Christopher und Ich - Kapitel 38

 

38

Der Unitag ist schrecklich langweilig, was mir heute aber irgendwie ganz recht ist: So kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen und habe auch entsprechend viel Zeit zwischen den Vorlesungen, um die von Christopher gewünschten Bilder in der Toilettenkabine zu knipsen. Ich muss nicht irgendwo hinrennen, die Wunden an meinem Hintern scheuern nicht auf und ich kann die durch das pinke Höschen unter meiner Jeans hervorgerufene Erniedrigung tatsächlich in Ruhe genießen, diese Gedankenachterbahn, in der ich mal wieder sitze, und in der Loopings aus nervenaufreibenden Fragen bestehen; zum Beispiel was wohl meine Kommilitonen sagen würden, könnten sie den Stofffetzen, der nicht wirklich viel von meiner Scham und dem fiesen tresor verdeckt, an meinem Leib wohl erblicken.

Ich liebe diese Macht, die Christopher über mich hat und in diesem Moment einfordert und ausübt, obschon er einige Kilometer von mir entfernt ist. Mein Herz macht Freudensprünge, als er mich lobt nach Erhalten meiner perversen Fotos – denn eben das sind sie. Unter pittoresken Landschaftsbildern verstehe ich jedenfalls etwas gänzlich anderes, und selbst ästhetischer Aktfotografie kommen diese amateurhaften Aufnahmen im schlechten Licht und vor hässlicher Kulisse nicht ansatzweise nahe. Aber der Gedanke daran, das ich durch sie einen Befehl zu Christophers Zufriedenheit ausführe, macht mich einfach tierisch glücklich. ...dass mein Master davon geil wird, gefällt mir natürlich auch. Ich versuche nur nicht zu sehr an jenen Punkt zu denken, denn dann laufe ich Gefahr, dass ich selbst geil werde; und mit dem Penistresor an meinem Fleisch ist das wirklich keine gute Idee. Damit fährt die Gedankenachterbahn in ihren nächsten Abschnitt, eine steile Kurve.

Ich denke an Christophers Befehl unseren heutigen gemeinsamen Abend betreffend und weiß eigentlich schon, dass die Antwort auf meine Frage, ob er mich für den Akt aus meinem Käfig befreien wird, ein eiskaltes, glasklares Nein sein wird; und ich muss schlucken. Zum einen, weil ich beinahe durchdrehe bei der Vorstellung, während der Penetration nicht hart werden und mich nicht anfassen zu können – und vor allem nicht zu kommen. Zum anderen, weil mich gerade das alles anmacht. Bin ich ein Freak? Wahrhaftig. Aber Freaks sind entzückend, oder nicht?

„Ey, kommst du heute mit zu Mareikes Party?“, fragt Paul mich, als wir nach der letzten Vorlesung unsere Sachen zusammenpacken.

„Ne, kann nicht.“

„Warum nicht?“, hakt mein Kommilitone fast schon etwas genervt nach.

„Bin verabredet.“

„Jetzt sag aber nicht, mit Christopher...“

„...doch.“

Paul rollt mit den Augen. „Mann, ihr wohnt jetzt zusammen!“, wendet er ein. „Ihr seht euch jeden Tag. Da kannst du doch mal wenigstens einen Abend außer Haus verbringen, oder ist Christopher eifersüchtig, wenn du mit jungen knackigen Studenten Party machst?“

Ich runzel die Stirn und bin genervt von seiner Aussage. „Was soll das denn jetzt heißen?“

Markus legt die Hand beschwichtigend auf meine Schulter. „Ignorier ihn einfach“, meint er dann milde zu mir und deutet auf Paul. „Mareike hat nen Neuen und Paul will ihm am liebsten die Augen auskratzen und braucht heute Abend männliche Unterstützung, damit er a, nichts dummes macht, und b, sich irgendwie besser fühlt.“

„Mann, das stimmt überhaupt nicht!“, bestreitet Paul vehement und tritt gegen seinen nun leeren Stuhl, der daraufhin mit einem dumpfen Knall umkippt; was für mich ein deutliches Zeichen dafür ist, dass Markus den Nagel, wie man so schön sagt, auf den Kopf getroffen hat.

„Das tut mir leid mit Mareike“, sage ich zu Paul und er zuckt wie ein bockiger Teenie einfach mit den Schultern und stiert erzürnt in die Ferne. „Ich kann trotzdem nicht, weil ich Christopher schon etwas versprochen habe. Wir können aber gerne dieses Wochenende oder so ein Bier trinken gehen.“

„Mareikes Party ist aber heute!“, schnauzt er mich an und Markus seufzt genervt.

„Verdammt, ich gehe doch da schon mit dir hin, und Malte und Jannis aus deinem dämlichen Zockerclan kommen auch schon. Reicht das nicht langsam an Unterstützung?“, wendet er sich dann an Paul, der erneut genervt mit den Schultern zuckt.

„Ich gehe jetzt“, kündige ich bestimmt an, nicke den beiden zu und wünsche ihnen trotz unseres dummen Gesprächs eine tolle Party. „Vielleicht hast du ja Glück und der Neue von Mareike ist ein hässlicher Wicht. Dann geht es dir bestimmt besser.“

„Ja, ja...“, meint Paul und winkt meine Worte mit einer simplen Handbewegung ab. Markus dagegen hebt grinsend seine Hand zum Abschied, und dann trennen sich unsere Wege und ich denke gar nicht mehr über das Mareike-Fiasko nach, sondern über Pauls zuvor geäußerten Worte.

...oder ist Christopher eifersüchtig, wenn du mit jungen knackigen Studenten Party machst?“

Den Kommentar unseren Altersunterschied betreffend ignoriere ich gekonnt, es geht mir eher um die andere Aussage.

Hm. Ist Christopher manchmal eifersüchtig?

Ich denke an die Begegnung mit Dominik bei der SM-Party zurück. Da war Christopher sicherlich kurz etwas eifersüchtig gewesen; doch wie er damit umgegangen ist, war einfach nur phänomenal. Der Gedanke an seinen Körper in dieser heißen Uniform schickt ein intensives Kribbeln auf Wanderschaft über meine Haut, und ich bereue jene Bilder vor meinem geistigen Auge unmittelbar, als meine Mitte sich bemerkbar macht. Eiligst zwinge ich mich, an etwas anderes zu denken und allein der Anblick eines moppeligen Professors, der beim ungeschickten Hot-Dog-Essen seinen offenbar aus den 50ern stammenden kackbraunen Anzug mit Senf bekleckert, reicht, um mich wieder zu beruhigen.

Aber... Das Gedankenkarrussel kehrt an seinen Ausgangspunkt zurück: Ist Christopher manchmal eifersüchtig, wenn ich mit den Jungs losziehe?

Irgendwie kann ich mir das gar nicht vorstellen. Schon allein, weil ich nicht wirklich auf irgendwelche großen Partys mit Paul, Markus oder Frank gehe, wo auch nur ansatzweise gutaussehende schwule Männer auftauchen und mich anmachen könnten. Unsere Abende bestehen aus Kneipen- oder Kinobesuchen, oder eben einer Privatparty, zu der nicht wirklich viele Leute kommen, und selbst wenn: Ich glaube, Christopher weiß, dass ich sowieso nicht auf irgendwelche Avancen eingehen würde, um zum Beispiel einfach mal mein Ego aufzupolieren oder, wie Holger und Martin das manchmal so sagen, sich eine Bestätigung abzuholen, dass ich auf dem Singlemarkt noch immer eine Chance hätte. Scheiß auf den Singlemarkt und meinen hypothetischen Wert dort; mein Arsch gehört Christopher, und der weiß das ganz genau.

...werde ich manchmal eifersüchtig?

Ich muss am Miriam denken und fast laut auflachen. Das mit Miriam ist eine besondere Sache. Christopher ärgert mich gern mit seinem Interesse an Gesprächen mit der Frau, das Hand in Hand mit dem zeitgleichen Ignorieren meiner Wenigkeit auf Partys geht. Aber Miriam ist eben eine Frau und Christopher ist nicht hetero und auch nicht bi, sondern schwul. Ich glaube allerdings auch nicht, dass Christopher jemals mit einem schwulen, gutaussehenden Mann offenkundig flirten würde, um mich auf diese Weise zu bestrafen; denn das würde mir tatsächlich weh tun. Auch wenn ich auf physischen und von Christopher verursachten Schmerz stehe – emotionale Verletzungen gehören zu unserer speziellen Beziehung nicht dazu.

Natürlich zwingt mein Master mich manchmal zu Dingen, die ich vielleicht nicht mag. Wie jüngst zum Tragen dieser grässlichen Frauenunterwäsche. Allerdings nur, weil ich mich dazu zwingen lassen möchte. Weil ich es liebe, von ihm degradiert und beschämt zu werden. Er verweist mich auf diese Weise auf meinen Platz: zu seinen Füßen. Das ist ein Teil der psychischen Folter, die ich einfordere. Fremd-Flirten, wenn wir es so nennen wollen, ist ein anderes paar Schuhe, das sich somit auch jemand anders anziehen kann; auch wenn viele da draußen diesen Vergleich wahrscheinlich nicht verstehen würden.

Ich könnte mir auch nicht vorstellen, dass mein Master den Wunsch äußert, einen weiteren Sklaven zu halten. Christopher und ich, so pervers wie wir beide sind – und das sind wir und das ist auch gut so – sind im Gegensatz zu vielen Paaren, innerhalb der BDSM-Szene, aber auch außerhalb, extrem konservativ: Denn wir sind zu 100% monogam.

Ich weiß, dass es viele Doms gibt, die ihre Subs gern verleihen, und mit dem allergrößten Vergnügen zuschauen, wie ein anderer Mann oder eine andere Frau diese züchtigen. Kilian profitiert davon. Wie gesagt: Der Mann liebt Publikum. Christopher würde das niemals tun, weil er es niemals wollen würde. Er hat es mir so oft klar gemacht und es steht schwarz auf weiß in unserem Vertrag: Unser Verhältnis hat keine Schlupflöcher. Er ist der einzige Master, ich bin der einzige Sklave. Niemand kommt zwischen uns oder dazu. Und auch das ist gut so.

Hm. Ich und eifersüchtig...

In der Gerte und auch bei diversen Partys habe ich sicherlich schon mal den ein oder anderen, auf meinem Freund ruhenden, interessierten Blick eines Fremden erhascht, aber so wirklich aufmerksam bin ich was das angeht auch nicht. Denn wenn wir solchen Events beiwohnen, liegt unser Fokus trotzdem immer auf dem anderen; schließlich spielen wir bei diesen Treffen bis zu einem gewissen Grad. ...und zugegebenermaßen lande ich dabei so oft auf dem Boden, oder muss die Tischplatte anstarren, oder darf ich der Ecke hocken, dass ich die anderen Menschen um uns herum gar nicht diesbezüglich mustern kann; auch das ist gut so.

Ich mache mir keine Sorgen, dass irgendein anderer Sub Christophers Aufmerksamkeit erlangen könnte. Wenn, dann vielleicht nur während einer Bestrafung und dann auch nur, weil mein Freund an der Art dieser interessiert wäre und überlegen würde, ob er sie nicht auch mal an mir anwendet. Eine Art der Live-Inspiration. Dass ein anderer Sklave meinen Platz einnehmen könnte, daran denke ich nicht einmal. Selbst einige Bekannte, die seit Jahren der Szene angehören, sagen uns, dass sie unsere 24/7-Beziehung als zu extrem empfinden. Viele sind beeindruckt und gleichzeitig irgendwie auch entsetzt. Wie oft habe ich schon von einigen Subs sagen hören: „Das wäre mir viel zu krass.“ Na und? Dann bin ich eben krass. Christopher ist krass. Wir sind krass. Und der springende Punkt ist: Wir lieben uns. Und ohne diese Liebe würde unsere spezielle Beziehung gar nicht funktionieren können.

Nein, ich bin nicht eifersüchtig, sage ich mir zufrieden, doch just in diesem Moment hallt ein Name durch meine mentalen Irrgänge: Adrian. Und ich verziehe das Gesicht etwas mürrisch.

Eigentlich hat mich dieser Verflossene von Christopher ganze zwei Jahre lang nicht die Bohne interessiert, aber seitdem Lukas ihn vor einiger Zeit beim Stammtisch erwähnt hat und Christophers Ex dann auch noch ausgerechnet an unserem allerersten Abend als Paar in der gemeinsamen Wohnung angerufen hat, macht sich der Name dieses mir unbekannten Mannes in meinem Bewusstsein immer häufiger für eine kurze Weile bemerkbar; so wie jetzt.

Eigentlich ist es so, dass mich Christophers Vergangenheit nicht wirklich interessiert; jedenfalls nicht die Details, die mit seinen einstigen Subs zu tun haben. Seine persönliche Geschichte: natürlich. Damit verbunden die Historie und derzeitigen Gegebenheiten seiner Familie und Freunde, auch Bekannten, klar. Der Stammtisch zum Beispiel ist auch mir enorm wichtig geworden und all die daran teilnehmenden Menschen eben. Aber... Ich muss zugeben: Ich will einfach gar nicht wissen, wie dieser Adrian aussieht, oder welche innigen Beziehungen Christopher vor der Beziehung zu diesem Kerl gehabt hat, oder danach; was er alles so getrieben hat, als er auf der Suche nach jemandem wie mir war. Ich möchte keine weiteren Namen wissen und erst recht keine dazugehörigen Gesichter kennen, weil ich keine Lust habe, in eines davon auf Partys zu blicken und mir dann unweigerlich vorzustellen, wie Christopher es mit jenem Typen in der Vergangenheit getrieben hat...

Ich presse die Lippen zusammen und muss zähneknirschend eingestehen: Ich bin doch eifersüchtig.

Die Tatsache, dass Christopher dann und wann so herzlich mit diesem Adrian telefoniert wurmt mich ein bisschen. Okay? Ich gebe auch das zu. Aber eigentlich tut es das nur dann, wenn ich es mitbekomme. Ich denke danach nicht lange darüber nach und führe mir immerzu vor Augen, dass ich meinem Freund deswegen auch keine Vorwürfe machen kann. Ich weiß nicht, was die beiden Männer genau verbindet, ich weiß nur, dass eine tiefe Freundschaft auch nach einer Beziehung möglich ist; es ist eher die Ausnahme, aber diese Bindungen existieren. Wer weiß, was die beiden zusammen erlebt haben, welche Erlebnisse, auch außerhalb der Beziehung, sie zusammengeschweißt haben? Und es ist ja auch nicht so, als ob Adrian hier in der Nähe wohnen und ständig zu Besuch kommen würde. Ich glaube, damit hätte ich vielleicht irgendwann doch ein größeres Problem...

Nein, ich will jetzt wirklich nicht weiter über Adrian sinnieren. Warum denke ich überhaupt an ihn?!

Ich gehe nach der Uni noch einkaufen und hake die kurze Liste ab, die Christopher mir vorhin geschickt hat. Sein Kontrollanruf bleibt heute seltsamerweise aus und ich schiebe das auf Arbeitsstress. Die Kanzlei wird vergrößert: Christopher hat sich mit zwei guten Kollegen zusammengetan und ihnen den Platz angeboten, den beide dankend angenommen haben. Einer davon ist sein ehemaliger Kommilitone, den er mir vorstellen will, wenn die Quasi-Fusion vollzogen ist, die einer Menge Papierkram bedarf.

Es ist 18 Uhr, als ich frisch geduscht und komplett nackt und allein im Spielzimmer stehe und das Gleitgel in meiner Hand anstarre. Ich habe kein Problem, mich selbst zu weiten; Christopher erwartet das oft von mir, dass ich die gesamte Vorarbeit leiste und er direkt in mich eindringen und seinen Stress wegvögeln kann. Allerdings fasse ich dabei normalerweise stets meinen Schwanz an, weil es diese spezielle Vorbereitung einfacher, angenehmer, und ja, geiler macht. Problem: Heute komme ich nicht an ihn heran. Und noch eine Frage drängt sich mir auf: Würde ich damit nicht eigentlich schon wieder gegen das Masturbationsverbot verstoßen? Ich muss das dringend mit Christopher klären.

Seufzend und gleichzeitig grinsend greife ich nach einem der kleineren Dildos und schmiere ihn ordentlich mit dem dickflüssigen Gel ein, führe ihn an meinen Eingang und beginne mit meinem Tun, während ich mich an dem Sklavenstuhl abstütze. Es dauert eine kleine Ewigkeit, bis ich ihn komplett eingeführt habe und ihn in kreisförmigen Bewegungen drehe und beginne, mich leicht damit zu ficken. Als der Kopf der Spielzeugs meine Prostata streift, erschaudere ich kurz, und ziehe es vor, das Ding aus meinem Innern zu entfernen und gegen ein größeres Toy auszutauschen.

Gegen 18.30 Uhr bin ich soweit, dass ich nach insgesamt vier Dildos in unterschiedlichen Größen, meinen Eingang mit einem der dunklen Buttplugs verschließe und mich unbefriedigt auf dem Bett niederlasse, die Tube Gleitmittel in Reichweite: Sobald ich das Kratzen im Schloss höre, werde ich den Plug entfernen und eine große Portion des Gels in meinen geweiteten Eingang einführen und dann auf allen Vieren auf Christopher warten, der in den kommenden Minuten heimkommen sollte.

Doch es wird 19 Uhr und nichts geschieht. Es wird 19.15 Uhr und nichts geschieht. Um 19.30 Uhr ist immer noch nichts passiert und ich bin mir mittlerweile mehr als sicher, dass dieser Verspätung zu Christophers Spielchen gehört. Immerhin liebt es es, mich auf sich warten zu lassen. Als er um 20 Uhr immer noch nicht zuhause ist, macht sich allerdings langsam ein mulmiges Gefühl in meinem Innern breit. Ich checke, ob mein Freund nicht zufällig bei Facebook aktiv ist und ich ihn auf diesem Wege anschreiben könnte, wenn ich das Handy eh schon in der Hand habe, aber ich erblicke kein grünes Symbol bei seinem hübschen Foto, das mir genau das bestätigen würde. Ich lasse ihm auf anderem virtuellen Weg eine Nachricht zukommen, erhalte innerhalb von zehn Minuten allerdings keine Reaktion, was mich dazu führt, ihn jetzt anzurufen. Als ich unmittelbar weiter an seine Mailbox geleitet werde, werde ich wütend; und auch ein bisschen besorgt.

Ich verlasse das Schlafzimmer und hülle meinen Körper erst mal in einen flauschigen blauen Bademantel, und trete dann auf den Balkon, um auf die Straße hinabblicken zu können. Ich weiß auch nicht, was ich mir davon erhoffe, aber irgendwie scheine ich darauf zu bauen, sein Auto direkt erblicken zu können. Nach einer kurzen Weile jedoch wird mir kalt und ich tapse zurück ins Innere der Wohnung, steuere den Flur an und greife nach dem Festnetztelefon, rufe per Schnellwahltaste in der Kanzlei an; vielleicht ist dort noch jemand? Aber dort geht nur der automatische Anrufbeantworter an, der mich informiert, dass ich außerhalb der Bürozeiten anrufe und jetzt meine Nachricht hinterlassen kann.

Im selben Moment höre ich allerdings laute Schritte durchs Treppenhaus hallen und im nächsten Augenblick erklingt auch das von mir so sehr herbeigesehnte Kratzen im Schloss. Ein Schalter legt sich in meinem Hirn um und ich haste den Flur hinab, zurück ins Schlafzimmer, schmeiße den Bademantel in die Ecke und setze meinen ursprünglichen Plan in die Tat um, die Hände zitternd, weil ich Angst habe, es nicht rechtzeitig zu schaffen. Ich ziehe den Plug heraus, platziere die Spitze der Gleitgeltube an meinem Eingang und zische auf, weil das Mittel im wahrsten Sinne des Wortes arschkalt ist. Aber: Ich habe es geschafft. Ich höre, wie Christopher die den Flur herunter stapft und ich erwarte ihn so, wie er es von mir verlangt hat: Auf allen Vieren, mein Arsch für ihn geweitet und direkt zugänglich.

„Niko?“, erreicht mich seine Stimme und ich höre, wie er in der Tür stehen bleibt, und wundere mich, weil er ein bisschen seltsam klingt. „Ach, Scheiße...!“, stößt er aus und stapft nun zu mir rüber. Ich spüre seine kalte Hand auf meinem Rücken, mit der er mich sachte auf die Seite dreht und „sorry“, murmelt. „Ich wollte dir Bescheid sagen, dass ich später komme, das ist momentan so ein derbes Chaos bei uns, und dann musste ich schnell noch Jessica nach Hause fahren“, erklärt er. Jessica ist eine der neuen Gehilfinnen. „Ihr Wagen ist nicht angesprungen und in der Wohnung ihrer Mutter hat es einen Wasserschaden gegeben und sie musste da schnell hin um zu helfen, und dann wollte Henning, du weißt, mein Kommilitone, noch eben was ausdiskutieren und mein Handy war leer und das Ladekabel im Auto ist offenbar schrott, und ich hab auch gar nicht mehr auf die Zeit geachtet, und echt, ach, sorry – ich hätte dir echt irgendwie Bescheid geben sollen und hab's total vergeigt“, entschuldigt er sich und streichelt meine entblößte Seite und mir wird endlich klar, dass in seiner Stimme Erschöpfung mitschwingt. „Hast du... hast du lange so auf mich gewartet?“, fragt er mich dann und ich setze mich seufzend auf.

Zum einen bin ich einfach nur froh, dass es ihm gut geht und ihm nichts passiert ist. Zum anderen bin ich richtig stinkig, weil ich mehr als eine Stunde mit Rumgammeln verschwendet habe, in der ich auch hätte was sinnvolles tun können. Mir die neuste Folge meiner Lieblingshorrorserie reinziehen zum Beispiel – oder eben doch zu Mareikes Party gehen, denn mein Master sieht nicht so aus, als würde er sich wenigen Minuten auf mich stürzen wollen; ich bin mir sogar ziemlich sicher, wenn ich so in seine müden Augen blicke, dass er schon sehr bald schlafen gehen wird.

„Geht so“, beantworte ich ihm seine Frage. „Bin zwischenzeitlich leicht panisch durch die Wohnung gerannt, hab nach dir Ausschau gehalten und auch mehrfach versucht, dich zu erreichen.“

Christopher presst die Lippen etwas peinlich berührt zusammen. „Sorry“, wiederholt er dann, beugt sich leicht vor und platziert einen keuschen Kuss auf meiner Wange.

„...was ist jetzt mit deinem Befehl?“, will ich wissen und sein langes Seufzen signalisiert mir, dass ich wohl goldrichtig mit meiner vorigen Annahme liege.

„Ich bin viel zu fertig für Sex“, erklärt Christopher. „Sorry.“

„Hm...“, mache ich und Christopher wiederholt: „Tut mir wirklich leid... Der ganze Kanzlei-Zuwachs wächst mir gerade ein bisschen über den Kopf...“

Unmittelbar schwappt etwas, das sich schlechtes Gewissen nennt an die Oberfläche in meinem Innern: Ich bin sauer, weil ich eine bescheuerte Party verpasse, während mein Master hier fast schon während des Redens einpennt, weil ihn die Arbeit zu sehr mitnimmt. Nicht cool, Niko, sagt eine Stimme in meinem Kopf.

„Soll ich dir ein Bad einlassen?“, frage ich Christopher und das zaubert ihm ein leichtes Lächeln ins Gesicht.

„...gern... Danke.“

Ich schleppe mich ins Badezimmer und lasse das Wasser an, gebe ein wenig von dem neuen Badesalz hinzu, das Christopher letztens angeschleppt hat, checke die Temperatur und erhebe mich dann, um meinem Master Bescheid zu sagen, dass er jetzt in seine heißgeliebte Wanne steigen kann. Die Worte bleiben mir jedoch in meinem Hals stecken: Als ich das Schlafzimmer betrete, liegt Christopher immer noch im Anzug rücklings auf dem Bett, den Arm schützend über seine Augen gelegt und schläft. Er schnarcht sogar ein bisschen.

Ich überlege, ob ich ihn einfach so liegen lassen sollte, aber darüber wäre er am nächsten Morgen sicherlich nicht glücklich.

„Christopher... Chris... Chrissie...“, murmele ich seinen Namen, während ich meine Hand auf seine Schulter lege und dort leicht zudrücke. Letztendlich bleibt mir allerdings nichts anderes übrig, als ihn regelrecht wach zu rütteln, während ich ihn fast schon anbrülle. „Christopher, dein Bad ist fertig! Wach auf!“

Mein Freund ist vollkommen durcheinander, als er wild die Augen aufreißt und er sie dann vollkommen desorientiert durch den Raum wandern lässt. „Fuck“, murmelt er und streicht sich mit beiden Händen durchs Gesicht. Dann schweigt er, setzt seinen Körper aber endlich in Bewegung und schält sich aus seinem Anzug. Die einzelnen Kleiderteile landen achtlos auf dem Boden und mein Master trottet wie Gott ihn schuf durch den Flur ins Badezimmer, während ich ihm ebenfalls stillschweigend und nackig folge.

Er ächzt zufrieden, als er sich ins warme Wasser gleiten lässt und ich lasse mich auf die Badewannenkante nieder, betrachte ihn. Christopher hat die Augen wieder geschlossen und ich höre ihn gleichmäßig atmen. Ich wühle mich durch meine Gedanken.

Am liebsten würde ich mich jetzt direkt anziehen und zu Paul und Markus stoßen, denn wir haben wirklich schon lange nichts mehr zusammen unternommen. Aber Christopher kann ich in seinem Zustand auf gar keinen Fall alleine in der Badewanne lassen: Mein Freund ist ja schon innerhalb der ersten Minuten beinahe wieder eingepennt. Soll er mir bewusstlos unter Wasser gleiten und ertrinken? Ganz sicher nicht! Also sitze ich eine ganze Viertelstunde so da, beobachte ihn beim Schlafen in der Wanne, und wecke ihn, ehe das Wasser gänzlich abgekühlt ist.

Er ist schon wieder total verdattert und wirkt dadurch irgendwie total niedlich. Ich helfe ihm beim Abtrocknen und ungelogen: Christopher pennt auch dabei wieder fast ein.

„Du...“, spreche ich ihn dann an, als wir wieder ins Schlafzimmer zurück waten und er in seine Pyjamahose steigt und dabei fast das Gleichgewicht verliert.

„Hm?“

Ein Blick auf den Wecker verrät mir, dass es noch nicht einmal halb zehn ist. Die Feier ist sicherlich noch im Gange. „Paul hatte mich heute eigentlich zu einer Party eingeladen... Und da du jetzt eh schlafen gehst... Kann ich da hin?“

Mein Freund runzelt die Stirn und wirkt alles andere als begeistert. „Eine Party?“, wiederholt er skeptisch.

Ich nicke. „Ja, Mareike, die kennst du ja auch, feiert. Ich glaube, einfach nur so.“

„Mitten in der Woche?“, kommt es kalt von Christopher, der mich mit seinen müden und nun verengten Augen weiterhin fixiert.

„Ja... Weißt doch: Studenten. Wochenende beginnt am Mittwoch...“

„Nicht für dich, mein Freund“, meint er nur spöttisch und schlüpft unter die Bettdecke.

„...also nein?“

„Natürlich nicht!“, blafft er jetzt mit dem Rest seiner Energie. „Geh' und lies ein Buch, oder schau dir von mir aus noch nen Film an, aber dann bewegst du deinen Arsch gefälligst auch ins Bett. Verstanden?“

„...ja, Christopher“.

„Gut. Mach das Licht aus. Gute Nacht.“

Christopher dreht sich auf die Seite und schließt die Augen, und ich? Ich tue, was mein Master mir aufgetragen hat und lese eines der Fantasy-Bücher, das Chiyo mir ausgeliehen hat, und merke nach einer halben Stunde, dass auch ich plötzlich extrem müde werde. Eine weiter halbe Stunde später schlafe auch ich schon tief und fest neben meinem Freund.

Ich schaffe es allerdings einige Stunden später, als die Sonne langsam wieder den Himmel erklimmt und der Wecker schrill klingelt, meine Augen sofort zu öffnen und aus dem Bett zu springen. Christopher hingegen stöhnt gequält und zieht sich die Bettdecke über den Kopf. In dem Moment, in dem ich das plärrende Ding aus der Hölle mit Zeitanzeige ausstelle und es wieder still im Raum wird, muss mein Freund niesen. Erst ein Mal, dann ein zweites Mal, dann ein drittes Mal. Und dann höre ich ihn, immer noch unter der Bettdecke verweilend, erneut laut stöhnen.

Damit er nicht erstickt, hebe ich die Bettdecke ein Stückchen an. Christopher stöhnt erneut und als ich einen Blick auf ihn werfe, gefällt mir nicht, was ich sehe: Seine Haarspitzen sind klatschnass und mehrere Strähnchen kleben an seiner ebenso feuchten Stirn, seine Augen, mit denen er mich nun betrachtet, nicht gänzlich geöffnet, sind glasig und sein Gesicht blass. Instinktiv strecke ich meine Hand aus und lege sie auf seine Stirn. Sie ist nicht nur von seinen Schweißtropfen benetzt, sondern auch ziemlich warm.

„Ich befürchte, du hast Fieber“, meine ich zu ihm und bekomme ein wiederholtes lautes Stöhnen als Antwort. Dann schlägt mein Freund die Bettdecke gänzlich zurück und setzt sich auf, nur um im nächsten Moment die Augen zuzukneifen und laut „ah, verdammt“ zu zischen, das Gesicht in beiden Händen vergrabend.

„Was ist?“, frage ich und klinge genauso besorgt wie ich es in dem Moment auch bin. „Kopfschmerzen?“ Ich bekomme ein zustimmendes „mhhmmm“ als Antwort und entgegne: „Oje...“

„Ich kann jetzt nicht krank werden. Nicht jetzt...!“, murmelt mein Freund frustriert mit nasaler Stimme.

„Ähm...“, mache ich und setze mich zu ihm aufs Bett. „Ich befürchte, du bist schon krank...“

„Ach, ne, du Schlaumeier...!“, pampt er mich an, sein Gesicht immer noch in seinen Handflächen ruhend.

„Christopher...“, rede ich im beruhigenden Ton auf ihn ein. „Leg dich wieder hin, ich rufe für dich in der Kanzlei an, okay?“

„Nein...“, protestiert er langgezogen und seufzt. „Wir haben gerade so viel um die Ohren...“

„Ja, aber das müssen deine Kollegen dann halt ohne dich schaffen!“

Er stöhnt genervt auf, so als wären ihm die passenden Gegenworte ausgegangen. Im Grund genommen weiß mein Freund auch, dass ich recht habe, schließlich ist er ein vernünftiger Mann. „Scheiße...!“, flucht er und ich bin froh, dass er nicht stur ist, sondern mal ausnahmsweise meinen Instruktionen folgt und sich wieder hinlegt. „Ich hab derbe Kopf- und Halsschmerzen“, klagt er er dann mit brüchiger Stimme und ich streiche ihm die feuchten Haarsträhnchen aus der Stirn. „Rufst du Kilian an?“

„Klar.“ Unser Doktor macht in unserem Fall immer gerne einen Hausbesuch.

„Und sag meinen Kollegen bitte, dass ich mich nachher auf jeden Fall telefonisch bei Ihnen melde, okay?“

„Klar.“

Ich erledige zunächst das Gespräch mit der Kanzlei und Johanna klingt besorgt und trägt mir auf, Christopher ganz lieb zu grüßen. Kilian nimmt auch sofort ab und verspricht, gegen 16 Uhr vorbei zu kommen, was wunderbar passt, denn das ist die Zeit, in der ich von meinen Vorlesungen nach Hause komme. „Mach deinem Mann jetzt erst einmal Frühstück, mach ihm nen Tee mit Honig, gib ihm eine Ibuprofen und sag ihm, er soll erst mal ne Runde weiter schlafen. Okay?“

„Klar.“

Ich tue, wie unser Doc mir aufgetragen hat, aber Christopher hat keinen Hunger. Ich muss ihn regelrecht zwingen, wenigstens ein Mal vom Brot abzubeißen. Dann würgt er sich die Tablette rein und schließt genervt die Augen.

„Kommst du denn jetzt erst einmal selbst zurecht?“, erkundige ich mich vorsichtig bei meinem Master und er brummt etwas, das nach einer Zustimmung klingt. Aber wirklich gut geht es mir bei der Vorstellung, ihn jetzt allein zu lassen, nicht. Seufzend überlege ich, ob ich ihm vorschlagen sollte, meine Vorlesungen heute ausfallen zu lassen, aber im nächsten Moment wird mir klar, dass Christopher niemals damit einverstanden wäre. „Meld dich mal zwischendurch bei mir, wenn du wach bist, okay?“ Christopher brummt wieder etwas und ich seufze ein weiteres Mal und mache mich fertig für die Uni.

Da mein Freund mir heute keine Klamotten ausgewählt hat, tue ich das ausnahmsweise allein und es fühlt sich fast schon komisch an, wieder in eine normale Boxershorts zu schlüpfen und nicht in eines dieser kleinen bunten Höschen. Mit einem mulmigen Gefühl verlasse ich Christophers, nein, unsere Wohnung und mache mich auf den Weg zur Uni und muss sagen: Ich habe mich schon fast an den Tresor an meinem Schwanz gewöhnt.

Paul wirkt niedergeschlagen, oder auch einfach nur verkatert, wie er da wie ein Tröpfchen Elend, ähnlich wie Christopher, mit halb geschlossenen Augen im Stuhl hängt und versucht geradeaus zu gucken. „Wie war es gestern?“, frage ich deshalb lieber leise Markus, der sich auf den Platz neben mich plumpsen lässt.

„Alter, frag lieber nicht...“

Die Kurzversion: Der Neue von Mareike ist ein heißer Feger. Paul hat sich so volllaufen lassen, dass er Mareike auf die Füße gekotzt hat und der heiße Feger namens Sven ihn rausgeworfen hat.

„Autsch“, kommentiere ich und bin plötzlich irgendwie richtig froh, dass ich nicht dabei sein musste. Andererseits wäre das sicherlich auch irgendwie amüsant gewesen...

Ich versuche mich auf die Seminare zu konzentrieren, aber meine Gedanken wandern stets zu meinem kranken Anwalt zurück. Christopher ist zwar nicht das erste Mal krank seitdem wir zusammen sind, aber es ist das erste Mal, dass ich das so, wie soll ich das formulieren... hautnah mitbekomme. Als wir noch nicht zusammengewohnt haben, hat er mir per Textnachricht oder Anruf mitgeteilt, dass er krank sei und wir uns ein paar Tage nicht sehen würden. Meine Vorschläge, sich um ihn zu kümmern, hatte er stets zuckersüß verneint und gemeint, er wolle nicht, dass ich mich anstecke. Ich habe ihn persönlich höchstens mal mit einem Restschnupfen getroffen; aber ich war noch nie anwesend, wenn er wirklich krank war, hatte noch keine Chance, ihn zu betüdeln, ihm zu helfen. Und dass das jetzt anders ist, freut mich sogar ein wenig – auch wenn ich es natürlich nicht toll finde, dass mein Freund krank ist und das ausgerechnet auch noch in so einer wichtigen Phase auf der Arbeit.

Es ist schon 13 Uhr, aber Christopher hat immer noch kein Lebenszeichen von sich gegeben; und das regt mich auf, vor allem nach dem gestrigen Verspätungsvorfall. Auch, als ich die Uni verlasse, habe ich keine Nachricht von meinem Freund bekommen und beruhige mich, in dem ich mir vor Augen führe, dass Christopher wahrscheinlich den ganzen Tag über gepennt hat.

„Christopher?“, rufe ich, als ich die Wohnung gegen viertel vor vier am Nachmittag betrete und aus meinen Schuhen schlüpfe.

„...Wohnzimmer...“, krächzt mein Freund und ich folge dieser unschönen Stimme.

Christopher liegt unter seiner dicken Bettdecke auf dem Sofa, sein Tablet in der Hand und sieht einfach fürchterlich aus. „Ich wollte mich gerade bei dir melden...“, meint er heiser.

„Ist schon okay, habe mir schon gedacht, dass du die ganze Zeit über schläfst. Wie geht es dir?“

Christopher stöhnt gequält. „Scheiße.“

„Kilian sollte gleich da sein. Kann ich dir irgendetwas bringen? Hast du schon was gegessen?“

„Kannst du... mir nen Tee machen?“

„Klar. Mit Honig?“ Er nickt. „Soll ich dir was zu essen machen?“

„...bestell uns später einfach ne Pizza.“

„Sollte... ich nicht lieber Hühnerbrühe kochen, oder so?“

Christopher lacht auf, und muss dann sofort niesen und sich die Nase putzen. „Damit ich mich daran vergifte?“, scherzt er, als er sich wieder gefangen hat. „Du kannst später fertige beim Feinkostladen um die Ecke holen, aber bitte koch mir nichts.“ Ich muss ein wenig schief grinsen, fühle mich in diesem Moment aber auch einfach nutzlos. Ich wünschte, ich könnte kochen und ihm das zaubern, was er jetzt braucht.

Das Klingeln der Türglocke reißt mich aus meinen Gedanken: Kilian ist angekommen und ich lasse unseren Arzt des Vertrauens herein. Er trägt eine etwas klobige und alt aussehende Ledertasche mit sich, in der er offenbar all seine Utensilien wie das Stethoskop und was weiß ich alles aufbewahrt und mit sich herumschleppt.

„Na“, grüßt er mich grinsend. „Was macht der Patient?“

„Auf dem Sofa vegetieren...“ Kilian lacht und zieht seine Schuhe aus.

„Dann wollen wir mal.“

Ich verziehe mich in die Küche, um wie von Christopher verlangt Tee aufzusetzen. Ich höre nicht viel von der Konversation beziehungsweise Untersuchung im Wohnzimmer und gehe auch erst dorthin, als Kilian nach mir ruft.

„Herr Lang hat einen grippalen Infekt“, erklärt er mir und mein Freund seufzt theatralisch. „Ich habe ihn jetzt zu langer Bettruhe verdonnert und würde dich bitten, diese auch zu überwachen, sonst verschleppt unser Anwalt das. Er muss viel trinken und seine Stimme schonen. Wenn ihr Halstabletten habt, wunderbar, ansonsten reicht auch lauwarmes Wasser oder Tee mit Honig. Aspirin oder Ibuprofen gegen die Kopfschmerzen. Viel Vitamin C , Inhalationen und Nasenduschen helfen auch. Alles klar?“

„...okay!“, entgegne ich und wiederhole alles in in meinem Kopf noch einmal.

„Wir haben kein Nasenspray mehr“, krächzt Christopher und sieht mich wehleidig an.

„Ich laufe gleich los und hole welches“, entgegne ich, „und Obst kauf ich auch. Noch was?“

„...ich will was Süßes.“

„Ist Niko nicht süß genug?“, zieht Kilian meinen Freund auf, seine Tasche zusammenpackend, und Christopher stöhnt genervt und rollt mit den Augen.

„Was Süßes. Kein Problem“, meine ich nur und verlasse zusammen mit Kilian wenige Minuten später die Wohnung.

Der Arzt schmunzelt, als sich die Aufzugtüren schließen und ich schaue ihn fragend an. „Christopher ist immer unheimlich anstrengend, wenn er krank ist...“, erklärt er dann und ich muss ein wenig grinsen und frage mich, was für Episoden ich als Schwester Niko wohl erleben werde... „Halt mich doch auf dem Laufenden, wie es deinem Mann ergeht, ja? Und wenn er wieder gesund ist: Meldet euch. Ich würde euch gerne mal zum Essen einladen, meine neue Küche ist diese Woche gekommen und ich finde, die muss eingeweiht werden.“

„Das klingt super, Kilian“, pflichte ich ihm bei.

„Hey, soll ich dich eben schnell zum Supermarkt fahren?“, schlägt er dann vor.

„...wenn dir das keine großen Umstände macht! Musst du nicht noch irgendeinen Patienten besuchen, oder so?“

„Ja, aber der kann warten, das ist nicht so schlimm.“

Letztendlich geht Kilian sogar zusammen mit mir shoppen und fährt mich samt Einkäufen auch wieder zur Wohnung zurück; ich bin ihm unheimlich dankbar. Ohne diese Offerte hätte ich wahrscheinlich drei Mal zum Markt laufen müssen, um das alles einzukaufen und heile nach Hause zu bringen.

Christopher schläft, als ich nach Hause komme; und das ist auch irgendwie gut so. Denn: Obwohl er mir aufgetragen hat, nichts für ihn zu kochen, möchte ich es dennoch probieren und habe mir dafür extra von Kilian erklären lassen, wie ich Hühnersuppe zubereite. Ehrlicherweise klingt das nicht gerade kompliziert; allerdings, so rufe ich mir etwas niedergeschlagen in Erinnerung, habe ich es auch schon geschafft, Kartoffelgratin in den Sand zu setzen... Ich atme durch und beginne mein Werk in der Küche.

Ich telefoniere zwischenzeitlich noch einmal mit dem Arzt, um sicher zu gehen, dass ich mir die einzelnen Schritte in der richtigen Reihenfolge gemerkt habe und er schickt mir auch noch zusätzlich einen Link zu dem klassischen Rezept, damit ich immer nochmal nachsehen kann, aber ganz ehrlich: Im Grunde genommen muss ich einfach nur alles kochen. Ich bin auch vorsichtig mit dem Salz, und nachdem ich das Fleisch vom Suppenhuhn zerkleinert und in die Brühe gegeben habe und dann koste – bin ich überrascht. Denn: Es schmeckt wirklich gut!

Fast zeitgleich erreicht mich ein gequältes „...Niko...!“ aus dem Wohnzimmer und ich folge diesem Laut. Christopher ist wach, oder zumindest in einem ähnlichen Zustand. Das blonde, nasse und zum Teil fettige Haar steht in alle Richtungen ab, als hätte er in eine Steckdose gefasst und ich muss mich dazu zwingen, nicht einfach loszulachen.

Ja. Mein Master sieht nicht in jeder Sekunde seines Daseins top aus. Ich habe ihn bereits tausendfach direkt nach dem Aufstehen betrachten können, Schlaf in den Augen, Abdrücke vom Kissen im Gesicht, aber jetzt erst durch unser Zusammenleben ermöglichen sich Blicke auf, sagen wir mal, extremere Zustände. Jetzt kann Herr Lang sind nicht extravagant aufstylen zu unseren Treffen, denn sie sind ja nicht terminiert; wir wohnen zusammen und begegnen uns quasi andauernd. Jetzt zeigt er mir sein wahres Gesicht, so wie ich ihm meines zeige; und das ist wunderschön, selbst in den hässlichen Momenten. Wäre Christopher mir so, wie er da nun auf unserem Sofa sitzt, an jenem Tag in Park begegnet, klar: ich wäre panisch weggerannt. Aber: In einer Beziehung geht es nicht nur um das Äußere, sondern vor allem um das, was in unserem Innern schlummert. Also grinse ich schief und Christopher mault: „Ich hab Hunger... Pizza?“

„Ich habe etwas viel besseres für dich“, verkünde ich immer noch grinsend. „Zieh mal an den Esstisch um, dann serviere ich es dir.“

„...O Gott, du hast aber nicht gekocht, oder? Bitte sag mir, dass du nicht gekocht hast!“, kommt es genervt-verzweifelt von ihm und ich bin in der ersten Sekunde wirklich angefressen von seinen Worten, spreche mir aber selbst beruhigend zu, dass Christopher nach all meinen misslungenen Kochversuchen das gute Recht hat, Angst vor meinen Kreationen zu bekommen, und rufe mir außerdem Kilians Worte zurück ins Gedächtnis: Christopher ist anstrengend, wenn er krank ist...

„Ich bringe es dir einfach und du probierst, und ich verspreche dir: Du wirst nicht davon sterben...“ Christopher seufzt etwas pathetisch und laut auf und ich schlucke einen weiteren kleinen Funken Wut herunter, fülle eine Schüssel für meinen Master, balanciere sie zum Esstisch und tische ihm dazu auch noch frisches, knackiges Baguette auf.

Mein Freund blinzelt einige Male und starrt zunächst stillschweigend und ohne sich auch nur einen Millimeter zu rühren auf seine Suppenschüssel. Dann starrt er mich ungläubig an. „Das hast du gekocht?“ Ich nicke, und Christopher seufzt, murmelt etwas, das sich so anhört wie „na gut“ unter seiner Nase und probiert endlich meine Suppe. Sein Blick spricht für sich: Er ist erstaunt. Überrascht sieht er mich an, probiert einen weiteren Löffel und verkündet mir im nächsten Augenblick erstaunt: „Das ist wirklich gut!“

...dann löffelt er die Suppe im Eiltempo aus, kleckert die Tischdecke voll und schlürft ab und zu wie ein Chinese und ich frage mich: Wer ist dieser Mann da eigentlich? Ein verwilderter Doppelgänger meines Masters?

„Krieg ich noch mehr?“, fragt er mich dann, unschön die Nase hochziehend und mir die leere Suppenschüssel hinhaltend.

„Klar...“ Ich hole ihm, was er verlangt und bringe ihm auch eine neue Box Taschentücher mit.

Als er fertig ist schließt er die Augen und atmet durch. „Das war echt gut...“, wiederholt er und ich muss gestehen: Ich bin mächtig stolz. Christopher öffnet seine Augen wieder und er sieht mich an. „Denk jetzt aber nicht, dass du deine Belohnung dafür einkassieren kannst. Du machst echt Fortschritte und ich bin stolz auf dich, aber wie gesagt: Deinen Preis bekommst du erst, wenn du mir was aufwendigeres gekocht hast, verstanden?“

„Ja, Christopher“, antworte ich gehorsam und bin irgendwie froh, dass wenigstens noch ein bisschen Master aus diesem kranken Haufen Elend spricht. Im selben Moment muss Christopher fürchterlich niesen und sich die Nase putzen.

Ich lasse ihm ein Erkältungsbad ein und fühle mich ein wenig, als wäre ich Krankenpfleger, als ich ihm beim Ausziehen helfe und ihn in die Wanne manövriere. Ich wasche seine Haare und er schläft schon wieder im Wasser ein. Er bewegt sich wie eine Schnecke und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis er es endlich wieder ins Schlafzimmer geschafft hat. Wir einigen uns darauf, dass ich die kommenden Nächte in meinem Zimmer schlafen werden, weil Christopher unter anderem nicht will, dass ich mich anstecke; ich möchte das auch nicht.

Die kommenden Tage bis zum Wochenende beweist mein Freund mir weiter, dass Kilian mit seinem Kommentar wirklich recht hatte: Er mault wegen Kleinigkeiten herum, frisst sich aus Frust so sehr mit Süßigkeiten voll, dass ihm schlecht wird, und auch darüber mault er. Ihm schmeckt der Käse nicht, den ich gekauft habe, und er nutzt jede Gelegenheit, die sich ihm bietet, um mir mitzuteilen, wie schlecht es ihm eigentlich geht und wie ungelegen ihm diese Krankheit kommt und moniert, dass ich netter zu ihm sein könnte, obschon ich das wirklich, wirklich bin und so viele Kommentare einfach herunterschlucke.

Eine Szene im Bad regt mich aber doch auf.

Ich betrete es, um die Handtücher auszutauschen und erblicke Christopher am Waschbecken stehend. Er stützt sich mit einer Hand daran ab, mit der der anderen hält er die Nasendusche an sein rechtes Nasenloch und ich kann sehen, wie Wasser aus seinem linken Nasenloch läuft. Nasenduschen sind irgendwie fies, aber sie helfen, denke ich mir, als ich an meinem Freund vorbeigehe – der daraufhin beinahe ausrastet.

„Niko, raus!“, pampt er mich an. So, als hätte ich das Bad betreten, und er gerade auf dem Klo sitzen würde, oder was ich weiß tun würde. Wirklich: Was soll das?

Ich bin so entgeistert, dass ich perplex stehen bleibe und ihn ungläubig anstarre, was Christopher noch weiter aufregt. „Mann, raus habe ich gesagt! Ich will nicht, dass du mich so siehst!“, schreit er jetzt und ich lasse den Wäschekorb mit den frischen Handtücher demonstrativ laut auf den Boden fallen und stampfe hinaus. Ich erwarte ihn auf dem Flur und kann in diesem Moment wirklich mal keine Rücksicht darauf nehmen, dass mein Master krank ist. Als er aus dem Bad kommt, pfeffere ich ihm direkt ins Gesicht: „Code Red!“

Christopher bleibt genervt stehen und bestätigt die Auszeit mit einem verärgerten „Ja...!“

„Ich weiß, du bist krank, dir geht’s scheiße und bla, bla...!“, fange ich an, „aber dir ist schon klar, dass du mir seitdem wir zusammen sind, regelmäßig eine Darmspülung verpasst, oder? Und ich darf nicht hinsehen, wenn du eine verfickte Nasendusche machst? Wie dämlich ist das denn bitte?“

Christopher öffnet den Mund, will etwas sagen, doch die Worte scheinen in seiner Kehle stecken zu bleiben. Er presst die Lippen wieder aufeinander und lässt den Blick kurz über die Wände wandern, seufzt letztendlich.

„Ich...“, fängt er dann an. „Ich finde es gerade eh schon extrem unangenehm, dass du mich so... verdreckt und verschnieft und, naja, einfach eklig erlebst. Kranksein ist eklig und ich will nicht, dass du mich eklig findest. Ich... Ich bin dein Master, wie sollst du mich denn so noch ernst nehmen? Mit diesen hässlichen Bildern im Kopf...?“, stottert er dann und kann mich dabei nicht einmal ansehen.

Irgendwie... ist das niedlich.

„Dir ist aber schon klar, dass das nun mal so ist, wenn man zusammenwohnt? Dass man den anderen in all möglichen Situationen und Zuständen erlebt?“, entgegne ich ruhig. „Und ganz ehrlich: Ja, krank sein ist scheiße und man sieht dabei scheiße aus, aber ich würde dich niemals eklig finden. Okay? Du bist auch in deinem jetzigen Zustand mein Herr und ich habe den vollsten Respekt vor dir und keine komischen Hintergedanken. Ehrlich gesagt, hab ich das bis jetzt eigentlich als Privileg empfunden, dich so... ungeschminkt zu erleben, ohne eine Maske. Wir sind zusammen, du bist mein Partner – du brauchst dich nicht vor mir zu schämen. Das sagst du mir doch auch immer, oder nicht?“

„...ja...“, nuschelt mein Freund und stiert den Boden an, auf dem er irgendetwas mit seinem großen Zeh nachzuzeichnen scheint. Dann seufzt er und schaut mir endlich wieder in die Augen. „Du hast ja recht, Niko, und es tut mir leid. Wenn ich krank bin, bin ich echt...“

„...anstrengend?“, vollende ich frech seinen Satz, und Christopher grinst vage und nickt.

„Ja. Ich bin scheiße anstrengend, impulsiv und eklig.“

„Du bist nicht eklig, mein Gott! Naja... vielleicht ein bisschen. Aber das ist jeder, wenn er krank ist. Bitte mach dir keine Gedanken, okay? Schwester Niko ist hartgesotten.“

Mein Freund lächelt vage. „Danke“, haucht er dann und Schwester Niko schickt ihn ins Bett, nachdem wir den Code Green bestätigt haben.

Auch wenn die Wogen wieder geglättet sind, bin ich fast schon erleichtert, als Christopher mir vorschlägt, mich am Wochenende doch lieber mit meinen Freunden zu treffen, als mit ihm in der von Bazillen verseuchten Bude zu hocken. Versteht mich nicht falsch: Mich um Christopher zu kümmern erfüllt mich mit Freude. Aber es geht mir auch irgendwie echt an die Nieren und ich brauche eine Pause. Hinzu kommt, dass mein eingesperrter Schwanz mich weiterhin ganz schön frustriert. Die vergangenen Nächte habe ich fast nur mit meiner Geilheit gekämpft und bin bei diversen Fantasien beinahe durchgedreht, als mein Fleisch gegen die Wände seines kleinen Gefängnisses gedrückt wurde und mich dazu zwang, von den Fantasien schleunigst wieder abzulassen.

Scheiße, Christopher muss gesund werden und sich dann mal endlich um meine fast explodierenden Eier kümmern...! Ich brauche dringend Ablenkung. Paul und Markus sind meine Rettung. Ich schaue Freitag nach der Uni noch kurz nach Christopher, der sich irgendwelche dämlichen Dokumentationen über Hitler reinzieht und dabei entweder döst oder sich die Nase putzt, ehe ich mich mit meinen Kommilitonen treffe.

„Wo gehst du denn eigentlich hin?“, erkundigt er sich, als ich schon fast in voller Montur vor ihm stehe, um mich zu verabschieden und vielleicht noch eine Kleinigkeit vorher für ihn zu erledigen. Er klingt immer noch total nasal.

„Ich geh mit Paul und Markus in den neuen Irish Pub in der Nähe des Hauptbahnhofes“, erkläre ich ihm.

„Aha. Okay. Ich ruf dich später an. Trink nicht so viel.“

„Okay. Bis dann.“

Die Luft ist wundervoll frisch und es ist auch nicht wirklich kalt. Der Frühling gefällt mir. Meine Kommilitonen sitzen bereits an ihrem ersten Bier, als ich den Laden betrete und erkenne, dass sich noch eine dritte Person zu ihnen gesellt hat. Erst bei der Begrüßung am Tisch erkenne ich, um wen es sich dabei handelt: Es ist ein weiterer Kommilitone von uns, der stille Ron, wie ihn alle nennen, ein Außenseiter, der also wundervoll bei uns aufgehoben ist und ich frage mich, warum wir nicht schon viel eher was mit ihm unternommen haben. Der stille Ron ist nämlich gar nicht so still, sondern hat verdammt viele dämlich Witze drauf und – das ist mein Highlight – er steht total auf asiatische Horrorfilme. Unsere Unterhaltung macht richtig Spaß und ich erzähle ihm von Chiyo und witzele herum, dass ich die beiden verkuppeln sollte; was im Nachhinein vielleicht gar keine so blöde Idee ist, denke ich mir.

Wir sprechen gerade über einen koreanischen Regisseur, als Paul plötzlich laut und gar panisch aufschreit: „Scheiße!“ Wir folgen seinem gen Eingang gerichteten Blick und meine Augen legen sich beinahe unmittelbar auf Mareike, die sich mit aufgeknöpfter Jacke im Pub umsieht, und dabei natürlich ausgerechnet meinen Blick auffängt. Sie lächelt erfreut, hebt die Hand, winkt und weist ihre zwei Begleiter an, sich in unsere Richtung zu bewegen. Ich kenne beide nicht, weiß aber nur, dass einer von ihnen ganz sicherlich der Neue, Sven, sein muss; da beide den Begriff heißer Feger verdient haben, kann ich nur nicht direkt sagen, welcher von den beiden Pauls neuer Erzfeind ist.

„Ne... Die kommen jetzt echt nicht hier her, oder? Ne! Bah!“, echauffiert sich Paul und man kann ihm ansehen, dass ihm die gesamte Situation echt unangenehm ist.

„Hi, Jungs!“, grüßt Mareike uns viel zu aufgedreht und stellt den Mann zu ihrer linken, die hochgewachsene, muskelbepackte Sportskanone mit aschblondem Haar und glattem, männlichen Gesicht, als Sven vor. Der Mann zu ihrer rechten ist der Mitbewohner ihres neuen Freundes, heißt Max, hat dunkelbraunes Haar, das auch schwarz sein könnte – so richtig kann ich das im gedimmten Publicht einfach nicht erkennen – ist fast so groß und muskelbepackt wie sein Freund, hat ein kantiges Gesicht und grinst keck, als ich ihn ansehe und hallo sage. „Dürfen wir uns zu euch setzen?“, fragt Mareike uns. „Alle anderen Plätze sind belegt“, fügt sie entschuldigend hinzu.

„Klar, kein Problem“, antwortet Markus, denn der Rest von uns ist immer noch damit beschäftigt, die Neuankömmlinge anzustarren.

Ich rutsche auf die Bank, direkt neben Markus und Max übernimmt meinen Stuhl.

„Kotz mir aber dieses Mal nicht auf meine Schuhe, die sind neu, okay?“, meint Mareike zu Paul und lacht. Alle lachen. Nur Paul nicht. Die Atmosphäre am Tisch ist plötzlich seltsam und mein Horrorfilm-Gesprächspartner sitzt nun viel zu weit weg, als dass wir unsere Konversation jetzt fortführen könnten. „Niko ist übrigens auch schwul“, höre ich Mareike plötzlich laut sagen und erkenne, dass sie das meinem neuen Sitznachbarn erklärt hat, der mit einem fröhlichen „ah“ antwortet.

Na klar. Die Schwulen werden immer zusammengesetzt. Als würde allein unsere Sexualität ausreichen, damit wir uns gut verstehen, denke ich, lächele nach außen aber. Vielleicht ist dieser Max ja auch ganz nett. Er beginnt jedenfalls sogleich ein Gespräch mit mir, erzählt mir, während ich an dem frisch gezapften Bier nippe, dass er noch relativ neu in der Stadt ist, ursprünglich aus München kommt und hier wegen eines Jobs hergekommen ist: Er ist im Marketing tätig. „Wie ist denn so die schwule Szene hier? Wo kann man gut weggehen?“, fragt er mich und ich... habe eigentlich gar keine Ahnung.

Christopher und ich gehen ja nicht in die typischen Szenekneipen. Wenn wir weggehen, hat das entweder etwas mit BDSM zu tun, oder aber wir treffen uns mit unseren Freunden und Bekannten in irgendwelchen Restaurants oder Kneipen, die nicht eindeutig oder sogar gar nicht der Schwulen- oder Lesbenszene zugerechnet werden können. Dass ich mal auf der Gay-Party war, das liegt Jahre zurück; das war bevor ich Christopher getroffen hatte und ab und an mal auf der Suche nach nem One-Night-Stand war. Aber wie erzähle ich Max das?

„Ähm“, mache ich und sortiere all diese Gedanken in meinem Innern. „Ich... Ich weiß das nicht so genau, mein Freund und ich sind nicht so die Clubgänger, weißt du? Uns ist das eigentlich egal, wo wir unser Bier trinken und wir stehen eher auf Hauspartys.“ Klingt plausibel, oder?

„Ach so, schade“, meint Max etwas niedergeschlagen.

„Du könntest mal das Roxys versuchen, da war ich allerdings das letzte Mal vor mehr als zwei Jahren, also keine Ahnung, ob es da nur gut ist...“

„Ich bin für jeden Tipp dankbar“, entgegnet Max und lächelt charmant.

Dann erzählt er mir, dass er jahrelang im Schwimmverein war, jetzt aber absoluter Kickboxing-Fan ist und dass er hofft, hier ein gutes „Gym“ zu finden, denn das Fitnessstudio, in dem er gerade einen Probemonat absolviert bringt es nicht, meint er, und ich kriege ein schlechtes Gewissen, weil ich mein Studio seit Monaten nicht mehr besucht habe...

„Machst du auch Sport?“, fragt er und nimmt einen Schluck seines Whiskys.

„Ja“, sage ich und frage mich, was diese Lüge eigentlich soll.

„Cool, was denn so?“

„Ach, nicht viel. Ab und zu ein bisschen Hanteltraining und Ausdauer“. Fesselspielchen, nackt die Wohnung meines Masters putzen, morgendliche Blow-Jobs, stundenlanges Ausharren in einer Position, Strappado...

Max labert übers Joggen. Ich hasse Joggen. Ich bin froh, dass der Anruf meines Masters diese einseitige Unterhaltung unterbricht. „Sorry, ich muss da ran“, entschuldige ich mich und schnappe mir meine Jacke. In dem Pub ist es mittlerweile so laut, dass ich gar keine Chance hätte, auch nur ein Wort meines Freundes am Mobiltelefon zu verstehen, weswegen ich es vorziehe, kurz vor die Tür zu gehen. „Hey“, grüße ich ihn, als ich den Bürgersteig erreicht habe.

„Na, wie läuft's?“, fragte Christopher mich mit brüchiger Stimme.

„Okay. Bier schmeckt, ist nur ein bisschen laut drinnen.“

„Wollt ihr noch irgendwo weiter?“

„Ich habe keinen blassen Schimmer“, entgegne ich.

„Hm.“

„Wie geht es dir denn?“, hake ich dann nach und bekomme, ohne überrascht zu sein, ein dramatischen Stöhnen zur Antwort.

„Total beschissen“, meint Christopher. „Ich glaube, ich gehe jetzt einfach schlafen.“

„Okay, mach das. Schlaf ist die beste Medizin“, entgegne ich und frage ihn dann: „Wann soll ich denn eigentlich zuhause sein?“

„Hm“, mein Freund überlegt kurz. „2 Uhr“, sagt er dann.

„Okay, gute Nacht.“

„Nacht.“

Ich beende das Gespräch und stecke das Hand in meine Hosentasche. Im jenen Moment erklingt ein höhnendes kurzes Lachen neben mir: Max steht dort, lässig an der Wand gelehnt, zündet sich eine Zigarette an, bläst den weißlichen Rauch in meine Richtung.

Wann soll ich denn eigentlich zuhause sein?“, äfft er meine Stimme verspottend nach. „Ist das dein ernst?“

Macker, du hast keine Ahnung, denke ich mir, sage aber: „Krieg ich ne Kippe ab?“ Max hält mir daraufhin die Schachtel vor die Nase und zündet mir die erschnorrte Zigarette auch an.

Ich weiß auch nicht, aber manchmal, selten, überkommt mich so ein Verlangen beim Saufen, eine zu Rauchen. So ein Moment ist genau heute.

Stillschweigend an unseren Kippen ziehend betrachten wir die Autos, die in der Nacht an uns vorbeiziehen. Bis Max laut seufzt. „Okay“, sagt er und baut sich vor mir auf. „Pass auf, ich bin ein direkter Typ. Also: Was hältst du davon, wenn wir uns von hier verpissen, irgendwo nen Cocktail trinken gehen und vögeln?“

Ich kippe beinahe um, als er die Worte sagt, und mein Hirn registriert, dass Max sie tatsächlich auch noch ernst meint. „...was?“, stammele ich währenddessen noch.

„Ach, komm. Du findest mich heiß, ich finde dich heiß. Warum also nicht?“

„Weil ich einen Freund habe?“, schleudere ich ihm entgegen und lache ungläubig. Und so heißt ist er auch nicht. Mit Christopher verglichen ist er eine... null.

Max macht allerdings einen weiteren Schritt auf mich zu, ein selbstsicheres Grinsen auf seinem Gesicht. „Und ist der hier? Nein. Muss er davon erfahren? Nein. Also was ist das Problem?“

Wut strömt durch jede Faser meines Körpers und mir wird bewusst, was ich eigentlich so abstoßend an diesem heißen Feger finde: Seinen Charakter. Er ist ein aufgeblasener, egozentrischer, selbstverliebter Flachwichser, der meint, er könnte alles haben, einfach nur, weil er gut aussieht und viel Sport macht.

Du bist das Problem“, antworte ich deshalb und grinse nun ebenfalls. Kalt und auch ein bisschen süffisant; ich habe das bei Christopher so oft beobachtet, ich habe das mittlerweile auch drauf.

„Ich?“, hakt Max amüsiert nach.

„Ja, du. Ich glaube, selbst wenn ich Single wäre und auf dich stehen würde, könntest du es mir nicht ansatzweise besorgen. Ich glaube sogar, ich würde dabei einschlafen.“

„Aha, und was lässt dich das glauben?“, fragt er und ich beuge mich zu ihm vor, was er als ein Signal der Annäherung zu verstehen scheint; jedenfalls gewinnt sein Grinsen an Intensität und so eine gewisse Selbstzufriedenheit steigt in seine Gesichtszüge.

„Weil ich auf knallharten BDSM stehe“, erkläre ich ihm raunend. „Schläge bis das Blut fließt... Und du... Du wirkst nicht wie jemand, der mich dominieren könnte. Du wirkst schwach. Das ist abtörnend.“

Ich wünschte, ich konnte das Gesicht von Max adäquat beschreiben. Seine Augen weit aufgerissen, das Grinsen wie weggefegt, der Teint plötzlich irgendwie bleich; vielleicht ist es auch das Licht der Straßenlaterne, ist mir auch egal. Dem Mistkerl hat es jedenfalls die Sprache verschlagen. Ich schnippe die halb aufgerauchte Kippe zu Boden, mache auf dem Absatz kehrt und stoße die Tür ins Pub-Innere auf und lasse Max draußen stehen.

Mein Herz pocht wie bekloppt und erst, als ich an der Theke entlang zurück zu unserem Platz marschiere, wallt Panik in meiner Brust auf: Was habe ich da eben bitte getan?

Alles gefriert in mir.

Ich kann doch nicht einfach einem wildfremden Menschen, noch dazu so einem selbstverliebten Idioten, der irgendwie mit meinem Bekanntenkreis verwoben ist, erzählen, dass ich auf BDSM stehe...! Bin ich jetzt völlig übergeschnappt? Warum habe ich ausgerechnet das gesagt? Hätte ich nicht einfach „Fick dich!“ in sein Gesicht spucken können? Warum zur Hölle habe ich das nicht getan? Mir wird schlecht.

„Ich hab dir noch ein weiteres Bier bestellt“, erklärt Markus mir und deutet auf das volle Glas, das na meinem Platz steht. Ich schnappe es und leere es direkt bis zur Hälfte leer. „Wow... Was ist denn mit dir passiert?“, murmelt Markus und starrt mich misstrauisch an.

Ich beuge mich weiter vor zu ihm, sodass niemand meine nächsten Worte mitbekommen kann. „Max hat mir gerade vorgeschlagen, dass wir abziehen und ficken...“

„...was?!“, zischt Markus. „Dein ernst?!“ Ich nicke und mein Kommilitone fängt an zu lachen und schüttelt dabei den Kopf.

Ich bin heidenfroh, als Ron sich plötzlich auf den leeren Stuhl neben mir schiebt und Max wenige Minuten später so gezwungen ist, am anderen Ende des Tisches Platz zu nehmen. Ich ignoriere ihn und unterhalte mich weiter über Horrorfilme. In meinem Innern herrscht allerdings immer noch Chaos und ich versuche, mich zu beruhigen.

Falls Max es weitererzählen sollte, werde ich es negieren. Oder noch besser: Ich werde behaupten, dass ich das einfach nur gesagt habe, dass er verdattert den Mund hält und Abstand von mir nimmt. Und je mehr ich mir diese Ausrede vor Augen halte, desto plausibler erscheint sie mir auch. Dennoch bin ich froh, als sich Mareike und ihre beiden Begleiter kurz danach erheben und verkünden, sie würden die Fliege machen, weil sie noch irgendwo Tanzen gehen wollen. Ich würdige Max keines Blickes, als er sich von uns verabschiedet und Markus ist so nett, dass er von dem Vorfall zwischen mir und dem idioten nichts erzählt, als wir endlich wieder in unserer kleinen Vierer-Runde unser Bierchen trinken.

Paul kotzt sich über Sven aus und Markus macht ihn darauf aufmerksam, dass er das letzte Mal vielleicht einfach nicht hätte Schluss mit Mareike machen sollen. Paul seufzt – und besäuft sich auch heute so richtig. Wir schieben ihn zu dritt ins Taxi und Markus steigt mit ein, um ihn sicher zuhause abzuliefern. Ron und ich reden noch eine Weile, tauschen Nummern aus und verabschieden uns dann auch irgendwann.

Ich komme eine ganze halbe Stunde vor meiner von Christopher bestimmten Deadline zuhause an und bin ein wenig erstaunt, dass ich den Fernseher laufen höre. Vielleicht hat Christopher ja vergessen ihn auszumachen? Ich liege falsch. Mein Freund ist wach, trinkt gerade noch einen Tee und begrüßt mich mit einem schwachen Lächeln.

„Warum schläft du nicht?“, frage ich ihn.

„Keine Ahnung...“

„Was machen die Kopfschmerzen?“

„Immer noch da“, entgegnet er und seufzt.

Ich lasse mich auf den Sessel nieder und betrachte ihn aus dieser kurzen Distanz. Die Ringe unter seinen Augen stechen immer noch deutlich hervor und sein zwar frisch gewaschenes Haar steht wieder in verschiedene Richtungen ab; seine Haut ist an manchen Stellen gerötet und an anderen kreidebleich.

„Wie war's?“, will er wissen und dieses Mal seufze ich.

„Seltsam.“

„Soll heißen?“

Ich erzähle ihm von Ron, wie Mareike dazu kam und das ganze Paul total unangenehm war und wie scheiße einer der Begleiter eigentlich ist.

„Inwiefern scheiße?“, erkundigt sich Christopher und nimmt einen weiteren Schluck Tee. „War er nicht nett zu dir?“

„Ich weiß nicht, ob man das so beschreiben könnte...“, meine ich und grinse kalt. „Er ist ein selbstverliebtes Arschloch, das sich für unwiderstehlich hält und er hat mich direkt nach unserem Telefonat ungeniert gefragt, ob wir nicht abziehen wollen, um zu vögeln.“ Christopher verschluckt sich an seinem Tee, und als er sich wieder fängt, hat sich ein Schatten über sein Gesicht gelegt und seine Augen sind zu engen Schlitzen geformt.

„Wie bitte?“, hakt er eisig nach.

„Ja, so ein Spinner. Vor allem: Der wusste, dass ich einen Freund habe und was meint er zu mir? So etwas von wegen: Der ist ja nicht hier, der muss es nicht erfahren, bla, bla, bla. Was für ein Penner!“

„Ja...“, sagt Christopher knapp und bitter und ich muss sagen, dass mir seine Reaktionen gefallen. Christopher kann eben auch eifersüchtig sein...

„Was hast du ihm denn gesagt?“, fragt er. Da vergeht mir das Grinsen allerdings wieder.

„Ich war ein bisschen baff... Und, ähm...“ Ich wiederhole meine geäußerten Worte und Christopher blinzelt, und fängt dann an zu lachen und verfällt währenddessen in einen abscheulichen Hustenanfall. Seine Stimme klingt danach fürchterlich, als er sagt: „Naja... du bist eben ehrlich.“

Ich bin ein wenig überrascht, dass er nicht wütend auf mich ist, dass ich so unverhohlen offenbart habe, BDSMler zu sein. „Ach, Niko...“, meint er darauf ruhig. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Kommentare, und dazu auch noch in solch einer Situation geäußert, von den Normalos wirklich als nicht erst gemeint wahrgenommen werden. Mach dir da keinen Kopf. Ich glaube nicht einmal, dass dieser Esel von dieser Abfuhr berichten wird. Und wenn doch: Dein Wort gegen seines. Und wem glauben deine Freunde wohl eher? Richtig. Dir.“

„Du hast wahrscheinlich recht...“, sage ich und lächel.

Wir schweigen kurz und starren beide den Fernseher an.

„Ähm“, mache ich dann, weil sich auf dem Heimweg ein Gedanke in mein Hirn eingenistet hat, den ich nicht mehr loswerde.

„Was?“

„Ich weiß, dass das jetzt vielleicht nicht der beste Zeitpunkt ist aber...“

„Aber was?“

„...meine Eier explodieren fast...“, gebe ich kleinlaut zu. Und mein Master grinst fies.

„Gut“, sagt er dann und klingt zufrieden. Heiser und brüchig, aber auch zufrieden.

„Ähm...“

„Keine Sorge“, unterbricht er mich und schaut mir tief in die Augen. „Morgen oder übermorgen wird es mir sicherlich etwas besser gehen. Und dann melke ich dich ab.“

„...o...kay?“

Wir gehen schlafen und ich wälze mich stundenlang auf der Matratze in meinem kleinen Zimmerchen.

Christophers Worte gehen mir nicht mehr aus dem Sinn.

 

 

 

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Kommentare

... schön zu lesen.

bitte schreibe schnell weiter

In reply to by mullemaus2205

Vielen Dank für deinen Kommentar - Kapitel 39 habe ich heute hochgeladen, sollte also demnächst freigeschaltet werden. VG!

Klasse, ein neues Kapitel. Nikos Reaktion auf die Anmache von dem Typen war super. Und Christopher hat sicher Recht, dass die Wahrheit in dem Fall eh nicht geglaubt wird.
Lass uns nicht so lange auf die Fortsetzung warten.

In reply to by Cassilda

Ich finde diesen Teil durchaus Amüsant. Christophs Reaktion das er beim Nasespülen seinen Freund nicht sehen will und die anschliessende Reaktion von Niko darauf fand ich klasse. Die Aussprache war schon irgendwie witzig wie Christoph meinte er will nicht das Niko den Respekt verliert weil er krank ist. Was natürlich Blödsinn ist.

Die Reaktion von Niko auf die Anmache war klasse und wie er dann um einen Orgasmus bettelt mit dem Hinweis seine Eier würden Platzen was natürlich Blödsinn ist. Wenn es wirklich mal z einem Samenstau kommen würde leeren sich die Hoden selber und er fliesst einfach aus.

Ich vermute mal wenn Christoph wieder fit ist wird er Niko Abmelken ohne ihn Aufzuschließen mittels Prostata Massage

In reply to by Latexmike

Hallo Latexmike,

vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Insbesondere auf dieser Plattform bin ich immer sehr gespannt auf die Reaktionen auf diese Geschichte und wie manche Szenen rüberkommen. Also danke, dass du deine Gedanken hier mitgeteilt hast - für Anmerkungen, Kritik ud Wünsche bin ich immer offen. Viele Grüße! PS: Kapitel 39 sollte bald freigeschaltet werden, wie ich schon in den Kommentaren davor geschrieben habe :-)

In reply to by Cassilda

Hey Cassilda,

besten Dank für deinen Kommentar. Ich habe Kapitel 39 vorhin hochgeladen. Es sollte also bald freigschaltet werden, viel Spaß damit - hoffentlich ;-)

LG!

In reply to by SummoningIsis

na hoffen wir mal, das Megs dieses Jahr noch mal vorbeischaut. Ansonsten Guten Rutsch und alles Gute

Super tolle und Witzige Fortsetzung. Wie Niko den Kerl abgefüttert hat total genial mi der Tür ins Haus fallen nennt man das wohl super geil.

 

Ach herrje der ach so Dominante Chris ist Krank und benimmt sich auch so. Wieso musste ich da an die Werbung denken. "Ruf Mama an(ich sterbe)" *lach* Man wird mal Krank und das muss einem nicht Peinlich sein auch einem Dominanten Super Anwalt nicht. Das gehört dazu aber super wie du das Beschrieben hast. Tja das Kochen, da reichte die selbst gekochte Hühner brühe nicht aus um den Herrn zu überzeugen Subbi kann Kochen. Na wenn der Heer Krank ist bekommt Sub keinen Orga na und?? Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Es macht Spaß deine Geschichte zu lesen.

In reply to by PetSlaveRico

Hey PetSlaveRico,

besten Dank für deinen Kommentar - ich habe heute erst diese Werbung gesehen, musste an deine Worte denken und dann herzlich lachen :-D Da ist schon was dran an dem "Männergrippe"-Klischee ;-)

Ich freue mich tierisch, wenn User dieser Plattform ihre Gedanken zu dieser Story mitteilen. Kapitel 39 müsste bald freigschaltet werden. Viele Grüße!