So, das ist jetzt ganz frisch von der noch warmen Festplatte, wird in den nächsten Tagen vielleicht noch mal korrigiert.
11. Irgendwo im nirgendwo
Nein, ich konnte nicht kneifen. Ich gebe zu, als ich auf Alexandra zuging, hing mein Herz an einem seidenen Faden, der jeder Zeit reißen und mein Herz in die Hose rutschen lassen konnte, aber irgendwie hoffte ich, dass dieser Faden aus Spiderman-Seide war. Hatte ich, als ich Alexandra mit ihrem Sklaven sah, mehr den Wunsch verspürt, mich dieser Frau zu unterwerfen, wollte ich ihr jetzt trotzen. Ich wollte mich schon ihrer Führung überlassen, ihr aber klar machen, dass sie vielleicht über mich bestimmen, mich aber nie brechen konnte.
Ich stapfte also mit festen Schritten, die Augen selbstbewusst auf ihre gerichtet, auf sie zu. Ihr Blick, ihr Lächeln, ihre Kopfhaltung, all das veränderte sich nicht wirklich und doch konnte ich für den Bruchteil einer Sekunde etwas in ihrem Gesicht lesen, das die schelmische Freude ausdrückte, dass ich angebissen hatte.
“Guten Abend, Linus”, begrüßte sie mich mit butterweicher Stimme und reichte mir ihre Hand zum Kuss.
Ich tat es, legte sogar extra galant meine andere Hand auf den Rücken und erlaubte mir, die ihre diesmal wirklich mit meinen Lippen zu berühren. Kaum getan, schlug ich meine Augen schon wieder zu ihren auf. Meine Grußerwiderung sollte genauso selbstsicher klingen wie ihre. Ich schnurrte ein verführerisches “Guten Abend, ...” Exakt nach diesen Worten, quasi aufs Komma genau, wurde ihr Blick zu Stahl. Ich blieb stehen, wie und wo ich stand, doch die Distanz zwischen uns vergrößerte sich, als schaute man durch einen Fotoapparat, während man vom Betrachtungsgegenstand wegzoomte. Sie wuchs und ich schrumpfte. Das geplante “Alexandra” blieb mir im Hals stecken. Die förmlichere Anrede als “Frau XY” scheiterte am XY. Ich kannte ja ihren Nachnamen immer noch nicht. Also blieb mir nur das: “Herrin.”
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FlorianAnders