Jennifer (Teil 2) Die Ankunft

 

Vorwort zu Jennifer - Teil 2

Ich möchte mich bei Euch für die tollen und konstruktiven Kommentare und Nachrichten zum ersten Teil bedanken. Ich hoffe, Ihr findet auch am zweiten Teil viel Gefallen. Auch bei dieser, meiner zweiten Veröffentlichung bitte ich um möglichst konstruktive Kritik.

Ich veröffentliche diese Geschichte unter der Creative Commons License CC-BY-NC-SA in der Version 3.0. Dies bedeutet, dass diese Geschichte, unter Verweis und Verknüpfung auf mein Original durch Dritte bearbeitet und veröffentlicht werden darf, solange diese damit keine Gewinne erwirtschaften und das daraus resultierende Werk in gleicher Weise veröffentlicht wird.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen (und, wer mag, Überarbeiten)!

 

Jennifer (Teil 2) Die Ankunft

Ich weiß nicht, wie lange wir schon fahren. Da ich mich in New York nun überhaupt nicht auskenne, habe ich auch keine Vorstellung davon, wo wir eigentlich hinfahren. Immer wieder lese ich den Brief von Jennifer. Wir hatten eigentlich vereinbart, dass sie mich am Flughafen abholen würde, und in der letzten Skype-Sitzung hatte sie mir doch auch gesagt, dass sie mich unbedingt selbst abholen möchte. So bleibt mir nur zu spekulieren, was sie daran gehindert haben mag.

Als mein Blick auf mein Handy wandert, um herauszufinden, wie lange wir nun schon unterwegs sind, stelle ich fest, dass die Uhrzeit immer noch auf mitteleuropäische Zeit gestellt ist. Ich zögere einen Augenblick. "Ehm, Driver, could you pleasetell me, what time it is?" "Of course. It's 5:42 o'clock, Sir." "Thanks a lot."

Nachdem ich die Uhr neu gestellt habe, genieße ich den Ausblick. Immer noch bemüht, eine Vorstellung davon zu bekommen, wo ich eigentlich bin, registriere ich, wie wir auf eine Brücke fahren. Jetzt wird mir einiges klar. Offensichtlich fahren wir nach Manna-hata, so der ursprüngliche Name der Insel, auf der Nieuw Amsterdam gegründet wurde. Ich erkenne dies an diversen bekannteren Gebäuden, welche aus der Skyline herausragen. Allerdings weiß ich immer noch nicht genau, wo es hingehen wird.

Nach einigen, weiteren Minuten fahren wir in die Tiefgarage eines Wolkenkratzers. Der Fahrer parkt den Wagen und geleitet mich zu einem Fahrstuhl. Zielsicher drückt er den Knopf zu einer der oberen Etagen. Dort angekommen, lässt er mir den Vortritt. Etwas verunsichert schaue ich mich suchend um und erblicke einen Tresen. Ich halte auf diesen zu und stelle mich innerlich darauf ein, auf Englisch nach Jennifer zu fragen. Als jedoch eine Dame mittleren Alters aufsteht und mich direkt anspricht, bin ich etwas überrumpelt. „Welcome, Mister Tornow. How are you? Please follow me, Miss Bieden is expecting you.“ Ich frage mich, woher sie mich kennt oder woran sie mich erkannt hat. Bis mir dämmert, dass sie vermutlich gar nicht mich sondern den Fahrer erkannte und dann entsprechende Schlussfolgerungen zog.

Mit einer einladenden Handbewegung bedeutet sie mir, ihr zu folgen. Es geht einen kleinen Flur entlang, an dessen Ende sich eine große Flügeltür befindet. Auf beiden Seiten gehen diverse Büros ab. In das eine oder andere kann ich einen flüchtigen Blick werfen, da die Türen offenstehen, aber bei den meisten sind diese leider verschlossen. Sie stoppt plötzlich vor einer dieser Türen, fast am Ende des Ganges, wirft einen schnellen Blick hinein, um dann doch weiter auf das Ende zuzusteuern. Im Vorbeigehen sehe ich, dass sich hinter dieser Tür ein Besprechungsraum verbirgt. Sie klopft an die große Flügeltür. Keine Reaktion. Nach einigen Sekunden öffnet sie die Tür, und deutet mir, einzutreten.

Ich stehe plötzlich in einem riesigen Büro. Die bodentiefen Fenster bieten einen schlicht überwältigenden Ausblick über die Stadt. "Miss Bieden will be here in a few minutes. If you want to take a seat, please." Mit einer fließenden Bewegung deutet sie auf eine Sitzgruppe. Diese besteht aus drei schwarzen Ledersofas, welche um einen gläsernen Tisch arrangiert sind. Ich nehme also Platz. "Can I offer yousome thing to drink?" "No, thanks a lot." "If you need anything, don't hesitate to ask me." Mit diesen Worten verlässt sie den Raum und schließt die Flügeltür hinter sich.

Beinahe vollkommene Ruhe, nahezu nichts ist zu hören. Dies kann doch unmöglich Jennifers Büro sein. Ich bin verwirrt. Mein Blick wandert durch das Zimmer. Offenbar ist es in zwei Bereiche unterteilt. Der, von der Flügeltür aus gesehen, linke Bereich wird durch die Sitzgruppe dominiert. Auf der rechten Raumseite beherrscht ein schwerer großer Schreibtisch aus dunklem Holz das Bild. Dahinter steht ein schwarzer Ledersessel, bzw. ein einem Sessel sehr ähnlich sehender, Bürostuhl. Vor dem Schreibtisch stehen zwei kleinere Stühle. Mein Blick wandert weiter. Von diesem Zimmer aus gehen, neben der großen Flügeltür, noch drei weitere Türen ab. Eine davon scheint direkt zu dem Besprechungsraum, den ich vom Gang aus gesehen hatte, zu führen.

Ich warte. Die Zeit scheint nicht voranzuschreiten. Dies ist niemals das Büro von Jennifer. Mein Blick geht wieder auf die Uhr - noch keine zehn Minuten sind vergangen. Es hält mich jetzt nichts mehr auf meinem Platz. Ich schlendere zum Fenster. Gerade als ich begonnen habe, mir einen Überblick zu verschaffen, höre ich, wie eine Tür geschlossen wird. Ruckartig drehe ich mich in diese Richtung. "... it gives us the time we need to prepare it." Jennifer und die Frau vom Tresen stehen plötzlich im Raum. "Oh, sorry, Miss Bieden. I forgot Mister Tornow is here." "Thanks, Lisa, that's all for now. I want to be undisturbed under any circumstances in the next two hours." "Yes of course,Miss Bieden." Ohne eine weitere Reaktion abzuwarten, verlässt Lisa den Raum und schließt die Flügeltür hinter sich.

Ich stehe immer noch etwas perplex da. Jennifer legt die Unterlagen, die sie in der Hand hält, auf der Ecke ihres Schreibtisches ab. "Da bist Du ja endlich." Mit diesen Worten kommt sie freudestrahlend die sechs Meter auf mich zugestürmt. Erst unmittelbar vor mir stoppt sie, legt ihre Arme um meinen Hals und gibt mir einen langen und leidenschaftlichen Kuss. Als wir uns küssen, weiß ich, dass sich das Warten gelohnt hat. Die ganzen letzten Wochen, der Flug und die Müdigkeit, die mir in den Knochen steckt, sind wie weggeblasen. Dennoch lässt mich eine Frage nicht los.

Ich nehme Jennifers Hände von meinem Hals und halte sie fest. "Wo sind wir hier? Das ist doch unmöglich Dein Büro. Ich meine, selbst als Top-Beraterin hast du niemals so ein Büro." Verlegen sieht sie mich an. "Jan, ich muss Dir was sagen." Ihre Stimme klingt etwas bedrückt. "Ich hab Dir nicht die ganze Wahrheit über mich, genauer gesagt über meine Arbeit und meine Familie erzählt." "Stimmt, genau genommen hast Du mir gar nichts erzählt." Unweigerlich sinkt ihr Blick zu Boden.

Schlagartig nimmt sie ihren Kopf wieder hoch und sieht mich fast flehend an. "Ich wollte, dass Du mich kennenlernst, mich als Person, und nicht das, was ich geerbt habe." Dieser Erklärungsversuch wirft bei mir nur noch mehr Fragen auf. Ihre heftige Reaktion vermag ich einfach nicht einzuordnen. "Ich wollte Dir schon alles in Deutschland erklären, aber dann haben sie so plötzlich das Projekt abgebrochen und ich hatte keine Zeit mehr. Ich will es Dir in aller Ruhe erklären können und nicht..." Sie lässt ihren Kopf auf meine Brust sinken. "Kannst Du mir verzeihen?" Ihre Stimme, die sie gegen meine Brust haucht, klingt jetzt kraftlos, fast resigniert.

Ich halte sie einfach nur noch fest. "Jennifer, ich ... ich glaube nicht, dass es etwas zu verzeihen gibt. Aber ich verstehe es einfach nicht." Wieder sieht sie mich mit ihren herrlichen blauen Augen an. "Ich erkläre es Dir beim Essen, ok?" Ich nicke nur. Wir bleiben noch einige Minuten eng umschlungen stehen. "Ich habe Dich soooo vermisst, Jan." Gerade als ich dachte, so könnte ich ewig stehen bleiben, löst sie sich von mir.

Verdutzt schaue ich ihr zu, wie sie einen Schritt zurück geht und sich langsam auf den Boden kniet. Als sie ihre Beine gespreizt hat und ihre Hände mit den Handflächen nach oben auf ihren Oberschenkeln zum Liegen gekommen sind, spricht sie mich in einer demütigen Tonlage erneut an. "Herr Tornow, ich weiß, dass es ein Fehler war, Ihnen nicht von Anfang an die volle Wahrheit gesagt zu haben. Ihrer Sklavin ist bewusst, dass dieses Vergehen eine schwere Strafe zur Folge haben wird." Ich brauche einen Moment, um die Situation zu erfassen und mich zu sammeln. Ich stelle mich unmittelbar vor sie. "Ja, da hast Du recht, Sklavin. Du hast Strafe verdient. Aber Du bekommst diese und die damit einhergehende Erlösung erst, nachdem Du mir alles ausführlich erklärt hast." Sie wagt es nicht, sich zu regen. Deutlich erkenne ich, dass es sie ihre ganze Kraft kostet, so zu verharren.

Ich lege meinen Finger unter ihr Kinn, so dass sie mich ansehen muss. "Hab ich Dir beigebracht, so Deine Herrschaft zu begrüßen?", frage ich mit einem leicht spöttischen Unterton. Kaum, dass ich diesen Satz zu Ende gebracht habe, bekommt sie eine schallende Backpfeife. Ihr Kopf fliegt mit einiger Wucht zur Seite. Nachdem sie sich gefangen hat, stammelt sie: "Nein, mein Herr. Das haben Sie nicht, mein Herr." Sie beugt sich vor und beginnt mit keuchendem Atem, meine Schuhe zu küssen. "Warum nicht gleich so, Du Miststück?"

Ich muss etwas tun, andernfalls würde ich mich einfach auf sie stürzen, so geil hat sie mich binnen kürzester Zeit gemacht. Meine Erregung kann ich deutlich spüren und ich bin mir sicher, dass auch Jennifer sie bemerkt hat. Nein, nicht hier. Nicht, wo wir jederzeit gestört werden könnten. Nach einigen Momenten entziehe ich ihr meine Füße und setze mich auf eines der Sofas. Die Unsicherheit steht ihr ins Gesicht geschrieben. Dennoch bleibt sie starr und mit gesenktem Blick knien. "Komm her!" Der Anblick, den sie mir dabei bietet, ist einfach umwerfend. Diese Frau im dunklen Hosenanzug, mit streng zu einem Pferdeschwanz gebundenen Haaren, die jeden noch so cleveren Geschäftsmann in die Tasche stecken würde, kommt auf allen Vieren auf mich zugekrochen. Ein Blick auf ihr Dekolleté, den ich aus dieser Warte genießen kann, würde sicherlich auch bei diesem seinen Beitrag dazu leisten. Sie kniet sich zu meinen Füßen neben das Sofa und blickt mich erwartungsvoll an.

"Was hast Du für heute noch geplant? Wie hast Du gedacht, werden wir den heutigen Abend zusammen verbringen?" "Herr, Ihre Sklavin wird sich natürlich voll und ganz nach Ihren Wünschen richten." Ich warte, nichts passiert. Für diese Antwort bekommt sie die zweite Backpfeife. Sie weiß genau, dass dies nicht die Antwort war, die ich hören wollte. Dennoch verstehe ich, was sie mir sagen möchte. Ich weiß jetzt, dass, egal was sie geplant hatte, es ihr wirklich egal ist, was wir machen und wo wir sind. Hauptsache, wir sind zusammen. Ich streichele zärtlich ihre Wange. Die durch den Schlag erzeugte Wärme steigt in meine Hand. "Nun? Bekomme ich auch noch eine Antwort auf meine Frage?" "Ja, mein Herr. Ihre Sklavin dachte, mit Ihnen hier in der City essen zu gehen und dann nach Hause zu fahren, mein Herr." "Ich verstehe. Wann wolltest Du los?" "Herr, wir können jederzeit aufbrechen. Ihre Sklavin muss nur kurz dem Fahrer Bescheid geben und einen Termin verschieben." Sie schmiegt sich immer noch in meine Hand, als ich sie damit zu mir hoch ziehe. Ihr Blick ist jetzt erwartungsvoll und ich genehmige mir die Zeit, ihr Gesicht einen Moment gründlich zu studieren. "Dann los!" "Ja, mein Herr" Mit diesen Worten senkt sie erneut ihren Kopf zwischen meine Knie. Als ich mich gerade frage, was das werden soll, küsst sie erneut die Spitzen meiner Schuhe, kriecht dann ein Stück rückwärts und steht auf. Am Schreibtisch angekommen, drückt sie augenscheinlich einen Knopf. "Lisa, please call Ben, we will leave in a few minutes. Please arrange a new appointment with George Hammond for tomorrow ten o´clock." Ihre Stimme klingt jetzt wieder hart und selbstsicher. "I understand, Miss Bieden.", krächzt es aus einem Lautsprecher. Das ist es, was ich an Jennifer liebe, dass sie beides ist: die selbstbewusste Frau und meine devote Sub.

Sie legt ihren Kopf leicht schief. "Wollen wir?" Ich nicke und stehe auf. Als wir gemeinsam die große Flügeltür passieren, greift Jennifer nach meiner Hand. Erst kurz vor dem Tresen lässt sie diese wieder los und strafft sich sichtlich. Mir fällt auf, dass Lisa nicht wie von mir erwartet hinter dem Tresen sitzt. Erst als wir gemeinsam um die Ecke zu den Fahrstühlen biegen, sehe ich, dass sie in einer Fahrstuhltür steht und so verhindert, dass dieser wieder wegfährt. Als sich die Türen geschlossen haben und wir wieder allein sind, schmiegt sich Jennifer erneut an mich. "Es muss ja nicht gleich jeder wissen, dass Du mit der neuen Boss rummachst." Bei dem Blick, mit dem sie mich anhimmelt, sehe ich schnell ein, dass jede Diskussion Zeitverschwendung wäre. Sie, der neue Boss. Wieder stellen sich mir Fragen über Fragen. Aber immerhin ist dieser Satz ein erster Fetzen Licht, der diesen riesigen Koloss meiner Ungewissheit beleuchtet.

In der Tiefgarage angekommen, tritt wieder ganz die Businessfrau aus der Kabine. Zielsicher hält sie auf den Wagen zu, mit dem ich abgeholt wurde. Ben steht bereits neben der rechten hinteren Tür und hält diese auf. Ich habe einige Mühe, mitzukommen. Nicht nur, was das Folgen zum Wagen betrifft, sondern auch die mir bisher unbekannte Attitüde, die Jennifer an den Tag legt. "Go to LeBernardinin the 51st please." "Very well, Madam." Mein Englisch ist nicht gerade das Beste, aber offensichtlich lassen ihre Anweisungen kaum Spielraum für Fragen. Als Jennifer eingestiegen und auf die linke Seite durchgerutscht ist, setze ich mich zu ihr. Ben lässt die Tür ins Schloss fallen und begibt sich auf seinen Arbeitsplatz.

Fragend sehe ich sie an. „So, Du bist also der neue Boss. Aber wie kommst Du dazu? Ich meine, so was wird man doch nicht nebenbei.“ Doch statt einer Antwort sehe ich nur, wie sie einen Knopf in ihrer Armlehne betätigt, woraufhin eine verdunkelte Scheibe den vorderen Teil vom hinteren Teil der Fahrgastkabine trennt. "Jan, vertrau mir bitte. Ich werde Dir alles erklären." Gerade als ich ansetzen will, nachzuhaken, zieht sie mich zu einem Kuss an sich heran. Nach einer Weile kommt mein Kopf an ihrem zur Ruhe. Es ist diese Nähe, nach der ich mich in den letzten Wochen sosehr verzehrt habe.

"In den letzten Wochen hat sich bei mich so viel geändert. Ich will die Zeit mit Dir einfach nur genießen. Die neuen Aufgaben sind auch für mich nicht einfach. Umso mehr brauche ich Dich, Dich und Deinen Halt." „Ja, das verstehe ich, aber wie soll ich Dir helfen, wenn ich nicht weiß, was los ist?“ „Sei bitte einfach nur da, das ist es schon.“ Ich merke, wie wir beide uns langsam zu entspannenbeginnen. Es wundert mich doch, wie viel Verkehr noch auf den Straßen ist. Eigentlich kann man das hier nicht fahren nennen. Es ist eher ein Parken mit gelegentlichem Vorwärtsrollen. Dennoch haben diese seichten Bewegungen eine narkotisierende Eigenschaft. Als die Müdigkeit schlussendlich doch ihren Tribut fordert, kann ich dem nichts mehr entgegensetzen.

Als ich mit meinem Kopf auf Jennifers Schulter erwache, habe ich jegliches Zeitgefühl verloren. Ein Blick aus dem Fenster sagt mir, dass wir nicht allzu weit gekommen sein können. Noch immer sind wir von Wolkenkratzern umgeben und der Verkehr ist nach wie vor mehr als nur zähflüssig.

„Jan, wollen wir lieber nach Hause fahren? Ich habe sowieso keinen richtigen Hunger und Du kannst den Schlaf, glaube ich, dringend gebrauchen. So, wie ich Dich kenne, musst Du doch schon fast vierundzwanzig Stunden auf den Beinen sein und in Deutschland ist es fast zwei Uhr morgens.“ Ich nicke. „Du bist nicht sauer?“ Als Antwort erhalte ich einen Kuss.

Ihr geübter Griff geht zu einem vor uns eingelassenen Telefon. „Ben, take us back home, please, and call LeBernardin, that we will not come tonight.“ Einen Moment später legt sie wieder auf und der Fahrer versucht, die Spur zu wechseln. Zu meiner Überraschung geht es nach dem Richtungswechsel verhältnismäßig zügig voran. Wieder packt mich die Neugierde. „Also, wie bist Du zu diesem Chefposten gekommen?“ „Gut, ich erklär es Dir, aber vorher musst Du noch etwas anderes wissen.“ „OK?!“ Ihr Blick senkt sich für einen Moment. „Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, und mir ist klar, dass es komisch wirken muss, aber …“ Sie sammelt sich, hebt dann ihren Kopf und sieht mir fest in die Augen. „… aber Du musst wissen, dass ich noch bei meinen Eltern wohne.“

Kaum, dass sie diesen Satz ausgesprochen hat, entgleiten mir meine Gesichtszüge. Sie beeilt sich, schnell nachzubessern. „Ich habe schon mein eigene Wohnung. Das ist aber direkt neben der meine Eltern und so sehen wir uns fast jeden Tag. Aber heute Nacht sind wir ungestört, versprochen.“ Zugegebene rmaßen beruhigt mich das doch ziemlich. Es wäre der absolute Alptraum gewesen, wenn ich nach Wochen Jennifer endlich wiedersehen kann und dann ständig ihre Eltern um uns herum schwirren. „Sie möchten Dich sowieso kennenlernen. Aber ich denke, das können wir auch morgen machen.“ Ich nicke erleichtert.

Sie kuschelt sich an mich. „Weißt Du, sie sind eigentlich ganz lieb, aber Deine und ihre Welt sind so verschieden.“ Unweigerlich wandert meine Hand zu ihrem Kopf. Ich streichele zärtlich ihr Haar. Klar, die Kulturunterschiede zwischen Deutschland und den USA sind nicht zu unterschätzen, aber mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass es nicht darum geht. Sie schweigt ein Weilchen. „Wie meinst Du das?“ Nach einem tiefen Atemzug fährt sie fort. „Seit vier Generationen führt meine Familie unser Unternehmen. Angefangen hat alles mit einer kleinen Fabrik, inzwischen sind wir eine richtige Nummer in unserem Bereich.“ Sie setzt sich auf, um meine Reaktion zu sehen.

Ich glaube, ich bin einfach nur zu müde, um davon jetzt überrascht zu sein. Nach einem Moment, ich weiß nicht, was sie glaubt, erkannt zu haben, legt sie ihren Kopf wieder auf meine Brust. „Seit dem Tod meiner Großeltern gehören mir insgesamt 6,48%. Bis vor wenigen Wochen hat ein Nachlassverwalter für mich die Anteile gemanagt. Aber nachdem ich jetzt alle Bedingungen für die Erbe erfüllt habe, wird die Kontrolle darüber Stück für Stück auf mich übertragen.“ Gebannt lausche ich ihren Worten. „Seitdem ich wieder hier in den USA bin, habe ich nichts anders gemacht, als mich in diese neue Rolle einzuarbeiten. Es ist nicht so einfach, wie es von außen wirkt. Diese ganzen Erwartungen an mich, von meine Familie, von den Coworkers. Ich weiß nicht, ob ich das alles kann.“

Mit der Zeit haben wir immer mehr Fahrt aufgenommen. Die Gebäude, die an uns vorbeiziehen, werden fast unmerklich immer ländlicher. Zu beiden Seiten der Straße sind die so oft im Fernsehen gesehenen Einfamilienhäuser mit ihrem so typischen Rasen davor zu erkennen. Obwohl, wenn man genauer hinsieht, scheint es sich doch um eines der besseren Viertel zu handeln. Jennifer hebt wieder ihren Kopf von meiner Brust. „Oh, gleich sind wir da.“ Ja, das passt jetzt zusammen. Endlich mal etwas, das nicht noch mehr Fragen aufwirft. Aber warum hat sie so ein Geheimnis daraus gemacht? Glaubt sie, dass ich mit einer Unternehmerfamilie, die seit fünf Generationen ihren Betrieb führt, nicht zurechtkommen werde?

Und wieder überkommt mich ein mulmiges Gefühl. Ich hatte mich darauf eingestellt, dass wir jeden Moment in einer der Einfahrten zum Halten kommen werden, doch stattdessen fahren wir eine Straße entlang, die auf beiden Seiten augenscheinlich von einem dichten Wald und hohen Büschen gesäumt ist. Es dauert jedoch nicht allzu lange, bis wir vor einem Tor in einer Einfahrt stehen. Sie liegt unauffällig, ja fast ein bisschen versteckt, zwischen den unzähligen Bäumen und Sträuchern. In einem kleinen Häuschen sitzt ein Wachmann. Eine Sekunde lang mustert er uns mit grimmigem Gesicht, bevor er das Tor öffnet.

Es muss sich um eine dieser Gated Communities handeln, von denen man schon mal was gehört hat. Der Wagen fährt auf einer Straße, die gerade genug Platz für ein Fahrzeug bietet, einen Hügel hinauf. Erstaunlicherweise ist hier nichts mehr von einem Wald zu sehen, vielmehr handelt es sich um gut gepflegten Rasen, aufgelockert durch einige, ebenso gepflegte Sträucher. Nach einer Rechtskurve kommt eine riesige Villa ins Blickfeld. „Das ist das Haus meiner Eltern.“ An dem Weg, der zum Haupteingang führt, fahren wir vorbei. „Ich wohne dahinter. Da haben wir wenigstens unsere Ruhe. Es ist zwar nur der Pavillon, aber mir reicht er vollkommen.“ Bei dem Wort Pavillon macht sie mit den Fingern beider Hände Anführungszeichen. Mir wird schnell klar, dass es sich wahrscheinlich nicht um das handelt, woran ich denke, wenn ich diese Wort höre.

Wie sollte es auch anders sein, ich behalte recht. Einige hundert Meter hinter der Villa taucht ein zweites, zwar kleineres, aber nicht weniger imposantes Gebäude auf. „Jennifer, wie viele Familien leben hier?“ „Bitte?“ Sie sieht mich an, als würde ich von Marsmenschen reden. „Ich meine, wer wohnt hier alles?“ Ihr breites Grinsen trifft mich wie ein Schlag. Es wird mir klar, dass dies alles das Grundstück ihrer Eltern ist. So sind die nachfolgenden Worte auch beinahe überflüssig. „Neben meinen Eltern und meinem Bruder, leben hier noch der Gärtner, Ben, wenn er nicht bei seiner Familie ist, und zwei Hausmädchen. Und natürlich ich.“ Mir entgleisen zum zweiten Mal am heutigen Abend die Gesichtszüge. Zeitgleich kommt der Wagen zum Halten.

Ich kann das alles nicht fassen. Der Familienbetrieb scheint wesentlich mehr zu sein, als das mittelständische Unternehmen, das mir bei ihren Worten in den Sinn gekommen war. Ben hatte inzwischen seinen Arbeitsplatz verlassen, um die linke hintere Tür zu öffnen. Erst als er auch die rechte geöffnet hat, bin ich wieder soweit bei Sinnen, dass ich erkenne, dass Jennifer jetzt rechts neben mir steht und mich fragend ansieht. „Kommst Du?“ „Ehh …. Ja, natürlich.“ Sie führt mich ins Haus. Vor mir öffnet sich ein Raum, der sich über beide Etagen des Gebäudes erstreckt. Vor der Treppe nach oben ist eine kleine Sitzgruppe angeordnet, zur Linken und zur Rechten gehen Türen ab. Ich sehe mich in aller Ruhe um und lasse die strenge Kühle des Raumes auf mich wirken, bis Jennifer mit einem breiten Grinsen wieder in mein Blickfeld tritt. „Und? Gefällt es Dir?“ Ich weiß nicht, wie ich das alles einordnen soll. Unterdessen stellt Ben mein Gepäck zu besagter Sitzgruppe und wendet sich an Jennifer. „Do you needanything else, Mam?” „No, that's all for today, thanks. Have a nice evening.”

Nachdem Ben die Tür hinter sich geschlossen hat, kommt Jennifer den letzten Schritt auf mich zu, legt ihre Arme um mich und ihren Kopf leicht schief. „Soll ich Dir das Haus zeigen?“ Ich nicke geistesabwesend. Sie nimmt mich an die Hand und führt mich nach rechts durch die Tür. „Das ist die Küche.“ Wir stehen vor einem großen Block mitten im Raum. In diesem ist offensichtlich der Herd eingelassen und er bietet zudem einige Schränke. „Hier hinten ist die Essecke.“ Jennifer zieht mich weiter zu einem kreisförmigen Tisch, der locker Platz für sechs Personen bietet. „Und hier geht es durch zum Wohnzimmer.“ Wieder zieht sie mich durch eine Tür. „Sag mal, hast Du es irgendwie eilig, Große?“ Ihre Antwort besteht nur aus einem breiten Lächeln, das ich nicht so recht zu deuten weiß. Erst als sie weiter geht, bemerke ich die riesige Terrasse, die hinter dem Haus liegt. Der Raum ist L-Förmig geschnitten, wobei die Aussparung, die ihn zu einem Rechteck machen würde, den Platz für das Treppenhaus bildet. Neben einem riesigen Medienbereich, gibt es auch noch einen Kamin und einen Poolbillard-Tisch.

Wieder nimmt sie mich bei der Hand. „Komm mit, ich zeig Dir das Obergeschoss.“ Sie führt mich zu der anderen Tür des Raumes, durch die wir wieder in den Eingangsbereich gelangen. In übermütigen Schritten rennen wir regelrecht nach oben. Es geht gleich zur Linken. „Mein Schlafzimmer oder, besser jetzt, unser Schlafzimmer. Mit Ankleideraum und allem, was sich ein Mädchen wünscht.“ Sie führt mich in das Ankleidezimmer, das sozusagen hinter der Treppe liegt. Auf der anderen Seite befindet sich eine weitere Tür, durch die wir ins Badezimmer gelangen. Es ist riesig dimensioniert und mit allem erdenklichen Komfortausgestattet, den man sich nur wünschen kann.

Nachdem mir Jennifer einen kurzen Moment gegeben hat, mich umsehen zu können, legt sie wieder ihre Arme um mich. Mit strahlenden Augen sieht sie mich an. „Soll ich Dir das Beste zeigen?“ So richtig kann ich mir nicht vorstellen, was jetzt noch kommen könnte, also nicke ich. Daraufhin zieht sie mich durch die zweite Tür des Bades wieder ins Treppenhaus. Sie fliegt regelrecht die zwei Stockwerke hinunter. Drei, vielleicht viermal stolpert sie beinahe. Als ich endlich im Keller ankomme, wartete sie schon auf mich. „Komm mit.“ Erneut zieht sie mich durch eine Tür. Wir gehen durch einen Raum, in dem diverse Kisten abgestellt sind, aber auch einige Möbel, fein säuberlich mit Tüchern abgedeckt. „Was wollen wir im Keller?“ „Du wirst schon sehen, komm.“ Vor einer Tür bleibt sie stehen, so als ob sie zögern würde, hindurchzutreten.

Wenn mich mein Orientierungssinn nicht gänzlich täuscht, muss der Raum, der sich dahinter verbirgt, genau unter der Terrasse liegen. Sie öffnet die Tür. Zu meiner Überraschung befindet sich dahinter kein großer Raum, sondern eine Treppe, die mindestens noch eine Etage nach unten führt. Unten angekommen, eröffnet sich vor uns ein feuchter und relativ schmaler Gang. Die Beleuchtung, welche Jennifer einschaltet, gibt nicht gerade viel Licht ab, doch es reicht, um zu erkennen, dass dieser Gang, abgesehen von einigen Rohren, leer ist. Am Ende angekommen stehen wir vor einer schweren Stahltür. Jennifer kramt aus ihrer Hosentasche einen Schlüssel hervor und schließt damit die beiden Vorhängeschlösser auf. „Wo sind wir hier?“ „Das ist ein alter Luftschutzraum. Während des zweiten Weltkrieges haben ihn meine Urgroßeltern anlegen lassen. Sie wollten sich und ihre Kinder hier schützen, falls die Deut… ehm Nazis angreifen würden. Meine Großeltern haben ihn dann in den 60ern nochmals modernisieren lassen, sodass er auch einem indirekten Atomschlag standhalten konnte. Das war als die Atomraketen auf Cuba entdeckt wurden. Danach geriet er in Vergessenheit. Ich habe ihn dann beim Stöbern wiedergefunden und später …“ Sie zögert einen Augenblick. "… für meine Bedürfnisse hergerichtet.“

Sie löst die Verriegelungshebel und dreht so die Tür auf. Wir treten in einen kleinen, schmalen Raum. Man kann sehen, dass die gegenüberliegende Wand nachträglich eingebaut wurde. Von der Decke tropft es aus einem Duschkopf direkt in einen Bodenabfluss. Offensichtlich sollte dieser Raum nicht nur als Luftschleuse dienen, sondern auch für eine, zumindest rudimentäre, Dekontamination genutzt werden können. Während ich noch den Wassertropfen hinterher schaue, hat Jennifer bereits die zweite Tür, die identisch mit der ersten ist, geöffnet. Wir betreten einen Korridor, von dem links und rechts kleine Räume abgehen. Die ersten beiden haben keine Tür. In einem ist ein riesiger Stahltank, in dem Raum gegenüber sind an den Wänden nur leere Regale. "Das hier ist richtig cool. Wenn man will, kann man sich hier drin acht Wochen oder noch länger völlig von der Außenwelt abkapseln. Man müsste auf nichts verzichten. Man hätte genug Nahrungsmittel und ausreichend Wasser. Sogar ein eigenes Bad." Sie zeigt auf eine angelehnte Tür. Als ich sie aufschiebe, befindet sich dahinter tatsächlich ein Badezimmer mit allen Schikanen. Zumindest, wenn man den Stand der 60er Jahre berücksichtigt. "Es gibt hier sogar eine kleine Küche und diverse kleine Einzelzimmer." Die Türen zu den letzten beiden Räumen auf der linken Seite wurden durch Gittertüren ersetzt, sodass sie jetzt eher an Gefängniszellen erinnern. Die Räume dahinter sind nicht wirklich groß, ich schätze sie auf etwas mehr als zwei Meter Länge und drei Meter Breite. Am Ende des kleinen Flures befindet sich ein großer Raum. Die Deckenkonstruktion erinnert mich an einen Gewölbekeller, nur, dass die Abstände wesentlich größer sind. Getragen wird das Ganze durch einen massiven Pfeiler, der in der Mitte des Raumes steht.

Als ich mir das Interieur genauer ansehe, verschlägt es mir die Sprache. "Schon bevor ich zu meinem 18ten Geburtstag hier eingezogen bin, hatten meine beste Freundin Selena und ich beschlossen, hier unser Reich einzurichten. Zusammen mit unseren damaligen Freunden haben wir hier alles ausgeräumt und es uns gemütlich gemacht. Mit der Zeit hat sich das Ganze hier immer mehr zu unserem Spielparadies entwickelt. Wir haben hier schon etliche Stunden Spaß gehabt. Mal zu viert, mal je eine von uns nur mit unseren BoyBoys." Noch immer fehlen mir die Worte. Es hängen diverse Ketten von der Decke, an den Seiten, ebenso wie im Boden, bieten sich weitere Befestigungsmöglichkeiten. An den Wänden sind einige Kerzen und auch hin und wieder andere Spielzeuge zu finden. Im ganzen Raum sind diverse Sitzgelegenheiten verstreut. Viele in Schwarz und/oder in Rot gehalten, nur ein oder zwei Teile sind schneeweiß. Erst jetzt fällt mir auf, dass hier unten auch zwei, nein drei große schwere Schränke stehen, die hier irgendwie nicht reinpassen. Mein Gefühl sagt mir, dass ihr massives, dunkles Holz bei der Feuchtigkeit leiden müsste. Halt, hier drin ist esja gar nicht feucht.

Jennifer reißt mich aus meinen Gedanken. "Sieh Dich ruhig um." Ohne dass ich es gemerkt habe, bin ich auf einen der Schränke zugegangen. Ich öffne ihn und finde diverses Spielzeug. Natürlich, warum sollte man das gute Zeug auch rumliegen lassen? In einer Ecke des Raums entdecke ich ein riesiges Bett. Mein erster Gedanke ist: Das erinnert mich an die Szenerie im Hotelzimmer. An jenem Abend, als Jennifer und ich uns gegenseitig unsere Leidenschaft gestanden haben. Ich weiß jetzt auch, warum. Mit einer kurzen Kette sind Manschetten am Kopfende befestigt. "Jan, wollen wir was essen?" Ich drehe mich zu ihr. "Nein. Also ich zumindest nicht." Sie schweigt einen Moment. Dann legt sie ihren Kopf leicht schräg, auf diese Art, bei der ich inzwischen genau weiß, dass gleich ein Hammer kommt. "Wollen wir hier oder oben schlafen?"

Wusste ich‘s doch, und dennoch bin ich perplex. „Du meinst …“ Noch bevor ich meinen Gedanken in Worte fassen kann, kniet Jennifer vor mir. Mit beiden Armen weit vorgestreckt hält sie mir ein ziemlich breites Halsband entgegen. „Herr Tornow, bitte erlauben Sie Ihrer Sklavin, sich Ihnen vollkommen auszuliefern.“ Dieses Miststück! Und wieder hat sie mich. Wie macht sie das nur? Bin ich so leicht zu durchschauen? „Also gut, ganz wie Du willst. Aber eines sollte Dir klar sein. Ich will endlich ganz genau wissen, was Du geerbt hast.“ Resigniert lässt sie ihren Kopf sinken, bis sie leicht nickt. Scheinbar hatte sie gehofft, geschickt von diesem Thema abgelenkt zu haben. Ich nehme ihr das Halsband ab und stelle mich hinter sie. „Steh auf!“ Sie gehorcht. Mit geübten Griffen lege ich ihr das Halsband um.

Ein einzelner, lederner Sessel liegt in meinem Blickfeld. Die wenigen Schritte zu diesem sind schnell gegangen, woraufhin ich bequem darin Platz nehme. „Komm her und erzähle endlich.“ Langsam und etwas unsicher setzt sie sich in Bewegung. Ein leises Räuspern meinerseits lässt sie jedoch sogleich wieder zur Salzsäule erstarren. Auf allen vieren begibt sie sich nun zu mir und bleibt neben dem Sessel knien. Mit großen Augen sieht sie mich fragend an. „Ich warte.“, gebe ich drohend die Antwort.

Sie lässt ihren Blick sinken, strafft sich ein wenig. Es war ihre Idee, dass sie sich, wenn sie ein Halsband trägt, meinen Wünschen und Anweisungen nicht entziehen darf. Augenscheinlich hat sie nun den richtigen Anfang gefunden. „Gleich nachdem ich in New York gelandet war, eröffnete mir Ben, der mich abholte, dass mein Vater mich sprechen wolle. Er fuhr mich also ins Büro. Dort wurde dem anwesenden Führungskräfte und mir, gesagt, dass ich nun alle Bedingungen des Erbe erfülle und ab sofort die Geschäftsführung übernehme.“ Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie spüre ich, dass sie diese Worte regelrecht auswendig gelernt haben muss. „Der bisherige Geschäftsführer legte mir daraufhin die Zeitplan vor, wie er sich die Übergabe des Geschäftes vorgestellt hatte.“ Jetzt weiß ich, dass sie den Text wirklich gelernt haben musste. Es sind die Begriffe, die sie aussprach, obwohl wir sie normalerweise, so wie im Job auch, nur abkürzten. Nie im Leben wären wir auf die Idee gekommen „Führungskräfte“ zu sagen. Die Abkürzung FK ist doch so schön praktisch. „Schon nach der erste Woche stand er mir nur noch mit Beratung zur Seite. Normalerweise dauert so eine Übergabe Monate, wenn nicht sogar Jahre. Aber von frühester Kindheit an wurden wir in die Geschäft eingebunden.“ Ich kann es nicht fassen. Mir steht der Mund staunend offen. Nur der Umstand, dass Jennifers Blick gesenkt ist, lässt sie ihren Redefluss fortsetzen. „So war ich mit alle wesentliche Vorgängen vertraut und brauchte nur ein Update von die aktuelle Stand.“ Es fiel ihr zusehends schwerer, darüber zu sprechen. Nicht nur, dass ihre Stimme nachließ, nein, auch die grammatikalischen Fehler häuften sich. „Gleich an die nächste Tag bin ich over zehn Stunden gesessen in eine Meeting nach die andere um alles neues zu bekommen.“ Langsam wandert meine Hand zu Jennifers Wange. Endlich unterbricht sie. Mit Tränen in den Augen sieht sie mich an. „Komm her.“ Ich nehme sie in den Arm. Jetzt brechen bei ihr alle Dämme. Sie schluchzt, ihre Stimme klingt beinahe erstickt. „I just want to have time. Just a little bit time.“ Ich drücke sie ganz fest an mich und sie lässt schlussendlich ihren Tränen freien Lauf.

Erst nach einigen Minuten hat sie sich etwas beruhigt. „Es ist ja nicht so, dass ich das nicht will. Aber es kam alles so plötzlich. Ich wollte doch nur ein ganz normales Leben, so wie es die anderen auch haben. Einfach unbeschwert dem Alltag nachgehen können und nicht dieses Bewusstsein, für tausende Mitarbeiter Verantwortung zu tragen.“ Mir wird klar, dass sich hier einiges aufgestaut hat und ich Depp habe es mit meinem beharrlichen Nachfragen nicht gerade verbessert. Ich ziehe sie auf meinen Schoß. „Darf ich weiter erzählen?“ „Du musst nicht.“ „Doch, Herr, ich muss. Ich habe Sie viel zu lange belogen.“ Als sie aufstehen will, um sich wieder neben den Sessel zu knien, halte ich sie einfach fest. Ich will ihr zeigen, dass ich für sie da bin und sie nicht alleine ist. "Wir werden einen Weg finden, das gemeinsam hinzubekommen." Nachdem sie sich gesammelt hat, setzt sie, an mich geschmiegt, fort. „Das alles ist viel größer, als Du denkst. Meine Familie verfügt über 56 Firmen mit einem Gesamtwert von mehr als 130 Milliarden US-Dollas.“ Ich traue meinen Ohren nicht. “Alleine mein Erbteil ist fast 8,5 Milliarden wert. Das sind insgesamt sechs Firmen, die ich habe.“ Mir bleibt fast das Herz stehen. Ich weiß nicht, ob sie genau das gehört hat, aber sie hebt ihren Kopf und sieht mich prüfend an. „Weißt du jetzt, warum ich da nicht drüber reden konnte?“ Ich nicke. Mir fehlen einfach die Worte. „Schon Ende des Monats soll ich die zweite Firma übernehmen.“ Sie unterbricht sich selbst. „Du glaubst mir nicht, stimmt’s?“ Die Gedanken schießen wild durch meinen Kopf. „Doch, aber ich … ich verstehe nur noch nicht, warum Du dann als Beraterin gearbeitet hast. Ich meine …“ Sie legt ihren Zeigefinger auf meinen Mund. „Das waren die Bedingungen des Erbes. Seit Generationen gibt es dieselben Bedingungen. Wir müssen mindestens 21 Jahre alt sein, ein Studium abgeschlossen haben, mindestens ein Jahr im Ausland gelebt haben und mindestens genauso lange außerhalb des Familienkonzerns als ganz normale Angestellte gearbeitet haben.“ „Und das hast Du jetzt alles erfüllt?“ „Ja." Resigniert senkt sie erneut ihren Kopf. "Als sie unser Projekt gecancelt haben, war ich genau 372 Tage im Ausland. Eigentlich hätte es ja noch mindestens ein halbes Jahr weitergehen sollen.“ „Ich weiß, ich war ja dabei.“, versuchte ich sie aufzumuntern.

Sie hebt erneut ihren Kopf, sieht mich einen Moment lang an und lässt dann langsam ihren Blick wieder sinken. „Ja, Herr. Verzeihen Sie bitte.“ Wir schwiegen. Es war aber nicht mehr dieses bedrückte Schweigen, viel mehr schien sie gerade wieder in ihre Rolle zu schlüpfen. „Erzähl bitte weiter.“ „Ja, Herr. Ihre Sklavin hätte dann genügend Zeit gehabt, Ihnen alles ganz genau zu erklären. Aber so …“ „… so hast Du Dich einfach aus dem Staub gemacht.“, unterbreche ich sie. Sie schweigt wieder. Erst jetzt fällt mir auf wie hart der Vorwurf ist. „Gut, ich weiß, Du musstest das Land verlassen, da dieses blöde Visum abgelaufen ist.“ „Ja, mein Herr. Ihre Sklavin wäre auch lieber bei Ihnen geblieben.“

Ich bin ein bisschen über mich selber erschrocken. Sollte mich Jennifers Abreise doch so sehr getroffen haben? Oder kann ich mit der ganzen Situation einfach nicht umgehen? Ich bin doch ein moderner Mann, der Wert auf eine emanzipierte Partnerin legt. Der zusammen mit ihr den Alltag meistert. Zumindest war das immer der Anspruch, den ich an mich selber gestellt habe. Klar, den Widerspruch zu BDSM kann ich nicht leugnen. Aber diesen habe ich damit aufgelöst, dass wir beide dieses Machtgefälle im Bett wollen, und dementsprechend war mir die Freiwilligkeit der Sub immer sehr wichtig. Kann ich damit umgehen, dass sie so viel mehr Möglichkeiten hat, als ich? Widerspricht das nicht dem Ganzen? Mal ganz davon abgesehen, wie unsere Zukunft aussehen soll. Haben wir überhaupt eine Zukunft? Ich meine zusammen. Ich kann doch unmöglich von ihr verlangen, das alles aufzugeben. Will ich in die Staaten ziehen? Nein, also ich weiß es nicht. Ich habe nie …

„Mein Herr?“ Wie? Was? „Ja?“ „Würden Sie Ihre Sklavin bitte gefesselt schlafen lassen? Selbstverständlich können Sie mit ihr alles machen, was Sie möchten.“ Diese kleine Teufelin. Wie macht sie das? Kann sie meine Gedanken lesen? Nicht nur, dass sie mich so geradewegs aus dem Grübeln gerissen hat, nein, sie schafft es auch noch, mir genau das zu sagen, was ich jetzt brauche. „So, Du willst also schlafen gehen, ja?“ Sie lässt ihren Kopf noch ein wenig weiter sinken. „Ja, mein Herr, das würde Ihre Sklavin gerne.“ „Nun gut, dann zieh Dich aus und bring mir Manschetten.“ „Ja, mein Herr.“ Mit diesen Worten springt sie regelrecht von meinem Schoß. Sie streift erst das eine Hosenbein hoch und öffnet den Reißverschluss ihrer Stiefel. Sie reichen ihr fast bis zu den Knien. Am anderen Bein verfährt sie genauso. Erst jetzt widmet sie sich ihrem Hosenanzug. Diesen legt sie feinsäuberlich über einen der Stühle. Darunter kommt ein schwarzer BH und ein dazu passender String zum Vorschein. Auch diesen streift sie mit Grazie ab und drapiert sie fein säuberlich auf dem Stuhl. Nachdem sie nur noch das Halsband trägt, strafft sie sich kurz. Ich hingegen genieße dieses Schauspiel und frage mich erneut, wie ich die letzten Wochen nur ohne sie überstehen konnte.

Zielsicher sucht sie das von mir Geforderte zusammen. Als sie vier Manschetten in den Händen hält, rechne ich damit. dass sie zügig zu mir kommt. Was sucht sie denn jetzt noch? Sie kramt in einer Schublade. Trotz allem Strecken und Drehen kann ich nicht erkennen, was sie noch mitbringen wird. Als sie sich umdreht, kommt sie mit einem silbernen Tablett auf mich zu. Direkt vor meinen Füßen kniet sie sich nieder und streckt mir das Tablett entgegen, dabei ist ihr Kopf tief gesenkt. Neben den Manschetten befinden sich auch kleine, gleichschließende Vorhängeschlösser und ein passender Schlüssel darauf. „Kannst Du mir verraten, wofür ich fünf Vorhängeschlösser brauchen soll?!“, raune ich sie an. Kleinlaut und etwas zögernd erwidert sie:. „Je eines für die Manschetten, Herr, und dann noch eins für das Halsband.“ Ich streife ihren blonden Zopf zur Seite. In der Tat, der Dorn der Schnalle hat am Ende einen kleinen Ring, in den der Bügel eines der Vorhängeschlösser genau hineinpasst.

Ich schreite also zur Tat. Als der Bügel im Schloss einschnappt, sehe ich, wie sie leicht zusammenzuckt. Untrügerisch verkündet dieses kleine Klicken, dass sie mein Halsband jetzt nur noch unter erheblichen Anstrengungen selbst abnehmen könnte. „Gib mir Deine linke Hand.“ Ich kann deutlich erkennen, wie ihr Verstand arbeitet. Zugegeben, dieser einfache und harmlos wirkende Befehl hat es ganz schön in sich. Nicht nur, dass sie genau überlegen muss, welche Hand ich nun von ihr verlangt habe, nein, sie muss sich auch Gedanken machen, wie sie das Tablett mit nur einer Hand in der Balance halten kann. Ihre Lösung ist elegant und einfach, wenn auch etwas wackelig. Mit ihrer linken Hand schiebt sie das Tablett so, dass es mittig auf ihrer rechten zu ruhen kommt, erst dann streckt sie mir die geforderte Hand entgegen. Genau dafür liebe ich sie. Es durchströmt mich regelrecht ein Gefühl von Stolz auf sie.

Nachdem ich ihr die Manschette angelegt und mit einem Schloss gesichert habe, weise ich sie an, mir ihre andere Hand zu geben. Sie verfährt, wie zuvor, und so ist auch die andere Hand schnell versorgt. Ich nehme ihr das Tablett ab und stelle es auf meinen Schoß. Immer noch regungslos erwartet sie das Kommende. „Arme auf den Rücken.“ Umgehend nimmt sie die von mir antrainierte Position ein. Ich genieße ihren Gehorsam, die Macht, die ich gerade über sie habe und das wohlig warme Gefühl des Stolzes, welches sich in meinem ganzen Körper ausbereitet. Meine Hand wandert zielsicher zu dem D-Ring vorn in der Mitte des Halsbandes. Daran ziehe ich sie zu mir hoch und weiter an mich heran. In einem langen und leidenschaftlichen Kuss vereinen sich unsere Münder und ich kann nun auch spüren, wie stolz sie ist, meine Sklavin zu sein.

Als wir es endlich schaffen, voneinander zu lassen, befehle ich ihr, sich auf das Bett zu legen. Ich stelle das Tablett neben sie und begebe mich auf die Suche. Es dauert eine geraume Zeit, bis ich in dem mir noch fremden Raum gefunden habe, was ich suchte. Als ich zum Bett zurückkehre, hat sie sich nicht einen Millimeter bewegt. „Braves Mädchen.“ Ich lasse meine Hand über ihren Bauch zu ihrem Busen wandern. Mit grobem Griff malträtiere ich eine ihrer Brüste. Ein schmerzverzerrtes Gesicht und ein leises Aufstöhnen ist die einzige Reaktion, die sie sich erlaubt. Ich lasse genauso plötzlich wieder von ihr ab. „Kopf hoch!“ Auch dieser Anweisung folgt sie, ohne zu zögern. Ich schiebe die längere der beiden Spreizstangen unter ihren Hals und verbinde sie mittig unter Zuhilfenahme eines daran schon befestigten Karabiners am Vorhängeschloss des Halsbandes. Als ich damit fertig bin, platziere ich noch ein Kopfkissen. Auf dieses dirigiere ich mit sanftem Druck ihren Kopf. „Geht das so?“ „Ja, Herr.“ „Für die ganze Nacht?“ Ja, mein Herr.“

Gerade, als ich mich über sie beugen will, um ihren Arm an die Spreizstange zu führen, kommt sie mir zuvor. So muss ich nur noch die Manschetten auf beiden Seiten mit dem Karabiner befestigen. Einen Moment lang überlege ich, ob ich sie für ihr eigenmächtiges Handeln bestrafen soll. Jedoch muss ich mir selber auch eingestehen, dass mich langsam, aber sicher die Müdigkeit wieder einholt. Daher beschließe ich, mein Werk noch schnell zu Ende zu führen und mich dann ebenfalls zur Ruhe zu begeben. So lege ich ihr zügig die Fußmanschetten an und verbinde diese mit der zweiten Spreizstange. Sie bildet so ein großes X, welches gut zwei Drittel der Bettbreite einnimmt.

Jetzt entkleide auch ich mich. Meine Klamotten, eine Jeans, ein Hemd, Socken und Turnschuhe fliegen mehr oder weniger achtlos Richtung Sessel. Es benötigt ein wenig Ausprobieren, bis ich den richtigen Schalter unter den diversen, neben dem Bett angebrachten finde. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes stockduster. So dunkel, dass man nicht einmal mehr die eigene Hand vor Augen sehen kann. „Herr, würden Sie bitte die Nachtbeleuchtung einschalten?“ Flehend bahnen sich Jennifers Worte ihren Weg durch die Dunkelheit. Obwohl ich selber nie Probleme mit Dunkelheit hatte, diese absolute Schwärze ist auch mir unheimlich. „Wie mach ich das?“ „Es ist der Schalter, der am nächsten am Bett ist, Herr.“ Ich taste mich durch die Dunkelheit. Nach Betätigung des Schalters gehen im ganzen Raum an den Wänden verteilte, kleine, schwache Lichter an. Sie erhellen den Raum gerade genug, dass man Umrisse und Schatten erkennen kann. Ich lege mich zu ihr und decke uns beide zu. Mein Kopf kommt an ihrer Brust zum Ruhen. Meine Hand wandert ein wenig, bis sie ihren Platz an ihren Rippen findet. Eines meiner Beine lege ich demonstrativ über ihre Scham. Ich spüre, dass sie sich heute Morgen rasiert haben muss. „Schlaf gut, meine kleine Sklavin.“ „Ihre Sklavin wünscht auch Ihnen eine gute Nacht, mein Herr.“

 

ENDE des zweiten Teils

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Kommentare

Endlich die Fortsetzung der Geschichte, ich habe schon lange darauf gewartet.

Und ich muss sagen ich bin nicht enttäuscht worden. Eine wunderbare Geschichte die hier im zweiten Teil genauso schön weiter geführt wird wie sie im ersten Teil begonnen hat.

Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung in weiterhin so schönem Stil.

Volle Punktzahl von mir.

Grüße

Reloaded5689

...mit der superreichen Erbin mit devoter Sehnsucht. Und sprachlich gut gemacht. Ich habe manchmal ein wenig Mühe, die Emotionen abzukaufen. Beispiel: Nachdem der Protagonist die grandiosen Bürofluchten gesehen hat, hätte er über das Anwesen auch nicht mehr gar so erstaunt sein sollen. Und sie ist nicht echt so zerknirscht wegen ihres Reichtums, wie sie tut. Sie hätte ihn ja nicht im vollen Prunk empfangen müssen ;)

Ja, und da kommt das nächste: Ich kann nicht recht erkennen, warum sie sich dem Protagonisten unterwirft. Er wirkt sehr unsicher. Eher ein netter, liebenswürdiger und etwas naiver junger Mann, als ein Herr. Natürlich kann es sein, dass er eine Ausstrahlung hat. Aber die spürt man hier nicht so richtig.

Und ein Punkt stösst mir auf: Ich finde, Ohrfeigen gehen gar nicht. Das ist für mich nicht Dominanz und auch nicht (sexueller) Sadismus, sondern tiefe Verachtung. Somit passt das einfach nicht zur Art der Beziehung, die in der Geschichte eigentlich gezeichner wird: Liebevoll, mit einem Schuss BDSM. In so einem Kontext eine Ohrfeige, da ist meiner Meinung nach das Spiel augenblicklich vorbei

Okay, andere mögen das anders sehen. Aber ich denke, der grundsätzliche Unterschied zwischen einer Ohrfeige und, zum Beispiel, Spanking auf den Po ist glaube ich immer gegeben.

Aber lass dich nicht irritieren, die Geschichte zeigt eine wie gesagt interessante Konstellation. Ich würde nur gern noch mehr erfahren, wie sie die Situation erlebt.