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Bestimmung und Zufall (Teil 6)

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Bestimmung und Zufall (Teile 1-3)
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Bestimmung und Zufall (Teil 7)

 

Teil 6

 

Die Straßen wirkten schmuddelig, der Herbst trotzte der Stadtreinigung und dem nicht enden wollenden Spätsommer. Vielleicht auch deshalb kümmerte sich niemand um das zunehmende Laub auf Gehsteig und Asphalt. Es schien so, als sei die gesamte Belegschaft der BSR in Betriebsurlaub auf Mallorca. Verträumt und nachdenklich zugleich, mit einem Schuss Übermut gewürzt, spielte er mit einem zusammengefegten Häufchen Fußball. Die Trockenheit der letzten Tage wirbelte es in die Höhe und verteilte es auf der Fahrbahn. Wenig Begeisterung bei den vorbeifahrenden Autos auslösend. Wie ein kleiner Schulbub auf dem Heimweg schlenderte er dahin und war gleichermaßen zufrieden und durch den Wind. Fast hätte eine Tram sein Glück vehement beendet.

 

Kopfschüttelnd stand ein älterer Herr neben ihm an der Ampel und verlieh seinem Unverständnis für die reife Jugend mit fuchtelndem Krückstock Ausdruck. „Zu meiner Zeit gab es so etwas nicht!“, schimpfte er und fing sich prompt den Gegenkommentar der in seinen Augen verwahrlosten Nachfolgegeneration ein. „Zu deiner Zeit, Opa, gab es auch noch keine Trams. Selbst nicht mit Pferden.“ „Frechheit!“, brubbelte er in seinen ungepflegten Vier- bis Fünftagebart und drohte abermals mit seinem Knüppel, dass man dachte, er würde sich gleich freiwillig an die Front melden wollen. Sein Unmutsopfer grinste und empfahl ihm unwillkürlich einen Einsatz im Irak, in Afghanistan oder Syrien, da werde ihm geholfen, und nutzte die nächste Rotphase für den Wildwechsel.

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Tony 2360
4.6425
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Evas Karriere, Nur Bares ist Wahres Teil 8

 

Noch immer hat sie den kleinen Brautstrauß fest in der Hand, hört entgeistert Lady Angelina zu.

„Es ist eine alte Tradition, den Brautstrauß zu werfen. Meine Herren, versammeln sie sich hinter der Braut!“

 

Teil 8

 

Dann leise, nur für Elkes Ohren bestimmt: „Du wirfst nun deinen Strauss hinter dich! Wer ihn fängt, ist dein nächster Bräutigam! Die Show geht weiter! Denk außerdem daran, auf diese Art kannst Du heute Nacht einen passablen Schnitt machen!“

Zorn blitzt aus Elkes Augen. Sie wollte sich ihre Freier selbst aussuchen, sie abmelken und ausnehmen. Nicht einen passablen Schnitt machen, nein, sie wollte einen ordentlichen Batzen Geld verdienen. Die Lady versaut ihr das Geschäft! Doch sie weiß genau, sie muss es tun, tun wie die Lady es von ihr verlangt. In ihrer Situation hat sie keine Wahl! Den Kopf in den Nacken gelegt, erhascht sie einen Blick nach Hinten. Aufgeregtes Gedränge, eine ganze Horde fickbereiter, männlicher Gäste drängt sich auf engstem Raum.

Notgeile, geizige Wichser! Lautlos verflucht sie die ganze Bande. Wollen sich auf die billige Art das Vergnügen verschaffen sie, Elke – die abgehalfterte Bordellchefin - zu ficken. Mit Schwung wirft sie den Strauss hinter sich, verfolgt seine Bahn. Hoch über ihrem Kopf, weit nach hinten. Ein kleines Getümmel entsteht, Gerangel um die siebzehn Blüten.

„Ich, ich hab ihn gefangen! Ich darf die Braut jetzt ficken!“

Ein kleiner, fettleibiger Mann drängelt sich nach vorne. Sein Kopf ist rot, mit beiden Händen umklammert er seine Beute. Genau wie alle anderen hat er sofort verstanden, was das Werfen des Brautstraußes bezweckt. Ein kurzer, schneller Fick, ungestüm seinen Speer in der Braut versenken, sich ein Vergnügen beschaffen.

Leuchtenden Auges und mit harten Schwanz legt er den Strauß auf Elkes Bauch ab, zieht mit bebenden Fingern den Reißverschluss seiner feinen Hose herunter.

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Schreiber
5.34
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Heiße Spiele zum Jahreswechsel

 

Ehe man sich's versieht, ist das Jahr auch schon wieder vorbei. Heute ist Silvester! Meine süße Freundin Nathalie und ich haben uns heuer Heidi und Peter eingeladen, die wir schon seit Jahren kennen und mit denen wir auch immer wieder gerne auf Urlaub fahren.

Mit den traditionellen Silvesterbräuchen ist das so eine Sache. Bleigießen, das Neue Jahr anzählen, mit Champagnerkorken knallen, Donauwalzer und Glockenklang im Fernsehen und natürlich das prächtige Feuerwerk über den Hügeln am Stadtrand. Alles irgendwie Déjà-vu, einen Jahreswechsel um den anderen.

Aber immer nur zu zweit feiern, ganz intim, mit Küssen, wilden Spielen und dem ersten Sex des Jahres wollen wir auch nicht. Daher dieses Mal eben die kleine, feine Vierer-Party!

Nathalie kümmert sich um das Festessen, heuer durch unsere herbstliche Reise nach Bologna inspiriert:

Roselline all'emiliana mit Prager Schinken, Pecorino und schwarzen Trüffeln,

Hummer katalanische Art mit knackigem Gemüse,   

Baba au Rhum.  

Ich bin für Getränke und Unterhaltung zuständig.

Beim Eintreffen unserer Gäste verströmt Totò Cutugno herzerwärmend italienisches Schmalz. Zum Campari-Franciacorta "Con la chitarra in mano lasciatemi cantare una canzone piano piano. Lasciatemi cantare perche' ne sono fiero sono un italiano un italiano vero."

Ich bewundere Heidis umwerfendes Minikleid, das perfekt mit ihrer blonden Mähne kontrastiert und dem man den teuren Designer ebenso ansieht wie den schwarzen Stilettos, in denen ihre langen schlanken Beine in den Seidennahtstrümpfen wie endlos wirken. Peter ist sichtlich stolz auf den unwiderstehlichen Eindruck, den seine elegante Freundin auf mich macht. Ich wäre kein Mann, würde mich dieses Outfit nicht augenblicklich unheimlich scharf machen.

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baer66
4.101816
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Klausentreiben im Allgäu

Für das Wochenende habe ich mich mit drei Kerlen in der Nähe von Sonthofen verabredet. Dort war in einem Kuhdorf am Samstagabend Klausen treiben angesagt. Ich kenne das Brauchtum von früher her, da laufen verkleidete Kerle herum mit stabilen Weidenruten und verhauen die Neugierigen.

Ich stellte es mir auch so vor, doch da war ein Platz abgesperrt wo die mutigen rein gingen und von den Maskierten verhauen wurden. Für mich war das dann aber zu harmlos, ein paar Hiebe auf den Hintern und das wars. Nach einigen Glühweinen bin ich mir den drei abgezogen, einer konnte noch fahren, die anderen, sie waren gerade 20 waren schon davon fast richtig besoffen.  

Ich bot ihnen dass sie mich ficken konnten, aber nur wenn ich von ihnen den Hintern voll bekäme. Der Ältere sah mich komisch an, und die die zwei angetrunkenen Jungs blickten gar nicht was ich meinte. Der noch Autofahren konnte wusste eine alte Hütte im Wald und fuhr mit uns dorthin. Wir mussten im Dunkeln einen schmalen Pfad hoch gehen, dann erreichten wir die Hütte, ein zusammengeschusterte halb verfallenes Gebäude, das vor vielen Jahren bestimmt mal ein paar Jungendlich zusammen gebaut hatten.  Direkt daneben lief auch ein kleines Rinnsal in das ich beinahe reingefallen wäre.

Der Ältere, Robert nannte er sich, brach die morsche Türe auf und lud uns in das innere ein. Drinnen waren einige heruntergebrannte Kerzenstummel und Robert zündete diese an. Dann kamen auch die beiden Jungs, Hubert und Walter. Irgendwoher hatte einer von denen eine Wodka-Flasche, ob der sie mitgebracht hatte, oder gar hier gefunden konnte ich nicht sagen. Jetzt, als der Raum etwas erleuchtet war, konnte ich die Einrichtung erkennen, vor mir ein Tisch, ein paar Stühle, Müll am Boden und vor der Wand lagen ein paar dunkle Matratzen. Walter nahm einen tiefen Schluck aus der Flasche und lallte schon „los du sau wir wollen dich ficken, du hast es versprochen“ und kam zu mir her. „He, so nicht. Ich hab euch gesagt wie ich es will…und ob ich euch Kinder an mich ran lassen soll überleg ich mir noch“ sagte ich provozierend. „He  alte, wie willst du es haben?“ fragte der gleiche wieder und nahm noch einen Schluck.

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Hynda
5.297142
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Das neue Leben - Teil 1 Rettungsmission mit Hindernissen

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Das neue Leben - Teil 2 Ernährungsumstellung

 

Nachdem meine kleine Schwester verschwunden war, versuchte ich sie zu finden. Was ich jedoch fand, gefiel mir ganz und gar nicht.

Ich bin bei meinem Vater in den Staaten aufgewachsen, da meine Mutter, als ich grade mal vier Monate alt war, uns verlassen hat. Als ich 14 war, erfuhr ich, dass ich eine sechs Jahre jüngere Schwester habe. Seit dem habe ich, trotz der enormen Entfernung, regelmäßigen Kontakt mit ihr. Mit 18 bin ich zur Army gegangen – das hat man wohl davon wenn man bei seinem Vater aufwächst.

Nachdem sich meine Schwester seit Tagen nicht mehr gemeldet hat, habe ich meine wundervolle Mutter kontaktiert, zum ersten Mal seit 24 Jahren. Sie erzählte mir, dass Melanie seit drei Tagen verschwunden war. Also habe ich sofort meine Sachen gepackt und bin nach Deutschland geflogen. Mein Deutsch war zu Glück sehr gut, da mich mein Vater zweisprachig erzogen hatte. Er meinte, wenn ich mal meine Mutter kennen lernen möchte, wäre dies von Vorteil.

In Deutschland angekommen nahm ich mir ein Zimmer, nahe dem Haus meiner Mutter. Ich habe nur meine Sachen abgestellt und hab mich auch gleich mit Linda, also meiner Mutter, in einem Café getroffen.

„Olivia! Es ist so schön dich zu sehen!“ sagte sie euphorisch und wollte mich umarmen. Ich stoppte diesen Versuch sofort ab.

„Lassen wir dies erst beiseite.“ gab ich monoton zurück und schob sie von mir weg. „Ich bin hier um Melanie zu finden und nicht um einen auf glückliche Familie machen, klar?“ setzte ich etwas bissig nach.

„Oh, ach so… Und warum wolltest du dich mit mir treffen?“ fragte sie enttäuscht.

„Du sollst mir alles sagen. Was die Polizei sagt, wo sie zuletzt war, was sie gemacht hat, etc.“  Sie erklärte mir kurz und bündig, dass die Polizei keine Ahnung hat, dass sie in der Mittagspause der Schule verschwunden ist und dass sie abends als Kellnerin jobbte, um sich ein bisschen was dazu zu verdienen. Mal wieder kaum verwunderlich, dass die Polizei keinen Finger rührt. Ist ja schließlich nur ein Mensch, das ist ja nicht so wichtig wie Strafzetteln zu verteilen. Ich bezahlte unseren Kaffee und wollte auch gleich gehen.

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Sweety
5.1
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Daemonen 3

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Daemonen 1
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Daemonen 2

 

Wir hatten sehr intensive Wochen, in einer Vertrautheit, wie nach vielen gemeinsamen Jahrzehnten, in einer Leidenschaft, wie in der ersten Nacht. Oder der zweiten.

Dennoch kam ich nicht richtig an SIe ran, und SIe auch nicht an mich. Ich spürte einen Vorbehalt, eine Unruhe; wenn wir dem nahe kamen, wie Menschen miteinander zu reden, wurde SIe nervös, wich aus, zum Sex. Es war so süß, ständig in IHr zu stecken, SIe zu lecken, unter IHr zu liegen und es besorgt zu kriegen, auch wenn SIe dabei etwas zu kräftig biss, für meinen Geschmack. Zartes Wesen, das SIe war - war SIe? - hatte SIe doch recht rauhe Papillen auf der Zunge, aber meine empfindliche Spitze war längst süchtig danach, nannte sie Papillon, wie Schmetterlinge waren sie.

 

Oh ja, und ich sah SIe immer wieder glühen. Energie ist gut, aber wenn sie im Gleichgewicht ist, sieht man höchstens einen ganz schwachen Schein. SIe war überhaupt nicht im Gleichgewicht, SIe war ziemlich daneben.

So wurden auch die Übungen, die SIe mir auferlegte, immer heftiger. Mit auf den Rücken gefesselten Händen und einem Staubsauger auf Stufe III im Po durch einen Raum voller Stahlwolle zu IHr zu robben war da noch das wenigste, wiewohl es ein hübsches Gesamtkunstwerk abgegeben haben mag. Dabei schien SIe mit sich selbst zu ringen, nicht mit mir, ich dagegen fing doch an, mich zu fragen, wie lange ich mir das noch geben sollte, wie süß auch immer es sei.

Irgendwann war der Existentialist bedient und erschöpft, und der Mensch in mir - tatsächlich, auch so etwas wohnte in mir - fragte SIe eines Abends, während wir Artischockenblätter in Knoblauchdip tunkten und dazu einen Sancerre schlürften, "warum hat er DIch verlassen?".

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fukov
4.240002
Eigene Bewertung: Keine | Durchschnitt: 4.2 (9 Bewertungen)

Daemonen 2

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Daemonen 1
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Daemonen 3

 

Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? Der Psychologe war komplett auf Alarmstufe deep purple, der Existenzphilosoph hatte sich mit einer eleganten Fechterflanke darüber hinweggeschwungen, der Mathematiker zog fasziniert seine fukanische Augenbraue hoch, der Physiker war am rechnen, wobei er mal wieder lässig hier und dort ein dx rauskürzte, der Mystiker und der Esoteriker blätterten eifrig bei Gurdjieff nach.

Und das alles, während ich gefesselt in meinem Bett lag, IHrem Bett, geknebelt mit IHrem Höschen. Alle meine vielen Ichse randalierten um etwas Rechenzeit in meinem Kopf und traten sich sich dabei mächtig auf die Füße. Der Film hieß mindestens die sieben Pforten, wobei ich bei Pforte nur an eines dachte.

Kein Zweifel, ich hatte IHre Chakren selbst leuchten gesehen, und zwar Nummer zwei, drei und vier zugleich, Svādhisthāna, Manipūra und Anāhata. Das eine oder andere mochte man wohl mal glimmen sehen, wenn man etwas offen und geschult war, aber drei auf einmal in Festbeleuchtung, das war der Hammer. Welche Energie!

SIe beugte sich zu mir herunter, drückte mich, ihr blanker Busen auf meiner Brust schien mir Starthilfe geben zu wollen, SIe brachte es fertig, IHre Nippel genau auf meinen zu parken, zwischen den beiden Polen flossen locker drei, vier Ampere, erstaunlicherweise ohne einen Herzstillstand zu verursachen, oder höchstens einen kleinen. "Es ist gut" sagte SIe und wischte IHre Tränen ab, als hätte SIe mir etwas zu verzeihen. "Du darfst mich Lakshmi nennen" hörte ich IHre nun merkwürdig veränderte Stimme, so voll, tief und reich, etwas Marlene Dietrich, unglaublich lasziv, als würde IHre Zungenspitze dabei um meine Eichel kreisen, zugleich aber auch weich, mild, gütig, ruhig und ganz tief ruhend, als läge das Zentrum des Universums unmittelbar hinter IHrem Bauchnabel. Und so war es wohl auch.

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fukov
4.126668
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Noch ne Weihnachtsgeschichte

 

Die ersten, dicken Schneeflocken fielen lautlos aus dem grau verhangenen Himmel. Endlich war es kalt geworden, trotz Klimawandel und Abgassmog.

In bester Laune und freudiger Erwartung des kommenden Weihnachtsfestes betrat er die große, bestens ausgestatte Küche. Eine lange, weiße Schürze verbarg nur teilweise seine Nacktheit. Ja, es erfreute ihn, beglückte ihn - und es erregte ihn. Heute war es endlich wieder soweit. Er würde selbst das Festmahl zubereiten – nun ja, einen Teil davon; den, wie er befand, gewichtigsten Teil. Heidelinde hatte in dem großen Grill bereits die Holzkohle angefacht, ein leicht rauchiger Geruch erfüllte den Raum. Ach ja, Heidelinde, sie ist seine Sklavin; eine seiner beiden stets bereiten, gut abgerichteten, wohlerzogenen Dienerinnen. Heute nun endlich war sie alleine mit ihm, alleine mit ihm und ihr in seiner Küche. Mit großem Gefallen betrachtete er Heidelinde. Ihr hübsches Gesicht, umrahmt von ihren kurzen, dunklen Haaren, die kleine Stupsnase, die vollen sinnlichen Lippen. Er sah sie beben, diese verlockenden Lippen, er sah auch die kleinen Tränchen  aus ihren Augen perlen.

Vollkommen nackt - hinreißend; fand er. Ihre Hand und Fußgelenke liebkosten dicke, feste Lederfesseln. Ihr schlanker Hals war gefangen in einem hohen Kragen, einem Halsband, welches sie daran hinderte den Kopf zu senken. Zart strich er über diese elegante Fessel. Ihr Hals wurde gestreckt, schien länger dadurch.

Genauso lang und schlank, nein, noch länger und schlanker, war ihr Hals gewesen. Ein Schauer lief über seinen Rücken. Er erinnerte sich, erinnerte sich genau, wie er seine Hand an ihren Hals legte, sie niederzwang, das lange, scharfe Messer aufblitzte.

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Schreiber
4.356666
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Bestimmung und Zufall (Teil 5)

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Bestimmung und Zufall (Teile 1-3)
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Bestimmung und Zufall (Teil 4)
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Bestimmung und Zufall (Teil 6)

 

Das war jetzt nicht wahr, oder? Jetzt konnte er die Berliner Großschnauze auf dem Hof zuordnen. Natürlich, Lisa. Die Überraschung war auf der Gegenseite nicht minder groß. „Nicht Raul, nicht er!“, schrie sie innerlich und schickte Mia Blicke hinterher, die hätten töten können. „Geh!“, flüsterte sie fast lautlos. „Geh, solange du es noch kannst!“ Er verstand nichts, verharrte regungslos. Eine Art Schockstarre hatte ihn befallen, aus der er sich nicht zu lösen vermochte. Gedanken schossen kreuz und quer, kollidierten und zerplatzten, um immer größer werdende Fragezeichen zurückzulassen.

 

Er wollte nicht gehen, er war bei Lisa. Nur das zählte für ihn in diesem Augenblick. Zu keinerlei Regung fähig verharrte er bewegungslos in einer Art Schockstarre am Boden. Alles um sich herum vergessend sah er nur sie. Keiner von den drei Anwesenden verstand mehr die Welt. Mia das erstarrte Standbild und die unsichtbaren atmosphärischen Schwingungen zwischen Lisa und Raul nicht. Lisa nicht, was überhaupt geschah und geschehen war. Und Raul hatte Probleme mit der Verortung von Bestimmung und Zufall. Alle waren zur falschen Zeit am falschen Ort.

Jedoch schien es genau umgekehrt zu sein. Ein Paradoxon, ein Kuriosum. Nichts war so, wie es sein sollte. Und doch war da etwas, was ihnen sagte, dass es so und nur so sein musste. Keiner glaubte im Innersten an vorherbestimmtes Schicksal, aber es war eingetreten. Der Glaube spielte keine Rolle, er wurde von der Realität hinweggespült, wie von einem Tsunami gnadenlos überrollt. Noch immer verharrten sie stumm und regungslos, fragenden Blickes. Bis sich dann endlich Unglaubliches anbahnte. Er setzte sich auf und strebte in den Stand, dabei stets mit dem Blick bei Lisa verharrend.

 

Mia legte die Hand auf seine Schulter und verhinderte so die endgültige Rebellion seines Körpers und Geistes. „Wage es nicht!“, vernahm er lautlos den Befehl, der in dieser Geste steckte. Er gehorchte stumm und widerstandslos. Hilflos wandten sich seine Augen an Lisa. Die Sekunden verstrichen wie Stunden und waren eine endlose Qual. „Komm!“, nur dieses einzige Wort erlöste ihn und nahm allen die Anspannung. Er ignorierte den Griff und folgte auf allen Vieren. Verstehen tat er es nicht, aber all seine Gefühle sagten ihm, es sei richtig.

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Tony 2360
4.600002
Eigene Bewertung: Keine | Durchschnitt: 4.6 (12 Bewertungen)

Meine Bestimmung 7

Zum ersten Teil : 
Meine Bestimmung 1
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Meine Bestimmung 6

 

Sandra und Eva stiegen aus und ließen mich erst mal im Kofferraum liegen. Nach einigen Minuten kamen sie Freudestrahlend zurück und öffneten den Kofferraum. So du Stück Scheiße, jetzt kommen wir zu deiner Belohnung. Wir haben uns was Schönes für dich ausgedacht, also genieße den Abend und wage es ja nicht, uns zu enttäuschen. Ich will keine Beschwerden hören, sonst prügeln wir dich grün und blau. Um ihre Aussage zu untermauern, drückte sie mehrmals den Knopf auf der Fernbedienung. Ich zuckte zusammen, als mir die ersten Stromstöße durch das Halsband verpasst wurden. Ich fing leicht an zu winseln, doch Eva machte es anscheinend so viel Spaß, dass sie nicht mit dem Drücken aufhörte. Sandra wollte ihr nicht nachstehen und zog an den Brustwarzenklammern, drückte sie zusammen und hob die Gewichte an, um sie danach wieder fallen zu lassen. Dadurch wurden meine Brustwarzen schmerzhaft nach unten gezogen.

Nach einigen Minuten lag ich erschöpft und kraftlos auf dem Boden des Kofferraumes und ließ es nur noch über mich ergehen. So du Sklavenwurm, ich denke, wir haben uns verstanden, oder? Beide ließen von mir ab und forderten mich auf, aus dem Kofferraum zu steigen. Um dies zu untermauern, zog Eva am Halsband. Um weitere mögliche Strafen zu vermeiden, fiel ich auf den Boden und küsste die Schuhe meiner beiden Peinigerinnen. Ich bedankte mich für die Härte der Behandlung und der Rücksichtslosigkeit. Beide fingen an zu lachen und Sandra sagte zu Eva „na so gehört sich das, hast ihn ja schon gut erzogen. Die Angst vor uns macht ihn willenlos. Und sowas bekommt man nur mit absoluter Härte und dem nötigen Sadismus hin. Und ich denke, den hast du“.

Beide freuten sich und Sandra forderte mich auf, aufzustehen und den Bademantel in den Kofferraum zu legen. „Den brauchst du heute nicht mehr“ sagte sie mir. Ich stand nun nackt vor ihnen und musste mich präsentieren. Eva ging in die Knie und begutachtete meinen abgebunden Schwanz und die Eier. „Eigentlich schon ganz gut, aber ich denke, das ganze müssen wir noch ein bisschen fester ziehen. Schließlich soll er ja den ganzen Abend über schöne Schmerzen haben, in seinem unnützen kleinen Stummelschwänzchen“.

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Shev
3.700002
Eigene Bewertung: Keine | Durchschnitt: 3.7 (6 Bewertungen)
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