Von Fehlern und Fassaden

 

Mädelsabend – was für ein Spaß!

Nein, nicht wirklich. Aber man muss gewisse Opfer bringen, um sich wenigstens einen minimalen Freundeskreis zu erhalten. Schließlich müht sich die kleine Gruppe von drei Freundinnen - die mir tatsächlich viel wert sind – redlich, meine schroffe, fast zynische Art zu ertragen. Ich habe mich schon oft gefragt, warum sie meiner nie müde geworden sind.

Nun sind wir also auf dem Weg in die Disko. Mein ganz persönlicher innerer Kreis der Hölle. Ich habe mir keine Mühe mit dem Outfit gemacht: ein schwarzer Kapuzenpulli mit großem, martialischem Bandlogo und gemütliche Jeans, Augen dunkel geschminkt. Ich habe mich quasi als mein Alltags-Ich verkleidet, plus die Maskara. Mal sehen, wie die Crowd in der Disse das findet. Zumindest werde ich so zwischen all den glitzernden Pailletten und dem Lipgloss ein bisschen auffallen - oder komplett ignoriert. An beiden Alternativen ist nichts verkehrt. Hey, wenn ich Glück habe, werde ich gar nicht reingelassen.

Aber nein, keiner der Türsteher – wofür brauchen die eigentlich mehr als zwei, bei all den Milchbubis hier - interessiert sich für mein unpassendes Styling. Sie winken uns durch. Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich in mein Schicksal zu fügen und möglichst viel gute Laune hochzuwürgen. Sie hätten wenigstens nach meinen Ausweis fragen können… passiert oft genug wenn ich Zigaretten kaufen will.

Die Bässe sind voll aufgedreht, die Meute tanzt und ich sehe mich erst mal um. Den Raum taxieren, vielleicht kennt mich jemand – wie peinlich wäre das. Ich scheuche meine Hühner auf die Tanzfläche und suche mir einen Platz mit Rücken zur Wand. Leute beobachten ist ein Hobby von mir. Dabei kalkuliere ich, wer unter Darwins Theorie aussortiert werden müsste und wer sich fortpflanzen darf. Wenn es nach meinem Weltbild ginge, gäbe es kein Problem mit Überbevölkerung.

Die Musik ist gar nicht so schlecht. Die Bässe sind deftig genug, um auch einen Metaller wie mich zu befriedigen. Bam-bam-bam - ein Bier. Schmeckt.

Ich sehe meinen Mädels eine Weile beim Tanzen zu. Ich kann nicht umhin, sie ein wenig zu beneiden, denn sie sind alle drei wunderschön. Nun gut, ich bin wohl aufgrund meiner Freundschaft zu ihnen voreingenommen. Aber manchmal wünsche ich mir doch ein Stück der natürlichen Weiblichkeit, die ihnen in die Wiege gelegt wurde.

Jetzt nur nicht schwermütig werden. Noch ein Bier. Ich bin angenehm überrascht, dass ich trotz meiner unaufdringlichen Aufmachung sofort bedient werde. Ich muss feststellen, dass es hier gar nicht so furchtbar ist. Wenn man die Milchbubis unter blitzendem Licht und Lasern betrachtet, ist der ein oder andere dabei, der---

Hanna, was ist da los? Kommt der Typ dir zu nahe? Ich richte meine Aufmerksamkeit auf die zierliche Blondine, die wohl die Rolle des Kükens in unserer Viererbande verkörpert. Ein vollbärtiger Mittvierziger tanzt sie ein wenig zu enthusiastisch an. Das ist das Stichwort für meinen Auftritt. Ich dränge auf die Tanzfläche und schiebe mich zwischen die beiden, wende dem Kerl demonstrativ den Rücken zu und mache die Schultern breit. „Hanna? Alles okay?“

Sie schaut ein wenig nervös zwischen mir und dem Typen hinter mir hin und her. „Ich weiß nicht…“

„Ist er dir unangenehm?“ Der Typ will mich zur Seite schieben. Langsam, mein Freund. „Hanna?“

„Er glotzt mich schon die ganze Zeit an…“

„Soll er dich in Ruhe lassen?“ Mein Gott, Mädchen, sag doch einfach was Sache ist!

Sie nickt verschämt und ich wende mich zu dem – oh - doch recht großen Kerl um und grinse ihn breit an. „Sie ist schüchtern. Und sie hat einen Freund.“

Er grinst schief zurück. Hallo, Suffbirne! „Ich sehe hier keinen Freund.“

Puh, ich habe ja auch gerne mal ne Fahne, aber das ist ein anderes Kaliber. „Du siehst mich, oder? Vielleicht auch zwei von meiner Sorte? Lass sie in Ruhe, sie ist nicht interessiert!“

„Mach Dich vom Acker, Uschi! Ich tanze grade mit Blondie hier!“

Uschi? Fehler.

Meine Fingernägel graben sich in seinen verschwitzten Unterarm. Seine Augen versuchen mich zu fokussieren, er will mich grob wegschieben, aber ich ducke mich und sein Versuch endet nur in einem schwingenden Arm, der ins Leere schlägt und ihn selbst in wildes Torkeln versetzt. Ich beobachte, wie mein Freund sich ganz von allein und völlig unbeabsichtigt mehrere Schritte seitlich von uns weg bewegt und in den Armen eines Security-Angestellten landet. Situation bereinigt, ohne Hausverbot für mich.

Hanna umarmt mich dankbar und ich drücke ihr einen Kuss auf die Wange. Unwillkürlich verdrehe ich die Augen. Wenn sie nicht so süß wäre, fände ich sie furchtbar nervtötend. „Geh beim nächsten Mal einfach weg oder hol gleich eine von uns, Maus!“

Sie nickt eifrig und mischt sich dann wieder unter die tanzende Menge, während ich mich zurück in Richtung Theke wühle. Ich weiß schon warum ich Diskos nicht mag.

Mein Beobachtungsposten ist besetzt. Also hole mir noch was zu trinken, gehe hoch auf die Galerie und lehne mich an die Balustrade. Von hier kann ich meine Mädels im Auge behalten und das Gedränge lässt nach.

„Sie würden den Sicherheitsleuten einen Gefallen tun, wenn Sie nächstes Mal gleich einem von ihnen Bescheid sagen.“

Er steht mit einem Mal neben mir, keine Ahnung woher er gekommen ist. Ich starre weiter nach unten. „Die Situation war unter Kontrolle.“

„Dieses Mal - ja. Und es hatte sogar etwas Anmutiges an sich, wie Sie ihn subtil wie eine Abrisskugel in eine gewisse Richtung gelenkt haben.“ Er räuspert sich. „Ich meine nur… Es kann auch schief gehen.“

Ich nicke. „Ja, das kann es. Aber so ist es nun mal.“

„Was ist so?“

„Wenn jemand einer Frau zu nahe kommt, die sich nicht wehren kann und er es nicht rafft, dann hat er nun mal einen Fehler gemacht.“ Ich nehme einen Schluck von meinem Bier. „Jedenfalls wenn ich in der Nähe bin. Da überlege ich nicht lange.“

„Das ist nicht sehr diplomatisch, aber ich kann es respektieren.“

Ich erwidere nichts, weil es für mich nichts weiter zu sagen gibt. Ich brauche seinen Respekt nicht.

Er beobachtet mich von der Seite, ich spüre seinen Blick auf mir. Er zuckt wohl gerade mit den Schultern und sagt:. „Eigentlich besteht in einer Menschenmenge wie der da unten keine Gefahr. Da sind genug Leute, die eingreifen würden, wenn eine Frau bedrängt wird.“

Mein Lachen ist beißend. „Wenn Sie das glauben, dann sind Sie ein Idiot!“ Ich richte mich auf, proste ihm flüchtig zu und wende mich zum Gehen.

Eine Hand legt sich in meine Armbeuge. „Es wäre in jedem Fall schade um Sie.“

Wenn dies hier ein Film aus den Siebzigern wäre, würde ich jetzt wohl innehalten, mich mit einem Glas Merlot in der Hand umdrehen und ihn mit lieblich fragendem Blick und dümmlich verzücktem Lächeln ansehen.

Stattdessen frage ich mich, warum wir uns siezen und gehe die Treppe hinunter zur Bar, weil ich noch ein Bier will.

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Der Abend neigt sich langsam dem Ende.

Ich habe schon einiges intus, Hanna und Manu sind längst gegangen und ich warte eigentlich nur noch darauf, dass Katha auch endlich zum Aufbruch bereit ist, da wir uns ein Taxi zum Hotel teilen wollten. Nach einigen Minuten entdecke ich sie in einer dunklen Ecke, heftig knutschend. Irgendwie war das zu erwarten. Ich gebe ihr unauffällig zu verstehen, dass ich mich vom Acker mache und sie teilt mir in wilder Zeichensprache hinter dem Rücken ihres Fangs mit, dass sie mit ihm nach Hause geht, dann arbeite ich mich durch die verbliebenen Gäste nach draußen.

Die kühle Luft ist eine wahre Wohltat. Ich stecke mir eine Zigarette in den Mund und grabe in meinen Taschen nach dem Feuerzeug. Wo ist das verdammte Ding? Meine Frustration wächst, während ich vergeblich suche und ich will schon aufgeben, als vor meinem Gesicht eine Flamme aufleuchtet.

„Fest saugen.“

Ja, danke. Ich weiß wie das… was hat er gerade gesagt?

Ich erkenne seine Stimme wieder und so sehr ich mich dagegen wehre, ich muss lachen. „Ja, ich weiß wie das geht!“

„Gut zu wissen.“

Im Schein des Feuerzeugs erahne ich sein verschmitztes Grinsen.

„Du bist der Idiot, oder?“

Er nickt. „Ja. Du bist die Furie.“

„Oh ja.“ Ich nehme einen tiefen Zug.

Wir stehen einander eine Weile schweigend gegenüber. Er fasst sich ein Herz und spricht zuerst. „Wie kommst Du nach Hause? Es sind viele Idioten unterwegs heute Nacht.“

Ein Lächeln erfasst meine Lippen, ohne mein Einverständnis. „Naja, mit Idioten von deiner Sorte werde ich fertig.“

Er lacht. Ein verhaltenes, wohlwollendes Geräusch. „Waren wir nicht vorhin noch beim „Sie“?“ Er zündet sich auch eine Zigarette an. „Sag schon, wie kommst du nach Hause?“

„Ich wollte mir ein Taxi rufen.“

„Wollte?“

Oh… Ja. Was war das? Mein Unterbewusstsein hat das Wort ergriffen. „Wollte… es sei denn, es tun sich noch andere Gelegenheiten auf.“

Ich nehme im Halbschatten wahr, dass er sich auf mich konzentriert. Er taxiert mich. Was…

Seine Hand streift meinen Arm. „Komm‘ mal kurz mit.“ Das Streifen verwandelt sich in einen recht bestimmenden Griff. Ich lasse mich von ihm mitziehen, noch ein wenig auf der Hut, aber ich spüre keine Gefahr von ihm.

Er dirigiert mich zu einer Ecke des Gebäudes, an dem mehrere Lampen den Schriftzug der Disko in grellen Farben erhellen. Sein Gesicht liegt einen Moment lang im Schatten, dann kann ich ihn betrachten.

Mir gefällt was ich sehe. Ich lasse meinen Blick über sein selbst unter den bunten Blinklichtern attraktives, markantes Gesicht, seine breiten Schultern und den wohlgeformten Körper gleiten. Es dauert einen Moment, bis ich erkenne, dass ich hier die Einzige bin, die Fleischbeschau betreibt. Er sieht mir einfach nur in die Augen.

Sein Kopf legt sich schief. „Darf ich dich nach Hause bringen?“

Ich fühle mich plötzlich irgendwie… mies. Der Alkohol macht sich bemerkbar, und die Scheinwerfer stellen meine Gedanken in ein schlechtes Licht. „Ich weiß nicht… Willst Du?“

Er nickt und nimmt meine Hand. „Komm mit.“

Wir gehen gemeinsam zum Parkplatz. Er führt mich zur Einfahrt und zückt sein Handy. „Ich rufe uns ein Taxi. Willst du nach Hause, oder…?“

Ich weiß, dass dies nun wirklich eine wenig unterschwellige Frage ist und schüttle verschämt den Kopf. Ich will nicht heim… ich will…

Er ruft an und nach wenigen in Schweigen verstrichenen Minuten steht ein Taxi  vor uns. Er hilft mir galant auf den Rücksitz und steigt vorne ein. Die Fahrerin nimmt kaum Notiz von uns und fährt los.

Die Fahrt zieht sich in die Länge wie Kaugummi. Er lehnt den Kopf entspannt nach hinten, während ich hier sitze wie auf glühenden Kohlen. Mein Hirn arbeitet im Analyse-Modus. Hat er das alles geschickt eingefädelt? Bin ich hier von ihm… manipuliert… Ich habe keine Lust, diesen Gedanken zu Ende zu führen. Er turnt mich an. Ja, das ist es. Meine Triebe reagieren auf ihn, fast wie ein Instinkt. Aber warum? Er hat mir dafür keine Veranlassung gegeben. Ist es nur sein Aussehen? Sein humorvoller Charme?

Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ich habe in der Disko mindestens eine halbe Stunde damit verbracht, diesen einen Typen zu beobachten. Die ganze Zeit stand er mit dem Rücken zu mir.

Er war der Adonis, den ich in Gedanken ausgezogen und auf alle möglichen Arten…. Einmal hat er zu mir rüber gesehen, ein breites Lachen im Gesicht, umgeben von seinen Freunden und doch augenblicklich auf mich fokussiert. Die dunklen Haare, die breiten Schultern, er war es, von dem ich den Blick nicht wenden konnte, bis ich zu Hannas Hilfe eilen musste…

Das Taxi hält. Er steigt aus, ich öffne die Tür und schon hält er mir zuvorkommend seine Hand entgegen. Ich ergreife sie und lasse mich von ihm aus dem Wagen ziehen… Moment. Wo bin ich?

Wir sind eine gute Strecke vom Stadtrand entfernt und ich muss mir eingestehen, dass der Neumond alles ein wenig dunkler erscheinen lässt. Der Aussiedlerhof, vor dem wir stehen, hat in gewisser Weise etwas von einem Spukschloss.

Nun, ich bin nicht feige. Er hat mich schon an der Hand genommen und ich werde jetzt bestimmt nicht den Schwanz einziehen.

…………….

Ich liege in seinem Bett. Zumindest bin ich noch voll bekleidet, noch kann ich alles in eine andere Richtung dirigieren. Er steht in der Tür zum Badezimmer und beobachtet mich.

„Geht es dir gut?“

Ich nicke, sehe mich um. Das Bett ist sehr gemütlich, aber meine Klamotten sind es nicht.

„Du bist ziemlich zahm, wenn man deine Abwehr erst einmal durchbrochen hat.“ Er kommt näher.

Das ist eine Aussage, die mir zutiefst widerstrebt. Ich runzle die Stirn. „Zahm ist kein Wort, mit dem du einer Frau die Klamotten vom Leib redest.“ Mein Blick schweift über die dunkel gestrichenen Wände, über die Hanteln in der Ecke und ich streichle mit der Hand über das leere Kissen neben mir. Dann fällt mir das kleine Detail auf:

Handschellen an den Bettpfosten.

Oh.

Ich deute darauf. „Sind die für dich oder für deine Disko-Bekanntschaften?“

Er grinst und weicht der Frage aus. „Die sind noch jungfräulich.“

„Dann können wir sie nicht verwenden, ich bin es nämlich nicht.“

Sanft lächelnd kommt er nun auf mich zu. „Mir ist klar, dass du keine holde Maid bist. Aber bist du auch entjungfert was solche Gegenstände angeht?“

Ich nicke wahrheitsgemäß. Oh ja, das bin ich.

Wieder macht er einen Schritt auf mich zu. „Du stehst auf Fesselspielchen?“

Ein wissendes Lächeln auf meinem Gesicht dürfte alle Antwort sein, die er benötigt. Er grinst in sich hinein. Keine Fragen mehr. Er kommt langsam auf mich zu, fixiert mich mit den Augen. Mir wird anders. Ich sehe ihn an und erkenne, dass sich hier eine Gelegenheit auftut. Eine wilde Nacht voller Lust und animalischer Leidenschaft. Er hat vielleicht das, was ich brauche.

Oh… er hat sein T-Shirt ausgezogen. Wann ist das passiert? Ich schüttle den Kopf, um Klarheit in meine Gedanken zu bringen. Er setzt sich neben mich, lässt eine Hand ganz nebenbei über meinen Oberschenkel streifen und taxiert mich.

Mein Körper reagiert auf ihn, ganz ohne mein Zutun. Ich streife meinen Pullover ab und werde auch das Tanktop darunter los, so schnell ich kann. Meine B-Note sinkt vermutlich gerade ins Bodenlose. Aber das ist mir herzlich egal. Ich will ihn. Will ihn auf mir spüren.

Als ich Knopf und Reißverschluss mit fragendem Blick öffne, schreitet er zur Tat. Er kniet sich über mich und mit einem Ruck zieht er den Hosenbund unter mir hervor und streift die Jeans mitsamt meinem Slip über meine Schenkel nach unten.

Mit einem erfreuten Blitzen in den Augen registriert er die nicht vorhandene Schambehaarung. Meine Hose landet auf dem Boden, dann schiebt er meine Beine auseinander und legt sich dazwischen. Sein Gesicht schwebt über meinem, während er mit der rechten Hand an meiner Seite entlangstreift. „Du bist verdammt scharf, kleine Furie.“ Seine tiefe Stimme vibriert an meinem Nacken, als er mit der Nase von meinem Ohr den Hals hinunter zu meinen Schultern fährt. Oh Gott, er riecht an mir! Wie sexy ist das?

Dann wandert seine Hand tiefer. Eine Gänsehaut breitet sich auf meinem Bauch aus, als er seinen Handballen auf meine Klitoris drückt und mit dem Mittelfinger meine Schamlippen teilt. Ich wölbe mich ihm entgegen.

„Du hast keine Ahnung, wie gern ich dich fesseln würde…“

Ein leises Stöhnen entfleucht mir. „Dann tu es doch!“

Er schüttelt den Kopf. „Wir haben beide getrunken.“

Verdammt. Er ist vernünftig und er hat Recht. Ich stöhne lauter, halb aus Frustration, halb aus Wollust, weil er das vordere Glied seines Mittelfingers in mir versenkt. Mit quälender Langsamkeit beginnt er, sich an seiner Hand zu reiben, wobei sich der Finger weiter in mich schiebt und sein Handballen über meine empfindlichste Stelle reibt.

Ich streichle über seine Schultern und seinen Nacken hinauf, wo ich leichten Druck ausübe, damit er mich ansieht. „Dann fick mich wenigstens hart und dreckig!“

Bei diesen Worten beginnen seine Augen zu glühen. Seine Hand zwischen meinen Beinen verschwindet und macht sich an seinem Reißverschluss zu schaffen. Als er die Jeans und die Boxershorts losgeworden ist, kann ich mir ein Stirnrunzeln nicht verkneifen. So scharf bin ich anscheinend doch nicht.

Er legt sich wieder zwischen meine Beine und beginnt, sich an mir zu reiben. Ich lasse die Hände über seine Brust fahren und gleite mit den Fingern meiner rechten Hand hinunter zu seinem Unterbauch. Er ist durchtrainiert und ich gebe meiner Bewunderung für seinen Sixpack Ausdruck, in der Hoffnung, sein Ego mitsamt seinem besten Stück anschwellen zu lassen. Erfolglos.

Er schnaubt. „Fuck! Ich hab zu viel getrunken…“ Frustriert lässt er die Stirn auf meine Brust sinken. „Gib mir eine Minute.“

Ich kraule seinen Nacken und beiße mir auf die Lippe, damit die dummen Scherze, die mir auf der Zunge liegen, nicht herausplatzen und jede Chance auf Sex vollends zunichtemachen. Er fährt mit den Lippen über meine rechte Brust und schließt die Augen. Seine Hände gleiten unter die Körbchen meines BHs und als er mit dem Daumen unter meiner Brust entlangstreicht, beschleunigt sich mein Atem. Er registriert es und streift mir die Träger von den Schultern, um den BH nach unten zu schieben. Seine Zunge findet meinen Nippel und saugt sanft. Er streichelt meine Brüste mit beiden Händen, drückt und knetet vorsichtig, dann richtet er sich ruckartig auf und hebt mein Becken an. Er legt meinen Hintern auf seinem Schoß ab und fährt mit den Händen über die Innenseiten meiner Schenkel. Ich knurre lüstern und stütze mich auf die Ellbogen, um ihm dabei zuzusehen, wie er eine Hand auf meinen Venushügel legt und zwei Finger der anderen zwischen meine Schamlippen schiebt. „Du sollst nicht leer ausgehen, kleine Furie.“ Mit diesen Worten dringen seine Finger in mich und ich stöhne laut auf. Er reibt mit dem Daumen über meine Klitoris, während er die Finger langsam in mir bewegt, mich weitet und von innen massiert.

Oh Mann, das darf nicht wahr sein. Er macht das so verdammt gut… Aber es reicht nicht! Wenn ich am Ende seinen Schwanz nicht in mir habe, werde ich wahnsinnig. Mein Atem kommt schneller und ich lasse mich zurück ins Kissen sinken. Als Antwort fickt er mich härter mit seinen Fingern und ich keuche, als er noch einen dritten dazu schiebt.

„Hör auf!“

Erschrocken zieht er sich zurück. „Hab ich dir wehgetan?“

„Nein.“ Ich krabble von ihm weg und springe aus dem Bett. „Aber damit gebe ich mich nicht zufrieden. Setz dich an den Bettrand.“

Er dreht sich stirnrunzelnd zu mir um, als ich mich ans Fußende des Bettes stelle. Mein entschlossener Gesichtsausdruck lässt ihn schmunzeln. „Willst du mir jetzt den Hintern versohlen, Domina?“

Mit einer unwirschen Handbewegung wische ich die Bemerkung beiseite und deute auf den Bettrand. „Hinsetzen!“

Lachend, aber ein wenig verunsichert tut er was ich sage. Ich ziehe den BH aus und werfe ihn achtlos in die Ecke, dann gehe ich vor ihm auf die Knie. „Das ist eigentlich nicht meine Art, bei einem One-Night-Stand. Aber du bist zu scharf, um dich einfach so davonkommen zu lassen. Also lehn dich zurück und lass mich machen!“

Bevor er irgendwelche Einwände geltend machen kann, schubse ich ihn mit dem Rücken aufs Bett und greife nach seinem schlaffen Schwanz. Er keucht erschrocken auf, aber er wehrt sich nicht, als ich meinen Kopf über seinen Schoß senke und seine Eichel in den Mund nehme.

„Das wird nicht funktionieren, Furie.“

„Klappe, Idiot!“, murmle ich leise mit vollem Mund. Er hat es trotzdem verstanden und lacht. Ich kann ihn wirklich nicht einfach entkommen lassen, er sieht nicht nur geil aus, er hat auch Handschellen. Und so wie ich das sehe, ist das hier mein Bewerbungsgespräch für ein nächstes Mal. Also mache ich mich ans Werk.

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Ich bin so ein Volltrottel. Das hätte mir wirklich klar sein sollen, dass ich nach einer Flasche Whiskey keinen mehr hochkriege. Aber ich musste sie ja unbedingt mit nach Hause nehmen. Sie hält mich bestimmt für den totalen Spast. Sie ist auch nicht gerade zimperlich, wie sie mir mit der flachen Hand vor die Brust stößt und meinen Oberkörper aufs Bett befördert.

Ich stütze mich auf die Ellbogen und jetzt kniet sie sich mit funkelnden Augen vor mich. Der Anblick ist echt geil, aber sie müsste schon zaubern können, um am Zustand meines besten Freundes noch etwas zu ändern. Ich sollte sie aufhalten, bevor wir uns beide hier noch restlos blamieren. „Das wird nicht funktionieren, Furie.“

Zu spät. Ihre Zunge vibriert um meine Eichel, als sie ein „Idiot“ grummelt. Ich muss lachen, weil es mir furchtbar peinlich ist und weil sie offenbar nicht im Geringsten ans Aufgeben denkt. Ihr Kopf senkt sich auf mich und ich ziehe scharf die Luft ein, als sie meinen Schwanz in ihren Mund saugt. Heilige Sch… Ganz schön forsch! Und es fühlt sich gut an… Ihre Hand legt sich vorsichtig um meine Eier und sie knetet und leckt zuerst sanft, dann mit mehr Nachdruck. Die Optik ihres Kopfes zwischen meinen Beinen macht mich wahnsinnig scharf. Fuck! Warum musste ich ausgerechnet heute soviel saufen…

Ooooh Gott. Ein Finger wandert über meinen Damm und schickt mir ein Ziehen durch den Bauch. Sie weiß, was sie tut, keine Frage. Laut ihrer Aussage macht sie sowas angeblich nicht beim ersten Mal… Ist das jetzt verletzter Stolz oder will sie mich so unbedingt? Die Vorstellung, dass es letzteres ist, gefällt mir. Also lasse ich sie machen, denn wenn es jemand schafft, meinen Schwanz heute noch zu wecken, dann sie mit ihrer Zunge.

Ihre freie Hand streichelt über meinen Bauch. Dann greift sie von oben um meine Schwanzwurzel, ihre andere Hand zieht sanft an meinen Eiern und als sie schließlich ihre Zunge um meinen Schaft kreisen lässt, hat sie mich. Mein Kumpel ist geweckt und beginnt zu wachsen. Wow… sie ist keine Furie, sie ist eine Hexe! Langsam gewinnen ihre Lippen Abstand von meinem Unterkörper, als mein Schwanz größer wird. Ich muss mich davon abhalten, ihren Kopf zu packen, um sie wieder weiter auf mich zu ziehen. Sie summt leise und die Vibrationen tun ihr Übriges. Als er seine volle Größe erreicht hat, schlägt sie die Augen auf und sieht mir mit einem vollmundigen Grinsen ins Gesicht. Der Anblick ist entwaffnend scharf.

Aber sie ist noch lange nicht fertig. Sie lässt ihn los und richtet den Oberkörper auf. Was sie dann tut, lässt meinen Mund sprachlos offen stehen. Sie packt ihre Brüste mit beiden Händen und presst sie links und rechts an meinen Schwanz. Konzentriert runzelt sie die Stirn und fährt sich mit der Zunge über die Lippen, während sie ihren Oberkörper auf und ab bewegt, um meinen Penis mit ihren festen Brüsten zu wichsen. Wow… wenn sie so weiter macht, kommt sie trotz ihrer Mühen nicht mehr zum Zug… Ich halte die Luft an, damit ich nicht die Kontrolle verliere, doch ich kann ein gepresstes Stöhnen nicht unterdrücken.

Sie grinst verschlagen und steht auf, um mich rücklings aufs Bett zu drücken. Ich tue ihr den Gefallen und beobachte sie dabei, wie sie über mich krabbelt und ihre Zunge einmal komplett von meinem Unterbauch über die Brust hinauf an meinen Hals gleiten lässt. An meinem Ohr angekommen flüstert sie nur: „Kondom?“

Oh ja, da war was. Ich deute auf die Schublade im Nachtkästchen und sie muss nicht lange kramen. Sie stutzt, dann breitet sich ein verstohlenes Lächeln auf ihrem Gesicht aus, als sie nicht nur einen Gummi, sondern auch eine Augenbinde in der Hand hält. Sie scheint kurz zu überlegen, aber dann lässt sie die Augenbinde fallen und wendet sich wieder meinem Freund zu. Mit wenigen Handgriffen hat sie mir das Kondom übergestreift und positioniert sich über mir. Ihre Hände legen sich auf meine Brust und meinem Hals entwischt ein langgezogenes Knurren, als sie sich genüsslich auf meinen Schwanz sinken lässt. Sie verharrt. Ihre Augen schließen sich und sie atmet tief durch. „Oh ja…“

Als sie sich an das Gefühl gewöhnt hat, beginnt sie mich zu reiten. Wie von selbst wandern meine Hände zielstrebig zu ihren Brüsten. Ich kann mich gar nicht satt fühlen an der weichen, weißen Haut. Verdammt ist die Frau scharf! Als sie sich mir entgegenbeugt, fällt mir eine lose Strähne ihres Haars ins Gesicht. Es ist ein spontaner Impuls, in dem ich mich aufrichte und sie keucht leise, als ich ihren Zopf packe und ihr den Kopf in den Nacken ziehe. Ich lasse meine Lippen über ihren Hals gleiten, hinunter zu ihren Nippeln. Mit einer Hand massiere ich ihre linke Brust, während ich über die rechte lecke und an ihrer Brustwarze sauge. Ihre Fingernägel graben sich in mein Schultern. Ahrg, du Hexe, das war fest! Ich packe sie an der Hüfte und rolle sie auf den Rücken, dann greife ich nach ihren Handgelenken und presse sie links und rechts neben ihrem Kopf in das Kissen.

„Kratzen ist tabu, kleine Furie!“

Sie grinst nur und wehrt sich halbherzig. Dafür stoße ich einmal fest in sie. Der Lustschrei, den sie von sich gibt, beweist, dass sie genau darauf gewartet hat. Dann soll sie es kriegen. Als ich wieder zustoße, schlingt sie die Beine um meine Hüfte und zieht mich noch tiefer in sich. „Nimm mich, nimm mich hart!“

Den Gefallen tue ich ihr nur zu gerne. Ich ramme meinen Schwanz in sie, hart und tief, und sie schließt die Augen und öffnet den Mund zu einem Stöhnen, das lauter wird, je schneller und härter ich sie ficke. Sie kriegt gar nicht genug davon und ich auch nicht. Der Alkohol wird zu meinem Verbündeten, denn er sorgt dafür, dass ich nicht sofort explodiere. Sie keucht und reißt die Augen auf. „Von hinten!“

Oh Babe, das sind Zauberworte, die du da sprichst. Ich ziehe mich aus ihr zurück, nur um sie herumzuwerfen, ihren Arsch hochzuziehen und sofort wieder in ihre nasse Öffnung einzudringen. Sie winselt plötzlich und strebt von mir weg. „Fuck! Du bist riesig!“

Shit, schlechtes Gewissen. Das war wohl zu fest. Ich lasse es langsamer angehen und taste mich in ihr vor, aber sofort kommt sie mir wieder entschlossen entgegen. „Fick mich, bitte!“

Wenn sie so weiter macht, dauert das hier nicht mehr lange. Sie streckt den Arsch hoch, drückt das Gesicht in das Kissen und stemmt die Hände gegen das Kopfteil des Bettes, damit ihr kein Zentimeter entgeht. Ich kann spüren, wie meine Stöße ihre inneren Grenzen ausloten, aber die heißen Schreie aus ihrem Mund sind pure Lust. Ich sehe, wie meine Hand auf ihren Hintern klatscht und bereue es fast im gleichen Moment, aber sie wirft den Kopf in den Nacken und ein heiseres „JA!!“ verscheucht das Bedauern. Sie will es… also schlage ich nochmal zu. Fuck, was hab ich hier aufgegabelt? Diese Frau ist der Wahns---

OH GOTT!! Ich platze fast, als ich in ihr komme und mich auf ihren Rücken lehne. Sie lässt sich von mir flach in die Matratze drücken und spannt die Muskeln in ihrem Unterleib rhythmisch an, als wollte sie mich leermelken. Mit einem Seufzen lässt sie schließlich locker und ein zufriedenes Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. „Das war der Hammer!“

Ich nicke nur stumm an ihrer Schulter. Zu Worten bin ich nicht mehr fähig. Statt dessen schiebe ich eine Hand unter ihren Körper und taste nach ihrer Klitoris. Doch sie hält meinen Arm fest und schüttelt den Kopf.

Dann eben nicht. Ich ziehe mich langsam aus ihr zurück. Im Bad entsorge ich das Kondom und als ich zurück komme, betrachte ich sie für einen Moment, wie sie da auf dem Bauch liegt. Sie sieht erschöpft aus und befriedigt. Sie öffnet ein Auge und als sie mich stumm an die Tür gelehnt dastehen sieht, zieht sie die falschen Schlüsse.

Sie wühlt sich aus dem Bett und schnappt nach ihren Klamotten.

„Hey, langsam! Du musst nicht gehen.“

Misstrauisch sieht sie mich über die Schultern an. Es ist ein bisschen lustig, wie sie halb gebückt erstarrt ist, die Jeans gerade in die Kniekehlen gezogen.

Was ist plötzlich in sie gefahren? Phänomenaler Sex und jetzt will sie aufspringen und flüchten? „Du kannst hier schlafen. Wenn du willst.“

Immer noch sagt sie nichts.

„Ich fände es schön…“, schiebe ich hinterher. Das entspricht sogar der Wahrheit. Wenn sie jetzt abhaut, kriege ich sie nie wieder zu Gesicht. Und wenn dieser One-Night-Stand schon dermaßen heiß war, will ich wissen, wohin Sex mit ihr noch führen könnte. Außerdem… sie steht auf Fesseln… ich will nicht, dass sie geht. Zumindest nicht, ohne mir ihre Nummer zu geben.

Zögernd lässt sie die Jeans sinken, zieht sich jedoch den Slip wieder an. „Okay… Ich dachte nur… Aber nur, wenn es echt kein Problem ist.“

Ich schüttle den Kopf. „Ich weiß was du dachtest. Vergiss es. Ich lasse dich ganz bestimmt nicht mitten in der Nacht allein nach Hause fahren. Willst du ein Shirt?“

Sie nickt langsam. Immer noch dieser Funke Misstrauen in ihren Augen. Sie beobachtet mich, wie ich ihr eines meiner T-Shirts aus dem Schrank hole, und setzt sich an die Bettkante. „Sorry, dass ich so… fordernd war. Aber ich hatte es dringend nötig.“

Ich stocke. Sie ist eindeutig anders. Ich habe noch nie eine Frau die Worte „dringend nötig“ sagen hören, zumindest nicht mit Bezug auf sich selbst. Mit einem belustigten Grinsen drehe ich mich zu ihr um. „Du entschuldigst dich allen Ernstes?“

„Naja… Ja.“

Ich werfe ihr das Shirt zu und schlüpfe unter die Decke. Sie sitzt nach wie vor in Fluchthaltung auf der Kante.

„Um nichts auf der Welt hätte ich diese scharfe Nummer verpassen wollen! Gott sei Dank warst du so fordernd.“

Ihre Körperhaltung entspannt sich und nachdem sie sich das T-Shirt übergestreift hat, schwingt sie die Beine aufs Bett. „Dann bin ich ja froh. Ich nämlich auch nicht.“ Mit einem Grinsen lässt sie den Kopf ins Kissen sinken.

Ich habe das Bedürfnis, den Arm unter ihren Nacken zu schieben, doch ihr bisheriges Verhalten sagt mir, dass das wohl ein No-Go wäre. Also drehe ich mich nur auf die Seite und lächle sie an. „Ich würde das gern wieder-„

Aber sie ist schon eingeschlafen.

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Mein Handy weckt mich unsanft. Lauras Name blinkt mich wütend an und ich werfe einen Blick auf den Wecker, bevor ich rangehe. Oh scheiße… ich hatte versprochen sie vor zwei Stunden abzuholen. Panisch rapple ich mich auf und muss kurz innehalten, als ein Feuerwerk in meinem Kopf explodiert. Dann gehe ich ran, um die nächste Runde von Schmerz über mein Hirn ergehen zu lassen. Aber sie ist gar nicht so sauer wie erwartet. Als ich aufgelegt habe, frage ich mich, was gerade falsch ist.

Dann fällt mein Blick auf das leere Kissen neben mir. Kein Kleiderhaufen. Keine Furie. Fuck.

Sie hat sich davongestohlen. Das darf ja wohl nicht wahr sein! Ich hätte sie gestern noch nach ihrem Namen fragen sollen…

Wütend und enttäuscht schäle ich mich aus dem Bett und kippe mir einen halben Liter Wasser und zwei Aspirin in den Hals, bevor ich mich anziehe und losfahre.

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Als ich ins Hotelzimmer komme, feixt Katha mir schon entgegen. „Naaaa, welche Pussy hat sich denn da letzte Nacht noch einen rolligen Kater gesucht?“

Sie hat ein unglaubliches Talent, den Dingen hässliche Namen zu geben. „Ich, Katha. Ich war das. Und du auch, wenn ich mich recht erinnere.“

Ihr dickes Grinsen spricht Bände. Da ich ihren ‚rolligen Kater‘ nirgends entdecke, ziehe ich meine Sexklamotten aus und werfe sie neben meine Kampftragetasche. „Bin duschen.“

Kathas gackerndes Lachen verfolgt mich bis ins Bad, wo ich das heiße Wasser aufdrehe und einen Blick in den Spiegel werfe. Verschmierte Maskara, dicke Ringe unter den Augen und aschgrau im Gesicht. Zum Glück hat mein „Kater“ mich so nicht mehr gesehen, sonst wäre ihm wohl ein fahler Nachgeschmack von der scharfen Nummer geblieben.

Als ich mich in die luxuriöse Badewanne gleiten lasse, fühle ich ein leichtes Brennen auf dem Hintern. Die Erinnerungen von letzter Nacht flammen auf. Seine Hände, seine Klapse… Hmmmm. Ich schließe die Augen und lasse die Finger zwischen meine Beine rutschen. Doch der Versuch, die Erinnerung noch ein wenig auszukosten, wird von meiner lieben Freundin unterbunden, die ohne jeglichen Respekt für Privatsphäre ins Bad platzt. „Und?“

Ich funkle sie erbost an. „Was und?“

Katha breitet die Arme aus. „Na, wie war er?“

Nun ist es an mir, ein Grinsen für sich sprechen zu lassen. Sie klatscht erfreut in die Hände. „Ja, bei mir war es auch phänomenal!“ Aufgekratzt hüpft sie einmal im Kreis, dann lässt sie sich auf dem Wannenrand nieder. Ganz ehrlich, wie kindisch kann man sich aufführen?

„Details, meine Liebe, ich will Details!“, ruft sie und wirft die Arme in die Luft.

Ich zeige ihr einen herzhaften Vogel, der ihr wieder dieses mädchenhafte Gackern entlockt.

Sie zieht einen Schmollmund. „Och komm schoooon…“

„Nein! Also echt… Komm mal wieder runter!“

Sie wirft mir eine Handvoll Schaum ins Gesicht und ich verteidige mich mit einem kräftigen Schwall Wasser, der ihr Shirt durchweicht. Quietschend springt sie auf und zerrt sich die Klamotten vom Leib. Ich weiß, dass jetzt nicht mehr viel fehlt, damit sie zu mir in die Wanne springt, also mache ich schon mal vorsorglich Platz. „Wenn du unbedingt Details haben willst, dann höre Folgendes, Schwester: Er war heiß. Unglaublich heiß! Und er war tätowiert…“

Sie macht große Augen und … ja. Schon sitzt sie mir gegenüber im Wasser. „Was für Tattoos?“

Ich versuche mich zu erinnern und zuerst fällt mir natürlich das große Tribal ein, das sich von seinem Rücken über die Schulter bis auf Brust und Bauch erstreckt. Keine Beschreibung würde diesem Kunstwerk von Farbe und Muskeln gerecht werden, also behalte ich es für mich. „Er hatte einen Stacheldraht auf dem Bizeps, an dem eisernes Kreuz hing. Und unter seinem Arm waren zwei Daten eintätowiert, aber frag mich nicht was die bedeuten, ich hab nur die Hälfte gesehen.“

Sie runzelt die Stirn und legt mit ernstem Gesicht den Kopf schief. „Hatte, hing, waren? Ist er nach dem Orgasmus gestorben?“

Sofort prusten wir beide los und ich schubse einen neuen Schwall Wasser in ihre Richtung. „Du bist so blöd!“

„Wer weiß, vielleicht bist du eine schwarze Witwe! Ich habe noch keinen einzigen deiner Lover je zu Gesicht bekommen! Naja… außer-“

„Halt.“ Ich hebe warnend die Hand. „Erwähne niemals – NIEMALS- wieder den Namen, der dir gerade auf der Zunge liegt.“

Sie schluckt und beißt sich auf die Lippe, dann fängt sie sich nach einigen Sekunden und grinst wieder. „Okay. Aber im Ernst: Wieso die Vergangenheitsform? Willst du deinen tätowierten Hengst nicht wiedersehen?“

Ich zucke mit den Schultern. „Keine Ahnung. Ich weiß ja zumindest wo er wohnt und werde eine Weile hier in der Gegend bleiben. Wenn es also wiedermal eine ernste Dürreperiode geben sollte…“

Katha lacht schallend. „An dir ist echt ein Kerl verloren gegangen, weißt du das?“

Wir liefern uns eine erbitterte Wasserschlacht, bis die Wanne leer und der geflieste Boden überschwemmt ist.

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Am Abend ist Katha nach Hause gefahren und ich bin allein im Hotelzimmer. Im Kopf gehe ich noch einmal mein Gepäck durch, auch wenn es jetzt zu spät wäre, hätte ich etwas am alten Standort vergessen. Ich denke, dass ich alles beisammen habe, also nutze ich die Gelegenheit des voll ausgestatteten Hotel-Spas. Zwei Stunden auf dem Crosstrainer sind genau das Richtige, um meine Muskeln zu ermüden und meinen Kopf zu leeren. Danach lasse ich mich im Wellnessbereich von einer kleinen Thailänderin durchkneten, die nicht an Grausamkeit spart, bevor ich zurück aufs Zimmer gehe und erschöpft und entspannt ins Bett falle.

Das Gesicht des „tätowierten Katers“ taucht vor meinem geistigen Auge auf. Diesen Namen wird er wohl in meiner Erinnerung nicht mehr loswerden. Der Name gefällt mir. Katha ist manchmal doch gar nicht so schlecht mit ihren Wortkreationen… Ich konzentriere mich auf die Gedanken an ihn, versuche noch einmal, das Gefühl seiner Hände heraufzubeschwören. Vielleicht hätte ich ihm doch meine Handynummer dalassen sollen… Doch gerade als ich mich in der Fantasie von seinem großen, harten Schwanz in mir verlieren will, döse ich ein.

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Ein Montagmorgen, wie er im Buche steht. Ich wache nach einer miesen Nacht mit Kopfschmerzen auf. Als ich den Fuß mit zwanghaftem Elan aus dem Bett schwinge, trete ich in meine Gürtelschnalle und der laute Fluch weckt mit Sicherheit Laura an ihrem ersten Urlaubstag, wofür ich wahrscheinlich später noch büßen werde.

Benommen schleppe ich mich ins Bad. Mein Spiegelbild verhöhnt mich, während ich mich rasiere und mich – natürlich – gepflegt schneide. Also humple ich in die Küche, finde kein Pflaster und muss mir stattdessen ein verknittertes Geschirrtuch auf den Schnitt drücken. Noch etwas, das Laura beim Waschen überaus freuen wird.

Nachdem ich meine Uniform angezogen, mich in die Stiefel gezwängt habe und auf dem Hof vom entlaufenen Nachbars-Kampfhund angekläfft werde, springt mein Auto nicht an. Ich liebe meinen Audi 80 von Herzen, aber heute fängt er sich einen deftigen Faustschlag aufs Armaturenbrett ein. Nach ewigem Gurgeln und einer Fehlzündung läuft die Karre endlich und es steht fest, dass ich die Nacht in der Kaserne verbringen werde, da Laura mir den Hals umdreht, sobald ich heim komme.

Auf dem Weg zur Arbeit bin ich angenehm überrascht, dass mir niemand vors Auto läuft. An der Wache steht aber selbstverständlich ein Neuling und ich muss meinen Dienstausweis rauskramen, bevor ich passieren kann. Mein Parkplatz vor dem Block ist wenigstens frei.

Ich schließe mein Büro auf und werfe meine Tasche auf den Schreibtisch. Während ich den PC hochfahre, der gefühlte zwanzig Minuten braucht, bis ich mein Passwort eingeben kann, kratze ich mich gedankenverloren am Hals und sofort trieft mir das Blut von dem elenden Schnitt über die Finger und in den Kragen. Mit letzter Kraft kann ich mich davon abhalten, die leere Kaffeetasse an die Wand zu schleudern. Zumindest finde ich im Spind ein Pflaster, das ich mir an den Hals klebe, bevor ich eine frische Uniformjacke anziehe.

„Wow, siehst du scheiße aus!“ Mein Stuffz steht in der Tür und schüttelt belustigt den Kopf.

Ich funkle ihn wütend an.

Er grinst. „Entschuldigung. Ich korrigiere: Wow, sehen Sie scheiße aus, Herr Leutnant.“

Wortlos lasse ich mich auf meinen Schreibtischstuhl fallen und fahre mir mit der Hand durchs Gesicht.

„Wenn ich gewusst hätte, dass dich ein Abend in der Disko so mitnimmt, hätt ich dich nicht dazu überredet.“

„Mach wenigstens die Tür zu, du Vollidiot.“

Er seufzt, schließt die Bürotür und fläzt sich auf die Couch. Dann schlägt er die Beine übereinander und setzt wieder das dümmliche Grinsen auf. „Hat es sich wenigstens gelohnt?“

Ich knurre nur und wünsche mir in diesem Moment, dass wir uns nicht schon seit Jahren kennen würden und ich ihm für seine blöden Sprüche einen ordentlichen Einlauf verpassen könnte.

„Komm schon, war es so schrecklich? Die Kleine sah doch ganz annehmbar aus.“

Das ist der Punkt, an dem ich tatsächlich mit der Tasse werfe. Er fängt sie lachend auf und anstatt sich mit einem anderen Geschoss zu rächen, steht er auf und fängt an, Kaffee zu kochen.

„Punkt eins: Ich bin nicht wegen der Disko so kaputt. Ich habe nur schlecht geschlafen. Punkt zwei: Es war dein Geburtstag, also stand es gar nicht zur Debatte, nicht mitzukommen. Punkt drei: Nein.“

Er dreht sich zu mir um und zieht die Augenbraue hoch. „Nein?“

Ich grinse. „Nein, es war nicht schlecht. Und NEIN, ich werde dir keine Einzelheiten erzählen.“

Mit einem grollenden Lachen verschüttet er die Hälfte des Kaffeepulvers, das er gerade in den Filter balancieren wollte. „Nicht schlecht? Heißt das, es war gut?“

„Mehr als gut“, murmle ich. Er hat es gehört und wirft gratulierend den Löffel nach mir.

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Im Laufe des Mittags kehren dank unzähliger Tassen Kaffee meine Lebensgeister zurück. Der Dienst verläuft ereignislos und ich kann ungestört meine Arbeit machen. Als ich schließlich zum Kompaniechef beordert werde, fürchte ich schon irgendeine Katastrophe, aber er gibt mir nur ein paar organisatorische Befehle vom Stab weiter, bevor er mir die inzwischen neunte oder zehnte Tasse Kaffee an diesem Tag anbietet und wir einfach nur entspannt reden, denn die Arbeit ist für heute getan.

Er schmunzelt gerade über eine Anekdote aus meinem letzten Lehrgang, als es klopft.

„Herein!“

Eine Frau im Dienstanzug betritt das Büro und der Hauptmann und ich stehen auf. Sie salutiert und im gleichen Augenblick fällt mir mein Magen in die Kniekehlen.

„Herr Hauptmann, Unteroffizier Schwarz, melde mich wie befohlen zum Dienstantritt.“

Aus dem Augenwinkel nehme ich wahr, wie der Kompaniechef grüßt, ich tue es ihm gleich, völlig automatisch. Dann sammle ich mit Mühe und Not meine Gesichtszüge.

Da steht sie. Die Furie. Die Haare unter dem Barett zu einem straffen Knoten gebunden, die Körperhaltung gespannt und tadellos, im grauen Diener und polierten schwarzen Stiefeln.

Der Hauptmann lächelt sie freundlich an. „Willkommen in Hammelburg, Unteroffizier Schwarz. Ich darf vorstellen: Leutnant von den Hainen, Ihr neuer Zugführer.“

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Kommentare

Also von mir gibts kein Abzüge in der B-Note ;-)
Wunderbar erzählt, sehr sexy. Ich persönlich würde die Geschichte ohne Fortsetzung so stehen lassen wie sie ist, denn sie ist perfekt - aber das ist mein ganz persönliches Empfinden und sicherlich meiner Vorliebe für Kurzgeschichten geschuldet.

die geschichte ist der hammer. an manchen stellen denke ich, du schreibst über mich. es ist wirklich was ganz anderes als "grober sand", aber auch wunderschön geschrieben. nur bin ich mir auch nicht schlüssig, ob ich eine fortsetzung will oder nicht. da du das ganze aber als mehrteiler geplant hast, lass ich mich einfach mal überraschen.

für die Geschichte. Ich könnte einen Schluss an dieser Stelle akzeptieren, würde aber eine Fortsetzung vorziehen.
Die Geschichte gefällt mir aufgrund der Sprache und Handlung sehr gut, die Sprache der Protagonistin ist klar und schnörkellos, ich finde das passt.

sehr schön geschrieben...lass mich überraschen ob es noch weitere Teile gibt...

Ich habe nicht erwartet, so schnell etwas Neues von Dir lesen zu können, Loreley.

Eine vollkommen andere Stimmung zu "Grober Sand" bietest du dar, und ich finde das ist Dir gut gelungen. Es wird spannend zu beobachten ob Du das beibehalten kannst. Ich bin kein Schreiberling, stelle mir aber vor, dass gerade das Beschreiben unterschiedlicher (!), realistischer(!) Stimmungen und Gefühlsebenen, das Schaffen anderer Handlungsebenen( bin mal wieder nicht sicher, ob es das was ich sagen will auch ausdrückt) sehr schwierig ist.

Wie schon andere Kommentatoren finde auch ich, dass dies durchaus eine abgeschlossene Geschichte hätte sein können. Bei "Grober Sand"  war das nach dem ersten Teil genauso, dann wurde ich aber förmlich überwältigt von dem was folgte. Da Du hier ja schon diverse Fäden verlockend hast "rumliegen lassen" bin ich äußerst gespannt, ob Du mich wieder so fesseln kannst.

 

bell

... mehr davon!

Nach Jahren des Nur-Mitlesens habe ich mich doch extra für diesen Kommentar hier angemeldet! Eine richtig runde Geschichte, in sich schlüssig. Da stimme ich mit den Vorrednern überein.

 

Allerdings schreit die Geschichte nach einer Fortsetzung, zumindest meiner Meinung nach. Die neue Wendung läßt so viel Platz...

 

Bin sehr gespannt!

Karin

In reply to by Karin

Das ist doch das größte Kompliment, wenn jemand - wie du - sich extra anmeldet, um einen Kommentar zu hinterlassen. Genau so hat auch mein Einstand hier ausgesehen. Vielen Dank!

... oha. Infrantieschule für Fallschirm- und Gebirgsjäger, jedesmal war es das früher mal. Aber Loreley-Geschichten sind ja sowieso eher nicht mit Warmduschern bevölkert, jedenfalls rechnet man nicht damit  ;-)

Sehr ungewöhnlich der Perspektivwechsel aber sehr gelungen. Könnte dein Markenzeichen werden.

 

 

In reply to by Borderl1ne

Die Infantilschule ist noch da und Teile des 1. Jägerregiments. Dass die Jäger da tatsächlich so viel Jagdinstinkt haben, hätte ich aber nicht gedacht ;)

die ich von Dir lese und werde Dich nun zu meinen Favoriten dazutun. Kann auch hier leider nur 6 Sternchen geben. Ich lese hier von gerne noch mehr, auch wenn diese Geschichte an sich schon einfach toll ist. Hast einen neuen Fan. :-)

LG yuna

Also wird es so schnell keine Dürreperiode geben bei ihr oder ist es nicht Gestattet das sich Zugführer und Uffz Privat Treffen und Sex haben?

Die Gedankengänge der Beiden hast du echt gut hinbekommen ich mußte echt bei manchen Passagen grinsen so witzig war die Situationskomik Zeitweise.

Ich bin ja Gespannt wie es sich zwischen der Furie dem Idioten Weiterentwickelt.

oooh scheiße ist das gut geschrieben *O*
sie hat auch fast den gleichen charakter wie ich, das hat mich echt stutzen lassen...

aber jetzt brauche ich erstmal.....
*kopfschüttel*

ich freue mich schon riichtig auf den nächsten teil :3

beste grüße, vi

Danke liebe Loreley!

Duhast es mal wieder geschafft mich zu bezaubern. Du weckst Erinnerungen, die nun 15 Jahre alt sind. Soähnlich lernte ich den Mann meines Lebens kennen. Doch bitt lass die Geschichte nich so brutal werden wie Grober Sand. Danke!

ganz toll, super, wunderbar. Fortsetzung oder nicht, ich kann mich den anderen Kommentatoren nur anschliessen.

... aber auch nach vier Monaten komm mir hier nicht die Story von den Fingern, auf die ich hinausgeplant hatte, also beende ich das Ganze vorläufig als unbeabsichtigte Kurzgeschichte. Vielleicht ergibt sich in Zukunft noch eine Fortsetzung; bis dahin wird umgetaggt.

Ich schäme mich gebührend.

Danke und *so sorry*

Loreley

Schade ist es, dass dich die Muse nicht so küssen möchte, wie du es für diese feine Geschichte bräuchtest. Zur Strafe würde ich sie jetzt ein paar Stunden um den Block maschieren lassen ;-)

Ich hoffe sehr, du findest doch noch den guten Ansatz, um aus der jetzt Einzel- wieder eine Fortsetzungsgeschichte zu machen.

Aber ein paar Flöckchen Asche möchte ich dir dennoch aufs Haupt streuen - zum grauen Diener trägt man nur dann Stiefel, wenn man auf unebenen Gelände unterwegs ist - ansonsten gehören die schwarzen Halbschuhe drunter. Und die (Kampf-) Stiefel werden NICHT poliert ... die werden geschwärzt !

In reply to by Stanley Ipkiss

Außerdem darf man Vertrauen in die deutschen Ingenieure haben, die Kaserne wird nicht einstürzen. Also braucht man kein schützendes Barett im Gebäue.

Sowas kommt von schlampiger (=fehlender) Recherche. ;)

ist trotz des anderen Settings unverkennbar. Das finde ich wunderbar, denn ich mag die lakonische, distanziert/reflektierte Art, wie Du schreibst. Jammerschade, dass der verheißungsvolle Anfang zu einer Kurzgeschichte geändert wurde. Ich bin daher gespannt auf Deine nächste(n) Idee(n).

Ich habe die Geschichte bereits mehrfach gelesen, aber immer wieder reißt sie mich mit! Die ungezügelte Leidenschaft, mit der die Beiden übereinander herfallen, ist wahnsinnig gut beschrieben. Und das Ende verspricht eine prickelnde Zusammenarbeit.

Ja, ich kann Deine Geschichten immer wieder lesen! Auch Grober Sand gehört zu meinen Lieblingen. Aber natürlich freue ich mich auch über Neues! Danke, Loreley!