Die Lieferung (Und alles begann am Nikolaustag - 5)

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Die Lieferung

Charlotte verbringt tatsächlich eine unruhige Nacht, immer wieder kreisen ihre Gedanken um die Bewerbung die sie abgeschickt hat, und wie sich ihr Leben als seine Sklavin verändern würde. Jedoch ist sie zugleich beunruhigt, gibt es doch dabei erstens nicht zu unterschätzende Gefahren sich jemandem so auszuliefern, zudem hat sie die Nachricht dank ihres dummen Zögerns auch noch zu spät abgeschickt. So souverän sie auch bisher durch das Leben gekommen ist, im Moment war sie fürchterlich verunsichert, wie sie es noch nie erlebt hat. Mal wieder wacht sie aus einem Traum auf, in welchem sie sich in die Rolle der Sklavin gedacht hat und blickt auf die Uhr, welche sich auf dem Nachttisch befindet. Fünf Uhr morgens erst, aber sie kann einfach nicht vernünftig weiterschlafen.

Daher beschließt Charlotte es auch nicht mehr weiter zu versuchen, stattdessen springt sie aus ihrem Bett und schlurft direkt hinüber zu dem Computer. Sie möchte zu gern wissen, ob er ihr schon eine Antwort hat zukommen lassen und loggt sich daher schnell in das Mail-Programm ein. Doch zu ihrer Enttäuschung gibt es keine neuen Nachrichten, sodass sie direkt weiter in die Küche geht und sich erstmal einen Kaffee kocht. Mit diesem in der Hand verbringt sie die nächsten zwei Stunden gespannt vor dem Bildschirm ihres Rechners, in der Hoffnung endlich seine Antwort zu erhalten.  Aber es kommt nichts an, was ihre Verzweiflung immer weiter ansteigen lässt. Er würde sie jetzt nicht wirklich wegen zwei Minuten Verspätung fallen lassen, wo sie sich endlich überwunden hat dem ganzen Mal eine Chance zu geben. Charlotte ist kurz davor eine zweite Mail hinterher zu schreiben um zu erfahren was denn nun los wäre, entscheidet sich aber im letzten Moment dagegen. Sie würde ihn so sicher nicht umstimmen können, wenn sie direkt auf diese Weise an ihn herantritt. Stattdessen packt sie ihre Sachen zusammen und beschließt in die Universitätsbibliothek zu gehen, um etwas zu lernen.

Er steht mit seinem weißen Lieferwagen vor dem Haus, wo sich Charlottes Wohnung drin befindet und raucht genüsslich seine Zigarette. Mal wieder hat sein Boss ein neues Spielzeug entdeckt und es ist wie immer seine Aufgabe es ihm zu bringen. Die Anweisung ist klar, sie würde sich gegen Acht auf den Weg zur Universität machen und dort hat er sie zu schnappen. Die Fesseln sowie der Knebel liegen schon auf der Lagerfläche bereit und auch der Lappen mit dem Betäubungsmittel liegt neben ihm auf dem Sitz bereit. Er würde es einfach wie immer machen, an einer schlecht einsehbaren Ecke schnell sich heranschleichen, sein Opfer mit dem Mittel betäuben und direkt in den bereitstehenden Wagen ziehen. Einfach und effektiv. Ein letztes Mal an der Zigarette gezogen schmeißt er diese aus dem Fenster, als die Haustür geöffnet wird. Er zieht das Foto einer Frau im Dirndl hervor und vergleicht es mit der Person die gerade das Haus verlässt. Das dürfte seine Zielperson sein, die Maße die ihm sein Boss mitgeteilt hat passen auch. Dann mal ran ans Werk denkt er sich, reibt seine Hände und fährt mit dem Lieferwagen an die geplante Stelle der Entführung.

Charlotte verlässt das Haus gegen zehn vor acht und macht sich direkt auf den Weg zum Bahnhof. Selten ist sie so früh unterwegs, nicht weil sie die Dunkelheit fürchtet, doch sie hat sich im Studium angewöhnt eher lange zu schlafen. Nur wegen diesem doofen Kram konnte sie ja nicht schlafen. Sie geht gemächlich durch die kleinen Straßen des Wohngebietes, welches an diesem Morgen noch ganz verschlafen scheint. Zumindest begegnet sie kaum einem Menschen, vorhin nur eine Frau die ihren Hund Gassi führt und dieser große Mann, welcher wohl Pakete mit seinem Lieferwagen ausliefert. Immer noch in Gedanken versunken wie sie nun mit der Situation umgehen könnte setzt sie ihren Weg fort, als sie bemerkt, dass ihr Schnürsenkel aufgegangen sein muss. Charlotte kniet sich schnell zu ihrem Sportschuh herab und möchte diesen gerade wieder zubinden, als sie plötzlich ein Tuch auf das Gesicht gedrückt bekommt. Vollkommen überrascht versucht sie sich noch zu wehren und möchte nach hinten austreten, doch ihr Fuß landet im Leeren. Bevor sie überhaupt weiter reagieren kann merkt sie schon wie ihre Augen ganz schwer werden und die Kraft aus ihren Muskeln weicht. Ihr wird schwarz vor Augen und sie spürt nur noch wie sie jegliche Kontrolle über ihren Körper verliert, nur wenige Augenblicke später ist sie in Ohnmacht gefallen.

Das ist ja für ihn noch einfacher gewesen als sonst. Die musste doch tatsächlich genau an der geplanten Stelle auch noch ihre Schuh zubinden. So gut lief es schon lange nicht mehr, erst recht nicht als die ganzen Frauen mit Pfefferspray rumlaufen. Zufrieden schaut er hinter sich auf die Ladefläche, wo die bewusstlose Charlotte liegt. Natürlich bereits mit einem kleinen Knebel im Mund und die Arme und Füße mit einer Metallschellenkombination gefesselt. Immer wieder niedlich anzusehen wie sie so friedlich und unschuldig bei ihm schlummern, wenn sie nur wüssten was alles kommen würde, denkt er sich lachen und zündet sich eine Zigarette auf die gelungene Aktion an. Nun muss die Ware nur noch ausgeliefert werden stellt er zufrieden fest und steuert sein Gefährt in Richtung der Innenstadt. Angekommen an dem großen Büroturm öffnet er mit einer Fernbedienung das Zufahrtstor zur Tiefgarage und steuert den Lieferwagen sicher auf den Parkplatz. Gerade als er den Motor abstellt beginnt sich etwas auf der Ladefläche zu bewegen. Da hat er wohl ein bisschen zu wenig Betäubungsmittel erwischt, vielleicht wurde er doch etwas alt. In Ruhe betrachtet er wie Charlotte wohl langsam ihr Bewusstsein wiedererlangt.

Nur ein schwacher Lichtschein erleuchtet die Umgebung als sie aus der Ohnmacht erwacht. Es dauert nicht lange bis sie wieder klar ist und sie spürt sofort die Panik in sich aufsteigen. Was ist mir ihr passiert? Und wo ist sie nun? Charlotte möchte nach Hilfe rufen, doch sie vernimmt selbst nur einen dumpfen Ton um dann mit Entsetzen festzustellen, dass man sie wohl geknebelt hat. Langsam bekommt sie auch wieder ihr Gespür zurück und merkt nun die Riemen welche sich um ihren Kopf legen und den Knebel tatsächlich in Position halten. Doch das ist noch nicht alles, an ihren Gelenken nimmt sie etwas Kühles wahr, sodass sie augenblicklich versucht diese zu bewegen. Viel Spielraum hat sie jedoch nicht und Charlotte muss realisieren, dass man sie nicht nur geknebelt, sondern auch noch gefesselt hat. Trotzdem bemüht sie sich wiederholt irgendwie aus der Situation zu befreien, doch alles Ziehen und Strampeln hilft ihr nicht weiter, sodass sie nach einer Minute resigniert aufgibt, um ein wenig Kräfte zu sparen für das was noch kommen mag.

Ihm gefällt dieses Schauspiel sehr, was sich ihm dort bietet, er beobachtet den Kampf der jungen Frau mit den Fesseln amüsiert und raucht dabei wieder mal eine Zigarette. Mit der würde sein Boss sicher Spaß haben denkt er sich lachend und macht sich dann daran alles für das Ausladen der Ware vorzubereiten. Er öffnet das Handschuhfach und zieht einen schwarzen Sack aus diesem, da die Betäubung nicht lange genug angehalten hat muss er ihr halt nun die Sicht mit einem Hilfsmittel rauben. Schnell sind die Schlüssel aus dem Schloss gezogen, sodass er sich auf dem Weg zur Hintertür machen kann, welche er sogleich aufreißt. Sofort richtet Charlotte ihren Blick in Richtung des im ersten Moment beißenden Lichtes, doch er ist nicht gewillt ihr eine Chance zu geben, irgendetwas zu erkennen, nachdem sie sich an das Licht gewöhnt hat. Rasch springt er also auf die Ladefläche und hat den Sack innerhalb von Sekunden dem Fang über den Kopf gezogen. „Zeit die Ware auszuliefern“, spricht er das erste Mal mit ihr und hebt Charlotte, welche soweit es ihr möglich ist die Knie herangezogen hat und sich zusammenrollt, von der Ladefläche herunter. Zusammen mit einem Kollegen der nun zu ihnen stößt packt er sie an und gemeinsam schaffen sie die Ware zum Fahrstuhl, um sie im Büro des Bosses abzuliefern.

Auf einmal ist der Raum um sie herum mit viel Licht geflutet und Charlotte versucht fieberhaft sich an dieses zu gewöhnen, damit sie sich orientieren kann, wo sie nun gelandet ist. Es kommt ihr wie eine Ewigkeit vor bis ihre Augen sich an die neuen Lichtverhältnisse anpassen, als sie schemenhaft eine Figur erkennt. Von Statur könnte das der Lieferbote sein, denkt sie sich kurz, aber wie soll sie das bei dem Licht beurteilen können. Doch langsam werden die Konturen immer deutlicher, die Gewöhnung scheint schnell voran zu gehen. Plötzlich jedoch ist da nur noch schwarz und sie spürt wie etwas aus Stoff über ihren Kopf gezogen wird. Verdammt, diese Schweine denkt sie sich, aber es ist nun nicht die Zeit sich zu wehren. Sie muss ihre Kräfte sparen für eine bessere Fluchtgelegenheit. Charlotte vernimmt wie eine ihr unbekannte männliche Stimme von Ware ausliefern spricht und erschaudert. Was haben die bloß mit ihr vor, was für eine Ware sollte sie sein? In ihren Gedanken malt sie sich die schlimmsten Szenarien aus, während man sie offensichtlich zu zweit irgendwo hin transportiert. Erst als sie unsanft auf dem Boden landet wird sie aus ihrer Gedankenwelt gerissen und wartet gespannt ab, was nun passieren wird.

Michael sitzt in seinem Chefsessel und beobachtet in Ruhe wie seine Angestellten Charlotte vor ihm auf dem Boden ablegen. Beziehungsweise eher fallen lassen, schließlich wissen sie wofür er die Frauen zu benutzen pflegt. Er bedeutet den beiden starken Männern mit einem Handwinken kurz zur Seite zu treten und wendet sich dann direkt an das gefesselte Bündel am Boden: „Ich habe mir mal erlaubt dich zu deinem Vorstellungsgespräch abholen zu lassen, damit keine weiteren Verspätungen vorkommen, Sklavin“. Sie glaubt nicht recht zu hören, es war wirklich seine Stimme. Das kann nicht sein Ernst sein, dass er hinter dieser Entführung steckt und ihr solche Panik und Angst beschert hat. So möchte Charlotte gerade zu einem Sturm der Entrüstung ansetzen, bis ihr nach dem ersten Wort wieder einfällt, dass der Knebel dies verhindert. Michael und seine Handlanger lachen amüsiert als sie den vermeintlichen Protest wahrnehmen, welcher nicht viel mehr als ein gedämpftes Gemurmel darstellt.

Charlotte vernimmt das Gelächter der Herrschaften um sie herum und errötet leicht vor Scham. Irgendwie hat sie sich das Ganze etwas anders vorgestellt, wenn sie doch nur geahnt hätte wozu er in der Lage ist, dann hätte sie wohl niemals irgendeine Mail an ihn geschrieben. Aber dafür ist es nun zu spät. Sie spürt wie sich ihr jemand nähert und beginnt wieder leicht panisch an ihren Fesseln zu reißen. Michael sieht den Kampf den Charlotte da wieder aufnimmt und kniet sich schnell zu ihr hinunter, eine seiner Hand auf ihre Wange legend. Sanft streichelt er über ihr Gesicht durch den Stoffbeutel und merkt wie sie sich langsam beruhigt. „Also Sklavin, wenn du deine Bewerbung ernst meinst, würde ich dir dringend dazu raten, dass alles hier ernst zu nehmen. Sonst haben wir zwei sehr große Schwierigkeiten“, mahnt er Charlotte direkt und zieht ihr mit einem Mal den Sack vom Kopf. Sie blinzelt wieder und muss sich erneut an andere Lichtverhältnisse gewöhnen, bis sie nach ein paar Sekunden hinauf in sein Gesicht blickt, wie er sie freundlich anlächelt.

Er erhebt sich langsam und wendet sich dann von Charlotte ab, um zu seinem Chefsessel zurückzukehren. Dabei bedeutet er seinem Angestellten ihr die Fesseln und den Knebel abzunehmen, was dieser sogleich tut. Währenddessen hat Michael sich in den Sessel fallen lassen, seinen Blick auf die Sklavin am Boden gerichtet. Charlotte streckt zuerst einmal etwas ihre Arme und Beine, bevor sie dann seinen Augenkontakt sucht. Irgendwie ist das Nette von gerade verschwunden und die grünen Augen starren sie kühl an, als er sie plötzlich bestimmt auffordert sofort aufzustehen. Für einen kurzen Moment überlegt sie, ob sie eine Flucht versuchen sollte, jedoch sagt ihr ein Blick zur Tür, wo seine zwei Angestellten sich aufgebaut haben, dass dieses Unternehmen zum Scheitern verurteilt wäre. Also heißt es für sie weiter mitspielen und Kräfte schonen, sie würde schon ihre Gelegenheit bekommen. Charlotte steht also langsam vom Boden auf und stellt sich in der Mitte des Raumes hin, die Blicke aller Männer im Raum auf ihren Körper spürend.

Das erste Mal findet sie die Zeit ihren Blick durch den Raum schweifen zu lassen, es wirkt wie ein normales Büro, vor dem Chefsessel ein Schreibtisch, ein Aktenschrank an der Wand sowie eine Couch für Besucher. Und natürlich die riesigen Glasfenster hinter ihm, welche nur die Aussicht in den blauen Himmel zulässt. Also ein Hochhaus wohl, das würde die Flucht sicher nicht erleichtern denkt sie sich, als sie plötzlich unterbrochen wird. „Hol mir aus dem Schrank dort deine Akte Sklavin!“, befehlt er ihr und deutet zu dem Aktenschrank in der Ecke. Charlotte atmet kurz durch und folgt der Aufforderung etwas widerwillig, erst nach einem Zögern macht sie sich auf den Weg zum Aktenschrank und öffnet diesen. Schnell entdeckt sie in der Registerkarte C ihren Namen und bringt die Akte zu ihm, welche ihr ein wenig umfangreich vorkommt dafür, dass sie sich erst so kurz kennen.

Fotos, welche sie nach vorne gebeugt in dem Hotelzimmer zeigen, mit geröteten Hintern. Weitere Aufnahmen aus einer Toilette, wo sie mit gefesselten Händen auf dem Boden kniet. Ein seitenlanges Dossier über ihr bisheriges Leben. Informationen über all diejenigen Menschen die ihr am Herzen liegen, inklusive ihres Freund. Charlotte spürt richtig wie die Wut immer weiter in ihr ansteigt, während er ihr mit triumphierenden Gesichtsausdruck alles zeigt, was sich in dieser mysteriösen Akte verborgen hält. Wo war sie hier bloß hineingeraten? Und wieso ist sie nur so blauäugig gewesen und hat direkt diese Gelegenheit ergriffen ohne auch nur einmal vernünftig darüber nachzudenken. Ihre Augen verfolgen weiter jedes einzelne Blatt Papier, welches Michael in Ruhe aus der Akte zieht und ihr geradezu genießend unter die Nase reibt. Dem würde sie es schon zeigen, Arschloch, denkt sie sich als er endlich zum Schluss kommt und ihre Bewerbung hervorzieht. Mit einem kurzen Handzeichen bedeutet er seinen Angestellten den Raum zu verlassen und wendet sich dann direkt Charlotte zu, mit ernster und ruhiger Stimme spricht er: „Deine Bewerbung ist in Ordnung, kam ja nur etwas verspätet hier an. Aber der Chauffeur, den man dir selbstverständlich in Rechnung stellt, hat ja dafür gesorgt, dass du pünktlich noch zum Gespräch hier bist. Insofern würde ich sagen, du hast die Stelle, Sklavin.“

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Kommentare

Was als nettes kleines Spielchen für ein auf BDSM neugieriges Mädchen anfing, mit einem netten (nicht kleinen) Dom, entpuppt sich plötzlich als handfeste Versklavungsgeschichte? Das hatten wir uns aber anders gedacht :-)

Bisher hatte ich die Geschichte so als netten Zeitvertreib nebenbei eingestuft und mit Wohlwollen gelesen, aber jetzt wird es doch richtig interessant. Gefällt mir bisher sehr. Bin gespannt, wie es weiter geht.