Verlassene Gedanken – 10 Der Seelenfresser Einsamkeit

 

ACHTUNG, dieser Teil ist ein Zwischenspiel und gibt nur einen Einblick in die Seele der Hauptdarstellerin. Dieser Teil enthält keinerlei sexuelle Handlungen.

 

Der Seelenfresser Einsamkeit

 

Zwei Nächte waren nun gekommen und auch wieder gegangen. Sie hatte ihn nur wenig gesehen in dieser Zeit. Und einerseits war sie froh darum, auf der anderen Seite konnte sie sich nicht erklären, wieso er nun urplötzlich das Interesse verloren hatte.

Eine Chance aus der Situation zu entfliehen hatte sie jedoch nicht gehabt.

Er hatte sie in ihr Zimmer eingeschlossen und nur zu den Mahlzeiten war er gekommen und hatte sie heraus geholt.

Dabei hatte er an das Halsband, was er ihr nach dem duschen angelegt hatte immer ein dünnes Seil gebunden, an dem er sie wie ein Hund hinter sich her führte.

Es war erniedrigend gewesen und die ersten Male hatte sie sich gesträubt und in den Türrahmen gepresst, dass ihre Füße die Schwelle nicht übertreten mussten.

Aber dennoch, jedes mal hatte er sie darüber gezerrt ohne ein Wort zu verlieren.

Generell hatte er nicht viel gesagt zu ihr in jener Zeit.

Immer nur, dass es nun zum Essen ginge, oder das das Essen nun beendet wäre und er sie wieder fort bringen würde.

Sie selbst hatte sich dabei nicht getraut auch nur ein Wort zu sprechen zu ihm. Wieso hatte sie es sich eigentlich nicht getraut? Wartete er vielleicht darauf, dass sie etwas sagte?

 

Bei dem Gedanken wälzte sie sich auf dem Bett von links nach rechts, hörte das leise klackern der Kette die er zwischen ihren Fußmanschetten festgemacht hatte.

Sie hatte die ersten Stunden versucht die Dinger von ihren Füßen zu reisen, nach einer Schnalle gesucht oder etwas wo man sie hätte öffnen können. Aber nichts dergleichen hatte sie gefunden. Sie war fest davon überzeugt, dass er sie mit irgendetwas verklebt hatte. Denn der Geruch der von ihnen ausging erinnerte sie ganz entfernt an einen Kleber mit dem sie einmal einen Absatz ihrer Schuhe verklebt hatte.

Irgendwann hatte sie dann aufgegeben sich von diesen Anhängseln zu befreien und hatte sich mit der Wut im Bauch auf das Bett gelebt. Doch diese Wut wurde immer mehr und mehr zu einem grübeln, versank in dem Gedanken daran, wieso er nicht mit ihr Sprach, wieso er nicht hier war.

Wieso sie ganz alleine war.

 

Und es fühlte sich schwer in ihr an, selbst die Bettdecke über ihr gab ihr nicht das Gefühl von Wärme und Geborgenheit, es lies sie sogar mehr frösteln.

Und in jenen Gedanken verhangen, streichelte sie über ihren Po, die wärme und der Abdruck seiner Hände darauf, waren längst verschwunden und dennoch hinterließ jenes Streichen darüber das Gefühl, dass sie einmal da waren.

Sie selbst schimpfte sich eine dumme Gans dabei, wie konnte sie genau jetzt daran denken, wie es war als er sie so geschlagen hat, sie so gedemütigt und ihr weh getan hat.

 

Weil es ihr irgendwie auch gefallen hat, trällerte eine unbewusste Stimme in ihren Geist hinein und sie formte ihre Hände dabei zu Kralle und bohrte sie in ihr Fleisch hinein. Das dürfte nicht sein, so etwas dürfte ihr nicht gefallen. Und dennoch war es so, der Gedanke allein daran, was er danach mit ihr gemacht hatte, lies das Frösteln weichen und machte einem wohligen ziehen in ihrem Bauch platz, als die Bilder in ihrem Kopf auftauchten.

Und so wälzte sie sich erneut von links nach rechts, bis sie auf dem Rücken zum liegen kam und die Decke über sich anstarren konnte. Nur um die Bilder die in ihrem inneren vorbeihuschten zu bremsen.

Und doch wollte es ihr nicht gelingen.

Sie hörte seine Stimme in ihren Ohren, sah seine Augen, wie sie in die ihren blickten und spürte seine Hand an ihrer Wange.

Unbewusst legte sie dabei die Hand auf diese Stelle und seufzte tief durch.

Sie fühlte diesen Kloß in ihrem Hals, als sie sich eingestand, dass sie sich einsam fühlte in diesem Raum ohne ihn.

Nicht ohne irgendjemand, sondern genau ohne ihn.

Dem Mann der sie Entführt hatte und ihr irgendetwas angetan hatte. Der sie hernahm. Der ihr Lust bereitete und auch Schmerz.

Und vor allem der Mann und das war das schlimmste, der sie demütigte.

 

Wieder klackerten die Ketten als sie sich aufrichtete und langsam durch das Zimmer hindurch ging. Was sollte sie nur tun, irgendetwas musste sie doch tun können um das alles sich zu erklären, ihre Gefühle, die Reaktion ihres Körpers und vor allem wieso er nun nicht mehr mit ihr redete, wenn er kein Interesse mehr an ihr hätte, könnte er sie doch einfach frei lassen oder?

 

Ein kurzer Blick in den Spiegel an dem sie gerade vorbeiging, lies sie ins stocken geraten. Sie stand dort, den Morgenmantel halb offen und ihr nackter Körper darunter glänzte leicht im Licht der Sonne die durch die Vorhänge in den Raum strahlte.

Das Halsband um ihren Hals, es sah irgendwie aus wie ein Schmuckstück aus ferner Zeit. Es war nicht wie ein Hundehalsband, sondern irgendwie sah es aus wie ein enger Halsreif aus Silbergeflecht in dem mehre Ringe eingearbeitet waren. Und das kleine Schloss daran, was es vor dem Abnehmen schützen sollte, sah aus wie ein silbernes Herz in dem ein kleiner Rubin ruhte.

Sie legte den Kopf schief und betrachtete es noch mal, es war ihr bisher nicht so im Gedächtnis geblieben, sondern mehr als Zeichen der Demütigung und der Unterwerfung. Aber nun so gesehen, war es irgendwie hübsch und sicher kein günstiges Stück, sondern etwas mit Bedeutung.

Vorsichtig lies sie die Finger über die Arbeit um ihren Hals hinweg streichen und sie konnte nicht anders als kurz einmal zu lächeln. Denn eigentlich stand es ihr ganz gut an. Mit den roten Haaren und der blassen Haut, war Silber einfach der schönste Schmuck.

 

Mit einem tiefen durchatmen streifte sie den Morgenmantel hinunter von ihren Schultern und lies ihn achtlos auf den Boden gleiten. Um sich erneut zu betrachten.

Eigentlich mochte sie ihren Körper, er war gut wie er war. Nicht zu dürr und nicht zu dick. Ihre Brustwarzen waren rund geformt und rosig von der Farbe und auch die leichten Sommersprossen die sich über sie hinweg zogen waren nicht zu viele und auch nicht zu wenige.

Einzig und allein die kleine Narbe an ihrem Bauch störte sie, wie war sie damals auch nur auf die Idee gekommen. Achja sie wollte sich damals einfach nur fühlen.

Ihre Hände strichen über die kleine Narbe dabei und die Tränen standen ihr in den Augen. Sie war damals so einsam gewesen, ihre Mutter einmal wieder nur am arbeiten und ihr Vater in der Klinik, damals war er das erste Mal dort.

Und sie war einmal wieder ganz alleine zu Hause gewesen.

Mit einem lauten schniefen zog sie die Nase dabei hoch und schüttelte heftig den Kopf. Alleine immer gar war sie alleine gewesen und nun, nun war sie auch alleine.

 

In einem Anflug dieses Gefühles holte sie aus und schlug mit der Faust auf die Scheibe des Spiegels ein, welcher darauf in tausend kleine Splitter zersprang und sich teilweise in das Fleisch ihrer Hand bohrte. Der Rest verteilte sich um sie herum und spiegelte in tausenden von Farsetten ihren Körper wieder und das Blut was von ihrer Hand hinab tropfte.

 

Sie hörte schon gar nicht mehr ihren Schrei dabei und spürte auch nicht die heißen Tränen die ihr über die Wange liefen.

Und doch spürte sie plötzlich die warmen Arme die sie an eine Brust heran zogen. Sie roch ihn, er war wieder da, wo kam er plötzlich her. Irgendetwas wurde gesprochen, aber auch das hörte sie nicht. In ihren Ohren brüllte es nur immer und immer wieder: DU BIST ALLEIN, KEINER LIEBT DICH.

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Kommentare

Ein sehr interessanter Teil, ich freue mich schon auf den nächsten. Ob allerdings seine Art der Bestrafung bei ihr, die scheinbar psychisch nicht die aller Stabilste zu sein scheint, wirklich eine glückliche Wahl war …

Lassen wir uns überraschen ;-)

Ich finde es immer faszinierend zu beobachten, wie eine Bewertung immer schlechter wird. Ohne das jemand eine Begründung abgibt, wieso er nur 1 Punkt gibt...

diese 1 Punkter sollten sich wirklich mal schämen..

In reply to by klein Lloydia

Willkommen im Club. Ich habe aber aufgehört darüber nachzudenken, denn es führt nur zu einem Resultat:

Kopfschmerzen

 

Master Steve

...leisen Geschichten sehr!

Nicht einen, sondern durch die Bank 6 Sternchen waren mir deine Storys wert, klein Lloydia.
Ich mag sie genau so, wie sie geschrieben wurden.

Greetz,
Hannaschatzi