Gentlemen 10 - OWK

 

Alleine zu fahren war für einen Kerl dieser Tage ziemlich riskant. Nur nicht anhalten, schließlich durfte man einer Dame keinen Wunsch abschlagen.

Die kleinen Scherze, die sich Straßenpolizistinnen in Mad-Max-Montur gelegentlich erlaubten, waren noch das Wenigste. Dass Zollbeamtinnen an der Grenze sehr sorgfältig prüften, ob ich mir nicht ein paar Gramm Dope in den Hintern gesteckt hatte: geschenkt. Habe ein paar Jahre in Aachen gelebt, da mußte ich das auch schon von Männern erdulden.

Aber Tramperinnen waren wirklich die Pest! Seit schon der Verdacht ungebührlichen Verhaltens ziemlich drakonisch verfolgt wurde, manchmal knapp unter der Grenze bleibender Schäden, konnten sich junge Frauen alles rausnehmen und reisten munter und mit spaßigem Begleitprogramm auf dem Daumen durch ganz Europa.

Es ging nicht anders - ich mußte mich einfach erleichtern. Irgendwo in der Gegend von Bielefeld hielt ich auf dem kleinsten Parkplatz, den ich finden konnte, und tobte zum Gebüsch, denn die Parkplatzklos waren immer noch grauenhaft. Als ich zurückkehrte, saßen sie schon auf der Motorhaube: zwei Gothics, vielleicht auch Emos, man blickt da ja nicht so durch, jedenfalls weiblich und grad mal Abitur oder Studium angefangen, 19, 20, sowas. Sie sogen an einem Bong, der wie die Miniversion von dem aus Holland bzw. Barbarella aussah, inklusive einem fast nackten Playmobilmännchen mit winzigem Schniedel. Sie trugen Melonen, so nannte man früher halbwegs kugelförmige Hüte. Halbkugelförmig, gewissermaßen. Holy clockwork orange, dachte ich.

Und so kam es: "welly, welly, well, was haben wir denn hier?". Der intensive Duft der Fliederblüten tröstete mich nicht, wirkte eher wie Spott. "Der Herr will wohl nach Zlin fahren?" Nein, eigentlich wollte ich nach Berlin, nicht Zlin. Zlin, Zlin? Scheiße, Tschechien, das OWK!

Ich hatte keine Chance: zwei Frauen, auch junge Freaks, konnten gegenüber den Buletten sonstwas behaupten, was mich für immer in den Kerker werfen würde. Kein Mensch glaubt einem Mann, jedenfalls keine Richterin. "Weißt du nicht, wie man eine Dame begrüßt?" Doch, wußte ich, aber ihre Stiefel waren staubig, billig, nicht elegant. Bäh! Aber ich küsste sie, vorsichtig, zurückhaltend, das genügte ihnen für's Erste. "Wir waren auch schon im Busch, mein Lieber, leider gab es dort kein Papier." Die Eine zog ihren kurzen Rock hoch und bedeutete mir unmißverständlich, ihre Pussy abzulecken. Eine Spur von Salz, nicht zu schlimm, einigermaßen gepflegt. Früher, als Frauen noch meinten, sich ihre Schamhaare, durch die sie ständig pissen, nicht stutzen zu müssen, war Cunnilingus unangenehmer. Aber jetzt waren wir ja zivilisiert. Soweit ok.

Also saß ich bald mit dem Ladies im Auto, meinem uralten Benz. Die eine lag auf der Rückbank und besorgte es sich stöhnend selbst, die andere saß neben mir und ließ sich von meiner rechten Hand verwöhnen, wobei sie mit ihrer linken für ein Überholmanöver auch mal in den vierten Gang runterschaltete und im übrigen den besten Weg nach Zlin herauszufinden versuchte. "Ich heiße übrigens Sexy und sie heißt Sadie und du heißt jetzt Kurt." Woher zum Teufel kannten die die Beatles, und meinten sie Cobain?

Ich sehe wohl, wie ihr Wichser zwei anbetungswürdige junge Frauen imaginiert. Tatsächlich sahen Sexy und Sadie eher aus wie Laurel und Hardy. Die füllige Sadie holte sich hinter mir völlig bekifft einen nach dem anderen runter und streckte nur ab und zu ihren Kopf zwischen den Vordersitzen durch, um mir in den Schwanz zu beißen, was so gar nicht gelingen wollte. Dafür würgte sie mich, bis Sexy sie stoppte, weil es zu gefährlich wurde. Die spargelige Sexy saß neben mir, Titten ziemlich Fehlanzeige. Aber naja, ich habe Weiblichkeit eigentlich immer in jeder Form geschätzt, es geht um's Prinzip.

Ganz besonders attraktiv finde ich Weiblichkeit, wenn sie nicht dumm ist, was trotz zweier überlegener X-Chromosomen leider häufig genug vorkommt. Mit Sexy und gelegentlich auch Sadie konnte ich mich auf der Fahrt ganz gut über Žižek und Derrida austauschen, auch über Sartre und die Frankfurter Schule, und während Sexy einen Höhepunkt hatte, waren wir uns einig, dass Poststrukturalismus für den Arsch ist und Existenzialismus das einzig wahre.

Dennoch mußte Sadie, die ihren Namen wohl nicht aus Daffke hatte, ihrer Unzufriedenheit mit Simone de Beauvoir auf einem Parkplatz in Thüringen Luft machen. Wir hielten fast eine Stunde, während der ich an die Dachreeling des Wagens gefesselt war, und mal mit dem Ersatzkeilriemen, mal mit dem Warndreieck verhauen wurde. Immerhin konnte Sexy Sadie davon abhalten, mir das Radkreuz in den Po zu stecken.

Gelegentlich vorbeikommende Fahrerinnen und leider auch Geschlechtsgenossen begrüßten die Aktion mit Gejohle. Eine ältere Dame griff mir unter dem Vorwand, meine Striemen zu begutachten, ungebührlich und schmerzlich zwischen die Beine, bis Sexy meinte, es wäre nun wohl genug.

Wie aus einem falschen David-Lynch-Film, wie aus einem geträumten nächtlichen Ruf-mich-an-Werbespot, hielt noch eine wirklich sexy Frau vom Kaliber Daliah Lavi in einem pinken Chrysler Le Baron Cabrio, wovon es in Deutschland nicht mehr als eine Handvoll gibt, also Le Baron Cabrios überhaupt, gab mir ein paar freundliche Klapse auf meinen völlig wunden Hintern, und verabschiedete sich mit einem "Viel Spaß, Mädels", nicht ohne sich die gigantischen Möpse zu massieren. Holy shit, ich hatte doch gar nichts geraucht! Oder doch?

Sexy und Sadie waren jedenfalls angeregt genug, dass sie dringend einkehren wollten. Selbst im Osten hatte jede Raststätte einen Disziplinraum so selbstverständlich wie einen Wickelraum. Was sich nur annähernd Motel nannte, hatte ein gut ausgestattetes Studio. Was sie dort mit mir genau angestellt haben, erspare ich euch. Wie gesagt war Sadie ziemlich gemein und brutal und eher rundlich, hatte dabei aber auch wundervolle Brüste mit unglaublichen Nippeln, die ich zum Trost lange küssen durfte. Was kann Treue und Monogamie schon noch einem Mann bedeuten, der praktisch von jeder Frau benutzt werden kann? Es geht um das Prinzip der Weiblichkeit, aber eben gerade deshalb ist die eigene Frau und Herrin auch so besonders. Wie dem auch sei, sie war weit entfernt. Die zurückhaltende und extrem schlanke Sexy, eher das Kate-Moss-Modell, hielt nicht viel von Gewalt, ließ mich aber nichts trinken, als ihren Saft, und bestand danach natürlich auf gründlichster Reinigung der Vulva. Wogegen ich nicht grundsätzlich etwas hatte.

Später, irgendwo im Erzgebirge, kurz vor der tschechischen Grenze, saß Sadie vorne neben mir, und testete meine Leidens- und Konzentrationsfähigkeit, indem sie mir bei voller Fahrt die Mine ihres Kugelschreibers einführte. "Was glaubst du eigentlich, Süßer, was wir in Zlin machen?" "Wir fahren zum OWK?" "Ach nee, aber was wollen wir dort?" Gute Frage, seit frau Männer praktisch überall vergewaltigen kann.

Ich erfuhr, dass beide Mathematik und Philosophie studierten, in Göttingen, ausgezeichnete Wahl. Ich verstand, dass die Dommsen vom OWK die Entwicklung gar nicht begrüßten, weil es sie praktisch arbeitslos machte. Sadie hatte ihre Kulimine freundlicherweise entfernt und war nun dabei, mir leidenschaftlich einen zu blasen, mit ein paar Klapsen auf die Eier, während ich mit 180 Sachen über die Landstraße fegte und Sexy mich leicht würgte, während sie mir erklärte, dass die Beherrschung von Männern öde ist, wenn das jede kann, und dass deshalb vom OWK die Revolution ausgeht.

 

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