Die Sportreporterin - Ouvertüre

 

Die nachstehende Geschichte besteht sowohl aus wahren (jedoch verfremdeten) als auch fiktiven Begebenheiten. Natürlich sind Ähnlichkeiten mit lebenden bzw. toten Personen oder Schauplätzen rein zufällig und nicht beabsichtigt. Die beiden Autoren sind für Kommentare und hilfreiche Kritik empfänglich, sie wünschen sich diese sogar ausgiebig und zahlreich! Gern auch als PM oder Mail.

Die Auswahl der Kategorien erfolgte mit Blick auf das Gesamtwerk. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass in einzelnen Teilen, Episoden oder Veröffentlichungskomplexen die eine oder andere Kategorie unmaßgeblich oder gar nicht zum Zuge kommt. Außerdem ist es möglich, dass sich im Entstehungsprozess auch weitere Kategorien als tragfähige Grundlage der Story erweisen. Wir sehen die Geschichte als ein Entwicklungsprojekt.

Die Rechte an der Geschichte liegen bei den Autoren, was zur Folge hat, dass Verbreitung und ggf. kommerzielle Nutzung nicht ohne deren beider Einverständnis statthaft ist.

Ganz dick unterstreichen (nach verfrorener Kritik nicht mehr herausstreichen) möchten wir die erhaltene Unterstützung in Sachen teilweises Lektorat, auf die wir auch weiterhin hoffen.

Viel Spaß beim Lesen und vielleicht auch für weiterführende Ideen, die wir in unsere Vorstellungen gern integrieren, soweit diese machbar und viel versprechend!

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Episode 1/Teil 1 – Das Gerücht

 

Die vergangene Saison war für das Frauenteam des SV Möslingen wieder mal ein Fiasko gewesen. Erneut gelang es nicht, die schier übermächtigen bayerischen Kickerinnen vom ewigen Thron zu stoßen. Sowohl die Finals von Meisterschaft und Pokal, als auch das europäische Spitzenspiel gingen verloren. Es musste also endlich mal etwas passieren, was diese langweilige Situation ein für alle Mal beendete. Und es geschah etwas. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das Gerücht in der kleinen, fußballhungrigen Stadt. Es war der Paukenschlag, wenn es sich tatsächlich bewahrheiten sollte.

Alles deutete darauf hin, der SV Möslingen hatte zum ersten Mal in seiner traditionsreichen Vereinsgeschichte unmittelbar nach dem regenerativen Sommerurlaub, also noch vor Trainingsstart zur Pressekonferenz geladen. Alle überregionalen und örtlichen Pressegrößen entsandten ihre Vertreter. Der Konferenzsaal im Vereinsheim an der Schlachtenbummlerstraße war knackend voll, trotzdem drängten immer weitere Journalisten und Fotografen hinein. Die Security war total überfordert, sicherte nur noch das Podest mit dem Tisch und die seitlichen Zugänge dazu ab. Mehr war nicht drin.

„Wenn ich dann mal langsam um Ruhe bitten dürfte … Halloooo …“, der Manager und gleichzeitige Pressesprecher des Clubs stand am Mikrofon und fuchtelte wild mit den Armen, sichtlich bemüht, das Chaos irgendwie in den Griff zu bekommen. Das Schubsen und Drängeln, der Kampf um die besten Plätze ebbte ab. Offenbar war der Zustrom der Neugierigen zum Erliegen gekommen.

„Ich freue mich im Namen des Vereins und der Mannschaft, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Die umherschwirrenden Gerüchte um die Mannschaft und das Umfeld haben uns dazu veranlasst, Sie alle zu dieser außerordentlichen Pressekonferenz zu laden. Es macht sicherlich keinen Sinn, Sie explizit aufzufordern, die in Kürze offenbarten Informationen und Neuigkeiten vertraulich zu behandeln …“, der Manager feixte und der Saal lachte schallend, „… dann können wir ja beginnen.“

Der seitliche Zugang zum Podest öffnete sich und wenige Sekunden später erschienen die Hauptdarsteller des Tages. Zuerst die Mannschaftsführerin Lea Ruppig, eine kantige 2m-Frau mit kurzem schwarzem Haar. Ihr auf den Fuß folgte eine den Anwesenden unbekannte, beinahe unscheinbare Spielerin von höchstens 1,60 m Körperhöhe. Sie wirkte sehr athletisch und wenig europäisch. Der bräunliche Teint und das lockige Haar hatten südländisches Flair. Nur kurz huschte ihr Blick über die Reihen der Reporter, sie wirkte ein wenig schüchtern.

Dann passierte eine Weile nichts, die Tür blieb geöffnet, was zumindest einen Hinweis darauf gab, dass noch etwas kommen musste. Der Manager, ein optischer Frauenschwarm aus belgischen Landen, selbst einst ein begnadeter Fußballer, hob die Hand und umklammerte das Mikrofon wie der Sprecher bei einem Profiboxkampf. „Meine Dame, meine Herren … und hiermit präsentiere ich Ihnen den neuen Cheftrainer unserer Frauenriege des SV Möslingen … Jesuuuuuuuus … Arviiiiid … Drejewski ... oder kurz: Arvivaldo, den Meistermacher aus Brasilien und Exweltfußballer vergangener Tage.“

Die Bombe war geplatzt. Was niemand je für möglich gehalten hätte, dass sich diese Größe des Geschäfts herablassen könnte, eine Mannschaft wie den SV Möslingen zu übernehmen, war tatsächlich kein Scherz, sondern nackte Tatsache. Der Angekündigte betrat den Ort des Geschehens, sportlich elegant gekleidet, hellwachen Auges und freundlich lächelnd. Die wenigen Meter bis zu seinem Platz in der Mitte des Podiums legte er zügig und wortlos zurück. Ein Blitzlichtgewitter stürmte auf ihn und die übrigen Protagonisten ein. Lea Ruppig brachte ihre ablehnende Haltung gegenüber der lästigen und ihrer Meinung nach überflüssigen Öffentlichkeitsarbeit schnell zum Ausdruck, indem sie sich schon nach kurzer Zeit in einen der Stühle am Rande des Podiumstisches fallen ließ, ihre endlos langen Beine mit gelangweilter Miene weit von sich streckend.

„Meine Herrschaften, wenn ich dann bitten dürfte …“, versuchte der umtriebige Manager Rob Maes den rhetorischenTeil zu eröffnen. „Nachdem sie unseren neuen Chefcoach ausgiebiger Belichtung unterzogen haben, möchte ich Ihnen noch kurz die anderen Gesprächspartner vorstellen.“ Die Bildreporter gaben den Blick auf das Podium frei, indem sie sich seitlich sammelten oder ganz einfach in Hocke, Schneidersitz oder sonst wie zu Boden gingen.

„Zu meiner Linken die allseits bekannte und gefürchtete Lea Ruppig, ihres Zeichens auch diese Spielzeit wieder die Leaderin des Teams.“ Lea deutete ein Nicken an und bearbeitete weiterhin ausdauernd ihren Kaugummi. „Und neben unserem verehrten Herrn Drejewski, das ist Maria Pinta, ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent aus Baixo Guandu, einem kleinem Örtchen der brasilianischen Provinz Ibituba. Mit anderen Worten: für Sie und hoffentlich auch für so manchen unserer Gegner eine große Unbekannte. Aber ich verspreche nicht zuviel, wenn ich sage, dass sie als Neuzugang ein echter Gewinn sein wird.“

Ein Raunen und neugierige Blicke quittierten die letzte Ansage. Vereinzelt blitzte es wieder durch den Saal, um auch dieses neue Gesicht für die Presse festzuhalten. „Mich muss ich ja wohl nicht erst vorstellen, da die Meisten von Ihnen ja schon letzte Saison angenehme oder unliebsame Bekanntschaft mit mir schließen konnten. Davon lassen Sie sich aber bitte nicht beeindrucken, sondern pflegen ganz unvoreingenommen Ihre Berichterstattung. Lassen Sie mich zum Schluss meiner einleitenden Worte noch ein neues Gesicht unter uns willkommen heißen. Die bislang erste und demzufolge heute einzige Reporterin unter Euch Halsabschneidern und Papierwölfen … deren Vorstellung ich sie jedoch bitte, kurz selbst zu übernehmen …“, seine Hand wies bei diesen Worten in die Mitte der ersten Reihe.

 

Episode 1/Teil 2 – Die Neue

 

„Oh, ähm, ich ja … es freut mich, dass ich hier gleich … wow, damit hätte ich jetzt gar nicht gerechnet, aber vielen Dank für die freundliche Begrüßung. Und um die Neugier der hier Anwesenden zu befriedigen, mein Name ist Radka Schnitzler. Frisch aus Frankfurt zugezogen und heute für den "Möslinger Boten" hier. Und ich sage es gleich vorweg, ich hab keine Ahnung von Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen. Falls ich also dumme Fragen stellen sollte, so bitte ich, mir das zu vergeben, ich übe noch.“ Sie sah Maes, den Sportmanager, an, der ihr ermutigend zunickte.

„Da ich die Ehre habe, die erste Frage stellen zu dürfen, möchte ich mich gleich an den zukünftigen Trainer wenden.“

Sie sah in die blausten Augen, die ihr je untergekommen waren. Der Mann war potthässlich und doch auf seine Weise attraktiv. Er sah sie durchdringend an, als wollte er ihr hinter die Stirn sehen, erkunden, mit welcher Art von Mensch er es zu tun hatte.

„Wie kommt es, dass sich ein Mann wie Sie für unseren, zugegeben, Provinzverein engagiert und haben Sie gleich auch noch, sozusagen in der Sporttasche, ein Fußballtalent für den SV  mitgebracht? Der Kontakt kam doch bestimmt durch Sie zustande?“

So dusselig war die Frage offenbar nicht, denn der Raum erstarb in Ruhe und alle Anwesenden Reporter starrten gebannt in Richtung des Podiums.

Danach kam sie dann allerdings erst mal nicht mehr zu Wort. Brav schrieb sie mit, was im Verlauf der Pressekonferenz noch gesagt wurde, in der Hoffnung Wichtiges von Unwichtigem richtig unterscheiden zu können und so ihren Chef fürs Erste zufrieden zu stellen.

„Meine Dame…“, Rob Maes verbeugte sich in Richtung Radka, „und meine Herren, wenn sie keine weiteren Fragen mehr haben, dann möchte ich die … ja … Frau Schnitzler?“ Sichtlich irritiert sah Maes zu ihr hinüber, sie auffordernd zu sprechen, während die anderen Reporter, die schon begonnen hatten, ihre Sachen zusammenzusuchen, halb erhoben von ihren Plätzen kurz innehielten.

„Herr Drejewski, was hat es mit dem Gerücht auf sich, dass Sie … nun … dass Sie dem eigenen Geschlecht zugeneigt seien?“

Schlagartig verstummte auch noch das kleinste Geräusch. Die eben noch mit Aufbruch beschäftigten Kollegen drehten sich erregt zur Tribüne und warteten auf die Antwort des so angegriffenen Trainers.

Der sah verblüfft in die Landschaft, um dann breit grinsend zu erklären, dass es sich um ein nicht tot zu kriegendes Gerücht aus seiner Heimatstadt handele. Damals gestreut von einer eifersüchtigen Freundin, um ihn zu diskreditieren. Er hatte sich um den Job bei Sol du Brasil beworben, einem Verein weit entfernt vom heimatlichen Fußballgeschehen. „Das ist ein uraltes Gerücht, dass schon zu Beginn meiner Laufbahn nicht gezogen hat.“

Radka war’s zufrieden, das genügte ihr für das Erste. Sie würde schon noch die Hintergrunddetails erhalten, die sie brauchte. Aber damit ging der Tumult erst richtig los. Die Kollegen versuchten vergeblich, weitere zehn Minuten  Informationen aus dem Trainer heraus zu bekommen, die dieser gekonnt und charmant abwehrte. Bis es Maes dann endlich zu bunt wurde und er einen entschiedenen Schnitt machte. Mit dem Hinweis auf das anschließende Bankett löste er die Pressekonferenz einfach auf. Mehr Reporterkollegen als sonst nahmen an dem Bankett teil und versuchten unauffällig die neue Spielerin und den Trainer doch noch zu ein paar Statements zu bewegen.

„Bitte kommen Sie, das Buffet ist eröffnet“, lenkte Maes die Meute in den angrenzenden Saal, in dem ein opulentes Essen bereitgestellt war. Alles arrangiert in der Hoffnung auf freundliche Presseberichte.

 Radka stand, entspannt in der Nähe eines Fensters und sah dem Treiben unbeteiligt zu. Kollegen hatten noch eine ganze Weile versucht, sie auszuquetschen. Woher sie ihre Informationen habe., ob man nicht mal was zusammen unternehmen könne? Natürlich mit der Bitte, eine Hand wäscht die Andere, um weitere Hinweise. Alles sehr durchschaubar. Sie hatte ihren Bericht im „Kasten“ und würde dem Chef  beweisen können, dass sie, obwohl sie keine Ahnung von der Materie hatte, ihr Geld wert war.

Spielerinnen, Vorstands- und Vereinsmitglieder schwirrten um das Buffet und die Reporter herum, immer im Bemühen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Inzwischen wurde sie geflissentlich ignoriert, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie auf weitere Überredungsversuche nicht eingehen würde. Aber das störte sie im Augenblick nicht.

Radka stand allein in der Nähe der Fenster und nahm die Atmosphäre in sich auf, versuchte ein Gefühl für die Menschen, diesen Verein und vor allem die Mannschaft zu bekommen. Immer noch waren ihr Sport und Menschen, die diesen nicht einmal betrieben, sondern nur im Rudel auftraten, um für ihre Mannschaft zu gröhlen, ein Rätsel. Ganz abgesehen von den Fanatikern, die es ja auch noch gab und die ihr geradezu unheimlich waren.

‚Erst einmal essen und trinken’, dachte sie und wandte sich, nachdem der größte Andrang vorbei war, dem Buffet zu. Sie hatte ihren Teller ordentlich beladen, weil sie seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte, und im Gegensatz zu dieser wunderbar und reichlich bestückten Tafel herrschte in ihrem Kühlschrank gähnende Leere. Da musste sie erbarmungslos ausnutzen, was sich bot. Sie wollte sich gerade zum Gehen wenden, als die Frau des Vereinsvorsitzenden, zumindest hielt Radka sie dafür, unter ihrem Arm hindurchreichte, um an die leckeren Lachsschnittchen zu kommen. Der voll beladene Teller flog im hohen Bogen ihrem Nachbarn zur anderen Seite entgegen. Noch bevor sie realisierte, dass es der Mannschaftstrainer war, hatte sich das ganze Sammelsurium ihres Tellers über den armen Mann ergossen.

Radka hätte mit ihrem  Kopf eine hervorragende Leuchtreklame abgeben können, so peinlich war ihr das Ganze. Binnen Sekunden zückte sie einige Zewas aus ihrem Rucksack, Tempos waren ihr immer zu fludderig und zu schnell kaputt, und sank vor ihm auf die Knie. Sie benutzte den Teller wie eine Schaufel, um die Essensreste wegzuwischen. Dann nahm sie die Tücher und begann an seiner Hose herumzuscheuern. Zwischen kurzen, hektischen Blicken nach oben in sein Gesicht versuchte sie, das Malheur zu beheben. Als sich ihre Hand allerdings seiner intimsten Stelle näherte, um auch hier die Säuberungsaktion durchzuführen, umklammerte er ihr Handgelenk mit stählernem Griff. Aus der knienden Stellung wanderte ihr Blick von der gebräunten, sehnigen Hand langsam an seinem Körper über die Brust nach oben. Der nicht minder stahlharte Blick, der sie traf, verwirrte sie zutiefst.

„Eine sehr schöne Position für eine Frau ...“, bemerkte er trocken, „aber hier ist es mir nicht intim genug.“

Radka brauchte etwas, ehe sie realisierte, was er da gerade gesagt hatte. Die Worte des Mannes gingen ihr durch und durch. Wo war verdammt noch mal ihre sonst so legendäre Schlagfertigkeit geblieben. Als hätte der Kerl ihr ein Betäubungsmittel verpasst. Sie konnte sich nicht erklären, warum sie so auf ihn reagierte und sie hätte es sicher mit der Angst bekommen, wenn da nicht ein kleines belustigtes Funkeln in seine Augen zu sehen gewesen wäre.

„Sie haben es ganz offensichtlich auf mich abgesehen“, stellte er belustigt fest. „Aber bevor wir hier für neue Gerüchte sorgen, gehe ich mich besser frisch machen.“ Wieder grinste er sie an. Doch mit einem Mal wich jede Freundlichkeit aus Gesicht und Blick. „SIE warten hier“, als hätte er eine Kompanie Soldaten auf dem Kasernenhof vor sich, „bis ich wieder zurück bin! Und dann unterhalten wir uns.“

Stumm und rot wie eine Tomate, konnte sie nur noch nicken und … warten. Frisch angezogen in blütenweißen Klamotten kreuzte er kurze Zeit später wieder auf.

„So“, frotzelte er sie an, als wenn nichts gewesen wäre, „wollen wir die unterbrochene Unterhaltung fortsetzen? Kommen Sie, setzen wir uns an den Tisch dort, da sind wir ungestört.“

Radka wusste nicht, was sie davon halten sollte. Erst dieser Befehlston, jetzt die Freundlichkeit in Person. Außerdem hatte sie ihn doch ziemlich angegriffen. Woher plötzlich diese scheinheilige Freundlichkeit? ´Abwarten´, dachte sie bei sich: ´abwarten und Tee trinken.´ Ein Spruch ihrer Mutter. Sie musste unwillkürlich grinsen.

„Was gibt es da zu lachen“, fragte er in ernstem Ton. Seine vorhin noch gute Laune hatte sich in eine strenge Attitüde gewandelt, die dem Anlass eigentlich nicht angemessen war.

„Entschuldigung, ich musste gerade an einen Spruch meiner Mutter denken, mit dem sie mich immer genervt hat. Aber ich möchte mich erst einmal bei Ihnen für meinen Patzer entschuldigen.“

„Nicht nötig, so schlimm war’s ja nicht. Und es wird mir ein Vergnügen sein, die Strafe für diese Ungeschicklichkeit zu bestimmen und auszuführen. Aber dazu ist später noch Zeit genug“, meinte er süffisant. „Ich wollte Sie sowieso sprechen.“ Bei dieser Bemerkung lief ein lustvoller Schauer über Radkas Rücken. Ob er wirklich meinte, was er da sagte? Das konnte nicht wahr sein. Der Mann war direkt, das musste sie ihm lassen und auch ein wenig unheimlich.

„Ich wollte Sie einladen, uns als Reporterin beim Training zu begleiten. Also ständig und bei Allem mit dabei zu sein. Mit ihrem Chef ist die Sache schon besprochen. Ich hatte ihre Teilnahme allerdings von meinem persönlichen Eindruck abhängig gemacht. Montag um 8.00 Uhr ist Trainingsbeginn auf dem Platz. Ich erwarte pünktliches Erscheinen.“

Radka war baff. Das war das Letzte, womit sie gerechnet hatte. Wenn sie an die Szene am Buffet dachte und seine Bemerkung von vorhin, dann wurde ihr Angst und Bange. Der Scheißkerl übte eine unbestimmbare Anziehungskraft auf sie aus. Und gleichzeitig gruselte es sie.

Er war ihr unheimlich und so gar nicht ihr Typ. Eher klein, obwohl immer noch einen Kopf größer als sie selbst, etwas dunkelhäutiger als ein normaler Mitteleuropäer, drahtig, fast schwarze, kurz geschnittene Haare. Und dann diese strahlend blauen Augen, wie sie noch nie vorher welche gesehen hatte. Das Einzige, was in dem kantigen Gesicht störte, war die riesige Hakennase. Die ihn trotz der Verformung, oder vielleicht gerade deshalb, zu einem recht attraktiven, um nicht zu sagen gefährlichen Mann machte. ‚Schwul wirkt der auf jeden Fall nicht’, dachte sie bei sich.

 

 

Episode 2/Teil 1 – Der Montag

 

Es war 5.00 Uhr früh am Morgen, für einen Brasilianer in Europa eine Zeit, die dazu angetan war, diesen auf dem Heimweg von einer Bar oder Disco anzutreffen. Aber auf gar keinen Fall joggend in einem kleinen Provinzkaff. Das störte Arvid wenig, für ihn waren Konventionen und Klischees schon immer Grund, dagegen zu verstoßen. Der Ort war in morgendlichen Nebel getaucht, und das Grün der Kleinstadt lag in einem Meer von Tautropfen. Die Sonne erhob sich langsam über die Baumkronen umliegender Wälder, sich dabei durch die Wipfel hindurch Bahn brechend.

Die feuchte Luft biss sich in die Lungen des Athleten und verursachte nach einer Weile ein leichtes Ziehen, ja fast Stechen. Ein Zeichen dafür, dass es allerhöchste Zeit wurde, den Müßiggang der letzten Wochen zu beenden. Arvivaldo blieb am Waldesrand stehen, stemmte die Arme in die Hüften und beugte sich weit nach vorn. Der Kopf baumelte zwischen den leicht gespreizten Beinen und als er die Augen öffnete, stand die Welt für ihn Kopf. Das traf auch für die Bank an der Bushaltestelle und eine junge Dame zu, die es sich darauf bequem gemacht hatte.

Er lächelte, war ihm die Schöne doch keine Unbekannte. Das Lächeln wurde charmant erwidert, was ihn nicht weiter verwunderte. Er war sich seiner Ausstrahlung durchaus bewusst, außerdem war auch die gegenwärtige Pose einen derartigen Gesichtszug allemal wert. „So früh auf den Beinen?“, ertönte es aus beiden Richtungen unisono. Die Antworten erübrigten sich in schallendem Gelächter.

Radka erhob sich von ihrer Sitzgelegenheit und überquerte die Landstraße. „Guten Morgen! Schon fertig oder verfügt der alte Mann noch über genügend Puste hinab ins Tal?“ Dann rannte sie los und hatte schnell einen gehörigen Vorsprung gewonnen. Der Trainer begriff und nahm die Verfolgung auf. Die Distanz verringerte sich im ersten Drittel der Wegstrecke kaum, Arvid wartete eine erste Schwächephase der Reporterin ab. Doch die kam nicht, was ihn einigermaßen überraschte.

‚Stress am Morgen, bringt Kummer und Sorgen’, dachte er noch, danach wechselte er in einen kraftvollen Juantorena-Laufstil. Lange, raumgreifende Schritte schmolzen den Abstand schnell zu wenigen Metern zusammen. Endlich gleichauf mit seiner Herausforderin, rief er ihr zu: „Das nächste Mal warnen Sie mich aber vor, dass Sie die Siegerin des letzten New York-Marathons sind.“ Sie zwinkerten sich zu und trabten den Rest der Wegstrecke wortlos weiter. Vor dem alten Posthotel verabschiedeten sie sich voneinander. „Dann bis um acht, Coach!“ Der Neumöslinger verpasste Radka einen leichten Klaps auf das davon wippende Hinterteil. „Bis um acht, seien Sie pünktlich! Ich warte nicht gern.“

Der Trainer war ein guter Vertreter seiner deutschstämmigen Vorfahren und stand auf die Sekunde zehn Minuten vor Trainingsbeginn am Anstoßpunkt mitten auf dem Rasen. Von den Spielerinnen war noch nichts zu sehen, üblicherweise bestimmte Lea Ruppig, die Mannschaftsführerin, wann es soweit war. Auch dieses Mal sollte es so sein. In ihrem Schlepptau trabte das vollzählige Team aus dem Kabinengang ins Stadioninnere, selbst die Verletzten vom Ende der vergangenen Spielzeit waren dabei. Übertriebener Ehrgeiz, unbändige Neugier oder einfach nur völlige Genesung konnten die Gründe dafür sein – nur eines zählte: sie waren da!

„Guten Morgen, meine Damen! Ich begrüße Sie zu unserer ersten gemeinsamen Einheit und versichere Ihnen, dass wir auch die letzte dieser Saison in trauter Gemeinsamkeit genießen werden.“ In der bisherigen Vereinsgeschichte war das noch keinem Trainer gelungen, deshalb erstaunte der forsche Beginn das gesamte Team. Vom ersten Augenblick an war es dieses Mal anders, vielleicht war es genau das, was der Mannschaft Jahr für Jahr den Titel verwehrte. „Ich bin nicht hier, ...", wechselte er in einen vertraulichenTon, "damit ihr mich wie eine Wachsfigur bestaunt, deshalb wollen wir keine Zeit verlieren. Beschnuppern untereinander können wir uns in den Pausen. Und glaubt mir, Ihr werdet so einige davon benötigen.“

Insgesamt zeugten die Gesichter und Körperhaltungen der Spielerinnen von großem Interesse, nur Lea erweckte den immerwährenden Anschein, als konzentriere sie sich vornehmlich auf die kunstvolle Verformung ihres Kaugummis. Der Redner ignorierte diesen Umstand, sah sie wenige Augenblicke lang musternd an und blickte dann an der Spielertraube vorbei. Mit einem Nicken hieß er die Reporterin willkommen, deren Pünktlichkeit durch die dahinter sichtbare Kirchturmuhr wohlwollend registrierend. „Okay Mädels, jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Das komplette Vorbereitungsprogramm findet nachher jede auf ihrem Platz in der Kabine. Wem es zu anstrengend, kompakt oder etwa anspruchslos vorkommt, der meldet sich umgehend bei mir.“

„Ab, auf die Laufbahn!“ Arvivaldo übertrug Lea die Führung. Nach zwei vollen Umläufen in lockerem Trab und weiteren zwei mittleren Tempos war das Ganze noch eine Spielertraube, die der Coach abschloss. Am Ende der fünften Runde verlangsamte Lea, um wie gewohnt diesen Teil zu beenden, da tauchte neben ihr der Wortführer auf, lächelte sie mit einem Seitenblick freundlich an und zischte nur: „Dranbleiben!“ Es folgte eine allmähliche Tempoverschärfung, schnell war wieder mittleres Tempo erreicht. Unruhe und Getuschel machten sich hinter ihm breit.

Er erhöhte die Geschwindigkeit weiter, hatte nach den folgenden 200 Metern bereits 30 % draufgepackt. Lauschend setzte er Schritt für Schritt, in seinem Rücken verstummte es nach und nach. Kein Wunder, dieses Tempo war noch 600 Meter angesagt und die Spielerinnen kamen untrainiert direkt aus dem Urlaub. Längst hatte sich das Feld in die Länge gezogen, einige schnauften schon um die Wette. Kurzzeitig senkte er das Pensum geringfügig, Erleichterung erfasste das Team. Nach den nächsten 100 Metern dachten alle an einen Scherz, die Verschärfung der Laufgeschwindigkeit setzte erneut ein. Wieder brauchte der Trainer genau eine halbe Runde, um das vorherige Level erreicht zu haben.

Er packte noch eins drauf, nicht viel aber spürbar. Der Pulk hoffte, dass er es maximal bei abermals anderthalb Stadionlängen belassen würde. Die Hoffnung war vergebens, unbeirrt zog er durch. Die ersten bekamen Probleme, dem Tross zu folgen, was ihm mit einem Schulterblick nicht verborgen blieb. Ein unüberhörbares: „Dranbleiben!“, ließ darüber, was er erwartete, keinerlei Diskussionen zu. Es folgte eine zusätzliche Runde in diesem Tempo, niemand wagte es, abreißen zu lassen. Dann gönnte er der Mannschaft abermals eine Verschnaufpause, exakt 200 Meter. Mit submaximaler Leistung sprengte er das Feld über insgesamt vier weitere Umläufe auseinander,  bis er ein letztes Mal zurückblickte. Nur zwei Spielerinnen waren seiner mörderischen Einlage bis zuletzt gefolgt, Lea und Maria, die letzte Gerade trabten sie gemeinsam aus.

Ein Pfiff quer durchs Gelände und der Brüller: „Ran hier, ihr habt genau noch zwanzig Sekunden“, sorgte für letzte Klarheit und eine durch endloses Fluchen begleitete wilde Hatz. Keuchend und ausgepumpt erreichten die Letzten die Ziellinie. Arvivaldo drückte die Uhr, schüttelte den Kopf und gab das Ergebnis seines Einstandes bekannt: „Zweiundzwanzig Komma zwei, wir wiederholen das Ganze am Ende der Einheit.“ Kein Meckern, keine Proteste. Nicht mal ein Stöhnen bekam er zur Antwort, nur massenhaftes Keuchen und Schnaufen. Er lächelte zufrieden. „Drei Minuten Pause, dann fünf Minuten selbständiges Dehnen. Im Anschluss sehen wir uns pünktlich an der Startlinie.“

Jetzt hatte er endlich Gelegenheit, den Zaungast zu begrüßen.

„Hallo, wie ich sehe, haben Sie es sich nicht anders überlegt. Wohl doch nicht so ein Sportmuffel, wie Sie vorgaben einer zu sein?“ Zwinkernd ergriff er ihre ausgestreckte Hand, um sie zünftig zu drücken.Nicht ausweichend und doch beeindruckt, ließ sie jedoch erkennen, dass ihr ein kräftiger Händedruck durchaus gefiel.

„Na, Lust mit zu trainieren?“ Sie schüttelte amüsiert den Kopf: „Ich schau mir das Ganze erst einmal aus sicherer Entfernung an, wenn sie gestatten. Dem Auftakt scheint ja noch etwas zu folgen, da könnte es leicht sein, dass meine sportlichen Ambitionen schnell erlahmen.“ Unwillkürlich musste auch er lächeln und entließ ihre Hand aus seinem Griff. „Sie wissen nicht, was Ihnen da entgeht“, sagte es und wandte sich wieder Mannschaft und Aufgabe zu.

„Seid ihr soweit? Können wir mit dem Training beginnen?“ Murren und ein knurriges: „Ja, Trainer“, war die Antwort von Team und Mannschaftskapitänin. „Na prima. Immer in Vierergruppen, 100 Meter Steigerungslauf, 100 Meter im Schritt, 100 Meter Steigerungslauf und wieder im Schritt. Das Ganze in drei Durchläufen. Drei Minuten Pause mit Stretching. Und das Gleiche von vorn. Dann 200 Meter Steigerungslauf, 200 Meter Schritt, Zwei Minuten Pause und ebenfalls wiederholen. Den ganzen Komplex dann ein weiteres Mal. Für den Teil habe ich maximal 35 Minuten veranschlagt, Zeit läuft.“ Der Coach stand an der Startlinie und wartete auf seine drei Begleiterinnen.

„Der spinnt doch“, hörte er noch auf den ersten Schritten, was ihn jedoch nicht ansatzweise beeindruckte. Auf halber Strecke tönte es nur: „Die Nächsten!“ Nicht locker lassen, hieß die Devise. Es folgten Gruppe auf Gruppe, Runde auf Runde. Es dauerte exakt 34 Minuten und 28 Sekunden, Arvivaldos Uhr log niemals. „Wie sieht es aus, Mädels? Können wir den zweiten Block angehen?“

Der Trainer wirkte frisch wie zu Trainingsbeginn, kein einziges Anzeichen von Belastung oder gar Erschöpfung. Seine Truppe hinterließ da zum Teil schon einen anderen Eindruck. Mitunter japsend saßen oder lagen sie auf dem grünen Rasen, saugten gierig an den Getränkeflaschen.

„Auf geht’s! Meister werden nicht im Schlaf geboren.“ Grimmige Blicke begleiteten seine Worte, trotzdem erhoben sich alle und warteten auf die Verkündung der nächsten Foltereinheit, die da kommen musste. „50 Meter Sprint, 50 Meter Traben, 50 Meter Sprint, 50 Meter Traben, 100 Meter Sprint, 100 Meter Traben. Die Abstände sind markiert, alles wieder in den besagten Vierergruppen. Zwei Durchläufe, Zwei Minuten Pause mit Stretching. Und, ihr werdet es schon erraten haben, das Gleiche von vorn. Veranschlagt sind höchstens 8 Minuten.“

Das Programm war echt der Hammer, das Schlimmste daran, die Spielerinnen hatten noch nicht ein einziges Mal Ballkontakt. Nicht mal mit den Augen. Das war kein Fußballtraining, das war die Vorbereitung für den "Iron Man" auf Hawaii. Die zehn Minuten waren eine Qual und fühlten sich wie eine volle Stunde an. Niemand konnte danach noch stehen oder sitzen. Alle lagen sie ausgepowert am Rand der Tartanbahn. „Keine Müdigkeit vorschützen, wir sind hier nicht an der Copacabana“, hämmerte es gnadenlos in den Köpfen. Arvivaldo stand bereits wieder an der Startlinie und läutete den abschließenden läuferischen Teil ein, neben ihm Lea und Maria. Der Rest bemühte sich, es den drei Bekloppten nachzutun, was nach einigen Versuchen in weniger als einer Minute auch gelang.

„Jetzt erlöse ich euch für heute von der Arbeit ohne Ball, 15 Minuten lockeres Auslaufen hinter mir her.“ Wenn die Spielerinnen das Grinsen in des Trainers Gesicht gesehen hätten, wäre wohl eine Meuterei ausgebrochen. „Es bleiben alle bis zum Schluss zusammen, dass mir das klar ist.“ Die Worte waren noch nicht verhallt, als sich der Tross in Bewegung setzte. Das angeschlagene Tempo empfanden  alle anfangs als eine Wohltat, das sollte sich schnell ändern. Der Coach gab den Mädels nur knappe zwei Runden Zeit zum Durchatmen, dann zog er gnadenlos an. Ein Steigerungslauf vom Feinsten über die komplette Länge der Laufbahn, also 400 Meter am Stück, brummte er seinen Verfolgerinnen auf. Dann wieder „Verschnaufen“ im submaximalen Bereich. Ständig wechselte er die Laufgeschwindigkeit, stets darauf bedacht, die Schwächeren am Ende des Feldes wieder aufschließen zu lassen. Dann setzte er die Hatz fort, die Intervalle waren mörderisch.

Im Ziel liefen faktisch alle auf dem Zahnfleisch, verfluchten insgeheim dieses sadistische Scheusal von Trainer. Er verzog keine Miene und verkündete: „Fünf Minuten Pause mit Stretching, hier liegt mir keine faul rum. Zum Abschluss 25 Minuten Übungsspiel, Anzahl der Ballberührungen begrenzt auf drei Stück. Ich habe eine ungerade Anzahl ermittelt, also spiele ich mit, müsste 11 gegen 11 ergeben. Lea, du stellst dir ein Team zusammen, der Rest gehört zu mir. Wir beginnen pünktlich in … vier Minuten und … zwanzig Sekunden.“

„Ich habe echt keinen Bock mehr, das ist Folter“, beschwerte sich Paula bei der Spielführerin. „Hör auf rumzumaulen, davon wird es nicht besser“, konterte Lea barsch. Während dessen schlenderte der Brasilianer über den Tartanbelag hinüber zur Reporterin. „Zufrieden mit dem Team und mir?“ Radka legte die Kamera auf der Trainerbank ab und wusste nicht recht, was sie darauf antworten sollte. Sie empfand das Gesehene als Tortur, obwohl sie selbst nicht davon betroffen gewesen war. Aber sie war hier der Laie, durfte sie sich ein solches Urteil erlauben?

„Sie sind streng, verdammt streng … und hart, wenn ich das mal sagen darf.“ Unruhig flackerten ihre Augen dem vor Selbstbewusstsein strotzenden Coach entgegen. Dieser trug nicht eine winzige Spur von Erschöpfung in seinem Gesicht, der Atem war ruhig und gleichmäßig. Nichts deutete auf erhöhten Sportlerpuls hin. Es war einfach nur unglaublich, der Mann war immerhin um die fünfzig. „Ich bin nicht streng, nur konsequent … konsequent auf das Ziel ausgerichtet. Und das heißt Titelgewinn!“

Das Spiel war aus, gänzlich ausgelaugt schlichen die Athletinnen wortlos in die Umkleiden, Arvivaldo schlenderte hinterher. Auf Höhe der Reporterin verhielt er kurz und rief ihr zu: „Wir sehen uns anschließend, Sie wollen doch ein Exklusivinterview, oder?“ Zwinkerte und verschwand ebenfalls im Gebäudetrakt. Sie hatte keine Zeit zu antworten, war aber auch wie gelähmt, was ihr ohnehin jedes Wort unmöglich machte. Sie und der große Arvivaldo, der sonst nie Privatinterviews gewährte … sie konnte ihr Glück kaum fassen.

Nach und nach kehrten die zuvor so Geschundenen in Grüppchen zurück, grüßten Radka vereinzelt zum Abschied und verließen auf diversen Gefährten das Gelände. Vom Fahrrad, über Moped und Motorrad, dem handlichen Kleinwagen für die Frau und Bolidenartigem war alles dabei. Als Letzte verschwanden Paula und die Neue aus Brasilien auf einem Tandem, Maria war offensichtlich froh darüber, nicht als Einzige den Weg zurück ins Hotel, ihr vorübergehendes Domizil, zu Fuß finden zu müssen.

Radka wartete noch einen Moment, ehe sie das Vereinsgebäude betrat, um sich das versprochene Interview zu holen, bevor der Coach es sich vielleicht noch einmal anders überlegen sollte. Das Eisen muss man schmieden, solange es heiß ist, das war ihre große Chance zum Durchbruch. Langsam schritt sie den Gang zu den Umkleiden entlang. Am Ende sah sie eine leicht geöffnete Tür, Journalistenneugier erfasste sie, als sie den Spalt vorsichtig vergrößerte. Ihr Blick in den Duschraum fiel direkt auf eine große Gestalt, deren nackte Pobacken sie anstarrten. Erst jetzt drang das Geräusch prasselnden Wassers an ihr Ohr. Es war ihr unmöglich, den Blick von dem entblößten Körper zu lösen, der sich unaufhörlich unter dem sanften Nass drehte und wand. Die Hände der muskulösen Figur strichen über die Brust, streichelten sie und die sichtlich erhärteten Nippel. Wanderten über die Vorderseite zwischen die Beine, sich der rasierten Scham widmend. Radka glaubte ein leises Stöhnen zu vernehmen und war wie gefesselt von dem Geschehen, vergaß es ganz unprofessionell mit der Kamera festzuhalten. Erwischte sich sogar dabei, wie sie selbst begann, ihre Brüste zu reiben.

Dann wurde sie von hinten gegen den Türrahmen gedrückt, gleichzeitig griff ihr jemand unter den Rock und packte sie fest am Hintern. Sie war so überrumpelt, dass sie zu keiner Gegenwehr fähig war. Das Kneten ihrer Backen und der überaus feste Griff im Nacken verscheuchten jeden klaren Gedanken. Sie spürte, wie man den String ihres Tangas verdrehte und den Slip in ihren Schritt zog. Sie war inzwischen so feucht zwischen den Beinen, als stünde sie selbst unter der Dusche. Der Slip wurde ihr vom Leib gerissen.Ohne klaren Verstand fühlte sie etwas in sich eindringen.Geschlossenen Auges ließ sie es über sich ergehen, versank förmlich in den sich ihrer bemächtigenden Emotionen. Ihre Beine zitterten, wie fast der ganze Körper. Dann hörte sie ein Reißverschlussgeräusch und wenig später hatte sie ihn in sich, erschrocken weiteten sich ihre Augen, die in Leas Gesicht starrten, als diese gleichzeitig mit ihr schrie.

Nach gefühlten endlosen Stößen wurde sie verlassen, sank am Türpfosten in sich zusammen. Sie hockte am Boden, als sie am anderen Ende des Ganges die Stimme des Trainers vernahm: „Kommen Sie? Ich dachte, Sie wollten ein Interview.“

 

Episode 2/Teil 2 – Das Interview

 

Was war das jetzt gewesen? Radka erwachte wie aus einem Traum. Etwas derangiert durch die Ereignisse hatte sie Probleme, sich auf die neue Situation einzustellen. Sie musste reagieren, aber wie?

„Geben Sie mir zehn Minuten, ich habe den ganzen Tag noch nichts gegessen. Dann komme ich zu Ihnen ins Büro, okay?“

„Also schön, machen Sie nur. Auf die paar Minuten kommt es auch nicht mehr an“, erwiderte er etwas brummig.

´Hm das fing ja toll an. Ein bisschen gestresst, der Gute.´ Aber die Zeit brauchte Radka jetzt für sich. Es ging einfach nicht anders. Sie musste das Geschehen zumindest so weit aus dem Kopf kriegen, dass sie sich voll und ganz auf das Interview mit dem Trainer konzentrieren konnte.

Wenn sie sich das genau überlegte, dann hätte das gerade eben auch er gewesen sein können, so wie jedes andere männliche Wesen in der Nähe. Ob sie herausfinden könnte, wer? Und was war da eigentlich gerade passiert?

Im Grunde eine Vergewaltigung, wurde ihr klar. Wohl eher eine halbe, wenn sie daran dachte, wie lustvoll sie immerhin diesen Schwanz in Empfang genommen hatte. Nein - eigentlich hatte irgend so ein Scheißkerl ihre Situation erbarmungslos ausgenutzt.

´Ich bin so bescheuert’, haderte sie mit sich selbst.

Lustvoll und gierig hatte sie Lea zugesehen, wie die sich selbst fingerte. Sie hatte für diese Art von Körperlichkeit eigentlich nicht viel übrig. Menschen groß, stämmig, mehr Muskeln als Fett. Aber der glitzernde starke Körper unter der Dusche war ein überwältigendes Bild und wie ein kleines Kind am Schlüsselloch hatte sie sich diesem Schauspiel hingegeben. Mitten im eigenen Spiel hatte sich dieser… dieser… Arsch an sie herangeschlichen und war ihr im wahrsten Sinne des Wortes unter die Wäsche gekrochen. ‚Dieses blöde Schwein’, dachte sie voller Empörung und beschämt zugleich.

Ja, es war auch geil gewesen, als hätte der Typ nur darauf gelauert, sie zu erwischen, wie sie sich aufgeilte. Das richtige Teil, respektive der richtige Schwanz zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

‚Bin ich eine Schlampe?’, fragte sie sich und dachte sekundenlang darüber nach.

Radka fielen ihre Mitschülerinnen ein. Die mit ihren Zimperlichkeiten hätten sie in Bausch und Bogen verurteilt. Ohne weitere Überlegungen hätten die sie in die Ecke der notgeilen Sau gestellt, die jeden über sich drüber rutschen ließ. Das, was sie getan hatte, tat man nicht.

Na und. Sie wollte nicht nur Sex, weil es ihr Spaß machte. Sie hatte Sex. Und wen scherte es, ob es ein Mann mehr oder weniger war, statt immer derselbe langweilige Kerl. Gut, sie wollte keinen ungeschützten Sex, da hörte der Spaß eben auf. Aber sonst war sie dieser Art von Vergnügungen im Gegensatz zu einigen ihrer Bekannten und Freundinnen, absolut nicht abgeneigt.

Ob sie den Drecksack identifizieren konnte. Sie würde versuchen, es rauszukriegen. Und wenn nicht, würde sie das auch überleben. Aber jetzt erst einmal zum Trainer und dem anstehenden Interview.

Radka betrat, nachdem er sie hereingerufen hatte, das etwas muffige Büro, das von Arvivaldo noch nicht wirklich in Besitz genommen worden war. Er saß gegenüber der Tür hinter einem alten zerkratzten Schreibtisch und sah ihr erwartungsvoll entgegen. Und er strahlte auf sie noch immer die gleiche kühle Attraktivität aus. Sie setzte sich auf den Besucherstuhl gegenüber und legte los.

 

Radka: Wie, wo und wann Sie zum Fußball gekommen sind, das können wir uns wohl schenken. Das weiß die interessierte Fußballwelt und darüber werden wir sicher auch noch während meiner Zeit hier beim SV reden. Aber wie sind Sie auf die Idee verfallen, ausgerechnet eine Frauenmannschaft zu trainieren, noch dazu bei einem so kleinen Verein?

Arvid: Ach wissen Sie, das ist nicht so abwegig, wie Sie vielleicht denken. Ich habe alles trainiert, was Rang und Namen hat und Titel ohne Ende angehäuft. Es brauchte eine neue Herausforderung. Was gibt es Schöneres für einen Fußballtrainer als Frauen auf dem Rasen?

Radka: Das hört sich jetzt ein bisschen anrüchig an. Was meinen Sie damit?

Arvid: Ganz und gar nicht, ein Schwimmtrainer wünscht seine weiblichen Schützlinge auch im Wasser zu sehen und nicht in der Luft.

Radka: Und es macht Ihnen nichts aus, von der Top Weltklasse-Liga jetzt sozusagen auf das Dorf zu wechseln? Wenn der Vergleich gestattet ist.

Arvid: Nein, nicht die Bohne. Auch ich habe einmal klein angefangen. Und was heißt schon Dorf? Möslingen hat auch seine Reize.

Radka: Was versprechen Sie sich für das Mitbringsel Maria von diesem radikalen Ortwechsel?

Arvid: Maria ist ein tolles Mädchen, sie wird ihren Weg gehen. Ich verspreche mir von ihr nichts, aber Möslingen wird sich noch glücklich schätzen dürfen, sie hier zu haben.

Radka: Warum?

Arvid: Lassen Sie mir doch wenigstens ein kleines Geheimnis und warten Sie es ab.

Radka: Sie hatten bisher als Trainer immer nur mit Männern zu tun. Unterscheidet sich das Training mit Frauen von dem der Männer?

Arvid: Das wird sich zeigen. Den obligatorischen Motivationsklaps auf den Hintern, wie bei Auflaufen und Wechseln in Männerteams, werde ich mir wohl nicht versagen.

Radka: Sie sind ja nun doch, wenn ich das mal so ausdrücken darf, der Hahn im Korb, der einzige Mann, der noch dazu das Sagen hat. Wie reagieren die Spielerinnen darauf?

Arvid: Der Hahn im Korb, wie Sie das so sagen … die Spielerinnen haben mich wohl akzeptiert, anders kann man deren Folgsamkeit in der ersten Einheit wohl nicht interpretieren.

Radka: Wie kommen Sie mit Attraktivität und Anziehungskraft der einzelnen Spielerinnen zurecht?

Arvid: Sicher, da ist schon eine Menge Verführungspotential vorhanden, aber als Trainer bin ich ja so eine Art Vater für alle. Es wäre reichlich dumm von mir, mich darauf einzulassen. Doch ich bin auch nur ein Mann.

Radka: Sie müssen berufsbedingt sicher manchmal auch handgreiflich werden. Wie können sie das auseinander halten? Könnten die Spielerinnen da nicht Probleme machen?

Arvid: Sie könnten, aber sie sollten es nicht versuchen.

Radka: Über ihre Trainingsmethoden, die ich heute schon bewundern durfte, können wir uns später näher unterhalten. Das würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Immerhin machen sie alles selbst mit, was Sie den Spielerinnen auferlegen, das ist löblich. Aber, was alle sicher brennend interessiert: Wie schätzen Sie ihre Chancen für die kommende Saison ein?

Arvid: Meine? Ich könnte der erste Trainer beim SV Möslingen werden, der eine komplette Saison übersteht. Sie meinten sicher, die Chancen des Teams? Die sehe ich äußerst optimistisch, mit mir als Trainer ist, sofern sie es erreichte, im Finale noch nie eine Mannschaft sieglos vom Platz gegangen. Das klingt wie eine Kampfansage, das ist auch eine!

Radka: Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Ich glaube, das genügt fürs Erste.

Arvid: Ich danke auch. Zeit, Feierabend zu machen und Möslingen zu erkunden.

Radka: Was halten Sie davon, wenn wir uns dafür zusammen tun? Ich lande heute doch nur vor dem leeren Kühlschrank und unterhalte mich danach mit dem Nachrichtensprecher im Fernsehen.

Arvid: Hm, ich kenne hier außer den Vereinsmenschen, die jetzt alle brav zu Hause sind, auch keine Seele.

Radka: Na dann, sollen wir zusammen die Stadt erkunden, was essen gehen?

Arvid: Gute Idee. Wir treffen uns am Rathausparkplatz.

 

Radka hatte während des ganzen Interviews keinen Augenblick mehr an die Ereignisse während des Buffets gedacht. Jetzt, als sie an der Seite Arvids durch Möslingens Altstadt schlenderte, kamen diese Erinnerungen wieder hoch. Was hatte er damit gemeint, dass er sie bestrafen wollte? Wahrscheinlich war das doch nur irgend so ein blöder Flachs, den er auch mit seinen Spielerinnen trieb. Heimlich schielte sie zu ihm hinüber. Ein drahtiger, durchtrainierter Mann. Dass er seine Spielerinnen nicht nur per Zuruf quälte, sondern auch locker mithielt, hatte ihr gut gefallen. Zumindest wusste er, wovon er sprach. Der Mann war schon irgendwie faszinierend und hätte ihr durchaus gefährlich werden können. Aber schon früh hatte sie begriffen, dass sich diese Art von Männern eher für ihre schönen und attraktiven Zeitgenossinnen interessierte als für sie. Und obwohl sie unabhängig und keiner Schandtat abgeneigt war, hatte sie doch keine Lust, eine weitere Kerbe im Holz bestimmter Typen zu sein. In den mit Sicherheit ausbrechenden Zickenkrieg wollte sie aber schon gar nicht hineingezogen werden.

Was es nur mit dieser Bemerkung auf sich hatte? Seine Augen hatten dabei so ein gefährliches, fast lüstern zu nennendes Glitzern gehabt. Ob das Einbildung gewesen war?

Radka beschloss, es vorerst zu ignorieren und unter Ulk zu verbuchen. Was gar nicht so einfach war. Denn als sie sich in dem kleinen italienischen Restaurant gegenübersaßen, strahlte der Mann einen Charme aus, dem sie sich nicht so leicht entziehen konnte. Es wurde trotzdem ein gemütliches und informatives Abendessen. Sie sprachen über ihre gegenseitigen Werdegänge. Amüsierten sich königlich über kleine Anekdoten, die jeder zum Besten gab und standen schließlich am Ende eines schönen Abends vor dem Lokal. Zwischen ihnen entstand eine etwas unbehagliche Stille. Wer kannte das nicht? Man hatte sich den Abend gut miteinander unterhalten, eigentlich war es jetzt Zeit, getrennte Wege zu gehen und doch würde man am liebsten noch gemeinsam etwas unternehmen. Sie schlenderten in Richtung Parkplatz. Dort angekommen, drehte sich Arvid zu Radka um und verabschiedete sich mit einem knappen: “Gute Nacht. Bis morgen acht Uhr.“ Und verschwand. Radka blieb wie vor den Kopf gestoßen zurück. Eine eiskalte Dusche hätte nicht ernüchternder sein können. Tränen sammelten sich in ihren Augenwinkeln. Er war doch nur ein weiteres charmantes Arschloch. Es bewies sich einmal mehr, dass es sinnvoll war, die Finger von solchen arroganten Machos zu lassen.

 

Episode 3/Teil 1 – Zickenkrieg

 

Er wusste, dass er als Macho verschrien war und pflegte dieses Image gern. Warum sollte er der „Yellow Press“ den Gefallen nicht tun? Mit der Zeit war ihm diese Rolle in Fleisch und Blut übergegangen, weswegen es kein Kopfzerbrechen bereitete, Radka unvermittelt stehen zu lassen. Außerdem zierte er sich, sich in ein neues Abenteuer zu stürzen, sein Ziel war in erster Linie der Titel mit dem Team. Nach zahllosen Jahren hatte er endlich wieder die Chance, das langweilige Ritual zusammengekaufter Mannschaften zu durchbrechen und mit einem Haufen unfertiger, aber williger Fußballerinnen den Nachweis seiner Trainerfähigkeiten zu erbringen.

Bis zum Hotel waren es nur wenige Schritte, trotzdem ging ihm die Kleine nicht aus dem Kopf. Sie hatte etwas an sich, das ihn in ihren Bann zog, er konnte es jedoch nicht deuten. Sie war nicht nur hübsch, sondern auch intelligent, was eine nicht gerade gängige Kombination darstellte. Ihr Lächeln und die herausfordernde Art beeindruckten ihn.

Der Zimmerschlüssel drehte sich im Schloss, und Arvid musste schmunzeln. Solange hatte er noch nie über eine Frau nachgedacht. Er schüttelte leicht den Kopf und zog die Tür hinter sich zu.

Der nächste Tag begann als Abklatsch der meisten Morgen seiner Spieler- und Trainerlaufbahn. Joggen, Duschen, ausgiebiges Frühstück mit Studium der globalen und lokalen Presse. Der Verein hatte im Hotel eigens für ihn sogar eine Butlerin gebucht, die sich um sein leibliches Wohl kümmern sollte. Ihr Job war von kurzer Dauer gewesen, der Coach hatte sie bereits nach dem Auftragen des Frühstücks für die restliche Dauer seines Aufenthaltes von ihren Pflichten entbunden.

Derartiger Luxus war ihm unangenehm.

Auf dem neuesten Stand der Ereignisse und reichlich mit Vitaminen sowie Nährstoffen für die anstehenden Tagesaufgaben versehen, wanderte er gemächlichen Schrittes zum Trainingsgelände am Stadtrand. Hupend, klingelnd oder mit einem einfachen Hallo passierten ihn die Spielerinnen … er nahm es wohlwollend zur Kenntnis. Der harte Auftakt hatte seiner Autorität also nicht geschadet. Oder, es war nur die bekannte deutsche Höflichkeit und Etikette. Eigentlich auch egal, sein geplantes Programm kannte keine Abstriche.

Die Kirchenglocken läuteten den Trainingsbeginn pünktlich ein, alle waren zugegen. Befriedigt registrierte Arvivaldo auch die Anwesenheit Radkas am Spielfeldrand. „Guten Morgen, meine Damen.“ Die Antworten kamen sowohl müde und träge, als auch frisch und munter daher. Er kannte das, die Begeisterung hielt sich in den ersten Tagen zumeist in Grenzen. „Heute stehen uns drei Einheiten bevor.“ Alles stöhnte, waren die Gedanken an den gestrigen Morgen doch sofort präsent.

Er lächelte verschmitzt. „Nana, nicht so enthusiastisch, die Saison ist lang. Den Fitnessteil heben wir uns dieses Mal für den Nachmittag auf, vor dem Essen tauschen wir uns über Eure Erfahrungen, Erwartungen bzw. Vorstellungen und meine Philosophie aus. Jetzt wollen wir erst einmal schauen, wie es um die spielerischen Fähigkeiten bestellt ist. Das nennt man Arbeit mit dem Ball, falls dieser Begriff einigen von euch gestern entfallen sein sollte.“ Der Coach drehte sich um und trabte in Richtung Tartan: „Was ist, Warm-up gehört auch dazu. Wollt ihr euch nicht anschließen?“ Die Spielerinnen schauten etwas verdutzt drein, eine aktive Auslegung der Trainerfunktion war ihnen bisher fremd.

Der Trainer zählte seine Schäfchen durch, um die grob geplanten Übungen präzisieren zu können. „Okay Mädels. Wir beginnen als Pulk im begrenzten Feld, jede mit Ball am Fuß. Bewegung ist alles, ständiger Blickkontakt zum Umfeld, das Ganze auf 15x15 Metern, die ich schon mal vorsorglich abgesteckt habe.“ „Und was soll das bringen, Coach?“, nörgelte die Spielmacherin Rosa van Meulen, der das ewige Gerenne ein Dorn im Auge war, was man ihr auch ein wenig ansah.

„Bedauerlich, dass du nicht selbst darauf kommst, aber heute noch einmal extra für dich zum Mitmeißeln. Es geht um kurze Ballführung, Blickkontakt, Lesen des übrigen Geschehens, blitzschnelles Erfassen und Reagieren, Ballsicherung, Körpereinsatz … kurz: um alle fußballerischen Tugenden. Ziel der Aktion ist es, den eigenen Ball zu behaupten und gleichzeitig den Anderen den Ball vom Fuß zu spitzeln. Das Leder außerhalb der Zone heißt Ausscheiden. Es sollte den Besten gelingen, die volle Dauer der Übung, drei Minuten, schadlos zu überstehen.“

Ein Pfiff des Trainers beendete die Diskussion und wurde von der Zusatzinformation begleitet: „Spieltempo, wenn ich bitten darf. Wir sind nicht beim Seniorentreff!“

So folgte Übung auf Übung, alle forderten sie nicht nur den Körper, sondern vor allem den Geist. Eine Herangehensweise, die in vielen Vereinen ein Fremdwort ist. Arvivaldo gehörte eher zu den glühenden Verfechtern einer derartigen Ideologie. Seiner Meinung nach, gab es schon zu viele verblödete Talente auf dem grünen Rasen. Den Ausklang der Morgeneinheit bildete ein Abschlussspiel mit den gleichen Vorgaben wie am Tage zuvor, nur dass die Teams vom Trainer zusammengestellt wurden. So kam es, dass Lea und Rosa die eine Elf dominierten, und bei den Gegnern Paula und Maria die Dirigenten darstellten. Für ihn war es zugleich eine Art Test, Kraft und Energie gegen Ideenreichtum und  technische Feinheit.

Das Spiel verlief sehr ausgeglichen mit wechselnden Vorteilen, ziemlich harmonisch und fair. Doch mit zunehmender Spielzeit spürten die Aktiven einen wachsenden Konkurrenzdruck. Sie hatten den Eindruck, es ging um mehr als nur eine Übungseinheit, denn garantierte Stammplätze gab es bei diesem Coach sicher nicht. Die Zweikämpfe gewannen an Verbissenheit, das eine oder andere versteckte Foul wurde platziert. Auch verbal ging es inzwischen zur Sache. Der Trainer schien von all dem nichts zu bemerken, zeigte nicht die Spur einer Reaktion. Dann passierte, was unzählige Male auf den Fußballplätzen dieser Welt in solchen Augenblicken geschieht. Maria setzte sich mit einer geschickten Finte gegen zwei Gegnerinnen durch und sah sich nun auf dem Weg zum Tor nur noch Rosa gegenüber. Im Spiel Frau gegen Frau war Maria regulär nicht aufzuhalten, Rosa bremste sie mit einem Bodycheck, der jedem Eishockeyspieler mindestens die Matchstrafe eingebracht hätte. Zudem ließ sie sich noch mit ganzer Wucht auf die am Boden liegende junge Brasilianerin fallen und rammte ihr den Ellenbogen in die Magengrube.

Maria, vor Schmerz von Wut gepackt, versuchte, sich ihrerseits durch einen heftigen Stoß ihres Kopfes Richtung Nase der auf ihr Liegenden Respekt zu verschaffen. Ihr südländisches Temperament sorgte für einen beherzten Griff an die gegnerischen Ohren, wobei sie in der Hitze des Gefechts das gegnerische Shirt mit zu fassen bekam und beinahe Rosas Busen entblößte, hätte sie kein Top darunter getragen. Wären Lea und Paula nicht gleichzeitig dazu gesprungen, um die Kontrahentinnen zu trennen, hätte Maria die Hörorgane wohl wie an einem Reißverschluss vom Kopf getrennt. „Das zahle ich dir heim, du Urwaldfotze“, fluchte Rosa aufgebracht. Sie entwand sich Leas Griff und trat schwungvoll zwischen Marias Beine, dabei wippten ihre festen Kugeln ungerührt vor ihrem Körper. Diese setzte reflexartig zu einem Capoeirasprung an, als sie unsanft im Nacken gepackt wurde. Der Schwungarm landete auf dem Auge des Trainers.

„Schluss jetzt, wir sind hier nicht im Karate-Dojo“, zischte es hinter ihr. Dann zappelte sie hilflos einige Zentimeter über dem Boden. Inzwischen bildeten die Teams Halbkreise im Rücken ihrer jeweiligen Vertreterinnen, wagten es jedoch nicht mehr, einzugreifen. Zu deutlich war die Demonstration des Trainers, wer hier das Sagen hatte. Staunende Gesichter und geöffnete Münder machten die Runde, den Platz erfasste Grabesstille. „Ich habe gesehen, was ich sehen wollte. Die Einheit ist beendet.“ Eine sehr süffisante Bemerkung in Anbetracht der Tatsache, dass die beiden Kampfhühner mit steifen Nippeln beinahe blank gezogen hatten.

Radka hatte alles mit Entsetzen beobachtet und sogar bildlich festgehalten, sie stand fassungs- und regungslos am Spielfeldrand. Sie konnte nicht glauben, was sich da gerade vor ihren Augen abgespielt hatte. „Kein Wort davon in Ihrem Blatt, ich verlasse mich auf Sie!“ Der Trainer sah sie mit durchdringendem Blick an, sie wagte keinen Widerspruch. Das Auge färbte sich zunehmend und er rieb sich die schmerzende Stelle. Eine Getränkeflasche, die Radka aus der Kühltasche der Mannschaft entnahm, musste für die erste Linderung herhalten. „Ein Steak wäre hierzu wohl besser geeignet“, hauchte die Reporterin. „Eine gute Idee, dann heute Abend 18 Uhr bei mir in meinem neuen Heim, als gute Reporterin werden sie die Adresse ja längst ermittelt haben. Um die fleischlichen Genüsse kümmern Sie sich.“ Der Trainer grinste mit leicht schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck. „Da können wir gleich den Ablauf fürs Trainingscamp besprechen“, zwinkerte er ihr zu und entfernte sich in Richtung Hauptgebäude.

 

Episode 3/Teil 2 – Zweiter Anlauf

 

Diana Krall jazzte sich durch Radkas gemütlich eingerichtetes Miniapartment. Es war eigentlich zu klein, aber sie wollte in diesem Kaff wirklich keine Wurzeln schlagen. Was für ein Tag. Endlich konnte sie in Ruhe über die Ereignisse und diesen so genannten Trainer nachdenken. Der Mann verunsicherte sie zutiefst und das wiederum war ihr äußerst zuwider.

Radka ließ das Badewasser einlaufen. Drei Stunden hatte sie noch Zeit. Das sollte genügen, sich in aller Ruhe zu entspannen und darüber nachzudenken, was der Abend bringen würde. Sie döste vor sich hin, dachte über diesen Mann nach, der einen so beunruhigenden Eindruck auf sie machte, dicke Schaumwolken um sich herum. Nur grob abgetrocknet, sank Radka aufs Bett. Ihre Finger wanderten an ihrem wohlig entspannten Körper entlang. Schnell fand sie die Stelle, die ihr die größten Vergnügungen bereitete …

„Herrin, wir haben dieses Subjekt in der Nähe eurer Gemächer aufgegriffen.“ Ihre Wachen zerrten einen Mann vor den Thron. Die Hände mit einem groben Strick auf den Rücken gebunden, stand er trotzig vor ihr.

„Was hast du im Innersten Palast zu suchen?“, herrschte sie ihn wütend an.

„Nun“, lächelte er verächtlich: „ich hatte dir diesen Besuch schon länger versprochen. Du weißt, wie sehr mich dein Anblick bezaubert. Wette gewonnen, du gehörst mir für diese Nacht.“

„Bestehst du darauf?“

„Aber ja, Herrin.“ Er grinste zufrieden.

„Gut. Wachen! Blenden und abschneiden.“ Befahl sie kühl. „Dein körperlicher Zustand war nicht Teil der Wette.“

Oh nein, das törnte sie doch eher ab. Mit zielgerichteten Bewegungen trieb sich Radka zum Höhepunkt. Der beinhaltete, dass der Gefangene körperlich komplett entkommen konnte und sie in ihren Gemächern überraschte. Wo er mit ihr einige lange und lustvolle Stunden zubrachte.

Wunderbar entspannt stand Radka einige Zeit später vor ihrem Kleiderschrank und überlegte, was sie anziehen sollte. Die Entscheidung fiel ihr wirklich schwer. Der Trainer irritierte sie schon deshalb, weil sie ihn so attraktiv fand. Das Problem hatte sie bei gut aussehenden und erfolgreichen Männern schon immer gehabt. Ihre eigene Überlegenheit, die sie sonst so gern auslebte, bröselte in Sekundenschnelle in sich zusammen. Übrig blieb eine kleine, sperrige Kratzbürste, die mit diesem Verhalten versuchte, sich die Typen vom Leib zu halten, in der festen Überzeugung, dass solche männlichen Leckereien nicht für sie bestimmt waren.

Eingeladen hatte er sie, angeblich um die Fahrt ins Trainingslager zu besprechen. Sie sollte sich also nicht zu sehr aufbrezeln. Gut aussehen wollte sie aber schon. Sie entschied sich für ein neutrales Outfit, das immer und zu jeder Zeit gut aussah. Weiße Bluse, blaue Stretchjeans und hohe Schuhe, die zusammen mit der Jeans nicht allzu sexy wirken würden. Dazu ein mintfarbener kurzer Mantel. Das sollte ihn von dummen Gedanken abhalten. Das große Steak, das sie mitnehmen wollte, lag schon bereit.

Sie stand vor der für Möslinger Verhältnisse ziemlich luxuriösen Villa, die er gemietet hatte.

"Hallo! Schön, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind. Hatte da so meine Zweifel, ob Sie sich in die Höhle des Löwen wagen", der Trainer schmunzelte. "Dann kommen Sie mal rein in die gute Stube." Arvid machte eine einladende Geste und schloss die Tür hinter ihr.

„Hallo…“, antwortete Radka etwas lahm. „Ich habe sogar an Ihr Steak gedacht“, sie hielt ihm die Plastiktüte unter die Nase. Falls ihr Kühlschrank genauso leer ist wie meiner, können wir es gleich nach der Kühlungsaktion noch verwursten.“

Er nahm ihr das Paket aus der Hand, diese dabei auffallend lange haltend.

"Wären Sie vielleicht so freundlich, mir eines auf das Auge zu drücken? Mit dem Essen, das dauert nämlich noch einen Augenblick. Mein Fleischlieferant hat auf sich warten lassen."

„Fällt Ihnen sonst der Kochlöffel aus der Hand?“ Sie lachte.

"Sie werden sich doch nicht über meine O-Beine und Plattfüße lustig machen wollen?" Er zwinkerte ihr zu, während Radka das Fleisch aus der Verpackung befreite. Es wirkte etwas albern, als sie ihm das frostige Steak ins Gesicht hielt. Im ersten Moment schmerzte es ein wenig, doch die lindernde Wirkung folgte umgehend. Er umfasste ihr Handgelenk, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre. In seinem Blick lagen sowohl Bewunderung für eine schöne und intelligente Frau, als auch profane männliche Gelüste.

Radka ließ das Fleisch los, als hätte sie sich verbrannt. Sie entwand sich dem Griff und schlenderte durch die Wohnung. Sie tat so, als würde sie die Einrichtung brennend interessieren.

‚Ob der wirklich was von mir will, nach der Abfuhr von neulich?’, überlegte sie.

„Haben Sie was zu trinken für mich? Chefé.“

"Komisch, in diesem Land müssen die Leute immer gleich etwas trinken, wenn es ihnen zu heiß zu werden droht." Er wiegte den Kopf und öffnete die Minibar. "Gin Tonic oder lieber einen Martini? Als Aperitif sozusagen."

„Martini ist okay, aber nur einer“, kokettierte sie ein wenig.

„Bitte ...", wieder dauerte es die entscheidenden Sekunden zu lange, bis das Glas den Halter wechselte. Sein Blick hatte sich in ihren Augen verfangen und schien sie  nahezu auszuziehen, zumindest was ihre Gedanken betraf.

„Danke.“ Radka fühlte sich unbehaglich, weil er sie bis ins Innerste durchdrang und flüchtete zur nächsten Sitzgelegenheit.

„Was gibt es denn Gutes zu essen? Besteht die Gefahr einer tödlichen Vergiftung oder wird von außerhalb geliefert?“

"Was zögen Sie denn vor? In meinen Armen zu sterben, oder mit einer Gräte von der Sushibar im Hals ins nächste Krankenhaus eingeliefert zu werden. Aufsehen erregen Sie mit Beidem. Wobei ich hinzufügen muss, dass Sie auch ohne Essen genügend Aufregung bewirken."

„Uuuhh, vielen Dank für das `Gemüse´, aber wenn es möglich ist, weder das Eine noch das Andere. Ein einfaches Essen tut’s schon. Konzentrieren Sie sich lieber auf das Kochen, ich habe einen Bärenhunger. Und dann sollten wir endlich die Planung für das Trainingslager besprechen.“

"Dann versuchen wir es vorerst mit diesem deutsch-brasilianischen Steak. Wenngleich ich nicht so recht verstehe, warum es sich Hüftsteak nennt, wenn man es doch aufs Auge legt. Ihr Deutschen habt schon einen eigenartigen Sinn für Humor." Er verschwand hinter dem Küchentresen und setzte das Gespräch von dort aus fort. Das in der Pfanne brutzelnde Fleisch bildete die Geräuschkulisse für die nächste Frage:

"Sie sind von den morgendlichen Ereignissen oder sogar von mir nicht derart verschreckt, dass sie also definitiv mitkommen? Schön, das freut mich. Wenigstens eine Frau im Team, die nicht gleich zutritt oder Veilchen verteilt."

„Auch, wenn es Ihre Erwartungen enttäuscht, ich gehöre zur friedliebenden Sorte.“ Grinsend drehte sie sich zu ihm herum. „Soll ich schon mal den Tisch decken? Hier, nehme ich an?“ Der Trainer nickte ihr bestätigend zu. Damit wandte sie sich dem Küchenschrank zu und holte nach Arvids Anweisungen alles, was zu einem ausgedehnten Abendessen benötigt wurde. Radka hatte den Martini ausgetrunken und stellte das Glas in der Spüle ab.

Sie hörte sich selbst sagen: „Wann reisen wir ab und wie lange etwa dauert die Fahrt ?“ Verzweifelt versuchte sie die gespannte Stimmung zu überbrücken und so etwas wie Unverfänglichkeit herzustellen. „Muss ich irgendwas Besonderes mitnehmen?“ Dabei sah sie Arvid zu, wie er mit dem Kochgeschirr hantierte. Eine knisternde Spannung machte sich zwischen ihnen breit und die wurde nicht von der Pfanne verursacht. Radka stand ihm am Herd gegenüber, sah neugierig und  belustigt zugleich zu.

Er spürte ihren Blick auf seinen Händen, der sich davon nicht beeindrucken ließ. Mit geübten Handgriffen wendete er das Fleisch, würzte und rührte in Tiegeln und Töpfen herum. Südländische Geschmeidigkeit und deutsche Gründlichkeit in einer zunehmend appetitlich duftenden Symbiose. "Übrigens: ich heiße Arvid. Wäre angenehm, wenn wir uns nicht als Fremde am Tisch gegenübersitzen, Radka. Ich darf doch Radka sagen?"

„Hm, okay ... Arvid... dann bleiben wir aber auch beim Du. Einverstanden?“

Keine Antwort, ein Lächeln musste genügen. "Dann mal ab an den Tisch, Du Radi", wenn er nicht in beiden Händen mit den blechernen Gerätschaften beschwert gewesen wäre, hätte er sich vermutlich bei diesem Kalauer auf die Schenkel geschlagen. Er trieb sie mit den dampfenden Speisen vor sich her auf die Terrasse: "Hinsetzen! Und fein aufessen, was der Herr gekocht hat."

Radka sah ihn überrascht an, setzte sich dann aber brav hin. Was war das jetzt gewesen? Ein Spaß? Er konnte nicht von ihren heimlichen Träumereien wissen. Sie hatte noch nie mit jemandem darüber gesprochen. „Kann ich etwas Wein haben, bitte? Und ein wenig von dem Wasser.“

"So ist es brav", er war amüsiert. Ihre Verunsicherung gefiel ihm, das verstärkte sein längst gewecktes Interesse noch zusätzlich. Mit Wohlwollen nahm er die verhaltenen und doch so eindeutigen Signale zur Kenntnis. Er legte seine Hand auf ihre Schulter:

"Dann lass es dir schmecken." Die Hand berührte wie zufällig ihre Wange, die zu brennen schien. Abermals stützte er sich auf die Schulter, als er ihr das Weinglas füllte. Das dauerte eine gefühlte Ewigkeit und der Griff schien dabei an Festigkeit zuzunehmen, bevor seine Hand sie an der Schulter streichelte. "Guten Appetit!"

Radka überlief es heiß und kalt. Verzweifelt versuchte sie, sich auf ein Gesprächsthema zu konzentrieren, aber ihr Kopf war wie leer gefegt. Unter dem Vorwand riesigen Hungers stürzte sie sich auf das Essen. Der Abdruck seiner Hand brannte immer noch auf ihrer Schulter. Und ihr Gesicht glühte, als würde es von innen erleuchtet.

„Guten Appetit.“ Irgendwie würde sie dieses Essen jetzt über die Runden bringen und dann schnellstmöglich verschwinden.

Er dachte darüber ganz anders. Seine Vorstellungen tendierten zu einem abgerundeten Abend mit weiblichem Unterhaltungsprogramm. Im Kopf verfestigten sich klare Bilder einer ihm zu Füßen liegenden Frau, die keinen seiner Wünsche offen lassen sollte.

Nach dem von ihm genüsslich beobachteten Intermezzo im Kabinengang des Stadions war er sich ziemlich sicher, dass Radka ihn in dieser Hinsicht nicht enttäuschen oder seinem Interesse gar ablehnend gegenüberstehen würde.

Das Dinner verlief erstaunlich harmonisch, wenn sie auch einige seiner Bemerkungen verwirrten. Er machte jedoch keinerlei Anstalten, auf den Vorfall beim Buffet oder die Aktion im Vereinsheim zurückzukommen. Offenbar hatte sie sich die Doppeldeutigkeiten nur eingebildet. Er schien damit nichts zu tun zu haben, aber was hatte er dann wirklich gesehen? Was dachte er von ihr?

Die junge Frau stand an das Geländer der Terrasse gelehnt und betrachtete das abendliche Panorama der beschaulichen Kleinstadt im letzten Licht der untergehenden Sonne. Tief in Gedanken versunken, bemerkte sie nicht, wie Arvid sie erst beobachtete, ja geradezu akribisch musterte, und sich nach einer Weile langsam näherte. Er verhielt direkt hinter ihr, ein Blatt Papier hätte nicht mehr zwischen ihnen zu Boden gleiten können. Sein Atem streifte ihren Nacken, wo sich kleinste Härchen aufrichteten und der in Sekundenschnelle von Pickeln, genannt Gänsehaut, überzogen wurde. Seine Hand fuhr wie selbstverständlich an ihrer Seite hinab, um die Hüfte zu umspielen und seinen Platz auf dem von ihm kurz zuvor so ausgiebig bewunderten Hintern zu finden. "Eine schöne Aussicht …", bemerkte er süffisant, „…diese Stadt hat schon besondere Reize.“

Fast hätte sie ihm geglaubt, aber dazu stand er viel zu nah hinter ihr. Sie spürte seine Hitze. Ob das ihr galt? Sie fühlte sich unbehaglich und beschützt zugleich. ‚Das ist ausgesprochen hirnrissig Radka’, dachte sie und dreht sich mit Schwung um, Arvid dabei ein wenig zur Seite drückend. Dumm nur, dass er dieser Bewegung kaum nachgab. Sie wand sich verlegen, leicht nach hinten gebeugt, in seinen Armen.

Das konnte er wahrlich nicht anders verstehen, als es als Aufmunterung für sein Handeln zu betrachten. Er ließ ihr keinerlei Spielraum mehr, zog sie an sich, wobei er mit Lust ihre steifen Nippel durch die Bluse spürte, und drückte die Lippen fordernd auf ihren Mund. Die Handgelenke wie Schraubzwingen umklammernd, fixierte er sie am Geländer.

Da war kein wirklicher Widerstand, den er spürte. Eher etwas wie ein Alibi des Gewissens. Erneut suchte seine Hand den Weg über ihren Körper, verhielt zwischendurch an Hals und Brust, um stetig hinab zu wandern.

Schon fast automatisch öffnete Radka die Lippen und gab dem Drängen nach. Wieso hatte er noch nichts zum Zwischenspiel im Gang gesagt? Zu weiterem Denken war sie nicht mehr in der Lage. Ihr Körper reagierte ohne zu fragen auf die Dominanz, die sich durch seine Hände in sie hineinschlich wie eine Invasionsarmee. Sie stand dem machtlos gegenüber, schloss die Augen und gab sich dem alles überwältigenden Gefühl hin. Er fuhr mit seinen kräftigen Händen über ihren lüsternen Körper. Den Kopf in den Nacken gelegt, öffnete sie unwillkürlich ihre Schenkel. Arvid nutzte die Gelegenheit und ließ sie seine Härte spüren.

Man konnte nicht sagen, dass ihn das besonders überraschte, aber seinem erwachenden Trieb tat das keinen Abbruch. Er öffnete ihre Jeans, schob seine Hand in ihren Slip und drängte sich fest an sie. Ihre Brust knetend und die Nippel abwechselnd zwischen den Fingern reibend, vereinzelt schmerzhaft quetschend, presste er das Glied gegen ihren Unterleib.

Eigentlich bedurfte es keiner weiteren Worte, er hörte sich aber trotzdem sagen: "Auf die Knie!" Hart klang es, aber nicht zu hart. Genau in dem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete, aber im Gegenüber den Wunsch erzeugte, einzig das Geforderte zu tun.

‚Der hat wohl 'ne Meise’, dachte Radka. Sie versuchte, ihn von sich weg zu drücken. Er ließ es nicht zu.

„Tu, was ich gesagt habe“, zischte er sie an. „Ich weiß, dass Du es auch willst.“ Ein Griff in ihre Haare, die andere Hand auf der Schulter, den Daumen an ihrer Kehle, zwang er sie zu Boden. Wie ferngesteuert rutschte sie an seinen Beinen entlang nach unten. So war sie noch nie aufgefordert worden. Es war, als würden ihre kühnsten Träume Wirklichkeit. Das konnte nicht wahr sein. Sie hatte sich doch schon damit abgefunden, dass ihre Fantasien auch genau solche bleiben würden. Und jetzt das. Radka legte den Kopf in den Nacken und sah zu ihm auf, die Lippen leicht geöffnet. Aufkeimende Lust schnürte ihren Hals zu. Sie konnte nicht anders. Bittend hob sie die Hände zu ihm auf und sah ihn erwartungsvoll und begehrlich an.

"Ich sehe, wir verstehen uns." Er strich ihr fast väterlich über den Kopf und durch das Haar. Dann öffnete er seine Hose und entließ die Begierde in die Freiheit. Sie war zunächst überrascht, dass sich ihr sofort die ganze Nacktheit präsentierte. Offenbar trug er nichts weiter als dieses eine Stückchen Stoff auf seinen Hüften, war also auf diese Situation mehr als vorbereitet. Man konnte nicht davon sprechen, dass etwas vor ihrer Nase baumelte. Es stand doch zu offensichtlich steif und lüstern in Bereitschaft. Das so genannte Gehänge war auch viel zu prall, als dass es großartig baumeln konnte. "Du weißt, was Du zu tun hast!" Das war alles, kein Wort mehr oder weniger. Nur ein keinen Widerspruch duldender finsterer Blick.

Vorsichtig näherte sich Radka. Sollte sie wirklich ...? Sie schob die Zunge ein wenig vor und umkreiste langsam die Spitze. Ein winziger Lusttropfen kullerte ihr entgegen. Wenigstens war er frisch gewaschen. Genüsslich schloss sie die Augen und nahm ihn in sich auf. Mit ihrer Zunge umspielte sie den harten Ständer, der sich ungeduldig immer tiefer schob. Ohne es zu bemerken, hatte sie die Arme um seine Oberschenkel geschlungen, die Hände in seinen strammen Hintern krallend. Sie leckte und saugte voller Hingabe. Zwischendurch wagte sie immer wieder mal einen Blick in seine Richtung. Aber ohne weitere Reaktion drückte er ihren Kopf einfach seinem Schwanz entgegen. Bewegte sich, als wäre er allein und holte sich seine Lust. Ein letztes Mal und ohne Rücksicht stieß er sich ihr entgegen. Sie hatte keine Chance zur Gegenwehr. Mit dumpfem Stöhnen entlud er sich in ihren Mund und Radka schluckte. Sie schluckte alles, weil sie fand, dass sich das so gehörte.

"Komm!" Er fasste sie an Ellenbogen und Hand, half ihr auf die Beine. Etwas merkwürdig kam ihm das Ganze schon vor, was ihm ein zärtliches Lächeln abrang. Auf dem Weg ins Bad ließ er sie nicht mehr los. Es war nicht die Angst, sie könnte sich besinnen und sein Domizil fluchtartig verlassen. Nein, daraus sprach pure Fürsorge. Auch als er sie duschte und die Spuren ihres Handelns auf ihrem Körper mit dem angenehm warmen Wasser tilgte, war da keine Spur mehr von Grobheit, nur Zärtlichkeit. Die Abendluft war noch voll sommerlicher Wärme, was ein Abtrocknen erübrigte. Er nahm sie einfach auf die Arme und trug sie zum Bett, legte sie dort behutsam ab, streichelte sie ein wenig und küsste sie am ganzen Körper. Plötzlich spürte sie, wie sich kaltes Eisen um ihre Handgelenke legte und hörte ein metallisches Klicken über sich. "Lauf nicht weg, bin gleich wieder bei dir." Erst jetzt realisierte sie das soeben Geschehene.

Radka war feucht vor Erregung gewesen. Bei diesen Worten wurde sie nass. Eben noch so zärtlich, jetzt so erbarmungslos. Sie konnte es kaum glauben. Ausgeliefert an Arvid, der offenbar nicht so schnell vorhatte, sie wieder gehen zu lassen. Sie schloss die Augen. Zog an den Handschellen, die sich scharf in ihre Haut drückten und dadurch so viel Lust vermittelten. Zur Hilflosigkeit verdammt. Radka drückte die Oberschenkel zusammen, um in ihrer Mitte mehr zu fühlen. Erfolglos. Sie war schon viel zu saftig, als dass sie viel gespürt hätte. Hoffentlich kam er bald zurück. Sie stöhnte lustvoll auf. „Oh Arvid... bitte, bitte...“, murmelte sie leise.

 

Episode 4/Teil 1  – Leas Spiel

 

Absolute Stille im Haus und das muntere Zwitschern der Vögel weckten Radka. Vielleicht war es auch ihr Unterbewusstsein, welches das kaum hörbare Klacken registrierte, als der Herr des Hauses die Tür zuzog. Ein außerordentlich sanftes Wecken, das einen harmonischen Übergang von der Nacht in den Tag ermöglichte. Sie schlug die Augen auf und ließ ihnen Zeit, sich an das grelle Morgenlicht der Sonne zu gewöhnen. Für übermäßige Eile bestand wohl auch kein Grund. Der Blick blieb auf der anderen Seite, einer leeren Betthälfte haften. Und an einem Zettel auf dem Kopfkissen neben sich.

 

„Guten Morgen. Ich hoffe, du hast gut geschlafen! Wie du feststellen kannst, bin ich ein früher Vogel, also bereits ausgeflogen. Mach dir keine unnötigen Gedanken darüber … in der Küche findest du alles, was du brauchst. Tee steht auf der Warmhalteplatte. Kaffee, auch wenn es dich im Hause eines Brasilianers verwundern mag, wirst du hier vergeblich suchen. Wir sehen uns spätestens um 9 Uhr am Rathausplatz zur Abfahrt ins Trainingslager. Ciao!“

Kein einziges Wort zu dem letzten Abend und der gemeinsamen Nacht. Kalt und wieder entsetzlich unnahbar kamen ihr die Zeilen vor. War sie doch nur eines von vielen Abenteuern eines unverbesserlichen Machos geworden? Im Begriff den Zettel abzulegen, nahm sie den kleinen Pfeil unter ihrem Daumen war. Sie wendete das Blatt und las: „Du kannst den Wagen nehmen, Schlüssel steckt.“ Mit ein wenig Abstand darunter: P.S. „Sei pünktlich, ich würde ungern ohne dich losfahren wollen. Kuss.“ ‚Also doch nicht der eiskalte Kotzbrocken’, dachte sie bei sich und schmunzelte. Radka drehte sich auf die andere Seite, um noch einige Sekunden vor sich hin zu träumen.

 

Für das kleine Städtchen war um diese Stunde ungewöhnlich viel Betrieb am Rathausplatz. Doch es ging ja immerhin um eines der wenigen landesweit bekannten Aushängeschilder des Ortes, die Frauenmannschaft des SV Möslingen. Sonst kannte man in einschlägigen Kreisen nur noch die Lederindustrie, welche man getrost als bizarr spezialisiert bezeichnen konnte.

Wie bei einem aufgescheuchten Hühnerhaufen gackerte es an allen Ecken wild durcheinander. Verzweifelt versuchte sich ein Herr in elegantem Zwirn, bei dem es sich allem Anschein nach um niemand anderen als den Vereinsmanager handelte, vergeblich mit den Armen fuchtelnd Gehör zu verschaffen. Was er seit einer guten halben Stunde mit maximalem körperlichen und stimmlichen Einsatz nicht zu erreichen vermochte, trat augenblicklich ein, als auf den Stufen des Rathauses der Bürgermeister und der neue Hoffnungsträger erschienen - absolute Ruhe. Dabei schüttelten sie sich nur die Hände, um sich zu verabschieden. Es war aber unverkennbar, dass der brasilianische Coach eine hierorts ungewohnte natürliche Autorität ausstrahlte. Vorschußlorbeeren waren es jedenfalls nicht.

Er schlenderte die Stufen hinab und bewegte sich auf den abfahrbereiten Bus zu. Die Spielerinnen und das übliche Fußvolk, wie der allgegenwärtige Rob Maes auch das medizinische Personal, bildeten fast ehrfürchtig eine stumme Gasse. Am Ziel angekommen klopfte Arvivaldo an die Frontscheibe des Busses und der Fahrer öffnete die Kabinentür. „Na? Meine Mädels haben dich wohl sehr genervt, dass du sie noch aussperrst?“ „Wenn ich ehrlich sein soll, hoffe ich doch auf Ihre zähmende Wirkung während der Fahrt“, erwiderte der Chauffeur. Dann lachten beide über die Tatsache, dass sie so schnell eine gemeinsame Welle gefunden hatten.

„Okay, mal herhören! Ihr könnt jetzt einsteigen, aber bitte gesittet und nur mit dem persönlichen Bedarf bewaffnet. Um das schwere Gepäck kümmert sich unser Manager persönlich.“ Ein breites, unverschämtes Grinsen überzog sein Gesicht. Dieses und die letzten Worte machten ihn auf einen Schlag einigen seiner Schützlinge sympathischer. Sie hatten insgeheim schon lange darauf gehofft, dass sich mal jemand finden würde, der den arroganten Sesselfurzer in die Schranken wies.

Die Rathausuhr rückte gerade auf die volle Stunde, als sich Rob Maes erschöpft in die hinterste Sitzbank fallen ließ. Er war es eben nicht gewohnt, den Kofferträger der Mannschaft zu spielen. Inzwischen hatte sich der Bus nach und nach gefüllt, auch die letzten Nachzügler waren eingetroffen und hatten ihren Platz gefunden. Arvivaldo war es trotz intensiver Ausschau nicht gelungen, seine nächtliche Errungenschaft unter den Ankömmlingen auszumachen. ‚Sie wird doch nicht etwa kalte Füße bekommen haben’, dachte er noch, als ihn die quietschenden Reifen seines silbergrauen Sportwagens eines Besseren belehrten. Mit einem Gemisch aus Sorge um sein Auto und Wohlwollen über das Erscheinen der Reporterin nahm er die rasante Fahrweise und ein überraschend gekonntes Einparken zur Kenntnis. Froh darüber, dass Fahrzeug und Fahrerin diesen Stil gleichermaßen wohlbehalten überstanden.

„Dann können wir ja die Reise antreten ...“, stellte er fest, „jetzt, da wir vollzählig sind.“ Radkas Blick glitt auf der Suche nach dem einzigen für sie infrage kommenden Sitzpartner über die Reihen hinweg. Doch erfolglos, also rutschte sie in die Reihe gleich hinter die Fahrerkabine, die aufgrund der eingeschränkten Aussicht traditionell unbesetzt geblieben war.

Unter den neugierigen Blicken der Fans verließ der Bus nach einer Ehrenrunde um den Rathausplatz mit Hupkonzert die Stadt Richtung Süden. Kein Wunder – auf das Team wartete die Côte d’Azur. Anfängliches aufgeregtes Geschnatter wich schnell der Eintönigkeit einer stundenlangen Autobahnfahrt. Nur wenige konnten dem daraus resultierenden Schlafbedürfnis widerstehen. Der Rest zog es vor, die eingetretene Stille nicht zu stören, quälte seine Ohren individuell mit Klängen aus MP3-Playern oder las ein gutes Buch. Von den zu Beginn entstandenen Fangruppen verschiedenster Gesellschaftsspiele waren nur noch zwei einsame Schachenthusiastinnen übrig geblieben, die mit ihrem stummen Match niemanden störten.

Lea schlängelte sich durch den Gang nach hinten und blieb vor der letzten Reihe stehen. Sie beobachtete den ahnungslos vor sich hin schlummernden Manager eine Weile, bevor sie sich unsanft neben ihm auf den Sitz fallen ließ.Mürrisch lupfte Rob Maes die Lider. “Ach Du bist es, geht es nicht etwas dezenter?“

„Wie dezent hätte Er es denn gern? So rücksichtsvoll wie ein gewisser Herr gestern im Kabinengang?“

Schlagartig war Rob hellwach und riss die Augen weit auf. Woher wusste sie davon? Sie konnte ihn unmöglich gesehen haben.

„Was meinst du? Hab ich was verpasst?“, tastete er sich vorsichtig an das heikle Thema heran. Lea grinste ihm frech mitten ins Gesicht und griff ihm dahin, wo er es unter anderen Umständen durchaus zu genießen wusste.

‚Verdammte Scheiße’, dachte der Manager: ‚was geht denn hier ab?’ Er fühlte sich buchstäblich bei den Eiern gepackt. Die Mannschaftsführerin erhöhte den Druck zwischen seinen Beinen schmerzhaft.

„Ich denke, du solltest dir das hier einmal ansehen.“ Wieder folgte ein fieses Grinsen, das nichts Gutes bedeuten konnte. Lea schob mit bedeutungsvoller Miene eine DVD in den Player im Rückenteil des vorderen Sitzes. „Leider ohne Ton, aber du hast ja die Überwachungskameras selbst ausgesucht. David vom Wachschutz war so freundlich, mir die Aufnahmen exklusiv zu überlassen. Er ist zum Glück ein glühender Verehrer von mir. Und du wirst es auch bald sein!“ Sie unterstrich ihre letzten Worte mit einem Kuss und drückte Rob noch einmal herzhaft. „Wir sehen uns heute Abend nach dem Essen auf meinem Zimmer!“ Dann kehrte sie ohne weiteren Kommentar an ihren Platz zurück.

 

Episode 4/Teil 2 – In Gedanken

 

Radka hatte es sich im Bus bequem gemacht. Da sie niemanden gut genug kannte, um mit ihm oder ihr zusammen zu sitzen, hatte sie das Glück eines doppelten Platzes für sich allein. Sie saß die Beine hochgelegt, den Rücken von ihrer Jacke gewärmt, bequem in eine Ecke gelehnt. Die eintönig vorbeirauschende Autobahnlandschaft brachte sie zum Dösen. Das nächtliche Abenteuer beschäftigte sie mehr, als sie vor sich selbst zugeben mochte.

Sie war anfangs von einem One-Night-Stand ausgegangen. Aber die Ereignisse hatten eine unvorhergesehene Eigendynamik entwickelt. Vor allem die Mitteilung auf der Rückseite des kleinen Zettels. Die Formulierung empfand sie als zweifelhaft. Er legte Wert auf ihre Anwesenheit, aber neben ihr als Person konnte genauso gut nur die Reporterin gemeint sein. Sie war sich nicht sicher. Nur, dass ihre tiefsten und geheimsten Wünsche in dieser Nacht erfüllt worden waren. Ob er aber, wie sie, mehr darin sah? Es schien alles so selbstverständlich für ihn.

Augenblicklich war sie vor Arvid auf die Knie gesunken, als er dies verlangte. Seine natürliche Dominanz, voller Verwunderung bewegte sie das Wort in ihrem Kopf, hatte sie dazu gebracht. Später duschten sie gemeinsam - nein eigentlich hatte er sie gewaschen. Dann wie romantisch, wie kitschig, wie dramatisch, trug er sie in sein Bett. In dem Augenblick spürte sie das erste Mal das Gefühl völliger Hingabe. Sie hatte sich fallen und ihn machen lassen. Ihr Schoss zog sich lustvoll zusammen, als sie daran denken musste, wie er sie an das Bett fesselte. Allein gelassen, hatte sie sich in der harten Umklammerung der Handschellen geräkelt, mit geschlossenen Augen dem Gefühl des Ausgeliefertseins nachhängend.

Sie hatte Arvids Anwesenheit gespürt. Eine scheinbar endlose Zeit war vergangen, in der er sie ausgiebig betrachtete. Während sie einfach abwartete, um die Stimmung nicht durch Worte zu zerstören. Ihr Schoss jedoch entwickelte ein regelrechtes Eigenleben.

„Hm…., du wirst mir viel zu unternehmungslustig“, stellte er trocken fest. „Dagegen müssen wir etwas tun.“ In Sekundenschnelle legte er ihr eine Schlinge um den Fuß. Halbherzige Widerstandsversuche blieben erfolglos, während Arvid das andere Seilende unter den Bettpfosten durchzog und damit den anderen Fuß fesselte. Es war genug Spielraum geblieben, ihren Hintern lüstern anzuheben.

„Arvid…“ hatte sie gebettelt, „bitte… lass mich nicht hängen.“

Mit vor der Brust verschränkten Armen stand er belustigt vor seinem Opfer, um dann interessiert mit einem Finger die Nässe zwischen ihren Beinen zu prüfen.

„Wow, ganz schön saftig, meine Liebe. Nun ja, du bist bisher auch etwas zu kurz gekommen, oder?“

Die Augen halb geöffnet, genoß sie seine Zärtlichkeiten, als er sich zu ihr aufs Bett setzte. Seine Finger spielten mit ihren Brüsten. Mit ihrer eigenen Feuchtigkeit glitschte er auf ihren Nippeln herum, bevor er, welch irrsinniger Kontrast, fest zugriff. Beim Blick auf seine starken, kräftigen Hände erschauerte sie. Leicht kratzend wanderten seine Finger ihre Flanken hinab. Aufstöhnend wollte sie ihn endlich zwischen ihren Beinen spüren. Aber den Gefallen tat er ihr nicht. Zufrieden registrierte er, wie sie lustvoll erzitterte, bevor er sich zu ihr legte. Sein Daumen glitt sinnlich über Stirn und Wange bis hin zu ihrem Mund. Sie öffnete erwartungsvoll die Lippen und er prüfte sanft die Härte ihrer Zähne, bevor er ihr seinen Daumen zu lutschen gab.

Sie glühte geradezu, als er sich über sie neigte, um sie zu küssen und mit seiner Zunge ihren Mund zu erforschen. Qualen, sie litt Qualen, weil er ihr die Erlösung immer wieder verweigerte, alle Stellen ihres Körpers liebkoste und die eine aussparte.

„Bitte Arvid, bitte … ich will nicht mehr warten. Bitte, nimm mich endlich“, forderte sie ihn ungeduldig auf und dachte gleichzeitig: `Wie kitschig.´ Und er hatte sie erhört, wenn auch anders als gedacht, indem er sich über ihren Schoss beugte und die anderen Lippen auseinander blätterte. Den glühenden Körper erhitzte er weiter mit leisem Pusten, statt ihn abzukühlen - gierig stürzte er sich auf ihre Mitte, lutschte und leckte. Wäre sie nicht schon in dieser Position gefesselt gewesen, hätte sie sich genau so ausgestreckt, um zu genießen. Aufgegeilt bis zum Äußersten, kam sie in einer gewaltigen Eruption, die sie minutenlang durchzuckte. Arvid, dabei zusehend, wie sie sich lustvoll hin und her warf, unterstützte das Ganze mit seinem Finger, den er immer mal wieder in ihr versenkte. Selig lächelnd lag sie danach entspannt vor sich hin dämmernd, das Becken im Nachgenuss lustvoll kreisend.

Um nichts in der Welt hätte sie woanders sein wollen. Arvid lag neben ihr, den Kopf auf eine Hand gestützt, bis sie träge die Augen öffnete.

„Das war schön.“ Sie sah liebevoll zu ihm.

„Du siehst so zufrieden aus wie eine Katze, die gerade den ganzen Sahnetopf ausgeleckt hat.“

„Ja, so fühle ich mich auch“, gab sie unumwunden zu.

Spielerisch glitt seine Hand über ihren Bauch und streichelte sie zwischen den Beinen. Die Handkante geriet, natürlich rein zufällig, an ihre Mitte, drückte sich dagegen und löste bei ihr lustvolle Schwingungen aus. Sein Daumen tanzte über ihre Klitoris.

„Oh ja…, ja….“, zu mehr Reaktion war sie nicht mehr in der Lage. Kurz vor dem Orgasmus flehte sie ihn an: „Nein, Arvid, bitte nicht so. Bitte schlaf mit mir. Richtig. Ich will dich jetzt richtig spüren, bitte.“

„Was für eine brave, kleine, unartige Sub du doch bist.“ murmelte er. „Du befiehlst, was zu tun ist?“ Strafend sah er sie an. Das kleine Lächeln, das seine Lippen umspielte, wirkte dabei recht unglaubwürdig.

Er legte ein Bein über ihren Schenkel, sein Fuß rieb an der Innenseite und er rutschte zwischen ihre Beine. Ungeduldig kam sie ihm entgegen. Mit einer Hand half er nach, sich mit der Anderen neben ihrem Kopf abstützend. Dann schob er sich in sie hinein, sein Becken lustvoll kreisen lassend.

Sie bewegten sich beide fortan im gleichen Rhythmus. Das Gefühl der Fesselung, das ihr immer wieder ihre hilflose Position vor Augen führte, ebenso wie der leichte, durch die Handschellen ausgelöste Schmerz, ließen sie das Ausgeliefertsein und die Unterwerfung noch stärker und immer wieder neu empfinden.

Seiner Lust unterworfen, einer Lust, die auch die ihre war. Am liebsten wäre sie ewig in diesem Moment verharrt.

„Fester“, bat sie atemlos, „fester!“ Und Arvid erfüllte ihren Wunsch. Er klatschte auf ihren Körper, sie schrie ihre Lust aus sich heraus, und er tobte sich zwischen ihren Beinen aus. Einige wenige Bewegungen später kam auch Arvid, bäumte sich auf und sank erschöpft auf ihr nieder.

Lange waren sie so liegen geblieben, spürten die Wärme des Anderen, die tobenden Herzen zur Ruhe kommen lassend. Arvid streichelte ihr Gesicht, öffnete wortlos die Handschellen und entfernte das Seil. Ihren Körper an sich gepresst, zog er die Decke über sie beide und sie schliefen erschöpft ein. Die Nacht war fast vorbei. Dämmerung brach herein und erstes Vogelgezwitscher beendete die Stille. 

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Kommentare

Megs ·Administrator·

Ganz dick herausstreichen möchten wir die erhaltene Unterstützung in Sachen Lektorat, auf die wir auch weiterhin hoffen.

Warum wollt ihr es "herausstreichen"? Weshalb nicht hervorheben, unterstreichen, herausstellen? Selbst betonen würde gut passen. Aber wenn ihr es "herausstreicht", seid ihr eurem Lektorat gegenüber nicht sonderlich nett. Image removed.

LG Megs

In reply to by Megs ·Administrator·

Lieber Megs,

Du bist und bleibst ein besonders "ekliges" Unikum. Unterstreichen ging nicht, da diejenige auf Anonymität bestand, Hervorheben deswegen ebenso wenig und Herausstellen ist nur während und direkt nach einem Fußballspiel möglich. Das weiß ich als Fachmann ganz sicher. Deinen Hinweis habe ich der FIFA, Herrn Blatter höchstselbst, unter Beilegung eines ungedeckten Schecks (er liebt ja große Zahlen) weitergeleitet.

Ich denke, wir werden bei der WM in Brasilien nicht nur Bälle mit Chip, sondern auch Neuerungen aus deiner Denkfabrik bewundern können. Hoffe, dass dies ganz in deinem Sinne! ;)

Danke und ganz liebe Grüße auch von der Mitautorin

To

Megs ·Administrator·

In reply to by Rato

Und daher gönne ich mir neuerdings auch wieder einige kleinere Ekel-Phasen.  :-)

Außerdem: Sitz doch Du mal das ganze Jahr mit'm Arsch auf einer Eisscholle. Ob ich dann noch lange ein Unikum bleibe?

Einen Vorschlag habe ich noch: "liken" - heute wird doch alles und überall ge-"liked"

 

Vom gar nich sooo ekeligen Unikum ;-)

 

 

In reply to by Megs ·Administrator·

Noch eine Antwort:

  1. Jede Ekelphase sei dir gegönnt!
  2. Warum sollte ich mich auf eine Eisscholle setzen? Nur weil dir der Arsch auf Grundeis geht? ;)
  3. Ich habe jetzt Cho-liken ... ich habe somit meine Zweifel, dass "liken" etwas Gutes hat. ;)

Gruß vom To-liken

Da geben sich (mindestens?) drei Leute richtig Mühe, hier eine gute Story abzuliefern und Ihr diskutiert über Belanglosigkeiten!

Also mal zur Geschichte:

Der Inhalt ist wieder einmal klasse. Der Schreibstil ganz anders als bei Euren Dualfantasien. Und genauso gut. Ihr geht die Geschichte relativ gemütlich an und schafft es wieder, eine prima Kulisse zu schaffen.

Eine Frage habe ich aber noch: Sieht Lea Radkas "Gelegenheitsnutzer" nicht, als sie zur Tür schaut?

Wie auch immer - Ihr habt Euch Platz für überraschende Wendungen gelassen. Ich bleib auf jeden Fall dran am Ball.

 

Zu Megs:

Wem willst Du erzählen, dass Du "Armer" das ganze Jahr auf einer Eisscholle gesessen hättest? Damit kannst Du vielleicht von der Kanzlerin (danke dani) ein paar Fische ergaunern.

Der aufmerksame bdsm-geschichten.net-Leser weiß es aber besser. Denn zufällig gibt es gestochen scharfe Bilder von einem gewissen Pinguin auf einer Liege am Pool, der sich die Sonne auf den Bauch scheinen und seine ... äh ... Ostereier bemalen ließ.

Das Problem mit dem wie auch immer betonten, herausgestrichenen oder wieder hereingenommenen Lektorat ist, dass damit Erwartungen geweckt werden. Bei einer insgesamt sprachlich guten und ideenreichen Geschichte stimmen dann die Relationen nicht mehr. Mein Lob gilt daher den Autoren, meine Kritik den "Lektoren", die den holprigen Imperfekt/Plusquamperfekt (ohne "hatte, hatten" wäre die Story gefühlt nur halb so lang) hätten sehen müssen, die Interpunktion an diversen Stellen wohl schlichtweg ignoriert haben und damit vor allem im drittletzten Satz dafür sorgten, dass sich beim Lesen die Augen verknoten. Würden Anspruch und Wirklichkeit zueinander passen, hätte ich (allerdings in Relation) sechs Sternchen verteilt. So werden es nur fett gedruckte 5

In reply to by Chris Dell

Hallo und vielen Dank, CD! Das meine ich tasächlich so, wenn dies auch eine Seltenheit bei mir ist. Zu der Kritik bezüglich Zeitform muß ich mich erklären. Gemeint ist vermutlich insbesondere der Wechsel darin. Er hat seine Berechtigung, weil Stilmittel für die "Herausstellung" des verträumten Teiles. Ansonsten ist die Kombination der besagten Zeitformen in der Mehrzahl richtig, auch wenn es vielen sonderbar anmuten mag. Zu Imperfekt im Hauptsatz gehört nun mal der Plusquamperfekt im Nebensatz.

Die Zeichensetzung war insgesamt recht mühsam, da ich ein absoluter Gegner der allgegenwärtigen Verwendung des Dudens bin. Sie ist auch und vor allem durch das Lektorat verbessert worden. Es hat mir die sonst übliche mehrmalige eigenständige Korrekturlesung sehr erleichtert. Trotzdem sind noch so einige, insbesondere interpunktorische Fehlerchen durchgerutscht. Auch der eine oder andere Buchstabe hat sich verschluckt. Deswegen ist hier das Lektorat in Schutz zu nehmen, was hiermit erfolgt sei. Aber nach der x-ten Lesung heute am frühen Morgen war dann die Grenze erreicht. Sichtbares Indiz dafür begegnete mir im Spiegel: ich sah nur noch ein statt zwei Augen.

Verspreche aber, ein weiteres Mal zu sichten. Schließlich ärgern mich selbst die Fehlerchen am meisten.

Wie gesagt: vielen Dank!! Eine konstruktive kritische Stimme dieser Art ist mir deutlich lieber, als jede noch so zutreffende Besserwisserei.

To

mehr hier für meinen Kommentar.

Statt euch über belanglose Schreibformen aufzuregen, (habt ja recht, manche Unzulänglichkeiten stechen etwas ins Auge)

solltet ihr lieber dem Können des Autors widmen, eine hocherotische Dominanzgeschichte hinzulegen, ohne in der Wortwahl und im Stil vulgär und

ausschließlich grobsaftig pornografisch zu wirken. Gelungen und gekonnt.

In reply to by allvipermaster

Hallo erstmal,

ich weiß nicht, ob Du schon wußtest .... ach nein, das ist der falsche Text und alles nur geklaut. ;) Wir nehmen den Beitrag als ein Lob, welches uns mitnichten zu Kopf steigen wird. Es gibt immer Entwicklungspotential nach oben bzw. Verbesserungswürdiges.

Unter uns Pastorentöchtern: ich nehme, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht verständlich erscheinen mag, die Hinweise von CD als das, was sie sein sollen, als hilfreiche kritische Äußerung. Es ist direkt, klingt manchmal hart, aber er ist nicht ungerecht. Du sagst es ja eigentlich selbst, wenn ich den Klammertext recht interpretiere,

Uns erwartet kein leichter Gang, ein Balanceakt zwischen den angestrebten Inhalten und der "grobsaftigen Pornographie". Das ist schon für einen allein schwierig genug, als Autoren-Duo eine grenzwertige Herausforderung! Deswegen begrüße ich ausdrücklich sowohl den Kommentar von CD als auch den Deinigen!

Wir essen nichts so heiß, wie es gekocht wird. Da passen wir schon auf. Danke für deine lobenden Worte - sie werden uns in gleicher Weise Ansporn sein, wie die der anderen Kommentatoren.

Gruß - To

und wieder muss ich sagen ein neuer lichtblick am bdsm-geschichten himmel ^^

schön geschrieben, am anfang dachte ich "oh ok sieht langweilig aus" aber hey die geschichte versteht

zu fesseln eben weil sie sanft und langsam aufgebaut ist.

darüber hinaus mal nicht der standart weg von vergewaltigung, halbem totschlag durch peitschen oder

entführung und purer physischer und psychischer gewalt um den oder die arme(n) portagonist / in zu brechen...

 

gefällt mir sehr gut und ist etwas realitätsnaher als manch andere storys hier ^^ macht weiter so !

 

ps: und das mit dem pornografischen - naja bissl mehr details wären toll um die vorstellung anzuregen aber

verzichtet weiter auf den vulgären stil das gibts hier zu genüge :-)

 

mfg Krauti

In reply to by Krautsalat der Echte

Für einen Krautsalat eine ziemlich wirrlose Äußerung, die einen Aspekt ins Spiel bringt, der uns in der Tat am Herzen liegt - die Realitätsnähe. Auch oder weil es sich um Ausgeburt der Fantasie handelt, wünschen wir uns sehnlichst, nicht eintönig eingleisig nur ausschließlich diese zu bedienen. Nein, den Lesern möchten wir die Chance bieten, sich mitgenommen zu fühlen. Eingehakt mitgenommen auf einen Spaziergang durch unsere Welt, offenen Auges auf die so alltäglichen Dinge zu schauen. Es könnte sich hinter so manch Profanem etwas verbergen, das sich uns bisher nicht erschloß, weil wir nur zu blind waren und sind, es zu entdecken.

Sollte uns dies gelingen, die Sinne zu schärfen, verschlossene Türen zu öffnen, kleinste Feinheiten zu spüren, dann könnten wir uns vielleicht der Zufriedenheit hingeben. Es ist das Alltägliche, wo das Besondere verborgen liegt. Ist es deswegen weniger spannend, nur weil wir nicht sehen oder sehen wollen? Die Welt ist globaler geworden, doch findet sie im Detail, in jedem Einzelnen von uns statt. Warum machen wir uns nicht die Mühe, uns selbst zu entdecken? Es lohnt sich! Vielleicht macht es uns alle ein Stück weit glücklicher!

Die Proportion zwischen "Realfiktion" und "Pornografie" bewegt sich auf der Ebene des "Es-jedem-recht-tun". Man kennt das Problem aller "Kunst" - es ist nicht möglich. Die Geschichte ist vorherbestimmt, womit der Spielraum in gewisser Weise eingeengt ist. Diese Enge möglichst weit zu dehnen, ohne den Boden der Realität zu verlassen, ist erklärte Absicht. Vor allem soll die Geschichte nachvollziehbar erlebbar bleiben, überraschende Wendungen nicht ausgeschlossen.

Wir fühlen uns durch die bisherigen Kommentare mehr als angespornt, wohl wissend, dass die Meßlatte mit dem Startblock nach oben verschoben wurde. Mal schauen, ob wir uns die Zähne daran ausbeißen. Wir hoffen, der Spaß bleibt Dir und uns erhalten.

To

In reply to by Rato

nur weil mein nickname aus gemüse besteht heisst das nicht das ich auch deren iq besitze :-D

ich danke für die antwort und die ausführungen und warte gespannt auf den nexten teil eurer

geschichte !

 

mfg krauti

an dieser Geschichte gefällt mir ja fast, das man mit den beschriebenen Übungen so nebenbei die Fussballlehrer B-Lizenz erwerben kann. Oder wie das heisst. 

Aber auch der Rest ist toll geschrieben, spannend und lässt mich ungeduldig auf den zweiten Teil warten. Wobei mein Augenmerk neigungsgemäss hauptsächlich auf Leas weiteres Gebaren gerichtet ist ;)

Gruß, Steffen

In reply to by Steffen

Hallo Steffen,

es reicht sogar für die A-Lizenz und wer sich der Mühen unterziehen mag, da auch für den Fußballlehrer. Die Befürchtung war eher, dass die Magathschen Einlässe abschreckende Wirkung auf die Leserschaft haben könnten. Doch es scheint vereinzelt Leute zu geben, die den SM-Charakter darin erkennen wollen.

Wir werden sehen, ob Du dich ausschließlich mit Leas Gebaren zufrieden geben wirst. Ich denke nicht, die Mannschaft besteht nebst Umfeld ja aus mehr als 11 Frauen. Damit ist das schon rein statistisch gesehen eher unwahrscheinlich. Image removed.

Trotzdem läßt der zweite Abschnitt noch ein wenig auf sich warten.

Bis dahin Gruß

To 

dir ist es gelungen eine sehr interessante geschichte hier einzustellen, aber uns fehlt etwas der sex kurze ansätze sin zwar vorhanden aber bei elf fußballerinnen kann doch mehr kommen; na vielleicht in der fortsetzung welche hoffentlich bald kommt

 

Ich glaube, ich darf zurzeit nicht kommentieren oder bewerten, denn es kann doch irgendwie nicht sein, dass mir in letzter Zeit alles zu langweilig ist. Bei dieser Geschichte kommt es mir jetzt vor, als sei es eine Fußballgeschichte, die etwas verändert wurde, um auf diese Seite zu passen. Vielleicht gehöre ich aber auch zu sehr zu denen, denen ein kribbeln unter dem Röckchen wichtiger ist, als perfekte Rechtschreibung oder zuviel drum herum. Ich fühle mich aber auch gar nicht schuldig, auf einer BDSM Seite, auch irgendwie BDSM zu erwarten. Ich weiß es nicht. Bewerten tue ich jetzt einzig und allein den Schreibstil, und das sind für mich eindeutig fünf Sterne.

 

In reply to by Kathrin O

... bei längeren Sachen. Kann nicht immer nur um BDSM gehen in jeder Phase. Aber hast schon Recht, ist sehr aus meinem ureigensten Metier, die kleine Story.