Himmel auf Erden - Kapitel 1

 

Himmel auf Erden - Ein unerwarteter Anfang

Das Bild das sich ihm darbot war atemberaubend. Nicht in seinen kühnsten Träumen hätte er zu hoffen gewagt sowas je live zu sehen. Aber nun war es da. Vor ihm. Real. Vor ihm hing eine Frau, eine bezaubernde junge Frau, nackt, an den Armen. Sie hing, an den Händen gefesselt an einem Seil von der Decke, frei im Raum, vielleicht einen halben Meter über dem Boden.

Dabei hatte die Nacht so miserabel angefangenen. Ein Einsatz nach dem anderen. Als er den Job beim Wachdienst angenommen hatte dachte er es würde eine ruhige Sache werden. Ein wenig mit dem Auto durch die Stadt tuckern, mal zu einem Fehlalarm oder ähnlichem gerufen werden. Und das war’s. Dazwischen Kaffeepausen, Zeitunglesen, träumen, Ruhe, kein Stress.

Eigentlich war er ja prädestiniert für den Job. Anfang 40, kein unerfahrener junger Kerl, 1,90 bei fast 130 kg. Sicher nicht mehr alles Muskeln, aber bullig, furchteinflößend. Seine Kleidung mit Lederjacke, schwarzer Jeans und schwarzem Hemd verstärkte diesen Eindruck noch.

Aber diese Nacht war anders. Ständig gingen Meldungen ein, von hier nach da, dann wieder zurück, dunkle Wohnungen, durch die er schlich, immer die Gefahr das es doch kein Fehlalarm war, jeden Winkel durchleuchten, und kaum war er fertig, schon kam die nächste. Er war genervt.

Diese hier würde seine letzte für heute sein. Eigentlich hatte er schon vor 10 Minuten Schluss gehabt, aber auf die Bitte der Zentrale hatte er den Auftrag noch angenommen. Die Meldung kam von einem Fenster im ersten Stock. Das alte Fachwerkhaus war dunkel gewesen, kein Licht war zusehen. Aber es war natürlich prädestiniert für einen Einbruch. Einsam stand es, abgelegen. Leise hatte er sich Zutritt verschafft, vorsichtig mit der Taschenlampe erst das Erdgeschoss, dann den ersten Stock durchsucht, die Hand an der Waffe. Alles war adrett, fein, sauber. Sogar Blumen standen in einer Vase auf dem Wohnzimmertisch.

Ein Fenster im ersten Stock stand offen, aber irgendwas stimmte nicht. Am Rahmen war eine Schnur befestigt, an deren anderen Ende ein Gewicht hing. So wurde das Fenster offengehalten und hatte so offenbar den Alarm ausgelöst. Auf der Fensterbank lag ein kleines Eis Stück in einer großen Pfütze, das fast geschmolzen war. Offenbar eine Einrichtung das Fenster mehr oder weniger Automatisch nach einer gewissen Zeit zu öffnen. Aber aus welchem Grund sollte jemand das tun. Ein Einbrecher musste ja dann schon in der Wohnung gewesen sein. Ein Verdacht überkam ihn, nur leise. Er hatte einige Geschichten gelesen, in denen es um Eiswürfel und ihr langsames Schmelzen ging. Eine heimliche Hoffnung keimte in ihm auf.

Leise schlich er ins Schlafzimmer, doch, zu seiner Enttäuschung war es nicht nur dunkel sondern auch leer. Das breite Bett war unberührt. Er schaute sich um, sah auch in die Schränke, die aber, bis auf die Kleidung und jede Menge Schuhe, leer waren. Offenbar wurde das Zimmer nur von einer Frau benutzt. Neben dem Bett auf einem Nachtisch lag ein Buch mit verschnörkeltem Einband. Mehr beiläufig schlug er es auf, und fand handschriftlich Aufzeichnungen, ein Tagebuch oder ähnliches. Noch im Zuklappen meinte er ein Wort erkannt zu haben, aber er suchte weiter. Er musste den Einbrecher finden. Oder etwas anderes.

Als er in die Küche kam sah er einen Lichtschein der unter einer Türe hervor kam. Leise öffnete er die Türe. Vor ihm führte eine Treppe in einer Windung hinab in einen Keller, aus dem das Licht kam, das er gesehen hatte. Da er von draußen nichts von dem Licht gesehen hatte musste er Fensterlos sein. Vorsichtig stieg er die Treppe hinunter, und als er unten ankam stockte ihm der Atem.

Der Raum war ein altes Tonnengewölbe, groß, breit, in der Mitte mehr als 3 Meter hoch. Aber es war mehr als einfach ein Gewölbe. Es war, ohne Frage, eine Folterkammer. Eine echte mittelalterliche Folterkammer. Streckbank, Spanischer Reiter, Stachel Stuhl, die Wände behangen mit allen möglichen Gerätschaften, Seile und Ketten, Zangen, Stöcken und Gerten, ein komplettes Inventar das jeden Inquisitor hätte vor Freude jubeln lassen. In der Ecke ein winziger Käfig, gerade groß genug das jemand drinnen stehen konnte, an den Wänden und Decken jede Menge Ringe und Hacken. Sogar eine Schale gefüllt mit Kohlen, die aber jetzt nicht brannte. Lampen waren versteckt in den Wänden angebracht, tauchten den Raum zusätzlich in etwas Unheilvolles, Düsteres.

Doch das war es nicht was ihm den Atmen verschlug. Es war der Anblick der Frau. Sie hing an der Decke, die Handgelenke zusammen gefesselt und in einer Seilschlinge, deren anderes Ende zu einer Rolle in der Mitte der Decke führte und von dort aus zu einer Winde an der Wand. Die Arme durchgestreckt hing sie frei, nackt, die Füße schwebten vielleicht einen halben Meter über dem Boden. Sie hatte ihm den Rücken zugewandt und ihn anscheinend gar nicht bemerkt bisher. Ihr Kopf war vorneüber gebeugt, man konnte ihr schweres Atmen in den Rückenmuskeln sehen. Sie schien in ihrer eigenen Welt zu sein, nicht ahnend dass es auch die seine war.

Vor ihr, nicht weit entfernt, lag ein Hocker auf dem Boden. Er lag auf der Seite. Er begann sich nun die Puzzleteile zusammenzufügen. Das hier war offensichtlich eine schiefgelaufene Selbstfesselungs Session. Sie musste sich dort selber aufgehängt haben aber aus irgendeinem Grund musste ihr Befreiungsversuch fehl gegangen sein. Der Hocker unter ihr war wohl umgefallen und nun unerreichbar geworden. Und das Fenster war der Backup Plan. Sie wusste das jemand kommen und sie finden würde.

Natürlich macht nun das Wort das ihm in ihrem Tagebuch aufgefallen war vollkommenen Sinn: ‚Folter‘. So wie sie jetzt dort hing hatte sie absolut keine Chance sich zu befreien. Durch ihr eigenes Gewicht war die Schlinge um ihre Hände so fest zugezogen das es keine Möglichkeit für sie gab sie selber zu lösen. Sie würde da solange hängen müssen bis irgendjemand sie befreite.
Langsam und vorsichtig stieg er die Treppe wieder hinauf. Sie sollte ihn in keinem Falle jetzt bemerken. Was sollte er tun. Dem Pochen in seiner Hose folgen, oder sie einfach befreien und sich sein Leben lang Vorwürfe machen diese einmalige Gelegenheit nicht genutzt zu haben? Das Pochen in seiner Hose gewann.

Er ging in den ersten Stock in ihr Schlafzimmer. Von dort meldete er sich bei der Zentrale. Er sagte ihnen, dass es sich offenbar um einen Fehlalarm gehandelt habe und er bald Schluss machen würde. Er würde dann bald losfahren und die Schlüssel die Ausrüstung und den Wagen zurückbringen und Feierabend machen. Es könne aber noch ein paar Minuten dauern, da er noch schnell einen Kaffee trinken würde vorher.

Dann wandet er sich dem Tagebuch zu. Es war eine Erfüllung. Gierig las er sich im Eiltempo durch die Seiten, verschlang die Lebensbeichte von jemandem der gefangen war in seinen Träumen und Fantasien. Es war von Fesselungen und Folter die Rede. Weit jenseits allen dessen was sonst üblich war. Tagelang brutal verschnürt und geknebelt rumzuliegen, gefoltert mit heißen Kohlen auf der Streckbank, gespannt bis zum äußersten, gekniffen von glühenden Zangen, gepeitscht bis aufs Blut. Man konnte beim Lesen die Tränen der Schreiberin förmlich schmecken die sie vergossen haben musste aus unerfüllter Sehnsucht. Es war die Rede von den vergeblichen Versuchen den zu finden, der ihre Sehnsüchte erfüllte, von den Enttäuschungen wenn sie an die üblichen Szene Kandidaten geriet. Wie sie mehr und mehr versucht hatte in Selbstversuchen die Erfüllung zu finden, sie mehr und mehr verzweifelte. Er fand exakte „How tos“ der Foltertechnik, wie welche Folterung am besten durchzuführen wäre, wie weit man gehen sollte. Ein Flehen nach etwas das unter Menschen nicht üblich war.

Und seine Erregung wuchs und wuchs. Alle jene Bilder kamen in ihm hoch die er so mühsam zu verdrängen gelernt hatte, weil er sie doch nie würde ausleben können. Dann holte er tief Luft, stand auf. Er ging langsam in den Keller, das Tagebuch in seiner Hand. Unten angekommen war das Bild unverändert. Er hörte sie stöhnen und leise wimmern. Scheinbar hing sie schon eine ganze Weile so und die Schultern mussten mittlerweile erbärmlich schmerzen.

Er trat näher an sie heran, erhob seine Stimme: „Ich bin vom Wachdienst, warten sie ich rufe die Polizei:“ Ein Zittern ging durch ihren Körper, sie versuchte sich umzudrehen, was ihr nicht gelang. Erschreckt, nein, panisch rief sie: „Nein, nein! Keine Polizei! Nein!“ Sie konnte sein Lächeln nicht sehen. Aber er hatte genau diese Antwort erwartet. „Das geht nicht“, sagte er, „das hier muss doch aufgenommen und verfolgt werden. Wer auch immer das war, die werden den schon kriegen und zur Rechenschaft ziehen.“ „Ich war es. Ich war es selber “, wimmerte sie leise, den Tränen nahe. Er fasste sie an den Hüften und drehte sie zu sich um.

Zum ersten Mal konnte er nun ihr Gesicht sehen. Sie hatte lange fast weiße Haare. Platinblond, ganz sicher gefärbt. Ihre dunklen Brauen standen dazu in starkem Kontrast. Die blauen Augen waren groß, noch größer nun da sie ihn vollkommen verschreckt anschaute. Die Wangen waren Hochrot, Tränen standen in den Augen, eine Folge der Scham so von einem Fremden entdeckt worden zu sein. Daeneris, durchfuhr es ihm. Sie war fast ein Abbild der Figur aus dieser Fernsehserie. Bezaubernd, bleich, zerbrechlich.

„Natürlich warst du das selber“ sagte er. „Und ich bin dein Retter in der Not.“ Verunsichert schaute sie ihn an. „Wie lange hängst du schon so?“, fragte er. „Ich weiß es nicht, ein paar Stunden. Lassen sie mich bitte runter.“

Er schaute ihr tief in die Augen. „Noch nicht.“ Sagte er schließlich. Ihr Gesicht wurde zu einem einzigen Fragezeichen. „Ich habe das hier gefunden.“ Sagte er und hielt ihr das Tagebuch vor das Gesicht. „Oh mein Gott!“ Schrie sie auf und begann erneut zu strampeln in dem zwecklosen versuch sich zu befreien. „Pssst. Ganz ruhig.“ Er legte ihr seinen Finger sanft auf die Lippen und wartete darauf dass sie sich entspannte. „Kein Mensch wird je ein Wort davon erfahren was hier passiert ist, oder noch passieren wird.“

„Was soll das werden“ fragte sie. Er ging zu dem Hocker, hob ihn auf und stellte ihn weit außerhalb ihrer Reichweite auf den Boden. Erneut drehte er sie zu sich.
„Es gibt zwei Möglichkeiten nun. Die eine: ich lasse dich herunter, kein Mensch wird je etwas davon erfahren und du, naja, du wirst weiterhin deinen unerfüllten Träumen hinterher jagen, niemals finden was du so sehr Ersehnst.“

„Die zweite Möglichkeit sieht so aus: Ich erfülle deine Träume. Dann aber in vollem Umfang, ohne jede Einschränkung. Das hier“, er hielt ihr das Buch erneut vor die Augen, „wird dann wahr.“
Sie schaute ihn fassungslos an. Er aber trat zwei Schritte zurück um sie nun vollends betrachten zu können. Sie war klein. Er schätze nur 1,60 groß und sehr schlank. Sie wog bestimmt nicht mehr als 50 kg, eher sogar weniger. Ihre Brüste waren ebenfalls sehr klein und nun, da sie gestreckt vor ihm hing, fast nicht mehr zu sehen. Ihre Nippel aber streckten sich ihm entgegen. Ihr ganzer Körperbau war zierlich, man sah ihre Rippenbögen deutlich hervortreten und das war nicht nur eine folge der Position, in der sie sich befand. Ebenso standen die Hüften deutlich heraus und rahmten damit den schon fast eigefallenen bauch ein. Das aber nun war eine Folge der Position in der sie sich befand. Ihr Po war fest, Apfelpopo, knackig, einladend. Sie war komplett rasiert und ihre Haut schimmerte bleich golden. Die Schenkel straff. Ihre kleinen Füße waren gepflegt, die Nägel sorgsam rot lackiert, keine Anzeichen von Hornhaut oder Schwielen. Die kleinen Zehen hingen nach unten. Sie war bestimmt nicht älter als 25 oder 26. Jemand der Wert auf sein Äußeres zu legen schien, sich in Form hielt.

„Um das ein wenig zu konkretisieren: Ich werde dich dann Foltern. Ich meine real Foltern, keine SM Spielchen oder sowas. Ich werde dich foltern wie ich will, womit ich will, so hart ich will und solange ich will. Keine Safeword, keine Möglichkeit irgendetwas zu stoppen. Ich werde mich an dir vergehen, deine eigenen Fantasien in Vollendung an dir ausleben. Ich werde keine Rücksicht auf deine Grenzen nehmen. Wenn dir etwas zu hart, zu viel, zu lange ist, ist das dein Problem, nicht meines. Aber ich garantiere dir, dass es zu hart, zu viel und zu lange sein wird.“
Immer noch schaute sie ihn fassungslos an, nicht in der Lage auch nur ein Wort zu sagen.
„Keine Sorge, du bekommst natürlich Zeit dir das zu überlegen. Ich muss nun zur Firma zurück, den Wagen und die Schlüssel abgeben. Danach komme ich zurück und du wirst mir deine Entscheidung mitteilen. Wo finde ich den Hausschlüssel?“

„Auf dem Tisch neben der Haustüre“ sagte sie mehr automatisch als wirklich darüber nachgedacht zu haben ob sie es ihm sagen wollte oder nicht.

„Schön“, sagte er, “ in einer guten Stunde bin ich wieder da. Bis dahin kannst du dir in Ruhe überlegen welche Möglichkeit du wählst. Unerfüllte Freiheit. Oder doch die Erfüllung all deiner Wünsche und Träume. Dein Leben lang etwas vergeblich zu suchen, oder es heute und hier endlich gefunden zu haben.“

Er legte ihr Tagebuch auf den Hocker. „Du kannst es dir überlegen. Weiterhin nur hier drinnen zu leben, in deinen geschriebenen Zeilen, oder endlich und wirklich das auszuleben was dich verzehrt. Keine Selbstversuche mehr, kein rumexperimentieren, keine frustrierenden Suchen, sondern endlich zu sein wer und was du bist.“

Er wandte sich zum Gehen. An der Treppe macht er halt. „Denk in Ruhe nach, aber ich verspreche dir, wenn du dich für Möglichkeit 2 entscheidest, dann wirst du den ganzen Weg gehen. In seiner absoluten Härte und Unbarmherzigkeit. Ohne Mitleid, ohne Gnade, ohne Grenzen.“

„Du erlaubst doch“, sagte er noch und löschte das Licht, dann verschwand er die Treppe hinauf und überließ sie sich alleine und der Dunkelheit.

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Kommentare

macht echt neugierig . gefällt mir sehr . freue mcih schon auf den nächsten teil

bitte, lass sie bloss nichts anderes wählen, und das bitte schnell.

LG Ornella

Selfbondage und der verzweifelte Schrei nach Hilfe, "wie immer sie auch ausfallen mag... "

Freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Frederico Verde

Es war tatsächlich ein unerwarteter Anfang. Er hat mich neugierig werden lassen. Ein Security-Mitarbeiter findet im Keller eine nackte, gefesselte Frau. Das verspricht eine interessante Geschichte zu werden. Doch dann kam die Enttäuschung. Es scheint sich wieder einmal nur um die Allmachtsphantasien eines Mannes zu handeln, klar nach der Devise: Wie ich schon immer foltern wollte, aber nicht kann. Es folgen die üblichen Beschreibungen, aufgesplittet in zig Teilen. Von einer Story keine Spur. Schade. Mein Interesse ist erlahmt.

Es sei denn, der nächste Teil birgt eine Überraschung. Das würde mich freuen.

Wow, einfach mal ein Kompliment für den netten Einstieg in eine wirklich ausbaufähige Geschichte. Ich bin auch total gespannt auf die Fortsetzung, hoffentlich hat er keinen Unfal auf den Weg zur Zentrale und sie muss dann einige Tage so hängen bleiben.

Liebe Grüße

Zofe Andrea

Bin gespannt auf die Fortsetzung. Der Beginn der Geschichte ist auf jeden Fall sehr vielversprechend. Weiter so.