Tigerkatze - Teil 8

 

Hallo ihr Lieben,

und wie immer viel Spaß beim Lesen,

EURE FOXY

 

8

 

Lorna starrte unsicher in den Spiegel, zupfte an ihrer hautengen Coursage und kam sich zunehmend lächerlicher vor. Das war einfach nicht richtig! Vor zwei Stunden, gerade als sie ihre Schicht im Buchladen beenden wollte, hatte das Telefon geklingelt und zu Lornas Verblüffung hatte Wanda sie um ein Treffen gebeten. Noch während Lorna der Domina sprachlos zuhörte, wurde dieser der Hörer entrissen und eine aufgeregte Leila japste hinein: “Du kommst doch, oder?”, Hiks, “Du musst unbedingt mit in die Moritz-Bastai! Ich hab ja schon fast vergessen, wie du aussiehst!”
Lorna hatte gelacht und fest versprochen, dass sie sofort nach Hause fahren würde, um sich entsprechend anzuziehen. Voller Tatendrang hatte sie sich in eine grüne Seidencoursage und einen knielangen, schwarzen Gaze-Rock geworfen, dessen durchscheinender Stoff mehr Haut enthüllte als er verbarg. Die Wahl war ihr perfekt vorgekommen. Kühn und sexy. Nun jedoch fühlte sie sich verkleidet. Ohne Carolin an ihrer Seite flog ihr Mut davon wie eine aufgeschleckte Henne und zurück blieben die Zweifel. Was sollte sie denn überhaupt in der Moritz-Bastai? Für einen gemütlichen Kaffeeklatsch, hätten sie sich auch in einem Restaurant verabreden können. Oder notfalls hier in der Wohnung.
“Du benimmst dich ja albern!”, fuhr Lorna ihr verschreckt guckendes Spiegelbild an. Innerlich wusste sie natürlich genau, warum sie sich so gegen die Moritz-Bastai sperrte. Sie wollte nicht an den Ort zurück, wo Sam ihr zum ersten Mal begegnet war. Klar, sie hatte ihn nicht gesehen, aber seine Stimme… Nur die Erinnerung reichte aus, um Lorna eine Gänsehaut zu bescheren.
Allerdings hatte Sam sie auch ohne ein Wort sitzen gelassen - schlimmer noch! Nach Hause gebracht wie ein kleines Kind, das am Rockzipfel der Mutter lästig wurde. Mit finsterem Blick griff Lorna nach der Bürste und zog sie fester als nötig durch ihre Locken. Sie hatte keinen Grund, sich zu verstecken und zu schämen! Sie würde heute Abend auf den Putz hauen. Und ihr Outfit - Lorna runzelte die Stirn, bevor sie zufrieden nickte - war bestens dafür geeignet. Zum Schluss schlüpfte sie in ein paar unanständig hoher Sandaletten mit dunklen Schnüren bis unters Knie. Zusammen mit dem duftigen Rock ergab dies eine pikant sinnliche Kombination. Vielleicht erzählten Wanda und Leila ja Sam davon, wenn er mal wieder aus der Versenkung auftauchte. Und dann konnte er sich schwarz ärgern!

Eine halb Stunde später stand Lorna auf dem großen Vorplatz des Szene-Clubs und betrachtete die bereits anwesenden Gäste. Einige hatten sich um den Springbrunnen geschart, dessen Beleuchtung in den nachtschwarzen Himmel strahlte. Die weitaus größere Menge allerdings hatte bereits eine Schlange vor dem Eingang gebildet. Wieder waren statt der üblichen Party-Gäste fast ausschließlich Gäste aus SM-Kreisen vertreten. Lorna sah einige Halsbänder, viel Lack und Leder, aber auch elegante Abendmode, die gerade ob des mondänen Schnitts eine gewisse Autorität ausdrückte. Sie selbst fing ebenfalls ein paar bewundernde Blicke auf, die sie sich allerdings nicht zu erwidern traute. Wäre ihre Freundin an ihrer Seite, hätte sie vielleicht stolz das Kinn gereckt. So jedoch schlängelte sie sich nur schnurstracks durch die Massen, bis sie vom Türsteher, der einen begeisterten Pfiff ausstieß, eingelassen wurde. Hochrot im Gesicht schaute Lorna sich um. Auch im Inneren des Clubs war die Dekoration dem besonderen Klientel angepasst. Silberne Kerzenständer säumten die Türen, während dunkle Teppiche die Schritte der Anwesenden verschluckten.
“Die geben sich bei der SM-Nacht echt immer Mühe”, hörte Lorna einen Mann hinter sich flüstern, der seine schüchtern lächelnde Freundin an der Hand führte. Neugierig betrachtete Lorna beide, konnte aber nicht sagen, wer von ihnen der dominante oder devote Part war oder ob sie nur der Neugierde wegen hier waren. Momentan hätte sie selbst gern jemanden gehabt, der ihre Hand festhielt. Rasch suchte sie den Raum mit Blicken nach Wanda und Leila ab, konnte in dem gedimmten Licht jedoch keine der Frauen ausmachen. Stattdessen stand sie etwas verloren in einer Zimmerecke, als ein grinsender Kellner auf sie zuschritt. Mit seiner Lederhose und der schwarzen Weste, die einen perfekten Blick auf seinen durchtrainierten Oberkörper freigab, trug er exakt das gliche Outfit wie Josh, als Lorna ihn bei ihrem ersten Besuch im Club getroffen hatte. Dieser Mann jedoch hatte blondes Haar und ein verschmitztes Lächeln, das seine blauen Augen leuchten ließ.
“Du siehst heiß aus, Mädchen“, ungeniert ließ er seinen Blick ihren Körper hinabwandern, “du bist doch Lorna, oder?”
Lorna spürte wie ihre Wangen brannten, als sie vorsichtig nickte. Sofort griff der Mann nach ihrem Arm und führte sie ab wie eine Strafgefangene. “Keine Sorge”, flötete er vergnügt, als er ihren erschrockenen Blick bemerkte, “ich bringe dich zu deinem Tisch. Deine Freundinnen warten schon.”
Lorna runzelte die Stirn, atmete aber erleichtert auf, als zwischen drängenden Körpern und lachenden Menschen endlich Wanda und Leila zum Vorschein kamen. Beide lümmelten an einem Tisch nahe der Bühne und während Wanda dem Kellner dankend zunickte, winkte Leila so enthusiastisch, dass sie einem vorbeigehenden Gast beinahe den Arm ins Gesicht schlug. “Lorna!”, brüllte die Freundin aufgeregt, sprang auf und fiel ihr um den Hals. Nur dem Griff des Kellners war es zu verdanken, dass nicht beide Frauen auf den Boden purzelten.
“Ich hab schon gedacht, du kommst doch nicht”, erklärte Leila japsend und machte sich frei. Während der noch immer grinsende Kellner von dannen zog, zerrte Leila Lorna zum Tisch und deutete auf ein randvolles Glas mit Strohhalm und Zitronenschnitz. “Wir haben schon mal für dich mitbestellt. Das ist doch in Ordnung, oder?”
“Sicher. Danke sehr”, murmelte Lorna verblüfft ob des überschwänglichen Empfangs.
Wanda blinzelte ihr amüsiert zu. “Du hast dich ja herausgeputzt! Hast du heute noch was Besonderes vor?” Als Lorna verschämt den Blick senkte, lachte die Domina kehlig. Leila, die ebenfalls kicherte, zupfte spielerisch an ihrem kurzen Faltenrock und zwitscherte vergnügt: “Du brauchst nicht rot zu werden, Lorna. Du siehst ganz fantastisch aus. Und Leo sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen, als er dich hergebracht hat.”
Lorna lächelte dankbar, bevor sie an ihrem Getränk nippte. Der Barkeeper hatte ihr wohl eine Freude machen wollen und in die Rum-Cola mehr Rum getan als eigentlich notwendig. Denn als Lorna den Strohhalm zwischen die Lippen schob, traf sie der exotische Geschmack heftig genug, dass sie husten musste. Gönnerhaft tätschelte Leila ihren Rücken, während sie selbst röchelte: “Leo?”
“Der Kellner mit dem Knackarsch”, erläuterte Wanda mit einem bedeutungsvollen Blick zu der eben erwähnten Kehrseite, die in der engen Lederhose tatsächlich einige begehrliche Blicke auf sich zog, “Leo, der Löwe.” Kichernd wie ein Schulmädchen schlürfte sie ebenfalls ihren Drink, während Lorna angestrengt versuchte, nicht allzu auffällig auf den Hintern des Kellners zu starren. Ein klägliches Unterfangen, denn als sie vorsichtig nach oben schaute, zwinkerte Leo ihr verschmitzt zu, während Leila neben ihr sich vor Lachen an ihrer Cola-Mischung verschluckte. “Sag ich doch, der steht auf dich”, japste sie fröhlich und deutete mit ausgestrecktem Finger tief in Lornas Ausschnitt. Als diese ihr einen Klaps auf die Hand gab, zog die quirlige Brünette eine Schnute.
“Ich mein ja nur”, murmelte sie mürrisch und sog an ihrem Strohhalm. Lorna hob amüsiert die Brauen. “Danke, aber ich glaube, ich… verzichte.” Fast wäre ihr herausgerutscht “Ich bin vergeben”, aber das war natürlich Blödsinn. Wanda und Leila würden Tränen lachen, wüssten sie, wie sehr Lorna sich danach sehnte, dass nicht Leo, sondern Sam sie so begierig anstarren würde. Sam jedoch war nicht hier und sie würde auch nicht nach ihm fragen. Entschlossen biss Lorna sich in die Zunge und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf ihre beiden Begleiterinnen. Sie war nicht die einzige, die sich heute Abend alle Mühe mit ihrer Kleiderwahl gegeben hatte. Leila sah wie immer zum anbeißen aus. Ihr kurzer Rock und das weiße, unschuldige Top gaben ihr das Aussehen eines Schuldmädchens, das es faustdick hinter den Ohren hatte. Wanda dagegen wirkte in ihrem ledernen Bandeou-Top und den hochgegeelten Haaren wie eine Amazonen-Prinzessin.
“Trittst du heute Abend hier auf?”, fragte Lorna neugierig und erinnerte sich nur zu deutlich an die erotischen Fesselkünste ihrer Freundin. Diese jedoch schüttelte nur knapp den Kopf.
“Wir sind heute nur zum Spaß haben da! Leila hat mir fast den Kopf abgerissen, als ich dich letzten Dienstag nach Hause geschafft hatte, ohne dass sie sich verabschieden konnte.”
Die zierliche Serva nickte nachdrücklich. “Ich dachte schon, du hast die Schnauze voll von uns.” Dabei spielte sie gedankenverloren mit ihrem Strohhalm herum, während sie Lorna genau beobachtete.
“Ich war ja selbst überrascht”, antwortete sie leise. Dann zwang sie sich zu einem breiten Grinsen und hob ihr Glas. “Aber jetzt können wir ja anstoßen!”
Wanda und Leila prosteten ihr fröhlich zu. “Ob du´s glaubst oder nicht, aber Robert hat mich am Mittwoch gefragt, wo sein Cupkake ist”, quietschte Leila heiter. “Ich habe gar nicht verstanden, was er meint. Sonst macht er sich ja auch nichts aus Kuchen, hab ich gesagt, und er meinte bloß, ich soll dir, wenn ich dich mal sehe, ausrichten, du sollst deinen Hintern ja wieder zu uns schaffen.” Auf Lornas fragenden Blick, hikste sie vergnügt. “Seine Worte, nicht meine!”
Lorna fiel in das Lachen ihrer Freundin ein, bemühte sich aber sonst, so unverbindlich wie möglich zu antworten. Sie glaubte kaum, dass sie noch einmal in die Villa zurückkehren würde. Sonst hätte Sam sie nicht erst nach Hause schicken müssen, um mit seiner brünetten Freundin zu turteln. Wanda schien das ebenfalls zu denken - jedenfalls, was das nach-Hause-schicken betraf - denn als Leila begann, Lorna zum Wiedereinzug zu drängen, wechselte sie geschickt das Thema.
“Michaela soll zur Zeit auf die Barrikaden gehen. Seit sie bei unserem letzten Besuch im Club rausgestürmt ist, ist sie nicht mehr in die Villa zurück gekommen.”
Leila nickte und stürzte sich mit Feuereifer auf den neusten Tratsch, um ihn Lorna brühwarm zu erzählen: “Angeblich hat Josh sie stehen lassen, als… na ihr wisst schon… als die Nachricht von dem Brand im Club kam.”
“Aber ist das nicht auch verständlich?”, wagte Lorna zaghaft zu fragen. Immerhin waren Josh und Sam außer sich gewesen. Ihr Magen zog sich schmerzhaft zusammen, als ihre Gedanken zu Sam wanderten. Er hatte sie schließlich auch stehen lassen - und jetzt wollte sie Michaela dafür verurteilen, dass sie sich grämte? Innerlich schalt sie sich eine Heuchlerin. Zum Glück gingen weder Leila, noch Wanda auf ihren Kommentar ein, sondern plapperten munter weiter: “Jetzt sitzt sie zu Hause und lässt keinen mehr mit sich reden. Wir wollten eigentlich schon Josh anrufen, damit er das regeln kann, aber…” Leila biss sich auf Lippe, als wäre das, was sie nun sagen würde, ihr unangenehm. “Aber andererseits benimmt sie sich wie ein kleines Mädchen, das beleidigte Leberwurst spielt. Josh würde toben, wenn wir ihn wegen so einer Lappalie von der Arbeit abhalten.”
Wanda rührte mit dem Strohhalm in ihrem Glas herum, während sie Lorna einen prüfenden Blick zuwarf. “Du gibst uns doch recht, oder?”
Ertappt schnappte Lorna nach Luft. Gern hätte sie lauthals protestiert und selbst zum Hörer gegriffen, stattdessen nickte sie nur knapp. “Wahrscheinlich stimmt das.”
Die Domina hob fragend die Augenbrauen, als sie den verdrossenen Ton in ihrer Stimme hörte. “Weißt du, ich glaube, Michaela kriegt sich wieder ein, wenn alles ein wenig ruhiger geworden ist. Aber mir tut sie auch leid.”
War da ein wissender Unterton? Lorna jagte gespielt konzentriert einen Eiswürfel mit dem Strohhalm in ihrem Drink herum, um den scharfen Blicken ihrer Freundinnen zu entgehen. Selbst Leila hatte den Kopf schief gelegt und beobachtete sie nun wie ein Insekt unter dem Mikroskop. Dann jedoch zuckte sie die Schultern und meinte: “Aber nur rumsitzen und sich die Augen aus dem Kopf heulen, hilft nicht! Michaela sollte ihren Hintern in Bewegung setzen und mit uns ausgehen. Oder sich ein Trösterchen suchen.”
Lachend warf Wanda der Brünetten eine Serviette an den Kopf. “Witzbold! Als ob das alles so einfach wäre.” Kichernd wich Leila dem Wurfgeschoss aus und streckte der anderen die Zunge heraus. Leise lächelnd beobachtete Lorna die beiden und hörte ihrem folgenden Wortgekabbel zu, aber ihre eigenen Gedanken wanderten in ganz andere Richtungen. Seit Leila das Gespräch auf den Clubbrand gebracht hatte, schwirrten ihr Verstand um Sam. Wie ging es ihm? Was tat er gerade? Dachte er an sie? Innerlich schüttelte sie sich bei dieser Frage wie ein nasser Hund. Tat er natürlich nicht, wie ihr nicht klingelndes Telefon eindrucksvoll bewies. Der Gedanke tat weh, aber hatte Leila nicht recht? - Man sollte nach vorn blicken und neue Wege beschreiten. Das galt für Michaela und für sie! Also würde sie nicht nach Sam fragen. Sie würde nicht nach Sam fragen. Sie würde nicht… “Und wie geht’s Sam?” Mist.
Wanda und Leila verstummten, ehe sie sich mit ernsten Mienen zu ihr umwandten. “Sam ist außer sich”, murmelte Leila leise, “der Club hat zwar nicht allzu viel Schaden genommen, weil Sofia, die Geschäftsführerin, sofort reagiert hat. Dafür liegen aber mehrere Angestellte, die geholfen haben, die Gäste zu evakuieren, mit Rauchvergiftung im Krankenhaus.”
Lorna biss sich reumütig auf die Unterlippe. Ein schrecklicher Vorfall. Konnte sie es Sam da wirklich übel nehmen, dass er nicht an sie dachte? Wahrscheinlich nicht, aber ein kleiner, verletzter Teil in ihr tat es doch.
Innerlich fröstelte sie bei dem Gedanken an das Feuer und den Schreck, den die Clubgäste erlitten haben mussten.
“Die Polizei geht von Brandstiftung aus, das kam heute sogar schon in den Nachrichten”, fuhr Wanda unterdessen fort. Ihre Miene wurde kalt und leer. “Jetzt ermitteln sie wegen angeblichen Versicherungsbetrug.”
“Was?” Lorna spürte wie ihr vor Schreck das Blut aus den Wangen wich. “Aber das ist doch unmöglich!” Auch ihre Freundinnen schüttelten einstimmig die Köpfe. “Die müssen wohl in alle Richtungen ermitteln”, meinte Leila schulterzuckend, “aber du hast recht, es ist eine Schweinerei. Sie haben sogar angedeutet, die Mórtasachs hätten Sofia - die war auch in diesem Beitrag zu sehen, weißt du - dafür geschmiert. Sam klang am Telefon ganz aufgewühlt.”
Das konnte Lorna nachvollziehen. Um Sams Willen umkrallte sie wütend ihr Glas. So etwas würde er niemals tun. Unschuldige Leute in Gefahr bringen für Geld? Nein! Gleich darauf sprangen ihre Gedanken zu der Brünetten. Sofia, ein hübscher Name. Die Serviette riss zwischen ihren Fingern.
“Hat er nach mir gefragt?” Kaum waren die Worte aus ihrem Mund geschlüpft, biss Lorna sich strafend auf die Zunge. Egoistische Kuh. Doch der leichte Schmerz tat nicht halb so weh wie die mitleidigen Blicke der anderen Frauen.
“Oh Süße!” Mitfühlend griff Leila nach ihrer Hand. “Er hat so viel um die Ohren, aber bestimmt wird er an dich denken.” Oder auch nicht. Doch diese Worte sprach Lorna nicht aus. Stattdessen erwiderte sie Leilas aufmunterndes Lächeln und trat sich innerlich selbst in den Hintern. Toll gemacht, Lorna, benimm dich nur wie eine dämliche Niete.
“Wie auch immer. Mach dir keine Sorgen. Das wird schon wieder und das mit dem Versicherungsbetrug glaubt doch auch niemand wirklich. Wir stehen alle hinter Sam. Richtig?”
“Richtig”, nuschelten Wanda und Lorna nach der enthusiastischen Rede ihrer Freundin. Lorna bemerkte dabei die finstere Miene der Domina und zog ebenfalls die Brauen zusammen. Sam tat ihr Leid.
Und trotzdem würde sie ihm nicht weiter so erbärmlich hinterher hecheln. Sie würde sich nicht länger im Mitleid ihrer Freunde suhlen. Wie auf Kommando schlenderte Leo an ihrem Tisch vorbei und zwinkerte ihr verführerisch zu. Lorna erwiderte sein Grinsen, leerte ihr Glas und knallte es lautstark auf die Tischplatte. “Ich glaube, es wird Zeit, dass du mich deinem Freund da vorstellst”, erklärte sie Wanda, die mit einem triumphierenden Glitzern in den Augen aufsprang und sie hinter sich her zu dem charmant lächelnden Kellner zog.
Dieser wackelte verwegen mit den Augenbrauen, als er die beiden Frauen auf sich zukommen sah. “Hallo, Schönheit”, schnurrte er Lorna zu, während er ihrer Freundin höflich zunickte. Wanda erwiderte die Geste grinsend, während ihr Blick an Leos nacktem Brustkorb klebte. “Ist deine Schicht nicht bald zu Ende?”, fragte sie zwinkernd, worauf der Mann ihr ein verführerisches Lächeln zuwarf.
“Für dich lege ich auch gern eine Pause ein.” Beide lachten leise, während Lorna sich bemühte, nicht mit den Augen zu rollen. Aus der Nähe betrachtet, war Leo ein hübscher Kerl. Ein blonder Sunny-Boy mit blauen Augen und einem neckischen Blick. Jedoch vermisste sie in diesen Augen die Dominanz, die sie suchte. Als er sich auch noch zu ihr hinunterbeugte und mit treuem Hundeblick fragte: “Na, wie wär´s mit uns beiden?”, schlug sie alle Hoffnungen in den Wind. Stattdessen lächelte sie unverbindlich zu ihm und Wanda hinauf.
“Danke für das Angebot…” Kurz blieben ihr die Worte weg, doch er schien schon zu verstehen.
“Ich bin nicht das richtige für dich, was?” Sein Gesichtsausdruck war dabei so warm und verständnisvoll, dass Lorna automatisch lächeln musste. Wanda neben ihr zuckte die Schultern, ehe sie verschwörerisch flüsterte: “Musst du verstehen, Leo, sie ist einfach Sam gewohnt. Und auch mit deinem süßen Gesicht und deinem großen… Charme kannst du da nicht mithalten.” Die Frauen kicherten, als Leo Wanda einen pikierten Blick zuwarf. “Mein großer Charme?”
Die Domina zuckte die Schultern. “Hast recht, hab dich wohl verwechselt.”
“Hey!”
“Daran liegt es nicht”, versuchte sich Lorna zu erklären und ignorierte die gespielt bösen Blicke, die Wanda und Leo sich zuwarfen, “die ganze Idee war, glaube ich, ziemlich blöd. Es liegt nicht an dir, Leo, ehrlich.” Als er ihr wissend zuzwinkerte, seufzte Wanda auf.
“Gib dir keine Mühe, Lorna. Es tut seinem Ego mal ganz gut, dass eine Frau ihm nicht sofort ihr Höschen an den Kopf wirft.”
“Das war doch nur das eine Mal”, verteidigte Leo sich grummelnd und fixierte eine Kellnerin, die bei Wandas Worten rote Ohren bekommen hatte. Dann jedoch wandte er sich wieder Lorna zu: “Also keine schnelle Nummer auf dem Klo, oder?”
Lorna verbiss sich ein Kichern. Ob er das tatsächlich ernst gemeint hatte, wusste sie nicht. Daher schüttelte sie einfach den Kopf. “Tut mir Leid.”
“Macht nix”, Leo winkte ab, dann aber kniff er die Augen zu Schlitzen zusammen. “Moment, hab ich das richtig verstanden? Du versuchst über Sam wegzukommen?”
Sofort flammte Lornas Gesicht auf und sie verwandelte sich in die menschliche Version eines Karpfens. Ehe sie weiter den Mund fischartig öffnete und schloss, sprang Wanda für sie in die Bresche. “Sie versucht nicht, über ihn hinwegzukommen, Blödmann. Lorna sucht nur einen Spielpartner für heute Abend. Ist es nicht so, Süße?”
Lorna nickte sprachlos. So genau wusste sie ja selbst nicht, was sie eigentlich wollte. Doch Fakt war, sie brauchte dringend Ablenkung. Dabei hatte Leo den Nagel auf den Kopf getroffen. Natürlich wollte sie über Sam hinwegkommen. Aber nicht mit einem schnellen Fick auf der Damentoilette. Nein, Sam hatte eine dunkle Lust in ihr geweckt. Die Lust an erotischem Schmerz und Unterwerfung. Und diese Lust wollte unbedingt befriedigt werden. Im Traum hatte sie sich immerhin jedes Mal gierig ihren devoten Fantasien hingegeben, nur um beim Aufwachen festzustellen, dass ihr Verlangen ungestillt blieb. Plötzlich fühlte sie sich in ihrem gewagten Outfit unwohl. Sie war niemand, der sich mir nichts dir nichts auf einen Quickie einließ. Egal wie mutig sie sich vor fünf Minuten noch gefühlt hatte.
“Vielleicht sollte ich einfach nach Hause gehen”, murmelte sie missmutig, erntete dafür jedoch nur verständnislose Blicke. Weder Leo, noch Wanda ließen ihr Zeit, sich zu verkrümeln. Stattdessen steckten sie die Köpfe zusammen und tuschelten, ehe sie sich wieder Lorna zuwandten.
“Na dann, schauen wir uns mal um, Schönheit. Das hier ist eine SM-Party. Wäre doch gelacht, wenn wir da keinen passenden Meister für dich finden.” Damit packte Leo ihre Hand und zog sie unerbittlich hinter sich durch die Menge. Wanda folgte strahlend, während Lorna spürte, dass ihr ganz flau im Magen wurde. “Nein… bitte…”
“Papperlapapp”, flötete die Domina ihr von hinten zu, “ein bisschen Spaß muss sein.”
Aber doch nicht auf ihre Kosten. Halbherzig versuchte sie sich aus Leos Griff zu befreien, dann jedoch fiel ihr Blick auf die anderen Clubgäste und sofort flammte wie die lüsterne Gier in ihr auf. Obwohl die Moritz-Bastai mehr Bar als Szene-Club war, hatten die versammelten SMler keinerlei Scheu an den Tag gelegt, was ihre Garderobe anbelangte. Fasziniert starrte Lorna auf eine hagere Domina in einem weinroten Catsuit, die ihrem mehr oder weniger nackten Sklaven die Zunge in den Hals steckte. Der Junge musste gerade erst volljährig geworden sein, denn sein Gesicht wies noch eine kindliche Rundung auf, während sein Blick sich hilfesuchend in dem seiner Herrin verhedderte. Ängstlich ballten sich seine Hände zu Fäusten und er riss an den schwarzen Bondageseilen, die seine Arme straff an seinen Körper fesselten. Auf den Lippen der Domina war ein genüssliches Lächeln zu erkennen, als sie ihren Sub spielerisch in die zitternde Unterlippe biss. Die Frau mochte gut doppelt so alt sein wie ihr Spielgefährte, doch kaum huschte seine Zunge aus dem Mund, um die ihre zu necken, kicherte sie wie ein junges Mädchen. Andere Gäste zogen sich in die Ecken und Nischen des Saals zurück. Küssten und neckten sich. Zwei Männer schmusten zärtlich an einem Tisch und bemerkten gar nicht, dass ein oder zwei sehnsuchtsvolle Blicke sie streiften. Während Leo Lorna am Handgelenk führte, gab er schelmische Kommentare zu dem lustvollen Treiben und sich herum ab.
“Ich glaub, der da ist ziemlich böse auf dich”, kicherte er schadenfroh und drehte Lornas Gesicht zu einem ergrauten Dominus, der sie tatsächlich recht unfreundlich musterte. Als Lorna verwundert zu Leo hinüber sah, deutete dieser zu dem jungen, hübschen Sklaven des Mannes. Dieser starrte Lorna mit weit aufgerissenen Augen an und wurde tatsächlich rot, als sie seinen Blick erwiderte.
“Aber was hab ich denn gemacht?”
Hinter ihr stupste Wanda sie sanft an. “Mach dir nichts draus. Der Griesgram ist nur eifersüchtig. Sein Sub ist bisexuell und findet sich aus gutem Grund viel attraktiver als den alten Sack.” Ihre lautstarken Worte waren von perlendem Gelächter begleitet, in das einige der Umstehenden einfielen. Der junge Sklave wurde darauf noch um einiges röter, während sein Meister beleidigt das Weite suchte.
Einige Herren und Dominas waren mittlerweile auf sie aufmerksam geworden. Lorna konnte ihre interessierten Blicke spüren. Doch als ob Wanda ihr Unwohlsein fühlte, legte sie besitzergreifend ihren Arm um Lornas Taille und funkelte andere Dominante warnend an.
“Du musst aber sagen, wenn einer dir gefällt”, neckend legte sie den Kopf schief, “oder willst du gar mit mir spielen?” Sofort flammten Lornas Wangen auf. Ihr Unterleib kribbelte ungeduldig, doch Wanda war nicht die richtige Partnerin für ein Spiel. Nicht dass sie die Domina nicht attraktiv fand. Nur wollte sie nicht von einer Frau dominiert werden - und schon gar nicht von einer, die sie als Freundin betrachtete. Aber scheinbar hatte Wanda ihr Angebot nicht ernst gemeint, denn schon zeigte sie auf einen dunkel gekleideten Hünen. “Den da hab ich gesucht. Ich glaube, der ist perfekt für dich.”
Leo schnappte nach Luft. “Der da? Bist du irre?” Skeptisch drehte er sich zu Lorna um. “Die Leute sagen, der hat sie nicht alle.”
Na wunderbar. Lorna seufzte lautlos, wagte aber trotzdem einen genaueren Blick. Der Mann, den Wanda gerade verzückt anstarrte, war groß und hager und sah mit seiner breiten Narbe über der rechten Augenbraue hart und gemein aus. Instinktiv wollte Lorna vor ihm zurückweichen, obwohl er nicht einmal in ihre Richtung sah. Stattdessen musterte er verächtlich eine kleine Brünette, die vor ihm stand und zitterte. Als Wanda Lornas verstörte Miene sah, drückte sie beruhigend ihren Arm.
“Hör nicht auf ihn. Der Typ ist einfach eigen. Angeblich behält er eine Sub nur für eine Session und das war´s dann.”
Lornas Mundwinkel hoben sich leicht. Das klang doch gar nicht übel. Trotzdem sah der Kerl aus, als würde er kleine Servas morgens zum Frühstück verputzen. Dass die Brünette nun auch noch schluchzend davonrannte, machte diesen Eindruck nicht besser. Gerade wollte Lorna vorschlagen, doch lieber einen harmloseren Zeitgenossen zu suchen, als Wanda auch schon breit grinsend an ihr vorbeirauschte und auf Mr. Fiesling zustöckelte.
Gebannt starrte Lorna die beiden an, als Leo ihr plötzlich auf die Schulter tippte. “Ganz ehrlich”, murmelte er und beugte sich zu ihr hinunter, “lass die Finger von dem da.”
Lorna runzelte die Stirn, als sie jedoch nicht weiter reagierte, zuckte der Kellner mit den Schultern. “Ich sollte mich dann mal wieder um die Gäste kümmern, was?”, meinte Leo aufgesetzt heiter und verschwand mir nichts dir nichts in der gleichsam heiteren und vor gespannter Erregung pulsierenden Menge. Verdutzt sah Lorna ihm nach und dachte sogar kurz daran, es ihm gleichzutun und sich ebenfalls klammheimlich zu verkrümeln, als Wanda plötzlich nach ihr rief: “Lorna? Komm schon her!” In der Stimme ihrer Freundin lag ein Hauch von Stahl, der ihren Unterleib erwartungsvoll beben ließ. Also schritt sie zögernd auf Wanda und den fremden Dom zu, der nicht einmal die Höflichkeit besaß, in ihre Richtung zu blicken.
“Wenn du es willst, darfst du dich für die Dauer einer Session in Master Cedricks Hände begeben. Er hat deine Anfrage akzeptiert”, sprach Wanda streng, zwinkerte ihr jedoch in einem unbeobachteten Moment zu, um den Worten die Schärfe zu nehmen. Für Lorna hörte sich das Ganze seltsam steif und förmlich an. Doch als sie Wanda fragend ansah, zuckte diese nur mit den Schultern. Trotzdem meinte Lorna in ihren Augen das Versprechen zu sehen, auf sie acht zu geben. Sofort wurde ihr leichter ums Herz. Was sich jedoch prompt änderte, als die harte Stimme Master Cedricks wie ein Peitschenhieb durch ihre Gedanken knallte.
“Augen zu mir, Sub!”
Reflexartig gehorchte Lorna dem Befehl und starrte in zwei kalte, blaue Eissplitter, die in ihr mehr Ding als Person zu sehen schienen. Ein frostigerer Blick war ihr nie begegnet. “Sie mag fürs Erste genügen”, grollte der Dom in Wandas Richtung, nachdem er Lorna sorgsam inspiziert und sich keinen Deut um ihr empörtes Keuchen gekümmert hatte. Am liebsten hätte Lorna ihm ihren ausgestreckten Mittelfinger vor die Nase gehalten und wäre gegangen, doch ein sehnsuchtsvolles Ziehen in ihrem Magen ließ sie verharren. Die subtilen kleinen Erniedrigungen verfehlten ihren Zweck nicht und obwohl Lorna es nicht wollte, war sie erregt. “Du kennst meine Regeln”, fuhr Master Cedrick inzwischen unbeirrt fort, “nur dieses eine Mal.”
Wanda nickte feierlich und drückte noch einmal aufmunternd Lornas zitternde Hand. Als die Domina verschwand, wäre Lorna ihr gern wie ein treues Hündchen hinterher gerannt. Zu ihrer Erleichterung setzte sich Wanda ganz in ihrer Nähe an den Tisch einer zierlichen Rothaarigen mit breiten, schwarzen Nietenhalsband, die beim Anblick der dominanteren Frau verzückt strahlte.
“Ich sagte, Augen zu mir!” Der finstere Ton ließ Lorna zusammenzucken. Scheu folgte sie der Order. Sie hatte beschlossen, diesen Mann nicht zu mögen und keinesfalls an sich herabzulassen. Erstaunlicherweise festigte aber gerade das ihren Entschluss, ein heißes Abendteuer zu erleben. Keine Gefühle und vor allem kein Sam! Rückrat beweisen, Lorna, Rückrat beweisen! Mit diesem inneren Mantra stählte sie sich. Dennoch musste sie schlucken, als sich ihre Blicke trafen. Master Cedrick war nicht nur äußerlich unheimlich. Ihn umgab eine Aura der Gefahr, die Lorna die Hände feucht werden ließ. Als der Master nur stumm seinen Blick in den ihren bohrte und ihr Herz mehr und mehr zu rasen begann, leckte Lorna sich nervös über die Lippen. Master Cedricks Augen schossen zu ihrem Mund und das anerkennende Schmunzeln ließ Lorna zittern. Spitze kleine Schauer der Erregung pulsierten in ihrem Schoß, machten sich weich und willig. Doch der Dom machte keinerlei Anstalten, etwas mit ihr anzufangen. Die Stille sägte an Lornas Nerven. Sie wollte sich umsehen, sich vergewissern, dass Wanda noch immer da war und auf sie aufpasste, doch irgendwas in Master Cedricks eindringlichem Blick hinderte sie daran. Wie ein Kaninchen vor der Schlange musste sie wirken. Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit, in der sich ihre Blicke duellierten - tatsächlich waren es wohl bloß Sekunden - doch irgendwann ertrug Lorna die nervenaufreibende Ruhe nicht mehr.
“Du heißt also Cedrick?”, platzte sie heraus und biss sich gleich darauf auf die Zunge, als die Züge des Doms sich verfinsterten.
“Für dich heiße ich heute Herr”, fuhr er sie an. Lorna schaute beschämt zu Boden. Wie peinlich. Sie hatte ganz vergessen, dass sie keinen neuen Bekannten vor sich hatte, sondern ihren Dom auf Zeit. Reiß dich am Riemen!, schalt sie sich und zwang sich, ihre innere Serva an die Oberfläche zu zerren. Nur war das nicht so einfach. Sie fühlte sich unsicher und ungeschickt und kam sich in ihrem gewagten Kostüm lächerlich und linkisch vor. Gern hätte sie jetzt Sams Hände auf ihrer Hüfte gespürt, die sie sicher stützten und seine Stimme an ihrem Ohr, die ihr sagte, dass alles gut war. Aber Sam war nicht da. Stattdessen ein drohend wirkender Riese, der aussah, als breche er mit Vorliebe aufmüpfigen Sklavinnen den Hals.
“Du bist eine Novizin, habe ich recht?”, fragte Master Cedrick plötzlich und klang beinahe freundlich. Lorna nickte unsicher. Eine Novizin. War sie das? Sam hatte sie zwar in einschlägige Kreise eingeführt, sie dann aber einfach stehen lassen.
“Das heißt, Ja Herr”, schalt ihr Dom ungeduldig.
“Ja, Herr”, plapperte Lorna ihm aufgeregt nach und meinte, ein belustigtes Schnauben zu hören. Vorsichtig lugte sie zwischen den Wimpern zu ihm hinauf. Master Cedrick hatte sich abgewandt und schritt zielstrebig auf einen matt beleuchteten Gang zu, der tiefer in den Club zu führen schien. Die Umstehenden machten ihm anstandslos Platz, als spürten sie die Gefahr, die von ihm ausging. Plötzlich jedoch blieb er stehen und schaute über die Schulter zu ihr zurück.
“Nun komm schon!”
Hastig eilte Lorna ihm nach und stolperte dabei beinahe über ihre eigenen Füße. Einige Gäste kicherten. Beschämt verbarg Lorna ihre roten Wangen hinter dem Vorhang ihrer Haare. Wie dumm sie sich vorkam. Zum Glück kommentierte Master Cedrick ihre Tollpatschigkeit nicht. Stattdessen führte er sie in eine Nische, deren schummeriges Licht wenigstens die Illusion von Zweisamkeit erzeugte. Die blutroten Wände schafften eine warme Atmosphäre, trotzdem fröstelte Lorna, als sie neben Master Cedrick stehen blieb. Allein seine Gegenwart sorgte dafür, dass ihr der Mund trocken wurde. Zaghaft blinzelte zu ihm hinauf. Der Dom beachtete sie nicht einmal, sondern musterte zufrieden die Ausstattung der Nische. Als Lorna ebenfalls ihren Blick schweifen ließ, zuckte sie innerlich zusammen. In der Mitte, eingeklemmt zwischen den Wänden, stand ein schwarzer Pfahl, der seinen bedrohlichen Schatten vor ihre Füße warf. Daran baumelten lederne Handschellen, sowie ein breites Halsband aus demselben Material. Der Anblick der Fesselwerkzeuge machte Lorna erst richtig deutlich, auf was sie sich da einzulassen gedachte. Sie kannte diesen Mann nicht. Wer wusste schon, ob er sie nicht grün und blau prügelte oder sie mit Gewalt nahm oder sonst für Abscheulichkeiten mit ihr anstellte. Schon sah sie Bilder von fiesen Folterinstrumenten vor ihrem inneren Auge, schüttelte jedoch nachdrücklich den Kopf. Wanda saß immer noch im Hauptraum. Sie brauchte nur zu schreien und die Domina würde ihr zu Hilfe eilen. Wieder linste sie zu ihrem Herrn. Wanda hätte sie nicht in seine Hände gegeben, wenn er ein brutaler Sadist wäre. Oder?
“Du zitterst”, stellte Master Cedrick in süffisantem Ton fest, als er ihren Blick erwiderte. Lorna biss sich auf die Zunge, als er mit dem Finger sanft über ihren pochenden Puls fuhr. Natürlich bibberten ihr die Knie. Aber sie wollte nicht kneifen und sich zum Gespött des ganzen Clubs machen. Zumal sie nun die Stimmen der anderen Gäste hörte, die sich langsam zu nähern schienen. Als sie panisch den Kopf umwandte, hörte sie Master Cedrick lachen.
“Hier im Club sind alle Sessions öffentlich. Ich hoffe, du hast nichts dagegen”, gurrte er höhnisch. Lorna keuchte ängstlich. Vielleicht sollte sie es sich doch noch einmal anders… Nein! Sie würde das durchziehen. Sie war taff, sie war mutig - und sie würde sich selbst beweisen, dass sie keinen Sam brauchte, um Erfüllung zu finden.
“Natürlich nicht, Herr”, erwiderte sie daher mit festerer Stimme, als sie sich je zugetraut hätte. Master Cedrick nickte anerkennend. “Brav. Bevor wir beginnen”, sein heißer Blick brannte sich in ihren und seine Lippen berührten flüchtig ihre Wange, als er sich wie ein Raubtier vor dem Sprung zu ihr hinabbeugte , “teilst du mir deine Tabus mit.”
Tabus? Lorna knabberte ratlos an ihrer Unterlippe, während sich die Härchen in ihrem Nacken aufstellten. Spielerisch zog der Master an ihren Haaren, bevor seine Hände sich in einer endgültigen Geste auf ihre Schultern legten. “Ich… habe noch keine Erfahrungen…”, wisperte Lorna.
Drohend zog der Dom die Brauen zusammen. “Danach habe ich nicht gefragt”, wies er sie streng zurecht und stieß sie von sich. “Noch dazu hast du schon wieder das Herr vergessen. Zehn Strafpunkte.”
Lorna bemühte sich, nicht zusammen zu zucken, als sie jedoch Master Cedricks finsteres Lächeln bemerkte, schlotterte sie vor Furcht.
“Ich will heute gnädig sein”, fuhr der Dominante gefährlich sanft fort, während er sie langsam umkreiste, “nenn mir deine Tabus und deine Abstrafung wird lediglich aus fünf Hieben bestehen.” Zur Untermahlung schlug er kräftig auf ihren Hintern. Wieder keuchte Lorna. Trotzdem bedankte sie sich tapfer, wofür sie einen wohlwollenden Blick erntete. Dann überlegte sie. Einiges wusste sie schließlich bereits über SM-Praktiken. Dabei gab es doch einige, auf die sie gern verzichtete.
“Nadeln”, fiel ihr spontan ein, “und bleibende Schäden.” Sie spürte Master Cedricks massigen Körper, der sich an ihren Rücken schmiegte. Sein Atem blies ihr durchs Haar und ließ sie schaudern. “Das ist alles?” Langsam, aber unaufhaltsam wanderten seine Hände zu ihren Brüsten und strichen hauchzart darüber. Lornas Brustkorb hob und senkte sich aufgeregt. Eine Gänsehaut bildete sich auf ihren Armen. Sie biss die Zähne zusammen und krallte die Finger in den Rock, um die forschenden Hände nicht wegzuschlagen. Dafür würde sie bestimmt mehr als fünf Hiebe kassieren. So antwortete sie gepresst: “Ich glaube schon.”
“Herr”, soufflierte ihr Master kichernd.
“Herr”, wiederholte sie artig und zischte, als seine Finger kurz in ihre Brustwarzen kniffen. Mahnend biss der Dom in die zarte Haut zwischen Hals und Schulter, bevor er sich plötzlich von Lorna zurückzog. “Du bist dir sicher?”
“Ja, Herr.”
“Brav”, schnurrte er. Dann wurde sein Ton kalt und dunkel: “An den Pfahl mit dir. Wir wollen unseren Gästen doch eine gute Show bieten!” Lorna gehorchte hastig. Nur am Rande bemerkte sie, dass sich bereits einige Clubbesucher um sie versammelt hatten. Master Cedrick hatte sie abgelenkt, doch nun schlug ihr das Herz bis zum Hals. Die Zuschauer blickten sie interessiert an, einige lächelten höhnisch, andere starrten gierig auf ihren Körper. Ein paar der Gäste hielten ihre Getränke noch in den Händen, während andere bereits ihre oder andere Körper erforschten. Erst als Lorna Wanda in der Menge ausmachte, stieß sie erleichtert den Atem aus. Die Domina hatte beide Arme um ihre Bewundererin gelegt und stütze bequem das Kinn auf deren Kopf ab, während sie Lorna angrinste. Diese spürte wie sich ihr Gesicht verfärbte. Heiße Röte schoss in ihre Wangen und unwillkürlich lehnte sie sich schutzsuchend an den Pfosten, der ihr gerade noch so drohend erschienen war. Noch nie hatten so viele Augenpaare sie angestarrt - schon gar nicht in einer derart delikaten Situation. Trotzdem juckte es verräterisch in ihrem Höschen. Wilde Begierde ließ sie feucht werden. Sofort wurde sie noch etwas röter. Ob ihre Zuschauer ihre Lust riechen konnten? Ihr Dom tat es wohl tatsächlich, denn sein Lächeln vertiefte sich, während er auf sie zuschlenderte. Scheinbar gedankenverloren spielte er an den Handschellen, die mit einer kurzen Kette am Pfeiler befestigt waren. “Du siehst geil aus”, raunte er ihr mit tiefer Stimme zu, “so ängstlich und hilflos.” Kurz stellte er sich vor sie und blendete damit die Menge der Gaffer aus. Lorna warf ihm einen fragenden Blick zu. Zu ihrer Überraschung war Master Cedricks Miene mild und beinahe freundlich.
“Noch kannst du gehen”, flüsterte er ihr zu und ignorierte das Stöhnen in seinem Rücken. Lorna starrte ihn an, schüttelte aber energisch den Kopf, was den Dominantem ein Lächeln entlockte. Lorna lächelte zurück, als sich plötzlich festes Stahl um ihre Handgelenke legte.
Master Cedrick wandte sich grinsend um und das Publikum applaudierte. Lorna zerrte probehalber an den Fesseln. Nun war sie also gefangen. Ohne Hoffnung auf Flucht. Der Gedanke ließ sie stöhnen. Ihre heiße Möse pochte, als die feuchten Schamlippen aneinanderrieben. Lorna presste die Schenkel zusammen. Sie war sich den eindringlichen Blicken der anderen bewusst. Sie sahen, was in ihr vorging, verfolgten aufmerksam, was sie tat. Master Cedrick war indes einige Schritte zurückgetreten, um sein Werk zu betrachten.
“Hübsch siehst du aus.” Anerkennendes Gemurmel um ihn herum. “Ich könnte dich jetzt hier stehen lassen und dich deinen Bewunderern hier überlassen.” Die Leute murmelten unruhig, leises Kichern erscholl. Ängstlich sah Lorna ihren Dom an. Das würde er nicht tun. Wanda würde das nicht zulassen. Diese Erkenntnis allein sorgte dafür, dass ihre Furcht in den Hintergrund trat und sie sich ganz auf das sanfte Kribbeln der Erregung konzentrieren konnte, das zwischen ihren Beinen wuchs. Master Cedricks Drohung ängstigten und erregten sie zugleich, sodass sie ihre Beine fester aneinanderpresste. Der Master starrte sie begierig an. In seiner ledernen Hose zeichnete sich deutlich eine wachsende Erektion ab, die er ungeniert rieb, während er Lorna betrachtete. Irgendwer reichte ihm eine geflochtene Gerte - eine Hundepeitsche, wie Lorna erkannte - mit der er wieder auf sie zukam.
“Heute wird deine Haut mein Zeichen tragen, kleine Serva.” Demonstrativ knallte die Gerte in seine Handfläche. Der dumpfe Laut schoss direkt in Lornas Spalte. Sie wurde noch nie mit geschlagen - außer von Sams starken Händen natürlich. Eine Mischung aus Aufregung und Vorfreude legte sich auf ihren Brustkorb und machte ihr das Atmen schwer. Unruhig zappelten ihre Beine, die noch nicht an den Pflock gebunden waren, als wollten sie flüchten. Doch sie konnte nicht. Die Fesseln hielten sie - und das machte sie unverschämt geil. Stöhnend folgte sie den Bewegungen ihres Doms. Dieser zeichnete mit seinem Schlaginstrument einen Weg von ihren Brüsten über ihre zitternde Bauchdecke bis zwischen ihre Beine. Als das Leder sie dort so hauchzart wie ein Schmetterlingsflügel berührte, meinte Lorna vor Sehnsucht zu vergehen. Noch war Stoff zwischen ihr und der Gerte. Doch schon kam Master Cedrick gefährlich nah und drückte ihr unvermittelt die Gerte quer zwischen die Lippen. “Festhalten!”, befahl er knapp, sodass Lorna folgsam die Zähne um das harte Leder schloss. Der bittere Geschmack ihres provisorischen Knebels ließ sie schlucken. Denn das war es, erkannte sie. Ein Knebel, der sie auch um die letzte Freiheit beraubte. Die nunmehr freien Hände des Masters wanderten spielerisch zu ihrer Coursage und zupften an den Spitzenrändern.
“Ein hübsches Ding. Schade drum.” Damit zog er blitzschnell ein kleines Taschenmesser aus der Hosentasche und hielt es ihr grinsend vor die Nase. Lorna zuckte instinktiv zurück und öffnete erschrocken den Mund. Die Gerte fiel heraus und wäre auf den Boden gefallen, hätte Master Cedrick sie nicht im Flug aufgefangen. Diabolisch grinsend tätschelte er ihr mit dem Gertengriff die Wange. “Festhalten, habe ich gesagt.” Gefährlich langsam führte er sie Gerte wieder zu ihren Lippen. Lorna atmete schwer. Ihr Blick war noch immer auf das Messer gerichtet, doch langsam entspannte sie sich. Das Publikum war ruhig und gespannt, wunderte sich nicht über Master Cedrick und sein Taschenmesser. Also hatte er es wohl schön öfter benutzt und ihr drohte keine Gefahr. Erleichtert kam Lorna ihrem Dom entgegen und schnappte von sich aus mit den Zähnen nach dem Gertengriff. Master Cedrick nickte anerkennend und tätschelte ihr den Busen wie einem braven Pferd die Flanken. Ihre Zuschauer beobachteten sie aufmerksam. Einige hatten sich bereits in dunkle Ecken verzogen und gaben sich dort ihrer Leidenschaft hin. Lorna suchte mit den Augen nach Wanda. Die Domina stand hinter den anderen Gästen, drückte ihre Gespielin an die Wand und küsste sie innig. Als ob Master Cedrick ihren Blick bemerkt hätte, schaute auch er zu der Domina.
“Meinst du, sie rettet dich vor mir?”, flüsterte er maliziös, während seine Finger in ihren Ausschnitt tauchten und den zarten Stoff von ihrer Haut wegzogen. Lorna keuchte mit zusammengebissenen Zähnen, als er das Messer zu ihrer Coursage führte. Langsam, ganz langsam setzte er es an und verharrte. Die Messerspitze berührte hauchzart Lornas Haut. Ihre Brust hob und senkte sich aufgeregt, sodass sie den harten Stahl deutlich fühlte. Die Gefahr machte sie an, das Kribbeln zog von ihrer Brust zu ihrem Schoß, der sich freudig erregt zusammenzog. Feuchtigkeit lief ihre Beine hinunter. Master Cedrick grinste - und zog das Messer geschickt durch den Stoff, der mit einem reißenden Laut nachgab. Die Coursage klaffte auf wie eine Muschel und gab Lornas empfindsames Inneres frei. Ihr Busen präsentierte sich offen den Gästen, die anerkennend pfiffen. Schamesröte kroch Lorna ins Gesicht. Das wollte sie nicht! Hektisch schnappte sie nach Luft. Doch obwohl ein Teil von ihr die Gerte ausspucken und laut ihren Protest herausschreien wollte, gierte ein anderer Teil danach, dass Master Cedrick ihr die zerstörte Coursage ganz vom Körper zog. Eine Gänsehaut überzog ihr nacktes Fleisch, als kühle Luft sie streifte. Keck stellten sich ihre Brustwarzen auf, als wollten sie die Gäste auf sich aufmerksam machen. Master Cedrick stupste beide Knospen beinahe liebevoll mit dem Griff des Messers an, was Lorna einen Schauer über den Rücken trieb. Wieder starrte sie über seine Schulter zu ihren Zuschauern.
Ihr Dom griff nach der Gerte und zog sie ihr sanft zwischen die Lippen. Hin und her. Hin und her. Das Leder reizte ihre Lippen, kribbelte über das empfindliche rote Fleisch. Lorna schnappte nach Luft. Ihr Blick verfing sich in Master Cedricks Augen. Er nahm ihr ganzes Sichtfeld ein, schnitt sie von der Außenwelt ab und gab ihr Sicherheit. Als sein schwarzes Hemd ihre Knospen leicht streifte, zogen sie sich sehnsuchtsvoll zusammen und Lorna stöhnte.
Ganz nah kam ihr der Master, bis ihre Nasenspitzen sich beinahe berührten. “Ängstlich, Sub?”, fragte er sardonisch und sie konnte seinen heißen Atem schmecken. Brennend glitt er über ihre Haut. Lorna öffnete den Mund, als würde so besser Luft bekommen. Ihr ganzer Körper war überreizt. Es war zu viel. Der Dom, das Publikum, ihre eigene Erregung. Master Cedrick strich ihr beruhigend übers Haar, im nächsten Moment hörte sie ein Reißen und mit einem Ruck war ihr Rock verschwunden. “Du trägst ja gar keine Unterwäsche, du kleines Luder!“
Japsend starrte sie nach unten. Nun war sie bis auf ihre schwarzen Strumpfbänder und ihre Strümpfe nackt. Die Erkenntnis trieb ihr Tränen in die Augen. Nackt… vor so vielen Menschen. Doch noch immer stand Master Cedrick zwischen ihr und den Zuschauern. Grinsend schüttelte er den Stofffetzen, der einmal ihr Rock gewesen war. Sie sah in seinen Augen seine Erregung. Ganz eindeutig machte es ihn an und kurz sah sie sich, wie er sie sehen musste: Gefesselt, hilflos und geil. Lornas Lider sanken herab. Scham und Erregung fochten in ihr um die Vorherrschaft, aber kurz bevor die Scham gewinnen konnte, hörte sie erneut ein Reißen. Ihr Dom hatte einen großzügigen Streifen Stoff von ihrem einstigen Rock gerissen, den er gerade ordentlich faltete. Als er mit dem zusammengelegten Band auf sie zukam, zuckte sie im ersten Moment zurück. Einen weiteren Knebel glaubte sie nicht ertragen zu können. Stattdessen jedoch legte Master Cedrick ihr den Stoff sanft über die Augen und wie in Trance ließ sie zu, dass er ihn hinter ihrem Kopf verknotete.
“Ruhig, kleine Serva”, flüsterte seine raue Stimme in ihr Haar, “konzentriere dich ganz auf mich…” Eine Hand wanderte zwischen ihre Beine und packte beherzt zu, sodass Lorna erschreckt keuchte. “…und auf deine Geilheit.”
Gierig zuckten ihre inneren Muskeln, doch es war nichts da, worum sie sich schließen konnten. Enttäuschung breitete sich in Lorna aus. Sie brauchte… sie brauchte… Ein Stöhnen kam laut und hilflos aus ihrem Mund. An ihrem Ohr hörte sie Master Cedricks zufriedenes Kichern. Tatsächlich konzentrierte sie sich nun ganz auf ihn und ihren eigenen Körper. Die anderen Gäste waren ausgeblendet, ausgeschlossen aus dem dunklen, stillen Raum, den sie sich mit ihren verbundenen Augen selbst geschaffen hatte. Nur Master Cedrick und sie waren noch da und ihr Körper reagierte instinktiv auf seine Nähe. Sie wollte von ihm berührt werden.
Selig seufzte sie, als endlich kräftige Finger ihre Brustwarzen ergriffen. Sie drückten und drehten, an ihnen spielten. Ihr Atem ging schneller. Sie spürte Master Cedricks Keuchen mehr, als dass sie es hörte. Sein breiter Schaft, noch gefangen in seiner ledernen Hülle, streifte kurz ihre Hüfte. Lorna schob instinktiv das Becken vor, doch ihr Dom ignorierte die einladende Geste. Sie konnte ihn nicht sehen, doch sie spürte seinen brennenden Blick auf ihren Nippeln. Er massierte das zarte Fleisch ihrer Brüste, bis es zwischen seinen Fingern hervorquoll. Leichter Schmerz mischte sich mit Erregung. Spielerisch drückte er ihr die Nippel ins Fleisch und ließ sie hervorspringen, wenn er sie losließ. Sie spürte, wie er leise in sich hineinlachte, als die Knospen fest und fordernd hervorstanden, als wollten sie mehr von seiner Behandlung. Lorna presste wimmernd die Beine zusammen. Nässe benetzte die lockigen Haare zwischen ihren Beinen und lief ihre Schenkel hinab. Lorna spürte ihre Feuchte so deutlich, als wäre es des Meisters Finger, der dieser Spur folgte. Rasselnd holte sie Luft, drängte den tastenden Händen ihren Busen entgegen. Vor ihrem inneren Augen mischte sich Empfindung mit Lust und Sehnsucht. Sie stellte sich vor, es wäre Sam, der unnachgiebig ihre Knospen bespielte und ihr so jeden Ton entlockte, den er hören wollte. Jedes Wimmern und jedes Stöhnen würde er hören und in seinen Augen würde die Begierde aufblitzen und Lorna zusätzlich anheizen. Als ein Fuß sich zwischen ihre eigenen Füße drängte und sie grob auseinanderstieß, schrie sie auf. Frische Luft kühlte sie Tröpfchen, die zwischen ihren Beinen ein Rinnsal gebildet hatten. Sie wusste, jeder, der sie so sehen könnte, wusste, wie erregt sie war. Stöhnend wand sie sich in ihren Fesseln. Nicht um zu entkommen, sondern um einen besonders lüsternen Anblick zu bieten, der ihren Meister erfreuen sollte. Ein Finger strich durch ihre nasse Spalte und schickte kleine Blitze in ihr Inneres.
“So feucht. So geil”, der Finger stieß tiefer und wieder stöhnte sie brünstig, “so ungezügelt.” Sie spürte ihren eigenen Lustsaft, der auf ihren Brustwarzen verrieben wurde. Kühl strich Atem über ihre gereizte Haut, als ein Mund sich über ihre Brust senkte. Ihre linke Brustwarze tauchte in ein heißes, nasses Gefängnis, als fordernde Lippen sie umschlossen, an ihr knabberten, bis Lorna vor Wonne wimmerte. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, um der süßen Qual zu entkommen, nur um im nächsten Moment einen hell glühenden Schmerz an ihrer Knospe zu spüren. Erschreckt schrie sie auf. Pulsierend jagte die Pein durch ihre Brustwarze direkt in ihre Möse, die zur Antwort wild pochte. Als auch ihre andere Brust gemartert wurde, biss sie vor Schmerz die Zähne zusammen. Sie spürte ein unbekanntes Gewicht, das an ihren Knospen zu pendeln schien. Beide Brüste waren heiß und tuckerten. Doch zu ihrer Überraschung wandelte sich der Schmerz in glühende Lust. Es war, als würde er sich in ihrem Bauch sammeln und in einem intensiven Strahl direkt zwischen ihre Schamlippen jagen, dort, wo ihre empfindlichste Stelle sehnlichst auf Berührung hoffte.
“Keine Angst”, raunte der Dom ihr zu und zupfte an ihren gefangenen Nippeln. Lorna fuhr zurück und hörte ein Klirren und Bimmeln. Sie hielt den Atem an. Brustwarzenklemmen. Mit Glöckchen. Ihre Entdeckung ließ sie stöhnen und wieder klingelten die Glöckchen.
“Musik haben wir schon”, wisperte die Stimme des Meisters gefährlich sanft, “ich denke, ich will dich heute noch tanzen sehen.” Lorna spürte, wie er etwas kaltes an ihren Venushügel hielt. Eine weitere Klemme? Lorna zischte ängstlich, als er seine Finger an ihre Klitoris legte und fest zudrückte. Ihr Schrei klang in ihren eigenen Ohren schrill. Nein! Nein… “Was meinst du, eine Klemme an deinem Lustknopf sähe sicher hübsch aus. Und du willst für deinen Dom doch hübsch sein, oder?”
Panisch schüttelte Lorna den Kopf, dass ihre Locken nur so flogen. Sie wand sich wimmernd, ignorierte die Glöckchen, die wild klirrten wie eine makabre Hintergrundmusik. Master Cedrick knurrte drohend. Sie spürte seine Hand an ihrer Spalte und schloss hastig die Beine. Die Hitze seiner Haut brannte sich beinahe in ihren Körper, als er sich eng an ihren Leib presste.
“Du verweigerst dich mir, Sub?” Grollend packte er sie am Haar und riss ihren Kopf in den Nacken. Lorna schluchzte unterdrückt. “Bitte nicht”, bettelte sie und schämte sich gleichzeitig für den jämmerlichen Klang ihrer Stimme.
“Nicht? Und wenn ich es verlange?” Der Dom schnippte grausam lachend an ihre eingeklemmten Brustwarzen. Immer wieder, bis ihr die Tränen über die Wangen liefen. Lorna schniefte wimmernd, bog ihren Körper, um ihre gefolterten Brüste zu schützen. Doch vor Master Cedricks Händen konnte sie sich nicht verstecken. Unaufhaltsam quälte er sie. Als Lorna hemmungslos weinte, beendete er die Tortur und fuhr zwischen ihre Beine. Flehend presste sie ihre Schenkel aneinander, doch der Dom kannte kein Erbarmen. Als seine Finger in ihre Möse tauchten, stockte Lorna der Atem. Sie war nicht nur feucht, sie war nass. Lief schamlos aus und benetzte die Finger ihres Meisters mit ihrem Saft. Noch immer schickte die Angst schaudernde Wellen durch ihren Körper, doch Master Cedrick drückte sich beruhigend an sie. “Ruhig. Tapfere, kleine Sub. Nichts, was du nicht willst, schon vergessen?” Damit drückte er mit dem Daumen so fest auf ihre pochende Klit, dass Lorna Sternchen sah und ihr Körper sich unter einem fast schmerzhaften Orgasmus aufbäumte. Wellen der Lust ließen ihren Leib erzittern, bis sie glaubte, ihre Knochen hätten sich in Watte verwandelt. Sie sackte in ihren Fesseln herab und stöhnte, als ein Ruck durch ihre Arme ging. Master Cedrick griff ihr stützend unter die Achseln. Irgendwo hörte sie ein Knipsen und Getuschel, dann das Knurren ihres Doms.
“Weg mit den Handys!”, brüllte er wütend, doch sie war noch zu benommen, um irgendetwas zu fühlen. Sie spürte den harten Männerkörper, der ihren viel kleineren, weichen Leib in einer schützenden Umarmung umschloss. Ein Reißverschluss surrte und ein prächtiger, harter Schaft drängte sich fordernd in ihre hungrige Möse. Gierig schlossen sich ihre inneren Muskelringe um den Eindringling, hielten ihn fest, während Nachbeben ihres Höhepunktes sie erzittern ließen. Ihre überreizte Haut spannte, trotzdem fauchte Lorna protestierend, als Master Cedrick sich zurückzog. Seine Lippen pressten sich an ihre Schulter, auf ihren Hals. Plötzlich stieß er wieder zu und schlug gleichzeitig seine Zähne in ihre Schulter. Lorna schrie auf, als ein weiterer, noch viel intensiverer Orgasmus sich wie ein Tsunami über ihr brach und ihr die Luft aus den Lungen presste.
Erst einige Herzschläge später kam Lorna wieder zu sich. Ihr ganzer Körper zitterte und pulsierte. Ihr Schoß brannte noch immer vom süßen Schmerz der Ekstase, doch ihr Verstand wurde klarer. Handys? Hatte Master Cedrick wirklich gerade etwas über Handys gesagt? Unruhig wand sie sich in ihren Fesseln. Die Augenbinde, die ihr eben noch Sicherheit gegeben hatte, machte ihr nun Angst. Als sie fluchte, spürte sie sanfte Hände an ihren Schultern.
“Langsam”, murmelte Master Cedricks Stimme - sanft und rau - weder unheimlich, noch höhnisch, “ich mache dich los.” Eilig öffnete er ihre Handschellen. Lornas Arme schossen ungeachtet des leichten Schmerzen hervor, als sie sich die Augenbinde herunterriss. Sie sah sich in dem diffusen Licht der Nische um. Sie und Master Cedrick waren allein.
Als sie ihm einen fragenden Blick zuwarf, schenkte er ihr ein wölfisches Lächeln. “Hier im Club gibt es keine öffentlichen Darbietungen.”
Lornas Brauen schossen in die Höhe. “Aber die Gäste…”
“… sind gegangen, nachdem ich dich entkleidet habe.”
Als wäre sie sich erst jetzt wieder ihrer Nacktheit bewusst geworden, bedeckte Lorna sich notdürftig mit den Händen. Master Cedrick hielt ihr wortlos einen langen, schwarzen Mantel hin, den sie hastig überstreifte. In seiner Gegenwart fühlte sie sich zunehmend unwohl. Ihr Gesicht wurde rot vor Scham. Sie hatte mit einem Fremden geschlafen. Nein, korrigierte sich Lorna. Sie hatten nicht mit einander geschlafen. Sie hatte sich ficken lassen. Als sie wieder aufschaute, war Master Cedrick bereits gegangen. Zitternd umschlang sie sich mit den Armen. Sie wollte nach Hause.

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Kommentare

Samstag morgen im Auto... in der Vollsperrung auf der Autobahn. Du hast mir die Stunde im Auto hockend und nichts tuend wirklich versüßt^^

 

Aber ich hab immer gedacht- wo bleibt Sam- der muss nun mitten reinplatzen, der muss doch irgendwo sein.

Und dann zum Ende- Boar der war nicht da!- da hatte man einerseits ein grinsen auf den Lippen andererseits dachte man sich- schade.

In reply to by klein Lloydia

Freut mich, dass ich dir die Zeit im Stau vertreiben konnte :)

Tatsächlich war es meine erste Idee, Sam in die Szenerie platzen zu lassen, wo er seine Lorna von dem "Widersacher" wegholt. Aber dann würde sich die Frage stellen: Wo kommt der denn auf einmal her? Warum taucht er just in dem Augenblick auf, in dem Lorna sich anderweitig vergnügt? Darum musste Sam noch warten und Lorna durfte noch ein paar Erfahrungen sammeln ;)

Dann hoffe ich, dass auch der nächste Teil unterhaltsam ist, wenn Sam wieder eine Rolle spielt.

Schön, dass Sam nicht in die Session gestolpert ist. Er hätte sich viel zu schnell geoutet und Lorna muss noch einige Erfahrungen sammeln. Dass sie nicht auf Abwege gerät, dafür hast du mit der Einmaligkeitsbedingung Cederiks schon gesorgt. Und somit auch den Grund für größere Verwerfungen aus dem Spiel genommen ;-)