Es war eigentlich nicht so schlecht. Wirklich! Sabrina kam schon irgendwie über die Runden, aber ihr Leben wurde nicht mal ansatzweise dem gerecht, was Spötter sich unter dem Begriff "Studentenleben" vorstellten. Bis Mittags im Bett, Abends feiern und dazwischen mal an die Uni schauen. Nein, ganz und gar nicht. Die Bank hatte ihr einen Liebesbrief geschrieben, die GEZ nervte, das BaföG-Amt schrieb keine Liebesbriefe und der Vermieter machte Stress.
Ein Studentenleben im neuen Jahrtausend...stressig, nervig, mit schlechter Qualität. Sogar der Titel "Bachelor" ist für eine Frau eine Verhöhnung.
Überarbeitet, einsam, immer im Stress, immer im gleichen Trott, ging es morgens in die Uni, Abends nach Hause, und dann auch noch lernen und arbeiten. Immerhin konnte Sie online arbeiten bei freier Zeiteinteilung, und sass so auch noch abends vor dem Rechner.
Ein wenig Freiraum für ihre Entfaltung gab ihr ein Online-Rollenspiel, in dem sie mit ihrem Avatar aus dem immergleichen Trott ausbrechen und einen kleinen Freiraum geben konnte. Ja, natürlich machte Sie dort unanständige Sachen. Frivol, für manche sicher auch pervers, waren die Spiele. Sie genoss die Spiele dort, Spiele mit Dominanz und Unterwerfung.
Eines Tages traf sie einen besonderen Mann...oder besser er sie: "Sabrina, du scheinst interessant zu sein...und wert dich kennenzulernen. Komm und besuch mich, wenn du kannst." Tja...was macht man nicht alles aus Langeweile, oder?
Auf seiner Sim angekommen sah sie sich um. "Hübsch hier...und man kann erkennen, du hast ein Faible für Bondage und Kontrolle, wie?" Um sie herum standen Fesselgerätschaften aller Art.
Er lächelte. Nach einem Moment des Schweigens sprach er: "Hallo, mein Name ist Tom. Ja, es ist meine Obsession. Ich suche die perfekte Spielgefährtin für mich. Du erscheinst mir vielversprechend. Dein Profil, deine Gruppen und dein Bild deuten auf unerfüllte Neigungen in dem Bereich hin. Dir gefällt es, dich unterwerfen zu lassen und suchst einen starken Mann, der über dich bestimmt, nicht wahr?"
Au weia, dachte Sabrina, wie hat er das so schnell herausgefunden? Die Gedanken rasten dahin. "Ja, wie kommst du so schnell darauf? Und was schwebt dir vor?"
"Nun, eigentlich ist es einfach. Ein wenig Ahnung in Psychologie, ein paar Daten erfassen und interpretieren und die Lösung liegt auf der Hand. Und was mir vorschwebt? Ich will dich, mit Haut und Haaren."
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Teardrop