Thao Teil 5

 

Teil 5

Gemeinsames Erwachen

Thao und Karl waren es beide nicht gewohnt, das Bett mit einem anderen Menschen zu teilen und so wurde ihr erster gemeinsamer Schlaf ein unruhiger. Einmal stießen sie so heftig mit dem Kopf zusammen, dass sie beide, sich die Stirn dabei reibend, aufgewacht waren. Thao ließ ein "Blöder Spast!" hören und schlief, nachdem sie ihm einen Kuss gegeben hatte, wieder ein. Erst im Morgengrauen fanden sie eine Position, die sie beide zur Ruhe kommen ließ.

"Morgen, Du Penner!"

Karl spürte ein Klatschen in seinem Gesicht und suchte, nachdem er sich von seinem Schrecken erholt hatte, die Brille. Thao grinste ihn erwartungsvoll an, kniff ihn in seine Brustwarze und leckte dann daran. Er spürte ihre feuchte Zungenspitze und fühlte dann ihre Lippen an ihm saugen. Am Anfang war es ein seltsames Gefühl, aber Thao ließ nicht ab und so wurde es zum Schmerz.

"Aua! Scheiße, Mann! Hör auf!"

"Du bist schon eine kleine Memme, mein Wicht."

Karl boxte sie gegen den Oberarm und fasste an ihre Brustwarze. Das Punkermädchen versuchte durchzuhalten, aber es gelang ihr nicht.

"AAAAHHH! Mann! Du brutales Arschloch."

Sie packte seine Eier und den durch eine Morgenerektion steif gewordenen Schwanz. Karl konnte es nicht mehr verhindern, als sie ihre langen Fingernägel in sein Fleisch drückte. Er konnte eine Weile dem Schmerz Herr werden, dann packte er ihre Hand, zog sie weg und sah sie mürrisch an.

"Warum macht es Dir Spaß, mir weh zu tun?"

Er sah Thao, wie sie sich im Bett aufrichtete und auf seinen Schoß kletterte. Sie packte seinen Schwanz und wichste ihn, obwohl er steifer nicht mehr werden konnte.

"Wir haben noch eins."

Sie hielt ihm ein Kondompäckchen vor die Nase. Karls Atem wurde schneller, auch sein Verlangen war längst wieder zurückgekehrt. Thao zog Karls Vorhaut zurück und setzte das Kondom an. Sie war nicht gerade zärtlich zu ihm, als sie es nach unten ausrollte.

"Jetzt wird das Eselchen geritten!"

Sie blickte von oben auf ihn hinunter, stützte sich mit ihrer linken Hand auf seiner Brust ab, während ihre rechte seinen Penis zu ihrem Geschlecht führte. Karl spürte das zunehmende Gewicht, das ihre Scham über seinen Penis stülpte. Thao schloss die Augen, lehnte sich weit zurück und ließ ihr Becken kreisen. Die Feuchtigkeit zwischen ihnen war zu hören, als das sich Mädchen von ihm abstützte und dann wieder fallenließ.

Karl grunzte, er war erschlagen von der Vielzahl an Eindrücken. Er spürte ihr feuchtes Schamhaar auf seiner rasierten Haut, sobald sie auf ihm zu sitzen kam, hörte die schmatzenden Lippen ihrer Scheide, wenn diese am Schaft seines Gliedes hoch- und hinunterrutschten. Thao stöhnte und wurde immer lauter dabei. Karl dachte an seine Eltern. Er würde sich was anhören dürfen, wenn er mit ihnen wieder allein war.

Thao selbst war wie abwesend. Sie spürte sein Glied in sich, lehnte sich weit zurück, um sich noch mehr Reiz an ihrer Klitoris zu schenken, ließ sich dann ungebremst auf ihn fallen, damit sein Schwanz hart in sie eindrang. Sie erhöhte noch einmal den Takt und fühlte einen lustvollen Schmerz in sich.

"Lass mich jetzt unten liegen!"

Sie stieg von ihm herunter und trieb ihn zur Eile an. Sein steifer Schwanz mit dem nicht mehr ganz so gut sitzenden Kondom reckte sich ihr entgegen. Heiser dabei lachend zog sie den Gummi zurecht und half ihm dann, wieder zwischen ihre Beine zu kommen.

Karl aber hatte schnell gelernt und gab ihr die Härte, die sie spüren wollte. Er war standhaft, der Spast, sie wollte es gar nicht glauben. Mit einem heiseren Aufstöhnen kam Karl zwischen ihren Beinen, Thao spürte es, war aber nicht enttäuscht. Sie hatte zwar keinen Orgasmus gehabt, aber der Fick mit ihm war trotzdem geil gewesen. Er zog sich aus ihr zurück und setzte sich, nachdem er sich etwas ausgeruht hatte, neben ihr auf den Bettrand.

"Warum legst Du Dich nicht wieder zu mir?"

Karl drehte einen Wecker um, der auf dem Nachttisch neben seinem Bett stand.

"Wir müssen zur Schule."

Thao kicherte.

"Komm nochmal her, ich will mir bei Dir was angucken."

Karl hatte vergessen, den Gummi auszuziehen, und nun war es Thao, die ihn nicht gerade sanft von seinem Penis herunterriss.

"Sag mal Deine Eichel ..., die ist nicht gerade empfindlich, kann das sein?"

Karl stöhnte leicht auf, als sie mit ihrem Daumen über diese gereizte Stelle seines Schwanzes rieb.

"Du wichst viel, stimmt´s?"

Karl errötete, es war ihm peinlich.

"Manchmal."

Sie sah ihn frech an.

"Butter bei de Fische! Wieviel?"

Karl wollte aufstehen, sie aber zog ihn zurück.

"Hey! Antworte, Spasti!"

"Drei-, manchmal viermal?"

Thao sah ihn ungläubig an.

"Du meinst in der Woche, oder?"

Karl überlegte kurz, dann nickte er.

"Du lügst mich an!"

Die Punkerin lachte.

"Hast Du noch andere Hobbys, als Deine Nudel zu schleudern?"

Sie küsste ihn und ging nackt zu Tür.

"Komm! Wir gehen duschen."

Karl wollte sie aufhalten und rannte ihr hinterher, sie aber war schon draußen und eilte nackt den Flur entlang. Sie quietschte dabei lachend und passierte Karls Vater, der gerade dabei war, sich den Mantel überzuwerfen. Er starrte die nackte, junge Frau ungläubig an, dann wechselte sein Blick auf den Jungen, der ebenfalls naturbelassen war.

"Morgen!", stammelte er.

Thao blieb stehen und zeigte sich ihm ungeniert.

"Morgen! Gut geschlafen?"

Karls Vater wurde rot und versuchte, nicht hinzusehen.

"Ich gehe jetzt zur Arbeit, Karl. Schau bitte am Kühlschrank! Mama hat Dir was aufgeschrieben."

Karl nickte, er hatte seinen Paps noch nie in seinem Leben rot werden sehen. Thao zog Karl weiter und machte erst wieder unter der Dusche Halt. Sie stellte das Wasser an und hängte die Brause in die Halterung ein.

"Komm! Das Wasser ist super!"

Thao ließ sich berieseln und sah, wie er hinter ihr herkam. Er kreischte auf, das Wasser war eiskalt.

"Das ist gesund. Glaub mir!"

Karl fingerte nach dem Dosierer und genoss die ansteigende Wärme der Dusche.

"Wo ist Deine Mutter?"

 

Thao seifte sich mit dem Schwamm ein und gab noch etwas Duschbad darauf.

 

"Sie wird wieder auf dem Revier sein, denke ich."

 

Thao sah ihn fragend an.

 

"Was macht sie dort?"

 

Karl begriff ihre Frage nicht.

 

"Arbeiten?"

 

Das Punkermädchen schien geschockt.

 

"Sie ist ne Bullin?"

 

Sie hatte vergeblich nach einer passenden weiblichen Variante gesucht. Karl sah sie mit gerunzelter Stirn an.

 

"Ist das so schlimm?"

Thao hob ihre Schultern.

"Angenehm auch nicht."

Ihr kam ein Gedanke.

"Hat sie Handschellen?"

Karl lachte.

"Warum willst Du das wissen?"

Sie näherte sich mit ihrem Kopf seiner Brust und biss in seine linke Warze. Er stöhnte auf. Sie löste sich wieder von ihm und sah ihn keck von unten an.

"Falls Du mal nicht brav bist?"

Thao nahm Karls Glied und wischte sanft mit dem Schwamm darüber.

"Der macht mir viel Freude, weißt Du das?"

Karl tat empört.

"Ach? Und ich bin das fünfte Rad am Wagen, oder was?"

Er griff um ihr Becken und zog sie an sich heran.

"Geht es Dir gut?"

Thao sah ihm in die Augen.

"Dafür, dass ich bei nem Spasti abhänge, geht es so grad."

Karl gabs auf.

 

Konflikt

"Warum kommst Du zu spät, Arschi? Mann!"

Simon war außer sich, als Karl endlich aus der Tür trat. Er hatte sich schon zur Straße gewandt, als er eine bekannte Stimme in seinem Rücken hörte.

"Na, blöder Wichser? Kannst nicht höflich grüßen?"

Simon starrte die Punkerin an, als wäre sie nicht von dieser Welt. Er brauchte eine Weile, bis er sich wieder auf ihre Unpünktlichkeit besann.

"Kommt, lasst uns gehen!"

Thao drängte sich an Simon vorbei und knallte ihm die Faust auf den Oberarm. Simon stöhnte und rieb sich die getroffene Stelle.

"Lass ihn in Ruhe, Thao!"

Karl war wütend, sie aber lachte gehässig.

"Ich habe ihm nur einen Gefallen getan. Jetzt hat ihn mal eine andere Frau berührt außer Mami."

Simon fühlte sich in Thaos Gegenwart unwohl, Karl spürte das. Sein Freund hatte Angst vor dem Mädchen.

"Komm, Spasti! Lass ihn ruhig vorlaufen."

Sie wollte Karl zurückhalten, aber der entzog sich ihr.

"Warum? Wir gehen immer zusammen."

Simon stand unsicher dabei, wandte sich aber schon zum Gehen. Thao warf Simon einen angewiderten Blick zu.

"Weil er scheiße peinlich ist? Sieh ihn doch an, das fette Muttersöhnchen! Der ist so weibisch, dass ich mich frage, ob er nen Schwanz hat."

Karl wurde blass. Jedes Wort, das Thao auf seinen Freund abgefeuert hatte, traf ins Ziel.

"Hör auf!"

Thao schob einen Kaugummi in ihren Mund und sah ihn gelangweilt an.

"Warum? Verteidigt Siegfried Roy?"

Karl ließ Thao stehen und ging schweigend an ihr vorbei. Es war doch nur eine Illusion gewesen. Wahrscheinlich hatte er den gestrigen Abend und die Nacht nur geträumt. Simon starrte ihm erschrocken nach, genauso wie das Punkermädchen. Ihre Blicke trafen sich kurz, dann knallte das Board der Punkerin auf den Boden.

"Ihr seid beide solche Spacken ...!"

Sie überholte Karl, ohne sich nach ihm umzusehen. Karl hörte seinen Kumpel, wie er ihm hinterher hechelte. Er sollte ihn jetzt so nicht sehen.

"Geh bitte allein, Simon, okay!"

Karls Stimme klang gebrochen. Simon ahnte, was los war.

"Das wollte ich nicht, Karl!"

 

Wieder zu Hause

"Mama?"

Thao fühlte sich schlecht, wie lange nicht mehr.

"Bist Du da?"

Sie öffnete die Wohnzimmertür und sah hinein. Ihre Mutter saß am Computer und starrte auf den Bildschirm. Sie war hübsch angezogen, wie eh und jeh.

"Ich bin wieder da."

Ihre Mutter drehte leicht den Kopf zur Seite und nickte.

"Wie geht es Dir?"

Die Tochter stellte sich neben die Mutter und ließ vorsichtig die Hand über deren Rücken gleiten. Ihr war aufgefallen, dass sie auf einem Küchenhocker saß.

"Warum bist Du nett zu mir? Warum ausgerechnet jetzt?"

Die Punkerin kniete sich neben sie und nahm ihre Hand.

"Du bist leichter zu ertragen, wenn Du nicht perfekt bist."

Thaos Mutter sah zu ihrem Mädchen hinunter.

"Hasst Du mich, Thao?"

Ihre Tochter drückte die Hand ihrer Mutter fester.

"Manchmal."

"Wegen Deinem Papa?"

Thao schüttelte den Kopf.

"Du hast mir nie das Gefühl gegeben, dass Du mich haben willst."

Ihre Mutter schluchzte auf und versenkte ihren Kopf zwischen ihren Händen. Das Punkermädchen aber hockte an ihrer Seite und empfand keine Genugtuung. Sie hörte dem Weinen ihrer Mutter zu und versuchte sich daran zu erinnern, wann es eine ähnliche Situation zwischen ihnen schon einmal gegeben haben könnte. Thao atmete tief durch. Noch nie!

"Thao! Es tut mir leid."

Ihr Mädchen stand auf und wandte sich zum Gehen.

"Du siehst den Rüdiger nicht mehr, oder?"

Ihre Mutter schüttelte unmerklich den Kopf.

"Thao?"

Die Punkerin blieb in der Tür stehen.

"Wo warst Du heute Nacht?"

Das Mädchen biss sich auf die Lippen.

"Kann Dir egal sein."

Der Blick ihrer Mutter hatte was Flehendes.

"Wenn Du reden willst. Egal über ...."

Thao hatte die Tür schon geschlossen.

In ihrem Zimmer angekommen, schaltete sie ihre Anlage ein und legte sich auf´s Bett. Sie warf einen Blick auf ihr Handy ... es hatte sich keiner gemeldet. Keiner? Sie hatte Scheiße gebaut, dieser Gedanke begann in ihr zu reifen. Sie wehrte sich gegen ihn und gegen die Erinnerung an diesen hühnerbrüstigen Jungen.

Sie würde nachher nach Heinrich sehen, vielleicht war er ansprechbar und konnte sie auf andere Gedanken bringen. Thao schloss die Augen. Zu ihrem Glück schaffte sie es, für diesen Moment Ruhe zu finden. Kurz schob sie sich ihre Hand zwischen die Beine, aber sie ließ es bleiben, ihr war jetzt nicht danach. Ihr fiel etwas ein und so stand sie auf, kroch unter das Bett und holte die Tasche hervor. Ehrfürchtig besah sie sich die Instrumente, die ihrer Mutter so viel Schmerz zugefügt hatten.

 

Bei Heinrich im Krankenhaus

"Thao?"

Der Penner war nicht wiederzuerkennen. Gewaschen, rasiert und frisiert, hatte sein Anlitz sogar etwas Biederes, Lehrerhaftes. Er hustete immer noch. Die Punkerin stellte sich neben seinen Kopf und sah zu ihm hinunter. Ihr Blick verhieß nichts Gutes.

"Warum hast Du mich angelogen, Penner?"

Die Punkerin ignorierte die beiden anderen Patienten in ihren Betten.

"Ich wollte nicht, dass Du Dir Sorgen machst."

Das Mädchen schüttelte ungläubig den Kopf.

"Und Du Arschloch gibst mir Ratschläge? Fick Dich doch, Du Wichser."

Heinrich war immer noch blass. Ihm fiel das Reden sehr schwer.

"Bitte Mädchen, ich mach es wieder gut."

Er kam auf eine Idee, mit der er sie vielleicht versöhnlich stimmten konnte.

"Bring mir Deinen Block, okay?"

Thao zögerte. Selbst sie kam nicht ohne Menschen aus.

"Du hättest sterben können, Heinrich. Mann!"

Tränen liefen ihr über das Gesicht. Heinrich streckte seinen Arm nach ihr aus.

"Aber das wäre doch nicht schlimm gewesen. Jeder stirbt einmal."

Das Mädchen starrte ihn böse an.

"Doch nicht so! Wie blöd muss man sein? Hast Du mal an mich gedacht?"

Thao war verblüfft und schwieg abrupt. Heinrich schloss die Augen.

"Thao! Ich kann doch nicht alles sein in Deinem Leben, das darf so nicht sein."

Das Punkermädchen schob einen Stuhl an sein Bett heran, setzte sich darauf und begann mit dem Knopf zu spielen, mit dem man das Pflegepersonal rufen konnte. Sie saß nur da, während der Obdachlose sie beobachtete. Das Mädchen bedrückte etwas, er konnte das spüren.

"Was ist los Thao? Dir geht es doch nicht nur wegen mir so dreckig oder?"

Er ahnte, dass sie nicht antworten würde. Tatsächlich saß sie nur da und spielte mit der Kordel. Heinrich war kurz vor dem Wegnicken, als er ihre Stimme hörte.

"Kann Schmerz geil machen, Heinrich?"

Der Alte stutzte. Er bekam einen Hustenanfall und so dauerte es, bis er antworten konnte.

"Wie kommst Du darauf?"

Thao sah nachdenklich zu ihm rüber.

"Ich kenne jemand, den es erregt, wenn er verprügelt wird. Ich meine so richtig."

Heinrich dachte nach.

"Es gibt viele Menschen in der Kunst, die ihrem Sadismus oder Masochismus Ausdruck verliehen haben. Denk an Sade, Aury, Sacher-Masoch ... es gibt da einige. Sie würden Deine Frage sicher bejahen. Wie kommst Du darauf?"

Thao dachte an ihre Mutter und das eigene Verlangen, andere zu demütigen oder ihnen weh zu tun.

"Ist das nicht pervers, Heinrich?"

Der Alte wollte lachen, spürte aber den Schmerz in seiner Brust.

"Der Mensch ist ein abgrundtief perverses Wesen, Thao. Du. Ich. Wir alle. Gesetzte, Normen, Ethik, Religion, alles sinnlose Versuche gegen das Perverse in uns anzukämpfen. Eigentlich ist es pervers, nicht pervers sein zu wollen."

Thao grinste. Ihre Stimme klang versöhnlicher.

"Erzähl mal! Was sagen die Ärzte?"

Der Alte sah zu seinen Bettnachbarn hinüber, die wegsahen, als sein Blick sie traf.

"Eine Woche noch und sie streichen meine Pension hier."

Thao atmete erleichtert aus.

"Kommst Du wieder zur Brücke?"

Der Penner nickte.

"Versprochen, Mädchen!"

Die Punkerin ließ ihre Blase platzen.

"Soll ich morgen wieder kommen?"

Der Alte lächelte.

"Bring Deinen Block mit!"

 

Überwindung

Thao hatte an diesem Tag oft auf ihr Handy geschaut. Sie hatte Karl für schwach gehalten, jetzt wurde sie eines besseren belehrt. Sie konnte nicht glauben, dass dieser fette Junge ihm wichtiger war als sie. Sollte sie ihn anrufen? Sie verwarf den Gedanken, zu groß war die Chance, dass er nicht abheben würde, wenn er ihre Nummer sah. Sie schloss die Augen. Hätten sie sich nicht geschritten, würde er jetzt bei ihr sein. Sie versuchte sich an das Gefühl zu erinnern, als er in ihr war, die Lust, die sie sich gegenseitig geschenkt hatten.

Sie musste an ihre gemeinsame Dusche denken, an seinen schmächtigen Körper und die nassen, an seinem knochigen Schädel hinunterhängenden Haare. Er sah ein wenig aus wie Jesus, nur mit Brille und ohne Kreuz. Das Letztere gleich im doppelten Sinn. Thao löschte ihr Nachtlicht. Bis Morgen würde ihr schon etwas einfallen.

 

Simon zögerte, es war die Punkerin, die vor Karls Haus stand.

"Komm schon her, Schwabbel!"

Der Junge sah das Mädchen in ihrer Lederjacke, den hohen Schürstiefeln und dem schwarzen Lackrock unsicher an.

"Hör zu, Thao! Ich geh weiter, wenn Du willst."

Er wollte auf die andere Straßenseite wechseln, als sie auf ihrem Skateboard langsam an ihn herangerollt kam.

"Bleibst Du jetzt mal stehen?"

Simon schloss die Augen, hielt an und drehte sich zu ihr um. Thao kämpfte mit sich. Es schien ein Automatismus in ihr zu sein, ihn quälen zu wollen.

"Ich war scheiße zu Dir gestern, das tut mir leid."

Der dicke Junge sah sie an, wohl wissend, worum es ihr eigentlich ging.

"Karl wird Dir das nicht glauben, Thao. Und was ich denke, ist Dir im Grunde genommen egal."

Sie war verblüfft. Sie hatte sich das einfacher vorgestellt. Sie nickte.

"Du hast recht."

Sie reichte dem dicken Jungen trotzdem ihre Hand.

"Glaubst Du mir wenigstens, dass ich zu jedem so scheiße bin?"

Simon grinste.

"Aufs Wort!"

 

"Was willst Du?"

Thao fuhr herum. Karl sah nicht wütend, aber zutiefst verbittert aus. Er hatte wahrscheinlich eine genauso beschissene Zeit wie sie gehabt.

"Mit Dir und ..."

Sie drehte sich zu Karls Freund um.

"Wie heißt Du eigentlich?"

"Simon!"

Thao nickte.

"... Simon zur Penne gehen."

Sie hielt Karl ihre Hand hin. Er ignorierte ihre versöhnlich gemeinte Geste und fixierte sie mit seinen Augen.

"Sei zu mir scheiße, wenn Du unbedingt musst, aber nicht zu ..."

Thao unterbrach ihn.

"Ich habs kapiert, Karl!"

Bewertung

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Kommentare

Einfach super, die Art wie Du die Story schreibst und ganz verlässlich jeden morgen ein neuer Teil wartet. Weiter so...

und ich hoffe doch du schaffst es weiterhin uns in so kurzen abständen mit neuen Kapiteln zu erfreuen :-)

Ohne das dabei dir die Lust daran vergeht noch uns das interresse.

In reply to by SFJ

noch geht es, einfach weil es thematisch schon vorbereitet ist. Aber es nähert sich jetzt immer mehr der Punkt wo ich die Geschichte weiterstricken muss und mehr Zeit dafür brauche werde. 

Danke für eure Anteilnahme, den Zuspruch und die Zeilen.

Eure Sena

In reply to by senalex

eine waschechte Sadistin. Jetzt habe ich deinen raffinierten Plan verstanden. Erst machst du deinen treuen Leser abhängig und wenn wir dann nicht mehr ohne unser tägliches Kapitel auskommen lässt du uns warten :-) wirklich gemein...

Spass beiseite, mir ist es ja jetzt schon ein Rätsel wie du das mit deinem Zeitmanagement hinbekommst. Ich denke ich spreche nicht nur für mich wenn ich dir sage: wir warten gern wenn du das bisherige Niveau dieser Geschichte beibehalten kannst.

Vielen Dank für das Leseerlebnis

Reja

...sympathisch. Sie berührt mich in ihrer schroffen Verwundbarkeit. Ich hoffe, sie findet ihren Weg, ohne erneut verletzt zu werden. Lass sie die Facetten der Perversität lustvoll erkunden, ohne Karl zu zerstören. Aber ich will dir natürlich nicht reinreden... ;-)

Ich finde, dein Stil wird immer schöner zu lesen. Man fühlt sich dicht am Geschehen.

Hallo Sena

war weg und habe mich durch die sensationellen Geschichten gelesen.

Danke und weiter so.

Freu mich aufs kommende.

 

lg sven

Hallo Sena

 

Ich verfolge deine geschichten erst seit du die reihe *Thao* schreibst und muss aus dir ganzem herzen dafür danken !!!!

Ich finde im moment nicht die passenden worte aber du hast es geschafft mich lesemuffel dazu zubringen das ich mir all deine geschichten ausgedruckt habe und nachts im bett gelesen habe ! Deine geschichte *Liebesbeziehung zu einer Domina* hat mir sehr sehr gut gefallen auch wenn ich sagen muss, das mich das ende schockiert und emotional mitgenommen hat !! Ich bitte dich das du Thao und karl mehr glück gönnst als deinen Akteuren in *Liebesbeziehung zu einer Domina*  Dein Ende hat mich einfach an meine eigene Mutter erinnert die ich nicht kennenlernen durfte - Mir ist klar das du auf niemanden rücksticht nehmen kannst wenn du deine Geschichten zu papier bringst aber ich wollt dir dennoch dafü danken sie lesen zu dürfen

Ich bin niemand der normalerweiße Kommentiert oder selbst solche geschichten zaubern kann ich bin da ganz auf andere angewiesen aber hier musste ich dich einfach darum bitten....

Sei mir also bitte nicht böse.....

Mach weiter so ich Fiebere jeden tag nach einer weiteren geschichte von dir :-)

 

Viele liebe Grüße Sadye

In reply to by Sadye

und du macht dir umsonst Sorgen. Genieße die Geschichten ich möchte nicht dass mein Name automatisch mit Brutalität und Tragik assoziiert wird. Ich freue mich über deine Kommentare und kann dich nur dazu ermuntern auch die anderen Autoren hier zu unterstützen. Ihr User, die uns ihre Eindrücke wiedergeben, treiben uns an und lassen uns immer wieder auf Neue die eigenen Themen hinterfragen und helfen uns beim weiterschreiben. Nicht nur mit Lob, natürlich auch mit konstruktiv gemeinter Kritik. 

Ein Kuss für Dich Süße! Mir ging es mit meinem Vater so. 

Sena

Prima gemacht. Absolut nachvollziehbar.

Interessant wäre gewesen, in welcher Position sie dann endlich Schlaf gefunden haben...

meine Güte - schon Teil 5 und ich lese immer noch...

viele andere mehrteilige Geschichten in diesem Forum hier, habe ich nicht so lange aus- bzw. durchgehalten.

wirklich sehr gut, die Geschichte.