Christopher und Ich - Kapitel 35 - 37

 

35

 

Fast eine Woche ist seit unserem heftigen Entführungsspielchen vergangen und seit fast einer Woche liegt der Brief meiner Mutter ungeöffnet in Christophers, nein, unserer Wohnung. Mal auf meinem Schreibtisch, mal auf seinem. Mal im Wohnzimmer, mal in der Küche. Ich habe ihn sogar schon zur Uni mitgeschleppt und auch dort nicht geöffnet. Der Umschlag ist mittlerweile dreckig, zerknittert und die Ecken sind leicht abgewetzt. Mehrmals hatte ich ihn schlicht zerreißen und entsorgen wollen, habe mich aber immer in letzter Sekunde dagegen entschieden. Warum, das weiß ich immer noch nicht so genau.

 

Christopher schweigt. Es hat zwar mehrere Momente gegeben, in denen er mir bezüglich des Briefes etwas sagen wollte, seine Augen auf jenes noch nicht aus seiner Ummantelung gezogene Schriftstück gerichtet, doch auch er hat sich im letzten Moment stets gegen einen Kommentar entschieden. Der Grund hierfür liegt allerdings wohl auf der Hand: Herr Lang hatte das Treffen mit meinem Vater mehr oder minder forciert, und wir wissen ja alle, wie das ausgegangen ist…

 

Ich weiß nicht, was meine Mutter mir alles an den Kopf werfen will: Das Schreiben fühlt sich dick an und ich vermute mindestens drei oder vier Seiten. Ich hatte ihr lediglich in fünf Sätzen mitgeteilt, dass ich nun mit meinem Master zusammengezogen bin; auch wenn ich ihn natürlich in meinem Brief nicht so genannt habe.

 

Ob mein Vater sie wohl auch angerufen und von seiner Erfahrung berichtet hat?

 

Ja, ein wenig Neugierig bin ich schon. Doch es ist die Angst, die überwiegt.

 

Wenn ich an das Treffen mit Udo und seinen Anhängseln denke, wird mir einfach nur schlecht. Ich brauche jetzt nicht noch meine Mutter, die quasi nach tritt und gerade erst wieder verheilte Wunden aufpult und mit weiteren Geschichten unseres misslungenen Familienlebens auffüllt.

 

Christopher hält sich diese Woche zurück. Heißt konkret: Es ist Freitagabend und wir sind noch nicht ein Mal im Spielzimmer gewesen. Er fasst mich auch nicht an, oder fordert irgendwelche sexuellen Zuwendungen meinerseits. Natürlich könnte das auch an der Tatsache liegen, dass wir uns beide am vergangenen Wochenende nahezu verausgabt haben. Wahrscheinlicher ist aber, dass er Rücksicht nimmt. Weil ich immerzu diesen Brief anstarre und versuche, Herr meines emotionalen Chaos zu werden.

 

Diese Kontrollversuche resultieren allerdings darin, dass ich in unserem Master-Slave-Alltag unkonzentriert bin. Ich vermassele das Putzen total: Ich vergesse die Badewanne zu schrubben, ich verpeile Christophers Hemden zu bügeln, ich schaffe es an zwei Abenden nicht pünktlich nackt und auf Knien auf meinen Herren zu warten, obschon ich seit mehreren Stunden zuhause bin. Das Schlimmste jedoch ist: Ich kann keine unserer Routine-Bestrafungen richtig genießen… Nicht das Hocken auf meinem Fernsehkissen, nicht die Laptop-Kontrolle gepaart mit einem Schlag auf den Hinterkopf, weil ich mir zu viele Horrorfilme runtergeladen habe, und auch nicht den Abendessen-Entzug, weil ich beim Ausflug in den Supermarkt die Milch vergessen habe.

 

Das wiederum führt dazu, dass ich furchtbar wütend bin auf meine Mutter, obwohl ich noch nicht einmal weiß, was sie genau von mir will. Allein die Tatsache, dass sie mir geschrieben hat, zerstört gerade mein Leben; wenn ich mal die Drama-Queen raushängen lassen will.

 

„Niko, ich haben eben mit Holger telefoniert“, reißt mich die Stimme meines Freundes aus meinen pessimistischen Gedanken. Ich hab gar nicht mitbekommen, wie er die Tür meines kleinen privaten Gemachs geöffnet hat. „Ich treffe mich jetzt mit ihm auf ein Bier.“

 

„Oh…“, mache ich. Denn der eigentliche Abendplan hatte gelautet: Wir sehen uns gemeinsam auf der Couch einen Film an.

 

Natürlich ist es das gute Recht meines Masters, seine Pläne so zu gestalten, wie er es für richtig hält, und mich abzuservieren als eine Art der Strafe, mir so eins auszuwischen. Aber das damit Hand-in-Hand gehende süffisante Grinsen meines Anwalts bleibt aus. Christopher schaut mir nicht einmal richtig in die Augen und wenn ich ihn näher betrachte, muss ich feststellen, dass er sogar ziemlich genervt aussieht und auch so klingt. Meine Augen wandern zu diesem teuflischen Brief, der unweit meiner auf der Maus ruhenden Hand liegt.

 

Ja, das ist ganz sicherlich der Grund für diese ganz und gar nicht erregende Erzürnung meines Freundes… Weil ich heute den ganzen Tag schon Trübsal geblasen habe wegen der unbekannten Zeilen, gemischt mit den ungewollten Erinnerungen an meine Mutter.

 

„Du kannst ja was für die Uni tun, oder von mir aus Horrorfilme gucken“, meint er emotionslos und dann noch: „Oder was auch immer…“

 

Ob er damit wohl meint, ich könnte endlich den Brief lesen?

 

Ich erschrecke, als Christopher mir einen viel zu schnellen und viel zu leichten Kuss auf mein Haupt haucht und sich dann mit einem recht kalten „bis später“ verabschiedet. Wenige Sekunden später höre ich bereits die Eingangstür ins Schloss knallen.

 

Ein weiterer beschissener Abend aufgrund meiner familiären Geschichten in unserem gemeinsamen Heim.

 

Ähnlich genervt wie Christopher klappe ich den Laptop zu, schnappe mir den Brief, und… lege ihn wieder weg, stapfe ins Wohnzimmer, reiße eine Tüte ungesunder Kartoffelchips auf und starte den Film, den mein Freund eigentlich mit mir schauen wollte.

 

Der Thriller ist langweilig, die Chipstüte viel zu schnell leer. Ich schaue auf mein Handy, scrolle durch belanglose Social-Media-Kanäle und bekomme keinen Kontrollanruf von Christopher und auch keine nachforschende Nachricht; auch nicht, als der Film bereits zu Ende ist und ich vollkommen energielos zwischen zwei Blockbustern hin- und herschalte, ohne auch nur einen davon ansatzweise zu verstehen.

 

Es wird zehn, dann elf und Christopher ist noch immer nicht zuhause. Um Mitternacht beschließe ich, ins Bett zu gehen. Sauer, mittlerweile auch etwas besorgt um meinen Freund, und immer noch genervt. In dem Moment, in dem ich mich ächzend vom Sofa erhebe, höre ich das mir vertraute Kratzen im Schloss. Im nächsten Moment die Stimme meines Freundes.

 

„Niko?“ Christopher klingt jetzt gar nicht mehr genervt. Seine Stimme ist eher zaghaft.

 

„Bin noch wach“, informiere ich ihn und trete hinaus in den Flur. Christopher marschiert schnurstracks auf mich zu. Im nächsten Moment liege ich schon in seinen Armen, mit denen er mich fest umschlingt. Er hat keine Fahne und er wirkt auch nicht angetrunken; wahrscheinlich haben die Männer wie immer nur ein Bier getrunken, sind danach auf nichtalkoholische Getränke umgestiegen und haben sich einfach mal wieder stundenlang unterhalten. Sicherlich auch über mich. Bingo.

 

„Es tut mir leid“, murmelt Christopher leise und drückt mich im diesem Moment noch einmal fest an seinen Körper, um diese Aussage wohl noch einmal zu unterstreichen. Dann sieht er mir in die Augen. „Ich will dich wegen des Briefes nicht unter Druck setzen“, sagt er milde, „aber genau das habe ich Idiot mit der Aktion jetzt gemacht und es tut mir leid, Niko, wirklich.“ Mein Herz macht Freudensprünge in meiner Brust und Christopher fährt fort: „Ich werde dir nicht befehlen, den Brief zu lesen, und ich werde dir auch nicht befehlen, ihn zu vernichten. Es liegt in deiner Hand allein, okay?“ Ich nicke schwach. „Und egal, wie lange es dir deswegen schlecht geht: Ich werde das ertragen, also wenn ich das nächste Mal so einen Trotz-Moment habe, stopp mich einfach mit einem Code Red, okay? Das ist ein Befehl.“ Er grinst ganz leicht und ich komme nicht umhin, ihn zu imitieren.

 

„Danke, Christopher…“, murmele ich. „Kommst du… mit ins Bett?“

 

Er nickt und wenige Augenblicke später liegen wir eng aneinandergekuschelt in unserem Schlafzimmer. Ich würde ihm gern noch so viel sagen, wie dankbar ich bin für seine Worte, aber der Schlaf übermannt mich.

 

Die roten Ziffern des Weckers auf dem Nachttisch informieren mich, dass es sieben Uhr morgens ist, als ich aufwache und nicht mehr einschlafen kann, während mein Freund noch seelenruhig in der Traumwelt zu wandeln scheint. Es ist Samstag. Samstag… Mein Hirn ruft eine wichtige, vertragliche Information ab: Der Sklave ist dazu verpflichtet, seinem Herren jeweils am Samstag- und Sonntagmorgen einen Blow-Job zu geben.

 

Kaum keimt diese spezielle Vorfreude in mir auf, erinnert mich mein Hirn sogleich an diesen verfickten, immer noch ungelesenen Brief; und jegliche Art der erregenden Erwartung ist futsch. Ich seufze, leise genug, um Christopher nicht zu wecken und frage mich, ob das wirklich so toll ist, dass er mir die, nennen wir es mal, Kontrolle in dem Brief-Fall überlässt.

 

Die roten Ziffern sagen, dass es kurz nach acht Uhr ist, als ich mich so vorsichtig es nur geht, vom Bett gleiten lassen und in mein Zimmerchen schleiche.

 

Ich habe mir, uns, die gesamte Woche versaut. Ich habe keine Lust mehr, ständig diese dunklen Wolken über mir zu ertragen; ich will endlich weitermachen mit der Erkundung unseres 24/7-Alltagslebens, erst recht nach dieser extremen Session vergangenes Wochenende. Ich will mehr, verdammt! Aber dafür brauche ich einen klaren Kopf und dafür eben klare Verhältnisse, die ich nur durch das Lesen dieses Briefes erhalten kann.

 

Dieses Mal überlege ich nicht mehr. Dieses Mal reiße ich dieses beschissene Stück Papier einfach auf, falte die insgesamt sechs Blätter auseinander und beginne zu lesen… und mir bleibt fast das Herz stehen. Ich bin verwirrt. Allein wie dieser Brief beginnt:

 

„Liebster Niko, es schreibt dir die Königin der Rabenmütter, die sich nicht einmal sicher ist, ob du diese Zeilen überhaupt lesen wirst – ich würde es dir, nein, ich könnte es dir nicht einmal übel nehmen…“

 

„Was zur Hölle….“, murmele ich und erkenne meine Erzeugerin in diesen ersten, doch sehr pathetischen Sätzen überhaupt nicht wieder. In der Mitte des Schreibens, bin ich mir wirklich nicht sicher, ob meiner Mutter mich verarschen will, ob sie Drogen genommen hat, ob jemand anderes das ganze geschrieben hat – oder ob sie es wirklich ernst meint mit dieser mehrseitigen Entschuldigung. Ja, es ist eine Entschuldigung. Für… im Grunde genommen alles, vor allem aber, wie sie mit meinem Coming-Out umgegangen ist. Sogar für das jüngste Verhalten ihres Ex-Mannes entschuldigt sie sich, und schreibt am Ende:

 

„Ich weiß, ich kann all meine Fehler nicht ausmerzen, aber eins kann ich dir versprechen: Gibst du mir noch eine einzige Chance, Teil deines Lebens zu sein, werde ich alles Erdenkliche tun, dir eine gute Mutter zu sein.“

 

Ich muss einige Male blinzeln und ich muss den Brief mehrere Male lesen und selbst dann verbleibe ich skeptisch – weil ich viel zu ängstlich bin, irgendwelche Hoffnung zu entwickeln. Vollkommen verwirrt, und insbesondere aufgebracht, laufe ich zu dem Mann, der alles für mich bedeutet.

 

„Christopher… Christopher“, murmele ich eindringlich und streichele seinen Oberarm, um ihn zu wecken. Mittlerweile ist es nach neun, für meinen Freund aber noch zu früh. Genervt schaut er auf die Uhr, dann auf mich, runzelt die Stirn und meckert: „Was fällt dir ein, mich nicht ausschlafen zu lassen?“ Doch er verstummt unmittelbar, als ich ihm den geöffneten Brief unter die Nase halte. Eindringlich blickt er mich an.

 

„…du hast ihn gelesen?“, hakt er vorsichtig nach.

 

Ich nicke hastig.

 

„…und?“, haucht er.

 

„Ich, äh…. Ähm… Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich will, dass es wahr ist aber…“

 

„Aber was?“ Mein Freund hat sich mittlerweile aufgesetzt und gegen das Kopfteil gelehnt, streicht sich den Schlaf aus seinen blauen Augen.

 

„Das klingt alles total… seltsam und irgendwie… dämlich“, fasse ich letztendlich zusammen. „Unglaubwürdig… Weißt du?“

 

„Was genau meinst du damit?“

 

Ich antworte nicht, sondern drücke ihm die Seiten in die Hand.

 

„Sicher, dass ich den lesen soll?“, fragt er und ich nicke abermals.

 

Ich beobachte ihn dabei. Wie er mal anerkennend nickt, dann wieder die Stirn runzelt, mir mal behutsam über den Handrücken streichelt, die Augen zusammenkneift, dann mal den Kopf schüttelt, die Augenbraue hebt und am Ende ein langgezogenes „hmmmmm….“ macht.

 

„Was denkst du?“, will ich umgehend wissen, als er das Papier runter nimmt.

 

„Hmmmmm…“, macht er wieder und schaut mich an. „Es ist schwierig für mich, zu beurteilen, ob das die Wahrheit ist, oder nicht, weil ich deine Mutter weder kenne, noch viel von ihr weiß; weil du, verständlicher Weise, nicht viel von ihr berichtest.“

 

„Ja, aber… So ganz rational: So radikal die Meinung zu ändern, durch irgendwelche komische Esoterik- beziehungsweise Yoga-Kurse und einen neuen Mann an ihrer Seite, und plötzlich all die Fehler einzugestehen und mir quasi zu sagen: Schwul ist cool?! Das stinkt doch… Oder?“

 

„Naja, deine Mutter schreibt ja, dass sie ihren Lebensgefährten vor zwei Jahren kennengelernt hat und mit seiner Hilfe zu sich selbst gefunden hat. Also so eine radikale Meinungsänderung ist es dann ja nicht, wenn man bedenkt, dass es ein längerer Prozess war“, fasst Herr Lang nachdenklich zusammen. „Und natürlich kann man sich durch einen Partner grundlegend ändern, oder eben gewisse Seiten an sich entdecken, die man vorher nichtexistent glaubte. Schau doch einfach mal in den Spiegel, Niko…“ Ich schlucke. „Nur durch unsere Bekanntschaft bist du Teil der BDSM-Szene geworden, oder nicht, Niko?“ Ich nicke.

 

„Aber“, macht Christopher und sieht mir tief in die Augen. „Skepsis ist immer gut. Denn natürlich kann das alles eine Lügengeschichte sein. Die Frage wäre nur: Was würde sie deiner Mutter bringen?“

                                                                                                  

Ich überlege und ich habe keine Ahnung.

 

„Die Frage ist jetzt also: Wie überprüfst du, ob deine Mutter das mit einer zweiten Chance ernst meint?“

 

Ich lasse mir Christophers Worte durch den Kopf gehen, starre den Brief an, starre auf die Kontaktdaten meiner Mutter auf der letzten Seite. Ich denke an das total in den Sand gesetzte Treffen mit meinem Vater und werde furchtbar nervös.

 

„Hey…“, raunt mein Freund. „Du musst diese Frage nicht sofort beantworten… okay?“ Christopher lächelt mild und seine Hand ruht wieder auf der meinigen, ich entspanne mich – und dann fasse ich einen Entschluss.

 

„Doch, muss ich“, sage ich fest. „Ich will das hinter mich bringen, diesen Familienscheiß, damit ich mich endlich wieder auf mein Sklavendasein konzentrieren kann. Ich muss das klären. Jetzt. Verstehst du?“

 

Christopher nickt bedächtig. „Was willst du also tun?“

 

„Mich mit ihr treffen. Wir werden uns mit ihr treffen, aber nicht hier bei uns zuhause, wo wir keine Fluchtmöglichkeit haben. Wir besuchen sie und ihren Freund. Und zwar noch heute.“

 

Mein Master ist sehr überrascht von meinen resoluten Worten. „Bist du dir da ganz sicher, Niko? Willst du nicht einfach erstmal ein wenig mit ihr telefonieren, oder chatten, oder…?“

 

„Nein“, falle ich ihm ins Wort. „Du sagst doch selbst immer, dass man sich in schriftlichen Gesprächen sehr gut verstellen kann. Face-to-face können das aber nur die wenigen, oder nicht?“

 

„Ja, schon, aber…“

 

„Aber was?!“, fahre ich ihn gar giftig an, denn trotz, oder gerade wegen meiner Entschlossenheit bin ich auch unheimlich nervös.

 

„Ich will einfach nur sichergehen, dass du das wirklich willst. Ich will dich zu nichts zwingen, wirklich nicht“, wiederholt Christopher ruhig, ohne mich für meinen frechen Ton zu monieren.

 

Aber das vermisse ich so.

 

Wir sind die ganze Zeit im Code Red ohne es so benannt zu haben – und das nervt mich.

 

„Ich will das“, versichere ich ihm deswegen, schreibe meiner Mutter eine Nachricht und bekomme innerhalb nur einer Minute eine scheinbar begeisterte Bestätigung unseres Treffens, das in nur sechs Stunden stattfinden soll.

 

 

~~~

 

Je näher wir dem Dorf kommen, in dem meine Mutter lebt, eine zweistündige Autofahrt von uns entfernt, desto nervöser werde ich. Da hilft auch Christophers schwere Hand auf meinem Oberschenkel nicht. Auch nicht seine aufbauenden Worte, seine keuschen Küsse, oder dass er mich, als wir schon vor der Haustür des großen Bauernhauses aus rotem Backstein stehen, noch einmal fest drückt und mir ein „das wird schon“ ins Ohr raunt.

 

Ich erschrecke beim Ertönen der überlauten Klingel, als ich sie betätige, noch einmal tief Luft holend; jetzt gibt es kein Zurück mehr. Als ich höre, wie sich jemand der Eingangstür eilig nähert, wird mir ganz kalt. Drei Sekunden später stehe ich meiner Mutter gegenüber – und erkenne sie kaum wieder. Sie trägt kaum Make-Up, nur einen knallroten Lippenstift hat sie aufgetragen. Ihr Haar, so dunkel wie meins, ist von einigen grauen Strähnchen durchzogen. Sie trägt eine rote Tunika, schwarze Leggins, übergroße Creolen-Ohrringe. Falten haben sich in ihr Gesicht geschlichen, aber seltsamerweise steht ihr das. Sowieso erscheint sie mir trotz ihres vorangeschrittenen Alters frischer als das letzte Mal, als ich sie gesehen habe.

 

Sie lächelt. Und dann im nächsten Moment zittern ihre Lippen und verziehen sich zu einer unschönen Grimasse; ich brauche ein paar Momente, um zu begreifen, dass sie weint. Sie hält sich die Hände vor den roten Mund und murmelt schluchzend Sätze wie: „Ich kann es kaum glauben, dass du jetzt wirklich vor mir stehst! Wie du dich verändert hast, was für ein gutaussehender junger Mann du doch bist! Wie wundervoll, dass du hier bist!“

 

Ein Mann in den 50ern erscheint neben ihr, ganz lässig gekleidet mit einer älteren Cordhose und einem viel zu weiten Hemd. Er lächelt, legt seine Hand beruhigend auf die Schulter meiner doch sehr aufgelösten Mutter und schlägt mit milder Stimme vor, dass sie uns doch erstmal ins Haus lassen soll.

 

„Ja, aber natürlich, entschuldigt, bitte“, stammelt meine Mutter und wischt sich nun lachend die Tränen aus den Augen. „Kommt rein. Bitte. Und: Hallo.“

 

Christopher gibt ihr und ihrem Freund Manfred höflich die Hand. Und ich? Ich weiß nicht, was ich tun soll. Und meine Mutter weiß es auch nicht besser: Sie streckt die Hand nach mir aus, schreckt zurück, presst die Lippen aufeinander, startet einen erneuten Versuch; und nach gefühlten Ewigkeiten, in denen ich still dastehe wie eine Salzsäule und die Luft anhalte, legt sich ihre Hand auf meine Schulter, drückt liebevoll zu und sie lächelt in dem Moment.

 

„Hallo, Mama…“, bringe ich endlich eine Begrüßung zustande und ihr Lächeln wird noch breiter.

 

Das Haus überrascht mich. Die Wände sind bunt, überall stehen irgendwelche Dekorationen herum. Eine Buddha-Statue, Elefanten, aber auch Figürchen aus Kinder-Überraschungseiern, unterschiedlich große Pflanzen, und an den Wänden hängen Landschaftsbilder. Es ist ganz ordentlich, aber eben auch nicht wirklich aufgeräumt. Ein in Schuss gehaltenes, überschaubares Chaos? Ein Ort, an dem auch mal Staub herumwirbeln darf.

 

Früher wäre meine Mutter ausgerastet, hätte mich und meinen Vater angeschrien. Sie hatte täglich irgendetwas geputzt. Und jetzt?

 

Wir sitzen an einem alten Holztisch, meine Mutter tut uns selbstgemachte Blaubeer-Tarte auf und sie hat weiße Schokomousse gemacht. Nach der bin ich als Kind verrückt gewesen; das hat sie sich gemerkt.

 

„Vorzüglich“, lobt Christopher. Manfred und er halten die Konversation im Gange, betreiben den leichten Smalltalk, sprechen über die Gegend, das Wetter, Manfreds Tochter, die Landwirtin ist und in deren Hofladen meine Mutter aushilft, während sie und ich uns nur anschauen und einander vorsichtig zulächeln.

 

Ich kann nicht fassen, dass sie mir gegenübersitzt und nicht… meckert.

Ich kann nicht glauben, dass sie Christopher zulächelt und über seine Witze lacht.

Ich kann nicht begreifen, was hier gerade abläuft und ob das alles nur ein Traum ist.

 

Manfred bittet Christopher plötzlich, ihm im Obergeschoss zu helfen: Er muss eine schwere Kommode verschieben und will ausnutzen „dass ein so starker Mann im Hause ist“. Natürlich ist das nur ein Vorwand. Es geht einzig und allein darum, dass meine Mutter und ich uns ungestört unterhalten können.

 

Christopher legt seine Hand auf meinen Oberschenkel und ich schaue ihn an. „Ich bin gleich wieder da… okay?“, fragte er vorsichtig und ich nicke, gebe ihm das Signal, dass ich damit einverstanden bin, dass er weggeht und mich mit ihr alleine lässt.

 

Meine Mutter räuspert sich, als die Stimmen von Manfred und Christopher kaum mehr zu hören sind.

 

„Mein Brief hat dich sicherlich überrascht…“, beginnt sie.

 

„Allerdings“, meine ich und verschränke die Arme vor der Brust, fokussiere sie, lausche, will ihre Erklärungen jetzt persönlich von ihr hören; und eine Stimme in meinem Hinterkopf fragt immer noch: Meint sie das wirklich ernst?

 

„Ich hatte ehrlich gesagt schon viel, viel länger überlegt, dir zu schreiben… Aber mir fehlte der Mut“, gesteht sie und seufzt. Ihre Hände zittern leicht und sie versucht ihre so offensichtliche Nervosität mit einem Lächeln zu überspielen.

 

„…und woher kommt der Mut jetzt?“, höre ich mich fragen und klinge dabei extrem skeptisch.

 

„Ehrlich gesagt, war es dein Vater.“

 

„…er hat dir gesagt, du sollst mir schreiben?!“

 

„Nein! Nein, nein… Also, irgendwie doch… Naja, er hat mich furchtbar wütend gemacht, hat mich angerufen, von eurem Treffen erzählt und gedroht, dir das Geld zu kappen, wenn ich dir nicht endlich ins Gewissen rede.“

 

…ich frage mich, ob jetzt der Moment kommt, in dem diese idyllische Seifenblase zerplatzt und sie genau das startet, was mein Vater von ihr verlangt: Eine Intervention. War der Brief fingiert und etwa doch nur ein Köder? Mein Herz hämmert wild in meiner Brust, da überrascht mich meine Mutter ein weiteres Mal. „Dein Vater ist ein furchtbarer Mensch“, sagt sie, dann stockt sie kurz und lacht kalt. „Naja, ich habe jetzt vielleicht nicht das Recht, so über ihn zu reden – ich war jahrelang noch viel, viel schlimmer als er. Aber ich mich geändert, Niko, und ich habe Udo gesagt, dass er sich sein Geld in den Arsch stecken kann und habe direkt aufgelegt.“

 

Ich weiß gar nicht, wie ich darauf reagieren soll.

 

„Sein Geschrei am Telefon war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat, kann man es so sagen, und ich hab mich direkt hingesetzt und dir, naja, eben geschrieben. Endlich.“ Sie wiederholt ihre Entschuldigungen aus dem Brief und es tut verdammt gut, das „tut mir leid“ aus ihrem Mund zu hören, wirklich zu hören.

 

Sie weint dabei, und schluchzt und erzählt von ihren Eltern, die ständig Druck auf sie ausgeübt haben, ihre Leben planen wollten. Das ganze kommt mir furchtbar bekannt vor…

 

Sie sagt, sie habe sich dazu verpflichtet gefühlt, meinen Vater zu heiraten. „Auch wenn ich ihn nie wirklich geliebt habe, dachte ich, es sei die einzige Möglichkeit, eine Familie zu gründen und den Vorstellungen meiner Eltern zu entsprechen, ich fand mich nicht besonders hübsch, nicht besonders intelligent oder witzig“, meint sie traurig. Sie schwört, sie habe versucht, Udo zu lieben, habe sich letztendlich eingeredet, alles sei perfekt. „Was zu meiner Besessenheit geführt hat.“ Ja, meine Mutter war tatsächlich besessen von Perfektion. „Ich habe nicht verstanden, dass ich die Realität versucht habe, umzuformen, sie verbogen und gebrochen habe, weil ich aus ihr eine Traumwelt schaffen wollte.“

 

Die Traumwelt einer perfekten Familie.

 

Mit den Erzählungen meiner Mutter kommen die furchtbaren Besuche meiner Großeltern in meinen Erinnerungen zurück; wie meine Mutter mich als kleinen Jungen schon in irgendwelche Kleider gezwängt hat, die gezwickt haben, zu eng waren, wie ich geweint habe, wie sie außer sich deswegen war…

 

„Selbst nach ihrem Tod habe ich einfach weitergemacht und habe all meine Frustrationen an dir ausgelebt und dir die Schuld gegeben, dass alles am Ende doch zerbrochen ist – weil ich mir nicht eingestehen wollte, dass das ganze einfach ein Fehler war, den ich verursacht hatte. Ich habe so viele Fehler gemacht…“

 

Den Job als Bürokauffrau in einer großen Firma hat sie geschmissen. Der Grund: Sie hatte ein Burnout, kurz nach unserem letzten Treffen, hat sich dann in Therapie begeben, hat nach Wegen der Entspannung gesucht, und ist letztendlich beim Yoga und so bei Manfred gelandet: Er hatte den Kurs geleitet, den sie sich ausgesucht hatte. Sie sagte, dass es war zwar nicht Liebe auf den ersten Blick gewesen war, aber eben das: Liebe. „Pure, echte Liebe.“

 

Sie hat sich nach und nach geöffnet, viel mit Manfred über ihre Vergangenheit gesprochen. Sie sind viel gereist, haben viele Menschen kennengelernt. „Und weißt du, zu sehen, was für ein liebevolles Verhältnis er mit seiner Tochter hat, die übrigens mit einer Frau verheiratet ist, hat mir noch mal so richtig vor Augen geführt, was für einen Schmerz ich dir all die Jahre zugefügt habe…“

 

Wir schweigen, als sie fertig mit ihren Erzählungen ist. Es ist verdammt schwer, die Tränen, die sich da in meinen Augen geformt haben, zurückzuhalten. Ich starre die Tischdecke an, spiele mit der Kuchengabel, ein dicker Kloß in meinem Hals. Ich bin froh, dass sie wieder das Wort ergreift.

 

„Ich hoffe, dass du mir irgendwann verzeihen kannst. Ich weiß, dass ich dich da um sehr viel bitte… Ich würde… mich einfach sehr freuen, wenn wir jetzt erstmal den Kontakt nicht abbrechen lassen und uns ab und zu sehen können. Wir haben viel nachzuholen. Ich habe viel nachzuholen… Ich will dich auch keineswegs unter Druck setzen.“

 

Sie sagt mir, dass sie mit meinem Vater noch einmal in Ruhe über meine Finanzierung reden wird. Dann spricht sie über Christopher. „Er ist so ein charmanter Mann und wie er dich ansieht… Ich bin so froh, dass du jemanden gefunden hast, der dich so sehr liebt.“

 

Mir wird ganz warm ums Herz und wie auf Kommando höre ich das Lachen von Herrn Lang; die Männer steigen die Treppe wieder hinab. Mein Freund richtet seinen Blick auf mich und schaut ein wenig besorgt; wahrscheinlich wegen meiner roten Augen. Ich gebe ihm schnell mit einem Lächeln Entwarnung. Er legt den Arm um mich, als er sich wieder setzt, und meint: „Es wird spät… Wir sollten bald los.“

 

„Aber vorher packe ich euch noch den Rest der Schokomousse und der Tarte ein!“, wirft meine Mutter enthusiastisch ein, springt hoch und eilt in die Küche. Manfred nickt mir freundlich zu und folgt ihr.

 

„…alles okay?“, flüstert Christopher und ich wende ihm meinen Kopf zu, nicke einfach nur, weil ich gerade nichts sagen kann und nichts sagen will.

 

Es ist mein Freund, der die Tüte mit den Tupperdosen in Empfang nimmt. Manfred und meine Mutter verabschieden sich herzlich von ihm; mein Freund ist zwar ein wenig überrumpelt, als meine Mutter ihn fix umarmt, aber er lächelt. Dann stehen wir uns gegenüber.

 

Vorsichtig hält sie mir die Hand hin und lächelt etwas unsicher. Ich seufze, gehe einen Schritt auf sie zu und nehme sie flüchtig in den Arm. „Danke…“, flüstert sie kaum hörbar. Manfred lächelt.

 

 

~~~

 

 

„Glaubst du ihr?“, fragt Christopher mich, als wir die Bundesstraße Richtung Autobahn entlang fahren. Seine Hand ruht auf meinem Oberschenkel, seine Finger massieren mich leicht.

 

„Glaubst du ihr denn?“

 

Mein Freund überlegt und ich werde nervös, denn eines muss ich mir eingestehen: Ich will das glauben. Ich möchte so gerne, dass sie sich geändert hat…!

 

Christopher seufzt, schaut mir kurz in die Augen, ehe er seinen Blick wieder auf die Straße richtet. „Also, ich finde sie sehr authentisch… Menschen können sich ändern, Niko.“

 

„Ja…“, wispere ich eher als das ich es sage. „Ich werde das einfach… mit Vorsicht genießen. Ihr noch nicht alles erzählen, ein paar weitere Treffen abwarten, und dann weiter sehen.“

 

Wir lächeln beide.

 

„Das ist eine sehr gute Idee“, sagt mein Freund und fährt auf die Autobahn auf. „Genau das hatte dir vorschlagen wollen…“

 

 

~~~

 

 

Je mehr ich mir das Treffen durch den Kopf gehen lasse, desto entspannter werde ich. Das Wiedersehen war… schön. Insbesondere nach dem Desaster mit meinem Vater. Die Fronten sind geklärt, meine Mutter wohl irgendwie wieder Teil meines Lebens… Und…

 

Wahnsinn, wie viel sich in letzter Zeit verändert…

 

Veränderungen.

 

Ich starre die wenigen Lkw an, die wir überholen. Es ist nicht viel los auf der Autobahn, auf der wir mindestens noch eine halbe Stunde lang unterwegs sein werden.

 

Veränderungen.

 

Ein breites Lächeln schleicht sich in mein Gesicht, weil ich merke, wie mein Kopf mit jedem gefahrenen Kilometer immer freier wird; wie sich diese dunklen Wolken immer weiter zurückziehen und meine Lebensgeister zurückkehren.

 

Veränderungen.

 

Ich denke plötzlich ganz automatisch an unseren geänderten Sklavenvertrag und mir wird schlagartig bewusst, dass ich heute gegen ihn verstoßen habe.  

 

Mein Blick wandert über Christophers Körper, über seine pechschwarze, enganliegende Jeans und das dunkelblaue Hemd, das sich wunderbar seinem Oberkörper anpasst. Ein Gedanke manifestiert sich in meinem Kopf und nimmt innerhalb weniger Sekunden alles andere ein.

 

Ohne etwas zu sagen strecke ich meine linke Hand nach meinem Master aus. Christopher schreckt sogar kurz auf, als meine Handfläche sich auf seinen Oberschenkel senkt, so konzentriert hat er bis eben auf die Straße geschaut. Unsere Blicke treffen sich und er lächelt mir kurz zu, ehe er wieder nach vorn sieht.

 

Ich beginne sein Tun von vorhin nachzuahmen; beginne ganz sachte über seinen Schenkel zu streichen. Ganz unschuldig zunächst in Richtung seines Knies und wieder zurück. Immer und immer wieder. Dann intensiviere ich zunächst den Druck, den meine Finger ausüben, und streiche etwas fester in selbige Richtung. Christopher zuckt dabei nur leicht zusammen – mehr, als sich meine Hand zur Innenseite seines Oberschenkels bewegt, und richtig, als ich sie unverhohlen in seinen Schritt schiebe.

 

Seine Augen wandern nur für eine Sekunde zu mir. Er sagt nichts, was ich als Genehmigung sehe, weiterzumachen.

 

Meine Finger fahren bedächtig über seinen vom Jeanstoff eingesperrten Schwanz, der, je mehr und je fester ich ihn reibe, immer mehr zum Leben erwacht. Als der Verkehrsfunk vorbei ist und wieder belanglose Musik aus den Autolautsprechern erklingt, ist Christopher vollends hart.

 

Meine Hand verlässt sein Geschlecht und ich meine, das mein Freund in diesem Moment hörbar den Atem aus seinen Lungen entlässt, nur um ihn in nächster Sekunde wieder scharf einzuziehen. Denn mein Tun beginnt eigentlich erst jetzt: Gekonnt löse ich nur mit den Fingern meiner linken Hand erst seine Gürtelschnalle, dann den Knopf direkt am Anfang des Hosenbundes; den Hosenstall zu öffnen ist nach diesen Handlungen das reinste Kinderspiel.

 

Spielerisch wandern meine Finger jetzt über den dünnen Stoff der pechschwarzen engen Shorts, streichen ganz leicht über das harte Fleisch darunter. Ich lasse mir Zeit, fahre die gesamte Länge des Schaftes auf und ab, von allen mir zugänglichen Seiten, greife tiefer und tätschele Christophers Hoden.

 

Schon wieder zieht mein Freund die Luft hörbar ein, und zwar in dem Moment, in dem meine Hand ohne Vorwarnung kurz zum Bund seiner Unterwäsche wandert und dann unter den dunklen Stoff rutscht; sein Schwanz ist heiß, die Eichel nass. Er seufzt verhalten, als ich mit meinem Daumen über den feinen Schlitz streiche und seine Nässe verteile.

 

Ich beginne ganz vorsichtig, ihn zu pumpen. Langsam. Ich baue kein stetiges Tempo auf, fahre die Geschwindigkeit zuweilen ganz auf null hinunter, um dann einfach nur seine Eichel mit meinen Fingerkuppen zu liebkosen.

 

„Christopher…“, schnurre ich irgendwann und ernte ein wundervolles, benebeltes „…hmmm?“ als Antwort, ohne dass er mich ansieht. „Dein Wagen hat doch einen Tempomaten, oder…?“, frage ich.

 

„…Ja… Wieso?“, raunt er und sieht mich nun doch wieder kurz an.

 

„Ich… würde mich sehr freuen, wenn du langsamer wirst und ihn benutzt…“, hauche ich.

 

Es vergehen einige Sekunden, in denen die kleinen Rädchen in Christophers Hirn scheinbar beginnen sich zu drehen. Wir überholen einen Lkw, der nächste ist noch gar nicht am Horizont zu erkennen. Christoper setzt den Blinker und zieht rüber auf die rechte Spur; der Wagen wird langsamer. Die Geschwindigkeit fällt von 150 Stundenkilometern auf gerade mal Tempo 100.

 

Draußen ist es mittlerweile stockfinster und die Cockpitbeleuchtung ist spärlich. Sprich: Niemand könnte uns wirklich sehen, wenn er uns überholen würde.

 

Christophers Schenkel entspannen sich, weil er seinen Fuß jetzt vom Gaspedal nehmen kann; der Wagen hält die von meinem Freund eingestellte Geschwindigkeit, ohne dass Christopher irgendetwas tun muss.

 

In Stillschweigen lehne ich mich so weit es nur geht über die Mittelkonsole, manövriere mich unter Christophers auf dem Lenkrad ruhenden rechten Arm hindurch, bis mein Mund auf seine nasse Eichel trifft. Mein Master stöhnt, als meine Zunge meine Fingerkuppen ersetzt und spielerisch über diese sensible Stelle streicht; noch mehr, als sein Schwanz noch tiefer in meinen Mund gleitet, so weit es in dieser Position eben geht.

 

Der Gurt frisst sich leicht in meine Schulter, aber das ignoriere ich, ebenso wie die Konsole, die sich in meinen Magen bohrt. Ich bewege meinen Kopf auf und ab, sauge, lecke, küsse und genieße das Seufzen meines Masters, das sich schnell in tiefes Stöhnen verwandelt; Christopher ist seit fast genau einer Woche nicht gekommen, heute braucht er also nicht lang, um sich zu ergießen.

 

Dass er soweit ist, merke ich sofort: Seine rechte Hand packt meine Haare und drückt meinen Kopf fest in seinen Schoß; im nächsten Moment füllt er bereits meinen Mund mit seinem heißen Sperma und stöhnt kehlig.

 

Sein Atem hat sich noch nicht gänzlich beruhigt, als ich, nun beide Hände benutzend, seine Hose wieder richte und sie zuknöpfe. Ich sage nichts und auch Christopher schweigt. Dann übernimmt er die Kontrolle über seinen Wagen wieder, beschleunigt. Wir sind fast zuhause.

 

„Danke, Christopher“, hauche ich, als wir die Abfahrt nehmen.

 

„Wofür?“

 

„Dass ich dir einen blasen durfte.“

 

Mein Freund lacht so wundervoll kalt auf.

 

„Du weißt eigentlich, dass das deine Pflicht ist...“

 

„Ja, Christopher. Und eben weil ich es heute Morgen wegen des Treffens nicht gemacht habe, wollte ich es jetzt…“

 

Mein Freund unterbricht mich mit einem so unfassbar teuflischen Lachen. „Du wolltest es nachholen?“, hakt er mit sarkastischem Unterton nach. Ich schweige. „Antworte mir gefälligst.“

 

Wir halten an einer roten Ampel und ich spüre Christophers Augen auf mir ruhen. Als ich ihm den Kopf zuwende, ist sein Blick arktisch und geht mir direkt unter die Haut; es kribbelt überall.

 

„Entschuldige… Ja… Ich wollte es nachholen… War das falsch?“

 

Wieder dieses blasierte Lachen. Gott, das hat mir die vergangenen Tage so gefehlt!

 

„Niko…“, raunt er und setzt den Wagen wieder in Bewegung. „In unserem Vertrag steht, dass du mir jeden Samstagmorgen einen blasen musst. Schau auf die Uhr. Ist es morgens?“

 

„Nein… Christopher.“

 

„Und sag mir Niko, haben wir eine Zusatzklausel, in der wir vereinbart haben, dass du diesen Blow-Job nachholen kannst, wenn der Ausfall dieses Blow-Jobs auf dein Konto geht?“

 

Ich überlege kurz und muss dann antworten: „Nein. Wir haben… Wir haben nur vereinbart, dass du den Blow-Job verschieben kannst, per Befehl.“

 

„Und habe ich das heute getan, Niko?“

 

„…nein.“

 

Am Morgen nach dem Lesen des Briefes war einfach alles so hektisch gewesen, dass wir uns direkt fertig gemacht und eiligst gefrühstückt hatten, um nachzusehen, wo wir überhaupt hinmüssen. Wir waren einkaufen, haben den Wagen getankt, ich habe die Küche aufgeräumt und…

 

Und Christopher hat den Blow-Job mit keinem einzigen Wort verschoben.

 

„Aha. Weißt du, was das heißt?“, fährt mein Freund im süffisanten Ton fort.

 

„Was?“, hauche ich.

 

„Dass du eine Vertragsverletzung begangen hast.“ Er macht eine kurze Pause, in der er den Wagen in die Tiefgarage unseres Wohnhauses lenkt. Christopher schaltet den Motor ab und dreht sich zu mir. „Weißt du, was das heißt?“

 

„…was?“

 

„Dass ich dich verklagen kann“, meint er hämisch grinsend. „Aber… wir können vielleicht einen Vergleich erzielen. Weißt du, was das in deinem Fall heißt?“

 

„…nein.“

 

Christopher löst seinen Anschnallgurt, beugt sich bedrohlich über die Mittelkonsole und haucht mir dann gegen die Lippen: „Dass ich dich bestrafen werde. Und es wird dir nicht gefallen… Oder vielleicht… doch?“

 

 

36

 

Auf dem Weg in die Wohnung schweigen Christopher und Ich. Oder eher gesagt: Er schweigt und ich wage es nicht, zu sprechen. Dass meine Bestrafung schon jetzt begonnen hat, muss mein Master mir nicht erklären. Diese Spannung, die zwischen uns liegt, fühlt sich endlich wieder herrlich an, weil ich mich endlich wieder komplett auf sie einlassen kann, auf unser Spiel, unser Machtgefüge.

 

Erst als die schwere Holztür in ihr Schloss fällt, dreht mein Freund sich zu mir um. Seine Augen sind betörend kalte Kristalle, die mich eindringlich mustern. Christophers Hand streicht im Gegensatz dazu sanft durch mein Haar und seine Stimme ist mild, als er mich fragt: „Geht es dir wirklich gut? ...hast du noch Gesprächsbedarf?“

 

Für eine Millisekunde bin ich genervt, weil wir schon so verdammt viel über das Treffen mit meiner Mutter im Auto geredet haben; ich habe Christopher jedes Detail der Unterhaltung mit meiner Erzeugerin offenbart und sehr deutlich gemacht, wie ich mich derzeit fühle: Dass ich happy bin, auch wenn mit Vorbehalt. Dass ich mich langsam auf sie einlassen möchte. Dass es mir jetzt viel besser geht. Dass ich nach vorne schauen kann. Doch schnell erkenne ich, dass ich mich aufgrund seiner Äußerung eigentlich eher glücklich schätzen kann: Christopher will sich einfach nur ganz sicher sein, dass ich in einer guten emotionalen Verfassung bin, ehe er seine Macht über mich weiter einfordert.

 

Unweigerlich denke ich an seine Worte im frühen Stadium unseres Zusammenseins zurück:

 

Ich bin ein harter Master, aber ich bin ein guter Master.

 

„Alles in bester Ordnung“, antworte ich also gehorsam und senke mein Haupt dabei auch ein wenig, um meinem Master Respekt zu zeigen und ihm damit unmissverständlich klarzumachen: Ich bin bereit.

 

„Gut“, entgegnet er und macht mir damit unmissverständlich klar: Es geht nun weiter. Die große Frage lautet nun: Wie? Ich kann die Antwort darauf kaum erwarten, werde allerdings im ersten Moment etwas von meinem Dom enttäuscht. Denn: Wo bleibt der Befehl, dass ich mich ausziehen soll? Wo bleibt seine in mein Haar greifend Hand? Warum hebt er nicht wenigstens mein Kinn an, um Augenkontakt zu forcieren, sondern dreht sich um und spaziert seelenruhig den Flur hinunter?

 

Etwas verdutzt und unsicher, was er von mir verlangt, einen Befehl hat er mir ja schließlich noch nicht erteilt, bleibe ich also erstmal in der Diele stehen und beobachte ihn. Kurz bevor Christopher im Schlafzimmer verschwindet, wendet er mir seinen Kopf kurz zu und grinst; und dieses Grinsen ist so seltsam, dass ich es nicht wirklich interpretieren kann. Es nicht nett, es ist aber auch nicht süffisant oder fies, es ist nicht wirklich erheitert. Es ist... Ja, was ist es eigentlich?

 

Christopher lässt mich, wie so oft, warten. Ich versuche mich auf die Geräusche zu konzentrieren, die er möglicherweise produzieren könnte, bei was auch immer er dort, oder in unserem Spielzimmer macht, aber: Ich höre absolut nichts.

 

Minuten vergehen, ich kann nicht einmal sagen, wie viele. Bis ich auf die Idee komme, mein Handy aus der Tasche zu zücken, um die Uhr ab sofort im Blick zu behalten. Ich habe drei Nachrichten erhalten. Eine ist von Chiyo, die fragt, ob wir uns nicht den neuen Film vom Horror-Master Guillermo del Toro im Kino ansehen wollen. Frank will sich gern auf ein Bier mit mir treffen und die dritte Nachricht ist von Paul, der mir ein dämliches Bild von einer nackten Angela Merkel geschickt hat. Ich seufze vage grinsend und in dem Moment ernte ich eine so harte Backpfeife, dass ich das Gleichgewicht verliere, gegen die Wand stolpere, mir das Handy aus der Hand fliegt und mit einem lauten Knall auf dem Boden landet; das Case ist abgefallen und der Akku unter die Kommode gerutscht, auf der unser Festnetztelefon steht. Mein Herz pocht, ebenso wie meine rechte Backe; Christopher hat sich angeschlichen wie eine verdammte Katze, ich habe keinen einzigen seiner Schritte gehört! Als sich meine Augen auf meinen Master richten, weiten sie sich umgehend und ich ziehe die Luft ein: Christopher ist splitterfasernackt und sein wunderschöner großer Schwanz hart wie Stein.

 

Dieses Mal grinst er nicht. Dieses Mal funkelt er mich bitterböse an. Er stemmt die Hände gegen die Hüften. „Du wagst es, dein Mobiltelefon in die Hand zu nehmen, während ich dich bestrafe?“, lautet seine eisige Frage, die eigentlich eher so etwas wie eine Feststellung ist.

 

„Entschuldige, Christopher“, murmele ich und senke meinen Blick gen Boden; ich kann aber nicht verhindern, dass meine Augen vorher über das harte Fleisch meines Masters wandern und ich mich daran ergötze.

 

Christopher seufzt. Laut und theatralisch. Aber er fasst mich auch jetzt nicht an. „Mitkommen!“, blafft er und dreht sich abermals um, um das Schlafzimmer anzusteuern.

 

Während ich ihm folge, ruhen meine Augen auf seinem knackigen Hintern. Schon seltsam, denke ich mir, während ich unser nächtliches Gemach betrete; normalerweise ist es andersrum: ich bin nackt und Christopher noch komplett angezogen. Der aktuelle Zustand ist also irgendwie neu, und was mein Master damit bezwecken will, weiß ich auch noch nicht. Nur eines: Ich werde langsam ziemlich geil.

 

Mein Master schiebt seinen wundervollen nackten Körper auf unser Bett, legt sich verführerisch auf die Seite und bedeutet mir mit einer simplen Handbewegung, mich neben ihn zu legen. Vorsichtig komme ich dieser unausgesprochenen Bitte nach, oder eher gesagt diesem zaghaften Befehl, der sich nicht wirklich wie einer anfühlt.

 

Dann endlich berührt Christopher mich: Als ich mich auf den Rücken gelegt habe und ihn fragend ansehe, wandert seine Hand spielerisch unter meinen Pullover und streicht zärtlich hoch bis zu meiner Brust. Seine Finger beginnen damit, gemächlich über meine Brustwarzen zu fahren, bis sie hart sind; seine Hand pendelt zwischen linker und rechter hin und her, und während dieser konstanten Bewegung rutscht Christopher näher an mich heran, drängt seinen nackten Körper gegen meinen, legt sein Bein über meinen Schenkel und sein harter Schwanz kommt meiner Mitte dadurch gefährlich nahe. Im nächsten Augenblick schon spüre ich seine heiße Zunge an meinem Hals und muss unweigerlich die Augen schließen. Mal leckt er meine sensible Haut dort, mal beißt er ganz leicht hinein, um die Stelle eine Sekunde später mit Schmetterlingshaften Küssen zu bedecken, und schickt dann abermals seine Zunge entlang meines Halses auf Wanderschaft.

 

Ich versuche diese Art der Zuwendung zu genießen, weil sie im Grunde genommen wundervoll ist... Aber in der Situation, in der wir uns gerade befinden, traue ich dem Braten nicht, kann mich nicht vollends entspannt diesen Liebkosungen hingeben, denn schließlich hat mein Master vor, mich zu bestrafen - und das bedeutet, dass Christopher seine sachte Verwöhnung schon sehr bald beenden wird. Nur wann das sein wird, das weiß nur er, und diese Ungewissheit, diese ganz spezielle Art des Wartens, macht mich ganz kirre.

 

Seine Zunge wandert jetzt zu meinem Ohrläppchen und er beißt auch dort ganz leicht hinein, während er beginnt, sein Becken, seinen Schwanz, ganz leicht an meinem Oberschenkel zu reiben. Ich öffne meine Augen und lasse meinen Blick zu jenem Treiben wandern, das so verrucht ist, dass auch mein Fleisch unter der Hose beginnt sich unweigerlich zu regen. Mein Master intensiviert seine Beckenbewegungen zunehmend und stöhnt mir dabei ganz leicht ins Ohr; und ich kann die Augen gar nicht mehr von seiner Männlichkeit nehmen. Die Lusttröpfchen auf seiner Spitze scheinen zu glitzern und seine feuchte Zunge, die gerade die Kontur meiner Ohrmuschel nachzeichnet, und seine Finger, die gerade wieder über meine Brustwarze wandern, machen es mir beinahe unmöglich, mich nicht zu bewegen.

 

Aber... Christopher hat mir ja nicht befohlen, still liegenzubleiben... oder?

 

In dem Moment, in dem ich meinen Körper ganz leicht zur Seite drehe, schreie ich auf, weil Christopher mir heftig in die Brustwarze kneift. Er zieht an ihr, seine Fingernägel bohren sich unschön hinein; er zwirbelt sie so gnadenlos, dass ich mich kurz frage, ob er sie mir nicht tatsächlich abreißen will. Direkt danach schreie ich ein zweites Mal auf, weil er mir ebenso heftig in den Hals beißt: Die kommenden Tage werde ich ein Tuch umbinden müssen, wenn ich peinlichen Fragen aus dem Weg gehen will... Ich schreie ein drittes Mal, als Christopher meinen Schritt so grob packt, dass man eigentlich schon sagen könnte, er hätte mich in die Eier geboxt.

 

Endlich! Endlich, endlich, endlich!

 

...und dann ist es wieder vorbei.

 

Christophers Mund verlässt meinen Hals, seine Hand zieht sich von meinem bedeckten Glied zurück und auch der Kontakt meines Schenkels mit seinem wunderschönen Schwanz bricht ab.

 

Machtlos betrachte ich, wie mein Freund fast einen Meter von mir wegrutscht, sich auf den Rücken legt, die Arme hinter seinem Kopf verschränkt und seufzend die Decke betrachtet; sein Geschlecht immer noch steinhart.

 

„Zieh dich aus“, befiehlt er letztendlich trocken, ohne mich auch nur mit einem einzigen Blick zu würdigen.

 

Natürlich komme ich dieser Weisung umgehend nach. Es dauert eigentlich nur wenige Sekunden, bis auch ich endlich vollkommen entkleidet bin und mit ebenso steifem Fleisch zurück aufs Bett klettere. Ich knie mich neben meinen Herren und warte. Und warte, und warte.

 

Christopher hat mir beim Ausziehen nicht zugesehen und jetzt hat er die Augen geschlossen, ignoriert mich - und ich wage es nicht, zu sprechen, noch mich zu bewegen. Ich harre aus und betrachte seine nackte Erscheinung. Mir fallen tausend Dinge ein, die ich jetzt am liebsten mit diesem Körper anstellen würde; oder er mit mir anstellen könnte. Doch es geschieht: vorerst nichts.

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet Herr Lang wieder seine Augen und dreht ganz langsam wieder den Kopf in meine Richtung. Sein Blick ist... gelangweilt, als sein Augen von meinem Gesicht runter zu meinem Schritt wandern. Mein Master runzelt die Stirn, während er meinen Schwanz betrachtet, der leicht aufzuckt, weil ich es kaum erwarten kann, wieder von Christopher angefasst oder geschlagen zu werden.

 

„Hm“, macht er unzufrieden und dreht seinen Kopf wieder so, dass sein Gesicht erneut zur Zimmerdecke zeigt, „du bist hart“, stellt er fest.

 

„...ja...“, murmele ich, überlegend, worauf er da hinaus will.

 

„Hm“, macht er erneut unzufrieden und seine nächsten Worte, so simpel und im Grunde genommen unschuldig wie sie auch sind, haben es in sich: „Das gefällt mir nicht.“

 

Mir bleibt die Antwort darauf im Hals stecken. „...w-was?“, höre ich mich dann japsen, da richtet mein Freund sich auf, packt mich mit beiden Händen am Hals, kippt mich zur Seite und drückt mich dann mit meinem Rücken gegen die Matratze. Seine Finger umklammern mich fest, drücken schmerzhaft gegen meinen Kehlkopf, schnüren mir die Luft ab; instinktiv umklammern meine Hände seine Handgelenke und versuchen ihn aufzuhalten; aber natürlich gelingt mir das nicht; auch, weil ich es eigentlich gar nicht will. Ein erbärmliches Wimmern dringt aus meinem Mund, als Christopher mir sein Knie in meine Mitte rammt und mich dann anbellt: „Ich sagte, das gefällt mir nicht, was ist daran nicht zu verstehen?!“

 

Dann lässt er mich wieder los und ich schnappe laut nach Luft. „Entschuldige, Christopher“, keuche ich.

 

Mein Master straft mich mit einem abwertenden Blick.

 

„Du wirst jetzt an unschöne Dinge denken, bis dein Schwanz wieder mickrig ist, hast du verstanden? Ich will, dass er weich wie Butter ist“, weist er mich mit bedrohlicher, tiefer Stimme an.

 

Ich nicke hastig und füge dem eiligst ein „Ja, Christopher“ hinzu.

 

„Ruf mich, wenn es soweit ist“, meint er noch, dann erhebt er sich und wandert wie Gott ihn schuf rüber ins Spielzimmer.

 

Ich starre die Decke an und versuche mich zu beruhigen. Langsam fügen sich die Puzzleteilchen in meinem Kopf zusammen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einem Abend elendiger langer Tortur entgegen blicke, an dem Christopher mich immer wieder aufs Neue heiß machen wird, nur um jedes Mal an einem gewissen Punkt plötzlich komplett von mir abzulassen; bis er mich dann irgendwann, wenn ich es kaum mehr aushalte, endlich kommen lassen wird.

 

Oder auch nicht...

 

Ich schlucke, schließe die Augen und versuche seine Instruktionen umzusetzen, denke an fürchterliche Dinge. Dicke Männer im Rubber-Kostüm, stinkende Fischgräten, Christopher, der einen anderen Mann auspeitscht. Eiskalt läuft ein Schauer meinen Rücken hinunter und ich schüttele mich beim letzten Gedankengang sogar ein wenig; mein Schwanz ist, wie von meinem Master gewollt, wieder schlaff.

 

„Christopher“, rufe ich vorsichtig, „ich bin soweit.“

 

...natürlich lässt er mich wieder warten, aber immerhin nicht ganz so lang wie am Anfang dieser Session; wenn man sie als solche bezeichnen will.

 

Als mein Herr das Schlafzimmer wieder betritt, ist er nicht mehr ganz nackt. Er trägt jetzt diese oberscharfe knappe Latexshorts, die ich so sehr an ihm liebe. Das ist echt fies. Noch fieser ist, dass er mich ohne etwas zu sagen an meinen Knöcheln packt und zum Rand des Bettes zieht. „Setz dich auf“, weist er mich barsch an und ich tue es. Meine Füße berühren jetzt den Boden und Christophers Hände legen sich auf meine Knie, während er vor mir in die Hocke geht; im nächsten Moment drückt er meine Beine so auseinander. Sein Kopf ist jetzt direkt auf der Höhe meines mickrigen Schwanzes, wie Herr Lang ihn vorhin so eloquent umschrieben hat.

 

Ich denke an Senfgurken, damit mein Körper ja nicht auf die Idee kommt, wieder Blut in südliche Richtung zu pumpen.

 

Er sieht mir in die Augen, sein Hände immer noch auf meinen Knien ruhend. Er schweigt und seine Fingernägel bohren sich unschön in meine Haut; ich zische leicht auf. „Niko“, knurrt er dann, „eine Vertragsverletzung ist keine Bagatelle. Ich möchte, dass du das verstehst... Also: Verstehst du das?“

 

„Ja, Christopher“, bestätige ich gehorsam.

 

„Sicher?“, hakt er kalt-belustigt nach.

 

„...ja...“

 

„Hm“, macht er wieder unzufrieden und packt meine Hoden mit seiner rechten Hand; so grob, dass ich abermals an diesem Abend vor Schmerz aufschreie. „Niko... Du musst mir jetzt die Wahrheit sagen. Hast du auch gegen unser vereinbartes Masturbationsverbot verstoßen?“

 

Ich zucke auf bei dieser Frage und mein Herz macht einen verräterischen Sprung. Christopher sieht mich eindringlich an und seine Finger um meine Hoden drücken noch fester zu. Ich jaule auf. Und dann gestehe ich: „Ja, habe ich, Christopher...“ Seine Finger verlassen meine Mitte, aber Zeit zum Aufatmen habe ich nicht wirklich, weil Herr Lang ausholt und mir eine noch stärkere Ohrfeige verpasst als vorhin in der Diele; meine Wange scheint zu glühen.

 

„Wie viele Male?“, will er wissen.

 

„Nur ein Mal...“ Ich ernte einen erneuten Schlag, dieses Mal erwischt es die andere Wange und Tränen schießen in meine Augen.

 

„Wann?“, setzt mein Freund sein frostiges Verhör fort.

 

„Kurz vorm Besuch meines Vaters. Aber nur, weil...“ Eine dritte Backpfeife hindert mich an dem Beenden meines Satzes.

 

„Aber nur, weil was?!“, schimpft mein Master.

 

„...nur weil du so viel zu tun hattest und ich so verdammt geil war und dich nicht belästigen wollte...“, murmele ich und erwarte einen fünften Schlag, aber er bleibt aus.

 

Christopher erhebt sich bedächtig, baut sich vor mir auf, verschränkt die Arme vor der Brust und blickt unheimlich wütend auf mich herab.

 

Ich denke an Miriam und ekele mich ein wenig vor mir selbst; aber alles ist mir recht, denn ich muss meine Erregung killen, ehe sie mich ergreift und sich ausbreitet.

 

Mein Master schüttelt enttäuscht den Kopf. Er seufzt. „Holger hat Recht“, meint er dann irgendwie resigniert. „Ich bin nicht streng genug zu dir.“

 

Ich halte die Luft an, als er die erste Schublade des kleinen Nachttisches öffnet und etwas herauszieht, das ich in der nächsten Sekunde schon als Keuschheitsgürtel identifizieren kann. Dieses Exemplar ist aus Edelstahl gefertigt. Christopher spricht nicht, als er die Vorrichtung öffnet und mir zunächst den harten Ring über meinen schlaffen Schwanz und über meine Hoden zieht; ich konzentrier mich, damit ich auf keinen Fall hart werde, was ziemlich schwer ist, wenn die Finger meines Masters mein Fleisch berühren, wenn er dabei so wütend auf mich ist. Wenige Sekunden später stülpt er den passenden kleinen Käfig über mein weiches Glied; am Ende legt er das passende Minischloss um und befestigt somit den spiralförmigen Käfig mit seiner gitterartigen Spitze am Ring. Dann blickt er mir wieder in die Augen.

 

„Ich lasse dich einfach zu oft kommen, Niko“, erklärt er, als würde er mir offenbaren, er trinke zu viel Kaffee oder esse ein bisschen zu viel Kuchen. „Das steigt dir wohl irgendwie zu Kopf. Du erlaubst dir zu viel. Das enttäuscht mich.“

 

Ich senke den Kopf und murmele eine Entschuldigung, die meinen Freund aber herzlich wenig interessiert.

 

„Steh auf“, befiehlt er und ich erhebe mich. Er packt mich am Arm und zerrt mich in die Mitte unseres Spielzimmers. Das kleine Schloss an der Keuschheitsvorrichtung klimpert dabei ganz leise vor sich hin und macht mir deutlich, in was für einer prekären Lage ich mich befinde: Egal was passiert, egal was mein Master gleich mit mir vorhat, fängt mein Schwanz an zu wachsen, wird es sehr unangenehm für mich… Und natürlich drängt sich mir die Frage auf, wie lange ich den Peniskäfig eigentlich tragen muss. Das letzte Mal, was tatsächlich einige Zeit zurückliegt, hatte er mich eine Woche lang unter Verschluss gehalten. Ob es dieses Mal ebenso lang dauern wird? Damals haben wir noch nicht zusammengelebt…

 

Christophers Hand legt sich auf meinen Rücken und er instruiert mich, die Knie leicht anzuwinkeln und mich so weit es geht nach vorn zu beugen, meine eigenen Knöchel zu umfassen; vorher drückt er noch meine Füße etwas weiter auseinander. In dieser unnatürlichen Stellung ist mein Hintern, mit meinen leicht gespreizten Backen, meinem Master verdammt gut zugänglich und ich spüre schon jetzt ganz leicht, wie das Blut sich beginnt, in Richtung meines Kopfes zu strömen.

 

Mein Freund tritt hinter mich, mein verdrehter Blick fällt auf seine nackten Beine; die Welt steht für mich im wahrsten Sinne des Wortes Kopf. Im nächsten Moment legt Christopher mir eine warme Hand auf meine rechte Pobacke, die andere wandert an mein Steißbein. Er kneift nicht in meinen Hintern hinein, er beginnt auch nicht, mich dort zu streicheln; seine Hände ruhen regungslos auf meinem Körper. Es ist sein Mund, der sich bewegt und mein Verhalten entrüstet moniert.

 

„Deine Orgasmen unterliegen meiner Kontrolle. Ich bestimmte, ob und wann du kommst, und auch wie. Dass du das noch immer nicht verstanden hast, ist fast schon eine Beleidigung…!“

 

„…entschuldige, Christopher“, sage ich und spüre, wie die Hand meines Masters meine Arschbacke verlässt und eine Sekunde später auf sie niedersaust; es ist ein semi-harter Klaps, den ich mit einem Ächzen quittiere.

 

„Es ist außerdem eine Frechheit, dass du deinen Verstoß gegen das Masturbationsverbot ausgerechnet mir in die Schuhe schiebst…“ Er verpasst mich einen zweiten Klaps, und ich stöhne: „Entschuldigung!“

 

„Du bist aufmüpfig und undankbar“, kritisiert er mit aufgebrachter Stimme weiter und fängt jetzt an, auch meine linke Pobacke mit seiner Hand zu traktieren.

 

Meine Haut fängt an zu prickeln und die Stellen, mit denen seine Hand in Kontakt gekommen ist, beginnen leicht zu ziehen. Seine tiefe Stimme verpasst mir nicht nur eine Gänsehaut, gepaart mit diesen fiesen Schlägen seiner Hand auf meinen blanken Arsch, verursacht sie auch dieses verräterische Ziehen in meinem Unterleib und ich merke, wie mein Schwanz beginnt gemächlich zu wachsen.

 

…das ist nicht gut…

 

Ich versuche mir erneut, ekelhafte Gedanken zu machen, aber als Christophers Hände nach gefühlten zehn Minuten, in denen sein Spanking fester, doller, schmerzhafter geworden ist, meinen Körper plötzlich verlassen und er seine schlagende Hand mit einem harten, langen, dünnen Gegenstand ersetzt und mich anweist, endlich brav zu sein und die Schläge des Rohrstocks laut mitzuzählen, ist mein Hirn wie benebelt, und ablenkende Gedanken sind überhaupt nicht mehr möglich.

 

„Fuck!“, entweicht es meiner Kehle, als Christopher das erste Mal mit dem Stock zuschlägt; das Erziehungsinstrument erzeugt dieses verführerische Zischen, dieses entzückende präzise Klatschen auf meiner Haut, produziert diesen ziependen scharfen Schmerz. „Eins!“, korrigiere ich mich eiligst und mein Master seufzt genervt, wonach er mir nach nur sehr kurzer Zeit den zweiten Schlag erteilt, den ich mit einem lauten „zwei“ entgegen nehme; und ja, der zweite Schlag ist ein bisschen härter als sein Vorgänger…

 

Mit Härte habe ich auch zwischen meinen Beinen zu kämpfen: Der nur spärlich durchlöcherte Tresor aus Edelstahl beginnt, in mein erwachendes sensibles Fleisch zu schneiden. Ich zähle laut „drei… vier… fünf…!“

 

Mein gesamter Hintern pocht jetzt und fühlt sich an, als hätte ich mich für eine ganze Minute auf glühende Kohlen gesetzt, und Christopher schlägt weiter zu, verringert irgendwann sogar den Abstand zwischen seinen Hieben. „Zehn…! Elf… zwölf! Dreizehn, vierzehnfünfzehnsechszehnahhh!“, keuche ich, dann verlangsamt mein Master das Tempo wieder, schlägt dafür aber härter zu…

 

Ich kann meine Balance kaum halten und Christophers Hand wandert wieder an mein Steißbein; er will mich so in Position halten, herrscht mich an, ich solle mich gefälligst nicht bewegen und ich entschuldige mich für das Zucken meines Körpers und strenge mich wirklich an, mich nicht mehr zu rühren.

 

Aber das ist so verdammt, verdammt, verdammt schwer…!

 

Tränchen haben sich in meinen Augen gebildet. Der Peniskäfig ist verdammt eng. Schweißperlchen bilden sich auf meinen Schläfen – und Christopher prügelt weiter auf meinen bereits wunden und sicherlich extrem roten Arsch ein.

 

„…fünfundzwanzig, sechsundzwanzig, siebenundzwanzig“, zähle ich, meine Stimme mit jedem Mal schwacher, nur beim letzten Schlag, dem 40. wird sie plötzlich unheimlich laut, denn als der Rohrstock auf meinen Hintern niedersaust, fühle ich, wie meine Haut aufplatzt. Erst dann hört Christopher auf.

 

Mein Atem geht wild, mein Herz pocht laut und der stechende Schmerz an meinem Gesäß ist kaum auszuhalten.

 

„Ahhhh!“, zische ich auf, als Christophers Fingerkuppen über sein Werk streichen.

 

„Schhhhh…“, macht er und entfernt sich von mir, geht hinüber zum Medizinschrank. Als er das Fläschchen seiner Begierde in der Hand hält, sagt er mir, ich solle mich ins Schlafzimmer bewegen.

 

Meine Glieder schmerzen, als ich mich aufrichte. Gehen fällt mir schwer. Normalerweise würde mein Master mich jetzt stützen, mir helfen; aber er tut es nicht, bleibt hinter mir, ergötzt sich höchstwahrscheinlich an dem Anblick meines geschundenen Hinterteils.

 

„Leg dich auf den Bauch“, befiehlt er und ich mach es.

 

Ich zische auf, als es furchtbar ziept, weil Christopher einige Stellen meiner aufgeplatzten Haut mir einem feuchten Tuch abtupft; sicherlich Desinfektionsmittel. Danach seufze ich genüsslich, weil mein Freund vorsichtig kühlendes Gel aufträgt. „Bleib so“, sagt er und entfernt sich wieder.

 

Mein Hintern pocht noch immer und die gesamte kommende Woche wird eine einzige Tortur werden, das weiß ich jetzt schon. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich es sitzend in meinen Seminaren sitzen soll. Wollte Christopher sich eigentlich nicht zurückhalten, was das angeht? Offensichtlich hat er diesen Gedanken verworfen, und ich bin heilfroh deswegen… Ich frage mich allerdings auch, wie ich die kommenden Tage in Keuschheit aushalten soll: Auch ich hatte seit einer Woche keinen Orgasmus…

 

Christopher rutscht wieder neben mich, unsere Augen treffen sich; er grinst fies. Anstatt zu sagen „das reicht für heute, Niko…“, packt er mich grob an meinen Oberarmen und zieht mich zwischen seine Beine. Ich zische auf, weil jede Art der Bewegung momentan den Schmerz von meinem Hintern in alle Körperteile schießen lässt; erst als mein Gesicht direkt vor dem harten Schwanz meines Freundes ist, begreife ich, dass er seine Latexshorts schon wieder losgeworden ist und Blow-Job Nummer zwei einfordert.

 

Seine Finger greifen in meine Haare, so hält er meinen Kopf still, um ungehindert mit seinem harten Fleisch abermals in meine Mundhöhle einzudringen. Meine Hände umklammern seine Schenkel, als er beginnt, sein Becken zu bewegen und damit, ich kann es nicht anders ausdrücken, meinen Mund zu ficken. Ohne Rücksicht, ohne Gnade zieht er meinen Kopf seinen Lenden bei jedem seiner immer schneller und heftiger werdenden Stöße entgegen. Seine Eichel streift meine Mandeln und ich unterdrücke den kurz aufsteigenden Würgereiz, mit seinen Fingern zieht er so doll an meinem Haar, dass er mir einige Strähnen ausreißt, und als er kommt, drückt er mein Gesicht so fest an seine Scham, dass mir die Luft für die Zeit seines von lautem Stöhnen begleiteten Orgasmus komplett geraubt wird.

 

Ich habe Probleme seinen Saft zu schlucken und einiges läuft über mein Kinn, ich beginne zu husten und durch diese ungewollten Bewegungen meines Körpers tut es überall ganz schrecklich weh.

 

„Niko!“, schimpft mein Master etwas atemlos, aber immer noch verdammt wütend. „Du hast die Bettdecke eingesaut, verdammt noch mal!“ Er rutscht vom Bett. Dann packt er mich erneut an meinen Oberarmen und zieht mich ebenfalls von der Matratze, ruppig. Ich schreie auf, als mein Arsch in Kontakt mit der eigentlich weichen Bettdecke kommt, die sich momentan aber für mich wie Schmirgelpapier anfühlt.

 

Christopher schnalzt genervt mit der Zunge und herrscht mich an: „Mach das sauber!“ Gemeint ist die Bettdecke, auf der einige Tröpfchen seines Spermas gelangt sind. Ich gehorche, während mein Master duschen geht.

 

Es ist weit, weit nach Mitternacht, als Christopher mich ein zweites Mal eincremt und ich das zitternd auf dem Bauch liegen über mich ergehen lasse. Erst dann sagt er: „Das reicht für heute, Niko.“

 

„…danke…“, hauche ich schwach gegen das Kissen, auf dem mein Kopf schief ruht.

 

Christopher schlüpft unter seine Bettdecke und lässt seinen Blick noch einmal ungeniert über meinen blanken, und von roten Striemen bedeckten Hintern wandern. Er nickt zufrieden, grinst mich dann leicht triumphierend an und in dem Moment werde ich mir des Peniskäfigs noch einmal so richtig bewusst, spüre den metallischen Käfig an meiner Männlichkeit. Ich lecke mir über die Lippen.

 

„Du…“, wispere ich und ernte ein ebenso leises „hm?“

 

„Wie lange… muss ich denn eigentlich keusch bleiben?“

 

„So lange ich will“, antwortet er salopp und grinst dabei.

 

Ich schlucke. „…und wie lang wird das sein?“

 

Etwas Bedrohliches mischt sich jetzt in seinen Blick. „So lange ich will“, wiederholt er fest und betont dabei jedes einzelne Wort scharf.

 

Ich schlucke erneut, dann senke ich den Blick und starre das Kissen an. „Tut mir echt Leid mit dem Verstoß gegen das Masturbationsverbot…“

 

„Hm“, macht mein Freund, dieses Mal eher belustigt als unzufrieden. „Zu spät, Niko. Du hast dagegen verstoßen, es gibt Konsequenzen. Da hilft auch keine Entschuldigung mehr.“

 

„Ich weiß…“, gebe ich kleinlaut zu und zeichne das Muster der Bettwäsche mit meinem Finger nach. Es entsteht eine kurze Pause und obwohl ich weiß, dass ich nicht noch ein drittes Mal fragen sollte, überwiegt diese freche Neugier eben doch mal wieder und ich höre mich selbst fragen: „…kannst du denn einschätzen, wie lange du mich keusch halten wirst…?“

 

Diese Frage war ein Fehler.

 

Ein großer Fehler, den ich unmittelbar bereue, weil Christopher ausholt und mir einen so harten Klaps auf meinen malträtierten Hintern verpasst, dass ich, obschon ins Kissen schreiend, für mein Empfinden so laut bin, dass ich mich dieses Mal tatsächlich frage, ob nicht einer der Nachbarn gleich die Polizei ruft.

 

Christopher knurrt und sein Gesicht kommt meinem gefährlich nah. Er reißt meinen Kopf zurück und zischt: „Niko, ich habe dir eine genaue Antwort klar negiert. Wie kannst du es wagen, ein drittes Mal nachzuhaken? Sprichst du kein Deutsch? Verstehst du meine Antworten einfach nicht? Soll ich doch noch mal zur Grundschule schicken?“ Danach drückt er mein Gesicht grob gegen das Kissen; abermals wird mir die Luft abgeschnürt und als Panik beginnt, sich in meinem Körper breitzumachen, lässt er los und ich schnappe gierig nach Luft.

 

Als ich meinen Freund wieder ansehe, ist auf seinem Gesicht keine Verärgerung mehr zu erkennen; da ist nur dieses zärtliche Lächeln und in eben dieser Manier streicht er mir dann durch mein durcheinander gebrachtes Haar.

 

Das ist der typische Christopher-Lang-Kontrast, mit dem mein Master mich ganz kirre macht…

 

Er küsst mich, lässt seine Zunge für einen kurzen Moment über meine Lippen streichen und lacht leise auf; in diesem Lachen meine ich aber wieder einen fiesen Unterton aufzuschnappen, und fies ist auch tatsächlich die nächste Äußerung meines Freundes:

 

„Ich verrate dir so viel, Niko: Du solltest dich an die Keuschhaltung gewöhnen, denn sie ist ab sofort ein fester Bestandteil deines Sklavendaseins.“

 

Ich schlucke.

Und ich frage kein viertes Mal nach.

Denn ich spreche Deutsch, ich kann auch zwischen den Zeilen lesen und weiß, dass mein Schwanz dieses Mal definitiv länger als eine Woche weggesperrt bleibt.

 

…ich behalte so was von Recht…

 

Was ich noch nicht ahne, ist das eigentliche Ausmaß dieser Tortur.

 

~~~

 

Diese Nacht schlafe ich kaum, wache fast jede Stunde auf. Mal ist es mein Hintern, der ungewollt mit der Decke oder der Matratze kollidiert und der damit verbundene, stechende Schmerz, der durch meine Glieder rast und mich aus der Traumwelt reißt. Mal ist es das Ziehen in meinem Schritt, weil mein Körper ungewollt Blut in den Süden pumpt und mein Glied erfolglos versucht, sich zu versteifen und die Streben seines Gefängnisses sich somit ins Fleisch drücken. Es ist sowieso komisch, mit der Vorrichtung an meinem Schwanz zu schlafen und ein paar Mal versuche ich sogar im Halbschlag, sie zu entfernen; was natürlich nicht klappt und nur in einem Aufzischen und Aufschrecken resultiert.

 

Als Christopher sich gegen zehn Uhr morgens neben mir genüsslich streckt und niedlich gähnt, bin ich schon eine ganze Weile wach.

 

„Hey, guten Morgen…“, nuschelt er und lächelt, woraufhin sein Blick sofort zu meinem Hintern wandert. Er setzt sich auf, um ihn besser betrachten zu können. Christopher fängt an zu grinsen. „Sieht fantastisch aus“, meint er dann fies und fährt mit seinem Fingerkuppen über meine Wunden, sodass ich zusammenzucke und scharf die Luft einziehe. „Ich würde vorschlagen, du duschst gleich und dann desinfizieren wir deinen Arsch noch mal, okay?“

 

„…okay…“

 

„Aber vorher…“, sagt er, lehnt sich zufrieden zurück und zieht die Bettdecke, die ihn bis eben noch bedeckt hat, zur Seite, um mir freie Sicht auf seine enorme Morgenlatte zu offenbaren, „…vorher bist du brav und kommst deiner Pflicht nach. Und dass dir alles weh tut, ist kein Argument für eine Absage, verstanden?“

 

Ich nicke und rutsche im nächsten Augenblick gehorsam mit schmerzverzerrtem Gesicht zwischen seine Schenkel.

 

Ich bin mir sicher, dass ihn meine Miene anmacht.

 

Es dauert so verdammt lang, bis Christopher seinen morgendlichen Höhepunkt erreicht. Er bewegt sein Becken nicht, hält meinen Kopf nicht in Position, überlässt die ganze Arbeit mir allein.

 

Ich bin ganz außer Atem danach und brauche fast eine Viertelstunde, ehe ich mich vom Akt erholt habe, der mit Schmerzen am Hinterteil und zwischen meinen Beinen verbunden gewesen ist. Ich denke an Sigmar Gabriel, der nackt Bananen frisst, um meine Latte zu bekämpfen und es wirkt sogar.

 

Das Auftragen der Wundsalbe nach dem doch sehr schmerzhaften Duschen inklusive Abtrocknen tut so gut… Aber das bleibt dann vorerst auch die einzige Freundlichkeit, die Christopher mir an diesem Sonntag entgegenbringt.

 

Am Frühstückstisch würde er mir normalerweise ein Kissen unter den Hintern schieben, damit Sitzen nicht so schmerzt. Aber an diesem Morgen tut er das nicht. Er macht sich sogar einen Spaß daraus, mir mehrfach zu befehlen, aufzustehen, und dann, mich wieder hinzusetzen; ja, mein schmerzverzerrtes Gesicht ist wohl so etwas wie ein Live-Porno für meinen Master. Er zwingt mich auch zu einem Spaziergang am Fluss und besteht darauf, dass wir uns ständig auf irgendwelche harten Holzbänke setzen, um angeblich die frische Luft und den Ausblick zu genießen. Es ist sehr schwer, den Schmerz der dabei entsteht in der Öffentlichkeit zu kaschieren; aber darum geht es Christopher wohl ausschließlich. Meinen Uni-Kram muss ich außerdem am Esstisch erledigen, darf mich nicht bäuchlings aufs Sofa legen und meinen Hintern schonen.

 

Richtig schlimm wird es aber erst am Abend, als Christopher und ich uns fertig für die Nacht machen.

 

Ich liege auf der Seite und mein Freund schmiegt sich plötzlich von hinten an mich an, drückt seinen semi-harten, entblößten Schwanz gegen meinen verletzten Hintern und entlockt mir damit ein verzweifeltes „Au!“ Mein Master quittiert das mit einem zufriedenen Brummen und schlingt seine Arme um mich. Ich spüre seinen Atem an meiner Halsbeuge, seine warme Brust an meinem Rücken.

 

Seine Finger wandern verspielt über meine Oberarme, und legen sich dann auf meine Brust. Wie am Vortag beginnt er mit meinen Brustwarzen zu spielen, umkreist sie langsam, verwandelt sie in abstehende kleine Knospen und beginnt dann, mit seinen Fingernägeln darüber zu fahren, zwirbelt sie zwischen Daumen und Zeigefinger, zieht an ihnen. Erst langsam, dann immer schneller; selbe Veränderung gilt auch für meinen Atem.

 

Christopher beginnt erneut, Küsse entlang meines Halses zu verteilen und dort unbestimmte Muster mit einer Zunge zu zeichnen, während seine Finger von meinen Brustwarzen ablassen und beinahe in Zeitlupe über meinen Bauch zu meinem Unterleib wandern.

 

O Gott… Nein…!

 

Es ist schon jetzt hart für mich, meine Erregung zu bekämpfen, es wird ein Ding der Unmöglichkeit, wenn seine Hände sich erstmal an meinem eingesperrten Schwanz zu schaffen machen…!

 

Instinktiv schnappe ich seine Handgelenke und stoppe sein Tun tatsächlich. Eine Sekunde vergeht, dann die zweite… „Niko…!“, knurrt Christopher so bedrohlich in mein Ohr, dass ich es sogar ein bisschen mit der Angst zu tun bekomme; und auch jetzt bin ich in der Lage, quasi zwischen den Zeilen zu lesen. Ich lasse seine Handgelenke unmittelbar los und murmele eine kaum verständliche Entschuldigung.

 

Christophers Hände wandern weiter südwärts und legen sich, wie erwartet, um mein weggesperrtes Geschlecht. Ganz vorsichtig beginnt er, meine Hoden zu massieren. Sachte streichen seine Fingerkuppen über den sensiblen Bereich, während er an meinen Ohrläppchen anfängt zu knabbern. Er zieht ganz leicht an ihnen und ich presse meine Lippen zusammen und versuche, diesen Schub in meinem Unterleib aufzuhalten.

 

Vergebens.

 

Ich werde langsam geil.

Nur ist kein Platz für den Ausdruck dieser Geilheit.

 

Ich halte die Luft an, als Christophers Hand zur Spitze des Käfigs wandert: Die kleinen Streben dort sind so geformt, dass er ohne Probleme mit seinen Fingern durch sie hindurch greifen und meine Eichel berühren kann; und genau das macht dieser Schuft jetzt auch. Streichelt meine Spitze, stupst sie an, reibt sie und ich wimmere, weil mein Fleisch mittlerweile minimal angewachsen ist und schon in diesem Zustand das Gefängnis komplett ausfüllt – und Christopher macht immer weiter. Neckt mich, lässt mich dieser fiesen Liebkosung nicht entkommen. Ich drehe und winde mich und sorge damit gleichzeitig auch noch dafür, dass mein Hintern weiter am Schwanz und an den Schenkeln meines Masters reibt, was mir noch mehr geiler Pein beschert.

 

Ich jammere, ich seufze, ächze, stöhne und Christopher lacht leise und fies vor sich hin, quält mich weiter mit seinen Liebkosungen und das Versprechen des ausbleibenden Orgasmus ist teuflisch.

 

Teuflisch geil.

Ich bin verzweifelt.

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit lässt mein Freund plötzlich von mir ab, packt mich an den Schultern und drückt mich mit dem Rücken gegen das Bett. Ich zische auf, weil so auf mein Arsch wieder in Berührung mit der Matratze kommt.

 

Im nächsten Augenblick besteigt Christopher mich, positioniert seine Knie an meiner jeweiligen Schulter, sein knackiger Hintern berührt meine Brust und sein harter Schwanz wippt so direkt vor mein Gesicht und ich halte die Luft an. Mein Master legt seine rechte an sein hartes Fleisch und beginnt, sich unmittelbar vor meinen Augen und quasi direkt an meinem Mund einen runterzuholen, und ich bin so unheimlich neidisch, als ich komplett gebannt auf seinen harten, nassen Schwanz zwischen seinen flinken Fingern starre und seinem immer intensiver werdendem Atem lausche, in den sich mit jeder weiteren Handbewegung ein tiefes Seufzen mischt – und dann kommt er das zweite Mal an diesem verflixten Tag.

 

Sein heißes Sperma schießt aus ihm heraus. Einiges davon landet in meinem leicht geöffneten Mund, einige dicke Tropfen auf meiner Nase, Wange, sogar auf der Stirn.

 

Und der Peniskäfig drückt so unfassbar hart in mein Fleisch… Ja, ich bin verzweifelt…

 

Christopher erhebt sich wortlos. Ich höre ihn ins Badezimmer gehen und als er wenigen Augenblicke später zurückkommt, wirft er mir einen kleinen feuchten Waschlappen zu, mit dem ich mir das Gesicht abwischen kann.

 

Mein Freund schlüpft in seine Schlafhose, rutscht unter die Decke und schaltet die Nachttischlampe aus.

 

In vollkommener Dunkelheit wünscht er mir keine gute Nacht, sondern säuselt: „Das war erst der Anfang, Niko…“

 

Dann schläft er.

Und ich?

Ich starre die Decke an und kämpfe zum wiederholten Mal gegen meine Erregung.

 

 

 

37

 

Der Wecker am Montagmorgen erscheint mir schriller als sonst. Die zweite Nacht habe ich zwar ein Stückchen weit besser schlafen können, aber wirklich ausgeruht bin ich nicht. Christopher drückt den Snooze-Knopf und murmelt etwas unverständliches unter der Nase, was wohl so viel heißen soll wie, „ich will noch nicht aufstehen.“

 

Mit dem Plan im Kopf, Kaffee für meinen Anwalt aufzusetzen, rutsche ich vorsichtig vom Bett und gebe mir Mühe, nicht zu laut aufzuzischen, als mein geschundener Hintern mal wieder in Kontakt mit der Matratze kommt. Meine Glieder schmerzen immer noch ein bisschen und ich strecke mich ein wenig, nachdem ich den Knopf an der Kaffeemaschine betätigt habe und diese jetzt wundervolle Laute von sich gibt.

 

Im Flur höre ich dann, wie der Wecker meines Masters ein zweites Mal klingelt, und wie Christopher ihn ausschaltet und danach laut und genervt seufzt. Er wird jetzt vermutlich noch ein kleines Weilchen liegenbleiben und sich vielleicht sogar bemitleiden, dass die neue Woche scheinbar so abrupt beginnt. Ich husche ins Bad, in die Dusche und fummele an der Brause herum, um den Wasserstrahl zu regulieren, damit er nicht so stark ist. Es ziept dennoch, als das lauwarme Wasser letztendlich über meinen Hintern läuft.

 

Ich starre an meinem Körper herab und mein Blick legt sich auf dieses fieses Keuschheitsinstrument, das mein Freund mir umgelegt hat. Ich muss unweigerlich grinsen und die Erinnerungen der zwei vergangenen Tage fließen durch meinen Kopf. Dieses seltsam-wundervolle Wiedersehen mit meiner Mutter, das gleichzeitig das Ende unserer Spielpause eingeläutet hat, der Blow-Job im Wagen und Christophers fiese, wunderschöne, heiße Bestrafung, die seinen eigenen Worten zufolge erst begonnen hat...

 

Ich erschrecke, als die Kabinentür plötzlich geöffnet wird und Christopher das Wasser abdreht. Er hält ein großes blaues Handtuch in der Hand und ein Blick wandert direkt zu meinem Hintern. Er streckt mir seine Hand entgegen, hilft mir aus der Duschwanne zu treten, haucht mir einen seichten Kuss auf die Stirn, ehe er beginnt mich vorsichtig abzutrocknen. Insbesondere bei meinem Hinterteil geht Herr Lang behutsam vor und tupft es sachte trocken.

 

„Ich werde dich am besten jetzt noch einmal eincremen, mein Morgen-Termin ist ausgefallen und ich habe schon Bescheid gegeben, dass ich etwas später reinkomme“, erklärt er mir, seine Stimme ruhig und warm. „Komm.“ Behutsam schiebt Christopher mich zurück ins Schlafzimmer und drängt mich ebenso zärtlich bäuchlings aufs zerwühlte Bett. Dann verschwindet er kurz in unserem Zimmer, um die gewollte Tube zu holen. Ich höre sie wenige Augenblicke später aufschnappen und seufze zufrieden, als mein Freund die kühlende Flüssigkeit auf meinen wunden Stellen vorsichtig verteilt. „Tut es sehr weh?“, fragt er mich während dieser Prozedur. Ich verneine brummend und Christopher macht weiter. „Ich hoffe, du wirst heute trotz deiner Sitzprobleme den Vorlesungen mit äußerster Konzentration lauschen...“, säuselt er dann und ich grinse.

 

Im Grunde genommen ist das ein weiterer Befehl, den mein Master mir da gibt und so seltsam es für manche klingen mag: Ich freue mich auf den anhaltenden Schmerz beim Sitzen, denn er wird mich die ganze Woche an diese heiße Bestrafung erinnern und an meine Fehler, die ich in Zukunft nicht mehr machen will. Nein: Nicht mehr machen werde.

 

All das werde ich heute Abend auch in mein Sklaventagebuch eintragen. Gestern hat Christopher diesen Punkt ausgelassen, weil ich in dieser vergangenen verflixten Woche im Grunde nichts hineingeschrieben habe; aufgrund meines emotionalen Tiefs. Das versteht mein Master, sieht es nicht als Regelverstoß an und bestraft mich seinen eigenen Worten zufolge deshalb auch nicht dafür. Vielleicht ist es auch eine kleine Wiedergutmachung für seinen zickigen Moment vor wenigen Tagen, als er so plötzlich aus dem Haus gestürmt war, um sich mit Holger zu treffen und mich mehr oder weniger versetzt hat. Ob Holger ihm wohl ein bisschen den Kopf gewaschen hat? Bezüglich seiner angeblich nicht vorhandenen Strenge mir gegenüber scheint der Freund meines Masters das ja schließlich erreicht zu haben...

 

Bei diesem Gedankengang werde ich mir der Keuschheitsvorrichtung an meinem Geschlecht wieder richtig bewusst und hoffe, dass mein Master mir keine zu engen Hosen für die kommenden Tagen raussuchen wird.

 

„Geht es dir gut?“, erkundigt sich Christopher, nachdem er die Tube wieder verschlossen hat und wir nun darauf warten, dass die Creme eingezogen ist. Ich schenke meinem Freund ein Lächeln und bejahe.

 

Zärtlich streicht er mir daraufhin mit seinen frisch gewaschenen Fingern durchs Haar und legt sich neben mich auf die Seite, betrachtet mich innig. „Ich hab's dir zwar schon gesagt, aber: Ich freue mich sehr, dass das Treffen mit deiner Mutter so gut gelaufen ist“, sagt er plötzlich mit ernster Stimme, „und ich will dass du weißt, dass ich immer für dich da bin und dich unterstützen werde.“ Mein Lächeln wird breiter und mein Freund beugt sich etwas weiter zu mir vor, um mir einen keuschen Kuss auf die Stirn zu hauchen. Diese sanfte Seite Christophers ist ebenso wundervoll wie seine gebieterisches Ich, an das er mich im kommenden Moment auch wieder erinnert. „Trotzdem muss ich dich für deine Vergehen bestrafen. Das verstehst du doch, oder?“

 

„Ja, Christopher“, antworte ich gehorsam. Zum einen, weil ich so antworten muss, zum anderen, weil ich es tatsächlich verstehe und als Sklave auch einfordere.

 

„Ich habe deine Kleidung für heute eben rausgelegt. Wenn die Salbe komplett eingezogen ist, möchte ich, dass du dich anziehst und zu mir in die Küche kommst.“

 

„Verstanden, Christopher.“

 

„Gut.“

 

Noch ein weiteres Mal fährt mein Master mir sanft durchs Haar, dann erhebt er sich und schlendert gemächlich zum Frühstückstisch. Ich hingegen bleibe noch einige Minuten liegen und schließe die Augen, drifte beinahe ab in den Schlaf, schaffe es in letzter Minute aber doch noch, mich an der Realität festzukrallen, in der mein Hintern bereits trocken ist und in der ich mich wie aufgetragen nun schnellsten Anziehen sollte.

 

Christopher darf und kann mich warten lassen, umgekehrt geht das natürlich nicht.

 

Vorsichtig rutsche ich vom Bett und gehe auf den kleinen schwarzen Sitzhocker zu, auf dem Christopher mir stets einen Stapel von ihm ausgesuchter Kleidung hinterlässt. Als ich ihn mit nur wenigen Schritte erreiche, bleibe ich vollkommen verdutzt stehen und runzele die Stirn. Wie immer liegt ganz oben die Unterwäsche, die ich tragen soll. Doch dieses Stück habe ich vorher noch nie gesehen und mein Hirn braucht auch eine kleine Weile, um zu verstehen, um was es sich dabei überhaupt handelt: Es ist keine meiner knappen Boxershorts. Es ist auch eigentlich keine Unterhose, sondern ein Höschen, das mit eindeutiger Sicherheit geschaffen wurde, um die Scham einer Frau zu bedecken.

 

Ich schlucke.

 

Frauenunterwäsche?

Ich soll Frauenunterwäsche tragen?

 

Das ist... neu.

Und ich weiß nicht, ob mir das gefällt.

...und gleichzeitig ist es genau dieser Gedankengang, der plötzlich diese ganz spezielle Aufregung in mir auslöst, die wahrscheinlich nur wenige nachvollziehen können...

 

Das Höschen aus schwarzer Spitze, das im Grunde genommen nichts wirklich verhüllt, sieht knapp aus und ich frage mich, ob ich ich da überhaupt hineinpasse. Der Stoff fühlt sich irgendwie kalt an, als ich das filigrane Kleidungsstück in die Hände nehme und prüfe, inwieweit ich den Bund überhaupt auseinander ziehen kann. Genau in dem Moment ertönt das mir so bekannte, leicht genervte Schnalzen mit der Zunge zu meiner Rechten und als ich instinktiv den Kopf zur Quelle dieses Tons drehe, steht dort natürlich niemand sonst als mein Master, der die Arme vor seiner Brust verschränkt hat und mich mit scharfen Blick betrachtet.

 

„Das ist ein Frauenhöschen“, entweicht es meinem Mund, ehe mein Master mich verbal tadeln kann.

 

„Ja. Und?“, antwortet er trocken.

 

Darauf weiß ich keine Antwort und Christopher seufzt genervt.

 

„Ich sagte, du sollst die Kleidung anziehen und nicht angaffen. Bist du sicher, dass Deutsch verstehst, Niko?“, zieht er mich kalt auf und ich schlucke, starre die schwarze Spitze mit elastischem Bund in meinen Händen an und frage mich, seit wann Christopher eigentlich auf Frauenkleidung steht; und ob ich auch bald in Strapsen und High-Heels rumlaufen muss. Ob er mir morgen vielleicht schon den passenden BH rauslegt und ich den gesamten Uni-Tag über Angst haben werde, dass man seine Konturen durch mein T-Shirt erahnen könnte.

 

„Niko!“, reißt mich die barsche Stimme meines Masters aus diesen Gedanken und ich starre ihn wahrscheinlich daraufhin wie ein erschrockenes Kaninchen an, das nicht so recht weiß, ob es weglaufen oder sich tot stellen soll. „Meine Güte!“, herrscht Christopher mich an, packt mich direkt an meinen Schultern und drängt mich die wenigen Schritte zurück zum Bett. Er zwingt mich, mich hinzusetzen und ich zische auf, als mein Hintern brüsk auf die Matratze niedergedrückt wird. Christopher interessiert das allerdings herzlich wenig. Er packt mich zunächst am linken Knöchel und manövriert meinen Fuß dann durch das vorgesehene Loch im Slip. Selbiges Vorgehen wendet er auf meiner rechten Seite an, zieht dann zunächst das Höschen hoch bis zu meinen Kniekehlen, packt mich dann an meinem Armen und zieht mich zurück in eine aufrechte Position. Im nächsten Augenblick zieht er den Slip hoch und über meine Hüften und ich bin im ersten Moment einfach nur erstaunt, dass mir das Damenhöschen tatsächlich passt. Mehr oder weniger.

 

Christophers Hände legen sich auf meine Schultern und er führt mich schweigend und nicht mehr ganz so ruppig zum großen Spiegelschrank zurück. Er legt den Kopf etwas schief, betrachtet meine reflektierte Mitte und grinst zufrieden. Und ich? Ich kann im ersten Moment gar nichts sagen.

 

Der knappe, im Grunde genommen durchsichtige Stoff fühlt sich seltsam an meiner Haut an. Und der durch eben diesen im Grunde genommenen durchsichtigen Stoff durchscheinend Peniskäfig gibt ein enorm verruchtes Bild ab... der Slip ist vorne außerdem nicht weit bzw. breit genug, sodass er leicht in meine Hoden schneidet, und sie drohen herauszurutschen.

 

Christopher macht einen Schritt nach hinten und ich kann im Spiegel betrachten, wie seine Augen sich auf meinen Hintern legen und sein Grinsen breiter wird. Unsere Blicke treffen sich plötzlich im Spiegel und in der nächsten Sekunde wirbelt mein Freund mich schon um 180 Grad herum, sodass ich jetzt mit meinem Rücken gewandt zum Schrank stehe. „Schau“, wispert er rau in mein Ohr und ich drehe den Kopf so weit es geht nach hinten, um meine Rückseite in Augenschein zu nehmen.

 

Ich schlucke ein weiteres Mal.

Das Höschen bedeckt nur die Hälfte meiner Pobacken und offenbart so einen ganz großen Teil von Christohers Werk. Die roten Striemen auf meinem Hintern konstrastieren extrem mit dem schwarz des Damenslips.

 

Christopher lässt plötzlich ab von mir, geht einige Schritte rückwärts und setzt sich aufs Bett, ohne den Blick von mir in diesem Spitzen-Höschen zu nehmen. Mein Blick wandert daraufhin erneut zum Spiegel und ich schaue mich von allen Seiten genauestens an.

 

Mein Master spricht nicht, interveniert nicht, ermahnt mich nicht, auch die restlichen Klamotten anzuziehen, betrachtet mich einfach nur zufrieden und mir wird klar, worum es hier eigentlich geht und warum es mir gefällt, obschon ich Damenhöschen nicht wirklich erregend finde: Christopher erniedrigt mich mit diesem knappen Kleidungsstückchen. Es geht zum Beispiel darum, dass er mir damit meine Männlichkeit abspricht. Er erniedrigt mich, indem er mich zwingt, diesen schwarzen Slip zur Uni zu tragen: Ihn anzuhaben ist beschämend für mich. Ich werde den ganzen Tag daran denken. Egal was ich tue, da wird immer dieses dünne Stimmchen sein, das mir zuflüstert: Du trägst Frauenunterwäsche. Wenn ich auf Toilette gehen muss, werde ich gezwungen sein, eine der Kabinen zu betreten, mich zu verstecken, damit niemand diesen Damenslip sehen kann – und natürlich auch nicht den Peniskäfig. Und jedes Mal, bei jedem einzelnen Gedanken an diese schwarze Spitze an meiner Haut, sowie das Keuschheitsinstrument darunter, werde ich an ihren Ursprung denken: Christopher. An seine Bestrafung, und ihren Grund, mein Vergehen.

 

Schweigend ziehe ich den Rest der bereitgelegten Klamotten an und mein Freund grinst zufrieden.

 

„Ich will, dass du mir zwischen all deinen Vorlesungen ein Foto schickst“, sagt er, als ich in die etwas weitere Jeans schlüpfe.

 

„Foto?“

 

„Von deinem hübschen Höschen“, sagt er und erklärt mir, dass er von mir verlangt, in der Toilettenkabine die Hose herunterzulassen und ein Bild von meinem gefangenen Geschlecht unter dem schwarzen Stoff zu schicken. „Damit ich sichergehen kann, dass du deine neue Unterwäsche auch wirklich den ganzen Tag trägst.“

 

Ich schlucke.

 

Auch das ist neu.

Fotos.

Nackt-Fotos.

Mehr oder weniger...

 

„Ist das nicht gefährlich, wenn ich dir solche pikanten Bilder während deiner Arbeitszeit zukommen lasse?“

 

Christopher zuckt belustigt mit den Schultern. „Wenn Mitmenschen im Raum sind, hole ich mein Privathandy sowieso nicht raus. Nur, wenn ich alleine bin. Von daher... Und: No risk, no fun, oder wie war das?“

 

Es kribbelt überall bei diesen Worten. Denn, verdammt, das gefällt mir alles... Es ist ja nicht so, als würde Christopher mich vorführen und die Bilder wildfremden Leuten zeigen. Sie sind nur für ihn, meinen Master, und man wird nicht einmal mein Gesicht sehen. Nur mein Geschlecht.

...das gefällt mir echt.

Und würde mir das nicht gefallen, hätte ich unser Spiel mit unserem Safeword unterbrechen können, oder dem Code Red. Doch das tue ich nicht, denn wie schon gesagt: Niko Klaas findet diese neuen Entwicklungen ziemlich geil.

 

„So, ich muss jetzt los“, erklärt mein Herr dann und drückt mir einen zarten Kuss auf die Lippen – danach gibt er mir so einen heftigen Klaps auf den Hintern, dass ich laut aufschreie und sich meine Beine für einen kurzen Moment so anfühlen, als wären sie aus Watte, und könnten einfach unter meinem Gewicht wegknicken. Christopher lacht süffisant und lässt mich im nächsten Augenblick allein in unserem Schlafzimmer zurück. Mein Hintern pocht immer noch extrem, als ich wenige Sekunden später die Haustür ins Schloss fallen höre.

 

„Fuck...“, wispere ich, schlendere in die Küche, trinke den restlichen Kaffee aus, packe meine Tasche und verlasse schließlich auch unser Domizil.

 

Eigentlich ist an dem Weg zur Uni heute nichts anders als sonst: Ich treffe niemanden im Treppenhaus. Die massive Eingangstür quietscht beim Öffnen. Der Bus kommt zu spät und ich kriege keinen Sitzplatz, weil er so voll ist. Mein Hintern pocht, weil die von Christopher verrusachten Wunden dann und wann an der Jeanshose reiben, und ich frage mich, inwieweit man eigentlich den Penistresor darunter erahnen kann. Dennoch ist alles anders, einzig und allein wegen dieses kleinen Stofffetzens, der als sexy Unterwäsche verkauft wird und der derzeitig meinen eingesperrten Schwanz und geschundenen Arsch mehr oder weniger bedeckt.

 

Die Prophezeiung erfüllt sich: Ich kann wirklich an fast nichts anderes denken als an diesen bescheuerten Damenslip, durch den ich mich total bescheuert fühle, beschämt, auch wenn ihn niemand sehen kann. Es reicht, dass ich weiß, dass er da ist, dass ich ihn trage. Die alleinige Vorstellung, was meine Mitmenschen sagen, wie wohl ihre Gesichter aussehen könnten, würden sie mich in dem Ding sehen, genügt, um mich in Verlegenheit zu bringen.

 

Ich spreche kurz mit Paul über sein Wochenende und kann an nichts anderes als an diesen Slip an meiner Haut denken.

Der Professor erläutert ein neues Leasing-Modell und ich kann an nichts anderes als an diesen verdammten Slip an meiner Haut denken.

Der neben mit sitzende Kommilitone fragt mich, ob ich ihm einen Stift leihen könnte - und ich kann an nichts anderes als an diesen gottverdammten Slip denken, der sich an meine Haut frisst.

Als ich nach dem Seminar Chio auf dem Campus-Gelände regelrecht in die Arme laufe, kann ich an nichts anderes als an das Höschen denken, das sich so verrucht über den Peniskäfig spannt; und ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Kopf so rot wie eine reife Sommertomate ist, als ich während des kurzen Gesprächs mit meiner Freundin eine knappe Nachricht von meinem Master bekomme.

 

Ich möchte mein erstes Foto haben. Du hast zehn Minuten Zeit.

 

Ich schlucke und Chio hört abrupt auf, sich über ihre Kommilitonin Julia auszukotzen und fragt erstaunt: „Was ist?“

 

Eilig stecke ich das Handy weg und versuche zu grinsen. „Äh, nichts. Sorry! Ich würde dir gern noch zuhören, aber ich muss jetzt echt los... zur nächsten Vorlesung. Ich schreib dir nachher, ok?“

 

„Vergiss unser Kino-Date nicht: Das steht noch aus!“

 

„Klar“, ich nicke ihr zum Abschied zu und sprinte beinahe zur nächstgelegenen Männertoilette, auf der reges Treiben herrscht. Nur eine der drei Kabinen ist noch frei, die allerletze in der Reihe direkt neben der Wand. Ich husche hinein und verriegle die Holztür. Ein beißender Gestank von Urin und exotischem Putzzeug steigt mir in die Nase und am liebsten würde mich am liebsten sofort wieder umdrehen und aus diesem Raum fliehen; aber das geht ja nicht... Ich schlucke.

 

Überall um mich herum sind Menschen. Ich höre sie reden, sich bewegen. Ich meine sogar, sie atmen hören zu können. Ich höre das Rauschen der diversen Wasserhähne, das tiefe Dröhnen der Handtrockner, die immer wieder aufgehende und sich schließenden Eingangstür, und als die Spülung in der Kabine neben mir ertönt, schrecke ich sogar ein bisschen auf. Der Unbekannte verlässt die Toilette wenige Sekunden später, doch sie wird unmittelbar von einem anderen Mann in Beschlag genommen; ich sehe, wie sich sein langgezogener Schatten auf dem Boden unter meinen Füßen bewegt. Ich schlucke ein weiteres Mal und ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich nur noch fünf Minuten habe, Christophers Befehl auszuführen.

 

„Fuck...“, wispere ich, als ich den Knopf meiner Jeans löse, den Reißverschluss aufziehe und sie dann bis zu meinen Kniekehlen herunterschiebe. Die Geräusche meines Umfelds scheinen plötzlich noch lauter zu sein als eben und in meinem Kopf spielen sich tausend Szenarien ab.

 

Wie einer der Anwesenden einfach den Kopf unter der Tür durchsteckt, um einen Blick auf mich zu erhaschen. Oder sich der Typ in der Kabine neben mir einfach auf die Toilette stellt und von oben in meine Kabine linst. Kurz ist da sogar der panische Gedanke, dass ich die Tür nicht richtig verriegelt habe und ein Unbekannter gleich einfach hineinplatzt.

Im Grunde genommen weiß ich, dass alle Szenarien unrealistisch sind – sie waren schon damals, als Christopher mir das erste Mal einen Peniskäfig angelegt hatte, nicht in der Realität geschehen - trotzdem spielen sie sich jetzt erneut wie ein Teufelskreis immer und immer wieder in meinem Kopf ab. Weil es durch diesen Damenslip eben eine neue Situation für mich ist.

 

Mit beinahe zitternden Fingern entriegele ich das Handydisplay und schalte die Frontkamera ein; im selben Moment klopft es laut an meiner Tür und mir fällt vor Schreck das Telefon fast aus der Hand.

 

„Sorry, bist du gleich fertig...?“, erkundigt sich eine tiefe angespannte Männerstimme hinter dem Holz.

 

„...e-einen Moment noch!“, antworte ich hastig und mit heftig pochendem Herz. Als mein Blick wieder aufs Display fällt, und meine Augen meine erbärmliche Erscheinung in diesem Damenhöschen erfassen, versinke ich fast vor Scham.

 

Auch wenn das für viele sicherlich kaum verständlich ist: Im selben Moment bin ich extrem erregt.

 

Es ist keine körperlich Erregung: Ich habe keine Latte, und es zieht sich auch nicht in meinem Unterleib zusammen, oder so... Diese Erregung findet auf mentaler Ebene statt: Auch wenn Christopher in diesen Minuten nicht bei mir ist, spüre ich seine Macht über mich, als ob er mir gerade eine ordentliche Backpfeife verpasst, oder mich mit seinen männlichen Händen an meinen Schultern auf die Knie gestoßen hätte. Er kann das alles hier mit mir machen, weil er mich besitzt, weil er über mich bestimmt, weil er mich kontrolliert.

 

Weil er mich bestraft.

 

Der schwarze Spitzenstoff ist so knapp, dass einer meiner Hoden jetzt tatsächlich herausgerutscht ist, und das Edelstahl des fiesen Keuschheitsinstruments blitzt durch ihn hindurch und reflektiert das Licht der hässlichen Deckenlampe ein wenig.

 

Ich drücke endlich auf den Auslöser.

 

Dann ziehe ich eiligst die Hose hoch, spüle alibimäßig und eile an dem vor der Kabinentür wartenden Mann vorbei, ohne ihn anzusehen, raus in den ebenso reich bevölkerten Uniflur – und dort bleibt mein Herz fast stehen, dann mir wird schlagartig klar: Ich habe das Bild noch gar nicht abgeschickt, und hier sind so viele Leute, die einen neugierigen Blick auf mein Display werfen könnten, dass ich das Foto auf keinen Fall einfach so hier inmitten der Massen abschicken könnte.

 

Mir bleiben nur noch drei Minuten.

 

Panisch schaue ich mich um und haste los, die nächstgelegenen Treppen hinunter. Ich weiche Studenten und Mitarbeitern aus, lege mich mehrere Male fast auf die Schnauze, stoße letztendlich mit einem Unbekannten zusammen, dessen Bücher und Akten sich mit einem lauten Klatschen auf dem Boden verteilen und der mich daraufhin anschreit und mich unter anderem einen Volldeppen nennt.

 

Mein Herz schlägt heftig und ich bin total aus der Puste, als ich endlich in der Tiefgarage ankomme. In der wunderbaren, menschenleeren Tiefgarage. Sofort aktiviere ich das Handy wieder und schicke das Bild ab. In dem Moment, in dem ich aufatmen will, merke ich allerdings, dass ich hier unten gar keinen Empfang habe... Ich bin so frustriert, dass ich am liebsten laut losschreien würde. Stattdessen drehe ich um und haste jene verfluchten Treppen wieder hoch, das Handy in der Hand, die den Empfang symbolisierenden Balken im Blick. Nach zwei Etagen erscheinen sie endlich wieder und das Bild wird abgeschickt. Ich checke die Uhrzeit und atme dann endlich aus: Ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft!

 

Christopher antwortet beinahe sofort. „Wundervoll“, schreibt er, und mir wird erst in diesem Moment bewusst, dass mein Hintern ziemlich schmerzt: Durch meinen ungewollten Mini-Marathon hat der Jeansstoff hart an meiner Haut gerieben, und ich befürchte, meine Wunden könnten wieder aufgegangen sein... Schnell, aber nicht so eilig wie eben, mache ich mich auf den Weg zurück zur Männertoilette, warte gefühlte Ewigkeiten, bis eine der Kabinen endlich wieder frei ist, husche hinein, stelle nunmehr drei Mal sicher, dass ich wirklich abgeschlossen habe, und sehe dann erst nach.

 

„Fuck...“, flüstere ich lautlos und würde vor Frust am liebsten wieder laut losschreien, denn ich habe ich recht: An einigen Stellen meines Hinterns ist Blut. Nicht dramatisch viel, wie sich nach einem einen weiteren, vorsichtigen Abtasten herausstellt. Es sind eher mehrere kleine Tupfer hier und da, und sie sind nicht stark genug, um durch den Jeansstoff zu dringen, der zudem auch noch schwarz ist und auf dem man deswegen Blut sowieso nicht wirklich erkennen könnte. Um sicherzugehen, reiße ich ein paar Stücke Toilettenpapier ab und verteile sie vorsichtig über meinen gesamten Hintern, wie eine Art Bandage, ehe ich die Jeanshose wieder hochziehe. Es ziept ein bisschen und ich verfluche mich, dass ich vergessen habe, Wundgel mitzunehmen.

 

Zum nächsten Seminar komme ich wegen meiner amateurhaften Verarztung jedenfalls etwas zu spät und der Prof ist heute so schlecht drauf, dass er mich sofort wieder rauswirft. Paul und Markus teilen mir in einer Chatnachricht mit, dass sie mir ihre Notizen kopieren werden und dass der besagte Prof ein Wichser ist und laut Campus-Gerüchteküche von seiner Frau für einen heißen Italiener verlassen wurde.

 

Ich schlendere ziellos durch den Uniflur und surfe dabei ebenso orientierungslos auf Facebook. Wenige Sekunden, nachdem ich ein Posting von Holger über das letzte Schachspiel mit meinem Master geliked habe, schreibt dieser mich an.

 

„Ich dachte, ich hätte dir befohlen, dich auf deine Vorlesungen zu konzentrieren? Stattdessen surfst du auf Facebook rum? Erklär mir das.“

 

Ich presse die Lippen zusammen. Dann antworte ich: „Ich bin ein paar Sekunden zu spät zur Vorlesung gekommen und der Prof hat mich nicht mehr reingelassen...“

 

Just nach dem Abschicken dieser Nachricht ruft Christopher mich an.

 

„Niko...“, knurrt er ins Telefon und ich tue etwas, was ich nicht sehr oft mache: ich unterbreche ihn.

 

„Christopher, bevor du irgendetwas sagst: Daran bist irgendwie du Schuld...“

 

„Ich?“, japst mein Freund erzürnt-erstaunt.

 

„Ja. Das Foto, das ich dir schicken sollte!?“

 

„Wie bitte...?“

 

„Pass es auf, es war so...“, fange ich an und höre sofort wieder auf, als eine Gruppe von drei jungen Frauen an mir vorbei geht.

 

„Was?!“

 

„Ich...“, setze ich erneut an, aber es kommen schon wieder irgendwelche Studenten vorbei. „Fuck, ich kann grad nicht reden, ich schreibe es dir sofort, ok?“

 

Ich warte nicht auf seine Antwort, sondern lege auf und beginne sofort mit der Nachricht, in der ich Christopher alles erzähle. Wie voll die Toiletten waren, wie mich meine ganzen panischen Gedanken vom eigentlichen Foto aufgehalten haben, wie ich in der Hektik vergessen hatte das Bild abzuschicken, von meinem Treppen-Marathon und den leicht aufgeplatzten Wunden inklusive meiner bedürftigen Verarztung.

 

Christopher antwortet mir erst nach einer Weile. „Tut es sehr weh?“

 

„Nein.“

 

Ich sehe, wie er sofort wieder anfängt zu tippen. „Sicher, dass du deinen Hintern nicht besser verarzten solltest?“

 

„Es geht, wirklich.“

 

„Hm. Okay. Ich schaue mir das später an, ich hole dich nach deiner letzten Vorlesung ab.“

 

„Okay.“

 

Ob das jetzt ein Schuldeingeständnis war oder eine Entschuldigung vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß nur eines: Ich bekomme keine weitere Foto-Aufforderung.

 

Es ist fast halb fünf am Nachmittag, als ich zum Parkplatz am Westende des Campus laufe und den Wagen meines Freundes erblicke. Christopher führt ein Telefongespräch, als ich die Beifahrertür öffne und vorsichtig auf den Sitz rutsche. Als ich mich anschnalle, beendet er es und stopft sein Handy in die Innentasche seines Sakkos. Dann legt sich sein Blick auf mich.

 

„Wie geht es dir?“, will er wissen.

 

„Gut... Sorry wegen des Seminars.“

 

Christopher sagt nichts, sondern startet den Motor und lenkt den Wagen in den fürchtlerlichen Feierabendverkehr. Das Stop-and-Go auf den zentralen Adern der Stadt verlängert unseren Nachhauseweg um fast 15 Minuten und Christopher sagt die ganze Fahrt über nichts, und das macht mich furchtbar nervös. Ich schaue immer wieder kurz zu ihm herüber, aber Herr Lang würdigt mich keines Blickes, hat die Augen stur nach vorn gerichtet, lauscht vermeintlich der Radio-Nachrichtensendung, dann der Musik. Selbst als er in der Tiefgarage unseres Wohnhauses parkt, sagt er nichts, jedenfalls nicht verbal. Er packt mich nur hart am Arm und drängt mich so in den Fahrstuhl. Der Druck den seine Finger ausüben ist heftig und ich fühle mich unmittelbar wie ein kleines Kind, das auf gut Deutsch Mist gebaut hat und gleich getadelt werden soll. Ein herrlich aufregendes Gefühl.

 

Christopher schubst mich regelrecht in unsere Wohnung und schlägt die Haustür so heftig zu, dass ich, wie vorhin schon in der Toilettenkabine, kurz aufschrecke. Sein Blick ist wundervoll arktisch kalt und er packt mich erneut hart an meinem Oberarm an, forciert mich, ihn anzusehen, zerrt regelrecht an mir, als seine beißenden Worte seinen hübschen Mund verlassen.

 

„Wie kannst du es wagen, dein Versagen mir in die Schuhe zu schieben?!“, herrscht er mich an. „Ich hatte dir klipp und klar gesagt, dass du mir zwischen all deinen Vorlesungen Fotos schicken sollst, also hättest du dich eigentlich auch schon vor meiner SMS auf den Weg zur Toilette machen sollen, oder? Dann wärst du auch längst vor Ablauf meiner dann gesetzen und sehr großzügigen Frist fertig damit gewesen, oder nicht? Und dann wäre alles andere nicht passiert, oder?“

 

Ich schlucke und merke, dass ich wieder extrem rot werde. Weil ich mich ertappt fühle, wie ein kleines Kind. Christopher hat recht. Das waren seine Worte: Ich will, dass du mir zwischen all deinen Vorlesungen ein Foto schickst. Das war ein glasklarer Befehl. Wie konnte ich nur so dämlich sein? Warum habe ich plötzlich gedacht, ich müsse erst auf Anweisungen warten? Seine Nachricht war keine Aufforderung – sie war einer Erinnerung. Mein Master hatte mir damit lediglich helfen wollen, meine Befehle zu befolgen; und ich hab alles gegen die Wand gefahren.

 

„Es tut mir leid, Christopher. Ich habe einen Denk-Fehler gemacht. Sorry“, murmele ich, mein Haupt gehorsam senkend, aber das beschwichtigt meinen Master nicht wirklich.

 

Sorry, sorry...!, äfft er mich genervt nach. „Deine ewigen Entschuldigungen helfen dir langsam auch nicht mehr weiter, du ungehorsamer Bengel! Du stehst nicht zu deinem Versagen, du unterbrichst mich und dann würgst du mich auch noch einfach so am Telefon ab. Ich sollte dir den Arsch dafür windelweich prügeln. Ach, Moment!“, posaunt er dann theatralisch. „Das habe ich doch bereits getan...! Und was hat es gebracht!? Nichts!“ Christopher schreit mich mittlerweile an und ich presse die Lippen hart zusammen, weil ich mich unfassbar schäme. Noch mehr als in der Fantasie, in der mich jeder in diesem verfluchten Höschen sehen könnte.

 

Ich schäme mich, weil ich meinen Master so unheimlich enttäuscht habe.

 

„Wenn ich könnte, würde ich den Tag sofort ungeschehen machen...“, bringe ich schwach heraus und beiße mir dann auf die Zunge, weil Christopher mich weiter anschreit und seine Finger sich jetzt noch heftiger um meinen Oberarm winden.

 

„Das kannst du aber nicht, Niko, du bist schließlich nicht Harry Potter! Mein Gott! Was soll ich nur mit dir machen?!“

 

Immer noch extrem erzürnt zieht mein Master mich durch den gesamten Flur bis ins Spielzimmer.

 

„Zieh dich aus!“, blafft er mich an und macht sich am Medizinschrank zu schaffen, während ich diesem Befehl unmittelbar nachgehe und mich aus dem Klamotten schäle. Den Pullover reiße ich mir regelrecht vom Leib, bei der Hose gehe ich allerdings sachte vor; ebenso beim Höschen.

 

Ich erschrecke mich, als Christopher mich von hintem am Nacken packt und auf die Liege zuschiebt. Seine Hand wandert hinab auf meinen Rücken und er drückt meinen Oberkörper hinab auf das Polster. Mit seinem Fuß tritt eine meine Beine auseinander und hat jetzt den besten Zugang zu meinen Hintern. Er schnalzt genervt mit der Zunge und beginnt, das Papier von meinem Hintern abzuziehen; was zuweilen unheimlich unangenehm ist und an manchen Stellen extrem ziept. Ich kann mein Aufzischen nicht unterdrücken.

 

„Das wird so nichts“, erklärt mein Master plötzlich genervt und wandert hinüber zum Waschbecken. Ich höre, wie er den Wasserhahn auf und dann wieder zu dreht und dann wieder an mich heran tritt. Er warnt mich nicht vor dem nassen Waschlappen in seiner Hand, und ich schrecke erneut auf, als mich der kühle Stoff unangekündigt an den verletzten Stellen berührt. Christopher beginnt, das verklebte Toilettenpapier abzurubbeln und geht dabei extrem vorsichtig vor. Dennoch ziept es und ich zische immer wieder auf. Als er fertig ist, tupft er meinen Hintern mit einem Handtuch ebenso behutsam trocken und cremt mich dann mit einem Gel ein.

 

„Bleib so“, instruiert er mich und verschwindet für eine gefühlte Ewigkeit. Er ist immer noch wütend auf mich, als er dann wieder auftaucht und mich dieses Mal an meinen Haaren packt und ruppig hinter sich herzieht. Direkt zur bereits geöffneten Sklavenbox. „Los“, befiehlt er knapp und braucht seinen Befehl gar nicht weiter zu erläutern: Ich krieche in die dunkle Kiste und erschrecke abermals, als Christopher mir etwas auf den Hintern legt. Erst im zweiten Moment erkenne ich, dass es etwas wundervoll kühlendes ist. Ein großes, von Tüchern umwickeltes Kühlpad. In dem Moment, in dem ich wohlig aufseufze, schließt Christopher die Türen der Box, ohne etwas zu sagen und lässt mich in der Dunkelheit zurück.

 

Am Anfang versuche ich noch, die Sekunden zu zählen und die sich daraus ergebenden Minuten und Stunden. Nach der ersten werde ich aber nachlässig.

Nach gefühlt zwei Stunden meine ich, sich nähernde Schritte zu hören. Aber Christopher kommt nicht ins Zimmer.

Irgendwann verliere ich das Zeitgefühl komplett. Irgendwann ist das Kühlpad nicht mehr kalt. Da ist nur noch dieses nasse Tuch auf meinem Hintern. Irgendwann beginnen meine Beine zu schmerzen und mein Rücken, und Positionswechsel sind mit meinem geschundenen Hintern auch kein Kinderspiel.

Irgendwann wird der Druck auf meine Blase so stark, dass ich beinahe durchdrehe.

 

„Christopher?“, rufe ich vorsichtig in die Dunkelheit hinaus, doch nichts geschieht.

„...Christopher?“, probiere ich es ein weiteres Mal, lauter. Doch: Wieder nichts.

Ich lausche nun konzentrierter, kann aber nur das Schlagen meines Herzens hören.

„Christopher?“, rufe ich ein drittes Mal aus, doch auch darauf reagiert mein Freund nicht.

Das ist der Moment, in dem ich es mit leichter Panik zu tun bekomme.

 

„Christopher!“, schreie ich jetzt ins Dunkle hinaus. „Christopher, kannst du mich hören? Bitte! Bitte lass mich raus, ich... Ich muss ganz dringend auf die Toilette, bitte...! Bitte! Christopher?“

 

Meine Stimme wird immer schriller. Auch, weil ich plötzlich Angst habe, dass meinem Freund vielleicht etwas zugestoßen sein könnte. Was, wenn er bewusstlos im Wohnzimmer liegt, oder in der Dusche ausgerutscht ist, oder...?

 

Meine wilde Gedankenachterbahn und mein Ruf-Konzert werden abrupt vom einbrechenden Licht unterbrochen, als mein Master die Box öffnet, seine Hand nach mir austreckt und mich ein abermals brüsk am Oberarm packt und aus meinem dunkeln Gefägnis zerrt. Meine Beine geben nach und ich falle beinahe zu Boden, mein Master muss mich stützen und geht dabei nicht gerade zärtlich mit mir um, schnauzt mich an, ich solle mir mehr Mühe geben, schleift mich an meinem Arm durch den Flur und schleudert mich auf den Fußboden unseres Bades. Ich schreie auf, weil Schmerz durch meinen Hintern zieht und sich für eine Sekunde auf meinem gesamten Körper zu verbreiten scheint.

 

„Beeil dich“, befiehlt Christopher und ich rappele mich so schnell es geht wieder auf, die Zähne zusammenbeißend.

 

„Ja, Christopher“, bringe ich angestrengt hervor.

 

Es ist schon seltsam mit dem Edelstahl um meinen Schwanz zu pinkeln. Vor allem, weil ich dabei auch noch den Blick meines Masters auf mir spüre, der mein Fleisch in dieses Gefängnis gezwängt hat und sein Werk jetzt wahrscheinlich betrachtet. Der Gedanke, dass ich tagelang nicht kommen werde schleicht sich an die Oberfläche und mit ihm die Realisation, dass ich meine eh schon begonnenen Bestrafung mit den heutigen Aktionen wahrscheinlich noch um Welten verschlechtert habe... Ich schlucke. Dann spüle ich und wasche mir die Hände. Keine Sekunde später packt Christopher mich wieder am Arm und zerrt mich den ganzen Weg zurück. Erst im Zimmer lässt er mich los und marschiert dann zielstrebig auf den edlen Herrenstuhl zu. Ehe er sich setzt, knöpft er seine Hose auf und meine Augen legen sich auf seinen hübschen, noch nicht ganz zum Leben erwachten Schwanz.

 

Er winkt mich zu sich her, ohne auch nur ein Wort zu sagen, und ich folge dieser Geste. Als ich vor ihm auf die Knie gehe, packen seine Hände mein Gesicht es und er manövriert es zwischen seine Beine.

 

„Wenn du es innerhalb von zehn Minuten nicht schaffst, mich zum Orgasmus zu lutschen, verbringst du die Nacht in der Sklavenbox“, lautet seine kalt gesäuselte Androhung.

 

Zehn Minuten.

Die Frist von vorhin.

Ich schlucke. Und dann öffne ich meinen Mund und beginne zunächst, meine Zunge über sein Fleisch wandern zu lassen, von der Spitze bis zur Wurzel. Ich verteile Küsse entlang des Schafts, lecke Christophers Schwanz mal schneller, mal langsamer, ziehe irgendwann seine Vorhaut zurück und drücke meine nassen und schon leicht geschwollenen Lippen auf die nasse Eichel meines Freundes und ernte ein entzückendes, leises Keuchen, als ich meine Zunge um sie kreiseln lasse; muss aber feststellen, dass Christopher heute fürs Hartwerden viel länger braucht als sonst. Und das macht mich mal wieder ultra-nervös.

Ich sauge an Christophers Spitze, nehme seinen Schwanz komplett in meinem Mund auf, presse meine Lippen fester zusammen und bewege meinen Kopf schneller.

Christophers Hände wandern irgendwann in mein Haar und streicheln mich ganz leicht dort und ich werde immer nervöser, weil er noch immer nicht gekommen ist... dann streift ein Gedanke mein Zentrum: Könnte es sein, dass mein Freund vorhin Hand an sich selbst gelegt hat, damit der nun von meiner Zunge angestrebte Orgasmus geplant herausgezögert wird, und ich somit die Zehn-Minuten-Blowjob-Frist nicht einhalten kann? Es wäre ein fieser und durchaus möglischer Schachzug meines Masters...

 

Christophers Atem geht endlich schneller und ich höre ihn tief und zufrieden stöhnen. Der Druck seiner Finger auf mein Haupt wird endlich stärker und er beginnt jetzt auch, ganz leicht meinen Kopf zu lenken. Sein Becken bewegt sich und er kommt meinem Gesicht mit sachten Stößen entgegen, die dann endlich heftiger werden.

 

„...fuck... ja..!“, stöhnt er heiser und in diesem Augenblick bohren sich seine Fingernägel in meinen Kopf und sein Saft schießt in meine Kehle. Christophers langgezogenes Stöhnen, als alles in mich hineinfließt, geht mir unter die Haut und in meinem Bauch kribbelt es verräterisch; und in dem Moment, in dem eben dieses Kribbeln tiefer wandert, werde ich mir meiner frustrierenden Gefangenschaft erneut bewusst.

 

Ich werde heute ganz sicher nicht kommen.

Ich behalte recht.

 

Christopher schubst mich von sich weg, steht auf und knöpft sich die Hose wieder zu. Dann schaut er mich triumphierend grinsend an.

 

„Zu spät“, meint er dann salopp und deutet dann mit seinem Zeigefinger auf die Sklavenbox. „Ab!“, befiehlt er dann, als sei ich ein Hund. Also verhalte ich mich auch wie einer und krieche auf allen Vieren zurück zu diesem fiesen dunklen Ort.

 

Immerhin ist mein Master nett genug, mir ein kleines Kissen zu bringen und ein neues Kühlpad, streicht mir sogar kurz sachte übers Haupt, ehe er mir barsch eine gute Nacht wünscht und die Box erneut verschließt.

 

Ich höre ihn eine Weile fernsehen.

Dann telefoniert er kurz mit Holger.

Ich höre, wie er ins Bett steigt.

Wahrscheinlich liest er noch eine Weile.

Dann höre ich den distinktiven Klick der Nachttischlampe.

Und dann eigentlich gar nichts mehr.

 

Ich kann nicht schlafen. Jedenfalls nicht wirklich. Ich wache immer wieder auf. Der Boden der Box ist viel zu hart. Manchmal drehe ich mich im Schlaf und werde dann durch den Schmerz an meinem Hintern wach, weil er mit einer der Wände der Box in Berührung gekommen ist. Manchmal liege ich einfach so da und starre in die Dunkelheit und zähle nicht vorhandene schwarze Schäfchen. Manchmal denke ich einfach über das nach, was passiert ist... und schäme mich.

 

Ich will mich bessern. Ich will, dass Christopher stolz auf mich ist.

Ich muss ihm besser zuhören.

Ich muss gehorsam sein.

Ich muss...

 

Kaum bin ich in einen tiefen Schlaf abgedriftet, reißt Christopher die Box auf. Grelles Licht blendet mich und meine Glieder schmerzen, als mein Master mir hilft, aus diesem kleinen Ding zu kriechen, mich danach aufzurichten.

 

„Geht es?“, hakt er mit milder Stimme nach und ich nicke hastig. Auch wenn das nicht ganz die Wahrheit ist.

 

„Danke, Christopher“, bringe ich heraus.

 

„Komm“, sagt er und führt mit langsam zum Bad, wo es nach Kokosnuss riecht und wo irgendetwas leicht knistert. Erst als wir direkt davor stehen, bemerke ich, dass Christopher mir eine Wanne eingelassen hat. „Dein Hintern wird vielleicht etwas brennen, aber deinem Rücken und deinen Gliedern tut das warme Wasser sicherlich gut“, erklärt er.

 

„...musst du jetzt nicht zur Arbeit? Und ich zur Uni?“, frage ich völlig irritiert und mein Freund lächelt.

 

„Es ist erst 6 Uhr, Niko“. Er ist also früher aufgestanden. Extra für mich... „Jetzt komm, rein mit dir ins Wasser!“

 

Mein Master hilft mir in die Wanne und es kommt, wie er es angekündigt hat: Die Striemen an meinem Hintern brennen kurz, aber nach einer Weile ist das vergessen und es zählt nur noch diese wundervolle Wärme, die sich um meinen gesamten Körper legt und durch jede einzelne meiner Poren in mich hinein zu fließen scheint. Noch besser wird es, als Christopher plötzlich seine Hände auf meine Schultern legt und beginnt, sie zu kneten. Vorsichtig und sachte am Anfang und dann, angeleitet von meinen zufriedenen Seufzern, immer fester. Seine Finger wandern schließlich hoch zu meinem Nacken und lösen dann dort langsam die Verspannung und irgendwann, so schwöre ich, schnurre ich wie eine Katze und schlafe sogar beinahe bei dieser herrlichen Behandlung ein; bis Christophers Hände von meinem Nacken ablassen und verspielt über meine Brust wandern.

 

Ich schrecke und zische auf, als er unvermittelt in meine Warzen kneift und dann beginnt, sie zwischen Zeigefinger und Daumen zu zwirbeln. Schmerzhaft. Als ich vor Pein aufstöhne, lässt er ab von ihnen und seine rechte Hand wandert plötzlich noch tiefer, direkt zwischen meine Beine. Ich halte die Luft an, während seine Finger sich um meinen gefangenen Schwanz legen und dann gemächlich durch den Käfig hindurchfassen. Mit seinen Fingerkuppen streichelt mein Freund mich, massiert mich und ich kann an noch so vieles unerotisches denken, wie ich will, es hilft nichts: Als Christophers Zeigefinger beginnt, meine seinem Treiben hilflos ausgelieferte Eichel zu streicheln, pumpt mein Herz Blut gen Süden und mein Fleisch beginnt sich zu versteifen, zu wachsen und gegen die Streben aus Stahl zu drücken, was verdammt nochmal schmerzhaft ist.

 

Ich keuche und Christopher fragt mich kalt-erheitert: „Auf einer Skala von eins bis zehn – wie sehr willst du heute kommen?“

 

„...zwölf...?“, japse ich und presse die Lippen aufeinander. Meine Hände umklammern den Rand der Wanne und ich drehe mein Becken ganz automatisch zur Seite, versuche Christophers Berührungen zu entkommen. Vergeblich. In dieser Wanne, mag sie noch so groß erscheinen, gibt es kein Entkommen.

 

Christopher lacht leise wegen meiner Antwort, und im nächsten Moment schreie ich auf, weil er seinen Fingernagel hart in meine sensible Spitze bohrt. „Auf einer Skala von eins bis zehn“, fährt er dann belustigt fort, „wie realistisch ist es, dass du heute kommst?“ Der Druck seines Nagels lässt nach und ich atme laut aus, woraufhin ich in mein geliebtes, kaltes Blau sehe und vorsichtig murmele: „...minus zwölf?“

 

Mein Master lacht laut auf und täschelt mir dann den Kopf. „Richtig, Niko. Richtig“, meint er zufrieden, lässt komplett von mir ab und erhebt sich. „Ich bin immer noch sauer auf dich. Wegen gestern und weil du gegen das Masturbationsverbot verstoßen hat. Eigentlich sollte ich dich bis zum Ende des Jahres keusch halten...“

 

Ich erstarre wegen dieser Aussage und mein Schock scheint mir ins Gesicht gepinselt zu sein, weil Christopher nach einem Blick in meine Auge erneut anfängt zu lachen.

 

„Keine Sorge, mein Kleiner...“, säuselt er dann und beugt sich doch noch ein weiteres Mal zu mir herunter. „So streng ich bin dann doch nicht... Oder doch...?“ Er zieht verheißungsvoll die Augenbrauen nach oben, grinsend – und verlässt dann das Badezimmer und ich bleibe erschüttert zurück.

 

Das... das meint er doch nicht ernst, oder?
Das... das wäre doch ungesunde. Oder nicht?

Das... das macht er nicht.

Oder doch?

 

„Niko, komm jetzt aus der Wanne raus, der Kaffee ist fertig!“, ruft mein Master mir aus der Küche zu und ich rutsche beim Herauskrabbeln aus dem warmen Wasser beinahe aus.

 

Eilig rubbel ich mich trocken, jedenfalls die Stellen, die keine Wunden haben. Bei meinem Hintern gehe ich behutsamer vor. Danach tapse ich ins Schlafzimmer und... erstarre erneut.

 

„Das ist nicht dein ernst...“, murmele ich unter der Nase, als ich zu meinem heutigen Stapel Klamotten gehe und nach dem pinken Damenhöschen greife, das da ganz oben liegt. Ich seufze und schüttel grinsend den Kopf, als ich in das Ding hineinschlüpfe und mich im Spiegel betrachte. Das ist der Gipfel der Anti-Männlichkeit. Ich hasse es. Und gleichzeitig liebe ich es.

 

Christopher liest irgendetwas auf seinem Tablet, als ich die Küche betrete.

 

Ich schenke mir Kaffee ein, schmiere mir ein Brötchen mit Käse, beiße hinein und mein Freund erinnert mich: „Denk an die Fotos. Du hast heute nur drei Vorlesungen – das macht zwei Bilder dazwischen. Kapiert?“

 

„Ja, Christopher.“

 

„Und noch was“, sagt mein Freund und nimmt einen genüsslichen Schluck Kaffee, ehe er weiterspricht, „ich will, dass du heute mit geweitetem Arsch im Schlafzimmer auf mich wartest. Ich will dich direkt nach der Arbeit ficken, verstanden?“

 

„...verstanden, Christopher.“

 

Ich schlucke mein Essen hinunter und das Brötchen bleibt mir fast im Hals stecken.

 

Christopher wird den Penistresor vor dem Sex doch sicherlich entfernen... oder?

 

Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie wahrscheinlich ist das?

 

Ich atme tief ein.

 

 

 

 

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Kommentare

ein wenig tut mir Niko ja schon leid. Andererseits hab ich das Gefühl, dass ihn die Situation ziemlich anmacht.

Oooooooh, wie sehr freut es mich, dass Niko und Christopher wieder da sind! :)

Ich wollte den Teil nur kurz überfliegen, um mich zu vergewissern, dass es der ist, der vor dem letzten Verschwinden der Seite schon da war, bin aber nach ein paar Absätzen doch wieder hängengeblieben und habe Wort für Wort gelesen. Das Wiedersehen mit der Mutter hab ich damals wie heute emotional aufgewühlt verschlungen, um dann festzustellen, dass der Teil viel länger ist!? Danke dafür!

Du schreibst so nachfühlbar, dass ich - obwohl 24/7 TPE ganz und gar nicht meine Präferenz ist - gebannt mitfiebere und mich tatsächlich in Niko hineinversetzen kann. Sein Innenleben ist durchweg nachvollziehbar, und das macht für mich die letztendliche Qualität einer Story aus. Du hast unglaubliches Talent. Ich freue mich auf die Fortsetzung!