Die Sportreporterin (5.1) - Versöhnung und Versuchung

 

Was bisher geschah:

Möslingens Kickerinnen haben sich brasilianisch verstärkt und fordern den übermächtigen FC Bayern heraus. Mit einem sommerlichen Trainingslager an der Côte d’Azur soll der Grundstein für das Unternehmen „Meisterschaft“ gelegt werden. Auf diesem Wege wird das Team von der Reporterin Radka begleitet, die dem Charme des neuen Trainers verfällt. Aber auch andere Verbindungen führen zu zahlreichen Verwicklungen. Die Zeit des Abtastens ist vorbei und die Saison beginnt. 

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Episode 17/Teil 1 – Versöhnung

 

Radka war stinksauer auf Arvid. Statt sich mit ihr über den Sieg zu freuen, hatte er nur finster hinüber gesehen, als Rob sie an sich drückte und mit ihr den Sieg feierte. Auch während des anschließenden Essens war er ihr aus dem Weg gegangen. An die Siegprämie hatte sie da noch nicht einmal gedacht. Später erst wurde ihr klar, dass sie damit nicht nur ihren, sondern auch Arvids Arbeitsplatz erhalten hatte. Durch die Rettung von Hagens Firma wurde sie zugleich zur stillen Teilhaberin, zumindest solange, bis sie das Mini-Darlehen zurückerhalten würde. Das glückliche Gefühl, gewonnen zu haben, hätte sie gern mit ihrem Liebsten geteilt. Stattdessen amüsierte er sich mit Nadja, dieser Verliererschlampe.

Zurück im Trainingscamp, gingen sie sich gezielt aus dem Weg. Radka mochte Arvid nicht in die Augen schauen und blieb auf Abstand. Keiner von beiden versuchte auch nur, die frostige Stimmung aufzutauen. Beim Frühstück trafen sie nicht mehr aufeinander. Und das Training verlief weitgehend ohne Radkas Anwesenheit. Sie hatte allerdings eine bequeme Ausrede, war sie doch damit beschäftigt, den Transfer der Prämie und die äußeren Rahmenbedingungen mit Viola durchzusprechen.

Traurig stand Radka in ihrem Zimmer vor dem Spiegel und starrte auf das Metallband an ihrem Hals. Arvid hatte es ihr vor dem Aufbruch zum Rennen geschenkt und angelegt. Der dünne Edelstahlreifen war mit einem winzigen Schloss, das in den Reif integriert war, gesichert. Ohne seine Hilfe konnte sie es nicht abnehmen und wollte das eigentlich auch nicht. Es erinnerte sie schmerzlich an Arvid, den Verlust und die Eiszeit zwischen ihnen. Es war später Nachmittag, die Temperatur etwas gesunken. Radka genoss die letzten paar Tage in diesem wunderbaren Teil der Welt. Bald würden sie zurückkehren müssen und noch vor der Abfahrt wollte sie ein klärendes Gespräch. Zumindest sollte er ihr den Halsreif abnehmen. Das würden sie noch besprechen müssen. Eine Versöhnung schien ihr angesichts seiner Reaktion aussichtslos. Sie wandte sich ab und ging auf den Balkon. Tief atmete sie die warme, duftende Sommerluft ein. Mit so vielen Hoffnungen war sie hierher gefahren. Was für einen lustvollen Anfang hatte ihr der kleine und doch so willensstarke Trainer bereitet. Genüsslich schloss Radka die Augen. Die Arme weit ausgebreitet, stand sie an das Geländer gelehnt. Auch wenn das jetzt alles zu Ende schien, die Zeit mit Arvid hatte sich trotz allem gelohnt. Sie hatte in der kurzen Zeit mehr über sich selbst erfahren, als in den vielen Jahren zuvor. Er hatte ihr aufgezeigt, in welche Richtung sie weitergehen würde.

Arvid hing ganz ähnlichen Gedanken nach. Er kam allerdings zu wesentlich anderen Schlüssen. Es war doch ungemein hirnrissig, so fand er, sich von diesem Macho, Idioten und Schönling Rob dermaßen unterbuttern zu lassen. Sich wie eine gekränkte Mimose zurückzuziehen, das entsprach überhaupt nicht seiner Art. Was hatte dieses Weib bloß an sich, dass er so bescheuert reagierte? Er hatte doch sonst keine Probleme mit diesen Dingen, ging sie vielmehr direkt an und sorgte für Klarheit. In Gedanken ließ er die Ereignisse noch einmal vor seinem inneren Auge Revue passieren. Es war nichts gewesen, absolut nichts, was diese Entwicklung auch nur im Mindesten rechtfertigte. Diese blöde Bankertussi war ihm mehr als auf den Keks gegangen. Und er war sie nur unter größten Mühen losgeworden. Sie war ihm zu gierig, zu bestimmt, zu … was auch immer. Alles, vor das man ein „zu“ hängen konnte, war „zuviel“. Er lachte bei dem Gedanken in sich hinein. Ob es das war, was Radka von ihm weg trieb? Er konnte es sich nicht so recht erklären. Warum hatte sie sich so auffällig von ihm zurückgezogen? Oder fühlte sie sich zu diesem Schleimscheißer Rob hingezogen? Der war ihr schon einmal an die Wäsche gegangen und sie hatte mit keinem Wort verlauten lassen, was sie davon hielt. Aber sie schien von dem Vereinsmanager auch nicht sonderlich beeindruckt zu sein. Was, wenn doch mehr dahinter steckte? Dass sie mit ihnen beiden nur herumspielte, so abgebrüht konnte sie nicht sein. Oder etwa doch?

Arvid wurde es zu bunt. Er hatte keine Lust mehr, sich länger mit diesem Gedankenunsinn zu befassen. Wutentbrannt stürmte er in Radkas Zimmer. Die stand ihm gegenüber im strahlenden Sonnenschein auf dem Balkon und fuhr erschrocken zusammen.

„Was ist los, was willst du hier?“, fragte sie und sah ihm mit zusammengezogenen Augenbrauen entgegen. Die Arme um sich geschlungen, stand sie an das Geländer gelehnt und wartete auf seine Antwort.

„Ich habe die Nase voll von diesem Theater.“ Entschlossen und äußerlich kalt wie ein Eisblock, warf ihr Arvid diesen einen Satz an den Kopf. „Entweder du spuckst endlich aus, was dein Problem mit mir ist, oder ich gebe dir die Tracht Prügel deines Lebens. Die du im Übrigen auch verdient hast.“ Eigentlich sollte ein „ab hier trennen sich unsere Wege“ folgen. Aber der Anblick, den sie ihm bot, hatte sein auf Aussprache gepoltes Männerhirn im Sekundentakt in eine sexlüsterne Dampfsauna verwandelt.

Radka stand vor ihm, bekleidet mit nicht mehr als einem mickrigen Tanga. Bekleidet? Allein das Wort in diesem Zusammenhang war schon anstößig. Ohne, dass sie es bemerkte, pressten sich ihre Brüste neugierig über die verschränkten Arme. Die Nippel hart und steif. Eine leichte Gänsehaut hatte sie erfasst und ließ sie vor dem Hintergrund der sonnengefluteten Weinberge appetitlich wie ein Playboy-Girl aussehen. Arvid musste sich zurückhalten, nicht sofort auf sie loszustürmen.

„Du spinnst wohl“, grollte Radka mäßig empört, konnte ein anzügliches Grinsen aber nicht vermeiden, da ihr die lautmalerischen Gesichtszüge Arvids, die unaufhaltsam entgleisten, nicht entgingen. Sie spürte, wie ihr bei seinen Worten die Lust zwischen die Beine schoss und die Strippe dazwischen sich nahezu auflöste. „Du hast mich nicht beachtet. Du hast auf meine Freude so beschissen reagiert. Was hätte ich mit dir zu teilen gehabt, außer deiner miesen Laune?“ Anklagend sah sie ihn an. „Und dann machst du auch noch mit dieser blöden Nadja rum.“

Arvid zog zweifelnd eine Augenbraue nach oben. „Ich habe mit niemandem „rum gemacht“, schon gar nicht mit Nadja. Und vor dir muss ich mich nicht rechtfertigen. Soweit sind wir noch lange nicht.“ Eifersucht! Innerlich quietschte er geradezu vor Vergnügen. Das Ganze war lächerliche, unnötige Eifersucht. Oh, wie wunderbar. Er würde sie bestrafen müssen für diesen Vertrauensbruch. Langsam ging er auf Radka zu, die ihn unverändert anstarrte. Bewusst setzte er sein finsterstes Gesicht auf.

„Dafür wirst du büßen müssen.“ Radka sah ihn verständnislos an. „Dass du mir so etwas überhaupt zutraust.“ Mit diesen Worten hielt er sie am Hals gepackt, die andere Hand in ihren Haaren und zwang ihr einen lustvollen Kuss auf. Er spürte ihre innere Anspannung, die Starre, die sich fast augenblicklich löste und in einer offenen Erwiderung endete, die er so schnell nicht erwartet hatte. Aber bei Radka hatte schon längst die Lust die Oberhand gewonnen. Willenlos ließ sie sich von Arvid in die Knie zwingen. „Mach meine Hose auf“, befahl er rau. Sein Schwanz ploppte ihr hart entgegen. Wie so oft trug er keine Unterwäsche. Radka öffnete die Lippen und gab sich willig der Wiedergutmachung hin. ‚Trotzdem würden sie noch reden müssen’, schoss es ihr durch den Kopf.

So leicht wollte Arvid es ihr aber nicht machen. Ein paar Mal glitt er in sie hinein, bevor er sie an den Haaren zu sich hinaufzog, umdrehte und gegen das Geländer, eine Eisenkonstruktion, drückte. Mit einem Ruck zerriss er das Fetzchen zwischen ihren Beinen, in seinen Augen gab es kaum ein Bekleidungsstück mit weniger Existenzberechtigung und benutzte es, eine Hand an das Gitter zu fesseln. „Rühr’ dich nicht vom Fleck“, zischte er ihr ins Ohr, verschwand kurz im Zimmer und kam mit dem Gürtel des Bademantels zurück, den er für die andere Seite nutzte. Sie bot einen prachtvollen Anblick. Hilflos, mit ausgebreiteten Armen an das Geländer gefesselt, stach ihr süßer, kleiner Arsch hell leuchtend von der Umgebung ab. Arvid stellte sich neben sie. Mit einer Hand hielt er ihren Mund zu, mit der anderen verpasste er ihr einige Schläge auf die runden Pohälften, die sich nach dieser Behandlung sofort kräftig röteten.

Radkas Hintern stand in Flammen, aus sehr unterschiedlichen Gründen. Die Schläge hatten heftig wehgetan, aber die Lust, die ihr inzwischen an den Beinen herabtropfte, stand dem in nichts nach. Lustvoll unruhig bewegte sie sich vor dem Geländer und wartete auf Arvids weiteren Angriff. Der aber ließ sie schmoren, genoss den Anblick und beschäftigte sich damit, ihre Brüste ein wenig zu kneten.

In diesem Moment sah Rosa, die es sich auf der Brust des Vereinsmanagers bequem gemacht hatte, aus einem der etwas entfernter gelegenen Gebäude aus dem Fenster und entdeckte das Liebespaar. ‚Wie niedlich, die Zwei’, dachte sie und starrte gebannt nach gegenüber, ohne zu bemerken, dass sich ihre Knie durch die neugierige Gewichtsverschiebung immer bedrohlicher in Robs Oberarme bohrten. Der war, da von ihr umsichtig an einer deutlichen Aussprache gehindert, nur mehr zu gequältem Stöhnen fähig. Der Grund entging Rosa, das Geräusch vergnügte sie aber umso mehr. „Stör mich jetzt nicht, mein Süßer“, raunzte sie und verpasste ihm beiläufig ein paar gelangweilte Ohrfeigen. „Du“, hier griff sie beherzt hinter sich an seine Eier, „bist gleich wieder dran.“ Dann wandte sie sich erneut dem gegenüber stattfindenden Schauspiel zu.

Arvid hatte sich inzwischen seiner nun doch störenden Hose entledigt und war gerade damit beschäftigt, Radka von hinten zu nahe zu treten. Die wehrte sich und wollte nicht so recht. „Halt still“, zischte er sie an, „Strafe muss sein.“ Er wusste ganz genau, dass sie auf die Benutzung dieses Körperteils keinen so großen Wert legte. Um es ihr nicht zu schwer zu machen, spielte er an ihrer Klitoris herum und versenkte gleichzeitig zwei Finger in ihrem Schoss, was Radka auch sofort mit lustvollen Geräuschen quittierte. Dieses Weib machte ihn wirklich verrückt. Entgegen seiner ersten Planungen waren die Bewegungen ihres süßen Hinterns dann doch zuviel und er explodierte ungewollt in ihr. Erschöpft und glücklich umarmte er seine kleine Sportreporterin, küsste und biss sie sanft in den Hals, um sich kurz darauf zum Bett zu begeben, wo er entspannt pausierte und der immer noch hochgradig lüsternen Radka zusah, die sich am Geländer rieb ohne die ersehnte Erlösung zu finden. Sie drehte sich, soweit das möglich war, zu Arvid um und sah ihn verlangend an.

„Heh, mach was! Lass mich hier nicht so hängen! Ich halte das nicht aus“, beschwerte sie sich. Arvid grinste genüsslich. Ihm kam eine Idee, bei der auch er noch auf seine Kosten kommen würde. Er machte sich in dem Apartment auf die Suche und hatte bald gefunden, was er brauchte.

Einen langen Schal legte er vor Radka um das Geländer, zog die beiden Enden zwischen ihren Beinen hindurch. Diese verknotete er mit einem weiteren Schal, welchen er eng um ihren Hals legte und befestigte.

„So, bewege dich, meine Kleine. Du hast es jetzt selbst in der Hand“, stellte er trocken fest. Das hatte sie sich zwar etwas anders vorgestellt, aber die Lüsternheit ließ Radka keinen großen Spielraum. Sie begann, ihren Schoss rhythmisch gegen Arvids Konstruktion zu bewegen. Der lag inzwischen wieder auf dem Bett und sah ihr zu, während er lässig an sich herumspielte. Rosa hatte in einiger Entfernung auch eine gute Vorstellung von dem, was sich auf dem Balkon abspielte.

Arvid hielt es nicht länger auf seinem gemütlichen Platz. Die Darbietung hatte ihn schon wieder knüppelhart werden lassen. Er stellte sich zu Radka und half mit geschickten Händen nach, bis auch sie lustvoll aufstöhnend in seine Arme sank?

Oh nein, zu früh gefreut. Es klopfte aufgeregt an die Tür.

„Radka, Radka, weißt du, wo Arvid ist?“ Viola die Chefsekretärin stand aufgeregt hämmernd vor der Tür und versuchte, diese gerade in ihre Einzelteile zu zerlegen. „Hagen hatte soeben einen Rückfall, ich muss dringend mit dem Trainer und den Anderen reden. Rob ist auch nirgends zu finden.“

„Ich kümmere mich gleich darum“, erwiderte Radka, sich verschlafen stellend, durch die Tür. Dann trug Arvid sie zurück aufs Bett und die Beiden waren noch einige Zeit beschäftigt, bis sie sich um Violas Auftrag kümmerten.

 

Episode 17/Teil 2 – Führe uns nicht in Versuchung

 

Hagen Boss, der geplagte Manager, saß daheim in seinem geliebten Fernsehsessel, in welchem er kein einziges Fußballspiel, das über die Mattscheibe flimmerte, verpasste. Konnte er aufgrund seiner vielen Verpflichtungen nicht live zugegen sein, zeichnete er alles auf, was es nur gab. Er war ein Fußballverrückter, wie er im Buche stand. Nur langsam erholte er sich von seinem Zusammenbruch, der irgendwann kommen musste. Auf dem Schirm lief die Wiederholung des Champions-League-Finals der Männer, wo der FC Bayern München mal wieder der Ära eines Pep Guardiola nachtrauerte und in letzter Minute gegen den, eines Titels vermeintlich unwürdigen, Gegner von der britischen Insel unterlag. Aber welchem Trainer jammerte dieser Verein nicht nach? Es war doch immer dasselbe. Der neue Coach bekam reichlich Vorschusslorbeeren, wurde erst vom übermächtigen Management systematisch zerstückelt, holte dann trotz des internen Gegenwindes die Titel, um am Ende wegen dieser Ungeheuerlichkeit geschasst zu werden. Eine wahrhaft ehrenwerte Familie! Kein Mafiaclan der Welt konnte besser organisiert sein. Das kümmerte den Vereinspräsidenten des SV Möslingen wenig, während er friedlich vor sich hin döste.

 

Die anhaltende Hitzewelle hatte ihn in die Knie gezwungen, wie wenige Tage zuvor permanenter Stress, die schockierenden Eröffnungen seiner Töchter sowie die dauernde Sorge um Verein und Firma. Wider jede ärztliche Anordnung absoluter Ruhe freute er sich über die seltenen Besucher, wie jetzt über die überraschende Visite von Nadja Mezanine. Die Bankangestellte aus Monte Carlo und Neuverpflichtung letzter Minute des SV Möslingen war die Erste, die Hagen Boss die frohe Botschaft der vorläufigen Rettung seines Lebenswerkes überbrachte und damit Viola zuvorgekommen. Zwanglos plauderten sie über die Welt im Allgemeinen und Fußballgötter im Besonderen. Sie scherzten und flirteten miteinander, was ihn zunehmend aufmunterte und dem Präsidenten im vorübergehenden Ruhestand sichtlich gut tat. Für einen Außenstehenden hätte die Situation leicht verfänglich wirken können, wie Nadja in ihren verboten engen Jeans da so neben Hagen auf der Sessellehne ruhte und den Rekonvaleszenten geschickt umgarnte.

 

Erst schmierte sie Hagen gehörig Honig um die Backe, dann wässerte sie ihm ordentlich den Mund. Es war ein einziges süßes Gesäusel mit der Wirkung des Gesangs der Sirenen. Als sie ihn richtig eingestimmt wähnte, ließ sie, dabei ihn wie einen Kater hinterm Ohr kraulend, die Katze aus dem Sack. Genauestens darauf achtend, dass das gute Tier den Weg des Managers von links nach rechts querte. ‚Aberglauben wirkt manchmal Wunder’, dachte sie und offerierte ihm die Idee von einem Stadionneubau für den angehenden weltbesten Verein. Ein neuer perfider Plan, den sie zusammen mit Graf Kobra geschmiedet hatte, um doch noch ans Ziel zu gelangen. Nadja vernebelte ihm förmlich die Sinne, legte ihm die verlockenden Vorteile nahe. „Mehr Zuschauer, mehr Einnahmen – mehr Geld, bessere Spielerinnen – mehr sportliches Niveau, mehr Zuschauer“, redete sie ihm unablässig ein, die Idee als Erfindung des monetären Perpetuum Mobile, eine Gelddruckmaschine schlechthin.

 

Hagen konnte förmlich die Kasse klingeln hören – nicht nur die vom Verein, sondern auch seine eigene. Gerade erst der Katastrophe entronnen, wähnte er sich schon wieder an der Pforte zum Olymp. Die falsche Schlange war voll in ihrem Element, sie arbeitete kräftig und zielstrebig am neuzeitlichen Sündenfall zu Möslingen. Nadja gab ihr Bestes, um den Zausel von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Sie streichelte zärtlich Wange und Schläfe, strich sein graumeliertes Haar gefühlvoll nach hinten, pustete ihm erregend ins Ohr und tanzte mit den Fingern auf seinem Oberschenkel einen heißen Tango.

 

Obwohl er wusste, dass sie vergeben war, rechnete sich Calmund der Zweite, wie er in Kollegenkreisen hinter vorgehaltener Hand genannt wurde, insgeheim Chancen aus, bei ihr zu landen. Welch armer Tropf, war er doch nur ein willfähriges Opfer in den Klauen eines Teufels … nur allzu leicht tappte er nichts ahnend in die neuerliche Falle, gab dem Projekt seinen Segen und hätte der Circe beinahe auch gleich noch die Projektleitung übertragen. „Nun wollen wir aber auch darauf anstoßen“, meinte Hagen nicht ohne Hintergedanken, hatte er doch nicht nur Sektgläser im Sinn, sondern noch ganz andere spätrömisch dekadente Gelüste. Der arme Kranke hatte im wahrsten Sinne des Wortes einen tropfenden Zahn, der Geifer lief aus seinen Mundwinkeln und die pure Lust strömte aus allen verfügbaren Poren. Eine brünstige Moschusbüffelherde hätte nicht wilder und angriffslustiger sein können als er.

 

Nadja genoss den Augenblick ihrer absoluten Macht über den Vereinspräsidenten, ließ die Finger nacheinander über Stirn, Nasenrücken, Mund, Kinn und Kehle wandern, um sie letztlich bohrend auf Hagens Brust zu drücken, so dass er die langen festen Krallen in seiner Haut spürte. Er empfand nichts als Schmerz, aber unendlich geilen Schmerz, der sich unsagbar hart und fest in seiner Hose abzeichnete.

 

Er wagte kaum zu atmen, als Nadja ihre Hand im Schneckentempo über die Beule führte. Schweißperlen bildeten sich auf seiner glatten Stirn, das Deo kämpfte zunehmend einen aussichtslosen Kampf gegen das Animalische. Sie drückte und rieb ihm das gute Stück, das es nur so schmerzte und er vor Geilheit zu platzen drohte. Er konnte sein vermeintliches Glück kaum fassen, als sie ihm die Hose öffnete und sein offensichtlicher Drang für einen Moment frische Luft schnappen konnte, Nadja von der Lehne rutschte und ihn in ein neues enges Gefängnis entführte

 

Es brauchte nicht mehr viel Überredungskunst, bis Hagen die Zustimmung zum Stadionneubau auch in diesem Punkt erteilte. Lange, zu lange hatte niemand mehr außer seiner selbst Hand angelegt. ‚Wer lässt sich schon freiwillig mit so einem Fettsack ein?’, dachte er noch, bevor er jeglichen weiteren klaren Gedanken fahren ließ. Nadja arbeitete sich kunstvoll an ihm ab, es war ihr trotz der Umstände ein Vergnügen. Kleine Bisse wie Nadelstiche wechselten lustvoll mit dem Auf und Ab entlang des Schaftes. Die lüsterne Knabberei ersetzte sie zwischendurch mit dem Spiel ihrer Zunge, die den Stiel leckte und schleckte, sowie damit die Spitze des Obelisken kitzelte und neckte. Das Glied pulsierte heftig in ihrer festen Hand, die es knetete, während sie mit der anderen an seinen Bällchen spielte. Dann verschlang sie zuerst gierig seine Glocken, um kurz darauf das eigentliche Ziel der Begierde höchst selbst in sich aufzunehmen.

 

Wenn es nicht schon längst so war, wurde ihm ganz anders zumute. Die Dinge hatten einen Verlauf genommen, den er sich noch vor kurzem nicht zu träumen gewagt hätte. Beschäftigte ihn seit letzter Zeit vor allem seine Sekretärin, die er begonnen hatte, mit ganz anderen Augen zu betrachten, drängte jetzt auch Nadja in seine Gedankenwelt. Sie kam, sah und siegte – wie die alten Römer zu sagen pflegten. Anders ließ sich nicht erklären, dass es aus ihm heraus und in sie hinein schoss.

 

Ein letzter Biss ins sich entladende Glied und Nadja verabschiedete sich mit den Worten: „Ciao, mein lieber Boss. Werde dann mal alles in die Wege leiten, bevor du es dir noch anders überlegst“, und einem breiten Grinsen. Quietsch vergnügt und köstlich amüsiert über den soeben errungenen Doppelsieg verließ sie Hagen, um keine weitere Zeit mehr zu verlieren, ihm mit dem Stadionprojekt endlich den Todesstoß zu versetzen. Sie konnte es kaum erwarten, hatte es eilig, sehr eilig. Einerseits wollte sie dem Grafen so schnell wie möglich, die frohe Kunde überbringen – andererseits hatte sie längst eigene Pläne in dieser Sache, worin ein Rezzo Badalucco keine Rolle spielte. Sie arbeitete daran, den Spieß umzudrehen, und Graf Kobra für ihre Zwecke zu benutzen.

 

‚Kobra, übernehmen Sie’, murmelte sie in verschwörerischem Ton vor sich hin und lief der Chefsekretärin fast in die Arme. Wenn eine Bankerin so fröhlich von einer Privataudienz mit ihrem Boss daherkam, konnte das nichts Gutes bedeuten. Argwöhnisch betrachtete Viola die Davoneilende. Ihre natürliche Vorsicht gegenüber allem Weiblichen, was sich Hagen näherte, produzierte böse Vorahnungen. ‚Was wollte dieses Weib von Hagen?’, durchfuhr es sie. Doch die aktuellen Sorgen und Ereignisse wischten diesen Gedanken sofort beiseite. Aufgeregt Sturm läutend, wartete sie auf das Öffnen der Tür. „Na endlich, das hat ja eine halbe Ewigkeit gedauert“, tadelte sie ihr Dickerchen, wie sie den Chef respektvoll despektierlich insgeheim bei sich nannte.

 

Verlegen senkte Hagen den Kopf, den Blick auf die Ursache der Verzögerung richtend. Er nestelte noch einmal prüfend am Hosenschlitz herum und zog den Bund über den Bauchansatz, oder versuchte es zumindest vergeblich. „Komm rein, ich muss mit dir reden.“ Dann trat er beiseite und gab den Weg frei. Viola ließ sich nicht ein zweites Mal bitten, stürmte an ihm und seinem Bäuchlein vorbei direkt in die Stube. Da stand sie nun und wartete. „Was ist? Der Arzt hat dir zwar Schonung verordnet, aber in deinem Zustand wäre Bewegung nicht das Schlechteste. Nun mach schon.“ Sie wippte ungeduldig mit der Fußspitze. „Immer mit der Ruhe, der Doc hat gesagt: „Nur keinen Stress!““

 

„Also, im Moment kannst du dich über mangelnde Ruhe nicht beklagen. Während du dir die Sonne auf den Bauch scheinen lässt … apropos Bauch, darüber müssen wir auch noch reden … sind wir alle vollauf damit beschäftigt, deine Firma und damit den Verein zu retten. Vergiss das mal nicht, mein Süßer!“, nahm Viola dem Chef den Wind endgültig aus den Segeln. „Hinsetzen und Zuhören!“, gab sie klare Anweisungen, die ein Nichtbefolgen von vornherein ausschlossen. Hagen kam ein solches auch nicht in den Sinn und gehorchte aufs Wort. Zu sehr stand er noch unter dem Eindruck des soeben Erlebten.

 

„Erst einmal zu deiner Information, der ach so ehrenwerte und sympathische Graf Badalucco ist der Missetäter.“ Dem Vereinspräsidenten entgleisten sämtliche Gesichtszüge, das ansatzweise Doppelkinn wurde zur vierfachen Gillette-Contour. Die beim ekstatischen Spiel sattsam gewonnene Farbe verschwand augenblicklich. ‚Wie hatte ich mich so täuschen können?’, fragte er sich innerlich, als ihm die Beine den Dienst versagten und er mit voller Erdbeschleunigung in seinen Lieblingssessel plumpste. „Er wollte auf ganz linke Art die Firma übernehmen, deine Firma!“

„Und was nun?“, wollte Hagen wissen. „Was geschieht mit dem Bastard? Ich …“ Viola unterbrach ihn: „Reg dich nicht auf, wir haben das im Griff“, beruhigte sie ihn.

 

„Aber mal etwas anderes, dein  Besuch … was wollte die Tussi von der Bank hier bei dir?“, hakte sie hörbar besorgt nach. „Die Dame ist mir nicht ganz geheuer, fast suspekt“, fügte sie noch hinzu. „Was hast du gegen sie? Die ist doch nett“, wiegelte Hagen ab. „So nett wie dieser Rezzo?“ Viola stand da wie eine zum Kampf bereite Amazone, was aufgrund ihrer Statur und der mindestens zwölf Zentimeter Absatzlänge der Pumps, auf denen sie thronte, ungewohnt Furcht einflößend aussah. Ihr Chef traute sich fast nicht, den wahren Grund des Besuches von sich zu geben. In den vielen Jahren ihrer Zusammenarbeit hatte er gelernt, sich seiner Sekretärin in einer solchen Situation nicht entgegenzustellen. „Ich höre! Was wollte dieses falsche Luder?“ Als Hagen sich den Stadionneubau zügig von der Seele geredet hatte, war er erleichtert. ‚Jetzt habe ich es hinter mir’, fühlte er sich wie von der Hälfte seines Körpergewichtes befreit und wischte mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Aber er hatte die Rechnung ohne Viola gemacht, denn nun ging das Theater erst richtig los. Ein erneuter Schwächeanfall schickte erste Vorboten, aber Viola war nicht mehr zu bremsen. Die Sintflut war die biblische Erwähnung nicht wert und ein winziges Tröpfchen gegen das, was in diesem Moment über ihn hereinbrach. 

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Kommentare

sind einfach nicht mein Style. Naja..eigentlich doch, mir fällt bloss nix ein. Deshalb ein wahres "Gut gemacht"! 

Auch das mit den kürzeren Teilen, die dafür aber alle 3 Tage veröffentlicht werden gefällt mir besser!

Und wo ich schon mal dabei bin...angenehm viel Femdom diesmal!!

Gruß, Steffen

In reply to by Steffen

unter Verletzung jeglicher Autorenparitäten entschließen wir uns in zwei Schritten, weg von der monatlichen Veröffentlichung, zu wöchentlichem Erscheinen zu wechseln. Und was passiert? Derr Herr wünscht sich alle drei Tage Neues. Nur gut, daß wir die selbstverordnete Sommerpause genutzt haben, um reichlich vorzuarbeiten. Man kennt ja seine Pappenheimer, auch wenn sie Wikinger sind.

Ansonsten danken wir für das Lob, hoffen jedoch weiterhin auch auf kritische bis ganz kritische Stimmen. Wo wir selbst stehen, ist für uns nämlich so schwierig zu orten. Es befällt einen leicht das Gefühl von Stillstand und Routine. Aber wir möchten für uns persönlich gern Bewegung und Fortschritt, damit eben auch für die Leser.

In diesem Sinne noch einmal Danke und viel Spaß bei der weiteren Lektüre.

1/2 Rato (ich denke aber, im Namen vom ganzen)