Grau - erster Teil

 

Wer immer meine Geschichte als seine ausgibt, unerlaubt vervielfältigt, oder sonstwie Schindluder damit treibt, dem sollen die Genitalien vertrocken und auf immer den Dienst versagen. Nie wieder soll er/sie Freude beim Lesen meiner Geschichte verspüren und wann immer seine/ihre Finger die Tastatur berühren, soll ihn/sie die heilige Schreibblockade treffen auf das er/sie nie mehr erlöst werde.

Ansonsten ganz viel Spaß beim Lesen, ich freu mich über Kritik, Anregungen und am allermeisten über Lob.


 

Besorgt blickte Mara zum Himmel, die Sonne ging schon unter und sie war immer noch nicht zu Hause angekommen. Sie hatte den ersten Bus verpasst und jetzt würde sie im Dunkeln mit Trinchen, der treudoofen Cocker Spaniel Hündin ihrer Oma, Gassi gehen müssen. Sie hatte sie drei Wochen in Pflege, weil ihre Oma sich einer schwierigen OP unterziehen musste. Nervös fummelte sie den Schlüssel aus ihrer Handtasche, sie hasste es nach Sonnenuntergang draußen zu sein. Erst recht wenn es noch dazu feucht und kalt war.

Das auch noch, dachte Mara frustriert, die Straßenlaterne vor ihrer Haustür war  mal wieder ausgefallen. Oder was wahrscheinlicher war, ein paar von diesen asozialen Jugendlichen hatten sie ausgetreten. Die waren auch ein Grund dafür, dass sie abends am liebsten zu Hause in ihren vier Wänden war. Männer in Horden, egal ob jung oder alt jagten ihr eine Heidenangst ein.  Ihr Geld langte im Moment hinten und vorne nicht, um in ein besseres Stadtviertel umzuziehen und so wohnte sie schon seit einem Dreivierteljahr in dieser schäbigen Hochhaussiedlung.

Endlich fand ihr Schlüssel das Schloss und schnell schlüpfte sie ins Treppenhaus. Der Fahrstuhl war klein, alt und stank permanent nach Bier und Pisse. Als sie gerade eingezogen war, war sie nachts einmal über einen besoffenen Mann gestolpert, der im Fahrstuhl seinen Rausch ausschlief. Sie hatte sich zu Tode erschrocken und dann auch noch den Spott der Rettungssanitäter ertragen müssen, weil sie wegen so einem angerufen hatte. Aber sie hatte es nicht über sich bringen können, gar nichts zu tun. Sie wollte nicht so sein, wie die anderen Menschen die hier lebten. Nichts tun war so ziemlich das was die am besten konnten, nach nichts sehen, und nichts hören.

Müde lehnte sie sich an die Kabinenwand und schloss für einen Moment die Augen, „nicht mehr lange“ , flüsterte sie, in vier Monaten wäre sie mit der Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau fertig. Sie arbeite in deinem kleinen Naturkostladen und mochte ihre Arbeit. Aber viel rum kam dabei nicht. Danach wollte sie BWL studieren. Mit ihren 23 Jahren war sie eher spät dran, aber nach ihrem Abitur war einiges schiefgelaufen in ihrem Leben. Der Vater war schon abgehauen, bevor sie laufen konnte. Und dann war ihre Mutter an Krebs erkrankt. Im Krankenhaus hatte sie für die Abiturarbeiten gelernt. Damals war sie noch vollkommen überzeugt, dass ihre Mutter es selbstverständlich schaffen würde. Aber das hatte sie nicht und jetzt gab es nur noch sie und Oma. Ihr Verhältnis war nicht das Beste. Ihre Großmutter hatte es ihrer Tochter nie verziehen, dass sie sich mit einem Taugenichts eingelassen hatte, der sie dann mit einem Kind sitzenließ. Vielleicht war es auch der verletzte Stolz. Mama hatte ihr erzählt, dass Oma ihren Vater geradezu vergöttert hatte und sie sich von seinem Verrat nie wieder erholte.

Mara schlug die Augen wieder auf, als der Fahrstuhl unvermutet anhielt, war sie schon im 6.Stock? Die Türen öffneten sich. Sie war erst im 4.Stock und herein kamen drei  junge, muskulöse Kerle, sie stanken förmlich nach Ärger.  Eng drückte sich Mara in die Ecke und machte sich unsichtbar, darin hatte sie viel Übung. Ich bin grau , dachte Mara beschwörend, grau und flüchtig wie Nebel, beachtet mich nicht, ich bin gar nicht hier.  Verblüffend oft gelang es Mara, sich so aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Ihr Körper bildete dafür die Steilvorlage. Alles an ihr war durchschnittlich, sie war 1,65 groß, hatte braune  Haare, braune Augen, blasse Haut, war weder dick noch dünn, ihr Busen war …… eben einfach da. Schon als Kind hatte sie festgestellt, dass sie schnell übersehen wurde. Damals noch zu ihrem Leidwesen, später oft zu ihrem Vorteil. Eines der wenigen Dinge die wirklich auffällig an ihr waren, war ihr Lächeln. Gerade weil es für andere Menschen so unvermutet aufzutauchen schien, verwandelte es die Welt. Wenn sie lächelte strahlte sie wie die Sonne und jeder der bei ihr war, wärmte sich in ihrem  Licht. Nur hatte sie die letzten Jahre nicht allzuviel zum Lächeln gehabt.

Die Männer hatten alle drei Bierdosen in der Hand, der eine rülpste röhrend ohne sich die Hand vor den Mund zu halten und seine Kumpel quittierten seine Bemühungen mit johlendem Gelächter.

„Mensch Matze, drück doch mal E, warum fährden das Scheißding nach oben?“

Das Bauernschwein mit den blonden Haaren hieß also Matze,  nervös beobachtete Mara wie er unkoordiniert auf der Tastatur rumdrückte. In dem Moment waren sie schon im 6. Stock und die Türen öffneten sich.

„Entschuldigung“, presste Mara hervor, bevor sie sich eilig an den Männern vorbeischob.

„Ey, wo kommt denn  das Küken her?“, lallte der eine überrascht, dann lachten sie und der eine grölte ihr hinterher, „Kleines Küken, put, put, put, komm zurück ins Nest, na komm schon. Komm lass uns deine Titties sehen, kleines Hühnchen, hast du überhaupt schon welche?“

Sie klatschten sich auf die Schenkel vor Lachen, die waren ja so unglaublich witzig. Mit zitternden Knien ging sie stur den Gang hinunter und  schon hörte sie Trinchen bellen. Manchmal wünschte sie sich, ihre Oma hätte eine Leidenschaft für Kampfhunde, dann würde es vielleicht sogar Spaß machen, abends mit dem Hund rauszugehen.

Kaum hatte sie die Tür offen, drückte sich die Hündin an ihre Beine und winselte vor Glück. Ihr plumpes Schwänzchen, oder was davon noch übrig war, wedelte beseelt und gegen ihren Willen stahl sich ein Lächeln auf Maras Lippen. „Na du dummer Hund?“, flüsterte sich zärtlich und beugte sich runter und kraulte Trine hinter den Ohren. Es war ein weiterer Beweiß für ihre Einsamkeit, dass sie prompt ihr Herz an dieses hässliche Tier verloren hatte. Sie schämte sich furchtbar, aber schon ein paar Mal hatte sie sich bei dem Gedanken erwischt, dass Oma nach der OP vielleicht nicht mehr im Stande sein würde sich um Trinchen zu kümmern und das sie die Hündin behalten könnte.

Am Garderobenständer hing die blaue Lederleine, Mara holte sie und schnappte den Karabiner ins Halsband. Wenn die Leine an ihrem Hals hing, konnte man sich darauf verlassen, dass Trine ihren kleinen Hundepopo vor die Tür pflanzte und sich keinen Millimeter mehr bewegte, bevor es raus ging. Erwartungsvolle Hundeaugen sahen sie an, Mara grinste. „Gleich geht’s los Süße, ich hol mir noch schnell einen Apfel und geh noch mal Pipi machen.“

Die Wege waren kurz in ihrer winzigen Wohnung, die im Wesentlichen aus einem Wohnzimmer mit  Schlafsofa und Küchenzeile und einem Bad bestand. Der große Luxus war, dass  sie nach Süden lag und die Aussicht am Tag tatsächlich wunderschön war. Sie hatte sogar einen kleinen Balkon auf dem Mara Küchenkräuter in bunt bemalten Töpfen zog. Sie schnappte sich einen Elstar, ihre Lieblingssorte, und polierte ihn an ihrer Jeans während sie auf der Toilette saß und es laufen ließ. Ein „Wuff“ von der Haustür brachte sie zum Lachen. „Ja altes Mädchen, ich weiß du musst auch, ich beeile mich ja schon.“

Sie drückte die Spülung, verstaute ihre drei Schichten aus Unterhemdchen, T-Shirt und Pullover wieder in der Hose und schloss den Gürtel. Genießerisch hielt sie ihre kalten Finger extralange unter das warme Wasser. Dann holte sie sich noch ein paar Handschuhe, und den dicken Wollschal, den Apfel steckte sie in ihre Jackentasche.

„Auf geht’s!“ Sie schnappte sich die Leine und öffnete die Tür, abschließen und den Schlüssel in der anderen Jackentasche verstauen.  Der Hund tippelte fröhlich neben ihr her, in den Fahrstuhl.

Im Fahrstuhl dann jedes Mal dasselbe Theater, es roch so einladend nach Urin, dass Trine ihr erstes Geschäft schon gerne an Ort und Stelle verrichtet hätte. Die Luft schlug ihr kalt entgegen, sie war nur kurz oben gewesen, aber es kam ihr so vor, als wäre die Temperatur um ein Vielfaches gefallen. Schaudernd trat sie noch einmal auf der Stelle und sah sich um, alles verlassen. Dann zockelten sie los. Ihr Weg war immer der Selbe. Die Straße rechts runter, zwischen den Garagen durch, nochmal rechts der Schleichweg zwischen den Altpapiercontainern und hintenraus, auf den Feldweg. Die Häuser lagen jetzt wie dunkle Schatten links von ihr. Der Berg stieg auf der rechten Seite steil an, und ging in ein kleines Wäldchen über, bevor die nächste Wohnsiedlung kam. Das Wäldchen war ein beliebter Treffpunkt für Kiffer, poppende Pärchen, oder eben alle Hundebesitzer.  Witzigerweise war eines der wenigen Dinge bei denen der Hausmeister rigoros durchgriff, die Entfernung des Hundekots. Wenn er jemand erwischte, der seinen Hund aufs Gelände scheißen ließ, rastete er total aus. Was dazu führte, das der Wald eine einzige Tretmiene war. Mara konnte die Pärchen nicht verstehen, die freiwillig hierher zum Vögeln gingen, nicht das sie jemand zum Vögeln gehabt hätte, aber dann wäre ihr was Besseres eingefallen.

Heute hatte sie Glück, obwohl sie sich hier immer unwohl und beobachtet fühlte begegnete sie niemanden. Trine war mit dem Wetter auch nicht zufrieden, sie beeilte sich mit ihrem großem Geschäft und signalisierte Mara dann klar und deutlich, dass sie nach Hause gehen für eine gute Idee hielt. Während die kleine Hündin Mara hinter  sich herzog, konzentrierte sich Mara auf den Weg, um nicht auf den letzten Metern in einen Hundehaufen zu treten. Deshalb entdeckte sie die drei Männer aus dem Fahrstuhl auch zu spät. Sie standen bei den Altpapiercontainern, und neben ihnen standen mehrere Six-Packs, sie hatten sich offensichtlich am Kiosk, die Straße runter, für die Nacht eingedeckt.

Zögernd blieb Mara stehen, sie sollte besser umkehren, die besoffenen Idioten hatten sie noch nicht gesehen. In diesem Moment  bellte Trine die Männer an. Sie drehten sich um.

„Na sie einer an, das Küken aus dem Fahrstuhl! Willst du uns doch deine Titten zeigen.“  Der Mann grinste höhnisch und lästerte weiter, „ und guckt mal Jungs sie hat einen Beschützer dabei, da müssen wir aufpassen.“

Gespielt beeindruckt kam er auf Mara und Trine zu, „Hallo du großer Hund, passt du auf dein Frauchen auf?.... Ja das tust du, feiner Hundi.“ Mara versuchte zurückzuweichen, musste aber feststellen, dass Trine scheinbar beschlossen hatte, dass ihre Abneigung gegen diesen Kerl größer war, als das bisschen Hundeverstand in ihrem Schädel.

Er beugte sich herab, um Trines Kopf gönnerhaft zu tätscheln und fuhr gleich darauf mit einem Schrei zurück.  „Der Scheißköter hat mich gebissen!“  Fluchend und schneller als man es einem Besoffenen zutraute, holte er aus und rammte Trine seinen Stiefel in die Rippen. Schrill jaulte die kleine Hündin auf, klatschte neben dem Container auf den Boden und blieb still liegen. „Trine!“ , schrie Mara erschrocken  und wollte zu  ihr rennen, als sie eine riesige Hand im Nacken packte und zurückriss.

Panisch strampelte Mara und wollte sich losreißen, aber sie hatte nicht die kleinste Chance. Seine Hände umklammerten ihre Handgelenke, zogen ihr die Arme über ihrem Kopf und mit seinem  Körper presste er ihren  gegen einen der Container. Sie wimmerte vor Angst, als sein Knie sich zwischen ihre Schenkel schob. Ihre Füße erreichten kaum den Boden und deutlich konnte sie spüren, dass er eine Erektion hatte. Eine Hand ließ ihre Handgelenke los, die freie Hand strich ihr zärtlich über die Wange, packte sie dann an der Kehle, drückte ihr die Luft ab.

„Dein Hund hat meinen besten Kumpel gebissen Schlampe, wessen Schuld ist das?“, flüsterte der Mann an ihrem Ohr , „komm sag es mir, ich will was hören, WESSEN VERDAMMTE SCHULD IST DAS?“

Mit jedem Wort knallte er ihren Kopf gegen den Stahl, Schmerz schoss durch ihren Schädel, Tränen liefen ihr in die Augen, sie bekam keine Luft.

„Sie soll uns ihre Titten zeigen“, kam es von hinten.

„Hast du gehört? Mein Kumpel meint, er will jetzt deine Titten sehen, ich finde für seine Hand hat er das verdient!“ Seine Hand lockerte ihren Druck und panisch hechelnd saugte Mara Luft in ihre Lungen.

„Hör mal wie sie stöhnt, sie ist bestimmt schon ganz feucht für uns.“ Das war der dritte Mann, er war näher gekommen, sah sie gierig an, seine rechte Hand steckte in seiner geöffneten Hose und Mara sah deutlich wie sich seine Hand bewegte, auf und ab.

„Bitte“, sie weinte, “lasst mich gehen, ich habe euch doch gar nichts getan, ich erzähl es auch keinem.“

„Was willst du nicht erzählen?“, fragte der, der sie festhielt, „das du nichts getan hast, um deinen Hund aufzuhalten, oder das du dich noch nicht mal richtig entschuldigen wolltest?“

„Nein, bitte, bitte“, heulte sie verzweifelt, als er anfing ihren Reißverschluss zu öffnete. Aber ihre Angst schien die Männer nur noch mehr anzuheizen. Seine Hand fuhr gierig, grabschend über ihren Pullover, zerrte ihn aus ihrer Jeans heraus, als eine Stimme sagte: „Ich kann mich ja sehr täuschen Jungs, aber das Mädchen sieht nicht so aus, als würde sie auf euch stehen.“

Perplex starrten die Männer den Typen an, man erkannte auf den ersten Blick, dass der nicht von hier kam. Genaugenommen wirkte er hier so fremd, wie eine Kuh auf dem Mond. Er war groß, bestimmt 1,90, wirkte aber eher schlaksig, vielleicht Mitte dreißig, braune Locken standen wild um seinen Kopf ab und aus großen, erschrockenen Augen starrte er die Männer an. Seine Hände hatte er in den Taschen eines sehr teuer wirkenden Wollmantels vergraben und ein dicker, wahrscheinlich selbstgestrickter  Schal in merkwürdigen Farben wickelte sich um seinen Hals. Jetzt nahm er die Hände aus den Taschen und hob sie abwehrend in die Höhe.

„Hey ich will mich nicht mit euch anlegen Jungs, aber da vorne ist gerade die Polizei unterwegs und vielleicht solltet ihr euch lieber vom Acker machen.“

„Der Wixer lügt doch!“, fauchte der Kerl, dem Trine in die Hand gebissen hatte, „wahrscheinlich will er die Kleine nur selber ficken.“

In diesem Moment ertönten tatsächlich Polizeisirenen und um die Hausecke am Ende der Straße schimmerte ein Blaulicht. Der Mann der sie festhielt, presste seine Erektion fest  gegen ihre Scham und rieb sich an ihr. „Da hast du aber Pech gehabt Süße, dann kommst du halt ein andermal in den Genuss unserer Schwänze.“ Er leckte ihr mit der flachen Zunge quer übers Gesicht und drängte sich stöhnend noch enger an sie und flüsterte in ihr Ohr: „Wirklich schade, aber wir wissen ja wo du wohnst.“ Dann ließ er sie los, und alle drei verschwanden in der Finsternis, jedoch nicht ohne dem Fremden böse, misstrauische Blicke zuzuwerfen.

Als sie weg waren rutschte Mara schluchzend am Container runter, alles an ihr zitterte unkontrolliert und ungelenk hob sie den Ärmel, um sich seine Spucke aus dem Gesicht zu wischen, als ihr stumm ein Stofftaschentuch hingehalten wurde. „Wer hat den sowas heute noch?“, schniefte sie mit einem verkrampften Lächeln, bemüht wenigstens ein bisschen Fassung zurückzugewinnen. Sie ergriff die Hand, die er ihr hinstreckte und ließ sich auf die Füße ziehen. Ängstlich blickte sie zu Trine, ein dicker Kloß saß in ihrer Kehle, als sie sich ihrer kleinen Freundin nährte. „Trinchen, du dummer Hund.“ Vorsichtig strich sie über ihr Fell, sie atmete noch und öffnete leise winselnd die Augen.

„Wir müssen den Hund zu einem Arzt bringen.“ Ja, Arzt in Maras Hirn bewegte sich alles durcheinander, sie presste die Hände auf die Schläfen und atmete tief durch. Der Mann berührte sie vorsichtig an der Schulter, nahm die Hand aber sofort weg, als sie zurückschreckte. „Kannst du sie tragen?“, fragte er, „ ich würde es auch tun, aber dich kennt sie besser.“ Zögernd nickte sie und so vorsichtig wie möglich hob sie Trine auf und drückte sie an ihre Brust. Trine atmete unregelmäßig und winselte bei jeder Bewegung vor Schmerz, das brach ihr das Herz. Tränen liefen in einer Tour über ihre Wangen und zum ersten Mal in ihrem Leben spürte sie Hass in ihrem Herzen. Sie wünschte diese ignoranten Schweine zur Hölle.

„Dahinten steht mein Auto, ich fahre euch zum Tierarzt“, sagte er Mann bestimmt und schon ging er voraus. Mara zögerte kurz und sah ihm hinterher, dann schaute sie auf Trine. Was sollte sie den sonst tun? Sie hatte kein Auto, und sie würde die Hündin jetzt nicht im Stich lassen. So schnell wie es ging, tappte sie hinter dem Mann her.

 Sein Auto stand unmittelbar vor ihrem Hauseingang, ein grauer BMW. Er hielt ihr die Beifahrertür auf und unbeholfen kletterte sie mit dem Hund auf dem Arm ins Auto. Sie zuckte überrascht zurück, als er sich über sie beugte und vorsichtig den Anschnallgurt über sie zog. „Wir sollten uns beeilen“, murmelte er. „Sollten wir vielleicht nicht noch der Polizei …“ , setzte Mara an, als er sie unterbrach, „Da ist keine Polizei, nur mein Freund. Da kommt er auch schon.“ Mara spürte wie sich die Angst wieder regte und erschrocken sah sie ihm in die Augen, ihre Finger krallten sich in seinen Ärmel. „Was soll das heißen, keine Polizei, was ist denn hier los?“ Sanft strich er über ihre Finger, aber sein Blick war unruhig, flitzte hin und her und sondierte permanent die Gegend. In diesem Moment klappte hinten die Autotür und der andere Mann sprang ins Auto.

„Wir sollten hier schnellstens weg, wenn du keine weiteren Komplikationen willst“, sagte er und schloss klickend den Gurt. Dann streckte er ihr die Hand nach vorne und strahlte sie an. „Hallo, ich bin Jaros. Mein Freund heißt übrigens Michael, so wie ich ihn kenne hat er sich noch nicht vorgestellt.“ Völlig durch den Wind ergriff sie seine Hand, und Wärme durchflutete ihre steifgefrorenen Finger. Wie im Nebel überlegte sie wo eigentlich ihre Handschuhe waren. Dann ries sie sich zusammen. „Mara“, sagte sie, „ich bin Mara und das ist Trine.“ Und dann lächelte sie. Jaros starrte in ihr Gesicht. „Jetzt versteh ich was du meinst“, sagte er zu Michael, der wie Mara erstaunt feststellte schon längst neben ihr saß, und den Zündschlüssel ins Schloss steckte.

Michael sah sie an und ein dunkler Blitz zuckte durch seine Augen, als er ihre Hand in der von Jaros sah und schnell zog sie ihre Hand zurück. „Halt den Hund gut fest“, seine Stimme war sanft, tief, sie hatte sich das sicher nur eingebildet. Das ungute Gefühl verschwand aber nicht, und deshalb fragte sie nochmal: „Was soll das denn jetzt heißen, keine Polizei?“ Ihr Blick war auf Michael gerichtet, der ignorierte sie aber, sein Blick war starr auf die Straße gerichtet. Es war Jaros der antwortete: „ Blaulicht und Sirene, gibt’s als App aufs I-Phone.“ Fassungslos blickte Mara auf das kleine Gerät in seiner Hand und zurück in Jaros Gesicht, in seinen Augen funkelte es mutwillig, er zuckte die Schulter. „Das war einfacher, als sich zu prügeln, und sein wir mal ehrlich, besonders helle waren die Jungs ja nicht  und unser Michael kann so schön harmlos aussehen.“

Verärgert drehte Michael sich um. „Es langt Jaros!“ Jetzt war seine Stimme nicht mehr nett, ein kalter Schauer überlief ihren Rücken. Sie fühlte sich wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange, nur das sie sich gar nicht erklären konnte, was nicht stimmte. Michael angelte sich aus seinem Seitenfach eine Wasserflasche, schraubte sie einhändig auf, und trank drei große Schlucke, dann reichte er die Flasche an Jaros weiter. Vorsichtig strichen ihre Finger immer wieder über Trines Fell, ihre Finger zitternden immer noch stellte sie überrascht fest. Sogar noch schlimmer als vorhin, nicht nur die Hände zitternden, sondern alles an ihr, ihre Zähne fingen an zu Klappern und dazu war ihr geradezu lausig kalt. Eine Hand legte sich über ihre, Finger drückten zu. Sie schluchzte schon wieder auf, wischte sich peinlich berührt über die Nase.

„Kann ich bitte auch was zu Trinken haben?“, fragte sie leise. „Klar, tschuldige“, sagte Jaros und reichte ihr die Flasche nach vorne. Langsam trank sie, setzte die Flasche ab, trank weiter. „Ich glaube, das langt jetzt“, sagte Michael und nahm ihr die Flasche ab.  Erstaunt sah sie ihn an, was hatte der denn ... BMW fahren, aber Wasser war zu teuer oder was? Dann wurde ihr Blick  plötzlich verschwommen. „Was….?“ Entsetzt fühlte sie wie ihr Körper in sich zusammensackte, sie wollte sich wehren, kämpfen, aber wie eine große Welle schwappte alles über ihr zusammen, begrub sie, zog sie runter. Sie spürte wie ihre Arme und Beine hilflos zuckten, eine Stimme flüsterte ihr tröstende Worte zu. Jemand zog ihr Trine vom Schoß, der Hund fiepte, ein letztes Aufbäumen und eine Körper der sie festhielt, sie weinte, eine Mund an ihrem Ohr, anders, anders als der Andere……..Worte…….“Es kommt alles in Ordnung, Mara. Du bist nicht mehr allein……..allein…..lein….lein.“ Das Echo hallte endlos in ihrem Schädel hin und her, dann war nichts mehr.

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Kommentare

*lach*

mir gefällt (besonders heut) der oben angefügte Text.

 

Aber ebenso gefällt mir die gesamte Geschichte. Sehr schöner Einstieg, der zumindest mich gleich in die Geschichte reinzog. Da aber noch mind. ein Teil folgen sollen, hoff ich nun auf baldige Fortsetzung.

 

Gruß Cayt

........und mal schnell zur Info es sollen mindestens drei Teile werden,  dass denk ich zumindest jetzt noch.

 

 

*****

Sehr schöne Einleitung.

Mir ist nichts negatives aufgefallen.

Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

leider hast du an der spannenden stelle aufgehört. ich hoffe, du schreibst schnell weiter.

in welche Hände ist dieses zarte geschöpf gefallen? was passiert mit dem hund. wird er wirklich zum tierarzt gebracht?

warum haben die beiden männer mara aufgelauert? warum? das ist alles so undurchsichtig. es ist spannend

Als Tierliebhaberin hoffe ich natürlich, dass der Hund zum tierarzt kommt... sonst gibts das nächste mal nur einen Punkt... das schwör ich :)

ansonsten finde ich die Story sehr interessant und bin auf die nächsten Teile gespannt.