,,Warst Du heute beim Arzt?“ erkundigte sich mein Herr beim Abendessen und sah mich streng an.
Ich schüttelte den Kopf und wurde rot, ich schaute mir die Tischdecke an.
Ich hasse nun einmal Spritzen! Als ich klein war, wurde ich immer dazu gezwungen, nun bin ich alt genug, es selber zu entscheiden, eine Flüssigkeit mir in die Venen spritzen zu lassen. Panische Angst habe ich vor diesen Dingern. Das weiß mein Herr auch, aber ihm ist es herzlich egal.
,,Antworte mir,“ blaffte er mich an.
,,Nein, war ich nicht, ich habe den Termin abgesagt,“ murmelte ich.
,,Nicht dein Ernst, oder?“
,,Ich mag das nicht.“
,,Ach so, möchtest Du das Risiko eingehen, krank zu werden. Mein Gott, Isabel, an Hepatitis sterben Leute!“
Trotzig guckte ich ihn an, doch als ich seinen harten Blick sah, fanden meine Augen wieder das Tischtuch.
,,Sei bitte nicht sauer,“ flüsterte ich.
,,Ach Süße, ich bin nicht sauer auf Dich. Ich habe eine viel bessere Idee.“ Als ich sein Grinsen sah, wusste ich, was gleich auf mich zukam. ,,In fünf Minuten bist Du im Keller. Natürlich nackt, versteht sich!“
Ich nickte, stand auf, verlies das Wohnzimmer und lief in den Keller. Dort zog ich mich aus und kniete mich in die Ecke.
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kleine.träumerin