Die Dog Breeding Farm Teil 2

 

Der Hodenschrittmacher

Der Motor startete. Er warf noch einen Blick aus dem Fenster und sah Sabine im Qualm des Auspuffs verschwinden. Er spürte, wie ihm eine Träne die Wange herablief. Hatte er sich etwa in Sabine verliebt? In die Frau, die ihn soeben wie einen Sklaven verkauft hatte und der nichts an seinem Schicksal zu liegen schien? Ihr Söckchen in seinem Mund schmeckte nun nicht mehr nur nach Schweiß, sondern der Geschmack kam ihm vor, als hätte er sich immer danach gesehnt. Was geschah da mit ihm? Plötzlich wurde er in seinem Käfig nach vorn geschleudert. Cesara hatte scharf gebremst und wendete sich vom Fahrersitz zu ihm um: „Na, mein Hündchen, hast du dich schon etwas mit deinem neuen Dasein angefreundet?“ Stefan konnte Sabines Söckchen nicht aus dem Mund bekommen, weswegen er eine Antwort schuldig blieb. Was er sich schweren Herzens gleichzeitig eingestand, war, dass er das Kleinod von Sabines bezaubernden Füßen auch gar nicht ausspucken wollte. Das wäre ihm wie ein Frevel erschienen. Doch Cesara fackelte nicht lange und zog Sabines Hinterlassenschaft mit einem Ruck aus der Hundeschnauze des Kostüms: „Ich habe ja ganz vergessen, dass du gar nicht sprechen kannst. Und, wie sieht es aus?“ „Bitte lassen Sie mich frei, Cesara. Ich möchte zu Sabine zurück. Bestimmt gibt sie Ihnen auch das Geld wieder, da…“ Weiter kam er nicht, denn ein Schlag mit einer dünnen Gerte nahm ihm die Luft. „Jetzt pass mal gut auf, mein Hündchen, ich sage es nur einmal: Für dich bin ich dein Frauchen, also sprich mich auch so an. Zweitens: Du gehörst jetzt mir und ich werde dich zu meinem wohl erzogenen Rüden ausbilden, der genau das tun wird, was ich ihm sage. Also reiß dich zusammen. Für dich gibt es keinen Ausweg. In wenigen Minuten kommen wir zu meinem Spediteur, einem alten Freund von mir, für den ich erst kürzlich ein Weibchen abgerichtet habe, das ihm jetzt treu zur Seite steht. Du brauchst also gar nicht erst versuchen, ihn davon zu überzeugen, dich freizulassen. Er wird dafür sorgen, dass du mit dem nächsten Schiff nach Buenos Aires geliefert wirst.“

Stefan schien das Herz stillzustehen. Genau das hatte er gehofft: Dass niemand so wahnsinnig wäre, sich in Deutschland an einem Sklavenhandel zu beteiligen. Aber das schien wohl ein Trugschluss zu sein. Bevor er Cesara auch nur antworten konnte, befand sich Sabines Söckchen wieder an seinem Platz. „Wenigstens dieser Trost bleibt mir“, dachte Stefan und setzte sich, seiner verzweifelten Lage nun vollends bewusst, auf den Boden seines Käfigs. Sein neues Frauchen sprach kein Wort mehr und steuerte den Wagen über die nächtlich leeren Straßen Richtung Hafenanlagen.

Nach einer Stefan endlos erscheinenden Zeit hielt der Lieferwagen vor den Docks eines ihm unbekannten Hafengeländes. Cesara stieg aus und kam wenige Minuten später mit einem gut aussehenden Mann zurück. Sie öffneten die Hintertür und rollten den Käfig aus dem Wagen zu einem Gabelstapler. „Du hast Glück, Cesara. Die „Gran Chaco“ legt in drei Stunden ab. Der Kapitän ist mir sowieso noch etwas schuldig, so wie ich dir! Bessy ist hervorragend abgerichtet. Vielen Dank noch mal dafür!“ „Aber, Thomas! Für den Betrag, den du mir dafür bezahlt hast, richte ich dir gerne noch weitere Hündinnen ab.“ Ungläubig starrte Stefan auf den Unbekannten. Er konnte nicht glauben, über was die beiden sich da unterhielten. Als ob das Halten und Abrichten von Menschen völlig normal wäre. Als er kurz zu dem Gebäude blickte, glaubte er hinter der Glastür einen Hund zu erkennen, der irgendwie nicht wirklich wie ein Hund aussah. Das Tier hatte ungewöhnlich dicke Hinterläufe und die Vorderläufe erinnerten eher an menschliche Arme. Allerdings passten die Pfoten nicht ins Bild. Aber da war der Hund oder die Hündin auch schon aus seinem Blickfeld verschwunden. Er hatte auch keine Zeit mehr, sich darauf zu konzentrieren, denn plötzlich schwebte der Ausleger eines Krans über ihm, packte mit seiner Zange den Käfig und begann diesen in die Höhe zu ziehen. „Wir sehen uns in wenigen Wochen in Buenos Aires, mein Hündchen“, rief ihm Cesara hinterher und lachte dabei fröhlich. Der Käfig schwenkte über Deck und wurde in den Laderaum herabgelassen. Zwei Asiaten eilten herbei und schoben Stefans neues Zuhause in eine dunkle Ecke. Die Männer raunten sich etwas zu und lachten. Dann verschwanden sie, ohne auf Stefans verzweifelte Gesten zu reagieren.

Wenige Zeit später vibrierte das ganze Schiff. Die Fahrt schien loszugehen und Stefan fiel nichts ein, wie er seine unfreiwillige Reise noch verhindern könnte. Wieder einige Zeit später erschien einer der beiden asiatischen Seeleute, zog ihm Sabines Söckchen aus dem Mund und stellte ihm wortlos einen Napf mit Futter und einen mit Wasser in den Käfig. Er musterte ihn von oben bis unten, fasste an seinen Keuschheitsgürtel, lachte kurz hämisch auf und verschwand wieder. Gierig vor Hunger stürzte sich Stefan auf sein „Futter“ und wollte danach gerade erschöpft einschlafen, als er am Boden des Käfigs Sabines zweites Söckchen erblickte. Er drückte seine Nase dagegen und bemerkte, wie sein Glied in seinem eigenen kleinen Käfig begann, anzuschwellen. Er verstand überhaupt nichts mehr. Warum erregte ihn dies so stark? Warum wünschte er sich plötzlich, Sabine stünde vor ihm und er dürfte ihre Füße küssen und jeden Tropfen Schweiß von ihren Zehen lecken? Verwirrt und verzweifelt schlief er schließlich – die Nase fest auf Sabines Socken gepresst – ein. Die Tage und Nächte vergingen. Zweimal am Tag bekam er zu essen und zu trinken. Niemand sprach mit ihm. Niemand interessierte sich für seine Versuche, sich bemerkbar zu machen. Sein einziger Trost blieben Sabines Söckchen.

„Herr Steinhaus, ich habe schlechte Nachrichten: Herr Slaver, mein Assistent, hat mich gestern aus Dubai angerufen.“ „Was? Was macht er denn da?“ „Er hat wohl ein Top-Jobangebot von irgendeinem Scheich bekommen und musste sofort abreisen.“ „Das tut mir Leid für Sie. Eine offizielle Kündigung ist auch nicht nötig, er war ja noch in der Probezeit.“ „Außerdem hat er mich noch beauftragt, seine Wohnung und sein Konto aufzulösen.“ „Das ist aber nett von Ihnen, dass Sie das trotzdem für ihn tun wollen. Brauchen Sie sonst noch etwas?“ „Nein, vielen Dank. Ich wollte Sie nur informieren.“ Zufrieden verabschiedete sich Sabine. Die letzte Hürde war genommen.

Eines Nachts hörte er knarzende Geräusche und das Schieben von Metall auf Metall. Waren Sie angekommen? War er in Argentinien? Was würde nur aus ihm werden? Wieder kamen die beiden Seeleute, die einzigen Menschen, die er seit seiner „Abreise“ aus Deutschland gesehen hatte. Sie knebelten ihn mit Sabines – von Stefan inzwischen wie ein Heiligtum verehrtem - Söckchen und schoben seinen Käfig lachend unter die Ladeluke. Wieder erschien ein Greifarm aus der Dunkelheit über ihm, zog den Käfig von Bord und stellte ihn neben dem Schiff ab. Dort warte schon ein Pritschenwagen mit geschlossener Plane. Ohne zu wissen, wie ihm geschah, erschienen zwei Frauen auf High Heels neben seinem Käfig und schoben den Käfig schnell und lautlos auf die Ladefläche. Eine der beiden war Cesara. „Na, mein Hündchen, war die Überfahrt angenehm? Ich hoffe, du hast dich schon auf mich gefreut. Jetzt sind es nur wenige Stunden Fahrt zu deinem neuen Zuhause. Mach es dir bequem. Wie ich sehe, bist du immer noch ein Fan von Sabines Fußschweiß! Das ist fein.“ Sie lachte, stieg von der Pritsche und schloss die Plane. Der Motor startete und die Fahrt begann.

Eine Unendlichkeit verging. Die Straßen waren holprig und Stefan wurde in seinem Käfig hin- und hergeschleudert. Schließlich stoppte der Wagen und die Plane öffnete sich. Cesara und die unbekannte Frau, die außerordentlich hübsch war – so wie Cesara etwa 1,85 Meter groß, allerdings blond, mit großer Oberweite und höchstens 25 Jahre alt – rollten seinen Käfig auf den Hof eines großen Anwesens. Stefan blickte sich um und erkannte schnell, dass eine Flucht schwierig werden würde: Der Hof war von allen Seiten von Wirtschaftsgebäuden umschlossen. An der Stirnseite befand sich ein großes Herrenhaus, in dem vermutlich Cesara wohnte. Hundert Meter daneben, in einer parkähnlichen Anlage, befanden sich drei kleine Chalets. Gegenüber des Herrenhauses, etwa dreihundert Meter entfernt, verschloss ein hohes hölzernes Tor den Hof. „Sieh mal, Janina, wie süß! Unser kleines Hundchen sucht den Hof nach Fluchtmöglichkeiten ab! Aber, aber, wer wird denn an so was denken? Selbst wenn es dir gelingen sollte, das Tor oder die Umzäunungen zu überwinden: Zwischen der „Dog Breeding Farm“ und der nächsten Siedlung liegen über 100 Kilometer Wildnis. Glaub` mir: Es ist besser, dich mit deinem Schicksal abzufinden. Im Übrigen habe ich noch einige kleine Überraschungen, um dich unter Kontrolle zu bringen. Ich hasse Widerborstigkeit und ich werde sie dir austreiben, darauf kannst du dich verlassen.“ An Janina gewandt fuhr sie fort: „Mein Schatz, telefoniere doch bitte nach Dr. Sanchez. Ich brauche mal wieder ihre Dienste. Aber vorher hilfst du mir, unser neues Haustier an seinen Platz zu schieben.“

Als die beiden Damen Stefans Käfig in eine Scheune geschoben und in einem Eck abgestellt hatten, wandte sich Cesara wieder an ihn: “Stefan ist kein Name für einen Hund. Ich werde dich Arco nennen. Das ist ein hübscher Name. Was hältst du davon?“ Mit diesen Worten zog sie endlich seinen Knebel aus dem Mund. „Sie niederträchtiges Weibsstück! Glauben Sie wirklich, ich würde auf einen Hundenamen hören? Glauben Sie wirklich, ich lasse mich von Ihnen und ihrer Nutte da drüben erziehen? Was fällt Ihnen ein? Befreien Sie mich endlich aus diesem Käfig und diesem Kostüm. Seit Wochen sind meine Beine angewinkelt aneinander gebunden. Ich kann sie kaum noch spüren!“ Doch Cesara lachte nur herzhaft. „Wie süß! Mein kleiner Racker ist ja ein ganz Wilder. Aber das wird dir schon noch vergehen. Bald wirst du meine Füße küssen und mich anflehen, dass du deine Rute an meinen Knöcheln reiben darfst. Aber bevor ich dich aus dem Käfig lasse, muss du erst von meiner Tierärztin untersucht und behandelt werden.“ „Was heißt hier behandelt? Ich…“ „Still jetzt, Arco, oder ich muss dich wieder knebeln! Im Übrigen langweilen mich deine Schimpftiraden. Ich muss jetzt erstmal ein Bad nehmen.“ Und mit diesen Worten ließ sie Stefan stehen und ging mit Janina, die die ganze Zeit telefoniert hatte, Richtung Herrenhaus.

Am Abend erschien Cesara wieder, diesmal in Begleitung einer etwas älteren, eher uninteressant aussehenden Dame. „Das ist ja ein Prachtexemplar, Cesara! Ich gratuliere.“ „Ja, danke, das finde ich auch. Hat auch eine Stange Geld gekostet. Könntest du ihn untersuchen und behandeln?“ „Natürlich.“ Sie trat schnell auf Stefan zu. „Aber zuerst eine kleine Beruhigungsspritze für dein neues Haustier!“ Ohne dass Stefan reagieren konnte, spürte er einen Stich in seiner linken Pobacke. Entgeistert starrte er auf die Spritze in der Hand der „Tierärztin“ und sank, bevor er noch irgendetwas sagen konnte, am Boden seines Käfigs bewusstlos zusammen.

Irgendwie erreichte ein Knarren einer Tür sein Bewusstsein. Stefan versuchte die Augen zu öffnen, war aber noch sehr benommen. Durch einen Schleier erkannte er Janina, die ihm seinen Napf zuschob, dann schlief er wieder ein. Aufgeweckt wurde er schließlich mit einem Gertenhieb auf sein Hinterteil und der herrischen Stimme Cesaras. „Aufwachen, du Faulpelz. Heute ist ein großer Tag: Deine Erziehung zu meinem gehorsamen Haustier beginnt.“ Stefan rappelte sich auf alle Viere hoch. „Dir werde ich es schon zeigen, du Miststück. Und wenn du noch so begehrenswert und hübsch aussiehst, so schnell füge ich mich nicht in mein Schicksal“, dachte Stefan. Cesara leinte ihn an und öffnete im Beisein von Janina vorsichtig die Käfigtür. Sofort sprang Stefan, so schnell es seine zusammengebundenen Beine zuließen, aus dem Käfig und versuchte nach Cesaras Wade zu schnappen. Da durchzuckte ein höllischer Schmerz seine Hoden. Völlig  überrascht und von gigantischen Schmerzen gepeinigt, brach er zu Cesaras Füßen nieder. „Haha, wie süß, Janina! Guck mal, wie er sich am Boden windet! Tja, Arco, hast du wirklich geglaubt, ich lasse dich aus dem Käfig, ohne einen Trumpf in der Hinterhand? Warum, glaubst du wohl, warst du unter Narkose? Meine liebe Freundin, Dr.Sanchez, hat dir einen netten kleinen Chip in die Hoden implantiert. Ich nenne ihn Hodenschrittmacher oder Gehorsamshilfe. Ein Knopfdruck auf meiner Fernbedienung genügt und du lernst Schmerzen kennen, die du dir, wie ich gerade merke, kaum wünschst. Also gehorche besser.“ Stefan konnte nur noch wimmern. Er wollte Cesara gerade antworten und sie anflehen, ihn nicht mehr zu quälen, als er merkte, dass ihm irgendwie die Sprache abhanden gekommen war. „Wuu wuu“, war alles, was er über die Lippen brachte. Erneut lachte Cesara laut auf. „Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Dr. Sanchez hat auch einen Wuffschrittmacher in deinen Kehlkopf implantiert. Sprechen kannst du nur noch, wenn ich ihn per Fernbedienung deaktiviere. Aber da du ja jetzt ein fröhliches Hundeleben vor dir hast, genügt es ja, wenn du brav bellst.“ Stefan konnte es nicht glauben: Cesara machte wirklich ernst. Was könnten sie ihm in Narkose noch angetan haben? Doch da wurde er schon an der Leine hochgezerrt. „Bei Fuß, Arco! Genug gewinselt. Jetzt werden wir erstmal Gassi gehen. Janina hat es langsam satt, jeden Tag deinen Zwinger säubern zu müssen, weil du alles vollmachst. Bei Fuß, sage ich!“ Doch Stefan sträubte sich schon wieder. „Niemals!“, dachte er und versuchte, sich von Cesara loszureißen. Da traf ihn der nächste Stromschlag in seinem Hodensack. Der Schmerz zog sich bis in die Magengrube und Stefan brach erneut zu Cesaras Füßen zusammen. „Nun gut, Arco. Heute Abend versuchen wir es erneut. Ich werde deinen Willen schon brechen.“ Und mit diesen Worten bugsierten Janina und Cesara Stefan zurück in seinen Käfig.

Die nächsten Tage waren für Stefan die Hölle. Er wollte einfach nicht aufgeben und Cesara benützte jeden Tag den Hodenschrittmacher, um ihn zu zähmen, aber umsonst. Am vierten Tag wandte sich Cesara, nachdem Stefan mal wieder von Schmerzen gepeinigt und wimmernd in seinen Käfig geschoben worden war, an Janina: „So kommen wir nicht weiter. Ich habe da eine neue Idee…“

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