Der Teppichklopfer 04 / 2016

 

Ideen kommen vom sehen, so wie Wege beim Gehen entstehen.

Es können Phantasien daraus werden, die einen zum Träumen bringen.

Aber was hält einen davon ab diese Phantasien oder Träume wahr werden zu lassen?

Klare Antwort: Nichts!

Denn alles was man freiwillig und gerne tut, ist es das auf jeden Fall wert. Am allerbesten ist sowas, wenn man jemanden hat, mit dem man diese Ideen und Phantasien umsetzen kann.

 

Ein einziger Schnappschuss aus einem Kellerraum, wo ein heute nicht mehr allzu gebräuchliches Haushaltsutensil achtlos in deiner Ecke stand. Ein Teppichklopfer!

Ein einziger Blick genügte, um in ihm den Sadisten zu wecken, der diese Gedanken gerne mit seiner Gegenüber teilte. Kopfkino per Mitteilungen auf dem Handy. Und schon war eine Idee bei beiden geboren, die sie nicht mehr los lies.

Die sadistische Seite überlegte, wie gut so ein Teppichklopfer als Schlaginstrument funktionieren könnte und welcher Art von Spuren er hinterlassen könnte.

Während die masochistische Seite sich freudig vorstellte, wie sehr dieses Teil auf dem Hintern zwiebeln könnte.

Es dauerte nicht lange und beiden Seiten war klar, das so was auf jeden Fall und unbedingt in die Spielzeugsammlung aufgenommen werden muss.

Und so ging die Suche nach einem Teppichklopfer los.

Es wurden Kleinanzeigen, in der Zeitung ebenso wie im Internet durchstöbert. Man kann sie durchaus dort noch finden, aber entweder war die Entferung zu groß oder der Preis war horrend hoch. Die beruhigende Tatsache das man sie noch bekommen kann, lies sie auf Lauerstellung und Schnäppchenjagd gehen. Eine Umfrage im Freundeskreis wurde gestartet, ohne Erfolg. Auf die Frage, was man damit denn noch wolle heutzutage, war die einzig passende Antwort: Frühjahrsputz!! Was will man sonst sagen??

"Och wir dachten, wir versuchen mal, wie es sich anfühlt, wenn mir der Hintern mit einem Teppichklopfer versohlt wird. Deswegen wäre es echt nett, wenn du mal bei Deiner Oma auf dem Speicher nachgucken könntest, damit wir ihn zweckentfremden können."

Wochenlanger Nichterfolg. Fast schon drauf und dran, dann eben doch einen für um die

10,00 Euro im Intenet kaufen. Nichts da!! Also mal flugs die Flohmarkttermine der nächsten Zeit in der näheren Umgebung checken. Und da dann auf Erfolg hoffen.

Das Flohmarktwochenende kam.

Sie machte sich auf den Weg zum ersten Flohmarkt, ohne Erfolg. Und das obwohl er so groß war. Tennisschläger gab es dort ohne Ende zu kaufen. Aber wer will schon tatsächlich von einem Tennisschläger versohlt werden!? Also weiter suchen, denn es gab ja ein Ziel bzw. eine Aufgabe zu erfüllen, die er ihr gestellt hatte.

Gleicher Tag, nächster Flohmarkt. Ein kleiner abgelegener, wo vermutlich kaum ein Mensch hinfindet. Zuerst war sie am überlegen, ob sie da überhaupt hinfahren sollte. Tat es dann aber doch, weil es quasi auf dem Weg zu ihrem Lieblingshafen liegt, an dem sie sich wieder einmal ein wenig Ruhe und ein Fischbrötchen gönnen wollte.

Sie streifte durch die Reihen, den Blick rein und ausschließlich auf Teppichklopfer fixiert.

Mit fast schon geübten Blick sondierte sie jeden einzelnen Stand, von unten nach oben und von links nach rechts. So ging es eine Weile. Sie war fast schon am Ende des Flohmarktes angekommen, als sie ganz hinten links am Ende eine Stand entdeckte, die tatsächlich eine Teppichklopfer liegen hatten. Ihr Herz schlug höher! Am liebsten wäre sie sofort darauf gestürzt und hätte womöglich jeden Preis dafür gezahlt. Sie hielt sich aber zurück und schlenderte in ihrem Tempo weiter auf genau diesen Stand zu. Guckte sich den Rest an, der sie allerdings absolut nicht interessierte und arbeitet sich dann zur linken Seite, zum Teppichklopfer vor. Da war er! Lag direkt vor ihr, die Erfüllung der Phantasie zum Greifen nah. Sie griff zu. Drehte ihn und beguckte sich den Zustand. Sie wurde schon von der Verkäuferin fast argwöhnisch beobachtet. Sie schenkte ihr ein strahlendes Lächeln und fragte nach dem Preis. "3,00 Euro möchte ich dafür haben.", sagte die Frau hinter dem Stand.

Lächelnd griff sie in ihre Geldbörse und bezahlte den heiligen Gegenstand.

Bingo! Das war es. Sie konnte nun zurück zum Auto und sich der Vorfreude hingeben.

Als sie sich vom Stand abwendete, um zu gehen, rief ihr die Frau noch hinterher:

"Aber nicht gegen den Mann verwenden, wenn er mal wieder zu spät aus der Kneipe kommt!" Sie fand sich witzig. Ich sie irgendwie auch. Ich lächelte zurück: "Es kommt darauf an, um wieviel er sich verspätet und ob er meinen Geburtstag vergessesn hat."

Ab zum Auto. "Wenn sie wüsste.", dachte sie und grinste in sich hinein.

Nach diesem Erfolg zog sie sich nun an ihren Lieblingshafen zurück und bestellte sich dort an der Imbissbude zur Feier des Tages ein Fischbrötchen und ein Alsterwasser und genoß die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut und die Phantasie in ihrem Kopf, die schon sehr bald wahr werden würde.

 

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