Begierde 5

 

"Tik tak." Helena starrte die Uhr an und zählte die Sekunden. Es schien bereits eine Ewigkeit vergangen zu sein, seitdem sie hier war. Hier in diesem Raum. Gefangen in ihrer Lust, allein und unfähig sich selbst zu helfen.
"Tik tak." In Wirklichkeit war Leon erst drei Minuten weg. Noch bevor sie wieder hören konnte, brachte er sie hierher. Vermutlich nervte sie die unglückselige Stille momentan nur, weil sie wieder alle Geräusche vernahm. Das bewies das rettende Ticken der Uhr.

"Tik tak." Fünf Minuten waren verstrichen. Helena hoffte, Leon würde sich beeilen – was auch immer er gerade tat. Eigentlich war sie ja geduldig, bloß, für gewöhnlich konnte sie sich ablenken. Bäuchlings auf einem Bock fixiert, feucht und die Zeit vor Augen, damit sie angesichts der vielen Verankerungen, Seilen, Knebeln und was sonst noch alles herum hing (wer weiß, was sich erst im Schrank verbarg) nicht mit den Gedanken abschweifen musste, fiel es Helena nicht so leicht ruhig zu bleiben. Erst recht nicht, als ihre Nase anfing zu jucken.
"Tik tak." Helena summte die Melodie eines altbekannten Werbeslogans dazu.

"Ob die milde Taktik bei dir gefruchtet wäre?"
Ah! Endlich war Leon da. Helena freute sich richtig, ihn endlich wieder sprechen zu hören. Leider sah sie ihn nicht, weil er sie mit dem Hinterteil Richtung Tür gefesselt hatte.
"Was meinst du damit?"
Leon positionierte einen Stuhl vor ihrem Gesicht, das sie seitlich auf den Bock gelegt hatte. Zärtlich strich er über ihren Rücken.
"Ach, ich hab mich nur selbst laut gefragt, ob ich dich unter anderen Umständen ebenso kennengelernt hätte, wie jetzt. Schön, dass du wieder hören kannst! Hörst du wieder alles normal?"
"Äh ja, das Uhrticken hat mich ein wenig abgelenkt."

Helenas Gedanken rasten auf Hochtouren. Wäre sie je soweit gegangen, wenn sie Leon einfach so angesprochen hätte? Hätte sie ihm eine Chance gegeben, wenn er ihr vorgeschlagen hätte, sie zu fesseln? Bestimmt erst nach einiger Zeit. Und was meinte er mit milder Taktik? Bis jetzt war doch noch alles im grünen Bereich. Gut, er konnte schon sehr dominant sein, aber unter harter Taktik stellte sie sich etwas anderes vor.

Leon riss sie aus ihrer Grübelei: "Wenn sonst alles in Ordnung ist, können wir mal probieren, wie es um deinen Hintereingang bestellt ist."
Klar, früher oder später würde er darauf zurück kommen, das wusste Helena.
"Kannst du mir mal die Nase kratzen?"
Ihre Nase juckte gar nicht mehr, aber so gewann sie etwas Zeit.
"Danke."
"Keine Ursache. Kann's losgehen?"
Fieberhaft suchte Helena nach Ausflüchten, doch ihr fiel nichts Vernünftiges ein. Dauerhaft kam sie sicherlich nicht darum herum. Also beschloss sie ihm ihre Sorgen einfach mit zu teilen.

"Leon, ich hab Angst. Nicht mal so sehr, dass es weh tut. Ich will nur nicht, dass dabei ... etwas Ekliges rauskommt."
Die Peinlichkeit überwunden, war Leon am Zug. Helena hoffte inständig, er würde sie verstehen.
"Schmerzen muss es nicht, dagegen gibt es Gleitmittel und Dehnungsübungen. Dass du dabei sauber sein willst, verstehe und schätze ich. Wir können schnell ins Bad hopsen und dich dort gründlich durchspülen."
Helena atmete auf. Er enttäuschte sie nicht.
"Ja, das wäre mir lieb."
"Unter einer Bedingung", ergänzte er.
"Na toll", dachte Helena, "jetzt kommt der Haken an der Sache. Wäre auch zu schön gewesen."
"Ich nehm dich morgen mit in einen kleinen Club für Menschen mit gewissen Vorlieben. Ich weiß, das wird dir eine ganz neue Welt offenbaren. Gerade deshalb möchte ich, dass du offen bleibst und dir dort erst mal alles ansiehst, bevor du urteilst. Es kommen übrigens auch Freunde von mir."
"Gern, das wird bestimmt interessant."
Helenas Neugier war geweckt. Sie hätte Schlimmeres erwartet. Bedingungen haben üblicherweise einen fahlen Nachgeschmack, doch, was er verlangte, würde sie leicht erfüllen können.

Leon öffnete die breiten Lederbänder, in denen ihre Hand-, sowie Fußgelenke steckten. Praktischerweise waren diese fest an den Beinen des Bocks verankert. Danach brachte er sie unter die Dusche, wo er ihr unter fließendem Wasser den Darm ausspülte. Das war ein komisches Gefühl für Helena, aber es war nicht unangenehm. Leon sprach ihr gut zu, damit sie das Wasser, samt eventueller Begleitstoffe, möglichst ungehemmt wieder raus pressen konnte. Für ihn schien es eine ganz gewöhnliche Prozedur zu sein, was ihrem Schamgefühl ungemein half.
Nachdem auch der letzte Wassertropfen unverfärbt aus ihrem Poloch quoll, fühlte Helena sich viel wohler. Zwar blieb sie ängstlich, was den Schmerz beim ersten Mal anging, allerdings war sie zuversichtlich nicht rücksichtslos aufgespießt zu werden.

Leon fixierte sie abermals am Bock in seinem 'Spielzimmer', wie er es nannte. "Plopp." Helena befürchtete, er schmiere sie nun sofort mit Gleitgel ein, weil er doch schon so lange warten musste. Erleichtert spürte sie seine öligen Hände auf ihrem Rücken. Tatsächlich überraschte er sie mit einer ausgiebigen Rücken- und Pomassage. Am Rücken gefiel es Helena sehr gut, dabei konnte sie richtig schön entspannen. Bei ihren Hinterbäckchen sah die Sache deutlich anders aus. Ihr jungfräuliches Poloch war einfach zu nah am Geschehen dran. So dauerte es eine Weile, bis sie auch diese Muskeln locker lassen konnte.
Als sie jedoch soweit war, begann Leon ihre Klit mit einem Finger zu reizen. Unvermeidlich dachte sie an die süßen Qualen, die er ihr vormittags beschert hatte. Ausgeliefert wie sie (freiwillig!) war, musste sie hinnehmen, was immer er mit ihr tun wollte. Ein schmatzendes Geräusch drang plötzlich an Helenas Ohren. In kurzer Zeit war sie so feucht geworden, dass ein Finger ihre Kleine sicher nicht ausfüllen konnte. Dazu kam ein Daumen, der bei jedem Stich an ihre Klit drückte.

"Oh, nimm mich, bitte! Gib mir mehr!", stöhnte Helena.
Sie zuckte kurz, als etwas Kaltes auf ihrem Anus landete. Leons Finger verrieben das Gel um ihr Loch, beschmierten sich dabei selbst damit.
Schmunzelnd entgegnete er: "Aber gern."
Da drang auch schon die Fingerkuppe seines Zeigefingers in ihre Rosette ein. Vorsichtig, in leicht drehenden Bewegungen, bahnte sich der Eindringling seinen Weg nach innen.
"Entspann dich und drück dagegen", gab Leon ihr Anweisungen, "dann geht es leichter."
Es klappte. Tiefer, immer tiefer glitt er hinein, bis er anstand. Er fingerte sie sehr langsam anal, wobei er nicht aufhörte ihren Lustknoten zu massieren. Helena raunte lüstern. Nie hätte sie sich vorgestellt, wie reizbar ihre Hinterpforte war. Sicher unterschied sich das Gefühl vom Vaginalsex, aber es war wesentlich stärker als erwartet.

Unterdessen steckte Leon einen zweiten Finger in ihren tropfend nassen Vordereingang, um ihn mit ihrem eigenen Saft zu befeuchten.
"Ich versuch's mal mit zwei Fingern", kündigte er sein Vorhaben an.
Fast problemlos überwand er alle Hindernisse. Helenas Poloch ließ sich gut dehnen. Beinahe so, als hätte es auf seine Einweihung gewartet. Allmählich wurde es Leon zu viel. Helena war schon so geil, dass sie schwitzte und sein praller Schwanz drückte fast schon schmerzhaft gegen seine Hose (Shorts trug er keine). Sollte ihr Anus wider Erwarten doch zu eng sein, könnte er ja immer noch abbrechen.
"Helena?", keuchte er.
"Hah jah?!", stöhnte sie lustleidend zurück.
"Benutz die Ampelfarben, damit ich weiß, ob ich stoppen, bremsen oder weitermachen soll."
Noch während Leon sprach, streifte er sich die Hose ab.
"Grün!"
Das musste sie ihm nicht zweimal sagen! Ohne Umschweife versenkte er seinen Knüppel in ihrem Döschen, stieß ein paar Mal zu, um ihn dann zur leicht offenstehenden Rosette zu führen. Bemüht, behutsam zu bleiben, drückte er dagegen. Laut stöhnend verschwand die Eichel im braunen Löchlein.
"Farbe", presste Leon aus seinen Lippen.
"Grün", hechelte Helena, "nicht aufhören."

Er drang etwas weiter ein, zog sein Glied dann jedoch wieder bis auf die Eichel heraus. Wiederholend, jedes Mal ein Stückchen tiefer, füllte er sie nach einiger Zeit ganz aus. Der ungewohnte, nicht endende Druck machte Helena wahnsinnig. Zum Glück erhöhte Leon das Tempo, denn Helena sehnte sich nur mehr nach einem Orgasmus – egal wie es dazu kam. Er fickte sie in gleichmäßigem Rhythmus, den er nicht mehr lange durchhalten würde. Dabei klatschten seine Hoden gegen ihre unglaublich nasse Möse, was ihn nur noch mehr erregte. Helena erging es ebenso, nur dass sie sich etwas Härteres an ihrer Kleinen wünschte. Leon kniff und stupste ihre Perle, während er den Takt verlor. Gleich gäbe es in ihrer Enge kein Halten mehr.
"Darf ich?" Gerade noch rechtzeitig fiel Helena ein, dass sie fragen sollte.
Mit einem gegröhlten "Jaaa", spritzte Leon seinen Liebessaft in ihren Arsch. Zeitnah bebte Helenas Körper. Für einen Augenblick schien sie über sich selbst zu schweben, in einer Ebene, in der alles gut, schön und harmonisch war. Leon schaffte es sie zweimal schweben zu lassen.

Am Ende war Helena völlig erschöpft. Noch nicht einmal ihr selbst war es gelungen sich zweimal hintereinander zum Kommen zu bringen. Dafür gelang es Leon – durch Analsex und Fingerarbeit. Durch Analsex und Fingerarbeit, während sie beinahe bewegungslos, wehrlos gefesselt und sich ihm präsentierend auf einem Bock lag. Dazu machte sie freiwillig mit. Wenn sie wieder einen klaren Kopf hatte, wollte sie näher darüber nachdenken.

Ordentlich zurecht gemacht, bloß ein bisschen vor Hitze errötet, setzte sich Leon nochmals zu Helena. Er küsste und streichelte sie sanft.
"Du fällst mir aber nicht vom Bock, wenn ich dich losbinde?", erkundigte er sich.
Helena lächelte. "Nein, aber ich weiß nicht, ob ich noch aufstehen kann, geschweige denn gehen."
"Hm, dann muss ich dich wohl tragen."
"Sieht so aus."
"Oder hier lassen, angebunden natürlich."
Helena zog einen Schmollmund.
"Schon gut, war nur Spaß."

Leon befreite sie von den Fesseln, hob sie hoch und trug sie ins Bett. Dort wartete bereits die Leine in der Verankerung, mit der er ihr Halsband verband.
"Damit du mir nicht wegläufst", meinte er scherzhaft.
"Muss das nicht mal runter, zum Hals waschen?" Helena versuchte dabei einen Finger zwischen Hals und Band zu quetschen. Vergeblich – es saß zu eng.
"Das ja, später."
"Was heißt denn 'das'?", wollte Helena wissen.
"Wirst du vielleicht herausfinden", murmelte Leon schläfrig, "schlaf jetzt ein wenig."
Leicht säuerlich drehte Helena sich von Leon weg, der ihr dadurch nur noch näher kam. Sie fest umschlungen flüsterte er: "Ich kann auch eine ganz kurze Kette holen."
Das wirkte. Rasch schliefen beide ein.

Den restlichen Tag verbrachten sie mit duschen, essen und vor allem reden. Sie unterhielten sich über das Erlebte (Leon zog Helena damit auf, dass sie es wegen ihres Namens griechisch mögen müsse, da Griechenland auf griechisch 'Hellas' heißt) aber auch über sich und allgemeine, gewöhnliche Themen. So erfuhr Leon, dass sie Italienisch und Russisch studierte und gerade Semesterferien hatte. Genau diese Woche hatte Leon Urlaub.
"Das trifft sich gut", überlegte Helena, "ist es womöglich Schicksal?" Sie glaubte nicht an Zufälle. Sie glaubte an Dinge, die passieren müssen und Dinge, die durch bestimmte Entscheidungen hervorgerufen werden. Sie hätte gestern nicht ausgehen müssen. Sie hätte bei einer Bekannten übernachten können. Sie hätte ein Taxi nehmen können. Und sie hätte Leon nicht kennengelernt.
Entgegen allen Gedanken, wie verrückt seitdem alles war, schlüpften kleine Schmetterlinge in ihrem Bauch. Sich auf den nächsten Tag freuend, kuschelten sich die beiden spätnachts in den Schlaf.

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Kommentare

In Deiner Geschichte wechselt sich Geben und Nehmen in einem vertrauensvollen Verhältnis ab, wie es in den hier veröffentlichen Geschichten - leider, leider - nur selten der Fall ist.

Deine Protagonisten leben eine - ich weiß es anders nicht auszudrücken - liebevolle Erotik aus.

Meinerseits sehr lesenswert und sechs Sterne darf ich Dir mehr als verdient hinterlassen.

Gruß Nachtgestalt

Schön geschrieben...  langsam, gemütlich, einfühlsam..  und doch, mit einer gewissen Prise...   ich finde es toll.Image removed.