Die Heilerin - 2. Kapitel - Der Häuptlingssohn

Myka Night

 

Der Häuptlingssohn

 

Wortlos betrat der Häuptlingssohn die Hütte, betrachtete sie kurz und ging sogleich zu dem groben Holztisch, welcher neben der Tür an der Wand stand. Dort entledigte er sich langsam und schweigend seiner Rüstung. Ygrit beobachtete ihn ebenso schweigend, nicht in der Lage, irgendein Wort über ihre Lippen zu bringen. Zu groß war ihre Überraschung, wer sie hatte wegholen lassen, von ihrer kleinen Hütte, hoch oben in den Bergen.

Als endlich sein Umhang, Wolfsfell, Lederwanst und Kettenhemd auf dem Tisch lagen, und er sich in einer Schüssel Hände und Gesicht gewaschen hatte, kam der Häuptlingssohn langsam auf die Lagerstatt zu, sie ständig aufmerksam im Blick behaltend.

Ein schmuckloses, einfaches Leinenhemd umspielte seine schmalen Hüften, doch das feine Tuch verhüllte nicht seinen kampfgestählten Torso und seine muskulösen Arme. Den Schwertgürtel hatte er zwar abgelegt, doch in seiner Rechten hielt er immer noch sein Schwert, von dem sie wusste, dass er es auch im Schlaf nie ablegte.

Seine schulterlangen braunen, lockigen Haare trug er, bis auf drei dünne geflochtene Zöpfe an beiden Seiten, wie immer offen. Sie waren ganz zerzaust vom Wind, gebleicht von Sonne und Meer, und rochen nach Salz, erinnerte sie sich. Sein Bart war seit ihrem letzten Aufeinandertreffen ein wenig grauer und länger geworden, was es ihr erschwerte, im Halbdunkel der Hütte seine wettergegerbten Gesichtszüge, seine dunkelbraunen Augen, und damit seine Absichten zu erkennen.

Sie kannte seinen Anblick, kannte jeden Zoll seiner Haut und wusste wie sie sich anfühlte, welche Narben sie trug, wie sie schmeckte und wie sie roch. Erinnerungen kamen in ihr hoch ...

***

Vor einigen Monden hatte sie von ihm gekostet, und noch immer lag ihr sein Geruch in der Nase und sein Geschmack auf der Zunge. Immer dann, wenn sie an diese eine Nacht dachte.

Nachdem sie ihn und seine Mannen damals abgewiesen hatte, hatte er sich erneut auf den Weg gemacht, sie des nachts noch einmal alleine in ihrer kargen Hütte aufgesucht, um sie noch ein weiteres Mal um ihr Wissen um Odins wundersame Geschöpfe gebeten. Doch sie hatte sich entschieden, ihm ihr Wissen nicht mitzuteilen, denn dieses Wissen barg viele Gefahren, unter Umständen gar den Tod.

Doch sie schickte ihn auch nicht einfach wieder fort. Irgendetwas hatte dieser Mann in ihr wachgerufen. Etwas, was sie so noch niemals vorher in ihrem Leben gefühlt hatte.

Lag es an seinen dunklen Augen, die ihr bis auf den Grund ihrer Seele zu blicken schienen? Oder war es seine tiefe Stimme, die sie augenblicklich in ihren Bann gezogen hatte? Sie konnte es nicht genau sagen, doch dieser Häuptlingssohn von den fernen Ufern hinter dem großen Wasser hatte sie regelrecht berauscht, es dürstete sie nach seiner Männlichkeit. Und so handelte sie einen Preis aus, den der Häuptlingssohn nur allzu bereitwillig zahlte, trieb ihn doch nicht einzig sein Wissensdurst wieder den beschwerlichen Weg hinauf in ihre kärgliche Hütte.

Und so erzählte sie ihm einige Belanglosigkeiten, Ammenmärchen, im Austausch gegen die Wärme und Stärke seines Körpers. Auch wenn sie wusste, dass ihre Gier auf ihn einzig ihrer großen Einsamkeit entsprang, hatte seine stattliche Erscheinung sie in seinen Bann geschlagen. Sein Blick und seine Stimme hatten sie regelrecht in Trance versetzt, so dass sie ihn mit ihrer schier grenzenlosen Lust in dieser Nacht regelrecht verschlang.

***

Doch heute war es anders, und dies führte dazu, dass sie vor ihm zurückwich, je näher er kam. Die Tatsache, dass er sie mit Gewalt holen ließ, und sie hier in seiner Hütte als seine Gefangene ankettete, bedeutete nichts Gutes. Sie wusste nun, aus welchem Grund er sie hatte herschaffen lassen. Doch diese Erkenntnis ängstigte sie mehr, als dass sie sie beruhigte. Als er sich auf das Lager setzte, hockte sie denn auch klein zusammengekauert am Kopfende des Lagers, ihre Arme schützend um ihre Beine gelegt, und drückte sich wie Espenlaub zitternd an die steinige Hüttenwand.

"Guten Abend, Heilerin!" Seine freundliche, tiefe Stimme erfüllte den Raum. Sie war ruhig, und doch so machtvoll, dass ein jeder sofort verstummte und ihr lauschte. Sie hatte es selbst schon erlebt. Ygrit konnte sich gut vorstellen, dass er zusammen mit seiner Redegewandtheit mühelos ganze Heerscharen in seinen Bann schlagen konnte. Eine Fähigkeit, die einem Häuptlingssohn und späterem König sehr von Nutzen sein konnte.

"Ich hoffe es geht Dir gut. Haben Dich meine Männer gut behandelt?" Sie erinnerte sich an die Tortur der letzten Stunden. In diesem Moment erweckte er ihren Widerstand. "Kommt darauf an, als was mich Eure Männer hierher gebracht haben. Für einen Sack Hafer, der quer über dem Pferderücken transportiert wurde, geht es mir erstaunlich gut."

Der Häuptlingssohn lachte laut auf. Sein dunkles, kehliges Lachen erfüllte die ganze Hütte. "Ich sehe schon, Deine scharfe Zunge hast Du noch, also kann es Dir so schlecht nicht ergangen sein. Ich freue mich, dass Du wohlauf bist, trotz des kleinen Zwischenfalls heute."

"Welchen Zwischenfall meint Ihr? Den Zwischenfall mit Eurem Pfadfinder, oder den Zwischenfall, dass ich heuer im Morgengrauen beim Kräuterpflücken auf den oberen Wiesen der 'þrír bræður' von Euren Häschern überfallen und hierher verschleppt wurde?" Ihr Tonfall wurde schnippisch. Doch sie hatte heute schon zu viel über sich ergehen lassen müssen, und Angst, Zorn und Verzweiflung brachen sich nun endlich ihren Weg an die Oberfläche, auch wenn sie noch immer nach Kräften bemüht war, mutig und furchtlos zu wirken.

"Hüte Deine Zunge, Heilerin!“ Seine Stimme, gerade noch warm und freundlich, wurde mit einem Male schneidend hart. „Deine Scharfzüngigkeit wird Dir irgendwann noch einmal zum Verhängnis werden. Im Moment noch bist Du mein Gast, doch ich kann Dich auch anderswo unterbringen lassen, wenn ich Deiner überdrüssig werde. Also reize nicht meine Geduld!"

Doch schon loderte ihr Zorn, und sie war nicht mehr fähig, ihre Worte zurückzuhalten. "Ich bin Euer Gast? Ihr habt eine wirklich sehr nachdrückliche Art, Eure Gäste einzuladen! Und auch Eure Gastgeschenke sind sehr besonders! Oder schützt Ihr Eure Gäste so lediglich davor, sich auf dem Weg zur Notdurft nicht zu verirren?!" Dabei rasselte sie wütend mit ihrer Kette.

Zornig funkelte ihr Blick, doch gleich darauf glitzerten Tränen an ihren langen dichten Wimpern. Er konnte ihre Verzweiflung geradezu greifen. Allein diesem Umstand hatte sie es zu verdanken, dass er sie wegen ihrer Frechheiten nicht zur Rechenschaft zog. Ihre Angst berührte ihn, jetzt, da sie klein zusammengekauert auf seinem Lager saß und lautlos in sich hineinweinte. Nichts in ihr war mehr von dem stolzen Weibe zu erkennen, welches er vor einigen Monden im Gebirge aufgesucht hatte.

In diesem Moment konnte er ihr wirkliches Wesen erkennen, und es war so zart und zerbrechlich, dass er ein beinahe unbändiges Verlangen verspürte, sie beschützend in seine Arme zu nehmen. Nur sehr mühsam konnte er sich beherrschen, denn in diesem Moment war sie seine Gefangene. Er musste Härte zeigen, wollte er sie endlich zum Reden bringen, wollte er an ihre Geheimnisse kommen. Er musste es, wollte er sein Unterfangen nun endgültig zu einem guten Ende bringen.

Er stand auf, ging zum Holztisch und füllte ein Horn mit heißem Met, welches die Dorffrauen vorhin über dem Feuer aufgesetzt hatten. Während er ihr Raum gab, sich wieder zu beruhigen, und sie beobachtete, erinnerte er sich an ihre erste Begegnung und die Umstände, die dazu geführt hatten.

***

Der König selbst hatte ihn, den ruhmreichen Häuptlingssohn der 'Erilar', einem mächtigen Jarl-Geschlecht, um Hilfe gebeten. Denn ein böser und mächtiger Hrimthurse überfiel des nächtens die Langhäuser der umliegenden Dörfer Heorot's, und erschlug viele tapfere Krieger. Die Weiber und Kinder wurden jedes Mal verschont, und auch die Alten ließ der Reifriese leben.

Es schien, als wolle der Thurse Rache an allen Kriegern dieses Landes nehmen. Viele gute Krieger mussten schon in Valhöll einziehen. Die Verluste nahmen nun mittlerweile überhand, und auch die Furcht, so das der König handeln musste. Und so erreichte die Bitte des Königs den tapferen Krieger an fremden Ufern, der diesem Wüterich Einhalt zu bieten versprach.

Doch das hehre Unterfangen war nicht erfolgreich, immer wieder überfiel der Reifriese die Langhäuser, doch nie eines zweimal. Immer wieder entkam dieses tollwütige Tier und hinterließ Tod und Verderben. Selbst der ruhmreiche Jarlssohn wusste irgendwann nicht mehr weiter.

Eines Tages erzählte ein alter Händler ihm von einer Heilerin, hoch oben in den Bergen, hinter den letzten Siedlungen, wo die Bäume die Felsen nicht mehr erklimmen konnten, welche besonderes Wissen über die Hrimthursen zu haben schien. In seiner Ratlosigkeit begab der Häuptlingssohn sich auf den langen Weg zu ihr, und hatte eine uralte, runzlige Kräuterhexe erwartet. Wie sehr war er überrascht, eine wunderschöne junge Frau zu erblicken! Augenblicklich hatte sie ihn verzaubert, und mit ihm jeden, der ihn auf dieser Reise begleitet hatte. Es schien, als wäre, elvengleich, eine Nornir direkt aus Asgard die Weltenbrücke zu ihnen herabgestiegen.

Doch so schön ihre Erscheinung, so stolz und starrköpfig war sie. Ein bockiger Maulesel war ein folgsames Lämmlein gegen den Starrsinn dieses Weibes. Sie war nicht bereit ihm zu helfen, egal welche Entlohnung er ihr bot. In der gleichen Nacht, während seine Gefolgsleute im Langhaus des nächstgelegenen, letzten Dorfes unterhalb der drei Berggipfel ihren wohlverdienten Met genossen, machte er sich noch einmal alleine auf den beschwerlichen Weg zu ihr, in einem letzten verzweifelten Versuch, sie zur Mithilfe zu bewegen. Die Antworten die sie ihm gab, waren die Legenden, vielerorts erzählt und allgemein bekannt. Doch auch wenn sie ihm klug ausgewichen war, erkannte er doch, dass der alte Händler Recht hatte.

Sein nächtlicher Besuch hatte jedoch noch einen weiteren Grund. Denn seit er sie das erste Mal erblickt hatte, war er hoffnungslos in ihren Bann geschlagen. In dieser Nacht hatte sie ihn regelrecht verhext. Sie war ihm unter seine Haut gekrochen, hatte Besitz von seinem Verstand ergriffen und ihn mit Haut und Haar verschlungen.

Auf ihrer kärglichen Lagerstatt hatten sich ihre heißen Leiber umeinander gewunden, er hatte ihren schönen Körper genommen und ihre Hüften und ihre Pobacken geknetet. Ihre festen runden Brüste hatte er gewalkt wie Brotteig, und an ihren Knospen gekostet, bis sie schmerzhaft aufstöhnte. Er hatte den lieblichen Duft ihrer Haut aufgesogen, ihr Haar, das nach Wind, grünem Gras und Kräutern roch, und den süßen Wohlgeruch ihrer feuchten Grotte, der ihn regelrecht hinforttrug, so dass er sie nahm, wie er noch nie ein Weib erobert hatte. Ihr Körper, ihre Wollust trieb ihn immer weiter in seiner Gier und Leidenschaft nach ihr. Erst in der Morgendämmerung kehrte er ins kleine Dorf zurück, ohne Erfolg für sein Unterfangen, jedoch erschöpft und voller Glückseligkeit.

Seither lähmte der ständige Gedanke an die schöne Heilerin seinen Kampfgeist. Er, der große Held, der sich jedem Kampf stellte, weil er des festen Glaubens war, das dies sein Schicksal war, welches die Götter ihm zugedacht hatten. Er verzehrte sich nach ihr.

Sein väterlicher Freund Skeld, ein alter und erfahrener Krieger, gab ihm letztlich den weisen Rat, die Heilerin von den Bergen herunter ins Lager zu bringen. Nicht nur um seinen Geist wieder zusammen zu bringen, sondern vielmehr, um sie doch noch zum Reden zu bewegen. Weitab von ihrem Zuhause würde sie vielleicht den Ernst der Lage, ihrer Lage, erkennen. Vor allem, wenn er ihr den Tod und die Verderbnis, die der Thurse über die Menschen brachte, zeigen würde. Dann würde sie ihnen hoffentlich die Geheimnisse der Reifriesen verraten.

***

Und nun saß sie vor ihm, zusammengekauert und voller Furcht. Sie hatte die Arme eng um ihre Beine geschlungen, ihr Gesicht unter der roten Lockenpracht verborgen und weinte lautlos in sich hinein. Er sah, wie ihr Körper bebte. In ihrer Verletzlichkeit war sie so wunderschön anzusehen, dass er kaum an sich halten konnte. Nichts anderes auf der Welt begehrte er in diesem Moment mehr. Er legte das Horn zur Seite und setzte sich wieder zu ihr auf das Lager. Wie von selbst suchte seine Hand die Wärme ihrer Haut, strich beruhigend über ihren Kopf.

Und mit einem Mal brach ihre Verzweiflung mit aller Gewalt aus ihr hinaus, so dass sie plötzlich wie von Sinnen um sich schlug, und mit ihren kleinen, geballten Fäusten auf ihn einschlug. Tränen rannen in Strömen über ihr Gesicht, doch immer noch weinte sie lautlos. Er war sich seiner Schuld durchaus bewusst, denn er hatte sie mit Gewalt von ihrem Zuhause wegbringen lassen, ohne ihr eine Entscheidung zuzugestehen. Er hatte sie schlimmsten Befürchtungen und Ängsten überlassen, ohne ihr irgendeine Erklärung für sein Handeln zu geben. Er hatte seinen Vertrauten Wiglaf unter Befehl gestellt, die Heilerin in völliger Ahnungslosigkeit zu belassen, um sie sich durch ihre Angst gefügiger zu machen.

Und so stellte er sich dem Kampf ihrer hervorbrechenden Verzweiflung. Nun war es an der Zeit, ihr wieder Geborgenheit zu geben, ihr Vertrauen wiederzuerlangen. Mit Leichtigkeit rang er sie nach einem kurzen Kampf nieder, und drückte sie mit seinem muskulösen Körper fest auf das Lager. Dort hielt er sie mit seinem Körper gefangen und gab ihr seine Wärme und Geborgenheit. Anfangs wehrte sie sich noch, doch hatte sie gegen ihn nichts auszurichten. Ohnehin war sie sehr erschöpft, und so gab sie ihren Widerstand schnell auf. Eine ganze Weile lagen sie so regungslos auf dem Lager.

Sein Gewicht, mit dem er sie niederdrückte, beruhigte sie seltsamerweise, und ließ ihren Widerstand schwinden. Die Bewegungslosigkeit brachte sie langsam wieder zu Verstand, wie ihr Duft ihn nach und nach um den seinen brachte. Seine Hände wanderten ihren Körper hinunter, ergriffen Besitz von ihr, während sie beinahe regungslos seine Zuwendungen entgegennahm. Seine Küsse bedeckten ihr Gesicht, wanderten ihren Hals herunter, bis sich seine Zähne sanft in ihrer Schulter verbissen, und sie schmerzvoll und doch gleichermaßen lusterfüllt aufstöhnte.

Ihre Reaktion spornte ihn an weiter zu machen, und so schob er ihr zartes Hemd hoch bis über ihre Brüste, und dann noch weiter, über ihren Kopf bis hin zu ihren Handgelenken, wo er den Stoff einmal fest verknotete, um ihr damit weiterhin die Möglichkeit zu einem erneuten Gefühlsausbruch zu nehmen, selbst wenn er dies mittlerweile für eher unwahrscheinlich hielt.

Doch manche Frauen sind wie wilde Ponys, welche sich nur mit festem Zaumzeug bändigen lassen, und erst dann ihrem Herrn folgen können. Seiner Einschätzung nach war auch die Heilerin solch eine 'wilde Seele'. Er hatte es in ihren Augen gesehen. Damals, in ihrer kleinen Hütte.

Auf ihrem Becken sitzend, sie immer noch aufs Lager niederdrückend, beobachtete er ihren nun nackten Körper. Sie war vom Kampf noch immer außer Atem, und ihr Brustkorb hob und senkte sich in schneller Folge, so dass ihre weichen runden Brüste der Bewegung anmutig folgten. Durch ihre Hitze konnte er nun noch intensiver ihren süßen weiblichen Duft wahrnehmen, der ihn schon beim letzten Mal regelrecht um seinen Verstand gebracht hatte. Sie schien geradezu aphrodisierend auf ihn zu wirken, und er war sich in diesem Moment sicher, dass die Liebesgöttin Freya einen besonderen Zauber über der Heilerin ausgebreitet hatte.

Seine Hände strichen den Konturen ihrer Brüste nach, und er beobachtete zufrieden, wie ein wohliger Schauer seiner Bewegung folgte. Ohne dass er ihre Knospen berührt hatte, sah er, wie sie sich zusammenzogen und hart aufrichteten. Die Heilerin hielt ihre Augen geschlossen, doch weinte sie nicht mehr. Vielmehr spiegelte ihr Gesicht nun gespannte Erwartung und Erregung wieder. Er beugte sich herunter und kostete an ihren Knospen, was sie mit einem wohligen Stöhnen quittierte.

Nachdem er einige Zeit ihren Körper liebkost hatte, zog er seine Beinkleider herunter, dann drückte er ihre Beine mit seinen auseinander, was sie willig geschehen ließ, denn auch sie verzehrte sich offensichtlich nach seiner Männlichkeit. Um sie weiterhin auf dem Lager festzuhalten, und eventuell erneuten Widerstand ihrerseits im Keim zu ersticken, griff er mit einer Hand an ihren Hals und fühlte mit der anderen nach ihrer Grotte.

Nachdem er sie mit seinen Fingern ein wenig vorbereitet hatte, drang er mit seiner Männlichkeit in einem Stoß tief in sie. Die Härte, mit der er in sie drang, drückte ihr die Luft heraus, und seine Finger, die sich um ihren schlanken Hals legten, duldeten keinerlei Widerstand. Doch ausgerechnet diese Härte und seine Überlegenheit gaben ihr ein Gefühl von Sicherheit, so dass sie sich ihm voll und ganz hingeben konnte. Immer und immer wieder stieß er tief in sie, füllte sie bis zum Bersten aus, währenddessen er ihre gefesselten Arme nun wieder fest auf die Lagerstatt drückte.

Ihre Lust übermannte sie, und ihre Erfüllung bog ihren Körper wie ein mit Gewalt gespanntes Bogenholz. Kurz danach kam auch er mit einem lauten kehligen Stöhnen tief in ihr, und pumpte ihr seinen Samen in ihre Grotte. Es dauerte eine Weile, dann hatte er sich wieder etwas beruhigt und glitt neben sie. Auf den Ellbogen gestützt, ließ er seinen Blick über ihren nackten, erregten Körper gleiten.

Sie hielt die Augen weiterhin geschlossen, doch ihre Gesichtszüge verrieten ihm nun keine Furcht mehr. Vielmehr lag ein fast unmerkliches Lächeln um ihre Mundwinkel und sie wirkte beinahe losgelöst aus der Gegenwart. Ihr Atem ging noch immer schnell. Er beobachtete, wie sich ihr Brustkorb mit den weichen runden Brüsten und immer noch harten Knospen rasch hob und senkte, und sich nur langsam beruhigte. Kleine Schweißperlen zierten ihre Stirn wie ein Diadem aus geschliffenem Bergkristall. Ihre Haut glänzte wie Perlmutt. Selbst jetzt noch, mit zerzaustem Haar und in ihrer Erregung, sah sie aus wie eine Königin. Nein, eher noch wie eine Göttin. Seine Göttin.

Er strich mit seiner Hand über ihre Schenkel, hoch zu ihrer Hüfte, bis hin zu ihrem Busen. Und wieder folgte seiner Bewegung deutlich sichtbar ein Schauer, welcher ihm ein Schmunzeln auf sein sonst eher ernstes Gesicht zauberte. Er umrundete ihre weichen Brüste, strich ihr weiter über ihren Bauch, ganz langsam, bis hin zu ihrem Venushügel, welcher immer noch feucht glänzte.

"Jetzt teilen wir uns schon das zweite Mal die Lagerstatt, und ich weiß noch nicht einmal Deinen Namen, Heilerin!"

Sie öffnete ihre Lider und ihre grau-grünen Augen fixierten ihn. Augen, so tief und weit wie die zahlreichen grünen Ebenen seiner Heimat. Augen in denen sich ein Mann für immer verlieren kann. Und auf ewig verloren ist.

"Ygrit werde ich gerufen. Doch auch Ihr habt Euch mir noch nicht vorgestellt, Gaute."

Er lachte. "Meine Herkunft hast Du erkannt, jedoch nicht meinen Namen? Du lebst wahrlich weitab, Heilerin. Mein Name ist Beowulf."

***

 

Plötzlich hämmerte es an die Hüttentür ...

 

Beowulf's Theme ;-) von Schandmaul - Drachentöter ... https://www.youtube.com/watch?v=jVMLjoNOm6w

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Kommentare

genau die Art von Geschichten Liebe ich. Die Sage von Beowulf und andere wurden mir schon als Kind vorgelesen. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Eine andere historisch belegte interessante Figur waere sicherlich Isabel MacDuff "the naughty princess". Die wurde tatsaechlich 3 Jahre in einem Kaefig auf der Burgmauer von Berwick Castle gefangengehalten wurde. Ueber ihr weiteres Schicksal ist wenig bekannt. LG

Juliet

Myka Night

In reply to by julie01

... liebe Juliet! Ja, die zwei Sagen über Beowulf gehören auch zu meinen Lieblingsgeschichten.

Ich hoffe sehr, dass ich mit meinen Gedanken und Fantasien zu dieser allgemein bekannten Sage vielleicht noch überraschen kann.

Schön, dass sie Dir gefällt. Vielen Dank!

LG, nachthimmel

Sehr gut gemacht. Die nächsten Teile werde ich auch lesen. Auch wenn ich eigentlich nicht so sehr auf so Wikinger-Stories stehe, aber wenn Du es erzählst macht es Spaß...

Myka Night

In reply to by Sklavenhalter

... dass ich Dich für die ollen Wikinger erwärmen konnte, lieber Sklavenhalter!

Frische Landluft ist bekanntermassen ja auch sehr gesund, und es tut Dir bestimmt ganz gut, zur Abwechslung mal aus Deinen Sklavenkeller zu kommen, wo Du nur gesiebte Luft atmest ... ;-)

Vielen Dank für Dein Lob!

LG, nachthimmel

Wer kennt nicht Beowulf, den Starken? Mir wurden keine Geschichten über ihn an meiner Wiege gesungen. Doch kenne ich auch seine Kämpfe gegen die Untiere seiner Zeit. Nachthimmel, an Deine Erzählkunst ergeht ein großes Lob, gerne lausche ich Deiner Stimme neben dem Brasseln des Lagerfeuers. Hör nicht auf zu erzählen. 

Myka Night

In reply to by Artaxerxes I

... das Du meiner Erzählung gerne lauschst, ehrenwerter Grosskönig!

Und nein, ich werde nicht aufhören meine Geschichte zu erzählen, bis nicht das letzte Wort Gehör gefunden hat. Die Wahrheit muss schliesslich mal ans Licht kommen! ;-)

Es liegt alles schon fertiggeschrieben in meiner Daten-Schublade, und wartet darauf, veröffentlicht zu werden... Dankeschön für Dein Lob!

LG, nachthimmel