Katharina konnte von ihrem Platz aus alles beobachten und hatte sich die Hände vor die Mund gelegt. In hilfloser Faszination sah sie zu, wie der Mann, dem sie so viele Erlebnisse zu verdanken hatte, der sie dominiert und immer wieder über ihre Grenzen hinaus getrieben hatte, jetzt selber gnadenlos unterworfen wurde.
Gefesselt, unter der Peitsche zuckend und stöhnend, sah er wundervoll aus - angespannte Muskeln, die sich wölbten und zitterten, sich streckten und wieder nachgaben - und dann die Hingabe in dem Moment, als Henri ihn mit seinem Schwanz durchbohrte und fest in seinem Griff hielt. Sie konnte Christians Gesicht erkennen, das sich verzerrte vor Schmerz und vor Lust, und die lustvolle Unterwerfung in seinen Bewegungen, wie er unter den harten Stößen von Henri zuckte und an seinen Fesseln zerrte.
Neben sich hörte sie ein Stöhnen und drehte den Kopf. Marion hatte sich vorgebeugt und das Geschehen vor ihr mit weit geöffneten Augen in sich aufgesogen: „Ohhh, du lieber Himmel“, keuchte sie und lehnte sich wieder in die Sofakissen zurück, heftig nach Atem ringend, eine Hand an ihrer Kehle, „ wenn das keine geile Nummer war, weiß ich auch nicht“, fuhr sie fort und bedachte Katharina mit einem funkelnden Blick.
Katharina schaute wieder zu Chris, der jetzt völlig reglos, immer noch gefesselt, mitten auf dem Podest stand, den Kopf gesenkt, schweißglänzend und immer wieder erschauernd. Marion hatte Recht, erkannte sie. Allerdings würde sie das eben erlebte nicht als „geile Nummer“ bezeichnen. Das war weitaus mehr, viel mehr. Ihr Herz raste und sie spürte wie sich ihre Muskeln zusammen zogen und ein dumpfes, prickelndes Gefühl in ihrem Unterleib dazu führte, dass sie unruhig hin und her rutschte.
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Souldancer59