Shadow of the Seas 09

 

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...Ruhig wie ein bläulich schimmernder Spiegel, lag der Ozean nun da. Vier Tage waren vergangen, seit man das Bizarre Eiland endgültig hinter sich gelassen hatte. Die Mannschaft hatte Zuwachs bekommen. Obwohl der erste Maat noch immer im Krankenhaus lag und sich (unter der Obhut seiner neuen russischen Geliebten) von seinen Verletzungen erholte, hatte man nun eine Person mehr an Bord.

Natürlich hatte Mac B. Sie nicht so ohne weiteres ziehen lassen wollen. Aber was sollte er schon machen? Zum einen war die Leibeigenschaft schon seit zwei Jahrhunderten abgeschafft, zum anderen hatte Doktor Raphael während des Hurrikans zwischen den Klippen ein Handyvideo gedreht... Verfluchte neue Technik. Eindeutig war darauf zu erkennen, dass der Dicke seine Anvertrauten einfach im feige Stich gelassen hatte. SM hin oder her. Es gab einen Ehrencodex innerhalb des Zirkels…

War es Erpressung? ...Kapitän Gunnar nannte es einen fairen Deal. Er hatte sein Edelholzkontinggent bekommen, Rosaria hatte natürlich ihre Villa in Portugal als Provision (und den Wert der Edelsteine in ihrer Haut dazu) erhalten ...und Mac B. hatte sie ein wenig (lust)foltern dürfen; ...wenngleich er sich auch gewiss deutlich mehr erhofft hatte, hätte ihm das Unwetter keinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Hätte er sie nicht so schändlich im Stich gelassen, hätte er auch das volle Programm auskosten können. Rosaria war bereit. Denn sie hatte sich auch die Knüpfung bester gesellschaftlicher Kontakte von ihm versprochen.

Doch nun? Alles vorbei! Statt dessen, würde sie eine lange Narbe auf der Außenseite ihres rechten Oberschenkels zurück behalten. Zum Glück hatte sie Doc Raphael. Er hatte die tiefe Wunde mit größter Sorgfalt wieder zusammengefügt; mit feinstem Faden genäht und mit dünnsten Klammern geklammert…

„Du wirst sehen“, ...hatte er getröstet. „Wenn erst alles verheilt ist, und ich nochmals mit dem Laser drüber gefahren bin, wird nichts, als ein dünner, heller Streifen zurück bleiben…“

Rosaria rollte mit den Augen und lächelte tapfer. Lachen konnte sie wegen der vielen Rippenprellungen noch nicht, selbst wenn ihr danach zumute gewesen wäre.

Da ging es ihr nicht besser, als der schokoladenbraunen Dileila, die auch so manchen Riss auf ihrem schönen Leib davongetragen hatte. Zum Glück nicht so tief, dass dauerhafte Narben zu befürchten waren. Ihre Schmucknarben trug sie mit Stolz, aber Schmisse…

Natürlich hatte sich Rosaria für ihre Lebensretterin eingesetzt. Sie, und ihre Zwillingsschwester. Die bildschönen Gazellen hatten keine wirkliche Aufgabe an Bord. Aber sie waren eine Augenweide, die ganz besonders der Kapitän zu schätzen wusste. Anna hatte es wohlwollend abgesegnet. Maximale sexuelle Toleranz, war schließlich das Geheimnis ihrer außergewöhnlich harmonischen Ehe. Sie hatte eine ganze Schiffsmannschaft für sich, ...und er hatte seine Gespielinnen. Und trotzdem: Wenn die Eheleute gemeinsam in ihrer Kabine verschwanden, wurde es heiß ...auch nach so vielen Ehejahren.

Die Tage vergingen. Halbnackte Matrosen flickten die Sturmschäden, polierten die Kratzer und reinigten den Pool. Der Brasilianerin Wunden juckten inzwischen nur noch unter der stetig fortschreitenden Heilung. Dazu das ständige, untätige Herumliegen unter dem Sonnensegel… und diese muskulösen Kerle im Augenwinkel...

„Du bist spitz“ ...schallte Annas Stimme schließlich über Rosarias Schulter.

...“Du weißt noch, was ich dir bezüglich der Mannschaft eingeschärft habe?“

“Vergiss es. Ich kenne das geile Jucken, dass frisch gesetzter Intimschmuck während der Abheilung verursacht. Ein gewisser Schmerz, aber auch dieses ständige…“

„Für die nächsten Wochen darfst du dich nach Belieben bedienen. Du hast soviel für uns getan. Einzige Bedingung: Ich darf auch mitmachen, wenn es mich juckt... Habe ich dir eigentlich schon gesagt, wie scharf dein neuer Körperschmuck aussieht? Niemand an Bord kann wirklich länger wegschauen. Du solltest die Prügel in den Shorts der Männer sehen. Wenn die Zwillinge nicht wären, um sie abzulenken ...Ich glaube wir hätten die Mannschaft nicht bändigen können. Wahrscheinlich wären wir sogar alle samt über dich hergefallen, und hätten dich vergewaltigt wie wilde Tiere….“

„Eine Vorstellung, die ich in meinen Träumen gar nicht mal so ungeil finde“, ...warf die Kastanienblonde verschmitzt lächelnd ein. ...„Doch dazu tut mir alles noch viel zu weh. Bin schon froh, dass ich wieder einigermaßen laufen kann. ...bis auf ein paar Fingerspielchen… Aber danke für das Angebot.“

„Ich könnte dir gerade helfen. Hab augenblicklich nicht viel zu tun, ...und beide Hände frei. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Mannschaft steht dir jederzeit zur Verfügung...“

„Nach all der Aufregung haben wir völlig vergessen, dich deinen herausragenden Leistungen entsprechend zu würdigen. Das wollen wir heute Abend nachholen. Wir haben ein paar Überraschungen für Dich vorbereitet. Aber erst musst du uns natürlich unbedingt erzählen, wie es dir ergangen ist. ...Ich meine, bevor die Sturmflut über uns kam...“

 

Rosaria staunte nicht schlecht, als Gunnar ihr bei Sonnenuntergang den Geschenkkarton mit der neuen Maatsuniform überreichte. Schneeweiße Shorts, passende Bootsschuhe und ein kurzärmliges Hemd mit breiten Schulterstücken, welche ihren neuen Rang für jeden unübersehbar kund taten. Dazu eine silberne Trillerpfeife am ledernen Band.

„Probiere sie schon an“, ...ermunterte er.

„Schließlich kannst du nicht ständig nackt herum laufen, wenn du bei der Mannschaft nach dem Rechten siehst.“

Die Männer waren inzwischen vollständig auf dem Unterdeck angetreten; fünf Matrosen, der Koch und der erste Offizier, standen wie an der Schnur aufgereiht.

„Ich hab doch gar keine Ahnung von der Seefahrt“, ...flüsterte sie dem Kapitän noch schüchtern ins Ohr.

„Wie soll ich denn da befehlen?“

„Der Erste und ich kommandieren das Schiff. Es fährt ohnehin beinahe von selbst. Du hast nur für Sauberkeit und Disziplin zu sorgen, bis unser erster Maat wieder gesund zu uns stößt. Du bist dann nur noch gewissermaßen der „Ehrenmaat“. Dennoch ist dein Rang auf diesem Schiff von jetzt an Kraft meiner Ernennung festgeschrieben. Schlamperei kannst du bestrafen. Ich glaube, du und das Köchlein, ...ich meine, ihr habt da noch eine alte Rechnung offen, wenn ich nicht irre. Strenge und Großmut sollten dennoch im Gleichgewicht bleiben,“ ...ermahnte der breitschultrige Wikinger.

...Und dann teilte der Kapitän seine Entscheidung mit fester Stimme für alle vernehmlich mit. Er ernannte Rosaria in aller Förmlichkeit.

Die Seeleute salutierten, und Rosaria stieß zum ersten mal aus voller Lunge in die Schiffspfeife.

„Abtreten und auf die Stationen. In einer Stunde will ich, dass hier alles blitzt und glänzt, als wäre das Schiff frisch von der Werft. Vom Maschinenraum bis zur Funkstation. Und die Kombüse nicht zu vergessen!“

...Natürlich war auch vorher schon alles in bester Ordnung. Doch der neue Maat genoss den Umstand, dass die schmucken Jungs ab heute nach ihrer Pfeife tanzen mussten, anstatt sie mit den Augen aufzufressen.

 

Während dieser kleinen Aufführung, hatte Anna das Sonnendeck geschmückt. Kerzen, Fackeln und sogar einige Blumen aus dem Kühlfach. Dazu kleine Köstlichkeiten auf dem Tisch. Aber auch eine gesiegelte Besitzurkunde lag auf dem Ehrenplatz der noch immer leicht hinkenden Heldin.

Und ein paar Autoschlüssel, dazu ein neues Mountenbike, damit sie ihre Muskeln wieder trainieren konnte. Aber auch, um die neuen Aufgaben an Land zu erledigen, die mit ihrem neuen Rang einher gingen. Denn das Auto stand natürlich in der Garage ihrer neuen Strandvilla in Portugal...

Doch nach all den Geschenken, Küssen und Umarmungen, musste sie dann doch endlich erzählen, wie es ihr in der dunklen Höhle ergangen war.

 

Und so hob Rosaria, bei einem Glas vom süffigen Roten, zu ihrer Erzählung an:

...Schon der Weg zur Höhle, barg so manche Tücken. Ich fühlte mich tatsächlich wie eine ausgelieferte Gefangene in Piratenhand. Nesseln und Dornen malträtierten meine nackten Beine. Doch die Peitsche trieb mich voran. Auch wenn ich strauchelte…

… Das heiße Wachs, konnte ich noch einigermaßen ertragen. Doch dann griff die Chinesin zu den Tätowierklingen. …

...So erzählte sich Rosaria durch alle uns bereits bekannten Stationen. Anna hatte sich inzwischen dicht an sie heran geschmiegt. Begierig, kribbelig, ...fiebernd auf die letzten beiden Stationen gierend: Das sensible Setzen der kleinen Ziernarben und das Befestigen der kostbaren Nippelschilde.

Rosaria hatte sich richtig in ihre schmucke Uniform verliebt. Doch nun lief ihr so ein wohliger Schauer durch den Leib, als sich Annas lange Finger an den goldenen Knöpfen zu schaffen machten, bis sie schließlich beide Seiten des Vorderteils zurück schlug und die Kerze näher rückte, damit alle Anwesenden dieses Kunstwerk bewundern konnten.

Rosaria fühlte sich sehr wohl, wenn sie nackt war. Doch noch prickelnder war für sie stets der Augenblick, wenn sie die letzten Hüllen fallen ließ, ...oder sie gar zärtlich heraus geschält wurde. Und jetzt waren alle Augen einzig auf sie und ihren intimsten Schmuck gerichtet. Ein Orgasmus der Seele, ...eine Explosion der Sinnlichkeit. ...So viele ehrfürchtige Fingerkuppen, die behutsam all die Feinheiten auf ihrer nackten Brust ertasteten.

Sanft schob Anna ihren langen Fingernagel unter den linken Schild. Ein unglaubliches Gefühl. Die Aureole ließ sich sehr wohl noch liebkosen, und sandte sogleich ihre freudige Botschaft an die Nippelspitze, die sich vollends hart versteifte, was mit einem süßen Schmerz im Schaftansatz verbunden war: Süß, stimulierend und ein wenig Schnürend, fühlte es sich an. Anna drückte die Nagelspitze etwas fester in den Hof. Nicht schmerzhaft, nicht brutal, nur gerade so fest, dass die Spannung im Schaft etwas heftiger, etwas erregender wirkte. Und siehe da, die durchgängig tätowierte Knospenspitze begann einen weißen Tautropfen zu schwitzen. Ein kleines Rinnsal folgte...

„Darling, ...deine Milchkanne ist heimgekehrt. Und sie ist jetzt weit schöner verziert, als das Meißener Porzellan“ in unserer Stadtwohnung, ...scherzte Anna, während sie die frischen Tropfen abschleckte.

„Tut die Naht noch weh?“

„Nur noch ein süßes Jucken. Und wenn du daran spielst… mein frisches Uniformhöschen ist feucht,“ ...grinste die Brasilianerin bevor sie die schmerzliche Prozedur beschrieb, die diesem Ergebnis voraus gegangen war.

„...Die Asiatin arbeitete schnell und mit sicherer Hand. Sie war sehr geübt, in all diesen Tätowiertechnicken und bereitete mir nicht mehr Schmerz als nötig. Mit flinken, sicheren Fingern hatte sie mir die Haut geritzt und die winzigen Schmucksteinanker eingesetzt. Mit zügiger Technik stach sie die Schmucknarben-Knospen-Paste an den vorbezeichneten Stellen unter meine empfindliche Haut. Eher flinke, wenn auch lästige Insektenstiche, als eine wirkliche Qual.  ...Aber dann:“

„...Das eigenhändige „Nähen“ meiner Brustknospen, hatte sich das fette, sadistische Schwein nicht nehmen lassen. Dafür hatte es sogar seinen bequemen Sessel verlassen und den Wein weggestellt. Zum Glück trug er sterile Gummihandschuh. Seine schweißglänzende Stirn widerte mich an. Dazu der Geruch seines verschwitzten Hemdes.“

„O ...ja. Er ließ sich wirklich alle Zeit der Welt. Ihr wisst ja, wie sehr ich Nadeln hasse, und seien sie auch noch so dünn. Er ahnte es wohl. Denn genüsslich zeigte er mir dieses in bestimmten Maß gebogene Werkzeug meiner Pein. Wer eine Chirurgische Nähnadel kennt, dem brauche ich nichts zu erklären. Doch diese war speziell für den besonderen Faden gefertigt. Man hatte ihn passgenau in das hintere, hohle Ende eingefügt, damit er genau durch die sechs im Schmuckstück vorgesehenen Ösen passte. So führte er dann die Kunstreiche Blüte über meine fleischliche Knospe, korrigierte nochmals ihren festen Sitz, fasste die Nadel mit der Zange, und stieß sie durch die erst Öffnung, bis sie nach einer gefühlten Ewigkeit wieder aus der Zweiten heraus trat. Ein wahres Feuerwerk explodierte vor meinen geschlossenen Augen. Doch ich schlug sie wieder auf, um den zweiten Stich zu erwarten, der erst nach einer gefühlten Ewigkeit erfolgte… Mehr und mehr spürte ich die entstehende Enge und den Faden, der mit jedem neuen Einstich durch meine empfindliche Haut wanderte.“

„Endlich war es auf der linken Seite vollbracht. Er kniff Nadel und Faden mit einer anderen Zange ab und schob eine winzige Hülse über die Enden, welche er schließlich mit einer Dritten vernietete. Mir blieb kaum Zeit zum verschnaufen. Schon hantierte er an der Rechten herum...

...“Ihr könnt euch gewiss vorstellen, dass ich beinahe durch die Höhlendecke gegangen wäre. Beinahe hätte ich unter mich gemacht, hätte die süße Asiatin mich nicht durch ihr fürsorgliches Finger und Zungenspiel beruhigt, ...erregt ...und bei Laune gehalten“

Am Ende habe ich geschrien, gebrüllt, ...ja gestöhnt. Denn wieder einmal hatte die Lust am Ende den Schmerz besiegt...“

...„Ein bisschen hatte ich gefürchtet, dieses lebenslange Bild auf meiner Haut, könnte mir am Ende doch nicht gefallen, und ich würde es für den Rest meines Lebens bereuen.

Aber jetzt? Alles ist schön abgeheilt und die Farben haben ihre volle Leuchtkraft entfaltet. Schon eure Blicke sind mir ein Fest“

„Ich stelle mir nun vor, wie ungläubig erst Fremde schauen werden, wenn ich damit am Strand einher stolziere, und sie erkennen, dass es nicht etwa raffiniertes Bikinitop ist, dass ihnen da entgegen blitzt. Spätestens wenn ich Gänsehaut bekomme, bin ich wohl enttarnt…“

Anna hob ihr Glas, der Kapitän brachte einen Tost aus, und Zwillinge wie Schiffsarzt fielen darauf ein.

Dann wurde auch Gunnar neugierig.

„Und du hattest Mitleid mit der kleinen Asiatin, die so grob zu dir war?“

Rosaria nahm einen tiefen Atemzug.

„Sie war zwar grob zu mir, ...ja. Aber ich habe es natürlich auch genossen. Schließlich habe ich ja bei euch angeheuert, weil meine wirkliche Lust erst dort richtig beginnt, wo sie bei anderen bereits lange zu ende ist. Da, wo meine Sinne wirklich explodieren“

„Ja, natürlich hat sie mir leid getan. Seit Jahren dient sie jetzt schon diesem unansehnlichen, reichen Texaner. Aufgeblasen und arrogant, aber am Ende doch so ungebildet, dass er noch nicht einmal seinen eigenen „Künstlernamen“ richtig aussprechen kann.“

„Der echte Balckbeard hätte ihn sicherlich Kiel-holen lassen. Aber der dicke Schwabbel war der Garant ihrer Zukunft. Sie stammte aus einfachen Verhältnissen, genau wie ich. Da lässt man sich nicht einfach so einen dicken Fisch von der Angel gehen. Eine zweite Chance kommt vielleicht nie.“

„Und wer weiß? Vielleicht treffe ich sie sogar irgendwann einmal wieder. Dann ist sie vielleicht mit dem Unhold verheiratet und hat die Macht übernommen. Unterschätzt niemals die Chinesen. Gewiss wird sie sich dann auch erkenntlich zeigen…“

„Man merkt gleich, dass sie unsere Schülerin ist. Und sie ist erst ein paar Wochen an Bord. Ich will gar nicht wissen, was für eine gefährliche Raubkatze wir auf die Menschheit loslassen, wenn sie dereinst von Bord geht“, ...zwinkerte Anna und hob ihr Glas...

 

...Man feierte noch die halbe Nacht und Rosaria war sehr glücklich darüber, dass sie jetzt mit ihrem neuen Bikini auch wieder in den frisch gereinigten Pool springen durfte.

Am nächsten Morgen würde sie die machtvolle Wirkung ihrer neuen Deckspfeife ausprobieren…

Ja, die kleine Feier hatte ihr gut getan. Als sie um die fortgeschrittene Vormittagsstunde in ihrem bequemen Bett erwachte, lag die neue Maatsuniform sauber und frisch gebügelt über dem Stuhl.

Ein kleines Frühstück, ...und dann den Koch schön stramm stehen lassen. Rosaria war ein liebes Mädchen. Aber ihr Rang musste respektiert werden. Die Kerle hatten lüstern zugesehen, als man ihr vor der Landung auf Bizarr Eiland den Arsch gestriemt hatte. Das konnte sie ihnen noch nicht einmal verübeln. Doch die übertriebene Häme im Gesicht des Köchleins…

Rosaria glitt in die engen, weißen Uniformshorts, griff sich die Bluse mit den goldenen Knöpfen und den stattlichen Schulterstücken, ...und knöpfte sie langsam, Knopf für Knopf über der stolz geschwellten Brust zu. Dann übte sie ihren strengen Auftritt vor dem Spiegel...

 

Das Köchlein:

Der Schiffskoch bildete eine Ausnahme in Annas Team. Sie hatte ihn nicht wegen seines guten Aussehens in die Mannschaft geholt, sondern wegen seiner kulinarischen Ausnahmequalitäten. Natürlich profitierte die gesamte Mannschaft davon. Darum ließ man ihn auch in Ruhe. Er war ein kleiner, hagerer Bursche, so dass man schon hämisch mutmaßte, er habe einen Bandwurm im Gedärm. Am Essen konnte es nicht liegen. Aber unter den Männern, gehörte er einfach nicht richtig dazu. Was eher an seiner flüchtigen Art, als an den verwitterten Akne Narben liegen mochte. Ja, verwittert, denn Sonne und Seeluft hatte seine Krankheit längst geheilt. Sonst hätte er den Job wohl kaum bekommen.

Ja, man schätzte seine Kunst an den Töpfen und ließ ihn in Ruhe. Leider ließen ihn auch die Frauen in Ruhe. Insbesondere Anna, die Schiffsherrin, die er heimlich vergötterte:

Nur einmal ihre Füße küssen, ...nur einmal mit der Zunge an ihren schönen, langen Beinen empor fahren. An den Geschmack ihres „Göttlichen Schoßes“, oder ihrer schönen, großen Naturbrüste, wollte er erst gar nicht denken… Oder wenn sie ihn doch wenigstens schlagen würde, weil es mit dem Braten wieder zu lange dauerte...

Frustration und Abweisung machten bitter. Er mied die Gesellschaft der anderen Seekameraden. Denn ihre Protzereien mit Weibergeschichten, konnte er einfach nicht ertragen.

Und dann noch diese freche, brasilianische Schlampe, ...dieses selbstverliebte Miststück.

Ja, ...er war scharf auf sie. Wie sollte es auch anders sein. Ihre Haut hatte so einen angenehmen, natürlichen, animalischen Duft. Und dann presst sie sich ständig so dicht in den engen Gängen an ihm vorbei, ohne ihn überhaupt wahr zu nehmen.

Er war ein Gaumenmensch, seine Geruchssinn, seine Geschmacksnerven unglaublich scharf ausgeprägt. Und Igor Schiffskoch war devot. Er wollte doch nur dienen und gefallen. Schmeckte es denn nicht ausnahmslos allen an Bord? Er war ein Künstler. Wo blieb nur die Anerkennung?

...“Ja, das Köchlein, ...dieser gehässige, kleine Wicht.“

...Rosaria erinnerte sich nur zu gut daran, wie er sie bei Gunnar angeschwärzt hatte, ...gleich zu Anfang ihrer Zeit an Bord. ...Sein höhnisches Lächeln, als man sie auspeitschte, ...und auch, als sie anschließend vor aller Augen und nackt das Deck schrubben musste. Verschmutzt und präpariert, nur um sie zu demütigen. War es nicht der Koch, der sein Kaugummi ausspeie, gerade als sie fertig war? Hatte er es nicht noch mit der Schuhspitze in die Fuge getreten, damit sie sich noch mehr anstrengen musste? Dabei war sie schon am Rande der Erschöpfung.

Rosaria rückte die Schirmmütze zurecht. Dann verließ sie stolz erhobenen Hauptes ihre Kabine. Deutlich waren ihre Schritte auf dem Weg zum Unterdeck zu vernehmen. Der frisch gebackene Schiffsmaat war in Stimmung. Schon klopfte es herrisch an der Kombüsentür.

Ein „Herein“, wartete sie erst gar nicht ab.

Das Köchlein frohlockte innerlich. Da war so ein erregtes Kribbeln in seinen Eiern. Denn endlich wurde es wahrgenommen…

„Strafe mit Maß“, ...hatte ihr der Kapitän ins Stammbuch geschrieben. Rosaria hatte so ein „Gefühl“...

Ihr Blick fixierte den scheuen Schiffskoch, wie ein gebündelter Laserstrahl, während ihre Fingerkuppen an der Unterkante der edelstählernen Spüle entlang glitten. ...Nichts.

Ihr Raubtierblick ließ nicht von ihm ab, während sie sich zum Herd weiterarbeitete. ...Wieder nichts!

Makellos rein präsentierte sich das polierte, rostfreie Eisen (was sie einerseits freute, denn nun würde ihr das Essen noch besser schmecken).

Doch jetzt untersuchte sie den Backofen. Verfluchte Tat. Ein winziges Stück Käse hatte sich beim Überbacken eines Auflaufs gelöst, um sich in einer verdammt versteckten Ritze fest zu brennen. Winzig klein, aber dem Laserblick eines schlecht gelaunten Schiffsmaats entgeht nichts...

Rosaria setzte ihr sadistisches Grinsen auf…

Unter der Schürze des Kochs regte sich etwas. Die eng angeschmiegten Shorts machten Rosarias Premiumarsch beinahe noch verführerischer, als ein knapper String. Und erst die Beine. Dieser Kontrast zwischen makellos weißem Stoff und sonnenverwöhnter Schenkelhaut, unter der in dieser Position ständig angespannte Muskeln zuckten...

„Was ist das? ...Was macht dieser schwarze Klumpen… nein, was macht diese Kohlefaust in unserem Backofen? In dem Ofen, aus dem du uns schon heute wieder bedienst?“

Katzenhaft langsam, richtete sich Rosaria auf, ...und fixierte ihr verschrecktes Gegenüber mit dem brennenden Blick ihrer laser-scharfen Augen.

Sie war Brasilianerin, und somit quasi von Geburt an Meisterin der erotischen Bewegung. Sie genoss ihre neue Machtposition und hätte nie erwartet, dass sie auch in ihrem Schoß etwas derart prickelndes auslösen konnte. Elegant schob sich die Katze an ihr Opfer heran. Ganz dicht, so dass es die Konturen ihres heißen Körpers spüren konnte.

Unweigerlich musste Igor schnuppern. Eine Explosion der Sinne. All diese feinen, weiblichen Düfte. Jede Region eine andere Nuance. Dazu noch das goldbraune Haar und die unmittelbare Nähe dieses schönen Körpers. Wie zufällig, berührte sein Handrücken ihren nackten Schenkel...

...Eine schallende Ohrfeige war das Mindeste. Es klatschte, ...und ganz deutlich konnte sie es erkennen: ...Sein Schwanz war stahlhart. ...Aber auch ihr Schoß reagierte.

„Häßlicher Kerl, ...Gollum, ...schleimiger Wicht“, ...kam es ihr unweigerlich über die Lippen.

Als Luxussklavin hatte Rosaria angeheuert. Und ganz plötzlich waren die Rollen jetzt vertauscht. Noch war sie unsicher, wie sie weiter vorgehen sollte. Aber sie verließ sich auf ihr Gefühl. Jetzt konnte sie keinen Rückzieher mehr machen.

Intuitiv schickte sie den Kerl auf die Knie...

„Küsse meine Schuhspitzen. ...Und wehe, du berührst noch einmal meine Haut!“…

Von diesem Tag an, hatte Rosaria einen willigen Diener; ...einen Hund, der sie vergötterte; der für sie durchs Feuer ging: Für die leiseste Berührung, ...einen gebrauchten Strumpf, einen getragenen Slip. Hauptsache es kam von ihr, …von seiner neuen Göttin!

Ja, Rosaria war befördert worden. Jetzt spürte sie es ganz deutlich. Sie hatte dieses Machtgefühl genossen, ...sehr sogar. Aber befriedigen konnte sie das nicht. Sie brauchte einen richtigen Kerl! ...So einen mit Stolz, Schwanz und Muskeln, ...und einem Gesicht, zu dem sie aufblicken konnte!

Rosaria war devot, tief in ihrem Herzen. Vielleicht stellte sie Kapitän Gunnar ja auch nur auf die Probe, damit sie ihren Weg noch besser fand? War es möglich, dass Herrschen und Dienen gleichermaßen erregen konnten?...

Nach dieser Machtprobe wollte sie jedenfalls einen richtigen Schwanz. Und sie würde ihn in ihren Schoß befehlen.

Hierarchie, ...ja das war das richtige Wort. In diesem Spiel ging es auch darum, seinen Platz auf der Leiter zu finden. Auch Anna war eine Herrin. Doch gleichzeitig trug sie ganz ähnlichen Sklavinnen-schmuck am Körper, wie Rosaria selbst. Dezenter zwar, ...aber? Noch war sie sich über die Bedeutung nicht im klaren...

...Der Maschinenraum war eine Oase der Ruhe und Sauberkeit. Man ließ sich treiben. Die Elektromotoren standen still. Das leise Brummen von den Solarpumpen der Warmwasserversorgung, sorgte eher für eine angenehme Atmosphäre, als dass es störte. Der Maschinist prüfte gerade den Ladezustand der mächtigen Batterien auf dem Laptop. Oder hatte er sich heimlich einen Porno angesehen? Was gab es hier schon groß zu tun. Jedenfalls hatte er ein beseeltes Lächeln im Gesicht, als der schöne, weibliche Maat seine Oase der Einsamkeit betrat, um nach Sauberkeit und Ordnung zu schauen.

Gewiss hätte sie auch hier eine Kleinigkeit finden können. Doch stand ihr der Sinn jetzt nicht nach übertriebenen Machtdemonstrationen. Der Kerl sah gut aus. Und dass sie ihm gefiel, daran bestand kein Zweifel. Auf die Magie ihrer schönen Beine konnte sie sich verlassen. Da störte auch die kleine Narbe nicht. Sie hatte sie schon fast vergessen. Genau wie jenen Schmerz, der sie noch am Vorabend geplagt hatte.

„Ist der Füllstand der Batterien in Ordnung?“

...Natürlich war die Frage überflüssig, aber irgendwie musste sie ja beginnen.

„Schauen wir doch gemeinsam nach.“

...Der Kerl zeigte nicht die geringste Nervosität. Ganz im Gegenteil. Er nutzte die Situation souverän, und wies ihr den Weg zu jener Treppe, die hinauf zum Kontrollpaneel führte. Ein prima Vorwand, sie voran steigen zu lassen, um diese tollen Luxusbeine in Aktion zu beobachten.

Auch sie nutzte diesen günstigen Vorwand, um auf der Mitte ein Straucheln vorzutäuschen. Unser Maschinist fing sie erwartungsgemäß auf. ...Und seine Hand lag zielgenau auf ihrem heißen Schoß.

„Müssen wir spielen? ...gurrte sie, als sie den hüfthohen Schaltkasten erreicht hatten.

Schon hatte sie sich herauf gestemmt und vollführte eine Drehung, die einer Kunstturnerin würdig gewesen wäre.

Was für ein Körper…

Der schmucke Maschinist schüttelte nur staunend den Kopf.

„Ich will, dass Du mich leckst!“…

„Finger weg, ...das ist nur für die ganz Großen“, ...wurde sie streng, als er ihre Bluse aufknöpfen wollte.

„Hast du jemals schon mal einen solchen Slip gesehen? Schon dieser Luxus ist weit über deinem Stand.“

“Dort unten ist dein Platz!“ ...erinnerte sie sich wieder an die Hierarchieleiter.

 

„Nicht so oberflächlich. Ich habe auch einen Kitzler. ...Ja, ...genau unter der großen Kugel. Wenn du es gut machst, darfst du mich ficken. Aber wehe, du prahlst damit vor deinen Kameraden!“

Der Maschinist bewies feinstes Fingerspitzengefühl. Bald waren Rosarias gepiercte Schamlippen von einem schlüpfrigen Film überzogen.

Und was seine Zunge anging, ...ein gedrechseltes Gedicht mit zweiunddreißig Wendungen, ...geschraubten Hebungen, Untergewinden und…,

...auch die großen Ringe verfehlten ihre Wirkung nicht.

Rosarias Körper stand in Flammen. Jetzt konnte sie sich nicht schnell genug aus ihrer Uniformbluse knöpfen. Denn ihre auf so sonderbar geile Weise schmerzenden Brustwarzen tropften aus ihren engen Zwingern heraus. Die tätowierten Knospen verströmten durch den bloßen Reiz des reibenden Stoffs ihren verführerischen Nektar.

„Jetzt sauge sie schon, sonst platzen sie“, ...stöhnte unsere Heldin ungeduldig und schob seine Hand dahin, wo noch gerade die Zunge war. Das mit der Strenge, musste sie noch üben.

 

...In der Tat. Rosaria war wieder vollkommen genesen. Ihr Körper funktionierte jetzt besser, als je zuvor. Denn sein Schmuck verstärkte ihr Lustempfinden in unerwartetem Ausmaß. Morgen wollte sie sich drei Kerle nehmen, ...oder gleich alle?

...Aber auch Anna dazu einladen, wie es der Anstand gebot.

 

Es war bereits früher Nachmittag, als der frisch gebackene „Schiffsmaat“ den Mannschaftsbereich verließ, und mit seligem Lächeln und falsch geknöpfter Bluse die Treppen zum Oberdeck empor schwebte. Nichts tat jetzt besser, als ein erfrischendes Bad im Pool. Denn sie war vollkommen überhitzt… „Nanu, ...niemand hier?“

...Während Rosaria sich noch ganz selbstvergessen dem Nachklang ihrer frischen Erlebnisse hingab, saß der Kapitän mit angespanntem Kiefer im Funkraum seines stolzen Schiffes. Nicht, dass ihn das neue Sturmtief nervös machte, dass sich irgendwo, weit entfernt auf dem Ozean zusammen braute. Man würde bequem ausweichen können, bevor die ersten Böen überhaupt auch nur den Mast streiften.

Nein, der Sturm war nicht schuld daran, dass er mit den Zähnen knirschte. Es war diese andere Nachricht, die ihm Kopfzerbrechen bereitete. Er hatte seine Steuern immer pünktlich bezahlt. Jedes Brett, dass er in Schweden sägte, ging ordnungsgemäß durch die Bücher.

Doch was hatte die Krone mit seinem Sägewerk in Brasilien zu schaffen? Überdies lief es auch noch über den Namen seiner Ehefrau. Man führte getrennte Konten. Sie war Portugiesin, und auch ordnungsgemäß dort gemeldet.

Sein heimischer Steuerberater hatte ihn gewarnt. Gunnar hatte den besten, den man sich nur wünschen konnte. Einen mit Kontakten, die ganz nach oben reichten. Wenn bei der Fahndung etwas knisterte, Gunnars Mann hörte es rascheln.

Steckte Mac B. dahinter, ...diese alte Ratte? Wollte er sich rächen, nur weil ihm diese beiden hübschen, ebenholzfarbenen Zwillinge von der Fahne gegangen waren? War der Texaner wirklich so wenig Sportsmann?

Er hatte sich nichts vorzuwerfen. Aber wenn die Steuerbehörde erst einmal ermittelte… Irgendwas blieb immer hängen. Und Gunnar hasste Schnüffler…

 

...Anica Ann Anderson war alles andere, als eine einfache Schnüfflerin. Kleine Fische ließ sie ziehen. Sie war die Topagentin der Schwedischen Finanzbehörde. Eine Jägerin versteckter Steuerschätze, eine wahre Spürhündin aus Leidenschaft. Aber sie hatte auch andere Leidenschaften. Zwei davon waren ganz neu. Sie hießen Bob und William und arbeiteten für die Finanz-Unterabteilung des FBI.

Die schmucken Anzugträger waren ihr in Amtshilfe zur Seite gestellt worden. Eher zum Schutz und als Türöffner, denn wirklich für die Ermittlungsarbeiten. Schließlich: Die blonde Anica war nicht nur sehr schön, sondern auch mit einem äußerst leistungsfähigen Verstand ausgestattet, ...irgendwie subtiler, anpassungsfähiger als der ihrer männlichen Kollegen; ...schärfer als jede Sarazenenklinge.

O, ...ja! Die blonde Lara Croft Applikation war auf der Jagd, auch wenn sie rein optisch nur wenig mit der vollbusigen Schatzjägerin gemein hatte. Sie verfolgte das schwarze High-Tech-Schiff schon, seit es die Werft in Schweden verlassen hatte. Solche großen Projekte in Privathand, erregten immer Aufsehen. Auch bei der Steuerbehörde.

Frau Anderson hatte aber auch noch einen anderen Grund, der über diesen einfachen Grundverdacht hinaus ging. Es gab gewisse Gerüchte, was dieses seltsame Ehepaar betraf. Und Anica Ann folgte in diesem Fall mehr ihrer Leidenschaft, als es ihr scharfer Verstand eigentlich zulassen sollte.

Sie war so nahe dran. Doch dann kam ihr dieses Unwetter dazwischen. Zum Glück war sie schon in Rio an das Schiff heran getaucht, und hatte diese winzigen Peilsender an den Rumpf geklebt. Selbst wenn einer verloren ging, die Shadow konnte ihr nicht entkommen. Aber der Kurs, den das schwarze Schiff jetzt einschlug, gefiel ihr ganz und gar nicht…

 

...Gunnar war Geschäftsmann, Freund kleiner Gaunereien, Liebhaber extravaganter Sexpraktiken, schöner Frauen, ...und er war ein echter Seebär mit Wikingerblut. Vor allen Dingen war er aber auch eines: Er war leidenschaftlicher Sportsmann, ...und nicht dumm.

Jetzt wusste er, dass er gejagt wurde. Jetzt konnte er reagieren. Er besaß eines der modernsten Schiffe, dass die sieben Meere befuhr. Hochgerüstet mit modernster Technik. Wie zufällig blickte er auf die Funkanlage, die alles andere, als gewöhnlich war…

Irgendwie war es wohl eine Art Eingebung. Er schaltete die Anlage von Kurzwelle auf Ultrakurzwelle, empfing zunächst ein paar glasklare Musiksender aus Kuba, der Dom Rep, von den Bahamas und auch aus Miami, die ihn jetzt nicht die Bohne interessierten.

Er blickte auf den bereitstehenden Monitor und beobachtete die graphische Funkwellendarstellung. Die langen, gleichmäßigen Wellen interessierten ihn nicht. Während er im Schneckentempo am Frequenzrad drehte, suchte er nach kurzen, aber gleichmäßig wiederkehrenden Punkten auf dem Display. Nach feinen Signalen, die im Atmosphärenrauschen gewöhnlich völlig untergingen. Die für das menschliche Ohr gar nicht hörbar waren. Er suchte mit engelsgleicher Geduld nach der Nadel im Heuhaufen. War schon bald in Frequenzbereichen unterwegs, die für den zivilen Funkverkehr längst verboten waren. Doch was soll`s? Legal, illegal, ...scheiß-egal. Da waren sie, die kurzen, immer wiederkehrenden Blitze. Zwei mal kurz, drei mal lang und am Ende ein scheinbar unregelmäßiges an und ab schwellen. Stupide im Minutentakt wiederkehrend. Und die Quelle war ganz nah. Genau so nahe, wie der Morseton, den er jetzt über den eigenen Sender in den Äther schickte. Kein Zweifel. Diese Kenntöne kamen von seinem eigenem Schiff. Und wer sie via Satellit anzupeilen verstand, konnte jederzeit genau seinen Aufenthaltsort bestimmen…

Gunnar lächelte sein grimmigstes Raubtierlächeln. Vier Sender klebten an seinem Schiffsrumpf. Er notierte die Frequenz und gab sie in den kleinen Handempfänger ein. Dann drehte er die Empfangsstärke auf minimale Leistung, bis nur noch eine der sechs Leuchtdioden glimmte. Dann stieg er in den Bauch seines Schiffes herab. Er hatte einen Plan. Der Rest würde ein Kinderspiel sein. Und Gunnar liebte Spiele…

 

Auch Anica liebte Spiele. Augenblicklich konnte sie nichts tun. Der Steuerbetrüger würde ihr nicht entkommen. Sie hatte bisher alle erwischt. Sie liebte Spiele, aber sie hasste Petzen. Augenblicklich war sie zur Untätigkeit verdammt. Und das gefiel ihr gut. Denn man hatte das Team mit einer kleinen, aber feinen Luxusjacht ausgestattet, auf der es sich leben ließ. Einen Pool gab es nicht an Bord. Aber das Meer war glasklar und angenehm warm.

Offiziell jagte sie die Shadow. Doch die bewegte sich so stetig auf Kubanische Hoheitsgewässer zu, dass ihr die Hände gebunden waren. Müde blickte die Schlanke auf ihr Display. Dann herüber zu ihren beiden Aufpassern, die inzwischen auch nur noch Badehosen trugen und träge unterm Sonnensegel dösten. Ohne die Anzüge sahen sie noch besser aus, ...wenngleich noch ziemlich blass. Was stimmte nicht mit ihnen? Sie waren noch immer so verdammt steif und zugeknöpft. Ganz anders als die lässigen Detektive aus dem Fernsehen. Dabei sahen sie nicht schlechter aus...

Die Schwedin war eher der lässige, offenherzige Typ. Nicht etwa, dass sie sich vor wildfremden Typen gleich blank präsentierte. Aber sie kannte Bob und William ja schließlich schon seit ein paar Tagen, ...und dazu mit Namen. Und ihr winziger, weißer Bikini schmeichelte ihrer hochgewachsenen, schlanken Statur so sehr, dass die Jungs nur noch auf dem Bauch liegen konnten. Ein paar Spritzer Wasser würden genügen, und sie konnten ihre Position überhaupt nicht mehr wechseln, ohne ihr Gesicht zu verlieren.

Anica liebte Spiele. Natürlich wollte sie die Situation noch ein bisschen verschärfen. Sie hatte Lust auf Eis. Sie ankerten keine Zweihundert Meter vom Strand entfernt. Deutlich hatte sie durchs Fernglas das bunte, kantige Etwas zwischen den Badegästen als Eisstand identifiziert.

Die Ermittlerin griff unter die Liege, fingerte nach der wasserdichten Geldpatrone und streifte sie in flüssigem Schwung über den Kopf. Dann glitt sie vom Liegestuhl, befreite die blonde Mähne aus der entstandenen Schlinge, drehte sich ins Profil und winkelte das linke Bein an, um ein imaginäres Insekt zu verscheuchen, dass sich scheinbar im Glanz des Sonnenöls verirrt hatte.

Aus den Augenwinkeln erkannte sie deutlich, dass Bob jede ihrer Bewegungen wie ein Verdurstender verfolgte. Beiläufig schob sie die Taschengeldpatrone unter den Steg zwischen den winzigen Dreiecken des Bikinitops hindurch, um sie zu fixieren.

Anica wusste, dass die Amis in der Regel eher auf Dralles standen, und sei`s aus Silikon. Bob schien diese Regel nicht zu kennen. Er wurde richtig nervös, als sie sich straffte, um ihre kleinen, kecken Igelschnauzen noch einmal ins rechte Licht zu rücken.

„Wer ein Eis will, muss jetzt schwimmen“, lachte die sonnenverwöhnte Schwedin, ...und sprang vom Boot…

 

...Zeitgleich sprang auch der Kapitän des schwarzen Schiffes ins Meer. Er trug Schwimmflossen, Taucherbrille, leichtes Atemgerät und ein scharfes Tauchermesser am Gürtel.

Erhaben und rein, glänzte der schwarze Schiffsrumpf im glasklaren Wasser. Nicht eine Alge hatte es gewagt, sich auf der speziell beschichteten Oberfläche festzusetzen, um seine Fahrt zu bremsen. So fiel es Gunnar auch nicht schwer, die winzige Beule am Bug zu entdecken. Schon hatte er die Klinge in der Hand und löste die optische Unverschämtheit mit einiger Anstrengung von der kostbaren Oberfläche. Drei weitere folgten an Bug und Heck und wanderten in das kleine, engmaschige Netz an seinem Handgelenk. Er würde den Verursacher für diese Beschädigung seines Eigentums bezahlen lassen. Denn die Wanzen hatten Kratzer verursacht, wenn auch nur winzige...

 

Fortsetzung folgt

 

wenn der werte Leser diesen Wunsch auch zum Ausdruck bringt.

...versäumt er es, breche ich an dieser Stelle ab.

 

 

 

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