Friend with benefits

Vorweg ein dickes Dankeschön an all jene, die sich immer wieder durch den Text geplagt haben und jetzt vielleicht kopfschüttelnd das Resultat lesen. Keine Sorge, eure Hinweise habe ich nicht vergessen, an anderer Stelle werden ihr sie angewendet wiederfinden. Und jetzt, viel Spaß beim Lesen!

 

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Wir hatten uns im Internet kennengelernt.

 

Nicht auf einer der üblichen Seiten, nein - auf einer für BDSM-Liebhaber. Einer solchen, auf der Hobbyautoren und solche, die es noch werden wollen, ihre Geschichten einem interessierten Publikum zum Lesen und Bewerten präsentieren. Schon immer haben mich Geschichten fasziniert, habe ich selbst welche verfasst. In ihnen verarbeite ich Erlebtes und Geträumtes. Aber die wirklich prägenden Erlebnisse werden rarer und die Träume vergesse ich zu schnell. Das Alter und das ein oder andere Bier fordern wohl ihren Tribut. Und dann sind da noch die Träume und Wünsche, die ich niemandem anvertrauen kann. Sie lassen mich mit einem intensiven Glücksgefühl erwachen, bis ich neben mich schaue und feststellen muss, dass es eben doch wieder nur ein Traum war. Diese Geschichten bringe ich zu Papier. Natürlich, was auch sonst? Gut versteckt werden sie aufbewahrt, in den unergründlichen Tiefen meines Schreibtisches.

 

Vor zwei Jahren habe ich es gewagt, holte sie aus der Versenkung, um sie zögerlich einem Menschen zu zeigen, der mir da schon näher war, als viele andere jemals zuvor. Er teilte meine Träume, ließ sie sogar Wirklichkeit werden. Doch Leidenschaft und Vernunft ließen sich einfach nicht unter einen Hut bringen. So schnell es begonnen hatte, so schnell war es auch vorbei. Wir stehen noch immer in Kontakt, kein böses Wort ist zwischen uns gefallen. Und wenn es passt, dann sehen wir uns auch, wie gute Freunde das eben tun. Er war es, der mir eines Tages den Link zu dieser Seite schickte, auf der man seinen Wünschen, Träumen, Hoffnungen, Erlebnissen und Phantasien Worte verleihen und sie einer anonymen Öffentlichkeit präsentieren konnte. Er schlug vor, dort auch einmal meine Texte zu veröffentlichen. Ich grinste ihn an: Niemals wäre mir das in den Sinn gekommen, aber die Neugier siegte. Die Neugier auf die zu erwartenden Reaktionen. Würde man mich verstehen?

 

Lange Zeit blieb ich im Schutz der Anonymität, las sehr viel, fand Dinge, die mich abschreckten, die mich zum Nachdenken anregten, an meinen Träumen zweifeln ließen. Dann aber auch immer wieder Geschichten, die meine Phantasie beflügelten. Ich beneidete den ein oder anderen Autor um seine Kreativität, seinen Wortwitz, seinen Schreibstil, seine nicht mehr ganz so geheimen Gedanken. Und fühlte mich letztendlich doch so wohl, dass ich einen Teil der Anonymität aufgab, mir einen unverfänglichen Nick ersann, um nun auch Bewertungen für eben jene Geschichten, die das Kopfkino so beflügelten, abgeben zu können.

 

Dass man mit Autoren und Lesern auch chatten konnte, war anfangs ein netter Nebeneffekt, stellte sich zwischendurch aber als lästiges Beiwerk dar. Immer öfter neigte ich dazu, mich im Offline-Modus zu bewegen, um eindeutigen Angeboten und weit unter die Gürtellinie gehenden Gesprächsversuchen auszuweichen. Und doch gab es den ein oder anderen Chatpartner, für den es sich lohnte zuzugeben, dass man online war. Diese Gespräche waren unterschiedlichster Natur, wurden auch mal eindeutiger, aber immer war da der Respekt vor dem virtuellen Gegenüber, immer war da zumindest das Gefühl, erst genommen zu werden, das Gefühl von Ehrlichkeit. Eine Basis, auf der sich gelegentlichwundervolle Gespräche entwickeln konnten.

 

So auch mit ihm.

 

Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, ihn von mir aus anzuschreiben. Aus seiner Feder stammte eine Geschichte, die mich völlig in ihren Bann gezogen hatte, in der ich mich so gut beschrieben wiederfand, dass es fast schon beängstigend war. Aber nicht ich schrieb ihn an, nein, er tat es von sich aus. Und da war sie wieder, diese vermeintliche Vertrautheit, die jeder Warnung vor zufälligen Internetbekanntschaften den ausgestreckten Mittelfinger zeigte und dafür sorgte, dass ich nach jeder Anmeldung auf der Seite nach seinem Namen suchte. Wir sprachen über seine Geschichten, über eigene Erlebnisse, über Phantasien. Wir spannen uns eine gemeinsame Story zusammen, konnten diese zwar nicht zu Ende bringen, hielten uns diese Möglichkeit aber offen. Es war nichts Erzwungenes, nichts Verpflichtendes, außer unseren Namen wussten wir nichts Persönliches voneinander. Es war einfach eine lockere, nette Internet-Bekanntschaft.

 

So auch heute. Ein langes Wochenende mit Höhen und Tiefen lag hinter mir, tagelang hatte mein PC Urlaub von mir. War ich doch mal online, dann immer nur für ein paar Minuten. Und so hatte ich ihn auch schon länger nicht mehr gesprochen. Umso größer dann meine Freude, seinen Namen im Online-Status zu entdecken. Ein wenig plagte mich ja das schlechte Gewissen, hatte ich ihm doch vor einer Woche versprochen, eine meiner Geschichten so umzuschreiben, dass sie auch veröffentlicht werden konnte. Bei Nichterfüllung dieser Aufgabe drohte mir eine Strafe, was mich wieder schmunzeln ließ. Eine virtuelle Strafe ... eine schöne Idee, aber mehr auch nicht. Das schlechte Gewissen jedoch blieb.

 

Doch meine Bedenken waren unnötig. Er war viel zu müde, musste am nächsten Morgen wieder raus und wollte demnächst ins Bett gehen. Kein Problem für mich, so ist es mit dem realen Leben. Ich freute mich einfach, ihn mal wieder, wenn auch nur kurz, gesprochen zu haben. Meine nächste Bemerkung kommentierte er schon gar nicht mehr, und mit einem Schmunzeln widmete ich mich wieder der Lektüre einer neu veröffentlichten Geschichte. Und doch verspürte ich kurz ein ungutes Gefühl, das ich aber sofort wieder verdrängte. Seine weitere Onlineaktivität lockte jedoch das Gefühl des Misstrauens wieder an die Oberfläche. Und mein Hirn arbeitete ungefragt auf Hochtouren, beobachtete, analysierte, und konstruierte mir dann 90 Minuten später, nach einer Doppelabmeldung aus dem Online-Status, den Grund seiner Ablehnung. Die Übeltäter standen für mich fest. Er war nur zu müde für mich, nicht aber für andere.

 

Und? Alles, was ich spürte, war Enttäuschung. Das verwirrte mich, ich fing an, mich selbst zu analysieren. War ich etwa eifersüchtig? So zumindest ließ sich das Gefühl auf den ersten Blick beschreiben. Doch ein klares NEIN, sowohl vom Herzen, als auch von meinem noch immer angestrengt arbeitenden Kopf, beantwortete diese Frage sehr schnell. Mein Herz gehörte bereits einem anderen, ob ich nun glücklich dabei war, ist unwichtig. Und als unglaublich logisch denkender Mensch, dem es schwer fiel, auch mal auf sein Herz zu hören, konnte ich Eifersucht auf jeden Fall ausschließen.

 

Was war es dann? Ich rief mich zur Räson. Immerhin war das hier nur das Internet. Wie konnte ich da so enttäuscht sein? Wäre es besser gewesen, wenn er einfach nur die Wahrheit gesagt hätte? Dass er einfach gerade keine Zeit oder Lust hätte, in einem anderen Gespräch sei? Kaum war die Frage formuliert, leuchtete in meinem Kopf ein neonfarben blinkendes JA auf. Das war also der Auslöser meiner wachsenden Aufregung? Mein immer wieder zu Enttäuschungen führender Drang, einfach nur ehrlich zueinander zu sein? Ja, es stimmt, nach einigen bitteren Erfahrungen empfinde ich nichts so grausam, wie das Gefühl, aus welchen Gründen auch immer, angelogen worden zu sein. Aber so schlimm? Mit solchen Auswirkungen? Und während ich noch immer versuchte, meinem Groll Einhalt zu gebieten, wurde mir plötzlich der wahre Grund meiner Enttäuschung klar. Nicht er war es, auf den ich sauer war. Auf MICH war ich sauer!

 

Warum ging ich immer wieder davon aus, dass andere Menschen meinen Ehrlichkeitswahn teilten? Konnte ich nicht einfach mal von vornherein solche Situationen mit klaren Worten vermeiden? Und wie kam ich eigentlich auf die bescheuerte Idee, eben jene Aufrichtigkeit ausgerechnet auch noch im Internet zu erwarten?

 

Ich wurde immer wütender auf mich selbst. Inzwischen lief ich barfuß auf dem Balkon hin und her wie ein zu lange eingesperrtes, wildes Tier und rauchte dabei, wie es mal jemand so treffend in einem Songtext beschrieb, 'als kriegte ich es bezahlt'. Meine Umgebung war komplett ausgeblendet, ich hing einfach nur meinen Gedanken nach, doch ich konnte mich einfach nicht mehr beruhigen. Es war beinahe schon witzig … wenn ich mal sauer bin, dann aber auch richtig, gerade auf mich selbst.

 

Dann griff ich, beinahe unbewusst, zum Handy. Meine Nachricht war kurz, aber eindeutig. „Hast du Zeit?“ Die Antwort kam prompt: „Wie schlimm?“  „Sieben!“, schrieb ich nach kurzer Überlegung zurück und starrte auf das Display. Ich musste nur zwei Minuten warten, dann bekam ich meine Anweisungen. Eine Koordinate in meiner Nähe, eine Uhrzeit, die mir kaum Zeit für irgendwelche Überlegungen ließ, dazu die klaren Worte „Augen verbunden, nackt, Hände gefesselt, Plug und Dildo mitbringen!“ Ja, auch wenn wir uns nur selten sahen, auch wenn unsere gemeinsame Zeit sehr begrenzt war, er verstand mich. Unsere kurze Affäre, unsere schnelle Trennung, andere Partner, nichts hatte das blinde Verständnis zwischen uns beiden zerstört. E halbe Stunde später stand ich, mit auf dem Rücken gefesselten Armen und meiner Sehkraft beraubt, völlig nackt mitten im Wald. Um mich herum die typischen Geräusche des erwachenden Morgens. Die Gedanken an Wildschweine und anderes Getier verdrängte ich sofort wieder, so gut es ging.

 

Kurz darauf hörte ich Schritte. Meine Angst, es könnte vielleicht doch nicht er sein, versuchte ich zu unterdrücken. Er war immer pünktlich, er war der Mensch, auf den ich mich blind verlassen konnte. Bei diesem Gedanken und meinen verbundenen Augen musste ich kurz lächeln. Dann war er da. Sein typischer Geruch, sein so geliebter Griff zwischen meine Schenkel. Ich war sicher, konnte mich fallen lassen, konnte mich ihm hingeben. Als kurzzeitiger Herr über meinen Körper würde er mich wieder in die Realität zurück holen.

 

„Das ist aber eher eine Acht. Vorbeugen!“ Er war noch nie ein Mann der vielen Worte, aber die wenigen waren immer so klar und deutlich, dass ich nie zweifelte. Der Plug, den ich vorsorglich lieber zwischen meinen Zähnen hielt, statt ihn vor mir auf den Boden zu legen, wurde mir entwendet und schon im nächsten Moment spürte ich ihn zwischen meinen Arschbacken. „Ich will keinen Ton hören, oder du läufst so nach Hause!“ Dass er diese Drohung ernst meinte, war mir völlig klar. Seine Strafen waren nie verhandelbar. Sicher, es gab schon immer ein Safeword, doch hatte ich es nie benutzen müssen. Er kannte meine Grenzen, kannte mich einfach viel zu gut.

 

Als der Plug langsam, aber unaufhaltsam, in mich eindrang, lobte ich mich für meine Entscheidung, ihn vorher schön feucht zu halten. Ich wusste, er setzte das voraus und hätte mich mit einem trockenen, wesentlich schmerzhafteren Eindringen bestraft. Das kalte Metall schob sich immer tiefer in mich, vor Schmerz biss ich die Zähne zusammen, doch kein Laut drang über meine Lippen. Ich brauchte das jetzt und er wusste es. Das leise Klimpern, das ich gleich darauf hörte, ließ mich erschauern. 'Er hat es nicht vergessen' konnte ich noch schnell denken, da zog die erste Klammer um meinen harten Nippel schon meine Brust in die Länge. Er liebte dieses Spiel, mich machte es einfach nur irre. Und schon kurz darauf zierte auch die nächste Klammer meine zweite Brust. Die Gewichte, die er noch an sie hing, verstärkten das Gefühl, mich zwischen Schmerz und Geilheit nicht entscheiden zu können. Er ließ mich eine Weile mit mir selbst kämpfen, spielte mit den Gewichten, nur kleine Berührungen, die mich aber in dieser Haltung immer wieder an den Rand des laut Werdens brachten.

 

Dann blieb er schweigend hinter mir stehen. Nach ein paar Minuten ohne einen Ton, ohne irgendein Geräusch von ihm, wurde ich nervös. Vorsichtig richtete ich mich auf, entspannte meinen Rücken, trat von einem Fuß auf den anderen. Ich wusste, ich durfte das nicht, aber ich konnte nicht an mich halten. „Zehn mehr für Ungeduld! Mitzählen!“ Noch bevor ich wirklich darüber nachdenken konnte spürte ich ein Brennen auf meiner rechten Arschbacke, dann ein schmerzhaftes Ziehen und erst dann realisierte mein Hirn das zischende Geräusch des Astes, bevor er auf meine Haut traf. Für irgendeine Lautäußerung viel zu überrascht, schaffte ich es gerade so, ein „Eins“ zwischen meinen zusammengekniffenen Zähnen hervor zu pressen, da traf mich ein nicht minder schmerzhafter Schlag auf meine rechte Brust. Und sofort noch einer, dieses Mal direkt auf meinen sowieso schon extrem empfindlichen Nippel. Im letzten Moment, kurz vor einem dritten Schlag in diese Richtung, konnte ich ein empörtes 'Was denn???' herunterschlucken, formte meine Hände zu Fäusten und spreizte nur den linken Daumen ab wie ein Kleinkind, dem man das Zählen mit Fingern beibringt. „Gutes Mädchen!“ lobte er mich, streichelte sanft über die beiden Striemen auf meiner rechten Brust und brachte damit auch wieder die Gewichte zum Schwingen. Ich hasste und liebte ihn zugleich. Und schalt mich selbst einen Dummkopf. Wie konnte ich nur das Redeverbot vergessen?

 

Der nächste Schlag ließ nicht lang auf sich warten, nur knapp unter dem ersten landete er auf meinem Arsch. Er schlug schon immer fest zu, Qualität war ihm dabei wichtiger als Quantität. Und immer hatte ich noch mehrere Tage eine sichtbare Erinnerung an ihn. Ich mochte es nicht, aber ich brauchte es. Wieder wurde mir bewusst, wie absurd das eigentlich klingt, doch als ich das Zischen des nächsten Hiebs hinter mir hörte, streckte ich schnell noch meinen Zeigefinger aus. Ich hörte ihn kurz amüsiert auflachen, dann landete er schon den nächsten schmerzhaften Treffer und ich vergaß meine abschweifenden Gedanken, konzentrierte mich komplett auf den Schmerz und meine beinahe unerfüllbare Aufgabe zu schweigen … und auf meine Finger. Einen nach dem anderen streckte ich aus, immer tiefer wanderten seine Schläge. Sie ließen an Kraft nicht nach, doch die Haut auf meinen Oberschenkeln war weitaus empfindlicher als die meines Hinterns. Und so kostete es mich einige Mühe, nicht laut zu werden, ein zwischenzeitliches Aufstöhnen konnte ich aber trotzdem nicht vermeiden.

 

Nach dem neunten Treffer entspannte ich mich, lockerte meine Finger und ballte sie wieder zu Fäusten. Acht war seine erste Ansage, zehn zusätzlich, macht neun Schläge auf jede Seite. Nicht viel, mag man meinen, bei manchen geht da erst der Spaß los. Doch für mich ist und bleibt es die Hölle. Aber auch die zweiten neun Schläge schaffte ich irgendwie, auch wenn mein Verstand völlig aussetzte und ich meinen Fluchtreflex gerade noch so ausbremsen konnte. Den Schmerz hatte ich nicht mehr unter Kontrolle, denn auch die Gewichte an meinen Nippeln machten mir jetzt arg zu schaffen, zogen meine Brüste immer mehr in die Länge und wurden bei jedem neuen Treffer ins Schaukeln gebracht. Ich hasste ihn in diesem Moment, war ihm aber gleichzeitig so unendlich dankbar. Natürlich waren die Schmerzen schlimm, aber sie machten mich auch, für ihn unverkennbar, sehr geil. Diese Sehnsucht zwischen meinen Schenkeln! Sie sorgte dafür, dass ich alles für ihn tun würde. Und je mehr ich mich nach seinen Berührungen sehnte, desto unwichtiger wurde der eigentliche Grund dieses Treffens: Meine Wut auf mich selbst schmolz dahin und verteilte sich auf angenehme Art und Weise in meiner glühend heißen Körpermitte.

 

Als die achtzehn Schläge vorbei waren, trat er vor mich, legte seine Hand sanft unter mein Kinn, hob meinen Kopf und entfernte die Augenbinde. Er schaute in mein tränenüberströmtes Gesicht, und auch wenn ich wusste, dass er auf diese Tränen stand, so schämte ich mich doch wieder einmal dafür, waren sie doch Zeichen meiner Schwäche. Aber er beugte sich nur zu mir herunter und küsste sie mit diesen unglaublich sanften Lippen weg. Ein letzter Kuss auf meinen Mund, und wieder das Gefühl, dass ich hier so sicher war, wie nirgends sonst auf dieser Welt. Ein einziger Kuss, und doch so eine Wirkung. Das war einfach … er!

 

„Aufhören?“ fragte er mich, doch ich schüttelte den Kopf und presste ein „Acht!“ hervor. Eine Mischung aus Mitleid und Respekt huschte über sein Gesicht, dann hingen plötzlich weitere Gewichte an den Klemmen. Ich fluchte innerlich, hatte ich doch wieder einmal unterschätzt, wie gut er mich wirklich kannte und wie ernst er mich gleichzeitig nahm. Er bückte sich zu dem auf meinen Sachen liegenden Dildo, wog ihn kurz in den Händen und flüsterte dann, kaum hörbar: „Heute willst du es aber wirklich wissen. Dann sei es so.“ Kurz überlegte ich, ob es wirklich eine gute Idee war, den großen Dildo einzupacken, dann erinnerte ich mich wieder an meine Wut auf mich selbst und wusste, dass er gerade groß genug war.

 

Langsam zog er sich vor mir aus, ich beobachtete ihn interessiert und wurde nicht enttäuscht. Sein Schwanz stand stolz nach oben gerichtet vor ihm, wie immer nach seinen Schlägen. Allein dafür habe ich sie immer wieder in Kauf genommen, habe sie bereitwillig ertragen.: Für diesen Anblick, für das Wissen , wie sehr es ihn anmachte, und für die Belohnung, die er mir nie vorenthalten hat. Voller Vorfreude leckte ich mir die Lippen. Meine Erinnerungen ließen mich ihn sofort wieder schmecken, ließen mich spüren, wie er mich, meinen Mund, ausfüllen würde. Doch plötzlich zog er mich an meinen Haaren erst nach oben und dann rückwärts durch den Wald. Zuerst mit den Schultern, dann mit dem Hintern stieß ich gegen einen Baum. Der Plug drang noch tiefer ein, ließ mich aufstöhnen. Er drückte mich wieder vornüber, spielte mit den Gewichten, schob mich noch näher an den Baum. Ich biss mir auf die Lippen, wagte nur einen kurzen Blick auf meine mittlerweile sehr lang gezogenen Nippel. 'Das wird ein scheiß Schmerz nachher' dachte ich kurz, doch für mehr ließ er mir keine Zeit. Er zog mich ein Stück vom Baum weg, schob mich zur Seite, und als er mich wieder nach hinten drückte, spürte ich den Dildo auf meinen Schamlippen. Irgendwie hatte er ihn am Baum befestigt, und das frische, kühle Gefühl ließ darauf schließen, dass er auch ein wenig Gleitgel auf ihm verteilt hatte. Er hob meinen Kopf erneut ein Stück an, schaute mir in die Augen und flüsterte „Du weißt, wie es geht!“. Dann drückte er mich mit einem Ruck auf den in diesem Moment wirklich riesigen Wonnepfropfen. Meine Lippen öffneten sich, wollten schreien, doch im gleichen Moment stieß er auch mit seinem harten Schwanz zu und erstickte meinen Schmerzensschrei im Keim. Von hinten und vorn komplett ausgefüllt kämpfte ich gegen Schmerz und Würgereiz gleichzeitig an. Sofort kamen wieder die Tränen und doch spürte ich diese unausgesprochene Liebe zwischen uns, die sich in diesem Moment wieder ein Stück mehrte.

 

Er gab meinen Kopf frei und ich konnte endlich wieder Luft holen. Dankbar schaute ich ihn an, schloss meine Lippen um seinen Schwanz und begann, diesen sanft mit meiner Zunge zu erkunden. Die ausgeprägte Aderung, von der ich immer wieder geträumt hatte, die so unglaublich empfindliche Eichel, bei deren Berührung ich ihn beinahe mehr in der Hand hatte, als er mich. Ich weiß, was ich kann und ich weiß, was er liebt. All das schenkte ich ihm jetzt, vergaß mich dabei komplett. Sanft fasste er meine Schultern und erinnerte mich daran, dass da ja noch der Dildo war,zog mich ein Stück zu sich, schob mich dann wieder auf den inzwischen komplett feuchten künstlichen Schwanz. Er gab den Rhythmus vor, ich folgte ihm bereitwillig. Irgendwann bedurfte es seiner Führung nicht mehr, wieder und wieder fickte ich mich mit dem Dildo, während sein Schwanz von meinem Mund nach allen Regeln der Kunst verwöhnt wurde. Dass ich kurz davor war zu kommen, merkte auch er und zog mich sofort vom Baum weg komplett auf seinen Schwanz. Dieses unverkennbare Zucken auf meiner Zunge, wie sehr ich es liebte. Und dann traf auch schon der erste Schwall seiner Sahne mitten in meine Kehle, schlucken brauchte ich sie nicht mehr. Er zog sich ein Stück zurück und füllte meinen Mund mit seinem warmen Lustsaft. Keinen Tropfen verschwendete ich, nichts ließ ich über meine Lippen kommen. Erst als er nicht mehr zuckte, die Spannung in seinem Glied ein wenig nachließ, sah ich ihn wieder an, öffnete kurz meine Lippen, schluckte dann seine Sahne komplett herunter und präsentierte ihm wieder meine jetzt saubere Zunge. Er lächelte mich an, kein größeres Lob hätte er mir in diesem Moment schenken können.

 

Doch ich wusste, dass es noch nicht vorbei war. 'Sieben' hatte ich ihm gesagt, 'Acht' hatte er daraus gemacht. Nach unserer Trennung hatten wir diese Skala aufgestellt. Und stand ihr Wert erst einmal fest, gab es daran nichts mehr zu rütteln. Dass er mich, so wie kurz zuvor, doch mal fragte, ob er nicht besser aufhören sollte, kam selten vor. Doch er wusste auch, dass ich mich manchmal selbst überschätzte, meine Gefühle nicht im Griff hatte und dann zu Größenwahn neigte. Jetzt gab es allerdings kein Zurück mehr. Mit seiner improvisierten Peitsche brachte er mich dazu, meine Beine noch ein Stück zu spreizen. Noch immer vor mir stehend, beugte er sich über mich, spielte ein wenig mit dem Plug und zog ihn dann aus mir heraus. Kurz darauf spürte ich auch schon den feuchten Dildo auf meinem Anus. Ich sah ihn entsetzt an, doch seine Augen strahlten Zuversicht und unendliches Vertrauen aus. „Ganz langsam, Süße. Ich weiß, du schaffst das.“ Und vorsichtig drückte er mich dem Baumstamm entgegen. Die Schmerzen waren erstaunlicher Weise beherrschbar. Natürlich war es nicht einfach und bis der erste Widerstand gebrochen war, dauerte es eine Weile. Und sicher würde ich auch am nächsten Tag noch etwas von dieser Erfahrung haben. Doch unaufhörlich schob er mich auf den Dildo, bis meine Arschbacken den Baum berührten und es nicht mehr weiter ging. Dann hielt er inne, streichelte meinen Rücken, meine Brüste, brachte wieder die Gewichte zum Schaukeln. Als sich seine Hand um eine der Klemmen legte, hielt ich die Luft an. Sein fester Griff ließ mich nicht entweichen, er löste die Klammer vorsichtig und doch so schmerzhaft. Und als das Blut in meine so arg gequälten Nippel zurückschoss, drückte ich mich noch mehr auf den Dildo, versuchte ich, mit dem Baum zu verschmelzen, nur um vor diesem schrecklichen Schmerz zu verschwinden. Mein Schrei verhallte irgendwo zwischen den inzwischen in der Morgensonne stehenden Bäumen, die Vögel verstummten und nahmen nur zögerlich ihr Konzert wieder auf.. Und wieder streichelte er meinen von lautem Schluchzen durchgeschüttelten Körper. Er holte mich zurück, ließ mich seine Nähe, seine Liebe spüren, gab mir Geborgenheit. Wieder fasste er meine Schultern und bewegte mich sanft auf dem Dildo vor und zurück. Ich spürte das Ziehen gar nicht mehr, spürte nur noch, wie er mich ausfüllte, und wie ich erneut einem Orgasmus entgegen trieb. Dass ich ihn nicht bekommen würde, wusste ich. Wie mein Gegenüber das verhindern wollte, wusste ich auch. Und doch zerschnitt ein zweiter Schrei die Luft, als er auch die zweite Klammer entfernte. Von hinten komplett aufgespießt, von schrecklichen Schmerzen durchgeschüttelt, brach ich beinahe zusammen. Der Dildo gab mir ebenso Halt wie seine sanften Hände, die jetzt meine Nippel streichelten. Meine weichen Knie hätten sonst ihren Tribut gefordert und mich zu Boden gehen lassen.

 

Als ich wieder halbwegs bei Verstand war, stellte er sich neben mich, fasste meine Hüften und dirigierte mich wieder und wieder auf den Gummiknüppel in meinem Arsch. Meine nie ganz erloschene Lust wurde wieder angefacht und dann von zwei Fingern auf meinem Kitzler auch noch voran getrieben. Das Gebot, keinen Laut zu äußern, missachtete ich vollends, zu sehr gefangen war ich in einem Strudel der Lust, der mich immer tiefer hinab riss, um mich dann, einem Geysir gleich, wieder an die Oberfläche zu schleudern und explodieren zu lassen. Er hielt mich fest, während ich mich völlig fallen ließ und nur noch ein einziges, zuckendes Bündel Lust war. Dann zog er mich zu sich, auf eine Decke, die wie von Zauberhand plötzlich vor uns lag. Er legte sich hinter mich, umschloss mich mit seinen Armen, strich mir zärtlich die Tränen von der Wange und als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, fing ich ganz automatisch an zu erzählen.

 

Er war ein guter Zuhörer, ließ mich einfach reden, unterbrach mich nur selten. Am Ende angekommen, grinste er mich an und flüsterte „Das bist typisch du, stehst dir mit deinen Ansprüchen immer selbst im Weg.“ Er beugte sich zu mir und wir küssten uns. Erst ganz sanft, dann immer fordernder. Unsere Hände erkundeten unsere Körper. Und dann liebten wir uns, liebten uns, als sei es das erste und letzte Mal in diesem Leben. Völlig frei von allem, ohne jegliche Hintergedanken. Zwei Menschen, frei in ihrem Handeln und sich doch gerade näher, verbundener, als sie es jemals zuvor waren. Nur kurze Zeit später packten wir, schweigend, aber zufrieden und im Einklang mit dem Leben, unsere Sachen zusammen, zogen uns an und er fuhr mich nach Hause. Natürlich wartete er, bis ich auf dem Balkon stand, bevor er sich mit einem letzten Winken in sein Auto setzte. Erst als ich am nächsten Tag wieder erwachte, innerlich und äußerlich völlig entspannt, schrieb ich ihm ein kurzes „Danke!“. Seine Antwort kam prompt und zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht.

 

„Danke, dass ich für dich da sein durfte!“

 

 

Bewertung

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Kommentare

Vielen Dank für diese Geschichte. Leider kann ich Dir nur sechs Sterne dafür geben. Du hättest eigentlich mehr verdient.
Ich freue mich schon auf, hoffentlich, weitere Geschichten von Dir.

es ist ganz einfach. Man muss nur viel öfter Danke sagen!

Eine wirklich gelungene Erzählung. Mit unglaublicher Ramontik und tiefstem Schmerz. Weiter so!

Gruß, Tony

Wie gut dass es Freunde gibt!  Ich mag diese Geschichte,  sie zeigt einen Aspekt von Freundschaft welcher in diesem Bezügen speziell ist, wie die Schweizer sagen würden.  Danke fürs Teilen.  6 Freundschaftssterne von mir. 

diese Geschichte gefällt mr echt gut. danke viel viel mal. 

Es ist einfach unmöglich, einen Kommentar mit soviel Gefühl und Intensität zu verfassen, um dieser Geschichte, dem Ton, der Bilder im Kopf und der Autorin gerecht zu werden.

Daher beschränke ich mich auf ein einfaches Danke.

Ich fühle mich ja in Innenräumen besser aufgehoben, aber das muss man wohl auf sich nehmen, wenn man der virtuellen Welt den Rücken kehren will. Was ist schon realer als der Wald!? Vielen Dank für dieses Motiv sonst hätte ich dir vielleicht nicht in deinen derb-sanften Porno folgen können. Jetzt weiß ich auch, warum ich mich mit Mila Kunis und Justin Timberlake so gelangweilt habe!

Ein ganz tolles Metanarrativ ist es zudem noch! Da fällt es schwer zu beurteilen, ob es sich bei deinem Paratext nicht schon um einen Teil der Geschichte handelt. Oder deutet sich hier vielleicht eine Transgression an…

[Eventuell kamen mir die ersten 13 Absätze etwas lag vor. Über den Witz mit den verbundenen Augen habe ich sehr gelacht. Als du ihn erklärt hast, war es damit aus!]

eine wunderschön geschriebene Geschichte von dir, bei der ich allerdings überlege ob es wirklich "nur" eine Geschichte ist.

 

von mir 6 gut gezielte hiebe auf den Hintern, in der Hoffnung das mehr kommen wird.

und so eine schöne Geschichte zu lesen. Ich gratuliere Dir, sage Prost mit einem Stella Artois und hinterlass Dir wa der Sternenhimmel hergibt. LG

Juliet

für all die tollen Kommentare. Habe eine Weile gebraucht, um einen Höhenflug abzuwenden. Die Ansprüche an mich selbst in der nächsten Geschichte sind nun ziemlich hoch. Aber ich werde alles geben, um ihnen gerecht zu werden.

Amüsiert bin ich über die im Hintergrund laufenden Vermutungen über die Zusammenhänge zwischen realen Personen und den Protagonisten. Und weil es so einen Spaß macht, werfe ich meine letzte Packung Spekulatius in die Runde, verabschiede mich in den Urlaub und bin gespannt, wen ich danach heiraten soll ... oder die Protagonistin ... oder wer jetzt eigentlich? Image removed.

In reply to by SorellaLuna

Du könntest ja noch die offizielle Liste der valablen Kandidaten hier publizieren, dann machen wir in deinem Urlaub eine Abstimmung, und dann wartet zuhause ein nagelneuer, strenger und doch liebevoller frischgebackener Ehemann auf dich. Bzw. die Protagonistin. Na? Wär das was?

In reply to by Domabile

Die Protagonistin meint, ihr solltet das doch lieber selbst in die Hand nehmen. Sie ist froh, dass sie mich für zwei Wochen los ist, da will sie sich nicht noch mit meinen Hinterlassenschaften beschäftigen müssen. 

Wir haben beide beschlossen, das wie eine Bundestagsentscheidung zu behandeln. Interesse am Entscheidungsprozess besteht nicht, Beschwerden und Proteste danach sind aber zu erwarten  Image removed.

Ich fand die Geschichte Sehr Sehr gut ! Ich finde Sie sehr na an der Wirklichkeit !!  In manchen punkten sehe ich mich selbst !!

Ich freu mich schon auf Deine Nächste Geschichte !!

Weiter so ,Sorella