Eine fast vergessene Geschichte

Daheim angekommen – 19.30 Uhr, 6.Januar, Heilige drei Könige

Ich habe die Strafen voll in meinem Bewusstsein. Nur noch das Wasserlassen gestatte ich mir vor der ersten Maßnahme. Dann entkleide ich mich vollständig. Ja, nichts vergessen – auch die Socken nicht. Da ich einen Gummiring um mein Anhängsel trage, benötige ich nicht lange, bis mein Schwanz steht. Vom Anfangszustand mache ich eine Handyaufnahme, um später ggf. Zeugnis ablegen zu können. Die richtige Länge des Gürtels zu wählen, ist gar nicht so einfach. Insgesamt zwei Mal muss ich mir das Schnallenende um das rechte Handgelenk wickeln, damit es passt.

 

Ich muss den Schwanz ein wenig Nachwichsen und den Eiern gönne ich auch noch ein paar Massagebewegungen. Nun kommt es darauf an. Die Gürtelspitze soll es sein, ich will nicht kneifen, mich ganz der Sache stellen. Wie ein Mann eben. Die ersten fünf Schläge sind trotz Bemühens noch etwas zaghaft. Ich platziere die Schläge auf die Mitte meines Schwanzes. Es zeckt. Bin bemüht, nicht auszuweichen. Es gelingt nicht durchgängig, weil die zweiten fünf Schläge ohne Pause direkt folgen. Sie sind härter als die ersten fünf. Es zeigt sich ein erster kleiner Bluterguss, der sich mit jedem weiteren Schlag leicht vergrößert.

 

Ich will die Hand wechseln, doch nach zwei Schlägen mit der linken Hand stelle ich fest, dass das nichts wird. Die Schläge sind zu schwach und ungenau, mehrfach verfehle ich mich sogar. Darum kehre ich zur rechten Hand zurück. Ich spüre zunehmend Schmerzen, schlage auch auf die Spitze, um dem Bluterguss Ruhe zu gönnen. Und dann passiert, was nicht passieren soll. Direkt nach dem 15.Schlag spritzt es aus mir heraus. Ich erschrecke, frage mich, ob ich das darf. Beruhige mich damit, dass es nicht ausdrücklich untersagt war und mache in Fünferrhythmus weiter. Immer fünf Hiebe gleichmäßig hintereinander, kurze Pause und wieder fünf Schläge. Nach dem dreißigsten löse ich erneut die Kamera aus.

 

Der Schwanz ist gerötet, der Bluterguss hat knapp daneben noch einen kleinen Bruder bekommen. An Abspritzen danach ist nicht mehr zu denken. Es war schon verwunderlich, dass der Schwanz bis zuletzt steif blieb und sich nicht ständig verkrümelte. Was vielleicht auch mit Hilfe der kleinen Stimulation zwischen den Schlägen gelang. Genau weiß ich es nicht. Auch wenn ich bemüht war, die Intensität der Schläge zu steigern, durchgängig erfolgreich war ich damit nicht. Bewusst geschont habe ich mich jedoch nicht. Ich bin einigermaßen stolz, diese erste, kleine Prüfung vollzogen zu haben. Danke dafür, Herrin. Ich werde nicht mehr unaufmerksam dir gegenüber sein. Für das vorzeitige Abspritzen erwartet mich sicher wieder eine verdiente Maßregelung. Wenn ja, bitte ich schon jetzt darum. Einen Moment lang sinniere ich sogar über Keuschhaltung. Wie das wohl so wäre? Auch Abmelken kommt mir in den Sinn. Lauter wirres Zeug schießt mir durch den Kopf, wobei mein kleiner Freund sich verdächtig dabei regt.

 

21.15 Uhr, 6.Januar

Ich bin nackt, stelle mich, wie befohlen, in die Ecke. Um die Kontrolle über die Zeit zu behalten, drehe ich mich mit Blickrichtung zum Uhrenradio. Hände hinter den Kopf, Beine schulterbreit auseinander. Meine Bemühung geht dahin, die Haltung möglichst korrekt auszuführen. So, wie ich es vielfach schon gelesen habe. Den Blick gesenkt, Körper gespannt, Ellenbogen und Schultern nach hinten usw., nach 12 Minuten bekomme ich Probleme. Zwischenzeitliche kleinere Korrekturen an der Haltung fallen mir immer schwerer, die Oberschenkel und der Bauch zittern, die Oberarme schmerzen, die Finger rutschen gelegentlich langsam auseinander, so dass ich nachfassen muss.

 

Trotz allem versuche ich, nicht zu verkrampfen. Es gelingt mir, aber die Arme schmerzen zunehmend, dass ich sie mir nach 15 Minuten kurz ausschüttele. Schnell ist die vorgeschriebene Position wieder eingenommen. Es dauerte nur Sekunden. Um 21.35 Uhr spüre ich ein anwachsendes Kribbeln zwischen den Beinen. Ich bin gespannt, ob mich die Situation, in welcher ich mich befinde, so sehr erregt, dass ich einen harten Schwanz bekomme. Aber es passiert nichts dergleichen, doch das Kribbeln wird von Minute zu Minute stärker. Nach weiteren 7 Minuten pinkle ich auf den Boden. Mir gelingt es einfach nicht, den Harndrang unter Kontrolle zu halten. Wenig später stehe ich in einer saftigen Pfütze meines Urins. Das alles, obwohl ich vor Antritt der Strafe noch einmal auf Toilette gewesen bin. Ist das jetzt Resultat einer schwachen Blase, der Anspannung oder meiner Aufregung geschuldet? Ich habe keine Ahnung.

 

Die Fliesen sind warm, das kann es also nicht sein. Ich schäme mich und stelle innerlich die Frage, ob das voraussehbar war. Und, ob es Teil meiner Strafe ist. „Die Stunde wird hart“, denke ich. Aber ich werde es schaffen, ich will es schaffen, dich nicht enttäuschen, es mir selbst beweisen. Nach insgesamt einer halben Stunde schüttele ich erneut die Arme aus, muss sogar die Oberschenkel lockern. Als Zwischenziel setze ich mir eine weitere Viertelstunde. Der Kampf um die Wahrung der Haltung beschäftigt mich in gleichem Maße wie der Gedanke an mein Fehlverhalten und die Frage, was in der Folge noch von meiner Blase zu erwarten ist.

 

21.52 Uhr weiß ich, dass meine Blase ein gehöriges Wort mitzureden hat. Erneut lässt sie sich nicht zurückhalten. Der Urin bespritzt meine Schienbeine, meine Füße und Zehen. Der Wasserdruck ist nicht besonders hoch, weswegen ich mich jetzt fast selbst anpinkle. „War’s das jetzt?“, frage ich mich in einer warmen Pfütze stehend. „Soll ich aufgeben?“ Ich beantworte mir beides mit Nein. Vorerst kämpfe ich mich bis 22.00 Uhr. Immer wieder zittern dabei Oberschenkel, Bauch, Knie  und Oberarme. Das Halten von Position und Haltung wird immer schwieriger, hin und wieder schließe ich die Augen. Aber nur Sekunden, denn ich muss die Uhr im Blick behalten, um das Ziel zu erreichen.

 

Die Digitalanzeige springt auf 22.00 Uhr. Erneut lockere ich mich, dieses Mal etwas länger, schätzungsweise eine halbe Minute. Ich will es nicht ausdehnen, mein Ziel ist die volle Stunde. Alles tut mir weh, aber ich werde es schaffen, ich weiß es. 22.05 Uhr – der nächste Urinstrahl wird von mir entlassen. Durch Gewichtsverlagerung und Bewegung der Zehen verursache ich nette Geräusche, die mich kurz schmunzeln lassen. Danach hangele ich mich von Minute zu Minute. Noch drei, noch zwei … jede einzelne Minute wird länger und länger … noch eine. Seit einiger Zeit rutschen meine Hände immer wieder auseinander, sie sind schwitzig und feucht, ohne jegliche Kraft. Neben den üblichen Stellen schmerzt mir jetzt auch das Handgelenk, auch im Nacken spüre ich die Anstrengung zunehmend. Die Uhr springt um, mein Handywecker, den ich mir gestellt habe, ertönt zeitgleich lautstark.

 

Durchatmen, die Körperspannung bricht in sich zusammen, wieder pinkle ich – ein viertes Mal ohne jede Chance, es aufzuhalten. Ich bin froh, üblicherweise barfuß in Badelatschen in der Wohnung herumzulaufen. Es erspart mir die spätere Reinigung der ganzen Wohnung. Mit starken Schmerzen in den Knien und breitbeinig watschele ich ins Bad, mühsam hebe ich mich auf den Wannenrand gestützt unter die Duschbrause. Als die Farbe des Wasserstrahls von blau auf grün umschwenkt, beginne ich mich von oben nach unten abzubrausen. Die Blase müsste eigentlich restlos leer sein. Sie belehrt mich eines Besseren. Ich genieße beides – Urin und Duschstrahl. Nachdem ich mich gereinigt fühle, kleide ich mich an und wische die Stube, säubere die Latschen.

 

Ich danke dir für die gerechte Strafe, Herrin. Ich habe verstanden, wie wichtig es ist, meine Kompetenzen nicht zu überschätzen bzw. zu übertreten. Leider habe ich auch diese Strafe nicht zu vollster Zufriedenheit bewältigt. Wie erwähnt musste ich drei Mal meine Position kurz aufgeben, um mich zu lockern. Das war natürlich ein Vergehen. Sich selbst zu schlagen, ist wirklich nicht leicht. Bei allem Bemühen scheint es eine innere Bremse zu geben, die es verhindert, dass man in der Härte gegen sich selbst ohne jede Grenze ist. Kann man das umgehen? Und wenn ja, ist das gut oder schlecht? Fragen über Fragen. Kann ich meine Grenzen in diesem Punkt selbst verschieben – oder können das nur Andere?

Soll ich Kaspar, Melchior oder Balthasar danach fragen, falls sie heute noch an meine Türe klopfen?

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Kommentare

... einer bestimmten Dame gewidmet. Ich wünsche Dir sehr, dass sie damit zufrieden ist ;) alles Gute

In reply to by fukov

muss aber nicht. Es ist genau das, was im Titel steht. Eine Kleinigkeit, die beim Aufräumen auf dem Computer noch auftauchte. Eben eine fast vergessene Geschichte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.