Jeden Morgen

 In dem ich der Kraft meiner innersten Wahrheit vertraue, sprenge ich die Fesseln meiner alten Ängste.

Seitdem ich dich das erste Mal sah, wollte ich dich besitzen.

Ich wollte deine Haare ‎mit meinen Fingern berühren.

Ich wollte deine Lippen auf meinen spüren.

Ich wollte deine Haut spüren, deinen Duft in mich aufnehmen. 

Du bist der schönste Mensch, den ich je gesehen habe.

 

Ich wollte in deinen Augen das Staunen sehen, wenn ich dir sagen würde, was ich gerne mit dir machte.

Ich hätte dir erzählt, dass ich dich am liebsten hier an der Bushaltestelle, an der ich dich seitdem täglich sehe, nackt an die Sitze fesseln würde. 

Ich würde dich berühren und die anderen würden atemlos zusehen.

Sie würden staunen, dass wir unsere Sexualität hier so ausleben.

Ich würde dich an deinen intimsten Stellen mit der Zunge verwöhnen. Ich würde dich streicheln, bis alle deine Geilheit sehen würden.

 

Du würdest alles genießen:

Meine Liebe, meine Dominanz; du würdest die Blicke der Umstehenden ‎genießen.

Dein Körper wäre mir ausgeliefert, doch du würdest dich in meinen Händen sicher fühlen.

Du würdest mir die Führung überlassen und könntest dich unbesorgt fallen lassen.

 

Später, zu Hause, würde ich dich wegen deiner Lüsternheit strafen.

Ich würde mit meiner Peitsche deinen Körper mit Striemen bedecken. Ich würde mit Klammern deine für mich göttliche Figur verzieren.

Ich würde dich fesseln und so behandeln, dass du nicht mehr weißt, ob du aus Lust oder Qual stöhnst.

Du würdest mich anflehen, nicht aufzuhören, um schließlich unter Schmerzen zu kommen.

 

Wenn ich dir befehle, zu warten, würde ich deine Ungeduld spüren - diese Ungeduld, die dich nur befallen würde, wenn ich dich nicht beachte.

Meine Aufmerksamkeit jedoch würdest du jeden Tag spüren und genießen dürfen.

Jeden Tag träume ich diesen Traum, wenn ich dich sehe. 

Jeden Tag habe ich Angst, dass du am nächsten Tag nicht da bist. 

Jeden Tag fahre ich mit dem Bus, obwohl mein Auto längst wieder repariert ist.

 

Gerne würde ich meine Fantasien mit dir teilen, ‎würde zusammen mit dir noch andere Szenarien erfinden, denen wir uns im Geiste und in Wirklichkeit hingeben könnten, doch dafür müsste ich dich erst einmal ansprechen.

Aber was wäre, wenn du dann niemals wieder hier einsteigen würdest?

Was ist, wenn in deinem Leben eine andere Person ein Anrecht auf dich hat?

Was wäre, wenn du meine Neigung gar nicht teilst und ich in deinen Augen nur pervers bin?

Ich hätte dich auf immer verloren ... mein Bus kommt.

Bis morgen, Liebe meines Lebens.

 

 

Seitdem ich hierher gezogen bin, sehe ich dich hier an der Bushaltestelle stehen. Ich sehe deinen abschätzenden, fragenden Blick.

Einen Darkroom für deine Gedanken! Du bist genau mein Traum.

So, wie du bist. 

Was würdest du mit mir machen, wenn ich dir erzählen würde, dass ich devot bin, dass ich darauf stehe, dass Dominante mich beherrschen, mich an meine Grenzen bringen?

Würdest du mich genau wie mein ehemaliger Freundes- und Bekanntenkreis ‎ausgrenzen, verspotten, nächtlichen Telefonterror betreiben?

Oder würdest du mich in die Arme schließen und meine heißen Träume erfüllen und meine heißen Tränen trocknen?

 

Kennst du überhaupt etwas aus meiner Welt der quälenden Lust nach Bestrafung? 

Oder habe ich deinen Blick falsch gedeutet und du bist in deiner Welt mit Vanille glücklich?

 

‎Ich träume davon, wie du mich hier nackt nimmst, mit heißen Küssen bedeckst. Ich bin gefesselt, kann nicht entfliehen und muss mich deiner Kontrolle unterwerfen - will mich deiner Herrschaft unterziehen.

 

Zu Hause müsste ich mich fügen; du würdest mir Schmerzen zufügen. Ich würde alle Qualen ertragen, so lange, wie du es willst.

So lange, bis du mir Erholung gönnst, die doch nur eine weitere Qual wäre.

Ich würde nicht warten können, bis du deine Macht erneut über mich ausübst. Ich würde mich immer wieder nach dir verzehren, bis du wieder so gütig wärst, mir deine Aufmerksamkeit zu schenken. 

Aber was ist, wenn du so was wie mich ekelhaft findest?

Was ist, wenn meine devote Art nur ein mitleidiges Lächeln aus dir herausbringt?

Was ist, wenn du gar nicht dominant bist?

Was ist, wenn meine Traumwelt wieder einstürzt? ‎ Was ist ...

 

... du steigst in deinen Bus; nächste Woche zum Ersten des Monats werde ich in den gleichen Bus steigen und hoffen, dass mir auf der neuen Arbeitsstelle mein Ruf nicht wieder vorauseilt. ‎Ich werde während der Fahrt ein wenig länger in deinem Schatten verweilen dürfen.

 

Jetzt gehe ich erst wieder in meine einsame Wohnung, um von dir zu träumen.

Bis morgen früh, du Freude meines Augenblicks.

Bewertung

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Kommentare

Du warst noch nie eine Meisterin der Kommata. Schon bei Deinen anderen Texten fehlen sie an allen Ecken. Nicht schön, aber auch nicht schlimm. Doch bei diesem Text stört es richtig und mindert den Lesespaß. Dazu noch eine für Dich ungewöhnlich hohe Zahl an anderen Fehlern. Schade! Mehr als vier Sterne wären anderen gegenüber unfair.

Mullay

In reply to by BDSMler

... seinen Kopf solange über dem Teller schütteln, bis man endlich die Haare in der Suppe findet, nach denen man sehnsüchtig sucht.

 

Wenn da ein paar Kommas fehlen, dann is dat noch lange kein Beinbruch!

Die Geschicht ist auch so sehr gut lesbar und man muß nicht immer so furchtbar kleinkariert sein!

 

Habe hier schon Geschichten gesehen bei denen die Rechtschreibung und Gramatik sehr schlim waren - doch das trifft auf Yellows Texte nicht zu.

Man sollte nicht vergessen das hier keine ausgesprochenen Profis schreiben, daher bricht sich keiner nen Zacken aus der Krone, wenn er bei Geschichten mit ausgesprochen wenigen Fehlern auch mal ein Auge zudrückt!

 

Ach ja, noch was - werter BDSMler - welche Geschichten hast du uns denn schon zum lesen kredenzt???

In reply to by Mullay

Lieber Mullay,

unter anderen Pseudonymen (Megs, bitte nicht böse sein!) habe ich hier schon beinahe fünfzig Geschichten veröffentlicht.

Und? 

Das bedeutet nichts! Man kann einen warmen, sonnigen Frühlingstag auch gut finden, ohne göttliche Kräfte zu besitzen und selber schon für schönes Wetter gesorgt zu haben.

Es ist eben keine Voraussetzung, etwas selbst zu beherrschen, um die Leistung anderer zu beurteilen. 

Weißt du, was toll ist? Yellows Reaktion! Ganz pragmatisch macht sie ihre gute Geschichte einfach besser. Ohne zu erwidern, dass sie meine Kritik nur akzeptiert, wenn ich ihr beweise, es selber besser zu können. Von ihr könnten Menschen wie du noch viel lernen.

 In dem ich der Kraft meiner innersten Wahrheit vertraue, sprenge ich die Fesseln meiner alten Ängste.

In reply to by BDSMler

die Kritische Betrachtung und für die Sternchen. ;-)
L.G.

wird unterschiedlich gebraucht. Ihr seid heute ganz schön lustig. Seit ich dich gestern gesehen habe.....

Ein sehr gefühlvoller und einfach schöner Text. Das Begehren und die Sehnsucht sind in jeder Zeile spürbar. Bei so viel Berührung wirken die orthografischen Schwächen leider besonders schwer, denn man möchte in den Zeilen versinken und gerät dann versehentlich in einen Buß. Mein Tipp: Sollte es irgendwann klappen mit diesem Objekt der Sehnsucht, dann soll es bitte ganz dominant und schmerzhaft Korrektur lesen - damit die Form zum Inhalt passt.

 In dem ich der Kraft meiner innersten Wahrheit vertraue, sprenge ich die Fesseln meiner alten Ängste.

In reply to by Chris Dell

...hätte ich mir wirklich sparen können.
Ich habe Buße geübt und ein wenig geändert.
Danke für die Kritik. Deine und die der Anderen hat mich dazu gebracht doch allgemein um Hilfe s.u. zu bitten.
L.G.

...Kommata her, ich bin selbst Freundin von Rechtschreibung und richtiger Zeichensetzung. Nichtsdestotrotz habe ich Deinen Text verschlungen. Die fehlenden Zeichen, mitsamt dem ein oder anderen Rechtschreibfehler .. ich weiß nicht. In diesem Text, seltsamerweise, nicht mein Problem.

Ich liebe ihn, deshalb:

6 Sehnsuchtstränchen für so viel Gefühl

Kya

Hach, ist das schööön! Mir passieren auch die ein oder anderen "Schönheitsfehler" beim Schreiben, also lassen wir die Fehlerchen eben Fehlerchen sein. Dein Text besitzt so viel Gefühl, dass sie nicht einmal besonders ins Auge stechen. Besonders das Ende hat mir einen sehnsuchtsvollen Seufzer entlockt. Das war genau der richtige "Snack" in meiner Mittagspause ;)

 In dem ich der Kraft meiner innersten Wahrheit vertraue, sprenge ich die Fesseln meiner alten Ängste.

In reply to by Foxy

Eine Geschichte als Snack auch nicht schlecht.
Ich freue mich das sie dir die Mittagspause versüßt hat.
L.G.

 In dem ich der Kraft meiner innersten Wahrheit vertraue, sprenge ich die Fesseln meiner alten Ängste.

Da sind sie wieder meine 5 Probleme.
1.Zu viel Phantasie.
Was ja nicht schlimm ist.
2. Ich habe immer schon gerne Geschichten erfunden.
Immer noch eins mit dem Frau leben kann. :-)
3. Ich freue mich wenn andere meine Geschichten lesen.
Jetzt wird es schon schwieriger.
4. Rechtschreibung und Komma.
Ich arbeite daran,zumindest versuche ich es.
Doch nun kommt das letzte Problem.
5. Um Hilfe bitten.
Jemanden finden der im Trubel des Alltags auch noch Zeit hat meine Geschichten gegen zu lesen.
Sollte es so eine liebe Seele geben nehme ich Hilfe gerne an.
Ich freue mich trotzdem über die Kritik.
Die kann mich nur besser machen.
L.G.
Yellow

Einige Fehler sind korrigiert - da korrigiere ich meine Bewertung von 4 auf 5. Rest folgt per PN. Inhaltlich ist das immer noch schön.

In reply to by Chris Dell

Jetzt ist es eine runde Sache. Wunderschön. Sechs vollgeflennte Taschentücher. Hoffentlich melden sich viele Korrekturleser für Künftiges.

...das ein Text der einen tollen Inhalt hat auf Grund der Rechtschreibung teils niedergemacht wird! Mich persönlich stört es nicht. Vielleicht weil ich selber nicht perfekt bin, aber der ein oder andere hier scheint dies ja zu sein...

In reply to by BCslave76

... der Anspruchslosigkeit das Wort zu reden, statt die Leistung und das Können der Autorin anzuerkennen, die zunächst einen wirklich schönen, gefühlvollen, fast lyrischen Text mit formalen Schwächen veröffentlichte, sich aber damit nicht zufrieden gab, um Hilfe bat, diese erhielt und nun dafür gesorgt hat, dass ihre Delikatesse nicht auf einem Pappteller serviert, sondern auch noch hübsch angerichtet ist, wie es zur inhaltlichen Qualität (zum Geschmack der Delikatesse) passt. Niemand ist "perfekt". Niemand kann alles und das auch noch stets allein. Meine Hochachtung gilt jenen, die mehr als Selbstdarstellung bieten wollen, die bemüht sind, ihren Lesern ein möglichst interessantes, angenehmes Erlebnis in Inhalt und Form zu bieten, sich nicht mit achtlos Dahingefrickeltem zufrieden geben, an den Unzulänglichkeiten (die wir alle haben) arbeiten, sich da, wo es vielleicht noch ein wenig klemmt, helfen lassen und so ihren Respekt vor den Lesern zeigen und diese nicht zu Claqueren des Mittelmaßes oder gar der Stümperei degradieren wollen (dafür gibt es schließlich DSDS und ähnlichen Krempel). Wieso habe ich eigentlich das Gefühl, dass es den "ach, wen interessiert schon Rechtschreibung?!"- Kommentatoren zumeist gar nicht in erster Linie um den kommentierten Text oder gar dessen Urheber/in geht?

Auf der anderen Seite kann man allerdings "Fehleranzeigen", die nicht unbedingt von allgemeinem Interesse sein müssen, ganz wunderbar per PN übermitteln, ohne Autor(inn)en allzu bloß zu stellen. Erst kürzlich hat mich eine geschätzte Kollegin per PN auf einen inhaltlichen Fehler aufmerksam gemacht, der nur mir selbst aufgrund mangelhafter Recherche unterlaufen konnte. Niemand hätte von dieser Information einen Vorteil gehabt, weshalb sie gar nicht öffentlich erfolgen musste, aber ich konnte den Fehler korrigieren und habe etwas gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich fand die Lektüre der "Urfassung" dieser Geschichte hier schön, aber die dort vorhandenen Fehler sehr bedauerlich und durchaus störend. Nachdem diese nun weitestgehend korrigiert sind (und das ist ausschließlich die Leistung der Autorin, denn es zeugt von Mut, Anspruch und sogar von "Führungsqualität", sich für das, was man selbst vielleicht nicht oder noch nicht allzu gut beherrscht, Helfer zu suchen, die eben genau das besser können als man selbst) habe ich den Text gleich noch ein paar Mal mit Genuss gelesen, weil er wirklich poetisch, ungeheuer glaubwürdig, emotional und berührend ist. Dafür habe ich ihm sechs Sterne gegeben. Wen interessiert da noch, wie er vorher mal präsentiert wurde? Irgendeinen Leser? Die Autorin? Nein? Wen dann? Tja ...

 In dem ich der Kraft meiner innersten Wahrheit vertraue, sprenge ich die Fesseln meiner alten Ängste.

In reply to by BCslave76

ist sehr lieb und ich habe mich darüber gefreut.
Wie mache ich das jetzt ohne aber??????? ;)
Ich bin froh wenn man mir sagt was ich verkehrt mache....schreibe. Diese Geschichte wurde mit lieber Hilfe korrigiert. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich sehe das so.....Würde ich mit gleicher Leidenschaft verzierte Tische bauen würden die zumindest hübsch aussehen. Sie hätten nur einen Nachteil sie würden wackeln. Ich könnte zwar einiges mit Bierdeckeln (Rechtschreibung in Word), oder einem zurecht geschnitten Korken (T9 im Handy) ausgleichen. Aber nicht alles. Deswegen freue ich mich ehrlich über Kritik und über so liebe Leser wie dich.
So nun aber Schluss :-)
L.G.
Yellow

Mir gefällt die Komposition, die musikalische Zusammensetzung der Geschichte. Mein Mann würde bestimmt den Fachausdruck dafür kennen, - so sind oft Chorwerke aufgebaut. Sehr harmonisch, sehr ausgewogen die zwei Ufer der Sehnsucht. Für mich ist ein Gedicht in Prosa, eigentlich so gar ein Lied. "Oh süßes Lied". R.M. Rilke