Das Gelübde

Dies ist lediglich der Beginn einer Geschichte, eines jungen Mannes, der hofft in einem Kloster als Büßer endlich seinen sündigen Gedanken zu entkommen. Ich stelle den Beginn hier ein, um absehen zu können, ob diese Geschichte Anklang finden könnte. 


Seit Wochen quälte sich der junge Mann. Er wusste, dass er gesündigt hatte. Er wusste, dass seine Gedanken keinesfalls gottgefällig waren. Wie konnten sie auch. Er begehrte die Frauen, stellte sich zu jeder Zeit vor, wie es wäre, ihnen die Kleider vom Leib zu reißen und sie gleich an Ort und Stelle zu nehmen. Natürlich hatte er das nie getan, abgesehen davon, dass er den Mägden zuweilen in den Hintern kniff und ihre spitzen Aufschrie genoss. Allerdings, und hier begannen die Schwierigkeiten, hätte er wohl auch gerne einmal den Knechten auf den Hintern geschlagen. Wann immer er sah, dass einer der Knechte seiner Strafe zugeführt wurde, regte sich die Lust in ihm. So versäumte er es auch nie, auf den Marktplatz zu sein, wenn sie diejenigen an den Pranger stellten, die ihren Dienstherren den Gehorsam verweigert hatten. So war es auch heute. Edwin war früh auf den Marktplatz gekommen und sah mit lüsternem Blick zu einer offenbar reicheren Dame, deren üppige Brüste förmlich den Stoff ihres Kleides zu sprengen drohten. Er seufzte kurz und wendete den Blick zum Podest, wo das eigentliche Ziel seines Besuches gerade herauf geführt wurde.

Der Jüngling, den man (nackt wie Gott ihn schuf, aber in schweren Fuß- und Handeisen) vor den Pranger stellte, war kräftig gebaut. Edwin ließ seinen Blick über den muskulösen Körper streifen und spürte in seinen Lenden die Hitze aufsteigen. Für den Augenblick war er dankbar, dass sein Mantel seinen Schaft locker bedeckte, all zu deutlich wäre sein Begehren sonst sichtbar geworden. Inzwischen hatte man Hände und Kopf des Jüngling in das Holz gezwungen, sodass er nun seinen Hintern der Menge präsentieren musste. Erwins Hand fuhr unbewusst an seinen Schritt. Er stöhnte leise, als die ersten Schläge des Stockes auf den Hintern des Delinquenten nieder gingen. Und er schämte sich. Wie konnte er nur solch unzüchtige Gedanken haben, wie war es nur möglich, dass... Jäh wurde Edwin aus seinen Gedanken gerissen. Eine Hand lag schwer auf seiner Schulter und eine raue Stimme sprach leise in der Nähe seines Ohres: „Nun, mein Sohn, möchtest Du etwas beichten, oder sehe ich hier eine besondere Form der Nächstenliebe?“ „N... Nein, ehrwürdiger Vater, ich habe gesündigt.“, stammelte Edwin und er zog rasch seine Hand von seinem Schaft. Der Priester nickte und deutete dann in Richtung des Gotteshauses. Edwin nickte seinerseits und ging mit hochrotem Kopf los.

Die Beichte dauerte lange. Edwin kniete seit einer gefühlten Ewigkeit auf dem harten Boden und beantwortete die Fragen des Priesters gewissenhaft. Fast kam es ihn wie eine Erleichterung vor, endlich davon berichten zu können, wie er von seiner ständigen Lust, ja von seiner Geilheit getrieben wurde. Schließlich endetet er und hoffte, der ehrwürdige Vater würde ihm nun, da er ja gestanden hatte, Absolution erteilen. „Mein Sohn, bevor ich Dir Absolution erteile, wirst Du Buße tun müssen. Du hast unzüchtige Gedanken und brauchst eine starke Führung und Anleitung, damit Du von Deinem Leiden befreit werden kannst.“ „Ja, Vater“, versicherte Edwin, denn er wusste, dass der Priester recht hatte. „ Ich will tun, was Ihr mir auferlegt und ich will mich in Gehorsam üben!“ Der Priester nickte. „Te absolvo. Du wirst Dich im Kloster bei den Barmherzigen Brüdern melden, Du wirst Ihnen zu Diensten sein und Dich den Regeln des Ordens unterwerfen. Den Dienst versiehst Du, um Deinen Platz in der Welt zu kennen. Den Regeln folgst Du, um Dich Gehorsam zu lehren. Deine Buße beginnt zu dieser Stunde.“ Edwin schluckte, aber er hoffte, dass das Leben im Kloster vielleicht seine Gedanken ablenken könnte.

Als Edwin die Mauern des Klosters vor sich sah, wurde ihm bange. Mächtig sahen sie aus und unüberwindbar. Am Torhaus zeigte er einem Bruder das Schreiben, das ihm der Priester mitgegeben hatte. Der Torwächter musterte Edwin beinahe lächelnd, dann schickte er ihn zum ehrwürdigen Abt. Edwin sank auf ein Knie und küsste den Ring an Vater Arids Hand. Er wurde nicht aufgefordert, wieder aufzustehen, also blieb ihm nichts anderes als auf dem Knie zu bleiben, als der Abt im gemütlich geheizten Raum vor dem Feuer stehen blieb, um das Schreiben zu lesen, dass Edwin ihm überreicht hatte. „Du bist also hier, um Buße zu tun.“ „Ja, ehrwürdiger Abt.“ „Dann wird Dich einer der Brüder nun in Deine Zelle bringen und Dich in Deine Pflichten einweisen.“ Ja, ehrwürdiger Vater.“ Edwin erhob sich und wollte schon den Raum verlassen, als der Abt ihn zurückrief: „Knecht Edwin, da Du eine Buße tust, wirst Du einen Bußgürtel tragen, den wir... Deinen besonderen Bedürfnissen anpassen werden. Ich werde mir später ansehen, ob Du bußfertig bist.“ Edwin neigte den Kopf, um seine Zustimmung auszudrücken, obwohl er nicht recht verstand, was der Abt damit meinte.
Einer der Brüder geleitete ihn zu seinem neuen Quartier, einer einfachen Mönchszelle. Als einziges Möbelstück war ein Bett darin, das eher eine Pritsche mit einer dünnen Decke war. Vervollständigt wurde die Einrichtung durch einen kleinen Tisch und einen Hocker. Der Raum war klein, diente er doch normalerweise nur dazu, einen Mönch während der Stunden des Schlafes oder der Meditation zu beherbergen. Der Bruder schob Edwin hinein und deutete auf die Pritsche. „Dort findest Du Deine Kleidung und den Bußgürtel, lege beides an, Knecht.“ 

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Kommentare

Ich würde mich schon sehr über eine Fortsetzung freuen, bislang wird ja nur eine kleine Einführung gegeben.....

Ja, das ist allerdings wahr, zissi. Deshalb habe ich den kurzen Einleitungssatz geschrieben. Freut mich, wenn Interesse da ist. Schauen wir mal, was den armen Büßer so wiederfahren könnte ;)

Ja, Du hast da einen tolle Geschichte begonnen. Wird es eine Fortsetzun geben?