Das Rennen

Animal Planet

Dies ist das Jahr 2326. Vor über einem halben Jahrhundert landeten die ersten Siedler auf einem Planeten, der beinahe wie ein kleinerer Bruder der Erde wirkte. Neben der Größe unterschieden sich die Planeten nur dadurch, dass es auf diesem Planeten keine eigene Tierwelt gab.

Gleich nach der Erschließung des Planeten, den die Siedler “Animal Planet” tauften, verabschiedeten sie das “Allgemeingültige Petgesetz”, das dafür sorgte, dass Petplay nicht nur legal, sondern zum normalen und allgegenwärtigen Alltag des Planeten wurde.

Heute leben mehr als fünfzig Millionen Menschen auf dem Planeten. Viele von ihnen sind dort geboren worden, einige haben ihr gesamtes Leben dort verbracht. Blühende Städte und verschlafene Dörfer haben sich überall auf dem kleinen Kontinent entwickelt.

Nach dem Allgemeingültigen Petgesetz ist jeder Bürger des Planeten verpflichtet, Besitzer von mindestens einem eigenen Pet zu sein. Wer gegen das Gesetz verstößt oder sich freiwillig meldet, wird durch das Ministerium für Pets, Halter und Züchter (MPHZ) selbst in ein Pet verwandelt.

Einmal verwandelt, gibt es keinen Weg mehr zurück. Die Tierart und Rasse lässt sich nicht mehr ändern, eine Rückverwandlung ist ausgeschlossen. Gleichzeitig verliert das Pet alle seine Rechte und wird zum persönlichen Eigentum des neuen Besitzers, der es benutzen, vermieten oder verkaufen kann.

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La Carrera de La Rosca

Unruhig verlagerte Canela das Gewicht von ihrem linken auf den rechten Huf. Der hohe, weiße Pavillon spendete zwar etwas Schatten, schirmte jedoch höchstens einen Bruchteil der Geräusche ab, die von draußen hinein drangen. Die lauten, aufgeregten Unterhaltungen von mehreren hundert Menschen, das Geschrei von Kindern, die durchdringenden Laute von Tröten und Rasseln, dazu die unverständliche Lautsprecherdurchsagen, die in unregelmäßigen Abständen alles andere überlagerten. Und zu guter Letzt die eindringlich gesprochenen Worte des Mannes, der unmittelbar vor ihr stand und ihre Zügel fest mit der rechten Hand umschlossen hielt. Ein ganzes Orchester von Geräuschen umgab die junge Stute und machte es ihr regelrecht unmöglich, sich auf eine einzelne Quelle zu konzentrieren.
Die Stute schloss für einen kurzen Moment ihre Augen, sammelte sich und richtete ihre Aufmerksamkeit anschließend auf Juan. Der bärtige Mann redete noch immer auf sie ein, suchte Blickkontakt und schien dabei nicht zu bemerken, dass es überhaupt nicht zu ihr durchdrang.
Sich bemühend, die anderen Geräusche auszublenden, versuchte Canela, ihm zumindest für den Augenblick zuzuhören. Zwar waren es die gleichen Sätze, die er bereits seit Tagen gebetsmühlenartig predigte, doch vielleicht würden sie ihr ja dennoch etwas Sicherheit geben.
“...aus der Ruhe bringen. Die Strecke ist lang, also teil’ dir deine Kräfte ein. In der Altstadt sind die Gassen recht eng, pass auf, dass du dich nicht abdrängen lässt. Überhol’ an den breiteren Stellen. Und unterschätz das Kopfsteinpflaster nicht. Gerade in den Kurven musst du…”

Der Monolog des Mannes wurde jäh unterbrochen, als ein dreifaches Klingeln aus der Lautsprecheranlage schrillte.
“So, jetzt geht es los!”, verkündete Juan. Geschickt wickelte er sich die Zügel um die Hand und führte die Stute aus dem Pavillon heraus.

Die Kulisse, die sich Canela bot, war überwältigend. Lauter Jubel brandete ihr entgegen, als sie aus dem Schatten heraus ins Licht trat. Sie befand sich auf dem Marktplatz der Stadt, der auf drei Seiten mit Pavillons zugestellt war. Aus jedem der weißen Unterstände wurde nun eine Stute auf die Mitte des großen Platzes geführt. Die drei bis vier Stockwerke hoch in den Himmel ragenden Häuser waren mit gelben und roten Tüchern, Fahnen und Lampions geschmückt. Die Zuschauer standen vor den Häusern und Geschäften, schwenkten kleine Fähnchen oder hielten Tücher mit dem Wappen der Stadt in die Höhe. Auch ihre Kleidung zeigte die Farben und Wappen der Stadt. Während die Frauen traditionell gelbe Kleider trugen, waren die Männer an ihren roten Hemden zu erkennen.

Auch Canela trug die gelbe Farbe am Körper. Am Vorabend hatte Juan ihr dünne, gelbe Fäden in ihre dunkle Mähne geflochten. Begeistert hatte sie das Zusammenspiel der schwarzen Haare mit den gelben Elementen im Spiegel des Stalls betrachtet. Dass ihr Besitzer sich diese Mühe gegeben hatte, würde sie ihm heute mit ganz besonders viel Einsatz zurückzahlen.

Sie erreichten die Mitte des Platzes, unweit der weißen Linie, hinter der sich alle Teilnehmer einfinden mussten. Juan löste die Zügel von ihrem Zaumzeug und strich ihr bei der Gelegenheit noch einmal mit dem Handrücken über die Wange. 
“Du schaffst das. Mach mich stolz, Kleine!”
Canela antwortete mit einem leisen Schnauben. Juan lächelte ihr noch einmal zu, ehe er sich von ihr löste, um seinen Platz zwischen den Zuschauern einzunehmen.
Kaum, dass sie alleine war, spürte die junge Stute, wie ihre Aufregung sprunghaft zunahm. Mit stark pochendem Herzen machte sie ein paar Schritte nach vorne, bis sie zur ersten Reihe der anderen Pferde aufschloss.

Bei diesem Rennen gab es keine feste Startordnung. Die teilnehmenden Pferde wurden auf den Marktplatz geführt, wo sie sich selbst eine Position suchen mussten. Die einzige Regel die es gab bestand darin, dass niemand vor dem Startsignal über die weiße Linie treten durfte.
Canela erinnerte sich daran, dass Juan ihr ausführlich gleich mehrere Möglichkeiten erklärt hatte, von wo aus sie einen besonders vorteilhaften Start haben würde. In der Theorie hatte das auch ganz gut geklungen, doch nun befanden sich um sie herum noch dreiundzwanzig andere Stuten, die ähnliche Pläne verfolgten.
Sie schob sich an einer nervös mit den Hufen scharrenden Konkurrentin vorbei und schaffte es, sich in der zweiten Reihe auf der halblinken Seite zu positionieren. Leicht irritiert bemerkte sie ein leichtes Kitzeln an ihrem Oberschenkel. Erst als sie den Blick senkte realisierte sie, dass es der unruhig hin und her pendelnde Schweif der Stute vor ihr war, der sie dort berührte.

Leise die Luft aus ihren Nüstern blasend kämpfte Canela gegen die Aufregung an. Wie lange würde es noch dauern, bis es los ging? Vielleicht eine Minute? Oder waren es nur noch Sekunden?
Die Stute schluckte schwer und kaute unruhig auf ihrer Trense herum. Ein wenig Speichel lief ihr aus dem Mundwinkel und rann tropfend ihren Oberkörper herunter, doch sie störte sich nicht weiter daran. Seit sie vor fast zwei Jahren in eine Stute verwandelt worden war, hatte sie sich längst an dieses Gefühl gewöhnt.

Canela ließ den Blick über den kleinen Pulk der Teilnehmer schweifen. Wie bei jedem La Carrera de La Rossa nahmen insgesamt vierundzwanzig Pferde teil. Sie alle gehörten der Rasse der Andalusier an, die in dieser Region von Animal Planet fest verwurzelt war. Die Meisten von ihnen hatten weiße Haut, die in der Sonne der südlichen Länder regelrecht strahlte. Die Mähnen waren bei den Schimmeln ebenfalls weiß, während sie bei den zahlenmäßig nur leicht unterlegenen Falben naturgemäß dunkel war. 
Auch Canela zählte zu den Falben, war mit ihrer Färbung jedoch eine kleine Besonderheit. Anders als bei den meisten ihrer Artgenossen war ihre Haut nicht von reinem Weiß, sondern hatte eine Tönung, die leicht ins Zimtfarbene ging. Juan nannte sie daher liebevoll einen Braunfalben.
Das traditionelle Stadtrennen wurde zwei Mal im Jahr ausgetragen, immer im Juli und im August. Während im ersten Rennen ausschließlich Stuten teilnehmen durften, gehörte der spätere Durchgang allein den Hengsten. In beiden Rennen wurden die schnellsten, ausdauerndsten und willensstärksten Nachwuchspferde des Jahres ermittelt. Aus diesem Grund durften die Teilnehmer nicht älter als vierundzwanzig Jahre alt sein und insgesamt höchstens zweimal am La Carrera teilnehmen.
Für Canela war es das erste Mal, dass sie beim legendären Stadtrennen starten durfte. In zwei Qualifikationsläufen hatte sie sich ihren Platz unter den vierundzwanzig Teilnehmern mühevoll erkämpft. So gesehen war also schon alleine die Teilnahme bereits ein Erfolg, auf den sie stolz sein konnte.

“Sehr verehrte Damen und Herren!”, schallte es ein wenig blechern aus den überall auf dem Marktplatz aufgestellten Lautsprechern. Das Raunen der Menge schwoll für einen kurzen Moment lang an, ehe es bei den folgenden Worten deutlich leiser wurde. 
“Herzlich willkommen zum einunddreißigsten La Carrera de La Rossa!”
Erneut brandete Beifall über den Platz.
“In wenigen Augenblicken ist es so weit! Wie in jedem Jahr begrüßen wir auch dieses Mal wieder die vierundzwanzig besten andalusischen Nachwuchsstuten!”
Erneut gab es eine kurze Pause für den unmittelbar einsetzenden Applaus. Canela spürte, wie ihr Herzschlag sich beschleunigte. Jetzt musste es jeden Moment soweit sein!
“Doch nur eine von ihnen wird heute als Siegerin in die Geschichtsbücher der Stadt eingehen. In wenigen Minuten werden wir wissen, welche der jungen Stuten sich dieses Mal durchsetzt! Wir wünschen allen Zuschauern viel Spaß beim Carrera!”
Noch einmal jubelte die Menge. Doch Canela nahm den Lärm der Zuschauer nur noch beiläufig wahr. Den Blick auf die Leuchtanzeige über der Startlinie gerichtet, konzentrierte sie sich voll und ganz auf das, was als nächstes passieren würde.

Ein lautes, durchdringendes Pfeifen hallte über den Marktplatz. Das rote Warnsignal der Startlampe erlosch und leuchtete nur einen Wimpernschlag später in greller, grüner Farbe wieder auf. 
Im gleichen Augenblick setzten sich alle vierundzwanzig Stuten in Bewegung. Ein Durcheinander aus Hufen wirbelte über die Pflastersteine, doch das Donnern der Pferdehufe ging im frenetischen Jubel der Zuschauer unter.

Canela erwischte einen guten Start. Genau im richtigen Moment lehnte sie den Oberkörper leicht nach vorne und löste sich mit drei schnellen, kurzen Schritten von ihrer Startposition. Während die Stute unmittelbar vor ihr weniger gut weg kam, legte das Pferd schräg links vor ihr einen Traumstart hin. Canela nutzte die Gelegenheit und sprang in die sich dadurch ergebende Lücke.

In einem engen unübersichtlichen Pulk rannten die Stuten über den Marktplatz und bogen in einer leichten Linkskurve in eine der Straßen ein. Diese war enger als der ausladende Platz, sodass die Tiere sich noch enger beieinander bewegten.
Canela spürte, wie nah ihr die anderen Stuten kamen. Den Blick immer wieder leicht gesenkt versuchte sie verzweifelt, nicht über einen der anderen Hufe zu stürzen, die sie auf allen Seiten umgaben.
Doch erst, als sie die Biegung hinter sich gelassen hatten, zog das Feld sich endlich ein wenig auseinander. Die vorderen Stuten legten ein strammes Tempo vor, sodass sie sich ein paar Schritte weit absetzen konnten. Das wiederum bot ihren direkten Verfolgern ein wenig Raum, woraufhin auch sie das Tempo etwas anheben konnten.

Canela erinnerte sich an Juans Rat, sich ihre Kräfte gut einzuteilen. Das Rennen war lang und führte in einem verschlungenen Pfad durch die gesamte Innenstadt. Viele Pferde ließen sich von der Euphorie mitreißen und sprinteten anfangs unbedacht los, nur um später bis nach ganz hinten durchgereicht zu werden. Gleichzeitig galt es aber auch, nicht den Anschluss zu verlieren. Wer einmal abgehängt worden war, holte nur selten wieder auf.
Die junge Stute passte sich daher erst einmal der Masse ihrer Konkurrentinnen an. Im gemeinsamen Tempo des Feldes rannte sie die Straße entlang, folgte der Streckenmarkierung in eine leichte Rechtskurve und bog auf die nächste Gerade ein. 

Während sie die geteerte Straße entlang galoppierte, hob sie den Kopf und erhaschte einen Blick auf ihre Umgebung. Nahezu alle Fenster der angrenzenden Häuser waren weit geöffnet und voller Zuschauer. Einige von ihnen stießen Anfeuerungsrufe aus, andere wiederum schwenkten gelbe und rote Tücher. Die ganze Stadt feierte das Rennen und die Tiere, die daran teilnahmen. 

Die junge Stute ließ sich von dem Anblick so sehr in den Bann ziehen, dass sie viel zu spät darauf achtete, was in ihrer unmittelbaren Nähe passierte. Nur wenige Meter vor ihr machte die Strecke einen scharfen Knick nach rechts. Sie jedoch befand sich noch immer ganz auf der linken Seite.
Canela konnte nicht verhindern, dass gleich zwei andere Stuten ihren Fehler ausnutzten und auf der freien Innenbahn recht mühelos an ihr vorbei zogen. Einen stummen Fluch in ihre Trense wiehernd, machte sie einen hastigen Schritt zur Seite und reihte sich hinter den Beiden ein. 
Kaum, dass sie die Rechtskurve hinter sich gelassen hatten, folgte nach nicht einmal zwanzig Metern eine weitere, noch engere Abbiegung in die gleiche Richtung. Um ein Haar wäre Canela gegen die vor ihr laufende Stute geprallt, die stark abbremsen musste, als eine andere Stute sie durch einen gut getimten Rempler an die Häuserwand drängte.
Aufstöhnend machte Canela einen Satz zur Seite, verlor dabei jedoch einiges von ihrem Schwung. Sie musste es hinnehmen, dass eine Schimmelstute außen an ihr vorbei zog, doch dafür ließ sie immerhin das unglückselige Pferd hinter sich, das mit der Schulter an der Fassade des Gebäudes entlanggeschrammt war und dabei ein schmerzerfülltes Wiehern von sich gegeben hatte.

Das Carrera galt nicht umsonst als das härteste Pferderennen von Animal Planet. Schon alleine die Streckenführung mit den vielen engen Kurven und engen Gassen war überaus herausfordernd. Dazu kam der wechselnde Bodenbelag. Anders als auf einer professionellen Rennbahn gab es hier keinen Sand, sondern Asphalt, steinerne Wege und sogar einen Abschnitt mit Kopfsteinpflaster. Immer wieder kam es vor, dass Pferde ihr Gleichgewicht verloren und durch einen Sturz aus dem Wettkampf ausschieden. Doch Canela wusste, dass es noch einen ganz anderen Grund dafür gab, warum das Carrera diesen Ruf hatte. Er lag in den Pferden selbst. Auf der langen Strecke durch die Stadt gab es keinen Schiedsrichter. Keine Regeln oder Strafen hemmten die heißblütigen Andalusier daran, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Rempler und sogar Tritte gehörten zum Wettkampf. Nur wer schnell, ausdauernd und widerstandsfähig war, würde dieses Rennen gewinnen.

Dicht hinter der Schimmelstute galoppierte Canela die leicht ansteigende Straße hinauf. Sie hatte das Gefühl, dass sie etwas schneller gekonnt hätte, doch die Straße war recht eng und sie wollte kein Risiko eingehen. Zwar hätten die zwei Stuten durchaus nebeneinander gepasst, doch sie hatte gerade erst vor Augen geführt bekommen, welches Schicksal ein Pferd erwartete, das sich zwischen einer Wand und einer Konkurrentin befand.
Kaum einen Meter hinter ihrer Konkurrentin laufend, lauerte sie auf eine gute Gelegenheit. Sie ahnte, dass es einer weiteren Stute hinter ihr genauso ging. Jetzt musste sie aufpassen, dass sie sich keine Blöße gab!

Ihre Chance kam, als die Strecke um eine weite Linkskurve führte und sich ein wenig öffnete. Canela machte zwei kleine kraftvolle Schritte, um schnell wieder auf Tempo zu kommen. Sie spürte, dass sie schneller war als das andere Pferd und zog neben sie. Leicht irritiert bemerkte sie eine Bewegung in ihrem Augenwinkel. Auch ihre eigene Verfolgerin versuchte, die Gelegenheit zu nutzen!
Mit donnernden Hufen rannten die drei Pferde die Häuserschlucht entlang. Canela hatte sich zwar einen halben Schritt Vorsprung gegenüber der Schimmelstute erkämpft, doch die andere Stute befand sich immer noch auf gleicher Höhe.
Die Entscheidung fiel erst, als sie das Ende der Gerade erreicht hatten. Die Markierungen lenkten die Pferde in eine scharfe Kurve. Canela schob sich an die Spitze der kleinen Gruppe, während die anderen beiden Stuten nebeneinander um die Ecke sprinteten.

Canela kümmerte sich nicht weiter um den Zweikampf in ihrem Rücken. Zu einem Zwischenspurt ansetzend versuchte sie, Abstand zu gewinnen. Die Strecke führte nun durch einen schmalen Torbogen und über einen kleinen Platz. 
Auch hier hatten sich Zuschauer versammelt. Fahnen schwingend und in ihre Tröten blasend begrüßten sie die Stute, deren verschwitzter Körper im hellen Sonnenlicht zimtfarben schimmerte.

Auf den Platz folgte eine schmale Gasse und Canela wusste, dass nun der schwierigste Streckenabschnitt vor ihr lag. Die nächsten Straßen würden sie durch die enge Altstadt von La Rosso führen.
Sie bog um eine Linkskurve und bemerkte gerade noch rechtzeitig, dass sich damit auch der Bodenbelag änderte. War sie zuletzt über große Steinquader gerannt, wartete nun rutschiges Kopfsteinpflaster auf sie.
Canela nahm etwas Tempo heraus. Sorgsam achtete sie darauf, keine zu weiten Schritte zu machen, sondern ihre Hufe sicher auf die unregelmäßigen Steine zu setzen. 

Nicht weit hinter sich hörte sie die Geräusche eines weiteren Hufpaares. Nur mit Mühe widerstand sie der Versuchung, einen Blick über die Schulter zu werfen. Doch Juans Worte, sich stets auf sich selbst zu konzentrieren, hallten ihr ermahnend durch das Gedächtnis.
Sie legte wieder etwas an Tempo zu, hielt den Abstand auf ihre Verfolgerin und brachte zwei weitere Kurven unbeschadet hinter sich. Die Stute hinter ihr schien selbst nicht schneller laufen zu können, oder sie wagte es nicht, in den engen Gassen und auf dem gefährlichen Boden einen Überholversuch zu riskieren.

Canela passierte einen kleinen Innenhof, folgte der Rennstrecke um eine Spitzkehre und galoppierte durch eine weitere der vielen schmalen Gassen der Stadt. Hundert Meter vor sich sah sie bereits die nächste Abbiegung. Doch als sie sich näherte, erkannte sie den am Boden liegenden Körper eines Pferdes. 
Rechtzeitig verlangsamte sie ihre Schritte und bog mit besonderer Vorsicht um die Ecke. Kurz erhaschte sie einen Blick auf ihre Konkurrentin. Es war die gleiche Stute, die sich einige Minuten zuvor durch einen Bodycheck gegen ihre Kontrahentin durchgesetzt hatte. Offenbar war sie auf den glatten Steinen ausgerutscht und bei hohem Tempo gestürzt. Die linke Flanke sowie ihr Bein waren aufgeschrammt und blutig, das Rennen war für sie beendet. Zwei Menschen knieten mit besorgten Gesichtern neben ihr, um sie zu versorgen.
“Karma!”, schoss es Canela durch den Kopf. Auch wenn es keine Schiedsrichter gab, manchmal hatte das Rennen seine ganz eigene Gerechtigkeit.
 
Mit der nächsten Abzweigung hatte die Stute den Abschnitt mit dem Kopfsteinpflaster hinter sich gelassen und kehrte auf Asphalt zurück. Die Straßen waren zwar noch immer recht schmal, eröffneten nun aber zumindest wieder die Möglichkeit. In einem günstigen Moment zu überholen.
Canela schätzte, dass sie etwa zwei Drittel der Strecke hinter sich gebracht hatte. Langsam war es an der Zeit, ihre gesparten Kräfte einzusetzen. Kurzzeitig erhöhte sie die Intervalle ihrer Schritte, nahm auf diese Weise Tempo auf und ging in einen Galopp mit kraftvollen, weiten Sprüngen über. 
Mit wehender Mähne und tanzendem Schweif schoss Canela zwischen den Häusern hindurch. Die Zuschauer, die auch hier immer wieder am Streckenrand standen oder sich aus den Fenstern lehnten, nahm sie gar nicht mehr richtig wahr. Sie waren zu einer bunten Masse an vorbeihuschenden Gestalten verschmolzen.

Die Andalusierstute preschte um eine Kurve und jagte die nächste Gerade entlang. Vor sich glaubte sie einen Pferdeschweif um die nächste Ecke verschwinden zu sehen. Wie groß mochte der Abstand sein? 60 Meter? Vielleicht konnte sie noch aufholen, wenn die andere Stute nicht mehr so große Kraftreserven hatte, wie sie selbst.
Canela legte noch einmal einen Zahn zu. Um ein Haar hätte sie die Ecke der nächsten Kurve mit der Schulter gestriffen, doch als sie anschließend den Blick hob, erhaschte sie einen kurzen Blick auf einen weißen Pferderücken, ehe er erneut um eine Biegung verschwand.

Noch einmal zusätzlich motiviert galoppierte Canela durch die Straßen der Stadt. Sie wusste nicht genau, auf welcher Position sie sich überhaupt befand. Es gab keine Durchsagen oder Anzeigen, die ihr einen entsprechenden Hinweis geben konnten. Doch sie ahnte, dass sie sich irgendwo in der vorderen Hälfte des Feldes befinden musste. Schon am Start hatte sie viele ihrer Konkurrentinnen hinter sich gelassen, und seither hatte sie einen oder zwei Plätze gut gemacht. 

Die Andalusierstute verfolgte den weißen Rücken um zwei weitere Kurven. Als sie auf eine längere Gerade einbog, stellte sie leicht erstaunt gleich zwei Dinge fest. Zum einen verfolgte sie nicht nur eine, sondern gleich vier Stuten. Der Schimmel hing ein paar Meter hinter den anderen zurück, befand sich aber definitiv noch in Schlagdistanz. Zum anderen registrierte Canela erfreut, dass sie bereits mehr Boden gut gemacht hatte, als es den Anschein gehabt hatte. Die kleine Gruppe lag keine 20 Meter mehr vor ihr.

Canela jagte der Gruppe mit langen Sprüngen hinterher. Immer weiter holte sie auf, näherte sich der Schimmelstute bis auf wenige Meter. 
Die Strecke führte sie um eine Kurve und anschließend eine leicht abschüssige Straße hinunter. Mit jedem Schritt gewann Canela ein paar Zentimeter, bis sie am Ende der Gerade endlich zu ihr aufgeschlossen hatte. Es folgte eine rasante Doppelkurve, in der die zimtfarbene Stute so dicht hinter ihrer Konkurrentin her lief, dass sie die Spitzen ihres Schweifs an ihren Oberschenkeln spüren konnte.
Gemeinsam bogen sie auf eine breite Straße ein. Die Gehwege waren mit dichten Massen aus Zuschauern gesäumt, und als Canela sich an der weißen Stute vorbei schob, nahmen die Jubelschreie noch einmal an Lautstärke zu.

Die junge Stute spürte, wie das Adrenalin durch ihre Adern pulsierte. Ihre Beine fühlten sich noch immer stark und kräftig an, beförderten sie mit jedem Schritt weit über den Asphalt. Deutlich stärker spürte sie die Strapazen der langen Strecke in ihrem Brustkorb. Ihre Lunge begann allmählich zu schmerzen, forderte eine Verschnaufpause ein. Doch Canela wusste, dass sie jetzt durchhalten musste. Die Gebäude um sie herum wurden zunehmend größer, beherbergten Banken oder öffentliche Institutionen. Das Ziel konnte nicht mehr weit sein!

Canela schaffte es, die anderen drei Pferde der kleinen Gruppe einzuholen, kurz bevor die Strecke in einen ausladenden Rundkreis führte. Sie hielt sich eng auf der Innenbahn und schob sich kurzzeitig sogar noch einen weiteren Platz nach vorne, ehe sie der dritten Ausfahrt folgte und auf die “La Rambla” einbog.
Vor ihr lag die Prunkstraße der Stadt. Eingerahmt von hoch aufragenden Laubbäumen führte ein breiter, mit gewaltigen Steinquadern gepflasterter Weg durch das Herz von La Rosca. An den äußeren Seiten führten zwei schmale, einspurige Straßen entlang, die an diesem Tag jedoch gesperrt waren und hunderten von Zuschauern Platz boten. Hinter der jubelnden Masse befanden sich die nobelsten Kaufhäuser, Boutiquen und Restaurants der Stadt und trugen dafür sorge, dass annähernd jeder Wunsch eines Besuchers auf der genau eine Meile langen Straße erfüllt wurde.

Noch einmal wallte das Adrenalin durch Canelas Körper. Sie hatte La Rambla erreicht! Das Ziel lag nun in gerader Linie vor ihr! Noch ein paar hundert Meter, und sie hatte es geschafft! Sie musste nur noch einen Augenblick durchhalten, ein letztes Mal alles geben!

Canela stieß die Luft aus ihren Nüstern und füllte ihre Lungen sogleich mit einem gierigen Atemzug mit neuem Sauerstoff. Kleine Speicheltropfen ihrer vollkommen durchnässten Trense flogen ihr in den Mund, doch sie schaffte es, sich nicht daran zu verschlucken.
Mit einem kräftigen Satz setzte die Andalusierstute zum Schlussspurt an. Mit donnernden Hufen schnellte sie über die Steinquader. Weit vor sich konnte sie zwei Stuten erkennen, die sich dem Ziel bereits bis auf hundert Meter genähert hatten. Das mussten die Führenden sein! 
Doch sie waren deutlich außer Reichweite und würden den Sieg eindeutig unter sich ausmachen. 
Stattdessen konzentrierte sich die junge Stute auf die kleine Gruppe, zu der auch sie gehörte. Zu fünft galoppierten sie die La Rambla entlang. Die Stuten hatten sich ein wenig aufgefächert, nutzten den Platz der breiten Straße aus. 

Durch eine gewaltige Kraftanstrengung gelang es Canela, sich zusammen mit einer Falbenstute an die Spitze der kleinen Gruppe zu setzen. Aus den Augenwinkeln konnte sie die Konkurrentin unmittelbar rechts neben sich laufen sehen. Auch sie schien noch Reserven zu haben und preschte weiter mit hohem Tempo die Allee entlang.

Canela hatte Mühe, mit der anderen Stute mitzuhalten. Ganz allmählich verlor sie Zentimeter für Zentimeter an Boden. Erst nur ganz knapp, doch nach weiteren fünfzig Metern mit immerhin einer halben Schrittlänge, eroberte die Falbe die Führung.

Unverhofft brach das Publikum in tosenden Jubel aus. Eine ganze Fanfare an Tröten hallte durch die Straße, und einige der euphorischen Fans warfen ihre Tücher in die Luft.
Canela begriff, dass das Rennen soeben entschieden worden war. Offenbar hatten die beiden weit in Front liegenden Stuten die Ziellinie erreicht, und eine von ihnen hatte sich den Titel als beste Jugendstute von la Rosca erkämpft.

Doch für sie war das Rennen noch nicht vorbei! Heftig atmend kämpfte sie gegen das innere Verlangen an, das Tempo zu drosseln, ihre Muskeln zu schonen und ihrer Lunge Erholung zu bieten. 
Ihren nächsten Schritten fehlte ein wenig die Kraft, und sofort wurde der Abstand zu der Falbenstute größer. Schlimmer noch, tauchten zu beiden Seiten die anderen Pferde der kleinen Gruppe auf und schoben sich an ihr vorbei. Einzig die Schimmelstute, der schon zuvor die Kräfte ausgegangen waren, blieb hinter ihr.
“Nur noch ein paar Meter! Du kannst das Ziel schon sehen! Halte durch!”, dacht sie verzweifelt. 

Canela mobiliserte ihre letzten Reserven. Durch pure Willensstärke schöpfte sie noch einmal Kraft. Kraftvoll stieß sie sich vom Boden ab und flog regelrecht über den Weg. Kurz den Kopf hebend, schätzte sie den Abstand zum Ziel. 
Noch ungefähr 100 Meter! Der nächste Satz brachte sie wieder zwischen die beiden anderen Stuten. Noch konnte sie es schaffen! 
70 Meter! Die Konkurrentin zu ihrer rechten hob die Schulter und zog zur Seite, wollte ihr den Weg abschneiden! Gerade noch rechtzeitig erkannte Canela ihr Vorhaben. Mit einem diagonalen Schritt wich sie aus, verlor dadurch jedoch etwas Boden auf die Stute zu ihrer Linken.
60 Meter! Ihre Konkurrentin setzte zu einem erneuten Bodycheck an. Wieder hob sie die Schulter, passte den richtigen Augenblick ab, in dem Canela mit beiden Hufen in der Luft war, und bewegte sich ruckartig zur Seite. Dieses Mal kam es zum Zusammenprall. Canela wurde brutal die Luft aus der Lunge gepresst, als sich die Schulter der anderen Stute in ihre Rippen bohrte. Doch ihre Konkurrentin hatte die Kraft unterschätzt, mit der sie sich vom Boden abgestoßen hatte. Canela rammte die Stute regelrecht zur Seite! Nicht sie wurde aus der Bahn geworfen, sondern die andere Stute geradezu über den Haufen gerannt!
50 Meter! Aus dem Gleichgewicht gebracht, geriet Canela ins Taumeln. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie die andere Stute höchst unsanft mit dem Oberkörper voran auf den Steinquadern landete. “Geschieht dir recht!” Doch wenn sie nicht aufpasste, würde es ihr gleich genau so ergehen! Die junge Stute verkürzte die Länge ihrer Schritte und schaffte es, sich wieder zu fangen. Doch dafür war ihr nun zumindest die Falbenstute entkommen!
Sie ging wieder in den gestreckten Galopp über und jagte den anderen beiden Pferden hinterher. 
Nur noch 30 Meter! Während die Falbe sich sichere drei Schrittlängen Vorsprung herausgelaufen hatte, und damit den letzten Platz auf dem Podium praktisch sicher hatte, war der Kampf um den vierten Platz noch nicht entschieden. Canela spurtete nur einen Meter hinter der vor ihr liegenden Stute her, den Blick fest auf ihren Rücken gerichtet. 
20 Meter! “Ich krieg dich, ich krieg dich, ich krieeeg diiiich!” Sich selbst anfeuernd verringerte sie den Abstand auf nicht einmal eine halbe Schrittlänge. Ihr Schweif und ihre Mähne flogen unkontrolliert hinter ihr her, während sie verbissen auch das letzte bisschen Kraft in ihren Schenkeln mobilisierte.
10 Meter! Das Ziel lag unmittelbar vor ihnen, und beide Stuten waren gleichauf! Nebeneinander galoppierten sie die La Rambla entlang, die Blocke fest auf die weiße Ziellinie gerichtet, die direkt vor ihnen quer über die Straße verlief. Schon hatte die Falbe sie überquert und den dritten Platz des Rennens für sich entschieden.
Canela streckte das linke Bein aus, schnellte durch die Luft und setzte den Huf auf die festen Steinplatten. Ihr gesamtes Gewicht auf den linken Huf verlagernd, zog sie ihr anderes Bein nach. Schon stieß sie sich erneut ab, sauste wieder durch die Luft. Dieses Mal war es der rechte Huf, der nach vorne kam. Sie spürte den Stein unter sich, spannte ihren Oberschenkel an, und machte einen letzten, mit aller Kraft ausgeführten Sprung.

Mit einem hauchdünnen Vorsprung, der mit dem bloßen Auge kaum zu erfassen war, überquerte Canela die Ziellinie. Die Zuschauer brachen erneut in Jubel aus und Applaus brandete zwischen den Häusern wieder. 
Canela wusste, dass sie vorne gewesen war. Am Ende war es fast schon pures Glück gewesen, das ihr die Entscheidung gebracht hatte. Im entscheidenden Moment war ihr starkes Bein vorne gewesen und hatte ihr einen minimalen, aber entscheidenden Vorteil verschafft.
Sie spürte ein unglaubliches Glücksgefühl durch ihren Körper strömen. Sie hatte es geschafft! Sie hatte sich nicht nur gegen ihre Konkurrentin durchgesetzt, sie hatte auch das La Carrera geschafft! Das härteste Rennen von Animal Planet!

Die junge Stute machte noch ein paar weitere Schritte, bremste dabei vorsichtig ab und kam schließlich etwa 20 Meter hinter der Ziellinie zum Stehen. Schwer atmend saugte sie die  Luft an der Trense vorbei. Für einen Moment spürte sie Übelkeit in sich aufsteigen und eine unangenehme Dunkelheit breitete sich vor ihren Augen aus.
Sanft legte sich eine starke Hand auf ihre Schulter und hielt sie fest. “Ruhig, ganz ruhig. Ich helfe dir.”
Canela erkannte Juans Stimme. Dankbar, ihn in ihrer Nähe zu haben, lehnte sie sich etwas in seinen Arm. Ihre Knie zitterten und ihre Oberschenkel schienen in Flammen zu stehen. 
Sie spürte eine zweite Hand, die sich an ihrem Zaumzeug zu schaffen machte. “Entspann deinen Kiefer. Na komm, lass locker. Ich will dir nur helfen.” Seine ruhigen Worte schafften es tatsächlich, ihr ein wenig von der Anspannung zu nehmen. Gelehrig machte sie den Mund etwas weiter auf. Sie hatte gar nicht bemerkt, wie sehr sie verkrampft war.
Juan löste die lederne Trense aus ihrem Mund und wischte ihr gleich darauf mit einem nassen Tuch über das Gesicht. Befreit von dem Fremdkörper zwischen ihren Zähnen schnappte Canela rasselnd nach Luft. 

Ein paar Mal atmete sie tief durch, während Juan ihr den kühlen Lappen in den Nacken lehnte. “Du bist ein hervorragendes Rennen gelaufen”, urteilte er und tätschelte mit der freien Hand ihre Flanke und ihren Hintern. “Das hast du wirklich ganz klasse gemacht!”
Dankbar für das Lob und zugleich mit stolzgeschwellter Brust gab sie ein leises, erschöpft klingendes Schnauben von sich. Ganz allmählich ließ die Übelkeit nach, und auch die tanzenden schwarzen Flecken verschwanden aus ihrem Blickfeld. 

Juan führte die Andalusierstute ein paar Schritte zur Seite. Nach und nach erreichten die anderen Pferde das Ziel. Sie alle waren völlig außer Atem und schweißüberströmt. Nicht wenige von ihnen hatten Schrammen oder kleinere blutige Stellen am Körper. Jede Teilnehmerin hatte absolut alles gegeben.
Canela zuckte zusammen, als Juans Finger sanft über ihren Brustkorb fuhren. “Das wird einen ziemlich bösen Bluterguss geben”, vermutete er, und warf einen besorgten Blick auf die Stelle, die mit der Schulter ihrer Konkurrentin zusammengestoßen war. “Du bist echt Tapfer”, lobte Juan. Ein grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, als er hinzufügte: ”Das du sie einfach aus dem Weg gestoßen hast, war einfach großartig!” 

Canela kostete es noch ein paar Minuten lang aus, sich loben und bemitleiden zu lassen. Ganz allmählich hatte sich ihre Atmung wieder beruhigt. Doch jetzt, wo das Adrenalin langsam nachließ, spürte sie zunehmend deutlicher die Erschöpfung in ihren Gliedern.
Entsprechend dankbar war sie, als Juan zwei Finger unter ihr Zaumzeug hakte, und sie mit gemächlichen Schritten die Straße entlang führte. Canela spürte bei jedem Schritt ihre überanstrengten Muskeln, doch gerade deswegen war es wichtig, sich jetzt zumindest noch ein wenig zu bewegen. Noch ein kurzes Auslaufen, vielleicht eine erfrischende Dusche, und dann wartete eine ausgiebige Ruhepause in einem großen Strohhaufen auf sie. Die hatte sie sich an diesem Tag auf jeden Fall verdient. 
 

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