie haben ihrer so viele, daß es auf einen mehr oder weniger gar nicht ankommt.« »Und was wollen Sie mit ihm tun?« fragte Gernande. »Opfern, ohne Zweifel,« erwiderte Bressac. »Eine recht grausame Szene, wenn Sie wollen,« sagte D'Esterval. »Gut,« meinte Dorothea, »doch müssen Justine und die Gräfin bei dem Opfer unbedingt als Priesterinnen fungieren.« »So bin ich's zufrieden,« entgegnete Herr de Gernande, »wäre aber das nicht eine kleine Marter für meine Frau, ich weiß nicht, ob sie mich dann so gefällig finden würden. Vorwärts, wir brauchen bloß zu ihr hinüber zu gehen.« »Ach Herr,« sagte die weiche Justine, »denken Sie doch an den Zustand der Gräfin.« »Ich gedenke,« sagte Gernande, ihr eine kräftige Ohrfeige versetzend, »dich in den gleichen Zustand zu versetzen, wenn du dich unterstehst zu räsonnieren. Lerne, du prüde Törin,« fuhr der Büffel fort, »daß ich dir erlaube, meine Gedanken zu überbieten, wenn es deine Fantasie erlaubt, daß ich dir aber bei Todesstrafe verbiete, sie jemals abzuschwächen.« »Fliegen wir zu Ihrer Frau, Oheim,« sagte Bressac, »schauen sie mal, ich will das Opfer auf meinen Penis aufgespießt zu ihr bringen.« Der Lüstling beließ tatsächlich sein Glied im Hintern des Jungen und brachte ihn, ohne auch nur einen Moment zu erschlaffen, in das Zimmer seiner Tante, die, weit entfernt, an eine Verlängerung ihrer Qualen zu denken, sich, als die Ruchlosen ankamen, durch einen süßen Schlummer erquickte.

Hüllen wir einen Schleier über diese neuen Orgien, es bleiben uns nur noch zu viele Ruchlosigkeiten zu schildern; der Akt war überaus blutig; Madame de Gernande und Justine mußten den Spielball abgeben; der hübsche kleine Lustknabe starb nach Verlauf von vier Stunden, nachdem er sein ganzes Blut verloren hatte.

»Wo bin ich,« sagte sich schließlich Justine nach Verlauf einiger Wochen; »welchen Dienst hat mir Bressac erwiesen, als er mich in dieses Haus brachte? Das Scheusal! Er wußte wohl, daß er mein Unglück bewirkte, sonst hätte er sich nicht um mich gekümmert.« So beständig von den Gewissensbissen, im Verbrechen leben zu müssen und der Verzweiflung, ihre Herrin nicht retten zu können, gemartert, siechte das arme Mädchen dahin, erschöpfte ihren Geist im Plänemachen und konnte keine ersinnen, die sie beide so einem Unglück und Leid hätten entziehen können.

»O Justine! du wirst noch neue Persönlichkeiten im Schloß einziehen sehen,« sagte ihr eines Tages Frau de Gernande, die endlich einsah, daß das arme Mädchen vertrauenswürdig war. »Wen den?« »Herrn de Verneuil, einen anderen Onkel deines Quälgeistes Bressac, einen Bruder meines Gatten; er kommt regelmäßig zweimal des Jahres mit Frau, Sohn und Tochter her.« »Umso besser,« meinte Justine, »sie werden wenigstens in dieser Zeit Ruhe haben.« »Ruhe? Ach Liebe, ich werde noch tausendmal mehr gequält werden. Diese zwei Reisen bedeuten für mich nur Qualen und Unglück; meine Leiden verdoppeln sich, ein auf's Rad Geflochtener erduldet dann nicht so viel wie ich. Höre Justine, ich will dir entsetzliche Geheimnisse enthüllen, die dich werden erbeben machen.

Herr de Verneuil, meine Liebe, ist noch wüster und ausschweifender, noch verbrecherischer und grausamer als sein Bruder; er ist eine rasende Bestie; die außer ihren Leidenschaften nichts kennt und die – wie ich glaube – die ganze Welt opfern würde, wenn sie das ihren ruchlosen Genüssen dienlich hielte. Verneuil ist jünger wie mein Mann, er zählt fünfundvierzig Jahre, er ist nicht so dick, aber sehniger, viel stärker und hat ein viel abschreckenderes Antlitz, er ist ein Satyr, ja Justine, ein Satyr in jeder Hinsicht. Das Gewisse ist an ihm gigantisch; es scheint, die Natur wollte ihn für das entschädigen, was sie seinem Bruder entzogen hat; dazu ist er unermüdlich, dieser Frevler vermöchte zehn Frauen zu zerreißen. Seine zweiunddreißig Jahre zählende Gattin ist eines der denkbar schönsten Wesen; sie besitzt kastanienbraune Haare, ihre leichte, schmiegsame Taille ist vergleichbar der der Venus; ihre seelen- und gefühlvollen Augen haben einen Ausdruck ohnegleichen; ihr Mund ist vollendet schön, ihr Fleisch fest, voll und bewundernswert weiß; ihre ganze Person ist ein Muster von Anmut und Feinheit; aber gewiß besitzt sie eine robuste Natur, daß sie seit achtzehn Jahren den bizarren und ausschweifenden Launen standhält, deren Opfer sie tagtäglich ist.« – »Ist es möglich, daß es ein barbarischeres Wesen auf Erden gibt als Herrn de Gernande?« – »Du wirst selbst urteilen, Justine; ich möchte, daß du den ganzen Schrecken der Ueberraschung erlebst; lasse mich die Personen, die wir erwarten, weiter schildern: Viktor, der Sohn des Herrn de Verneuil, zählt sechzehn Jahre; er ist das Abbild seiner Mutter; es gibt nichts hübscheres, frischeres, feineres und zierlicheres; nur eine Person wetteifert mit ihm an Schönheit, seine Schwester Cecilie, die etwa vierzehn Jahre alt ist; man könnte sagen, daß die Götter selbst sie bilden wollten, um den Menschen einen möglichst großen Begriff ihrer Macht zu geben; eine niedliche Gestalt, zugleich süße und belebte Gesichtszüge, wundervolle Haare, die schönsten Zähne; sie könnt neben ihrer Mutter für das schönste Wesen auf Erden gelten. Nun, Justine, diese Frau und ihre beiden schönen Kinder sind tagtäglich die Opfer der Grausamkeit dieses Scheusals; Viktor vielleicht weniger, weil das Gift des Beispiels und der Verführung sein Herz nur allzusehr verdorben hat.« – »O Himmel! Sie machen mich erbeben ... ein Vater, der seine Kinder verdirbt! Ach, darf ich über diese Gräuel staunen, die ich so lange darin gelebt habe.« – »Ach, das dürfte alles von dir Gesehene in den Hintergrund drängen,« sagte Frau de Gernande. »Dieser Frevler begnügt sich nicht mit der Blutschande, mit der er sein Familienleben befleckt; ganz andere Frevel.« – »Was tut er denn?« – »Die schönsten Personen beider Geschlechter werden sorgsam aus den reichsten und vornehmsten Klassen ausgesucht und sind die Opfer, die durch Geschicklichkeit und Geld seiner Geilheit anheimfallen; der Wüstling ist in Bezug aufs Alter so anspruchsvoll, daß er einen Gegenstand, der die sieben Lebensjahre, die er zur Bedingung macht, nur um einen Monat überschreitet, sofort zurückschickt; du begreifst, Justine, was alles diese Kinder von einem geistig und physisch so scheußlichen Wesen zu erdulden haben. Mehr als die Hälfte ist nie zu retten; die grause Gewissheit dieser schrecklichen Folgen ist eine der süßesten Freuden der frevlerischen Wollust dieses Ruchlosen; hundertmal hörte ich ihn sagen, daß er nicht den ganzen Genuß auskoste, wenn er nicht darauf rechnen könne, daß sein gigantisches Glied die Rose, die seine Brutalität öffnet, für immer welk mache. Zweimal so reich wie sein Bruder, infolge einer vorteilhaften Heirat in den Kolonien und verschiedener, höchst einträglichen Geschäfte, sind die Summen, die er infolgedessen auf seine schauerlichen Vergnügungen verausgaben kann, märchenhaft. Die Kinder rekrutieren sich aus allen Provinzen und werden mit großen Kosten auf sein Schloß Verneuil gebracht, das zehn Meilen von hier gelegen ist, und in dem er seit langem sich festgesetzt hat. Einige dieser Gegenstände werden ihn seiner Gewohnheit gemäß sicherlich begleiten; du wirst sehen, Justine, ob je ein entsetzlicherer Mensch auf Erden gelebt hat.«

Unsere Waise, erschreckt durch das Gehörte, folgte wie gewöhnlich der Stimme ihres Herzens und suchte gleich den nächsten Tag am Morgen den Marquis de Bressac auf. »Mein Herr,« sagte sie aufgeregt zu ihm, »man droht uns mit einem Zuwachs, der recht unheilvoll für meine arme Herrin ist, wissen Sie, um was es sich handelt und vermögen Sie Vorkehrungen dagegen zu treffen?« »Ich bin unterrichtet,« entgegnete Bressac, »es ist ein zweiter Oheim, ein Bruder meiner Mutter gleich Gernande, den ich nie gesehen habe und von dem es heißt, er sei sehr liebenswürdig und geistvoll.«

»Ach, Herr, alle diese Leute von Geist sind gefährlicher als die andern, da sie alle ihre Ausschweifungen geschickt zu beschönigen verstehen, überlassen sie sich ihnen mit weniger Skrupeln, gegen sie ist man schutzlos.

Es werden jetzt vier Frevler ersten Ranges in diesem Schlosse vereinigt sein und es werden Schaudertaten vollbracht werden.« »Ich hoffe so,« sagte Bressac, »nichts ist so köstlich, als wenn ich mehrere Freunde von gleichem Geschmack und Geist finde, man teilt sich gegenseitig Gedanken und Triebe mit, die Begierden der einen werden durch die Ausschweifungen der andern angefacht, man steigert, übertrumpft, man ermutigt sich, die Resultate sind köstlich.« »Sie sind schrecklich für meine arme Herrin.« »Aber welches Interesse hast du denn an ihr? Wann wirst du endlich aufhören, die Närrin deines Herzens zu sein? Wenn zufällig ein Komplot gegen meine Tante geplant würde, würdest du nicht, wie im Falle meiner Mutter, dein Leben riskieren, um sie zu verteidigen? Ach! Entsage endlich einmal diesem guten, besser, dummen Charakter, der dir bis jetzt so wenig geholfen hat, sei egoistischer und also klüger, kümmere dich nur um dich selbst und höre endlich auf, die Leiden der andern zu mildern und auf dich zu nehmen. Was geht dich das Leben oder der Tod dieser Frau an? Was habt ihr denn gemein? Wie bist du doch töricht dir solche phantastischen Bande zu schaffen, die nur dein Unglück bewirken werden? Verhärte deine Seele, wie wir es getan haben, suche daraus Freuden zu schöpfen, was jetzt dein Herz beunruhigt.

Du wirst bald, so wie wir, vollendet stoisch werden und aus dieser Empfindungslosigkeit wird dir eine Menge neuer Freuden erblühen, die weit köstlicher sind als die, welche aus der unheilvollen Gefühlsduselei ihren Ursprung nehmen. Glaubst du denn, ich hatte nicht in der Kindheit ein Herz, gleich dem deinen?

Aber ich habe es ertötet, durch diese wollüstige Härte aber entdeckte ich den Quell einer Unzahl von Ausschweifungen und Genüssen, die mehr wert sind als meine Schwachheiten.« »Ach, Herr, man ist zu allem fähig, wen man derart die Stimme seines Herzens erstickt.« »Gerade so soll es sein, erst wenn man so weit ist, genießt man wahrhaft, ich bin erst glücklich, seitdem ich kaltblütig alle Verbrechen begehe. Als meine Seele, noch in einer Rinde, sich erst allmählich zu der Höhe, auf der sie jetzt schwebt, emporschwang, ließ ich mich, wenn ich meinen Trieben allzu freien Lauf ließ, von dummen Skrupeln quälen. Ich habe sie bekämpft, ich wurde mir über meine Irrtümer klar, erst jetzt kannte ich das Glück. Man macht aus seiner Seele was man will, vermittelst der Philosophie, was uns in der Kindheit erbeben machte, wird im reifen Alter Gegenstand unserer größten Freuden.« »Wie? Sie wollen mich überzeugen, daß Sie den entsetzlichen Muttermord, den Sie vor meinen Augen begingen, nicht bereuen?« »Selbst zehn Mütter hätte ich nacheinander in der gleichen Art geopfert. O Justine, dieses Verbrechen reicht noch nicht an die Hôhe meiner Seele heran, dazu bedürfte es weit anderer. Kurz, was immer dem Gegenstand deiner Besorgnis zustoßen mag, so denke ja nicht daran mit Gernande davon zu sprechen.«

Sein Herz aus Stein, versteht die Gefühlsseligkeit nur wenig und du könntest dabei schlecht abschneiden. Wenn Verneuil ankommt, so verhalte dich mit ihm: sei sanft, zuvorkommend und geistreich, verbirg sorgfältig die dummen Regungen deines Herzens. Ich werde ihm Gutes von dir berichten, vielleicht kann dir diese Bekanntschaft vorteilhaft werden.

Vier Lustknaben traten in diesem Augenblick an Bressac heran und beendigten ein Gespräch, das wenig nach Justinen's Geschmack war, so daß sie sich über die Unterbrechung freute. »Bleibe, wenn du willst,« sagte ihr Bressac, während er seine Knaben küßte und ihre Hosen herabließ. »obgleich du ein Weib bist, sehe ich dich doch gerne bei meinen Wollustakten, du kannst mir sogar dabei behilfllich sein.« Aber die schamhafte Justine, die bei derlei Gräueln nur gezwungen mit Hand anlegte, zog sich seufzend zurück und sagte zu sich: »O mein Gott! Was ist der Mensch, wenn er der Sklave seiner Triebe wird, bergen die Wälder Nubiens wildere Bestien als solche Leute?« Sie kehrte traurig zu ihrer Herrin zurück, um ihr von der Fruchtlosigkeit ihrer Unterhandlungen zu berichten, da sagte ihr einer der Alten, Herr de Gernande verlange sie zu sprechen, da er ihr etwas mitzuteilen habe.

»Justine,« sagte der schreckliche Schloßherr, »weßhalb benachrichtigst du mich nicht, daß hier Intriguen gesponnen werden?« »Ich weiß nichts davon.« »Ich werde sie dir also enthüllen,« sagte Gernande, ohne das geringste Zeichen von Erregung auf seinem bösen Gesichte.

»So höre, daß Dorothea in meine Frau vernarrt ist und daß sie mich um die Erlaubnis gebeten hat, heute Vormittag einige Stunden bei ihr zu verbringen. Ich habe meine Zustimmung gegeben, aber ich will diese Vergnügungen überraschen. Du mußt mich in dein Kabinet neben der Ottomane verstecken und ich will durch ein Fenster zuschauen, was diese Erztribade eigentlich mit meiner keuschen Gattin vor hat.«

»Aber haben Sie schon probiert, ob man durch dieses Fenster sehen oder hören kann?« »Ei ja, jeden Tag, ich verberge mich daselbst, um die Klagen zu vernehmen, die sie gegen mich vorbringt, um mich daran zu ergötzen.«

Unsere Heldin. die vernünftigerweise sich hiebei nur unterordnen konnte, begab sich sofort mit Gernande in das erwähnte Kabinet, Dorothea, die nichts ahnte, begab sich zur Frau de Gernande, die von diesem Besuche höchst überrascht war.

Die herrschsüchtige, hochmütige D'Esterval, die ebenso grausam war wie ihr Gatte und der man vollständige Aktionsfreiheit gegeben hatte, begnügte sich nicht, wie leicht einzusehen, mit platonischer Liebe. Eine der Alten geleitete sie, mit dem Auftrag, die unglückliche Gräfin zu veranlassen, sich allen Wünschen der Messaline zu fügen. Sie mußte gehorchen. Das entkleidete Opfer war bald in Tränen aufgelöst, während sie ihre Reize preisgab. Man kann sich die Raserei Dorothea's nicht vorstellen, solcher Taumel ist nicht zu beschreiben. Ihr Geschlecht ganz vergessend, gab sich die stolze Tribade schamlos allen männlichen Ausschweifungen und Tollheiten hin. Das war nicht mehr Sappho in den Armen der Damophile, das war Nero mit Tigelein.

Alle männlichen Geilheiten und Leidenschaften, alle Ausschweifungen der grausamsten Wollust wurden von diesem wüsten, entarteten Scheusal ins Werk gesetzt. Sie tat und ersann alles, um ihre schamlose Wollust zu befriedigen, Justine's arme Herrin wurde durch diese Szene mehr ermüdet als von denen ihres Gatten. »Teufel,« sagte Gernande, während er sich von Justine lecken ließ, »das ist köstlich, noch nie hat mich etwas derart erregt.

Ich liebe diese Dorothea rasend, hätte ich ein solches Weib, ich hätte sie nie zum Opfer gemacht. Ach, sauge, Justine, sauge ..., bestrebe dich, mein Sperma im gleichen Moment zum Fließen zu bringen, wie das dieser Schelmin.« Aber Gernande's Begierden, angeregt, ohne befriedigt zu werden, führen nicht zum ersehnten Erfolg, die D'Esterval begann bereits zu ermatten, bevor der an ihren Freuden Schmachtende sein Ziel erreichte.

Angeekelt von ihrem Genusse, betrachtete sie die Gräfin voll Verachtung, beschimpfte sie und gab ihr wiederholt zu verstehen, ihr Gatte sei zu gut, weil er sie so lange leben lasse, sie lästerte die Reize, an denen sie sich berauscht hatte, erniedrigte und verhöhnte sie und ging hinaus, wobei sie bemerkte, sie würde ihrem Gatten raten, bald einen festen Entschluß bezüglich einer so verächtlichen Frau zu fassen.

Kaum war Dorothea aus dem Zimmer der Gräfin hinausgegangen, als Gernande mit Justine eintrat; nur unter dem Vorwande, daß er den Besuch überrascht habe, überhäufte er die Unglückliche mit bösen Flüchen und Drohungen. Diese verteidigte sich so gut als möglich. »Man hat meine Türe geöffnet,« sagte sie weinend; »eine meiner Alten, zu der ich Vertrauen hatte, hat mir diese Frau herbeigebracht; es war mir unmöglich, mich vor ihren Zumutungen zu schützen ... ich hätte sie zurückgewiesen, wenn es mir möglich gewesen wäre.« Aber Gernande, der nur Gelegenheit zu einer Szene suchte, die er sich auf diese seiner falschen Seele höchst zusagende Weise verschaffte, verurteilte seine Frau sogleich zum Aderlaß; das von dem Vorhergehenden höchst aufgeregte Scheusal stach sie sofort in beide Arme und die Scham. Diesesmal verzichtete er auf Männer und begnügte sich mit Justine; die Unglückliche erschöpfte sich in Versuchen, ihn ergießen zu machen. Der grausame Unhold beherrschte seine Entleerung und verstand es geschickt, erst dann das Sperma zu ejakulieren, wenn er seine Frau ohnmächtig erblickte; diese Sitzung war eine der barbarischesten, die Justine je sah.

Kaum war der Lüstling in sein Gemach zurückgekehrt, als sich im Hof Wagengerassel vernehmen ließ. Es war Herr de Verneuil mit seiner Familie. Herr de Gernande ließ seiner Frau sogleich die Nachricht davon zukommen. Gerechter Himmel! In welchem Zustande befand sie sich, als sie diese Katastrophe erfuhr! Justine wurde zugleich beauftragt, die neuen Gäste zu empfangen.

Porträt der neuen Personen. – Neuartige Orgien.

Der erste Wagen war eine sechspännige deutsche Berline, in der sich Herr und Frau de Verneuil mit ihren Kindern, Cécile und Victor, befanden, der zweite war eine große Kalesche, besetzt von einer sehr schönen vierzigjährigen Frau, ihrer Tochter, einem prächtigen zweiundzwanzigjährigen Geschöpf, und zwei sechs-und siebenjährigen Kindern. Diese letzteren von de Verneuil. Der kleine Knabe hieß Lili, das Mädchen Rose, es war ein herziges Pärchen. Zwei Jünglinge, zwanzig bis zweiundzwanzig Jahre alt, gebaut wie Herkules und schön wie Amor, nehmen die beiden anderen Plätze ein und trugen die Bezeichnung: Kammerdiener des Herrn de Verneuil.

Die Damen und Kinder wurden rasch in ihre Appartements untergebracht und zogen sich dahin zurück; Gernande geleitete Verneuil zu d'Esterval, wohin sich Bressac begeben hatte, um diesen Besuch zu empfangen. »Hier ist ein prächtiger Neffe, den du nicht kennst,« sagte Gernande zu seinem Bruder, »umarmen Sie sich, meine Freunde, wenn man sich so ähnlich sieht, ist man von jedem Kompliment dispensiert. Die liebenswürdige Person, die Sie hier gesehen – damit wies er auf d'Esterval – ist ein Freund meines Neffen, der ihn zu mir begleitet hat. Er ist ein Mensch, in dessen Haus zu schlafen ich dir nicht raten würde; denn er bringt jeden um, der zu ihm kommt ... Nun also, bist du zufrieden mit der Gesellschaft, die ich dir gebe?« – »Entzückt!« sagte Verneuil, d'Esterval umarmend; dieser stellt ihm sogleich seine Frau vor, und versichert, daß diese, obwohl ein Weib, es mit dem frevelhaftesten Manne aufnehmen kann. – »Das ist prächtig, meine Freunde,« sagte Verneuil, »ich sehe, daß wir in einer so charmanten Gesellschaft einige recht angenehme Tage verbringen werden.« Vier Lustknaben traten sogleich ein, sich zu erkunden, ob Herr de Verneuil nicht ihrer Dienste bedürfe. »Ah! Gewiß!« sagte Verneuil, »die Fahrt hat mich erhitzt; schon seit zwei Stunden erigiere ich teufelmäßig; überzeugen Sie sich!« Damit legte er auf den Tisch ein erschreckend dickes und langes Glied. »Wohlan, Kinder, gehen wir daran! Diese Herren werden nichts dagegen haben, daß ich ein wenig Sperma abgebe, bevor ich näher mit Ihnen bekannt werde.« – »Gestatten Sie meiner Frau, Ihnen behilflich zu sein,« sagte d'Esterval; »niemand ist geschickter als sie, ihre Phantasie wird Sie ergötzen.« – »Gerne!« sagte Verneuil; »ich wäre auch nicht abgeneigt, das Mädchen, das uns empfangen hat, dazu zu nehmen ... Wer ist sie denn?« – »Sie heißt Justine,« antwortete Bressac; »sie ist eine Tugendheldin, eine ganz gefühlvolle Person, deren Moral und Mißgeschicke mit unseren Grundsätzen den merkwürdigsten Kontrast bilden. Gernande hat sie als Gesellschaftsfräulein seiner Gemahlin angestellt; sie weinen, beten und trösten sich, während wir sie quälen.« – »Ah! köstlich! köstlich! Lasse dieses Mädchen heraufkommen, Bruder, ich werde sie gebrauchen!« – »Aber Onkel,« sagte Bressac, »es scheint mir besser zu sein, zu Frau de Gernande hinüberzugehen; alles, was Sie kitzeln kann, findet sich dort vereinigt; Ihre Entladung wird dann vollkommen sein.« – »Mein Neffe hat Recht,« sagte Verneuil, »aber er weiß nicht, daß mir mehr als alles andere daran gelegen ist, seine Bekanntschaft zu machen. Zugleich zieht er ihn in ein Kabinett, küßt ihn, läßt seine Hosen herab, liebkost ihn, tätschelt seinen Arsch, reibt sein Glied, sodomiert ihn und läßt sich von ihm bearbeiten, ohne daß er nur einen Tropfen Sperma verliert. Dann kehrt er zur Gesellschaft zurück und lobt seinen Neffen über die Maßen.« »Schaut nur, in welchen Zustand er mich versetzt hat,« sagte er, auf seinen gen Himmel dräuenden Penis weisend, den er während des Gespräches rieb, »ich würde jetzt Gott den Vater ficken, wenn er da wäre. Gehen wir, Bruder, nun zu deiner Frau; ich will Dorothea, Justine und zwei Lustknaben mitnehmen, das wird mir genügen. Mein Sperma ist schon da – (dabei zeigte er auf einen Tropfen an der Harnröhrenmündung) – es bedarf nur der leichtesten Bemühung, um es zehn Fuß weit zu schleudern. Beinahe hätte ich in den After meines Neffen entleert, aber das Dreckloch ist so weit.« – »Frühstückst du vorher?« fragte Gernande. »Nein, wir haben vor unserer Ankunft gespeist; ich habe es nötiger, meine Phantasie zu beschmutzen, als zu essen; wir wollen das Verlorene nachher schon einbringen.«

Justine, von ihrem Herrn zu Frau de Gernande geschickt, teilte Herrn Verneuil mit, daß ihre Gebieterin trotz der Entkräftung, in die sie durch den Verlust von sechs Bechern Blutes vor einer Stunde versetzt worden war, sich dennoch dem Willen ihres Gatten unterwerfe und die Gesellschaft zu empfangen bereit sei. – »Ah! ah! du hast zur Ader gelassen!« sagte Verneuil, »desto besser; mich freut es ungemein, sie in diesem Zustande zu sehen. Kommen Sie her, Mädchen,« sagte er zu Justine, sie schürzend, um ihre Hinterbacken zu greifen, »kommen Sie nur her; ich bin sehr neugierig auf Ihren Arsch, ich glaube, er ist hübsch. Meine Herren – er wandte sich an Gernande, Bressac und d'Esterval – ich lade Sie ein, indes zu meiner Frau zu gehen; Verzeihung, wenn ich Sie ihr nicht vorstelle; aber seien Sie überzeugt von ihrer Willfährigkeit; genieren Sie sich nur ebenso wenig, wie ich mich geniere.«

»Also,« sagte Verneuil, als er bei der Gräfin, begleitet von seinen Lustnaben und einer Alten, im schamlosesten Zustand der Welt eintrat. »Sie erregen noch immer das Mißvergnügen meines Bruders? Er beklagt sich unaufhörlich über Sie und immer muß ich ihm helfen, Sie zur Vernunft zu bringen. Sehen Sie hier eine Zeugin Ihres schlechten Betragens – er wies auf Dorothea – die mir bestätigt, daß Sie Dinge tun, die man mit den ärgsten Martern bestrafen müßte, würde mein Bruder weniger auf die Stimme des Herzens und mehr die der Gerechtigkeit hören; vorwärts, entkleiden Sie sich.« Justine vollführte den Befehl und entblößt ihre schamhafte Herrin sofort den frechen Blicken des Frevlers. »Entkleidet euch gleichfalls,« damit wandte er sich an Justine und Dorothea, »namentlich aber verhüllt eure Scham. Ihr, meine schönen Kinder – sagte er zu den Lustknaben – leget nun eure Hosen ab; die übrigen Kleider könnt Ihr anbehalten, da sie euch nicht schaden; ich liebe alles, was mich an ein Geschlecht erinnert, das ich vergöttere; hätten die Frauen männliche Kleider, ließe ich sie vielleicht nicht entkleiden.« – Alle gehorchten, nur Justine leistete einigen Widerstand; aber ein schrecklicher Blick des fürchterlichsten und abschreckendsten Menschen, den sie je gesehen hatte, machte sie rasch gehorchen. Verneuil läßt Justine und die Gräfin am Rande des Kanapees niederknien und ihre Hintern ihm zuwenden, während er Dorotheas Arsch besichtigt. »Teufel,« sagt er zu ihr, »Sie sind zum Malen. Sie haben den Leib eines schönen Mannes; ich liebe rasend diesen Flaum, ich küsse ihn mit Vergnügen! Ich bete diesen braunen Teint Ihrer Aftermündung an, er weist auf Gebrauch hin. Schieben Sie die Backen auseinander, damit ich meine Zunge hineinstecke; oh, ist das aber weit! Wie schätze ich diesen authentischen Beweis Ihrer Entartung; Sie lieben es, wenn man Sie von hinten bearbeitet. Sie vergöttern den Penis im Arsch, es gibt ja auch nichts darüber; hier sehen Sie meinen Hintern, er ist ebenso, ganz weit.« Dorothea küßte entzückt Verneuils Arsch und leckte ihn begierig. »Sie gefallen mir unendlich,« fuhr Verneuil fort, »Sie müssen bloß, um mir vollends den Kopf zu verdrehen, meinen Vorschlag akzeptieren; wenn Sie ihn nicht erfüllen, bewirkt Ihre ganze Kunst nicht meinen Samenerguß. Sie sind reich, wie man sagt, in diesem Falle muß ich Sie bezahlen; wären Sie arm, würde ich Sie bestehlen. Sie dürfen sich mir nur für eine sehr hohe Summe zur Verfügung stellen. Sie müssen diesen Vorbehalt Ihrem Gatten verbergen und mich versichern, daß Sie die Summe, die ich Ihnen geben werde, bloß für Ausschweifungen verwenden; vor allem müssen Sie mir schwören, auch nicht einen Thaler für gute Werke auszugeben, kurz, daß Sie damit nur Verbrechen belohnen. Was sagen Sie zu meiner Leidenschaft?« – »Sie ist eigenartig; aber glauben Sie mir, daß ich philosophisch genug veranlagt bin, um nicht in Erstaunen zu geraten. Ich nehme Ihren Vorschlag an; ich werde mich nur umso lieber mit Ihnen unterhalten und schwöre Ihnen hoch und heilig, Ihr Geld nur für Ausschweifungen auszugeben.« – »Auf Ruchlosigkeiten, Madame, auf Ruchlosigkeiten!« – »Auf die entsetzlichsten!« – »..Nun gut, Madame, hier sind fünfhundert Louis, sind Sie zufrieden?« – »Nein, das heißt nicht zahlen.« – »Ah, Köstliche! Entzückende!« rief Verneuil. »Da sind noch weitere tausend; Sie sind die liebenswürdigste Frau, die ich je gesehen habe. Ah! Hure! ich triumphiere, du gehörst jetzt mir. Knaben, reibet mein Glied, während ich den Hintern dieser Metze tätschle; Ihr, Opfer, bleibt unter meinen Augen. Ei, Madame, etwas stößt das Taschentuch zurück; ich glaubte eine Scham zu bedecken und entdecke ein Glied. Teufel, welch ein Kitzler! Entfernen Sie die Hülle rasch! Da Sie mehr Mann als Frau sind, steht mir die Illusion frei; Sie brauchen nichts zu verbergen.« Der Wüstling rieb und leckte diesen Auswuchs, der großartig genug war, um die Besitzerin in den Zustand zu versetzen, mit Erfolg die Rolle eines Mannes zu spielen. »Sie müssen ausschweifend im ärgsten Grade sein,« meinte Verneuil; »Sie dürften alle unsere Geschmacksrichtungen teilen.« Zugleich senkte er drei Finger in ihren Arsch, wodurch sich die Klitoris sofort aufstellte, so daß Dorothea einen Lustknaben zu bearbeiten wünschte. Verneuil ist ihr dabei behilflich und packt kräftig die Hinterbacken der Messaline, während sie stößt. »Soll ich Sie quälen?« fragte er sie; »die Opfer frage ich nicht, wohl aber Sie.« – »Tun Sie mit meinem Arsch, was Sie wollen,« entgegnet Dorothea; »er wird alles erdulden.« Verneuil kneift ihre Hinterbacken, so kräftig, daß die Hure sogleich entladet. »Nun also,« fuhr er fort, da er sie schwelgen sah, »geben Sie zu, daß nur die Qual die Ejakulation beschleunigt? Henker oder Opfer, ich kenne nur diesen einen Weg zum Erfolg.« – »Und um diese Hintern, die Sie hierher gestellt haben, bekümmern Sie sich gar nicht?« – »Der Zustand, in den ich sie versetzen werde, wird Ihnen bald das Gegenteil beweisen,« entgegnete Verneuil. Er näherte sich ihnen und sagte: »Sehen wir, welche der beiden Frauen mutiger ist.« Er kneift zugleich in grausamer Weise die rechte Brust der Gräfin und die linke Hinterbacke Justinens. Obgleich sich seine Nägel fest in die letztere vergruben, hielt sie doch stand; nicht so Frau de Gernande. Der Ruchlose hatte ihre Brustwarze derart gequetscht, übrigens fühlte sie sich so schwach, daß sie fast in Ohnmacht fiel. »Göttlich!« sagte er zu Dorothea, der er Mund und Kitzler leckte und das Arschloch rieb, »das ist köstlich! Diese Zuckungen liebe ich bis zur Raserei. Und Sie, Madame, geraten Sie in Hitze, wenn Sie leiden sehen?« – »Wie Sie sehen,« erwiderte die Tribade und zeigte ihre vom Sekret ihrer Scheide triefenden Fingerspitzen; »ich glaube, wir handeln nach fast gleichen Grundsätzen.« – »Ich wiederhole, Madame, nur der Schmerz bewirkt den Erguß.« – Der Hurenkerl erigierte, zwischen den Lustknaben und Dorothea stehend, wie der Stier neben der Färse. »Dummes Geschöpf!« schrie er und packte mit einer Hand seine Schwägerin, mit der anderen eine mehrfach geflochtene Peitsche, die er stets in der Tasche hatte, »verzagtes Ding, du verstehst also nicht zu leiden? Nun, du sollst für deine Schwäche bestraft werden!« Er steckte sein geiles Glied in Justinens Hand und befiehlt ihr, es zu reiben, während Dorothea, die er mit einer zweiten Peitsche versieht, ihn, während er die Gräfin stäupt, geißeln muß; die Lustknaben müssen indes ihre Hinterbacken seinen Blicken darbieten. Der Akt beginnt. Peitschen und gepeitscht zu werden war eine der heftigsten Leidenschaften Verneuils; dreiundzwanzig Minuten lang saust sein kräftiger Arm über den schönen Hintern der Gräfin; sie ist zerfetzt von der Mitte des Kreuzes bis zu den Fersen; ihm geschieht desgleichen. Das Blut spritzte nach allen Richtungen; nichts war so merkwürdig, als diese Mischung von Flüchen auf der einen, von Klagen und Schreien auf der anderen Seite. Allzusehr mit ihrem Auftrage beschäftigt, um die Stimme ihres Herzens zu hören, rieb Justine aus Leibeskräften das enorme Glied Verneuils, ohne es zu wagen, um Gnade für ihre Herrin zu bitten. Sie hätte ihr gerne die schrecklichen Hiebe erspart, wenn sie es vermocht hätte, aber sie begann allzugut die Unbeugsamkeit dieser Verbrecherseelen einzusehen, als daß sie es versucht hätte, diesen zu erweichen. Da bemerkt Verneuil ihre Ungeschicklichkeit im Reiben. »Was ist's denn mit dieser kleinen Hure?« fragte er, sich ihrer bemächtigend! »ha, Hure, ich will dich lehren, ob man ein Glied wie das meinige so reibt.« Er steckt es in Dorotheas Hände, und überläßt es ihr, schneller oder langsamer, je nach dem Kitzel, den er empfindet, zu reiben, während er die süßen, feinen Hinterbacken unserer interessanten Justine aus Leibeskräften drischt.

Ein Instrument, mit dem sie während der unter Lüstlingen zugebrachten Zeit gegeißelt worden war, hatte ihr derartige Schmerzen bereitet; jeder Striemen drückte sich mindestens eine Linie tief ins Fleisch und hinterließ, außer einem entsetzlichen Schmerz, so blutige Spuren, als ob man sich eines Messers bedient hätte. Sofort ist sie ganz wund. Sodann lehnt Verneuil die beiden Opfer Bauch an Bauch aneinander; beständig von Dorothea gerieben, peitscht er sie ein zweitesmal, aus Leibeskräften bald die eine, bald die andere stäupend. Die Gräfin, von dem dreimaligen Blutverlust erschöpft, wankt, verliert das Bewußtsein, fällt und reißt Justine mit sich; beide liegen nun auf der Erde und schwimmen in ihrem Blute. Verneuil stürzt sich alsbald auf seine Schwägerin und bringt sie wieder zu Bewußtsein durch eine neue Quälerei, die, so natürlich sie auch ist, dennoch die Unglückliche durch das Mißverhältnis zwischen ihren und des Angreifers Organen zerreißt. »Peitschen Sie mich! Peitschen Sie mich!« ruft Verneuil Dorothea zu; »lagern Sie Justine auf mein Kreuz und zerfetzen Sie uns beide?« Von Dorothea vollendet bedient, noch mehr aber infolge der Monstrosität dieses Aktes schäumt der alte Faun; er stößt Gotteslästerungen aus und unter lauten Schreien entladet er sich; er beweist seiner Umgebung, daß die Natur, die ihn in Bezug auf sein Glied besser versorgt hat, wie seinen Bruder, ihm auch, sowohl was die Menge des Spermas als auch das Maß seines Taumels betrifft, den Vorzug gegeben hat.

»Nun, Madame,« fragte er Dorothea, »wie finden Sie meine Ausschweifungen?« – »Prächtig,« erwiderte diese, »doch dachte ich nicht, daß Sie in die Scham ficken.« – »Ich ficke überall hin, mein Engel; wenn nur mein ungeheures Glied verwundet oder zerreißt, ist es mir gleichgiltig, was ich bearbeite.« – »Doch geben Sie dem Hintern den Vorzug?« – »Sie werden mich doch nicht dadurch beleidigen wollen, daß Sie daran zweifeln? Soll ich, um Sie zu überzeugen, einen Knaben von hinten ficken?« – »Nein, lieber mich, wenn Sie mich überzeugen wollen; da, ficken Sie!« Der Wüstling gerät bald in Erektion und steckt sein Glied tief in ihren After. »Quälen Sie doch diese zwei Frauen, während ich Sie sodomiere, ich bitte Sie inständigst,« sagte Verneuil. Die Metze läßt sich das nicht zweimal sagen; während sie bearbeitet wird, gräbt sie ihre krummen Nägel tief in das Fleisch der Gräfin und Justinens. Beide entladen sich, indes die Opfer weinen; während sie ergießen, beißen sie die Zunge der Lustknaben, die sie liebkost haben, daß sie blutet.

»Jetzt genug,« sagte Verneuil zu Dorothea. »Sie sind ein prächtiges Geschöpf; bald wollen uns wir wieder ergötzen.« – »Ich werde Ihnen alle möglichen Genüsse verschaffen,« sagte Dorothea; »je mehr wir uns kennen lernen, desto mehr werden wir – ich hoffe – an uns Gefallen finden.«

Beide suchten wieder die Gesellschaft auf. Justine blieb mit ihrer Herrin allein.

Die anderen waren während dieser Szene auch nicht untätig geblieben; aber nicht so fix wie Verneuil und nicht so eilig im Samenverlust, hielten sie erst bei den einleitenden Akten, als Verneuil und Dorothea herbeikamen. D'Esterval, Bressac und Gernande waren bei Frau de Verneuil. Die drei Frevler hatten diese arme Frau entkleiden lassen, ohne ihr Zeit zu geben, sich von der Reise zu erholen. Der grausame Gernande überredete seine Schwägerin zu einem Aderlaß, der sie sehr erfrischen würde. Man machte sich eben daran, als Verneuil und Dorothea eintraten. Die hübsche Frau de Verneuil, bereits nackt, zeigte sich von ungewöhnlicher Schönheit, höchst regelmäßig gebaut, frisch und anmutig wie die Göttin der Schönheit. Doch das, was bei anderen Mitleid und Bewunderung, erregt hätte, trug ihr noch mehr Schmähungen und Verachtung von Seiten der Lüstlinge, insbesondere des Bruders, ein. Nach einer sehr genauen Prüfung der Schönheiten dieser herrlichen Frau, nahmen die Beschimpfungen und Mißhandlungen ihren Anfang. Bressac und d'Esterval schonten sie ebensowenig wie Gernande; das unglückliche Opfer wurde nacheinander gezwickt, gebissen und geohrfeigt; die schöne Haut ihres Halses und ihrer Hinterbacken wurde an mehr als zwanzig Stellen gequetscht; sie mußte abwechselnd Mund. Scham und Arsch preisgeben; des ersteren bemächtigt sich Gernande, d'Esterval der zweiten, Bressac des letzteren; Verneuil bearbeitet nochmals Dorothea von hinten und entladet ein drittesmal, während er die Hinterbacken seines Neffen beständig streichelt.

»Dinieren wir jetzt, Freund,« sagt Verneuil, zu seinem Bruder; »wir müssen uns wieder einmal stärken. Die Trunkenbolde kommen – wie es heißt – erst mit dem Glase in der Hand zu Bewußtsein, ebenso natürlich die Wüstlinge mit dem Gliede in dem Hintern; die Bestimmung ist erfüllt, beklagen wir uns nicht.« Nach einem überaus reichlichen und erlesenen Mahle löste sich die ganze Gesellschaft während einer Promenade auf; Gernande befahl Justine, ihm in ein Gartenhaus zu folgen, wo er mit ihr sich in ein Gespräch einließ.

Er verlangte zunächst einen genauen Bericht über das, was sein Bruder mit seiner Frau getan hatte; da aber Justine nur oberflächlich die Vorgänge streifte, befahl er ihr, alles mit der größten Genauigkeit zu schildern. Justine tat dies. Sie beklagte sich darüber, daß sie ebenso hart behandelt wurde wie Frau der Gernande. »Laß mich einmal sehen!« sagte der Graf, und amüsierte sich im höchsten Grade bei dieser abscheulichen, grausamen Prüfung. »Aber meine Frau,« sagte der Bösewicht, »ist doch wenigstens nicht so mißhandelt worden?« – »Ganz ebenso!« – »Ah, gut, ich wäre böse, wenn mein Bruder diese Hure geschont hätte.« – »Sie verabscheuen sie also, mein Herr?« – »Unendlich, Justine. Ich werde sie nicht lange behalten, denn nie sah ich eine Frau, die mir mehr Abscheu einflößte; aber weißt du auch, daß Verneuil ein noch viel größerer Wüstling ist als ich?« – »Das ist wohl schwer möglich.« – »Es ist doch so; die göttlichen Freuden der Blutschande, verschönt durch die der Grausamkeit, sind seiner verderbten Seele am teuersten. Du weißt nicht, welches sein Hauptgenuß ist?« – »Kinder, die Peitsche, Greueltaten.« – »All das ist nebensächlich; die Blutschande ist seine größte Freude. Du wirst ihn morgen diesen Frevel auf fünf oder sechs verschiedene Arten betreiben sehen. Dieses schöne Weib, das du für die Kammerfrau der Frau de Verneuil hältst und die etwa vierzig Jahre zählt, ist eine unserer Schwestern, eine Tante Bressacs, die Schwester seiner Mutter, deren durch ihren eigenen Sohn verursachten Tod du so lange beweint hast. Unsere Familie, liebe Justine, ist die des Oedipus; es gibt keine Art des Verbrechens, die nicht in ihr verübt wurde. Wir verloren unsere Eltern im Kindesalter; böse Leute behaupteten, wir hätten zu ihrem Tode beigetragen; das war wohl möglich; wir erlaubten uns so viele Schelmenstreiche, daß dieser wohl auch darunter sein konnte. Wir hatten drei Schwestern; die eine, die vor dem Tode unserer Eltern geheiratet hatte, wurde von Bressac ermordet; die zweite fiel unseren Freveltaten zum Opfer; die dritte siehst du hier; wir verheimlichten ihr ihre Abstammung. Auferzogen wie eine Magd, brachte sie mein Bruder nach seiner Heirat bei seiner Frau unter; sie heißt Marceline. Die junge Person, die du gleichfalls für eine Dienerin der Frau de Verneuil hältst, ist eine Tochter der Marceline und meines Bruders, also zugleich seine Tochter und seine Nichte. Sie ist die Mutter der beiden Kleinen, die du bewundert hast, und gleichfalls meinem Bruder gehören. Beide sind wohl noch jungfräulich; doch will Verneuil dem hier ein Ende machen; wenn er sich an dem Mädchen ergötzt, so genießt er zugleich seine Tochter, seine Enkelin und seine Nichte. Nichts erfreut ihn so, als diese Auflösung aller chimarischen Bande; das ist sein höchster Genuß; doch da er sich nicht begnügt, sie bei seinen illegitimen Kindern zu zerreißen, tut er es auch bei seinen ehelichen.« – »Ich wußte es, mein Herr.« – »Aber du solltest erst sehen, wie er seinen Sohn erzieht, wie er ihn nach seinem Beispiel alle sozialen Institutionen über den Haufen zu werfen heißt. Du wirst sehen, wie dieses Kind seine Mutter behandelt, wie er alle religiösen und moralischen Vorurteile mit Füßen getreten hat. Er ist köstlich, ich bete ihn an: ich wollte heute Nacht bei ihm schlafen, doch will der Vater, daß er sich für morgen ausruhe.« – »Für morgen?« – »Ja, morgen feiern wir ein großes Fest, den Geburtstag meiner Frau; vielleicht werden wir wünschen, daß die Parzen den Lebensfaden zerreißen ... Wer weiß? Selbst Gott, an dessen fabelhafte Existenz du glaubst, könnte nicht die Phantasie solcher Frevler, wie wir sind, erraten.« – »Ach Herr,« rief Justine unruhig aus, »wäre ich nur so glücklich, mich bei Ihren geplanten Orgien verschont zu sehen! Haben Sie denn nicht genug Leute, und bin ich nicht vollständig unnütz?« – »Nein, nein, deine süße Tugend ist für uns wesentlich; aus der Mischung dieser reizenden Eigenschaft und der Laster, die wir ihr entgegenstellen, erblüht uns der herrlichste Genuß. Uebrigens wird die zärtliche, liebe Herrin deiner Hilfe bedürfen ... Du mußt dich einfinden, unbedingt!« – »Ach, welche Last, an so viel Ruchlosigkeiten teilzunehmen! Wissen Sie wohl, daß es keine schauerlichen gibt, als die des Herrn de Verneuil? Seine eigene Familie derart zu verderben!« – »Ich frage dich, Justine, was das ist: eine Familie? Was verstehst du unter diesen heiligen Banden, die von den Toren als die Bande des Blutes bezeichnet werden?« – »Ist es nötig, eine solche Frage zu beantworten? Kann es ein Wesen auf Erden geben, das diese Bande nicht kennt und ehrt?« – »Dieses Wesen existiert: ich bin es. Sei überzeugt, daß wir unseren Eltern nicht mehr schulden, als sie uns.« – »Mein Herr,« antwortete Justine lebhaft, »ersparen Sie mir alles, was Sie darüber sagen könnten; ich bin vertraut mit diesen Sophismen, doch keine hat mich überzeugt. Wenn die Blutschande, eines der größten Verbrechen, die der Mensch begehen kann, die Grundlage der Genüsse Ihres Bruders ist, so ist und bleibt er das ruchloseste und in meinen Augen schuldigste Wesen der Welt.« – »Die Blutschande ein Verbrechen! Ach sage mir, wie eine Handlung, die auf der einen Hälfte unserer Erdkugel berechtigt ist, auf der anderen verbrecherisch sein kann? Fast in ganz Asien und im größten Teile Afrikas und Amerikas heiraten Vater, Sohn, Schwester, Mutter usw. durcheinander; gibt es aber eine süßere Verbindung als diese? Eine, die schöner die Bande der Liebe und der Natur verknüpft? Nur aus Furcht, daß solche Familien zu mächtig werden könnten, haben unsere Gesetze in Frankreich die Blutschande als Verbrechen gestempelt; aber hüten wir uns, die Gesetze der Natur mit denen der politischen Berechnung zu verquicken! Selbst wenn ich einen Augenblick dein soziales System mir gefallen lasse, frage ich dich, wie es möglich wäre, daß sich die Natur solchen Verbindungen entgegensetzt? Kann es in ihren Augen etwas Heiligeres geben, als die Mischung des verwandten Blutes? Hüten wir uns: wir sind verblendet in Bezug auf die Gesetze der Natur; die brüderlichen oder kindlichen Gefühle, sobald sie sich auf verschiedene Geschlechter erstrecken, sind nichts als geile Gelüste. Möge ein Vater oder Bruder, die ihre Tochter oder Schwester vergöttern, in die Tiefe ihrer Seelen blicken und sich vorurteilslos über ihre Gefühle befragen, sie werden sehen, ob diese unendliche Zärtlichkeit etwas anderes ist, als die Lust, zu ficken; sie mögen ohne Bedenken ihrem Triebe gehorchen, sie werden bald merken, welche Freuden sie empfinden. Nun frage ich, wessen Hände dieses Uebermaß an Wollust schaffen? Doch die der Natur! Wenn dem aber so ist, ist es vernünftig, zu sagen, daß solche Handlungen sie verletzen könnten? Verdoppeln und verdreifachen wir diese Blutschande so gut wir können ohne jede Furcht; je näher uns der Gegenstand unserer Begierden steht, desto mehr werden wir uns seiner Reize erfreuen.«

»So entschuldigt Ihr alles, Ihr Leute von Geist,« entgegnete Justine; »doch wenn euer unglückseliges Talent eure Leidenschaften auf dieser Welt entschuldigt, an dem schrecklichen Tage, da Ihr vor dem Weltherrn werdet erscheinen müssen, wird Ihnen kein so nachsichtiger Beistand zur Verfügung stehen!« – »Du predigst in der Wüste,« erwiderte Gernande; »unbestreitbaren Wahrheiten setzest du Gemeinplätze entgegen. Schau mal, ob meine Lustknaben bereit sind und führe sie in mein Gemach; ich werde mich bald zurückziehen; gehe, und bereite deinen kleinen Verstand und deine großen Grundsätze auf die morgigen erstaunlichen Ausschweifungen vor.«

Frau de Gernande erwartete unruhig und erschöpft Justine, um sie wegen einiger Einzelheiten der Vorbereitungen des folgenden Tages zu befragen. Unsere Heldin glaubte, ihr nichts verbergen zu dürfen. »Ach!« sagte die unglückliche Gattin, und ihren Augen entströmten Tränenfluten, »morgen ist vielleicht der letzte Tag meines Lebens; ich muß auf alles gefaßt sein, wenn diese Barbaren sich zusammentun. Ach, Justine, wie gefährlich sind die Menschen ohne Moral, ohne Zartgefühl, ohne Grundsätze!«

Indessen bereitet sich ein jeder für die Nacht vor und glaubt durch die wüstesten Ausschweifungen die nötigen Kräfte für die noch schrecklicheren des folgenden Tages zu finden. Verneuil schlief mit Dorothea, Gernande zwischen zwei Lustknaben. d'Esterval mit Frau de Verneuil und Bressac mit einem Kammerdiener seines Onkels.

Am nächsten Tage bereiteten die Alten den schönsten Salon des Schlosses vor; der Fußboden wurde mit einer sechs Zoll dicken, mächtigen Matratze bedeckt, die einen Teppich bildete, auf dem zwei bis drei Dutzend Polster umherlagen. Eine große Ottomane war im Hintergrunde des Salons angebracht; rings umher liefen so viele Spiegel, daß alles, was vorging, tausend- und aber tausendmal zurückgeworfen wurde. Auf Rolltischen aus Ebenholz und Porphyr, die allenthalben standen, lagen alle zur Wollust dienenden Geräte: Ruten, Klopfpeitschen, Ochsensehnen, Nadeln, Fesseln aus Hanf und Eisen, Godmichés, Condome, Spritzen, Pomaden, Essenzen, Zwickzangen, Scheeren, Dolche, Pistolen, Giftbecher, alle möglichen Stimulantien und verschiedene sonstige Marter und Giftinstrumente; all das war reichlich vorhanden. Auf einem enormen Buffet gegenüber der Ottomane, am anderen Ende des Salons waren in Hülle und Fülle die schmackhaftesten und erlesensten Speisen symetrisch aufgestellt zu sehen; die meisten konnten warm bleiben, ohne daß man die Wärmequelle bemerkte. Karaffen aus Bergkristall befanden sich zwischen dem sächsischen, und japanischen Porzellan, das diese Speisen enthielt und waren mit den besten Weinen und den seltensten Likören gefüllt. Eine Unmenge Rosen, Nelken, Jasmin, Maiglöckchen und andere noch köstlichere Blumen gestalteten diesen Tempel der Wollust vollends schön und wohlriechend; alles war hier vereinigt, um für den ganzen Tag die Geilheit und die Sinnlichkeit zu befriedigen.

Im Hintergrunde des Saales befand sich, künstlerisch in einer Wolke dargestellt, das Bild des angeblichen Gottes des Weltalls in Gestalt eines Greises. Eine zweite Ottomane befand sich unterhalb dieser Wolke; darauf lagen die verschiedenen Attribute aller Religionen der Erde, wie Bibeln, der Koran, Kruzifixe, geweihte Hostien, Reliquien und andere Dummheiten dieser Art, Sechs Kabinette schlossen sich an den Salon und boten denjenigen, die sie benützen wollten, ungestörte Stätten für besondere Vergnügungen; daneben waren hübsche Garderoben mit Waschbecken und Sitzwannen. Eine schöne Terrasse mit Orangenbäumen, mit einem Zeltdach und Jalousien versehen, schloß sich gleichfalls an den Salon an und ermöglichte dadurch, frische Luft zu schöpfen; ein großer Erdwall umgab sie und konnte durch seine Tiefe für immer die Materie, die durch die Frevler bei ihren scheußlichen Orgien zerstört wurde, bergen; eine Vorsicht, die beweist, wie sehr diese Wüstlinge das Verbrechen liebten und wie sie stillschweigend entschlossen waren, es ganz kaltblütig zu begehen.

Punkt zehn Uhr morgens begab sich die Gesellschaft in das vorbereitete Lokal, jeder in ein anderes Kostüm gehüllt, das wir genauer schildern wollen.

Frau de Verneuil war nach Art der Sultaninnen in Konstantinopel gekleidet, was ihr wunderbar stand.

Cécile, ihre reizende Tochter, erschien als Murmeltier maskiert, wodurch sie die Geilheit im höchsten Grade weckte.

Der junge Viktor trug die Attribute Amors.

Marceline stellte eine Wilde dar.

Ihre Tochter Laurette trug ein einfaches Gazehemd, das mit großen Lilabändern gefällig an den Hüften und den linken Busen geknüpft war; dadurch wurde eine ihrer Brüste und die Hälfte ihrer Hinterbacken sichtbar. Da sie ihre beiden hübschen Kinder fast nackt an der Hand führte, glich sie der Göttin der Jugend, umgeben vom Spiel und vom Lachen.

Frau de Gernande erschien in dem interessanten Kostüm der Opfer, die man im Tempel der Diana schlachtete; sie hätte für Iphigenie gelten können.

Justine erschien als Kammerzofe, mit nackten Armen; sie war mit Rosen geschmückt und ihre schöne Taille trat gut hervor.

Dorothea zeigte sich im Kostüm, das von den Malern der Proserpina beigelegt wird; es entsprach ganz ihrem Charakter und war von feuerrotem Satin.

Die sechs hübschesten Lustknaben Gernandes stellten Ganymeds dar.

John und Constant, Verneuils Kammerdiener, erschienen als Herkules und Mars.

Verneuil, d'Esterval, Bressac und Gernande trugen rote Seidengewänder, die sich eng an ihre Haut anschmiegten und sie vom Nacken bis zu den Füßen bekleideten. Zwei kunstvoll vorn und hinten angebrachte runde Oeffnungen ließen ihre Hinterbacken und ihr Glied frei. Sie waren stark rot geschminkt und trugen auf dem Kopfe einen leichten, brennroten Turban. Sie ähnelten den Furien.

Vier sechzigjährige Alte wurden, als spanische Matronen gekleidet, zum inneren Dienst zugelassen, worauf die Sitzung ihren Anfang nahm.

Alle standen aufrecht in einem Halbkreis, als die Meister im Saale erschienen. Alle knieten nieder, sowie sie diese erblickten. Dorothea schreitet auf sie zu und sagt ihnen folgendes:

»Illustre und hohe Herren, alle Subjekte, die Sie hier sehen, warten nur auf Ihre Befehle. Sie werden bei allen die größte Unterwürfigkeit, die vollständigste Ergebung, die höchste Willfährigkeit finden. Befehlen Sie also Ihren Sklaven, unumschränkte Gebieter dieser Stätten; verlangen Sie es und wir werden vor Ihnen im Staube liegen, um Ihre Aufträge zu erwarten oder zu fliegen, um Ihren Wünschen zuvorzukommen. Vermehren Sie die Zahl Ihrer Lüste, lassen Sie Ihren Trieben und Leidenschaften den freiesten Lauf; unser Können, unser Dasein, unser Hab und Gut, alles gehört Ihnen; Sie können über alles verfügen. Schwelgen Sie im Gedanken an die Ruhe, mit der Sie hier genießen werden. Kein Mensch auf Erden würde es wagen, Ihre Genüsse zu stören; Ihre ganze Umgebung wird sie nur noch lebhafter gestalten. Ueberschreiten Sie also alle Schranken; scheuen Sie vor nichts zurück. Die traurigen Vorurteile des Pöbels können und dürfen so mächtige Wesen nicht hindern; Ihre Gesetze sind die des Universums; Sie sind die einzigen Götter, die man anbeten darf. Mit einem einzigen Worte können Sie uns vernichten, mit einer Geste uns in Staub verwandeln; aber selbst wenn Sie dies täten, würden wir Sie noch mit unserem letzten Hauch erhöhen, lieben und ehren.«

Nach diesen Worten verbeugt sich Dorothea, saugt die vier Gliede und bittet um die Erlaubnis, ihren Arsch lecken zu dürfen; dann zieht sie sich schweigend zurück und wartet der Befehle.

»Mein Freund,« sagte Gernande zu seinem Bruder, »dieses Fest wird deinetwegen gefeiert, du hast alo hier zu befehlen; gewiß stimmt mein Neffe zu; unser Freund d'Esterval, dem wir ein anderesmal das Verfügungsrecht anvertrauen werden, wird es heute dir gerne überlassen.« Alle geben ihren Beifall zu erkennen. Verneuil, mit der höchsten Macht betraut, setzt sich also auf eine Art Thron, der auf einer mit einem purpurroten, goldgefransten, Sammetteppich bedeckten Estrade sich befindet. Sowie er sitzt, kommen die Frauen, die Mädchen, die Kinder, die Knaben und die Alten unterwürfig herbei und reichen ihm nach dreimaliger Kniebeuge ihre Hintern zum Küssen. Hierauf begeben sie sich nach einander zu den drei Freunden, die auf den den Thron umgebenden Fauteuils saßen und mit jeder Nahenden nach Belieben umgingen. »Wenn es Sie während dieser ersten Runde,« sagt Verneuil, »gelüsten sollte, an einigen der sich Ihnen darbietenden Gegenstände energischere Maßregeln vorzunehmen, so schließen Sie sich sofort in ein Kabinett ein, um nicht die Ordnung zu stören; ist dann Ihre Leidenschaft gekühlt, dann führen Sie die Person wieder in die Versammlung zurück.« Bressac macht als erster davon Gebrauch; er kann die reizenden Hinterbacken seines Vetters Viktor nicht nackt sehen, ohne weiter zu gehen; er zieht ihn in eines der Kabinette, indes d'Esterval, von Cécile begeistert, mit ihr seinen heißen Trieb befriedigt. Gernande tut desgleichen mit Laurette. Verneuil zieht sich mit Marceline und den beiden Kleinen zurück, während Dorothea, der man alle Rechte der Männer eingeräumt hatte, sich mit Constant einschließt.

»Meine Freunde,« sagt Verneuil, nachdem er wieder seinen Platz eingenommen hatte, »da das offene Bekenntnis der Geilheiten, denen man sich hingegeben hat, das Feuer der Begierden nur noch mehr entfacht, so wünsche ich, daß ein jeder über alle wollüstigen Handlungen, die er soeben vorgenommen hat, mit lauter Stimme und möglichst detailliert Rechenschaft ablegt. Reden Sie, Gernande; Ihre Freunde werden Ihnen folgen. Vergessen Sie namentlich nicht, möglichst unverhüllte, klare Schilderungen zu geben und die technischen Ausdrücke zu verwenden; verdecken wir schamhaft die Tugend, das Verbrechen möge immer offen hervortreten.«

Gernande erhebt sich. »Ich habe mich,« sagt er, »mit Laurette eingeschlossen; ich habe ihr den Mund und das Arschloch geleckt; sie hat mein Glied gesaugt, während ich ihre Achselhöhlen leckte; ich habe ihre Arme, fest gesaugt und habe ihr sechs Schläge auf den Bauch versetzt, deren Spuren Sie noch jetzt sehen dürften; dann hat sie meine Hinterbacken geküßt, worauf ich sie gezwungen habe, meinen Arsch zu lecken.« – »Haben Sie erigiert?« – »Nein!« – »War der geile Kitzel lebhaft?« – »Mäßig.« – »Hat sich Ihre Phantasie für stärkere Dinge erhitzt?« – »Oh, ich wünschte entsetzliche Gräuel.« – »Warum haben Sie solche nicht ausgeführt?« – »Sie hätten den Gegenstand der Gesellschaft geraubt; ich wollte dieser ihren Genuß bewahren.« – »Werfen Sie sich zu Gernandes Füßen und danken Sie ihm für seine Güte, Laurette.« – Sie tut es, worauf Bressac an die Reihe kommt. Er sagt:

»Ich habe mich mit Viktor eingeschlossen, und ich habe in seinen Mund gefickt; im Moment, da mein Glied seine Lippen verließ, habe ich seine Zunge gesaugt; dann habe ich seinen Arsch geleckt und ihn sodomiert.« – »Haben Sie ihm ins Gewissen geredet?« – »Außerordentlich; alle Tugenden habe ich ihm ausgeredet, jedes Laster habe ich ihm als schätzenswert hingestellt.« – »Wie stark war Ihre Wollust?« – »Sehr heftig.« – »Haben Sie Samen ergossen?« – »Nein.« – »Hat es Sie nach Aergerem gelüstet?« – »Gewiß!« – »Haben Sie beim Ficken Gott gelästert?« – »Sehr!« – »Ist Ihr Glied rein oder unrein aus dem After des Jünglings herausgekommen?« – »Es war voll Koth.« – »Warum haben Sie es ihm nicht ablecken lassen?« – »Ich habe es getan.« – »Haben Sie dann seinen Mund gesaugt?«

– »Ja.« – »In welchem Zustande ist Ihr Glied?« – »Wie Sie sehen, steif.« – »Lasset es von einem Lustknaben in diesem Zustande erhalten.«

»Nun ist die Reihe an Ihnen, d'Esterval.« – »Ich habe Céciles Scham geleckt, habe mein Glied eingeführt und habe das durch diesen Akt ergossene Sekret gesaugt; dann habe ich ihren Mund geleckt und ihre Hinterbacken geküßt, auf denen sie die Spuren von sechs wohlapplizierten Schlägen sehen.« – »Haben Sie sie von hinten bearbeitet?« – »Nein, ich habe sie verschont.« – »Hat es Sie nach dem Arsch gelüstet?« – »Ja.« – »Ist Ihr Sperma geflossen?« – »Nein.« – »Hat dieses Mädchen Sie stark erregt?« – »Außerordentlich.« – »Hat Sie Ihren Hintern geküßt?« – »Sie hat ihre Zunge hineingesteckt.« – »Haben Sie Ihr Glied in ihren Mund gesteckt?« – »Wiederholt.« – »In welchem Zustand ist Ihr Glied?« – »Steif.« – »Wählen Sie wen, um es so zu belassen.«

»Jetzt kommt Ihr dran, Dorothea!« – »Ich habe mich von Constant bearbeiten lassen.« – »In den Hintern?« – »Ja.« – »Hat er gut erigiert?« – »Famos.« – »Hat er sich darin entladen?« – »Nein.« – »Wohin hat er denn ergossen?« – »Ich habe sein Sperma verschluckt.« – »Haben Sie seinen Arsch geküßt?« – »Ja.« – »Hat er Ihren Kitzler gesaugt?« – »Ich habe ihn in seinen Hintern gesteckt.« – »Haben Sie Aergeres gewünscht?« – »O, hundertmal.«

»Jetzt ist die Reihe an mir, meine Freunde,« sagte Verneuil, sich erhebend. »Sie haben mich mit meiner Schwester Marceline und ihren zwei Enkeln, den Früchten meiner Blutschande mit der Tochter meiner Schwester, hinausgehen sehen. Nun, Marceline hat mich gepeitscht, ich habe den Arsch meiner Enkelkinder geküßt und mein Glied zwischen ihre Schenkel geschoben, dann habe ich meine Schwester sodomiert.« – »Haben Sie ergossen?« fragte Gernande. – »Nein.« – »Haben Sie Ihren Hintern küssen lassen?« – »Ja.« – »Hat man Ihr Glied gesaugt?« – »Ja.« – »Ist Ihr Sperma geflossen?« – »Nein.« – »Wonach gelüstete es Sie?« – »Nach Gräueln.« – »Versprechen Sie uns, solche zu vollführen?« – »Gewiß.«

»Nun wollen wir uns mit ernsteren Dingen befassen,« sagte Verneuil. »Ein jedes von uns (Dorothea, Sie sind immer inbegriffen, Sie sind würdig, unter die Männer zu zählen), ein jedes soll auf dieses Papier seinen Wunsch in Bezug auf Geilheiten schreiben und unterzeichnen. Die fünf Billette werden in einen Kelch geworfen, den eine der Alten herumträgt. Zehn Personen, die ich bezeichnen werde, müssen, immer je zwei, ein Billett ziehen. Jedes Paar wird dem Unterzeichner des Billetts, das es gezogen hat, zufallen und den darauf geäußerten Wunsch befriedigen. Nur der Zufall soll über die Behandlung der Paare entscheiden, die immerhin arg genug sein muß, um dem Gegenstand Schreie zu entlocken.

Frau de Gernande und ihre getreue Justine werden das erste Billet ziehen.

Frau de Verneuil und Laurette das zweite; Marceline und Lili das dritte; Cécile und Rose das vierte; eine der Alten und der hübscheste Lustknabe das fünfte.

Sie sehen, daß ich bei Viktor eine Ausnahme mache: die Handlungen, die Sie ihn beständig werden vornehmen sehen, machen ihn eher würdig, unter den Handelnden, als den Leidenden zu figurieren.«

Die fünf Billette werden beschrieben; eine Alte wirft sie in eine Urne und stellt sich auf die Ottomane unter das Symbol des höchstens Wesens, worauf die einzelnen Paare nacheinander ziehen und mit lauter Stimme das ihnen zufallende Los verlesen müssen.

d'Esterval hat den Wunsch geäußert, die Hinterbacken fest zu zwicken und das Arschloch und den Kitzler zu beißen. Frau de Verneuil und Laurette fallen ihm zu.

Bressac erklärt, er wolle sodomieren, die Brüste kneifen und gewaltige Ohrfeigen geben; Frau de Gernande und Justine gehören ihm.

Dorothea will mit einer Nadel die empfindlichsten Körperstellen stechen und auf das Gesicht scheißen. Die Alte und der Lustknabe sind für sie bestimmt.

Gernande erklärt, er werde sechs leichte Einstiche mit seinen Lanzetten vornehmen und sich lecken lassen. Cécile und Rose sind sein Anteil.

Verneuille kündigt Geißelung bis aufs Blut an. Marceline und Lili fallen ihm zu.

Am Fuße des Sofas, neben dem göttlichen Symbol, hatte man sich beraten; ebendort erfüllte sich das Los der Opfer.

Bressac ist der einzige, der bei der Ausführung seinen Samen verliert, und zwar in den Hintern Justinens, wobei er die arme Gräfin derart ohrfeigt, daß ihr die Tränen aus den Augen fließen.

Diese verschiedenen Szenen haben, wie leicht denkbar, alle Kleidungen zum Verschwinden gebracht, so daß man nur mehr Nacktheiten gewahrte.

»Jetzt,« schrie Verneuil, »müssen wir meine Frau quälen. John und Constant strecken diese Unglückliche auf der Erde aus; ein jeder soll sie nach den Eingebungen seiner ruchlosen Phantasie martern. Sie, Cécile, meine und ihre Tochter legen sich auf die heilige Ottomane (die obenerwähnte war damit gemeint); die Genüsse, die Ihre Reize bieten, werden die Folterknechte Ihrer Mutter belohnen. Ich werde den Preis je nach der Energie, mit der man meine Frau gequält hat, zuerkennen. Viktor, legen Sie sich neben Cécile, um denen, die Ihr Geschlecht vorziehen, süßere Freunden zu gewähren.« Er wies dann auf seine Frau auf der einen, auf seine beiden Kinder auf der anderen Seite und rief: »Mut, Freunde! hier ist das Opfer, hier der Lohn!« Marceline steht neben ihm und reibt ihn; zwei Lustknaben bieten ihm ihre Hintern. Dann geht es los.

Gernande ist der erste; seine ruchlose Lanzette macht fünfzehn Einschnitte leichter Art in das schöne Fleisch der Unglücklichen; dann wirft er sich auf Viktor und läßt sich von ihm lecken.

Dorothea folgt ihm und drückt so stark den Busen der Frau de Verneuil, daß sie schauerliche Zuckungen hervorruft; dann stürzt sie sich auf Cécile und ergießt auf deren Nase.

D'Esterval reißt dem Opfer Haare aus und sticht ihre Schamlippen blutig; er ergießt sich in Viktors After.

Bressac versetzt seiner Tante mächtige Faustschläge ins Gesicht; sie blutet; er sodomisiert sie, reißt ihre Ohren, daß sie fast auseinandergehen, und fickt in den Arsch des reizenden Viktors.

Jetzt naht Verneuil. Wie leicht denkbar, schont er seine Frau nicht; er schlägt, kneift und quält sie, worauf er in dem schönen Arsch Céciles seine Glut stillt.

»Nun, Viktor,« sagte er zu seinem Sohn, »sehen wir mal, wie du deine Mutter behandelst. Bewundere diesen Verwandten, der nicht so lange die seinige schonte; o Bressac! ermutigen Sie Ihren Neffen, Ihnen eines Tages nachzuahmen!« Der junge Viktor ist bereit. Der grausame, brutale Vater befiehlt ihm, die eigene Mutter zu insultieren; seine eigene Schwester soll ihm als Lohn winken. Ach! der junge Knabe überläßt sich nur allzu willig den Ruchlosigkeiten, die man von ihm zu fordern wagt; man braucht ihm nicht erst Vorschriften zu geben. »Schöne Mama,« sagt der kleine Lüstling, »ich weiß, was Sie in Verzweiflung versetzt; fügen Sie sich darein, daß ich es tue. Wenden Sie mir Ihren schönen Arsch zu, damit ich ihn auf jede Weise, die Ihnen nicht behagt, genieße.« Da war jeder Widerstand nutzlos.

Die Alten umringten das Opfer und hätten es unbedingt sofort gepackt, wenn es sich den geringsten Widerstand erlaubt hätte. Viktor, mit einem Bündel Ruten versehen, wagte es, seine schändliche Hand gegen seine Mutter zu erheben. Von Gernande, Bressac, d'Esterval und Dorothea ermutigt, peitscht das Scheusal, ein würdiger Rivale Bressacs, seine Mutter aus Leibeskräften. Ist es glaublich? Verneuil reibt das Glied seines Sohnes, um ihn noch mehr anzuregen, indeß er sein Weib festhält. Der kleine Wüstling, höchsterregt und trotz der Greuel, die ihn schänden, schöner wie Amor, schreit: »Mein Vater! ja, ja, halte sie fest, während ich sie von hinten ficke.« Der gefällige Verneuil fixiert das Kreuz seiner Frau und steckt das Glied seines Sohnes sorgfältig in den Arsch seiner zarten Hälfte. So vollzieht sich die Blutschande, indeß der frevlerische Vater auf tausend Wegen die schamlosen Genüsse des ruchlosen Sohnes steigert. »Wie wirst du dir jetzt deinen Lohn holen?« fragte Verneuil Viktor; »wird deine Erschöpfung das erlauben?« – »Erschöpft? ich?« fragt der Spitzbube, indem er bewies, daß der Anlauf, den er genommen hatte, seine Waffe nur geschärft habe, »sehen Sie mal zum Teufel diesen Penis; sollte er nicht imstande sein, das gleiche der Schwester anzutun, wie der Mutter? Ich will den Kot, den ich im Hintern meiner Mutter aufgefischt habe, in den Arsch der Tochter verpflanzen; nichts Köstlicheres gibt's als das.« Damit stürzte er auf Cécile los und wendet sich ihrem Hintern zu. Der Schelm will schon an die Arbeit gehen, als Verneuil die Gier seines Sohnes zügelte; er bat ihn, einen Moment zu warten, damit mehr Ordnung in seine Genüsse komme. Cécile kniet auf dem heiligen Sopha und weist voll und ganz den doppelten Pfad der Freuden. Verneuil bahnt sie, dann führt er seinen Sohn ein. Laurette wird rittlings auf Céciles Kreuz gesetzt und bietet ihren niedlichen Arsch den Küssen des Jünglings dar. Rechts und links locken verführerisch zum Streicheln die Hintern der Frau de Gernande und der Frau de Verneuil. Verneuil sodomisiert seinen Sohn und läßt sich von ihm desgleichen tun. Bressac, d'Esterval, Gernande und Dorothea, trunken von diesem Schauspiel, umringen jene; der erste sodomisiert einen Lustknaben, der zweite wird von Marceline gerieben, deren Hinterbacken er kneift, der dritte läßt sich von Lili lecken, die vierte von Constant ficken. Nach kurzer Zeit erreichen alle ihr Ziel; Fluten von unreinen, sodomistischen, blutschänderischen Samen ergießen sich vor den Augen des Ewigen, den man deshalb aufgestellt hat, um ihn zu beschimpfen; infolge der Erschöpfung sehen sich die Wüstlinge genötigt, sich zu kräftigen.

Man nähert sich dem Buffet. Die Pasteten, Schinken, Geflügel und Rebhühner werden zerschnitten, die Flaschen entkorkt, alles wird aufgezehrt; aber bald darauf ruft die anspruchsvolle Göttin von Cythera alle ihre Anhänger zu ihren verlassenen Altären zurück.

»Meine Freunde,« sagte Verneuil, seinen Platz wieder einnehmend, »wir haben soeben das Los wegen unserer Genüsse zu Rate gezogen; ich bin der Meinung, wir sollen jetzt das höchste Wesen über den gleichen Gegenstand befragen. Hier steht er, der die Zukunft kennt; ich befehle also einem jeden, das Glied in der Hand haltend sich vor ihm aufzupflanzen und ihn vermittelst der Formel, die am Fuße seines Trones geschrieben steht, zu befragen. Das höchste Wesen, dessen Stellvertreter ich hier bin und dessen Befehle ich heute morgens erhielt, wird Ihnen durch ein Billet antworten, dessen Inhalt Sie ausführen werden. Sie erinnern sich wohl, daß der Stil der Bestimmungen Gottes stets ein wenig unklar ist; Sie müssen also nachhelfen, die Absicht erraten und demgemäß handeln. Die Art, wie Sie sich eben aufgeführt haben, Viktor, beweist mehr denn je, daß Ihr Platz unter uns ist; Sie werden daher nicht mehr Opfer sein, außer wenn es Ihnen Vergnügen bereitet. Beginnen Sie, Gernande, befragen Sie Gott.« Gernande liest in der vorgeschriebenen Haltung folgende Worte mit lauter Stimme herunter:

»Verächtliches Abbild des lächerlichsten Phantoms, dem nur im Bordell eine Stätte gebührt, der du nur dazu gut bist, die Freuden des Arsches zu regeln, was muß ich tun, damit ich wieder in Erektion gerate? Lasse es mich wissen; ich werde deine Vorschriften ausführen; doch erkläre ich feierlich, daß ich nur darin dir gehorchen will; zu fest begründet sind meine Verachtung und mein Haß, zu gewiß sind sie, als daß ich mich dir je in anderen Dingen unterwerfen könnte.«

Kaum hatte Gernande diese Worte gesprochen, als eine Rolle weißer Seide aus dem Munde des Ewigen zu seinen Füßen geschleudert wurde. Er rollt sie auf und liest folgendes: »Nimm deine Schwägerin und deine Schwester Marceline; gehe mit ihnen in ein Boudoir; dort wirst du das Blut mischen und das Sekret trinken.«

Gernande schließt sich sogleich ein. Alle andern taten desgleichen, nachdem ihnen ihre Befehle zugekommen waren.

Bressac kommt als zweiter dran; er liest die gleiche Formel herunter, worauf die Rolle herabfällt. Darauf stand: »Nimm zwei Lustknaben und kennzeichne sie.«

Es folgt Dorothea; die Rolle besagt: »Die Gernande und Constant sollen dir folgen; werde zugleich der Henker der einen, die Hure des andern.«

D'Esterval liest: »Nimm Cécile und Lili; schone die letztere, überhäufe dafür die erstere.«

Verneuil: »Justine und John gehören dir; setze dein Geheimnis mit der ersteren aufs Spiel, damit der zweite dich rächt, wenn man dich zurückweist.«

Viktor beschließt: »Nimm zwei Lustknaben und zeige dich würdig deines Vaters.«

Die Unmöglichkeit, jedem der Handelnden in sein Kabinet zu folgen, wird uns bei unseren Lesern entschuldigen, wenn wir uns nur auf die Vorgänge beschränken, an denen unsere Heldin beteiligt war.

»Justine,« sagte Verneuil, nachdem er sich mit ihr eingeschlossen hatte, »lassen wir einen Moment diesen Knaben in die Garderobe treten und höre mir aufmerksam zu. Die Stimme Gottes, des Herrn der Welt, hat mir zugerufen, ich könne dich in mein Geheimnis einweihen; ich will es tun; treibe damit keinen Mißbrauch, trachte, daß ich mein Vertrauen nicht bereuen muß.

Ich kann dir, meine Liebe, nicht verbergen, daß du etwas an dir hast, das mir außerordentlich gefällt. Mein Bruder findet bei dir Geist, aber zu viel Prüderie; lasse ab von ihr, da sie deinen Reizen Abbruch tut. Verzichte auf deine dumme Religion und Tugend, durcheile mit mir den dornigsten Pfad des Verbrechens. Gib deine Zustimmung, auf mein Gut zu kommen, dann ist dein Glück gemacht; aber wenn du es annimmst, bedarf es unendlichen Mutes, Hingabe, gänzlicher Resignation ...« – »Ach, Herr, um was handelt es sich denn?« – »Um ein Greuel. Zunächst, mein Kind, sei überzeugt, daß es keinen größeren Frevler auf Erden gibt als mich; keiner treibt es im Verbrechen und der Grausamkeit weiter als ich. Um meine perversen Gelüste ohne soviel Risiko wie die gewöhnlichen Uebeltäter zu befriedigen und um meine Opfer durch eine ungeheuerliche Ruchlosigkeit, die alle meine Sinne unsagbar erregt, zu vermehren, bediene ich mich eines Pulvers, das demjenigen sofort den Tod verursacht, der es einatmet oder verschluckt. Dieses Pulver rührt von der Addadwurzel her, die in Afrika28 wächst, aber auch bei uns gezüchtet werden kann. Das daraus gewonnene Gift ist so heftig, daß eine sehr kleine Dosis schon sehr rasch den schmerzhaftesten Tod herbeiführt. Du kannst dir, meine Liebe, gar nicht vorstellen, welche unglaubliche Zahl von Opfern auf diese tückische Weise zugrunde gegangen ist. Aber da der, welcher dem Verbrechen huldigt, nach immer höheren Zielen strebt, beschäftige ich mich, wenig befriedigt von der Zahl der Individuen, die mir zum Opfer fallen, mit einem Mittel, das mein Feld erweitern soll. Doch um dabei Erfolg zu haben, bedarf ich einer Hilfe. Ich habe meine Blicke auf dich gerichtet; mit diesem Höllenpulver (dessen Namen habe ich ihm gegeben) müßtest du die Städte durcheilen und dieses Gift verteilen; ich würde das beispiellose Glück genießen, deine Frevel den meinen beizugesellen und sie als die meinigen zu betrachten, da sie ja mein Werk sind.« – »Wie! mein Herr, solche Greueltaten? ...« – »Bewirken meine süßesten Freuden. Wenn ich mich dieser Handlungsweise hingebe, werden zunächst meine Geister unglaublich angeregt, was daraus ersichtlich ist, daß sogleich mein Sperma abgeht, ohne daß ich sonstiger Hilfe bedarf.« – »Ach, Herr, wie beklage ich Ihre Umgebung!« – »Nein, meine Frau, meine Kinder, meine Dienerschaft laufen keine Gefahr, sie bieten mir andere Freuden, die ich ohne sie entbehren müßte. Aber im übrigen ... ehrgeiziger als Alexander, möchte ich die ganze Welt verwüsten und sie mit den von mir Ermordeten bedecken.« – »Sie sind ein Scheusal; Ihre Entartung wird sich durch diesen neuen Anreiz nur noch verdoppeln und die geheiligten Wesen, die Sie heute noch schonen wollen, werden bald auch geopfert werden.« – »Du glaubst, Justine?« fragte Verneuil, ihren Hintern tätschelnd und seinen durch ihre Prognose höchst erregten Penis in ihre Hand drückend. – »Ich bin davon überzeugt.« – »Und wenn dem so wäre, mein Engel, würde ich damit ein so großes Verbrechen begehen?« – »Ein schreckliches, ein entsetzliches; und werde ich nicht sobald auch Ihnen zum Opfer fallen?« – »Niemals, du wärest mir zu kostbar, zu nötig dazu.« – »Ach, ich würde nur umso früher geopfert werden, wenn ich Ihr Anerbieten annähme. Das Klügste, was ein Frevler tut, ist, seine Komplizen unschädlich zu machen; von allen seinen Freveln ist zweifellos dieser der annehmbarste.« – »Ich will deinen Einwurf rasch abfertigen. Du wärest im Besitze meines Pulvers, hättest also die gleichen Rechte auf mein Leben, wie ich auf das deinige.« – »Ach, Verneuil, nur die Waffen, die sich in den Händen des Lasters finden, sind gefährlich; wenn die Tugend sie einen Augenblick besitzt, bedient sie sich ihrer nur dazu, um sie denjenigen zu rauben, die damit Mißbrauch treiben.« – »Also du glaubst, mein Kind, es wäre ein großes Uebel, sich auf diese Weise zu befriedigen?« – »Es wäre der abscheulichste aller Frevel, denn diese Art des Mordes ist die tückischeste und die gefährlichste, da man sich gegen sie nicht wehren kann.« – »Da du von meinem Bruder belehrt worden bist,« erwiderte Verneuil, »werde ich dir nicht wiederholen, was er und die anderen Philosophen, bei denen du dein Leben zugebracht hast, dir über die Nichtigkeit des angeblichen Verbrechens, nämlich des Mordes, gesagt haben; ich will mich nur darauf beschränken, dir verständlich zu machen, daß von allen Arten des Mordes die, welche nicht mit Blutvergießen verbunden ist, die sicherlich am wenigsten schreckliche ist. Tatsächlich mußt du mir zugeben, daß, wenn etwas bei der Verrichtung von seinesgleichen abstößt, die Gewaltsamkeit es ist, mit der man gegen ihn vorgeht, und das Blut, das man vergießt, kurz das Schauspiel seiner Wunden. Bei der Vergiftung geht alles glatt vor sich; keine Gewalttätigkeit; der Tod tritt vor Ihren Augen die verurteilte Person ganz leise an, fast ohne daß Sie es ahnen. O Justine! Das Gift ist ein köstliches Ding; wieviel Dienste hat es schon geleistet! wie viele Menschen schon bereichert! von wieviel unnützen Leuten die Welt gereinigt! wieviel Tyrannen hat es schon aus der Welt geschafft! Gesetzt den Fall, man möchte die Ketten des Despotismus, die Tyrannei eines Vaters, eines Gatten, eines ungerechten Herrn brechen, gelingt dies nicht am sichersten durch Gift? Wäre dieser kostbare Saft dem Menschen nicht nötig, hätte die Natur ihn uns geschenkt? Gibt es eine einzige Pflanze, die für uns unbrauchbar wäre, eine einzige, deren Gebrauch sie uns nicht unserem Wunsche gemäß gestattete? Verwenden wir sie also alle ohne Wahl für die Bedürfnisse, die dieselbe Natur uns einflößt; die einen mögen unsere Kräfte erhalten und vermehren, die anderen uns von den Säften befreien, deren Ueberfülle unserer Gesundheit abträglich ist, wieder andere mögen die Individuen beseitigen, die uns schaden oder zur Last fallen; all das ist in der richtigen Ordnung. Die Natur bietet und schreibt es zugleich uns vor; nur die Toren wollen es nicht verstehen und stoßen es zurück oder legen es falsch aus.«

»Aber, mein Herr,« sagte Justine, »nie sprach mir Ihr Bruder von dergleichen Greueln.« – »Er bat eben eine andere Art, Böses zu tun, und hält sich daran. Jeder verletzt die Gesetze, die Religion und die gesellschaftliche Sitte nach seinem Belieben; man soll jedem seinen Geschmack lassen.« – »Nun, Herr, ich beklage Sie wegen des Ihrigen und erkläre zugleich feierlich, daß ich ihn nie fördern werde.« – Das unglückliche Mädchen wußte nicht, wie sehr diese Weigerung den Erzlüstling reizte. Verneuil geht von der Geilheit rasch zur Wut über: »Wohlan,« sagte er, »da die Verführung nichts nützt, so soll mich wenigstens die Gewalt befriedigen; wende mir deinen Arsch zu, der mich reizt.« Das Scheusal packt, küßt und beißt ihn, und befiehlt Justinen zu scheißen ... Das zitternde Opfer gehorcht; sie glaubt dadurch, daß sie seine lüsternen Wünsche befriedigt, ihren Quälgeist zu befriedigen. Verneuil unterzieht den Kot einer genauen Betrachtung, atmet seinen Geruch ein und schlingt ihn hinab ... »Reizendes Mädchen,« sagt er, sich erhebend, »Sie haben mir einen köstlichen Genuß verschafft, dem wenige gleichkommen, ich muß gestehe, daß ich den Kot über die Maßen liebe. Aber ich glaube, in Ihrer Schuld zu sein, wenn ich mich nicht revanchiere; haben Sie also die Güte, meinen Platz einzunehmen, ich werde dafür an Ihre Stelle treten; was Sie mir gaben, Justine, Sie werden es zurückbekommen; Sie werden meinen Kot essen, wie ich den Ihren.« – »Großer Gott! es wird mir übel!« – »Teufel, das ist mir gleichgiltig; füge dich sofort, du Hure, oder ich lasse dich von dem Mann halten, der auf meine Befehle wartet; und wenn du Dirne mich dazu nötigst, so kannst du dich auf das äußerste gefaßt machen.« – »Tun Sie, was Sie wollen; es ist mir unmöglich, mich zu einer solchen Infamie herzugeben.«

John erscheint alsobald: er war mit zwei Pistolen bewaffnet, deren eine er Verneuil übergibt; beide setzen die Mündung der Waffe auf Justinens Schläfen. Die Unglückliche, ganz erschrocken, nimmt die anbefohlene Stellung ein. »Halte sie fest,« sagte Verneuil zum Diener, indem er sich rittlings auf den Busen unserer Heldin setzte, »öffne ihr den Mund mit dem Lauf deiner Pistole, wenn sie es nicht gutwillig tut; kein Mitleid mit einem ungehorsamen Mädchen.« Ach! alles geht nur zu sehr nach Wunsch des Ruchlosen. Er tastet mit dem Arsch, ob er genau über Justinens Gesicht sitzt; nachdem er das konstattiert hat, gibt er seine Geschützsalve ab und füllt den Mund des armen Mädchens mit dem ekelhaften Stoffe. »Das ist nicht genug,« sagte er, sich erhebend, um sein ruchloses Werk zu betrachten, »sie müssen es verschlingen.« Justine wird von neuem bedroht. Was bewirkt nicht die Angst? Die Unglückliche gehorcht; aber ihr Inneres dreht sich um, man sieht, daß sie das Hinabgewürgte mit Zinsen herausgeben wird. Ist's glaublich? Kann man sich eine hinreichend richtige Vorstellung von der zügellosen Leidenschaft dieses Schamlosen machen, um die Scheußlichkeiten zu verstehen, denen er sich hingibt? Verneuil ließ sich während der obigen Szene beständig von John reiben und rieb ihn gleicherweise; jetzt legt er seinen Mund an den Justinens, um im Augenblick, da er sie sich erbrechen sieht, das abscheuliche Zeug aus den Eingeweiden seines Opfers in die seinigen überzuführen. »Dessen bedurfte ich, um zum Resultate zu kommen,« sagte er zu John. »Vorwärts, Hure, deinen Hinteren! du weißt, ich habe diesen schönen Arsch noch nicht versucht; ich will ihn ficken.«

Von John unterstützt, gelingt ihm die Sache bei dem Zustand von Unwohlsein, in dem sich Justine befindet, leicht. So gewaltig Verneuils Glied auch ist, infolge der Heftigkeit, mit der er vorgeht, und Justinens Wehrlosigkeit verschwindet es bald. »Gut, ich habe sie,« sagte er; »bearbeite mich jetzt von hinten, lieber John, tue mir so, wie ich dieser Hure.« Es geht los; aber unsere unglückliche Heldin ist weit davon entfernt, vorauszusetzen, wohin die Grausamkeit des Scheusals steuert. Sie lag in ihrer ganzen Länge auf einem Kanapee. Verneuil setzt plötzlich eine Feder in Aktion; das Kanapee stürzt in die Tiefe, zwanzig Fuß hinab, und Justine fällt in ein großes Bassin mit Eiswasser, das für sie vorbereitet ist. In diesem Moment ejakuliert Verneuil; seine Hand bewirkt vollends den Erguß. »Teufel!« brüllt er, »sie entwischt mir.« Das Sperma, mit dem er sonst den Hintern des Opfers bespült hätte, fließt in dicken Strahlen auf das Wasser, mit dem die Unglückliche kämpft. »Lasse Sie herausfischen!« sagt Verneuil phlegmatisch zu John, der sich eben in seinen Hintern entladen hatte, »schnell, sonst könnte die Hure ertrinken, wir brauchen sie aber noch; sonst würde ich sie, meiner Treu, drin lassen.«

Nach dieser schönen Heldentat kehrt er in den Salon zurück. Gernande, Bressac, d'Esterval, Viktor und Dorothea traten daselbst fast gleichzeitig ein. Sie schilderten einander voll Interesse die Genüsse, die sie eben gekostet hatten. In jedem Kabinet waren ähnliche Schelmenstreiche ausgeführt worden; da alle Falltüren besaßen, hatten sich alle Frevler, die damit vertraut gemacht worden waren, ihrer bedient. Aber die Resultate waren verschiedener Art. Einer der Lustknaben Bressacs, den dieser bearbeitete, war in den Abort gefallen und man wußte nicht, wie ihn herausbefördern. Dorothea hatte die Gernande auf die Aeste von Brombeersträuchern fallen lassen. Die hübsche Cécile, die wegen ihrer Jugend mehr geschont wurde, war von d'Esterval auf Matratzen geworfen worden und kam mit der bloßen Angst davon. Viktor ließ einen der Lustknaben, die ihm anvertraut worden waren, in angezündeten Spiritus fallen, so daß der Unglückliche den Feuertod sterben zu müssen glaubte. Gernande, der die Verneuil von hinten gefickt hatte, ließ sie auf dreißig angezündete Kerzen fallen, die sie mit ihrem Leib verlöschte. Die Opfer erschienen gebadet und erfrischt bald wieder, worauf man einen allgemeinen Plan entwarf.

»Ich fühle mich besser im Zuge denn je,« sagte Verneuil, »je mehr ich auf der Bahn der Wollust fortschreite, desto größer wird meine Erregung. Der Samenverlust ermüdet nur die gewöhnlichen Menschen; mich reizt er und treibt mich zu neuen Akten der Wollust; je mehr ich ergieße, desto stärker wird meine Wollust. Leget Euch auf dieses große Kanapee, die Knie an den Rand gestemmt, und enthüllet mir Eure Hinterbacken. Mädchen, Knaben, Frauen, alle, alle müssen in Teufels Namen heran, ausgenommen diese beiden Kleinen (er wies auf Rose und Lili); ich behalte sie mir für eine andere Gelegenheit vor.« Es wird so arrangiert, daß die Geschlechter abwechseln. Als erster zeigt Bressac seinen Hintern dem Onkel. Dann kam Marceline; sowie sie sein Opfer in Empfang genommen hat, ergreift sie ein Rutenbündel und folgt ihrem Bruder, indem sie ihn peitscht. Der höllische Verneuil übergeht keinen; er sodomisiert die Männer und die Alten mit dem gleichen Eifer wie die Mädchen und die Knaben. Er gelangt endlich zu Gernande, ohne ergossen zu haben, und bearbeitet ihn. »Alter Schuft,« sagte er zu ihm, »wenn ich ergießen wollte, geschähe es sicher in deinen wüsten Arsch hinein; denn schon lange macht er mich erigieren; aber neue Genüsse locken mich, daher muß ich mich zurückhalten.«

Nun sagt er zu seinem Sohn: »Schau mal, Viktor, deine Mutter und deine Schwestern; willst du sie nicht ein wenig quälen? Tue doch nach meinem Beispiel und sodomisiere sie alle drei.« Das sittenlose Kind, von seinem Vater angeleitet, befolgt den Rat, indeß Verneuil ihn ebenfalls bearbeitet. Der Wüstling läßt sich Ruten reichen, stürzt auf die drei Opfer los und stäupt sie bis aufs Blut. Dann überreicht er die Ruten seinem Schüler und sagt ihm: »Peitsche deine Mutter, haue deine Schwestern; schone sie nicht, namentlich fürchte nicht, die Natur zu verletzen. Die Lasterhaftigkeit hat das Vergnügen jenseits der bekannten Schranken gesetzt; man kann es nur dann genießen, wenn man die Grenzen, die die Natur nach der Ansicht der Dummköpfe uns angeblich gesetzt hat, überschreitet. Kein Vergnügen ohne Frevel. Ah! wie haben sie für unsere Genüsse gesorgt, diese törichten Gesetzgeber, die sich anmaßten, den Menschen Gesetze vorzuschreiben; sich um sie nicht scheren und alle zu übertreten, darin liegt einzig die Kunst, zu genießen. Lerne diese Kunst kennen und durchbreche alle Schranken.« – »Papa,« sagt der kleine Schuft und drischt seine Mutter aus Leibeskräften, »du weißt, ich bitte dich schon lange um die Erlaubnis, Mamas Busen peitschen zu dürfen; gewähre mir diese Gunst und du sollst sehen, wie mein Glied steif wird.« Alle geraten in feurige Begeisterung; tausend Küsse drückt Bressac dem Knaben auf, der ihm so ähnelt; Gernande wünscht, daß seine Frau sich zu Frau de Verneuil geselle. »Als Tante,« sagt der Wüstling, »hat sie, wie mir scheint, Rechte auf die Wüstheit dieses teueren Neffen.« Die beiden Opfer müssen niederknien und den Rücken an den heiligen Divan lehnen; das barbarische Kind, von allen mit Vergnügen betrachtet, schlägt, ohne die verhängnisvollen Launen eines so gefährlichen Gelüstes zu erwägen, gleichgiltig auf beider Busen los. Dieses Schauspiel versetzt die Gesellschaft in Hitze. Bressac sodomisiert d'Esterval, dieser einen Lustknaben; Gernande saugt das Glied Johns und das Constants, während Marceline ihn peitscht; Dorothea ergreift Justine und bearbeitet deren Hintern mit ihrem Kitzler. Indessen fällt Frau de Verneuil, auf die der Frevler rasend losschlägt, in Ohnmacht; das Scheusal aber vergißt sich so weit, das heiligste Gesetz der Natur zu profanieren, und wagt es, den blutbedeckten Schoß, dem er das Leben verdankt, mit seinem Sperma zu besudeln.

Indessen war es bereits spät am Tage und die Kräfte begannen sich schon zu erschöpfen; man beschloß also, um sich wieder zu stärken, noch einige Pasteten zu verzehren und einige Flaschen Champagner zu trinken. Dann wollte man das Standbild Gottes befragen, um zu erfahren, auf welche Weise man die für die Beendigung nötige Kraft wieder erlangen könne.

Nachdem die Bäuche gefüllt und die Köpfe in Hitze geraten waren, ließ Verneuil seinen Hintern dreimal vom Ewigen küßen und fragte ihn dann, wodurch er glaube, daß man wieder neue Kräfte schöpfen könne. – »Durch besondere Martern,« erwidert das göttliche Standbild. »Jeder möge sich in sein Kabinet zurückziehen und sich der Instrumente bedienen, die er daselbst vorfindet. Sie, Gernande, bemächtigen sich der Frau de Verneuil, Sie, Verneuil, Ihrer Tochter Cécile, d'Esterval soll Frau de Gernande, Dorothea, Laurette und Marceline mit sich nehmen; Viktor soll sich, von Constant unterstützt, mit Justine einschließen.«

Da wir bloß unsere Heldin beobachten wollen, so ist es uns unbekannt, zu welchen Martern die übrigen verdammt wurden. Unsere unglückliche Justine fand in dem ihr bestimmten Kabinet ein Marterinstrument vor, wie es bei den italienischen Henkern gebräuchlich ist. Bloß mit dem Steiß befestigt, schwebte ihr übriger Leib ganz frei und lastete mit seinem ganzen Gewicht auf jenem kitzlichen, schwachen Körperteil; die Folge war ein so starker Schmerz, daß ein höchst merkwürdiges sardonisches Lachen auf ihrem Gesichte erschien. Das Vergnügen, das Viktor dabei empfand, war unbeschreiblich. Der kleine Frevler beließ sie fast eine halbe Stunde in dieser Lage, während er sich von Constant reiben ließ; dann lief er seinen Vater zu holen: »Ich weiß nicht,« sagte er zu ihm, »zu welcher Marter du deine Tochter Cécile verdammst; aber ich schwöre dir, daß es keine köstlichere geben kann als die, welche ich an Justine anwendete; ich bitte dich inständigst, wende sie auch bei meiner Schwester an.« Verneuil, dem nichts genügte und der nicht genug Genuß fand an den schrecklichen Schmerzen, die er Cécile durch eine entsetzliche Folterbank, auf die er sie gesetzt hatte, verursachte, bindet sie los und führt sie zur italienischen Schraubenmaschine. »Wir müssen sie hier ficken,« sagte Verneuil zu seinem Sohne. Alle beide begehen diesen Frevel, der eine fickt in die Scham seiner Tochter, der andere in Justinens Arsch, und beide entladen sich zu gleicher Zeit, während sie die schon von dem Marterinstrument gebrochenen Opfer fortquälen.

Jetzt nahte der große Augenblick. Bis dahin hatten die beiden Kinder Verneuils und seiner Tochter Laurette sozusagen in Untätigkeit verharrt. Das große Ereignis des Tages sollte nun das Pflücken der Erstlinge der beiden schönen. Kinder sein. Alles erhöhte die Freude Verneuils an diesem köstlichen Vorgange; die Kleinen waren noch ganz jung, worauf das Hauptgwicht lag, sie waren zugleich seine Kinder und Enkelkinder. Welch köstlicher Genuß für einen Mann, dessen Hauptvergnügen die Blutschande war! Sie werden also nacheinander ihm vorgeführt; die Mutter, Laurette und Frau de Verneuil mußten die Opfer festhalten. Viktor wurde beauftragt, die Wege zu befeuchten und das Glied des Vaters in die Wollustpfade seines Bruders und seiner Schwester einzuführen.

Während dieser Vorbereitungen vergnügt sich Verneuil mit passiver Sodomie. John und Constant bearbeiten ihn nacheinander; Justine muß ihm indeß den Mund saugen und das Glied reiben. In wenigen Minuten belebt unsere Heldin den schlaffen Penis von neuem; die beiden kräftigsten Ohrfeigen, die sie je erhalten hat, werden der Preis ihrer Bemühungen. In höchster Erregung stürzt sich das Ungetüm auf das kleine siebenjährige Mädchen. Zunächst hat er es auf den Arsch abgesehen. Viktor führt mit unglaublicher Geschicklichkeit das erschreckende Glied seines Vaters in das kleine Loch ein; aber trotz aller Bemühungen, die sich beide geben, will die Sache nicht gelingen. Das festgehaltene Opfer kann indeß keinen Widerstand leisten, so daß seine Besiegung unvermeidlich wird; infolge von Pomade gelingt es dem Ungeheuer, einzudringen. Marceline ersetzt bald Laurette im Halten des Kindes. Um für den Vater den Genuß seiner Tochter noch köstlicher zu gestalten, läßt sie ihn die wundervollen Hinterbacken eines Kindes küßen, das ihm noch um einen Grad näher steht als das sodomisierte. Viktor, der jetzt nicht mehr benötigt wird, bearbeitet seinen Vater von hinten und stelt auf diese Weise Verneuil zwischen die beiden Ergebnisse seines Hodens. Aber die Grausamkeit dieses blutschänderischen Menschen, die keinen Moment ohne Nahrung sein kann, verlangt, daß Gernande vor ihm Marceline, das heißt die Großmutter derer, die er sodomisiert, stäupe; Gernande, dessen blutige Gelüste wir kennen, wünscht, um das Blut früher fließen zu sehen, den dicken Arsch dieser Frau nur mit einer Klopfpeitsche mit Eisenstacheln zu dreschen. »Es wäre mir angenehm,« sagt Verneuil, beständig fickend, »wenn d'Esterval, um mich vollends zu erregen, den Hintern meiner Frau in der Stellung, in der sie sich jetzt befindet, gewaltig peitschte.« – »Könnte ich,« fragt Bressac, »nicht den gleichen Dienst Lauretten erweisen? Da sie eine ähnliche Haltung ein nimmt, könnte ich sie ebenso packen.« – »Gewiß!« erwidert Verneuil, »aber Dorothea soll Viktor mit ihrem köstlichen Kitzler bearbeiten.« – »Gut,« sagt John, »ich will Dorothea sodomisieren.« – »Angesichts Ihrer aller will ich, wenn's erlaubt ist, Justine von hinten bearbeiten,« erklärt Constant. – »Unter der Bedingung,« entgegnet Verneuil, »daß du dich mit Lustknaben umgibst, die mir ihre Hinterbacken zum Küßen darbieten.« – »Nichts leichter als das,« sagte eine der Alten, indem sie alles anordnet; »wir aber,« erklärte sie, auf ihre drei Gefährtinnen weisend, »wir wollen umherlaufen und Sie mit Rutenhieben noch mehr anregen.« – »Nein, nein,« sagte Verneuil, »ich ziehe es vor, daß sie über mir stehend sich hoch schürzen; ich will, daß die Falten ihrer alten Aersche mit den Schönheiten, die ich vor mir habe, den für die richtige Wollust angenehmsten Kontrast bilden. Ihr werdet scheißen, Ihr Huren, versteht Ihr? Ihr müßt laute und leise Farze fahren lassen, während mein Sperma fließt.« Nach diesen Verfügungen pflückt das Scheusal, das wunderbar erigiert, beide Blumen nacheinander. Das grause Projekt des Ungeheuers geht bald in Erfüllung; die arme kleine Rose verbirgt ihre Schande weinend am Busen ihrer Mutter.

Lili tritt an ihre Stelle. Alle Stellungen werden geändert; aber die gleiche Geilheit kennzeichnet sie, die gleichen Ruchlosigkeiten finden dabei ihre Befriedigung. Die Krisis nähert sich ihrem Ende; unglaubliche Gotteslästerungen zeigen sie an. Verneuil entladet wie ein Stier und wünscht, nachdem er sein Glied aus dem Hintern seines Enkels herausgezogen hat, Justine möge es vom Kote reinlecken. »Tritt an meine Stelle,« sagte er zu Viktor, »ficke meine beiden Kinder, mein Sohn; ich fühle noch die Kraft in mir, dich während dieser Zeit von hinten zu bearbeiten, vorausgesetzt, daß meine Frau mein Arschloch leckt, während ich das gleiche mit meiner Schwester tue.« Neue Gruppen bilden sich behufs dieser Ausschweifungen; nach einigen Minuten der Ruhe und Erholung schreitet man zum letzten Akte dieser köstlichen Orgien.

Gerechter Himmel! Mit was für Greueln werden sie endigen! Ein großer Fauteuil mit fünf Plätzen ist derart aufgerichtet, daß die, welche auf ihm sitzen, sich den Rücken zukehren; er steht in der Mitte des Salons. Bressac, Gernande, Verneuil, d'Esterval und Dorothea setzen sich darauf. Jeder nimmt einen Lustknaben zwischen seine Beine. John, Constant und Viktor laufen rings umher. Ein Kreis umgibt diesen großen Fauteuil, der nur eine Fußbreite von jenem entfernt ist; er wird gebildet von der Verneuil, der Gernande, Justine, Laurette, Marceline, Cécile, Lili, Rose und den vier Alten, die man sich entkleiden hatte lassen; alle diese Unglücksmenschen halten sich bei der Hand. In dieser Stellung sollen alle an beiden Armen auf Wunsch Gernandes zur Ader gelassen werden; das soll vierundzwanzig Springbrunnen ergeben, deren Fluten auf die im Fauteuil sitzenden Frevler sich ergießen werden. Die beiden traurigen Gattinnen wollen gegen diese grausame Ausschweifung Einwendungen erheben; sie werden ausgelacht und man geht ans Werk. Verneuil will den Genuß noch erhöhen. »Ich wünsche«, sagt er, »daß mein Sohn Viktor eigenhändig seine Mutter und seine Schwestern zur Ader läßt.« – »Er hat nie eine Lanzette in der Hand gehabt,« lamentiert Frau de Verneuil. – »Desto besser,« antwortet Gernande boshaft, »gerade das ist uns recht. Der junge Viktor, voll Eifers, auch bei diesem Frevel mitzutun, versichert, daß er es ebenso gut machen werde wie sein Onkel. Die Operation beginnt; Herr de Gernande erhebt sich und trifft die Anordnungen. Viktor arbeitet vor den Augen seines Lehrers, der boshaft sein Glied reibt, damit er infolge seiner wollüstigen Erregung ins Zittern gerate und eine Wunde setze. Gernande vollendet die Operation; die Blutstrahlen quellen fast gleichzeitig aus allen Armen hervor. Der Chirurg nimmt wieder seinen Platz ein; die fünf Lüstlinge ergötzen sich blutbespritzt an dem Schauspiel, indeß sie sich von ihren Lustknaben lecken lassen; Viktor läuft, Ruten in der Hand haltend, rings umher und verhindert durch seine Hiebe, daß die Opfer ihr Bewußtsein verlieren.«

Nichts gleicht der Frechheit, mit der dieser vom Teufel Besessene auf alle Aersche losschlägt; Bruder, Mutter, Schwester, keiner wird von seinem kräftigen Arme verschont. Indessen sind die im Innern des Kreises sitzenden Wüstlinge sowie die Lustknaben, mit denen sie sich vergnügen, ganz von Blut bedeckt; desgleichen John und Constant, deren Glied sie reiben; es war noch nie in solcher Fülle geflossen. In diesem Moment wankt Cécile und fällt trotz aller Bemühungen derjenigen, die neben ihr stehen, sie zu halten. – »Ah!« sagte Verneuil, dessen Glied sich durch diesen Anblick gewaltig steifte, »Sapperlot! ich wette, daß meine Tochter verloren ist; das kleine Närrchen wird sie unrichtig geöffnet haben: so ist er ein Schwestermörder geworden; ein ganz hübsches Probestück.« – »Das ist ziemlich gewiß,« meinte Gernande. – »Ah! Sacrament!« sagte der Jüngling, indem er das Gesicht seiner sterbender Schwester mit seinem Sperma begoß, »Herrgott, nie habe ich solchen Genuß verspürt.« Jetzt wurden alle Arme eilig verbunden. Frau de Verneuil wirft sich vernichtet über den Körper ihrer Tochter und bedeckt ihn mit Tränen und Küßen. Man machte einige Belebungsversuche, doch bewiesen sie sich als vollständig unnütz, daher man sie auch bald aufgab. Verneuil, der über diesen Verlust ganz getröstet war, da niemand weniger als er sich um einen Gegenstand kümmerte, namentlich, wenn er davon schon übersättigt war, fragte seinen Sohn, ob er es absichtlich getan habe. – »O nein,« sagte der Erzschuft, »seien Sie, lieber Vater, überzeugt, hätte ich ein Opfer aussuchen können, so wäre es Ihre Frau Gattin gewesen ...« Alle brechen in ein Gelächter aus. So erzog man diesen jungen Missetäter; so machte man ihn unmerklich mit den scheußlichsten Freveln vertraut. – »Sacrament,« sagt d'Esterval, »ich bin trostlos, daß dieses hübsche Mädchen so früh hin wird; ich hatte die Absicht, sie von hinten zu ficken.« – »Ist denn keine Zeit mehr dazu?« fragt Bressac. – »Himmel, du hast recht,« sagt der Wirt; »man soll sie mir halten.« – »Lieber Freund,« sagte Verneuil, »ich werde Ihnen diesen Dienst erweisen, zum Dank für alle die, welche Ihre liebenswürdige Frau mir erwiesen hat.«

Zugleich ergreift er seine sterbende Tochter und hält sie d'Esterval hin, der sie sogleich sodomisiert. Ein jeder der Missetäter will sich nun auf Grund seines Geschmackes ähnliche Grausamkeiten erlauben; man kann sich gar nicht vorstellen, welche Scheußlichkeiten diese Ungeheuer bis zum letzten Moment an dem unglücklichen Mädchen vollführten. Das grausamste Volk, die wildesten Menschenfresser hätten nicht solche Schandtaten, solche Grausamkeiten ersinnen können. Endlich gibt sie ihren Geist auf; die Erdhügel an der Terrasse, die wir früher erwähnt haben, verhüllten für immer das grausige Verbrechen, das mit solcher Frechheit, solcher Raserei war verübt worden.

Ach, welch eine Leidenschaft ist die Wollust! Wenn Sie die köstlichste ist von allen, die die Natur uns eingibt, so ist sie zugleich wohl auch die stärkste und geführlichste.

Von Mattigkeit erschöpft, begab man sich schließlich zu Bette. Aber Verneuil, der allsogleich aus einer neuen wollüstigen Vorstellung frische Kräfte schöpfte, wollte durchaus die Nacht bei seiner Tochter Laurette zubringen, die ihn von allen Anwesenden am meisten zu erregen vermochte. Jeder folgt seinem Beispiele; Justine genießt die Ehre, Dorotheas Bettgenossin sein zu dürfen, die nicht satt wird, ihre Gelüste an jener zu befriedigen.

Ende des 3. Bandes

 

Autor: Marquis de Sade

Lizenz: gemeinfrei

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