Im Unterholz - Teil 3

 

Am nächsten Morgen und nach einer fast schlaflosen Nacht, fühle ich mich wie gerädert. Schon fertig angezogen stehe ich mit der Espressotasse in der Hand an meinem Küchentresen und stiere aus dem Fenster. Die abfälligen Worte des Mannes klingen mir im Ohr und ich fühle jetzt noch, wie sich seine Blicke zwischen meine gespreizten Schenkel gerichtet haben müssen. Fotze und Schlampe hat er mich genannt. Wusste er etwa, dass ich die Tochter einer Hure bin? Sie hat mich alleine großgezogen. Einen Vater gab es nie. Oder besser gesagt, meine Mutter hielt es für unmöglich, ihn ausfindig zu machen. Auf jeden Fall war er einer ihrer Freier.

Darum wohl war ich vielleicht von Anfang an so ehrgeizig. Irgendetwas muss mir damals schon gesagt haben, dass die Schule eine Chance war, aus dem Milieu herauszukommen, in dem es bis spät in die Nacht hinein noch bei uns klingelte.

„Ich muss von zuhause aus arbeiten“, hörte ich meine Mutter einmal zu ihrer einzigen Freundin sagen, „ich kann Conny doch nicht alleine lassen“.

Sie war eine gute Mutter. Immer hatte sie Zeit für mich. Den ganzen Tag lang unternahm sie aufregende Sachen mit mir. Und ich weiß noch, dass es Zeiten gab, wo ich stolz auf sie war. Sie musste nicht irgendwo betteln, wenn Klassenfahrten anstanden oder mir im Teenie-Alter der Sinn nach teuren Klamotten stand, oder auch später der Besuch einer Privatschule., weil ich mich gemobbt fühlte. Die Klingel ertönte dann einfach länger in die Nacht hinein und seit ich etwa zwölf war, wusste ich, was das zu bedeuten hatte. Aber so richtig verstand ich es erst später, als ich meine Mutter schon heftig wegen ihres Lebenswandels kritisierte und aus Wut über ihre Minderwertigkeit beschloss, auszuziehen. Da war ich gerade mal siebzehn geworden.

„Dann geh Kind“, hatte sie sich angesichts meiner Verachtung traurig geschlagen gegeben. „Mach etwas aus deinem Leben. Und lass´ niemanden wissen, woher Du kommst. Erfinde eine Geschichte von einem tadellosen Elternhaus. Wenn Du sie glaubhaft erzählst, wird niemand nachhaken“.

Gedankenverloren stelle ich fest, dass ich die Espressotasse abgestellt habe. Eine Hand liegt nun zwischen meinen feuchten Schenkeln und fängt an, sich sachte zu bewegen. Ich denke an Lili, die sanfte Frau, die ich nicht gesehen habe. Wie viel ich doch, auch wenn ich das immer verleugnen wollte, von meiner Mutter habe, denke ich erschüttert und entspanne mich zugleich.

 ***

Später, als ich die hohe und auf Hochglanz polierte Eingangshalle der Moton AG betrete, in der das typische morgendliche Stimmengemurmel herrscht, ist mir, als richten sich alle Blicke auf mich.

 „Guten Morgen, Frau Solthuis“, begrüßt mich die Assistentin des Marketingleiters, als ich in den Aufzug steige.

„Guten Morgen“, gebe ich zurück und versuche, zu lächeln, wie immer.

„Darf ich nachher zu Ihnen raufkommen? Ich bräuchte die Akte „Schröder“. Die haben Sie doch, oder?“

„Ja … Ich glaube … Ja, natürlich. Kommen Sie jederzeit“, antworte ich ihr, noch immer peinlich berührt von so viel Entgegenkommen an diesem Tag.

„Was haben Sie Ärmste denn mit ihren Händen gemacht“, sieht Tanja auf meine weißen Baumwollhandschuhe, die ich mir in der Apotheke auf dem Weg hierher, in zweiter Reihe parkend, besorgt habe, um die Male an Händen und Gelenken zu verbergen, die noch immer nicht verschwunden sind und die eindeutig als Gelenksfesselung identifiziert werden könnten, so dass sie unangenehme Fragen aufgeworfen hätten.

„Ach, eine Kontaktallergie. Nichts Schlimmes. Nur lästig. Heute und morgen ein wenig Cortison und die Sache hat sich erledigt“, erwidere ich

„Und das bei der Hitze, die heute angekündigt ist. Na Bravo! Sie tun mir echt leid.“

Wir sind auf Tanjas Etage angekommen, die unter "meiner" liegt, denn ich habe ein abgeschlossenes Studium, sie nicht. „Bis nachher dann also“, sagt sie schnell und verschwindet. „Bis nachher“, gebe ich erleichtert zurück.

Sie hat natürlich recht, die kleine Besserwisserin. Heute sind wenigstens fünfunddreißig Grad angesagt und ich trage Handschuhe, so, wie Leute, die akute Ekzeme haben und dazu lange Hosen, um meine zerkratzten Beine zu verbergen. Ich lehne meinen Kopf an die Wand des Aufzuges und seufze. Wie soll ich mich nur auf meinen Job konzentrieren, nach allem, was geschehen ist, denke ich.  

Aber dieser Tag vergeht, und auch die darauffolgenden, ohne dass etwas geschieht. Zwei Wochen später nehme ich mir vor, damit aufzuhören, mir jeden Abend ein paar Mal den Content des Sticks herunterzuladen und mir vorzustellen, wie es wäre, dieser Film würde in die falschen Hände geraten. Die äußerlichen Zeichen des Wochenendausfluges sind längst verblasst. Nicht aber das Bewusstsein, dass es irgendwo da draußen Menschen gibt, die dieses Dokument über mich besitzen, was sich kinderleicht, innerhalb weniger Sekunden verbreiten ließe. Cornelia Solthuis, mit Augenbinde zwar, aber dennoch gut zu erkennen, auf dem Boden eines Stalls mit weit gespreizten Beinen, wie sie gefingert wird. Lili war geschickt aus dem Bild gehalten worden. Von ihr sieht man nur einen Teil ihres Armes und natürlich die Hand. Aber mein Stöhnen hallt durch den Raum. Kein Mensch würde darauf kommen, dass ich unfreiwillig dort festgehalten wurde.

Für mich steht fest: mein Leben liegt in den Händen eines Mannes, den ich als besonders roh und skrupellos kennengelernt habe. Aber ungeachtet all dessen, verliert seltsamerweise die Erinnerung an Lili nichts von ihrer Wärme und Intensität. Seit diesem Wochenende habe ich das Gefühl von Liebeskummer.

Zwei Tage nach der Entführung hatte ich eine Detektei beauftragt. Herr Klapproth soll etwas herausbekommen über den Eigentümer eines gewissen Bauernhofes, den ich ihm auf "maps" zeige. Wie sagt Dr. Unsöld hin und wieder? Alles, was man über einen Gegner weiß, kann unter gewissen Umständen hilfreich sein. Drei Tage später schon erkundige ich mich ungeduldig bei Herrn Klapproth über erste Ergebnisse. Er habe noch nichts wirklich Greifbares, gibt er zu verstehen. Höchstens eine Spur, aber er wolle doch schließlich keine halben Sachen abliefern.

„Nun gut“, gebe ich mich notgedrungen zufrieden, „aber bitte lassen Sie sich nicht mehr all´ zu viel Zeit, ja?“ Aber auch die weiteren Male, die ich ihm auf die Nerven gehe, will er nichts Abschließendes sagen.

Dann, es müssen fast vier Wochen vergangen sein seit dem denkwürdigen Tag, steht Kathi, meine Assistentin, vor mir.

 „Frau Solthuis“, ist ihr die Ratlosigkeit gleich anzusehen. „Da ist ein Herr am Telefon. Er möchte seinen Namen nicht nennen, besteht allerdings darauf, Sie zu sprechen. Er sagt, ich soll Ihnen ausrichten, er sei der Kameramann aus dem Stall“, blickt sie mich leicht verwirrt an. Es dauert eine Weile, bis ich mich gefangen habe. Meine Gesichtszüge mussten mir wohl kurzfristig entglitten sein, so sorgenvoll und gespannt wie Katharina auf meine Reaktion wartet.

„Ach ja“, habe ich mich endlich wieder im Griff und lache vielleicht etwas gezwungen. „Der Kameramann! Ich war auf einer Ausstellung, sie fand in einem ausgebauten Stall statt. Vom Regionalprogramm war ein Kamerateam anwesend. Ich erinnere mich. Stellen Sie ihn ruhig durch. Ach und Kathi, schließen Sie die Tür, ja?“

Bevor Kathi verschwindet, meine ich ein spitzbübisches Lächeln an ihr bemerkt zu haben. So, als glaube sie, ich habe mich in jemand anderen als Tobias verliebt.

„Solthuis“, melde ich mich, wie gewöhnlich.

„So, so. Solthuis“, höre ich die bekannte Stimme und stehe augenblicklich unter Starkstrom.

„Ja“, gebe ich zurück, weil … was sonst hätte ich sagen sollen?

„Das nächste Mal, meldest Du Dich so, wie du heißt: Fotze! Hast Du verstanden? Komm, versuch es gleich noch einmal!“

Ich brauche eine Weile, um meinen Mund zu befeuchten, der strohtrocken ist.

„Fotze“, komme ich seiner Aufforderung nach und erhöhe meine Stimme auf der letzten Silbe. Gleich darauf schallt sein abfälliges Lachen aus dem Hörer, welches mir einen zusätzlichen Herzschlag beschert.

„Gut so. Du hast sogar den richtigen Ton getroffen. Du scheinst vorauszuahnen, wie ich einen Befehl ausgeführt haben will.“ Er macht eine Pause und ich sage auch kein Wort. Dann fährt er fort: „Und? Gibt es etwas Neues?“

„Nein … Ich weiß nicht“, gebe ich überrascht zurück. Weiß er etwa etwas von Herrn Klapproth? Mein Gesicht glüht und ich traue mich kaum, zu atmen, obwohl mein Zwerchfell reflexartig gegen meinen Brustkorb hämmert.

 „In Ordnung. Dann hör mir jetzt gut zu, Fotze. Du steigst auf der Stelle, wenn Du aufgelegt hast, in den Aufzug und gehst runter auf den Parkplatz. Auf der entgegengesetzten Seite vom Haupteingang, am Ende des Parkplatzes, wartet Lili auf dich.“

‚Lili‘, macht mein Herz einen weiteren Sprung, diesmal einen fast freudigen. Aber ich habe mich bestimmt verhört und frage.

„Lili?“

„Ja, Lili. Beeil dich Fotze. Sie wartet nicht ewig.“

„Aber“, will ich entgegnen, doch es ist bereits aufgelegt worden. Ich sehe auf meine Uhr. In fünf Minuten ist ein Termin mit dem Controller angesetzt. Kurz fahre ich mit dem Handrücken über meine Stirn. Sie ist feucht. Dann gehe ich langsam auf die geschlossene Tür von Kathis Zimmer zu und öffne sie.

„Kathi, bitte entschuldigen Sie mich bei Herrn Wangenheim. Ich werde mich vielleicht eine halbe Stunde verspäten“, rufe ich ihr zu und stürme hinaus in den Flur. Völlig außer Atem komme ich am Ende des Parkplatzes an, als hinter einer dichten Hecke eine Frau hervortritt, die mir die Hand entgegenstreckt.

„Ich bin Lili“, sagt sie. Ich fasse es nicht, vor ihr zu stehen, sie endlich zu sehen.

„Lili“, hauche ich, als ich ihr meine Hand reiche und ihr eigentlich lieber um den Hals gefallen wäre.

Sie sieht anders aus, als ich sie mir vorgestellt habe. Aber sie ist es. Ich erkenne sie an der Stimme.  Dunkelbraune Haare fallen ihr wie ein seidenes Vlies über die Schultern. Ihre großen Augen werden von einem dunklen Wimpernrand anmutig umrahmt. Sie hat eine helle Haut, feinporig und mit einem Schimmer, der mich anrührt. Sie ist etwas größer als ich und unglaublich graziös. Die kleinste Bewegung, die sie macht, wirkt, als könne sie dabei zerbrechen.  

„Was ist? Warum sollte ich hierher zu Dir kommen“, schnaufe ich noch ein wenig. Sie erwidert nichts, sondern nimmt meine Hand und führt mich hinter die Hecke. Wie vor ein paar Wochen im Stall folge ich ihr einfach und sehe auf einen blauen Lieferwagen mit der Aufschrift M & E Glasbau. Wie kommt der dahin, frage ich mich noch, als Lili schon die seitliche Schiebetür aufzieht, die fast mit einem Knall in eine Verankerung rastet.

„Geh´ bitte da rein“, sagt sie und ich folge ihr und nehme die beiden Stufen. Erst im Wageninneren nehme ich den fremden Mann wahr, der sich links im hinteren Teil der Ladefläche aufhält und sehe mich fragend nach Lili um, die gerade die Tür wieder zuschiebt.

„Setz Dich bitte.“ Wieder folge ich ihrer Aufforderung und nehme auf der vorderen Sitzbank Platz. Sie überreicht mir einen zweifach gefalteten Brief. Während ich ihn auffalte, sehe ich sie an und dann lese ich:

Fotze! Piet wird dich jetzt kennzeichnen. Er ist erfahren auf seinem Gebiet und wird dir einen Ring legen. Folge seinen Anweisungen, dann ist in einer halben Stunde alles vorbei. 

Mit weit aufgerissenen Augen sehe ich zu dem Mann, der anscheinend Piet heißt und stoße nur ein Wort aus:

„Wo?“

Er lächelt etwas verschmitzt, als er bekannt gibt.

„Linke Schamlippe, auf Höhe der Klit.“

„Nein“, stoße ich aus und klinge eigentlich kraftlos. Ich starre zu Lili, dann zurück zu dem Typ mit seinen tätowierten Armen und dem lässig an ihm herabhängenden, ärmellosen Shirt und auf die Muskeln, die es preisgibt. Dann drehe ich mich ruckartig um. „Lasst mich raus hier. Ich will auf der Stelle raus!“

Lili beugt sich gelassen nach vorne und nimmt den Griff in die Hand. Sie öffnet die Tür, durch die ich vor zwei Minuten in diesen Wagen gekommen bin.

„Bitte“, sagt sie und dann, „Deine Entscheidung.“

Eine Sekunde starre ich gegen die dichte Hecke, die uns drei und den Wagen vor den Blicken der Fußgänger auf dem Parkplatz schützt. Dann springe ich aus dem Wagen, vollführe, ohne mich noch einmal umzusehen, den Schlenker um die Hecke und renne auf den Haupteingang zu. Als ich vor dem Portal ankomme, noch unterhalb der Stufen, halte ich an und keuche förmlich.

 „Was, wenn …“, denke ich und sehe die Bilder vor mir, die ich mir fast jeden Abend angesehen habe. Trotz meines guten Vorsatzes. Sie werden bereits fort sein, wenn ich zurückkomme, erfasst mich jetzt Panik, als ich auf dem Absatz kehrtmache.

Atemlos erreiche ich die Hecke. Der Wagen steht noch da. Gott sei Dank! Ich hämmere gerade so fest gegen die Seitentür, dass ich das Blech nicht beschädige, aber sie öffnet sich nicht. Nach mehrmaligen Versuchen stampfe ich mit dem Fuß auf und rufe:

„Bitte, Lili. Mach noch einmal auf!“ Es dauert noch eine Weile und ich will schon fast aufgeben, da höre ich ein Knacken und dann öffnet sich die Seite des Wagens noch einmal. Noch immer schwer atmend steige ich die zwei Stufen hoch. Piet faltet gerade ein grünes Tuch zusammen und versucht, es in eine Plastikhülle zu schieben.

„Was ist“, fragt er und dann. „Was willst du noch?“

„Ich möchte … Kannst du mir doch den Ring setzen?“ Piet macht keine Anstalten mit dem Einpacken aufzuhören.

„Vorbei Süße. Du hast die Chance auf ein kostenloses Piercing verpasst“, gibt er ungerührt von sich und ich sehe Lili hilfesuchend an.

„Bitte Piet“, fleht Lili und der Mann bleibt bewegungslos stehen. "Mir zuliebe, Piet."

„Du weißt, was Dein strenger Herr angeordnet hat. Eine Chance! Nicht zwei und auch keine eineinhalb. Entweder, sie lässt es anstandslos über sich ergehen, oder …“

„Ja, ich weiß Piet. Aber bitte, er muss es doch nicht erfahren, dass sie kurz weg war.“ Lili sieht Piet eindringlich an und ich sehe abwechselnd zu ihr und zu ihm. Sie setzt sich für mich ein, denke ich bewegt von ihrem Eifer. Sie weiß, was passieren würde, wenn... 

„Also gut“, zieht Piet die Augenbrauen hoch und bückt sich zu seinem Koffer. „Mach dich unten herum frei und leg dich da hin“, deutet er auf die Bank, auf der er gerade wieder das grüne Tuch ausbreitet.

„Danke Lili“ sage ich und ziehe Rock und Slip aus. Dann sehe ich die Bestecke, die Piet fein säuberlich auf ein Tuch auf einem kleinen Tischchen zurechtlegt.

„Komm. Mach jetzt aber zu“, gibt Piet seiner Ungeduld Ausdruck als er sich die Ärmel hochgekrempelt hat und sich gerade die Hände und Arme, wahrscheinlich mit einem Desinfektionszeug einreibt. Unsicher mache ich einen Schritt auf ihn zu. Ich setze mich in die Mitte des grünen Tuches und lasse meinen Oberkörper auf die Bank fallen, danach ziehe ich die Beine hinterher. Wie ein Chirurg hält Piet seine angewinkelten Arme in die Höhe.

„Halt dich da oben an der Stange fest“, ordnet er an. „Zu deiner eigenen Sicherheit. Damit du mir nicht in meine Arbeit pfuschen kannst.“

Ich drehe meinen Kopf so weit es geht nach hinten und sehe über mir einen Bügel. Ich greife ihn mit beiden Händen und halte mich daran fest.

„Lili“, ruft Piet und Lili kommt mit Handschellen, die sie mir um die beiden Gelenke legt. Die Verbindungskette hängt sie kurzerhand in einen Haken in der Karosserie ein, so dass ich die Stange zwar loslassen könnte, aber nichts davon hätte.

„Jetzt die Beine“, sagt Piet und Lili legt ihre begnadeten Hände auf meine Knie und drückt sie seitwärts. Es kommt mir vor, als seien die beiden ein eingespieltes Team und als haben sie das Ganze schon tausendmal gemacht.

Eine Träne kullert mir die linke Wange entlang und versickert in meinem Gehörgang. Gleich darauf schließe ich meine Augen, weil ich den sachlichen Blick der beiden Augenpaare, die sich auf mein Intimstes richten, nicht ertragen kann. Meine Finger krallen sich noch fester um die Stange über mir. Was dann noch alles in meiner Intimzone geschieht, will ich am liebsten gar nicht mehr mitbekommen. Und erst, als ich durch einen fürchterlichen Schmerz versuche, hochzufahren, wird mir meine Situation wieder bewusst. „Freiwillig“ liege ich hier in einem Lieferwagen am Ende des Parkplatzes, der zu der Firma gehört, in der ich geachtet und geschätzt, ja nicht selten sogar belobigt werde. Die Frau, nach der ich mich seit ein paar Wochen sehne, hält meine Beine fest in ihrem Griff und soeben wurde meine Schamlippe durchstanzt. Nun höre ich Piets Stimme wie aus weiter Ferne.

"Es dauert ein wenig, bis das Ziepen nachlässt." Meine Stimme vollführt ein Wimmern, das ich so nicht von mir kenne.

„Tief atmen, sage ich. Hörst Du mich nicht“, schreit Piet mich jetzt an. „Du sollst nicht die Luft anhalten!“ Dann erhalte ich eine Backpfeife. Ich reiße die Augen auf und sehe Lili.

„Bitte, atme doch, Cornelia“, blickt sie mich sorgenvoll an und ich überlege, ob sie es war, die mich geschlagen hat. Aber ich atme offenbar wieder.

„Gut. O.K. So ist es gut. Gut so. Du hast es gleich geschafft“, wiederholt sie ständig und sehen mich ständig an. Nach einer Weile wird Piet ungeduldig.

„Aber einmal musst du jetzt noch tapfer sein“, höre ich ihn und sehe zu ihm hinauf. Etwas funkelt zwischen seinem Daumen und dem Zeigefinger, den er mir hochhält. Es muss der Ring sein, erinnere ich mich, wo ich mich eigentlich befinde.

Dann wimmere ich noch einmal. Diesmal kurz. Der heftige Schmerz schwillt im Gegensatz zu dem ersten ziemlich schnell ab. Dann wird es kalt dort unten. Wieder schließe ich lieber die Augen und dann höre ich, wie ein Besteck laut auf ein anderes geschmissen wird.

 „So, geschafft. Wenn dir nicht schlecht ist, kannst du dich erst einmal hinsetzen.“ Piet öffnet die Halterung um meine Handgelenke und reicht mir seine Hand. Mir ist noch leicht schwummrig und zwischen meinen Beinen tobt ein klopfender Schmerz, der auszuhalten ist.

„Komm, ich helfe Dir. Setz dich mal ganz vorsichtig auf die Kante.“ Langsam ziehe ich mich an Piets Hand nach oben. Mehrere Male ziehe ich, bis ich aufrecht vor dem Piercer sitze, Luft zwischen meinen Zähnen durch.

„Du wirst deine Beine zwangsläufig die nächste Zeit versuchen, etwas auseinander zu halten. Und das ist auch gut so. Dann kommt schön Sauerstoff an die Wunde. Mindestens vier Wochen keinen Geschlechtsverkehr, keine Hosen, keinen Slip. Wenn es geht, länger. Nachdem Du auf die Toilette gegangen bist ...“,

er überreicht mir eine ziemlich große Sprühflasche, obwohl ich noch gar nicht ganz bei mir bin

„... damit den ganzen Bereich desinfizieren! Gründlich! Hast Du verstanden? Das ist wichtig! Selbst nach dem Duschen kann das nicht schaden.“

Ich nehme ihm die Flasche aus der Hand und nicke kurz.

„Wenn irgendein Problem auftaucht, rufst du mich sofort an, verstanden?“

Er reicht mir eine Visitenkarte, die ich in die andere Hand nehme. Und es wundert mich, dass mir gar nicht mehr schwindlig ist. Ich versuche mich von der Unterlage zu erheben.

„Wie geht es Dir? Siehst du Sternchen? Ist Dir schlecht?“

Ich verneine.

„Gut so. Dein Kreislauf scheint in Ordnung zu sein. Dann geh jetzt zurück zu deiner Arbeit“, sagt er, als wäre das möglich, nach dieser Verstümmelung. Er hat schon begonnen, seine Bestecke einzuräumen. Für mich überraschend ruft er jetzt nach Lili. Und schon kniet sie vor mir und hält mir den Rock hin, so dass ich mit wenig Verrenkungen einsteigen kann.

Dabei sehe ich auf ihre schneewittschenholzfarbenen Haare, die einen anziehenden Glanz ausstrahlen. Man möchte mit der Hand über sie fahren. Sie fallen ihr so prachtvoll und anmutig auf Schultern und Rücken. In dem Augenblick, wo sie mir den Rock über die Hüften zieht, werfe ich auch einen Blick auf ihre Hände. Feingliedrig sind ihre schlanken Finger.  Nicht zu glauben, dass ausgerechnet sie sich einem Mann unterwirft, wie meinem Entführer? Ich überlege, wie ich sie wenigstens noch für einen Moment auf mich aufmerksam machen kann. Aber sie sieht an mir vorbei oder durch mich hindurch. Vergessen ist für einen Moment der brennende Schmerz zwischen meinen Beinen. Sie ist meine Feindin, sage ich mir aufs Neue.

Als sie den Rock am Bund geschlossen hat, tritt sie einen Schritt zurück und sieht zu Boden. Erst jetzt nehme ich wahr, wie sie gekleidet ist. Sie trägt Jeans und Ballerinas und oben herum ein seidiges Top in einem ausgesucht schönen Grün, das die Spitzen ihrer Brüste vorteilhaft umspielt. So, in Alltagskleidung unterscheidet sie sich nicht von Anderen und doch ist sie etwas Besonderes. Nur, dass sie so zierlich ist, hätte ich nicht gedacht.

„Was ist denn? Ist dir doch schlecht, oder worauf wartest Du?“

Offenbar stehe ich Piet im Weg, der jetzt nur noch eines will: weg hier. Vorsichtig schiebe ich mich an Lili vorbei und nehme die beiden Stufen, bis meine nackten Füße auf dem Rasen stehen. Dann drehe ich mich um. Lili hält mir meine Schuhe entgegen und gleich nachdem ich sie entgegengenommen habe, schiebt sie ohne einen weiteren Blick die Tür zurück in ihre Verankerung.

Für mich ist das so brutal, dass ich ein wenig zusammenzucke. Ihr Herr hätte es nicht gesehen, wenn sie mir einen winzigen Blick geschenkt hätte, denke ich. Ich stehe da und sehe traurig hoch zu den verklebten Fenstern. Erst als ich schon ein paar Schritte auf den Parkplatz hinausgegangen bin, ziehe ich meine Schuhe an. Als ich zurück in der Vorstandsetage ankomme, läuft mir Kathi schon entgegen.

„Wo waren Sie denn, Frau Solthuis. Herr Dr. Angermeier hat sie auch gesucht“.

Eilig laufe ich an ihr vorbei auf mein Zimmer zu. „Verschieben Sie den Rest der Woche alle Termine, Kathi. Mir geht es nicht gut. Heute ist Donnerstag. Ich glaube nicht, dass ich morgen schon wieder fit sein werde“.

„Kann ich denn irgendetwas für Sie tun“, erkundigt sie sich ehrlich besorgt.

„Nein, danke. Ich denke, ein wenig Ruhe, dann kommt schon alles in Ordnung. Vielleicht habe ich mir einen Darmvirus eingefangen.“ Ich merke selbst, dass mir nicht mehr als ein gequältes Lächeln über die Lippen kommen will, um Kathi zu beruhigen. Nichts, gar nichts wird wieder in Ordnung kommen, schon gar nicht durch Ruhe. Aber im Moment muss ich alleine sein.

„Gut, dann …“, Kathi verschwindet rücksichtsvoll und ich schmeiße meine, auf dem Schreibtisch verstreuten Utensilien in die Handtasche und hoffe, dass ich niemandem mehr begegnen würde. Anscheinend meint es an diesem Tag „Fortuna“ wenigstens in der Hinsicht gut mit mir.

Am frühen Abend ruft Tobias vor einem abendlichen Meeting noch einmal kurz an. Er möchte wissen, ob er später vorbeikommen soll. Tobias, denke ich wehmütig. Ich hätte mich gerne an seine Brust gelehnt, aber … Mit einiger Anstrengung nur, kann ich ihn davon überzeugen, nach seinem Termin gleich zu sich nachhause zu fahren, statt mich zu umsorgen.

„Es geht mir gut. Wirklich“, sage ich. Aber wie sollte es mit ihm weitergehen? Wie konnte ich ihm diesen Metallring in meiner Schamlippe erklären, den ich mittlerweile begutachtet habe und von dem ich zumindest so viel weiß, dass er nicht zu öffnen ist. Zumindest nicht von mir. Und dass er außerdem eine feine Gravur besitzt: 876X8L_14Fotze.

Das ist das Ende vom zärtlichen Beischlaf mit Tobias oder es ist das Ende seiner Achtung für mich. Diese eine Wahl habe ich noch. Eine weitere Option gibt es ab sofort nicht mehr. 

Gegen fünf ruft Herr Klapproth, der Detektiv, an. Er wisse nun endlich, wem der Hof gehöre und von wem er genutzt wird. Er entschuldigt sich für meinen Geschmack viel zu oft, dass es so lange gedauert hat. Aber schließlich könne man sich ja nicht sicher sein, ob derjenige, der ein Anwesen nutzt, auch der Eigentümer sei, hält er den quälend langen, einleitenden Vortrag. In dem Fall sei alles noch viel komplizierter, denn Nutzer gäbe es ohne Ende. Aber ich solle mich beruhigen, dabei habe ich mich bis zu diesem Punkt noch gar nicht aufgeregt, er habe zumindest den Eigentümer herausgefunden und nach dem hätte ich ja schließlich gesucht.

 „Nun sagen Sie schon. Wem gehört der Hof“, werde ich ungeduldig.

„Ja, also, es handelt sich um Dr. Manfred und Maria, Lioba, Ernestine, Agathe, Auguste von Weidenfels. Er, Dr. Weidenfels, ist Biologe, von Zeit zu Zeit auch einfach Lebemann. Er kommt aus gutbürgerlichen, aber keineswegs großen Verhältnissen. Und seine Gattin, Maria, Lioba …“

„Bitte, ersparen Sie mir die Litanei der Vornamen und kommen Sie auf den Punkt“, fordere ich ihn auf, endlich mit den Fakten rauszurücken.

„Ja also, Dr. von Weidenfels hat bei der Eheschließung den Namen seiner Gattin angenommen. Der Bauernhof dient den beiden als Wochenend-Domizil von Mai bis Oktober. Aber leider nicht nur ihnen, sondern er wird nicht selten auch einfach Freunden überlassen. Meine Informantin behauptet, es gehe dort zu, wie im Taubenschlag. Immer wieder sehe man Wagen mit anderen Kennzeichen die Zufahrtstraße rauffahren. Aber es scheint so eine Art Verwalter zu geben, der sich um das Haus und die paar Tiere kümmert. Maria, Lioba …, na, Sie wissen schon … Sie hat Philosophie und Politik in Princeton studiert. Aber soweit ich weiß, arbeitet sie nicht, sondern hält ihrem Gemahl den Rücken frei, wie es heißt. Die beiden kommen aus Norddeutschland, leben aber hier in Berlin.“

„Mit „Tieren“ meinen Sie wahrscheinlich Hühner, oder?“

Mir hat es fast die Sprache verschlagen. Kam der Kurzname Lilis etwa von Lioba? Und mein Entführer, war er nun dieser Dr. von Weidenfels oder der Verwalter? Oder womöglich nur einer der vielen Freunde des Paares? Jetzt bin ich so schlau, wie vorher, denke ich enttäuscht.

„Hühner? Keine Ahnung, welche Tiere dort gehalten werden. Ich weiß das alles von einer Frau aus dem Dorf. Der Bauernhof wird nicht wirklich bewirtschaftet, sagte sie mir. Als ich dort war, war er total verwaist. Und nach der Art der Tiere habe ich die Bäuerin aus dem Ort nicht gefragt. Und gesehen oder gehört habe ich auch keine. Wenn Sie das interessiert, hätten sie es mir sagen müssen“, beklagt sich Herr Klapproth vollkommen zu recht. Er hat sich wirklich so viel Mühe gemacht, aber ich habe ihm offenbar einfach die falschen Fragen mit auf den Weg gegeben. Was nutzt mir der Name des Eigentümers, wenn es so viele Möglichkeiten gibt, wer mein Entführer gewesen sein konnte. Aber wie Lili aussah, das wusste ich immerhin mittlerweile.

„Gibt es Fotos von diesem Dr. von Weidenfels und seiner Frau im Internet“, frage ich

„Nein. Absolut nichts. Auch nicht in den sozialen Netzwerken. Weder er noch die Frau taucht da auf. Es gibt keine Fotos, zumindest keine, die sich zuordnen ließen.“

 „Haben Sie die Telefonnummer von diesem Dr. Weidenfels oder seiner Frau? Vielleicht könnte ich einen der beiden einfach einmal anrufen. Dann wüsste ich mehr.“

„Da werden Sie im Moment Pech haben. Beide sind in die USA in ihr Haus in Florida gereist. Er hat dort eine Firma. Seine Mobilnummer ist nicht herauszubekommen. Lediglich die Festnetznummer hier in Berlin könnte ich Ihnen geben, aber da werden sie höchstens die Haushälterin erwischen.“

„Und der Verwalter“, frage ich fast schon resigniert.

„Ich wusste nicht, dass Sie der Verwalter interessiert. Ihr Auftrag lautete, den Namen des Eigentümers herauszubekommen. Soll ich mich um diesen Verwalter näher kümmern?“

„Sie müssten dann sozusagen fast von vorne anfangen, sehe ich das richtig?“

„Ja, selbstverständlich. Bis jetzt kenne ich noch nicht einmal seinen Namen.“

„Sagen Sie schon. Wieviel kostet mich das“, frage ich.

„Gehen Sie einmal von etwa dem gleichen Betrag aus, wie für die vorherige Recherche.

„Nein, dann warten wir erst einmal ab. Wenn Sie bitte dranbleiben könnten, wann dieser Dr. Weidenfels aus den Staaten zurückkommt?“

„Selbstverständlich.“

„Danke Herr Klapproth, ich danke Ihnen.“

„Nichts zu danken, Lady. Sagen Sie, darf ich fragen, warum sie nach den beiden suchen?“

„Ich werde erpresst, Herr Klapproth. Und ich wüsste gerne, von wem. Verstehen Sie das?“

„Ja, verständlich. Aber was ich nicht verstehe. Also, ich meine, Sie sind jetzt nicht gerade vermögend, wenn ich das richtig sehe. Diese Gräfin und ihr Mann allerdings schon. Na und diese sogenannten Freunde scheinen auch den höchsten Kreisen zu entstammen. Was könnten die also, entschuldigen Sie, wenn ich das so sage, ausgerechnet von Ihnen wollen?“

„Sehen Sie. Das ist das nächste. Das wüsste ich auch gerne. Ich habe nichts, das sie interessieren könnte, außer ein maximal überzogenes Konto, weil ich mir ein Auto geleistet habe, das noch längst nicht abgezahlt ist. Aber auch das wird für die Herrschaften ein Fliegenschiss sein.“

„Ja aber, irgendetwas müssen die Erpresser doch von Ihnen verlangt haben, oder? Und irgendetwas müssen sie doch gegen Sie in der Hand haben?“

Ich muss schlucken. Wie soll ich erklären, was von mir verlangt wird? Soll ich ihm etwa darüber berichten, dass ich zwar nicht wie man es mit Hühnern zu tun pflegt ums Bein herum, dafür aber in meiner linken Schamlippe beringt wurde? Dass man Bilder von mir hat, die - wenn man wollte - herzeigen könnte und für die viele alles tun würden, damit sie nicht in die Welt hinausgingen?

„Reden wir ein andermal darüber, Herr Klapproth. Bitte, sagen Sie mir, wenn dieser Dr. von Weidenfels sich wieder unserem Land nähert, ja?“

„Na klar, Lady“, findet er sich diskret damit einverstanden, dass ich im Augenblick nicht mehr preisgeben möchte.

"Danke", sage ich und meine es ehrlich. Herr Klapproth ist jetzt der einzige, der mein Geheimnis zumindest in Teilen kennt. Und auch wenn er mir nicht direkt helfen kann, tut mir das wirklich gut.

Enttäuscht lasse ich mich zurück auf mein Sofa fallen. Dass ich wegen meiner nackten, versehrten Muschi automatisch die Beine wie ein Frosch auseinanderwinkle, mag ich möglichst nicht mehr sehen. Daher ziehe ich die Decke bis zum Bauchnabel. Danach hole ich mir das Laptop und versuche es, ohne die Hilfe der Knie auf meinem Unterkörper zu balancieren. Natürlich rutscht es in die Kuhle. Dennoch gelingt es mir und ich suche nach Piercings ganz allgemein und Erfahrungen damit.

Eine schreibt, es habe vier Wochen gedauert, bis sie wieder ohne Schmerz laufen konnte. Eine andere wiederum tat das Ganze als die reinste Lappalie ab. Wahrscheinlich war es wie mit allem, das mit Menschen zu tun hat: unterschiedlich. Ich muss einfach abwarten, sage ich mir. Jetzt im Moment unterscheidet mich nur eines von diesen anonymen Anderen: sie alle taten es freiwillig. Sie konnten den Akt ihrer Zerstörung vorbereiten, ein entsprechendes Studio aussuchen und waren beraten worden. Dann hatten sie einen Termin vereinbart. Es war ihre Entscheidung gewesen. Während ich von wem auch immer markiert worden war wie ein Tier, dem man eine Ohrmarke verpasste.

Irgendwann muss ich wohl eingeschlafen sein und erwache in der gleichen Frosch-Stellung mitten in der Nacht. Meine Hand fährt unter die Decke. Ich halte den Ring zwischen Daumen und Zeigefinger, schon in dem Moment, als ich noch nicht einmal richtig wach bin.

Am nächsten Morgen fühle ich mich so krank, wie ich gestern Kathi weisgemacht habe. Meine Psyche rebelliert und nicht mein Darm. Ich sehe einfach keine Perspektive mehr. Wie sollt ich so nur weitermachen? Was würde er noch alles von mir verlangen? Und warum hilft mir Lili nicht wenigstens? Hat er wirklich eine solche Macht über sie, wie über mich? Wer immer sie auch ist, die Frau des Dr. Weidenfels oder vielleicht die Freundin des Verwalters, ich bin verliebt in sie. 

Oder bilde ich mir das ein, weil sie mir einen Orgasmus beschert hat, den ich selbst noch nicht einmal zustande bringe? Vielleicht bin ich einfach genauso, wie meine arme Mutter?

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