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Unterwerfungsgesten - Kapitel 18 bis 22

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18

Tagebuchnotizen

 

„Ich möchte, dass du Julias Aufzeichnungen liest. Es sind zunächst Tagebuchaufzeichnungen. Sie beginnen noch in der Schulzeit, später werden es dann eigens für mich erstellte Berichte. Julia hat ihr Einverständnis gegeben, dass du sie liest.“

Mit diesen Worten gab die Lehrerin Irene eine Mappe mit Aufzeichnungen. Gedankenverloren hatte Irene die Tür geöffnet, als es geklingelt hatte.

Mehrere Wochen waren mittlerweile vergangen und Irene hatte diese mehr oder weniger gut totgeschlagen.

Sie konnte nicht genau sagen, welche Gedanken ihr durch den Kopf schossen, als sie die Lehrerin sah. Es war kein Hass, es war keine Abneigung, irgendwie war es Erleichterung, die dann aber schnell von einer unbekannten Instanz in ihrem Kopf weggewischt wurde, eine Erwartungshaltung vielleicht, so genau war das alles nicht zu benennen.

Irene war zu verwirrt, um sich ein Bild über den Zustand in ihrem Kopf zu machen.

So nahm sie die Mappe an und war erstaunt darüber, dass die Lehrerin keine Anstalten machte, ein Gespräch mit Irene zu suchen.

Sie wusste nicht einmal mehr, ob sie das gewollt hätte.

Zunächst legte sie die Mappe einfach weg, gewillt sie zu ignorieren. Doch ihre Gedanken kehrten immer wieder zu ihr hinweg und so ergriff sie die Aufzeichnungen schließlich doch.

 

1. Eintragung

Heute hat mich Frau Wantia total komisch angesehen. Wir machten gerade irgendeine Aufgabe und sie lief durch die Klasse. Ich habe mich nicht drum gekümmert.

Auf einmal sah ich, wie sie am Fenster lehnte und mich ansah. Ich hatte das bauchfreie Top an. Zuerst dachte ich mir nichts dabei. Als ich aber einige Augenblicke später noch mal guckte, sah sie mich immer noch an.

Ich habe so getan, als hätte ich es nicht bemerkt und dann habe ich mich aufgerichtet und so richtig ausgestreckt, meinen nackten bauch so richtig gezeigt.

Der Spinner am anderen Tisch wäre fast vom Stuhl gefallen. Aber der interessiert mich nicht. Die Wantia starrte mich die ganze Zeit an.

Komisch.

 

2. Eintragung

Heute hat sie mich schon wieder angesehen. Ich habe extra das weite Top angezogen. Als sie hinter mir stand, habe ich sie irgendwas gefragt und mich leicht nach vorne gebeugt. Sie konnte mir genau in den Ausschnitt sehen und sie hat‘s auch gemacht.

Irgendwie ein geiles Gefühl, dass meine Lehrerin mich beglotzt.

Die Typen stehen alle auf sie. Ist ja klar. Die stehen aber auch auf alles, was Titten hat.

 

3. Eintragung

Heute habe ich sie mir angeguckt. Nicht so, wie sie mich, sie trägt ja nicht so offene Klamotten. Sie sieht eigentlich ganz nett aus.

Ziemlich sexy für eine Lehrerin.

Mannomann. Die ist echt noch knackig und von der lasse ich mich gerne begaffen. Lieber als von diesen pickligen Typen in meiner Klasse.

Heute bin ich nach der Stunde zu ihr gegangen, hab sie was gefragt und mich über das Pult gebeugt, an dem sie saß. Die konnte mir bis zum Bauchnabel sehen.

Und das hat sie auch gemacht.

Ich hab ne Gänsehaut bekommen, als ich ihre Blicke auf meinem Vorbau gespürt habe. Geil!

 

4. Eintragung

Oh, Mann, das war scheiße heute!

Heute hat mich die Wantia voll fertig gemacht vor der ganzen Klasse. Ich musste nach vorne kommen und da hat die mich total ausgequetscht. Hausaufgaben abfragen. Hab ich natürlich nicht gemacht. Keiner hat die gemacht. Aber wen pickt die raus? Mich! Die hat mich aufm Kicker.

„Julia, wie heißt dies? Wann war das und was bedeutet das? Erklär mal das.“

Was weiß ich denn?

„Du hast wohl deine Hausaufgaben nicht gemacht?“

Mann, das hast du aber schnell gecheckt.

Aber das komische war, als die mich so ausgequetscht hat, da hat die sich so hingestellt, dass nur ich sehen konnte, wie die sich immer am obersten Knopf der Bluse rumgefummelt hat und einmal, bei so einer ganz fiesen Frage hat die sich an die Brüste gepackt und ich könnte schwören, dass die dabei gelächelt hat.

Ich konnte mich echt nicht konzentrieren auf ihre Fragen.

Macht die mich an oder was?

Das kann doch nicht sein, dass die mich anmacht.

Was zum Teufel soll das?

Ich habe später Anita gefragt, die hat aber nix gesehen.

Die meinte, ich würde spinnen. Und dann meinte sie, ich würde auf meine Lehrerin stehen und wie arm das wäre.

Ich habe gesagt, sie soll zum Teufel gehen.

Als ich abends im Bett lag, hab ich nachgedacht.

Geil ist die schon. Der Gedanke, was mit meiner Lehrerin zu haben, hat mich schon angemacht. Ich habe mir mit dem Gedanken an sie einen runtergeholt.

 

5. Eintragung

Zwei Wochen sind vergangen und sie hat nichts getan.

Diese verdammte Schnalle. Ich habe sie mit allen Tricks versucht, anzumachen. Ich habe die Tops angezogen, die am tiefsten ausgeschnitten sind. Wenn die Typen hinter mir herlaufen, stolpern sie über ihre eigenen Füße, sehen sie meine tief geschnittenen Jeans und den Tanga, der rausschaut. Meinem Mathelehrer läuft förmlich der Sabber aus dem Mundwinkel, wenn er mich in meinen bauchfreien Tanks sieht.

Und was macht sie?

Sie beachtet mich gar nicht.

Sie nimmt mich auch nicht mehr dran.

Ich melde mich wie eine Irre, mache im Unterricht mit, mache meine Hausaufgaben ständig, sie kümmert sich gar nicht darum.

Ich warte nach dem Unterricht und stelle ihr idiotische Fragen, halte ihr meine Titten hin und was macht sie? Sie beantwortet meine Fragen und sieht mir dabei ganz normal in die Augen!

Das kann doch nicht sein?

Wie kann die mich zuerst so anmachen und dann plötzlich nicht mehr reagieren?

Die kann mich doch nicht so abservieren!

Vor einigen Tagen habe ich mir Papas Kamera ausgeliehen. Er hat eine verdammt kleine Digitalkamera. Ich habe sie heimlich im Unterricht fotografiert und dann auf dem Schulhof. Nach der Schule habe ich auf sie gewartet und sie auf dem Parkplatz noch einmal fotografiert. Ich wollte einfach ein Bild von ihr haben. Die meisten sind nichts geworden, aber einige habe ich ausgedruckt. Ich muss natürlich aufpassen, dass die niemand sieht.

 

6. Eintragung

Heute habe ich harte Geschütze aufgefahren. Von Irene habe ich mir ein Kleid geliehen, ein Sommerkleid, ein ganz kurzes. Sieht zwar ein bisschen nach Rentner aus, aber es ist kurz. Während des Geschichtstests habe ich mich genau vor ihr Pult gesetzt. Und dann habe ich meine Beine gespreizt und mir während des Tests die Schenkel gestreichelt.

Ich musste natürlich höllisch aufpassen, dass das keiner meiner Mitschüler sieht, aber die waren alle mit dem Scheiß Test beschäftigt. Sie musste das gesehen haben.

Und sie hat es auch gesehen. Einmal hat sie mir tief in die Augen gesehen!

Sie hat mich angesehen!

Gott diese Augen! Ich war ganz hin und weg.

 

7. Eintragung

Test 5.

Scheiß drauf.

Ich muss unbedingt aufschreiben, was heute passiert ist. Ich kann es selbst nicht glauben!

Oh Mann!

Nachdem ich mit dem Kleid so einen Erfolg gehabt habe, habe ich es noch weiter getrieben. Heute hatten wir wieder bei Wantia und ich habe das gleiche Kleid wieder angezogen. In der Pause bin ich ins Klo gegangen und habe den Slip ausgezogen und dann habe ich in der Klasse meine Beine so gespreizt, dass sie meine nackte Pussi sehen konnte. Es war ein absolut geiles Gefühl, sich so meiner Klassenlehrerin zu zeigen.

Und total bekloppt, denn wer traut sich schon so was?

Sie hat‘s gesehen, aber sie hat sich nichts anmerken lassen.

Nach der Stunde hat sie mich nach vorne gerufen und total den Aufstand gemacht.

Was mir einfallen würde, so vor ihr zu posieren?

Hier ohne Höschen rumzulaufen und das auch noch so zu zeigen.

Ich habe natürlich alles abgestritten und ihr gesagt, dass ich wohl eins trage.

Sie ist total ausgeflippt und meinte, ich solle aufhören zu lügen.

Ich hab ihr gesagt, dass ich eins anhabe.

Dann hat sie gesagt, dass man das einfach überprüfen könnte. Sie solle einfach den Rock hochheben.

Ich hab natürlich gesagt, dass ich das nicht mache. Dann hat sie gesagt, dass ich das jetzt und hier machen könne oder sie mit mir zur stellvertretenden Direktorin gehen könnten, damit das vor Zeugen geklärt wird.

Die stellvertretende ist total bescheuert und außerdem schon mindestens 55. Das wollte ich nicht.

Ich habe also zugestimmt und den Rock gehoben.

Irgendwie war das peinlich und dann aber auch wieder spannend, mich so der Lehrerin zu zeigen.

Sie hat mir gesagt, ich solle so stehen bleiben und ist dann um mich herum gelaufen, damit sie auch noch meinen Arsch sehen konnte. Dann durfte ich den Rock wieder fallen lassen. Ich war sogar ein bisschen enttäuscht, das war ein geiles Gefühl gewesen.

Aber es war noch nicht zuende.

Sie sagte, so könne ich den Rest des Tages nicht rumlaufen. Ob ich ein Höschen dabei hätte. Hatte ich na klar, aber ich wollte das Spiel noch was mitmachen. Ich fand das total geil, mich so betrachten zu lassen.

Also habe ich nein gesagt.

Sie hat einen Moment überlegt:

„Dann müssen wir improvisieren.“

Sie kramte aus ihrer Tasche einen ausgeleierten Gummi heraus und ein paar Tempotaschentücher und ein paar Büroklammern.

Ich wusste erst gar nicht, was das alles sollte.

Aber sie meinte:

„Dann machen wir dir jetzt einen Slip und wehe du verlierst den.“

Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte.

Ich musste den Rock wieder heben.

Sie kniete sich vor mich und ich musste in den Gummi steigen.

Oh Mann, ihr Kopf war ganz nah an meiner Muschi.

Das kann sich auch keiner vorstellen.

Den zog sie hoch, über meine Hüften und lies ihn auf meine Hüften klatschen. Das tat ziemlich weh und ich zuckte zusammen und beschwerte mich.

Sie sagte, ich solle den Mund halten.

Dann nahm sie zwei Tempos, faltete die zu zwei Dreiecken und klemmte die mit der Büroklammer zusammen.

Dann musste ich in die beiden Dreiecke steigen und sie befestigte sie mit Büroklammern an dem Gummiband.

Die ganze Zeit über musste ich den Rock hochhalten und ihr Gesicht war ganz nah an meiner Muschi und meinem Arsch.

Und ihre Finger, die an meiner Hüfte rumfummelten!

Oh Mann, ich wurde echt heiß!

Total geil.

Das hält doch nie, meinte ich nur.

Und sie: Ich werde das nach der sechsten Stunde noch mal überprüfen, und wehe das Teil ist nicht mehr da.

Es war ein wirklich fieses Gefühl. Mit diesem Gummiband, das mir in die Haut schnitt und diesem Papierslip. Dann stach mich eine Klammer genau in die Muschi, ich musste die ganze Zeit auf einer Arschbacke sitzen.

Es war ein Scheißgefühl!

Ich fühlte mich, als hätte ich eine verdammte Windel an.

Und dann in der nächsten Stunde, da holte die mich sogar an die Tafel. Ich musste aufstehen und verdammt vorsichtig nach vorne tippeln, denn ich spürte, dass das Teil rutschte.

Die ganze Klasse fragte sich, was ich denn wohl hätte.

Es war super peinlich.

Und sie hat nur fies gelächelt. Ich hätte ihr eine klatschen können.

Ich war froh, als ich mich wieder setzen konnte.

So eine hinterhältige Kuh.

Nach der stunde sagte sie mir, dass ich nach der sechsten vor dem Lehrerzimmer warten solle, sie würde überprüfen, ob der Slip noch da sei.

Die hat sich echt Zeit gelassen, bis sie endlich kam. Alle anderen waren schon gegangen, als sie endlich kam. Ich habe mindestens 15 Minuten gewartet.

Ich war total sauer, wie die mich behandelt hat.

Das habe ich ihr auch gesagt. Ich hab ihr gesagt, dass sie das mit mir nicht machen könne, dass sie so keine Schüler behandeln könne.

Und dann hat sie echt cool reagiert, sie meinte:

„Du hast recht. Ich habe nicht das Recht. Du hast zwei Möglichkeiten. Du kannst jetzt einfach gehen und wir vergessen alles. Ich werde dich wieder so wie alle anderen behandeln. Du hast keine Nachteile zu befürchten.“

Oder?

„Oder du hebst jetzt den Rock und zeigst mir, dass du ein braves Mädchen warst. Dann kommst du in den Genuss meiner Aufmerksamkeit. Was das heißt, kannst du dir denken. Überleg es dir.“

Ich wusste echt nicht, was sie meinte, aber ich sah ihren Blick.

Eigentlich total bescheuert.

Warum soll ich mich von einer Lehrerin noch weiter nerven lassen, als sie das ohnehin schon in der Schule tut?

Aber die hatte mich am Haken.

Ich habe echt den Rock für die angehoben.

Dann durfte ich gehen.

Oh Mann, wenn ich nur daran denke, muss ich schon wieder an mir rumspielen.

 

8. Eintragung

Am nächsten Tag rief sie mich nach der Klasse zu sich und sagte mir, dass sie meine Klamotten nicht gut fand.

Dabei hatte ich mich extra für sie in Schale geworfen.

Ich hatte ein tief ausgeschnittenes und bachnabelfreies Top an, eine tief geschnittene Jeans, aus der vorne und hinten ein durchsichtiger String schaute.

Ich sah verdammt heiß aus.

Den Pickel-Bubis beulten die Hosen aus und man musste aufpassen, auf deren Sabber nicht auszurutschen, so glitschig war der Boden.

Hätten die ein Thermometer an mich gehalten, die ganze Schule hätte sofort hitzefrei bekommen.

Ich war die Göttin dieses ganzen verdammten Ladens.

Und was sagte die Wantia?

„Du hast es doch nicht nötig, dich so aufzutakeln. Du siehst aus wie eine Bordsteinschwalbe.“

Ich musste mich vor sie hinstellen.

„In ein paar Monaten verlässt du die Schule mit dem Abi, und du läufst immer noch rum, als wärst du gerade in die Pubertät gekommen. Warum zeigst du einfach so alles, was du hast? Du bist attraktiv, aber es wirkt billig, wenn du das jedem einfach so zeigst.“

Und dann nahm sie ihren Rotstift und fuhr den Träger meines Tops langsam entlang. Die Schulter hinunter, über die Wölbung meiner Brüste und wieder hoch zu der anderen Schulter. Dann über den Bauch, sie umkreiste meinen Bauchnabel und fuhr über den Bund der Jeans.

Das war ein total geiles Gefühl. Da hat es echt geknistert. Ich habe eine Gänsehaut bekommen, und sie hat mich richtig angemacht.

Meine Fresse, ich hätte nicht gedacht, dass die mich so heiß machen kann.

Und mit dem Rotstift. Das hat die bestimmt absichtlich gemacht, denn mit dem Stift macht die ja ihre Noten und korrigiert ihre Arbeiten. Das ist so eine Art Machtsymbol oder so.

Sie meinte, ich solle viel weniger Haut zeigen und den Anblick für spezielle Menschen aufsparen, die es Wert wären.

Ab morgen soll ich mich anders zeigen.

Ich weiß nicht. Sie hat ja irgendwie recht, aber ich zeige mich halt gerne.

 

9. Eintragung

Irgendwas stimmt mit Irene nicht. Die benimmt sich in letzter Zeit total komisch. Letztens habe ich gehört, wie sie mit Frau Wantia telefoniert hat. Sie hat sich ganz komisch benommen, ich kann es nicht erklären.

 

10. Eintragung

Irgendwas verschweigt sie mir. Es muss irgendwas sein, was ihr total peinlich ist. Mir ist aufgefallen, dass sie nur noch Röcke trägt. Und dann die neue Wohnzimmereinrichtung. Wir haben keine Kaffeemaschine mehr, sondern eine Espressomaschine. So ein Quatsch. Sie macht jetzt Sport. Albern.

Ich wüsste gerne, was da los ist. Vielleicht hat sie einen neuen Macker. Wird ja auch irgendwie Zeit. Neuerdings geht sie öfters weg. Auch abends. Aber wenn man sie fragt, dann druckst sie nur rum und wird verlegen.

Vielleicht sollte ich ihr mal nachspionieren.

 

11. Eintragung

Sie hat mir einiges versprochen, wenn meine Noten besser werden und ich mich besser benehme.

Ich arbeite jetzt wie eine Wilde! Keine Ahnung, was sie zu bieten hat, sie hat nichts konkretes gesagt, aber ich nehme alles, was sie mir gibt!

Wie haben uns unterhalten, ich habe ihr gesagt, dass ich Tagebuch schreiben und sie hat mir gesagt, ich solle die Passagen, die sich mit ihr beschäftigen, kopieren und ihr mitbringen. Das ist eigentlich verdammt viel verlangt, wenn man bedenkt, dass so ein Tagebuch doch das persönlichste der Welt ist.

Ich habe es natürlich gemacht. Sie sagte nur, dass ich damit weitermachen soll wie bisher. Das werde ich.

 

12. Eintragung

Hab lange keine Zeit gehabt, zu schreiben. Klausuren und fürs Abi pauken. Mann. bin ich froh, wenn das alles vorbei ist.

In den letzten Wochen hat sich viel verändert.

Ich zieh mich jetzt jeden Tag so an, wie Frau Wantia das bestimmt. Das heißt keine nuttigen Klamotten mehr. Manchmal ein Rock, aber ein langer. Ich habe mich dran gewöhnt.

Vor zwei Wochen musste ich abends zu ihr kommen.

Sie hätte von Mitschülern gehört, dass ich neuerdings eine Tätowierung oder ein Piercing hätte.

Das war Quatsch, aber sie hörte nicht auf mich und so befahl sie mir, dass ich mich ausziehen sollte.

Das tat ich natürlich verdammt gerne.

Sie saß in einem Sessel und sah mir zu, wie ich mich auszog.

Mir liefen Schauer über den Rücken und ich wurde so richtig feucht.

Ich spreizte meine Beine ein wenig und hoffte, dass sie es sah und irgendwas machen würde.

Frau Wantias Augen haben etwas total erregendes. Sie sind kalt und man kann es mit der Angst bekommen, wenn sie einen ansieht. Aber sie sind auch total scharf. Man kann ihr nicht lange in die Augen gucken, dann muss man wegsehen. Es ist komisch.

Sie saß nur da, bis ich total nackt war.

Dann stand sie auf und kam zu mir. Sie blickte auf jeden Quadratzentimeter meines Körpers. Mir lief es echt heiß und kalt den Rücken runter.

Damm stellte sie sich hinter mich und ich spürte ihre Augen auf meinem Rücken.

Ich konnte das echt nicht mehr aushalten und bettelte darum, dass sie mich anfassen sollte.

Ich flehte wirklich, dass ich ihre Hände auf meinem Körper spüren wollte, dass ich wirklich alles täte, wenn sie mich anfassen würde.

Ich wollte sie küssen.

Ich wollte von ihr in den Arm genommen werden.

Ich wollte von ihr verwöhnt werden.

Gott, ich will alles von ihr!

Ich habe blitzschnell ihre Hand ergriffen und sie in meine feuchte Muschi stecken wollen, um ihr zu zeigen, wie scharf ich auf sie bin, aber sie hat sie weggezogen.

Ich bin auf die Knie gefallen und habe gefleht. Und dabei bin ich immer schärfer geworden.

Auf einmal spürte ich, wie mir mein Saft die Schenkel runter floss. Nur ganz wenig, aber ich sah, wie es glänzte, und der Anblick machte mich noch schärfer.

Und dann hat sie mich angeschrien.

Sie war total außer sich.

So habe ich sie noch nie gesehen.

Meinte, ich solle mich beherrschen und dass ich es bereuen würde, wenn ich nicht sofort aufhören würde.

Aber ich konnte nicht.

Ich konnte nicht aufhören.

Dann drückte sie meinen Kopf auf den Boden, aber meine Knie blieben oben, sodass mein Arsch in die Luft ragte.

Sie sagte mir, ich solle so bleiben.

Endlich, dachte ich, jetzt besorgt sie es mir.

Aber dann hörte ich ein fieses Zischen und es knallte superheftig auf meiner linken Arschbacke.

Es tat echt höllisch weh.

Dann noch so ein Schlag auf die andere Backe.

Und dann noch einen genau dazwischen auf meine feuchte Muschi.

Ich dachte echt, ich würde ohnmächtig und kippte zur Seite und heulte nur noch.

Das war echt brutal.

Sie setzte sich wieder in ihren Sessel und sah mir zu, wie ich auf dem Boden lag.

Die hatte mich mit einer Fliegenklatsche geschlagen.

Mit einer verdammten Fliegenklatsche!

Kann man sich das vorstellen!

Als ich mich endlich einigermaßen beruhigt hatte, sagte sie, ich solle sie ansehen.

Und dann sprach sie ganz ernst mit mir. Sie meinte, sie würde mich mögen, sie würde viel von mir halten und sie hätte etwas in mir entdeckt, aber ich müsse lernen, mich zu beherrschen und zu gehorchen, bevor ich weiter gehen könnte.

Ich habe keine Ahnung, was sie meinte.

Und wenn ich nicht gehorchen würde, dann würde ich dafür büßen müssen oder sie würde mich wegschicken.

Dann musste ich mich anziehen und gehen.

Nur meinen Slip behielt sie.

Jetzt, wo ich das schreibe, muss ich daran denken, wie geil das doch alles war. Mit tun immer noch die Backen weh.

Oh Mann, ich bin schon wieder rollig.

 

13. Eintragung

So, Abi ist geschafft!

Die Noten sind besser, als ich gedacht hätte. Aber ich habe auch wirklich dafür gelernt.

Frau Wantia hat mich heute zu sich eingeladen.

Ich freu mich schon total drauf.

Sie hatte mir versprochen, wenn ich mit Abi fertig wäre, dann könnte ich was erleben.

Ich bin fertig und sie ist zufrieden mit meinen Leistungen. Eine Belohnung habe ich mir echt verdient!

 

14. Eintragung

Sie hat mich über Irene ausgefragt. Sie wollte wissen, wie ich zu ihr stünde und was ich von ihr hielte. Ich habe alles wahrheitsgemäß beantwortet.

Es war seltsam.

Immerhin weiß ich jetzt, dass Irenes komisches Verhalten mit Frau Wantia zu tun hat.

Ist schon komisch.

Sie will mir jedenfalls etwas zeigen. Etwas schenken, hat sie sogar gesagt.

Nächsten Dienstag soll ich zu ihr kommen.

Ich habe die Aufgabe erhalten, von dem, was ich da sehe, einen genauen Bericht anzufertigen. Wie in der Schule.

Das hört sich nicht sehr witzig an. Warum soll ich irgendwelche Aufsätze schreiben, das ist doch doof!

Immerhin habe ich das Abi!

Naja, ich habe ihr versprochen, dass ich mich anstrenge.

 

Hier endeten die Eintragungen, als nächstes kam der Bericht Julias, der Irene so erschüttert hatte.

Sie las ihn erneut und fuhr dann fort mit der nächsten Eintragung nach dem Bericht:

 

15. Eintragung

Von jetzt an ist das hier so was wie ein Berichtsheft. Kein Tagebuch mehr.

Ich soll alles aufschreiben, was mit Irene und Frau Wantia und mir zu tun hat. Es ist eine komische Sache. Auf der einen Seite ist es super persönlich, was ich hier aufschreibe, auf der anderen Seite wird Frau Wantia das alles lesen, und sie meint, dass Irene das vielleicht auch zu lesen bekommt. Und sie sagt, dass ich offen und ehrlich sein soll und meine Gedanken so aufschreiben soll. Ich soll mir keine Gedanken machen, was Frau Wantia davon hält und ich soll nicht rumschleimen oder so.

Ich bemühe mich.

Auf der anderen Seite bin ich heute bestraft worden für den Bericht, den ich abgeliefert habe.

Frau Wantia meinte zwar, dass es keine Strafe sei, sondern dass ich nur etwas lernen müsse, aber für mich hat sich das verdammt wie eine Strafe angefühlt.

Außerdem soll ich meine Sprache ändern. Ich soll die Vulgärsprache einschränken. Also nicht mehr fluchen.

Und dann soll ich nicht mehr in dieser Berichtsform schreiben, sondern mit wörtlicher Rede, wenn irgendwer was sagt. Das würde es alles plastischer machen.

Ist ja wie in der Schule.

Aber ich versuche es.

Naja, dann schreibe ich mal auf, was nach dem Bericht passiert ist.

Ich bin nachhause gegangen und bin, weil ich das sollte, Irene aus dem Weg gegangen. Ich bin in mein Zimmer gegangen und habe Musik gehört. Am nächsten Morgen am Frühstückstisch war ich ganz kurz angebunden, damit sie nichts mitbekommt. Es war schwer.

Ich konnte mir ein Grinsen echt nur schwer verkneifen.

Frau Wantia hat mir am nächsten Tag eine SMS geschickt. Ich solle um 17 Uhr zu ihr kommen.

Ich war natürlich pünktlich.

An der Tür steckte ein Briefumschlag.

„Geh mit gesenktem Kopf ins Wohnzimmer, knie dich in der Mitte auf den Boden und halte die Augen auf jeden Fall auf den Boden gesenkt.

Das tat ich also. Nur aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, dass Frau Wantia auf ihrer Couch saß.

Sie sagte: „Ich werde dich heute testen. Wenn du bestehst, lasse ich dich mehr kosten von dem, was du bereits gesehen hast. Wenn du versagst, werde ich dich bestrafen oder sogar fallen lassen. Hast du verstanden?“

Ich sagte nur: „Ja.“

„Gut“, sagte sie, „du wirst mich heute nicht ansehen, egal was passiert. Zunächst ein paar Worte zu deinem Bericht.“

Sie kritisierte zuerst, wie ich ja schon erwähnt habe, meine Sprache.

Dann sagte sie: „Und jetzt zum Inhalt. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem was du schreibst. Es gefällt mir und ich bin mir sicher, dass die Unsicherheiten, die du in deinem Bericht offenbart hast, bereinigen können. Du suchst nach deinem Platz und ich werde ihn dir zuweisen. Mach dir also keine Sorgen. Eins aber solltest du dir sofort abschminken. Du hast deine Stiefmutter nicht in der Hand und du wirst sie nicht erpressen. Was immer du tust, du wirst immer alles nur auf meine Anweisung und mit meiner Billigung tun, ist das klar?“

„Ja“, sagte ich nur, „Ich habe es ja nicht so -“

„Ich spreche jetzt“, würgte sie mich ab. „Dir gefallen beide Seiten des Spiels, aber einem solltest du dir immer bewusst sein. Du wirst nie über oder auch nur neben mir stehen. Ich werde immer das Sagen haben. Wenn du auch nur einmal etwas ohne meinen Willen oder hinter meinem Rücken tust, dann wirst du das bitter bereuen.“

„Ich habe es verstanden.“

„Schön. Und um sicher zu gehen, dass du das auch nicht vergisst, werde ich dir jetzt zeigen, was ich meine. Du öffnest jetzt deine Hose und ziehst sie und deinen Slip bis auf die Knie runter.“

„Verstanden.“

Ich tat, was mir befohlen worden war und achtete darauf, sie nicht anzusehen. Natürlich wusste ich, was kommen würde und ich hoffte nur, dass es nicht zu schlimm werden würde.

Dann sagte sie: „Beug dich vor und leg deinen Kopf auf den Boden.“

Ich machte, was sie wollte. Mein Hintern ragte in die Höhe, wie bei den Enten im Park. Sie stand auf und kam näher. Ich konnte es hören und ich sah ihre Schuhe auf mich zukommen.

„Mir liegt nichts an Schmerzen. Ich bereite anderen nicht gerne Ungemach. Aber du solltest lernen, dass ich keine Nachlässigkeiten dulde.“

Als ob ich das nicht aus der Schule kannte. Sie war manchmal wirklich unbarmherzig gewesen.

„Deshalb heute eine Lektion, die du so schnell nicht vergessen wirst. Hoffen wir, dass du das heute zum ersten und zum letzten Mal erleben wirst.“

Sie machte mir wirklich angst. So hatte ich mir all das nicht vorgestellt, aber ich würde das schon ertragen.

Dann sagte sie: „Sagen wir ein Duzend.“

Wenn ich an die Schmerzen der letzten Schläge dachte, dann wusste ich, dass ich das nicht würde ertragen können. Aber ich protestierte nicht, sonst hätte ich vielleicht noch mehr bekommen.

„Du zählst mit.“

Und eine Sekunde später zischte diese Fliegenklatsche schon auf meine linke Pobacke.

Es brannte wie die Hölle.

„Eins“, presste ich hervor.

Wieder ein Schlag genau auf dieselbe Stelle.

Das letzte Mal hatte sie auf beide Backen geschlagen. Ich hoffte nur, dass sie nicht alle Zwölf auf eine Stelle schlagen würde.

„Zwei“

„Das nächste Mal lauter!“

Es war wie auf einer Sträflingsgaleere.

Ich würde die niemals alle aushalten.

„Drei“

Bei dem siebten Schlag fing ich an zu heulen. Mein ganzer Hintern brannte wie die Hölle. Sie hatte nicht gewechselt. Alle zwölf sollten auf eine Backe kommen.

Bei dem neunten Schlag fing ich an zu winseln, dass sie bitte aufhören solle, dass ich verstanden hätte, was sie mir mitteilen wollte und dass ich nie mehr ihre Befehle ignorieren würde. Die Tränen liefen mir in Strömen die Backen runter und musste ständig den Rotz aus der Nase wischen.

Und sie sagte: „Wenn du willst, höre ich auf. Du kannst jederzeit aufstehen und gehen. Ich halte dich nicht zurück. Du bist freiwillig hier. Du kannst gehen, wenn du willst. Aber dann brauchst du dich hier auch nicht mehr blicken zu lassen.“

In dem Moment hasste ich sie echt.

Wie konnte man nur so brutal sein?

Ich wollte ja, aber diese Schmerzen konnte ich nicht mehr ertragen, das musste sie doch verstehen. Ich war echt drauf und dran aufzustehen.

Ich riss mich zusammen und blieb liegen. Die letzten drei würde ich auch noch ertragen können. Es wäre dumm gewesen, jetzt aufzugeben.

Beim elften Schlag war ich wieder total fertig und flehte und bettelte wieder, dass sie mir den letzten ersparen sollte, dass ich doch schon so viele ertragen hätte.

Es war idiotisch, den einen hätte ich auch noch hinnehmen können, aber die ganze Heulerei hatte mir wohl das Hirn ausgetrocknet.

Ich faltete meine Hände zusammen und flehte sie an, wie Jesus in der Kirche.

Und sie stand da, sah von oben auf mich herab, ich sah sie an und heulte ihr was vor.

Und sie stand da und sagte keinen Ton.

Ich dachte zuerst, dass ich vielleicht Erfolg hätte, dass sie überlegte, ob sie mir den letzten Schlag schenken solle, also flehte ich weiter.

Und sie stand da und sagte immer noch keinen Ton.

Schließlich checkte ich es auch.

Ich hatte sie angesehen.

Schuldbewusst senkte ich wieder meinen Kopf.

„Das war nicht klug.“

Das wusste ich selbst.

„Ich habe dich gewarnt. Wenn du den Mund hältst und mir nicht mehr die Ohren zuheulst, gebe ich mich sechs weiteren zufrieden. Wenn ich nur ein Wort höre, werden es zwölf. Wenn du einverstanden bist, dann nicke doch einfach.“

Ich hasste sie. Wie konnte man nur so fies sein? Mir gingen echt Hunderte von Dingen durch den Kopf, die ich ihr hätte sagen wollen. Aber zwölf wollte ich auch nicht.

Also nickte ich nur.

„Na dann geht‘s weiter“, sagte sie und knallte mir den zwölften Schlag auf die linke Backe. Sofort liefen mir wieder die Tränen die Backen runter.

„Zwölf“, sagte ich nur mit Mühe.

„Gut, und jetzt noch sechs.“

Ich hatte Angst, ohnmächtig zu werden, doch sie schlug glücklicherweise auf die andere Backe.

Es war echt zu viel. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das durchhalten würde, aber irgendwann hörte sie auf.

„Das hast du gut gemacht, ich bin stolz auf dich“, sagte sie, und dann: „Du darfst jetzt gehen, aber sieh mich nicht an. Das war keine Strafe, das war nur eine Lektion und ein Ausblick darauf, was dich erwartet, wenn du dich mir wiedersetzt. Hast du verstanden?“

„Ja.“

„Dann darfst du jetzt gehen. Ich werde mich zu gegebener Zeit bei dir melden. Morgen erwarte ich deinen Bericht in meinem Briefkasten.“

Ich zog mir vorsichtig die Hose über meinen brennenden Hintern und verließ wie ein geprügelter Hund ihre Wohnung.

Mein Hintern ist immer noch total wund. Ich kann seit gestern nicht sitzen. Den Bericht habe ich auf dem Bauch liegend geschrieben. Ich werde wohl zu ihrer Wohnung laufen müssen, denn auf einen Fahrradsattel kann ich mich beim besten Willen nicht setzen.

Auf der letzten Seite befanden sich noch zwei knappe Fragen der Lehrerin:

Ist es das wert?

Bist du jetzt glücklicher?

 

 

19

Einsichten

 

Man ist sich des Wertes einer Sache erst bewusst, wenn sie verloren ist.

Ist Selbstachtung wichtiger als Befriedigung?

Führen moralische Maximen ins Unglück?

Was es das wert?

Bin ich jetzt glücklicher?

Zumindest die letzte Frage war einfach zu beantworten. Glücklicher war sie nicht. Sie war kreuzunglücklich.

Alles hatte sie verloren.

Wenn ihr in den letzten Tagen, in denen sie ihren Kopf zermartert hatte, eines klar geworden war, dann war das die Tatsache, dass sie ohne die Lehrerin nicht leben konnte.

Nicht ohne die unvermuteten Anrufe und Aufgaben, nicht ohne die bizarren Demütigungen, nicht ohne die Lust und Aufmerksamkeit.

Das, was sie heimsuchte, war mehr als Trennungsschmerz. Es war Liebeskummer. Die Frage, die sich ihr stellte, war die, wie die Lehrerin ihrerseits für sie empfand.

Liebte die Lehrerin sie ihrerseits?

Irene war klar geworden, dass es kein besseres Wort für ihre Beziehung zu der jüngeren Frau gab als Liebe.

Eine seltsame, vielleicht perverse Liebe.

Wenn sie sich herumkommandieren ließ, wenn sie sich demütigen ließ und sogar, wenn ihr Schmerzen zugeführt wurden, so empfing sie all dies als Akt der Liebe.

Es war ein Geschenk eines Liebenden.

Warum tat die Lehrerin all das?

Welche Motivation hatte sie?

War sie nichts anderes als eine Sadistin, die Spaß an der Demütigung fand?

War Irene austauschbar?

Durch jede andere Frau ersetzbar?

War sie zu einem Objekt degradiert?

Austauschbar?

Oder gab es eine besondere Bindung zwischen ihnen?

Beidseitig?

Die Lehrerin hatte einmal erzählt, dass sie noch nie zuvor eine derartige Beziehung zu einer Frau gehabt hatte, nicht einmal eine dominante Beziehung. Zuvor hatte sie ganz ordinäre Missionarsbeziehungen gehabt. Irene war also die erste Frau in ihrem Leben.

Sie musste also eine besondere Stellung inne haben.

So kalt konnte die Lehrerin nicht sein.

Irene ließ all die Begegnungen zwischen ihnen Revue passieren.

So kalt konnte die Lehrerin nicht sein.

Irenes Antworten wiederholten sich.

Aber warum hatte die Lehrerin so das Vertrauen Irenes gebrochen?

Warum hatte sie etwas so brutales getan?

Warum hatte sie Julia hineingezogen?

Sie hätte wissen müssen, dass Irene das nicht hinnehmen konnte.

Zwar hatten sie nie darüber gesprochen, aber das war doch klar.

Zwar hatte Irene Julia nie als eigene Tochter , eher als jüngere Freundin gesehen, aber dennoch war es unvorstellbar, was Julia gesehen hatte.

In den letzten Tagen hatte sie oft die Aufzeichnungen Julias gelesen. Und je öfter sie diese gelesen hatte, desto weniger hatte sie Stellen gefunden, in denen Julia ihren Unmut kundtat, in denen sie Irene kritisierte, in denen sie ihre Ablehnung formulierte. Stattdessen hatte sie im Prinzip die gleiche Lust formuliert, wie Irene selbst. Sie schien überhaupt nichts auszusetzen zu haben. Sie schien diese Menage a Trois sogar zu wollen ihr entgegenzufiebern.

War Irene die Spielverderberin, die all dem im Weg stand?

Scheiterte alles nur an ihr?

Auf der anderen Seite aber war es doch wohl nicht zu viel verlangt, dass sie bei einer solchen Entscheidung zurate gezogen wurde.

Ganz so einfach konnte man doch nicht über ihre Befindlichkeiten hinwegsehen. Oder doch?

Oder war das Teil des Spiels?

Teil der Beziehung?

Oder war sie nur eifersüchtig?

Hatte sie nur angst, dass das viel jüngere Mädchen sie ausstach. Irene hatte eigentlich nichts zu bieten, mit dem sie das jüngere Mädchen ausstechen konnte.

Vielleicht Lebenserfahrung und natürlich Geld.

Aber galt das?

Würde das reichen gegen ein so attraktives Mädchen wie Julia es war?

Eifersucht?

Je öfter sie die Aufzeichnungen las und je mehr Zeit vergangen war, desto mehr manifestierte sich ein anderes Gefühl.

Neugier und Spannung.

Sie verdrängte dieses Gefühl jedoch, wenn ihr auch mit verblassender Zeit dies immer schwerer fiel.

Sie wollte ihre moralischen Kategorien nicht so einfach über Bord werfen.

Gleichwohl wurde ihr mehr und mehr klar, dass sie in diesem emotionalen Vakuum nicht verbleiben konnte. Die Einsamkeit zermürbte sie, und die Gedanken an die Lehrerin und die vergangene Zeit wurden immer drängender.

Sie kam sich in ihrem riesigen Haus mittlerweile wie im Hamsterkäfig vor.

Und mit jedem Tag, der einsam und ohne Anruf verging wurde die Erkenntnis drängender, dass sie der Lehrerin hörig war.

Dem konnte und wollte sie sich nicht entziehen und so änderte sich ihre Einstellung mehr und mehr.

Weniger beschäftigte sie die vergangenen Vertrauensbrüche, mehr stellte sich ihr die Frage, wann sie ihren Stolz überwinden und die Lehrerin darum bitten würde, sie wieder aufzunehmen.

Der Gedanke erforderte einige Überwindung, denn im Prinzip würde sie diejenige sein, die sich entschuldigen müsste. Sie würde um Verzeihung bitten müssen, obwohl sie diejenige war, die jeden Grund hatte, eine Entschuldigung einzufordern.

Und natürlich würde sie bei einer Rückkehr auch neue Regeln zu akzeptieren haben. Zweifelsohne würde Julia Teil eines neuen Arrangements werden. Und Irene würde das zu akzeptieren haben. Aber auch dies bereitete ihr zunehmend weniger Sorge.

Wenn nur wieder alles so werden könnte, wie es einmal war!

All das war es nicht wert.

 

20

Veränderte Regeln

 

Viel Zeit war vergangen.

Julia war von ihrem Urlaub in den USA zurückgekehrt, hatte ihren Berufswunsch gefunden. Ihr Studium der Amerikanistik und Publizistik würde keinen Umzug in eine andere Stadt mit sich bringen. Dennoch war sie mittlerweile ausgezogen, allerdings nicht in eine eigene Wohnung, wie ihr Vater ihr das eigentlich versprochen hatte. Stattdessen war sie bei ihm eingezogen. Scheinbar war ihr Vater nicht in der Lage, ihr eine eigene Wohnung zu finanzieren und sie war noch nicht gewillt, sich eine eigene Wohnung durch Arbeit zu finanzieren. Aber diese Lösung des Problems stellte sich als höchst problematisch heraus, denn zwischen Julia und der Neuen ihres Ex-Mannes gab es nur und ständig Spannungen. Es war vorhersehbar gewesen.

Warum Julia überhaupt ausgezogen war, konnte Irene nicht nachvollziehen. Ihr Verhältnis hatte sich wieder normalisiert. Sie trafen sich hin und wieder im Cafe und plauderten. Mit ein wenig Distanz bekam die Beziehung ganz neue Nuancen und Irene war froh, dass zumindest hier Normalisierung eingetreten war, wenn eine bestimmte Distanz auch nicht zu übersehen war.

Vor drei Monaten war sie zum letzten Mal in der Wohnung der Lehrerin gewesen.

Damals hatte sie mit verbundenen Augen und praktisch nackt auf dem Fußboden gehockt und war schockiert gewesen, als sich herausstellte, dass Julia anwesend war.

Jetzt war Julia auch anwesend. Sie saß auf der Couch neben der Lehrerin.

Irene selbst war zwar bekleidet, kam sich in dem allein stehenden Sessel allerdings wie auf der Anklagebank vor. Alles erschien ihr fremd und abweisend.

Die Situation war ungewohnt.

„Ich möchte Sie wiedersehen“, hatte sie vor fast zwei Wochen ins Telefon gehaucht.

Im Hörer hatte sich Stille ausgebreitet, die vom Herzschlag Irenes weggeweht worden war.

Die Stille warf all die Fragen auf, die Irene sich gestellt hatte.

Was würde sie nach der Zeit sagen?

Würde sie mich noch annehmen?

Hatte sie sich nicht längst eine andere Gespielin besorgt?

„Das muss ich mir überlegen. Du wirst dir aber darüber im Klaren sein müssen, dass deine Eskapaden Konsequenzen haben werden, wenn ich mich dazu entschließen sollte, es noch einmal mit dir zu versuchen.“

„Das ist mir klar.“

„Du wirst von mir hören.“

Irene hatte ein Woche warten müssen, in der sie jedes Klingeln des Telefons aufschreckte. Sie kannte das Gefühl, und nach einer Weile gewann sie bei aller Unerträglichkeit auch Verständnis für die Taktik, sie zappeln zu lassen. Die Lehrerin wollte sie im Vorfeld bestrafen. Diese Erkenntnis ließ Irene aufatmen. Hätte sie ihr nichts bedeutet, die Lehrerin hätte sie einfach fallen lassen können. Die Tatsache, dass sie sie so quälte, konnte nur darauf hindeuten, dass sie gewillt war, Irene wieder aufzunehmen.

Und so ertrug sie dieses umso leidenschaftlicher.

Schließlich dann der erlösende Anruf.

Und nun saß sie in der Wohnung der Lehrerin.

Sie saß und kniete nicht, aber es war das Sitzen in einer reinen Verhandlungsposition. Wenn sie erfolgreich wäre, würde sie am Ende der Verhandlung zu Boden gehen müssen. Irene wünschte sich, dass es so kommen würde.

„Ich habe lange überlegt, ob ich es mit dir noch einmal versuchen soll. Julia hat sich sehr für dich eingesetzt. Ohne sie wärst du jetzt nicht hier. Ich hatte eigentlich gedacht, dass du gehorsamer sein würdest. Du hast mich sehr enttäuscht.“

„Das tut mir leid.“

„Aber machen wir dies hier nicht zu einer Gerichtsverhandlung. Wenn ich es mit dir erneut versuche, dann wirst du dich damit abfinden müssen, dass Julia Teil des Arrangements ist und nach deinem Verhalten stehst du sicherlich unter ihr in der Hierarchie.“

„Natürlich.“

Irene war klar, dass dies ein gang nach Canossa werden würde und dass sie bei diesem Treffen nicht viel zu sagen haben würde.

Sie warf einen Blick auf Julia, die ausdruckslos neben der Lehrerin saß und durch keine Regung verriet, was sie dachte.

„Gut. Die wichtigste Veränderung wird sein, dass nicht nur Julia wieder bei dir einzieht, sondern auch ich. Diese Wohnung hier ist mir zu klein. Julia ist unzufrieden bei ihrem Vater und dich wird es finanziell nicht umbringen. Bist du einverstanden?“

„Natürlich.“

Natürlich war sie einverstanden. Das war mehr, als sie sich je erträumt hatte. In den letzten Wochen hatte sie schon mit dem Gedanken gespielt, sich eine Untermieterin zu holen oder das Haus zu verkaufen und in ein kleineres Penthouse zu ziehen und nun dieses Angebot!

„Darüber hinaus erwarte ich von nun an absoluten Gehorsam. Schluss mit diesen Kinderspielen. Ist das klar?“

„Natürlich.“

„So ist es brav. Dann wäre ja alles geregelt. Wie wäre es, wenn du dich bei uns bedankst?“

Die Lehrerin wackelte bedeutungsvoll mit ihrem Schuh.

Wir?

Sie hatte wir gesagt?

Irene wusste, dass sie nicht in der Position war, sich zu zieren und so ging sie auf die Knie und kroch langsam auf die Lehrerin zu. Ihre Gedanken jedoch waren bei Julia, die sie beobachtete. Sie spürte ihre Augen auf dem Rücken, nahm ihre Gedanken wahr und mit der Erinnerung an ihre Berichte, konnte sie sich denken, dass sie diesen Anblick genoss.

Mit niedergeschlagenen Augen näherte sie sich den klassischen Pumps der Lehrerin und drückte sanft ihre Lippen auf die glänzende, schwarze Spitze.

Während sie sich dieser demütigen Geste hingab, konnte sie leise hören, wie Julia und die Lehrerin sich küssten.

Sie zögerte etwas und senkte erneut die Lippen auf den Schuh der Lehrerin, bevor sie sich abwandte.

Julia trug einfache, ausgelatschte Turnschuhe. Langsam näherte sie sich diesen. Ein seltsamer Anblick und ein seltsames Objekt für eine derartige Geste.

Sie hielt inne. Dies war eine Geste der Unterwerfung. Sie war im Begriff, sich Julia zu unterwerfen - einem 18-jährigen Teenager. Irene hatte Julia in ihrer Entwicklung begleitet, hatte sie zu ihrem ersten Date beraten und sie bei ihrem ersten Liebeskummer getröstet. Sie hatte sich das Gejammer der Lehrer bei Elternsprechtagen angehört. Wenn sie sie auch nicht und nie als eigene Tochter betrachtet hatte, so fiel es ihr doch schwer, nun einen derartigen Rollentausch zu vollziehen.

Wie würde sich das Verhältnis zu ihr verändern? Würde Julia jetzt das Sagen haben und ihr Befehle geben? So wie Irene bisher Julia befohlen hatte? Das war schwer vorstellbar. Irene würde Frau Wantia danach fragen müssen. Dies musste geklärt werden, und sie nahm an, dass die Lehrerin diesbezüglich schon Vorstellungen hatte. Alles, was sie gesagt hatte, war, dass Irene in der Hierarchie unter Julia stehen würde. Aber wo stand Julia? War sie gleichwertiger Partner Frau Wantias? War sie ihr ebenso untergeben? All diese Fragen waren offen. Aber zweifellos war dies nicht der Augenblick, Fragen zu stellen.

Dies war der Augenblick der Unterwerfung.

Langsam ließ sie ihren Kopf auf die Spitze der Turnschuhe nieder. Durch das Leder nahm sie den kalten Schweißgeruch wahr.

Irene fühlte, dass die beiden jüngeren Frauen ihren Kuss unterbrochen hatten und nun Irene all ihre Aufmerksamkeit schenkten. Ihre Blicke brannten sich Irene förmlich durch die Kleidung auf den Rücken.

Wenn sie an die Lehrerin dachte, dann erfüllte sie dies mit dem gewohnten und wohligen Stolz.

Dachte sie an Julia, deren Augen ebenso auf ihr ruhten, so spürte sie nur ein Gefühl der Ungewissheit ... und der Neugier ... und der Dankbarkeit dafür, dass sie sich für sie eingesetzt hatte.

Mit diesem Gefühl der Dankbarkeit schloss sie ihre Augen und senkte ihre Lippen vorsichtig auf die Schuhe des Mädchens. Diese schien ebenso aufgeregt zu sein, denn die Spitze des Schuhs zitterte leicht.

„Du machst das sehr schön“, ertönte die Stimme Frau Wantias schließlich, und Irene sah auf in die Gesichter der beiden über ihr thronenden Frauen, glücklich wieder in der Position zu sein, in die sie gehörte und die sie so lange vermisst hatte.

„Dann sollten wir mal die Hierarchien festlegen.“

Frau Wantia wies Julia einen neuen Platz zu und diese stand sofort auf und kniete sich neben Irene, die dies mit Interesse und auch ein wenig erleichtert zur Kenntnis nahm.

Zu Irene gewann die Lehrerin:

„Wir werden alle in dein Haus einziehen, aber von jetzt an bin ich die Hausherrin. Ich bestimme über alles, was geschieht. Davon gibt es keine Ausnahme. Es gibt auch keine Diskussion. Ich mische mich nicht in dein Berufsleben ein, aber es kann durchaus sein, dass ich Entscheidungen treffe, die darauf Auswirkungen haben. Meine Anordnungen sind für euch beide wie Gesetze. Darüber hinaus wird Julia dich in engen Grenzen kontrollieren und nach meinen Vorgaben. Sie wird zumindest im ersten Schritt dir nicht selbständig Befehle erteilen. Aber vielleicht ändert sich das. Vielleicht wird sich noch vieles ändern, ich behalte mir Regeländerungen unbegrenzt vor. Habt ihr verstanden?“

Es gab noch unzählige Fragen, aber Irene schluckte diese hinunter.

„Ich habe verstanden“, sagte sie somit.

„Ja, ich auch“, stimmte auch Julia zu.

„Dann dürft ihr zum Dank meine Finger liebkosen.“

Frau Wantia stand auf, trat zwischen die beiden knienden Frauen und hielt ihnen ihre Hände hin.

Irene konnte nicht sehen, was Julia machte, das war ihr auch egal. Der letzte Gedanke, den sie an Julia verschwendete in diesem Moment, war, dass sie, wenn nicht jetzt, so doch irgendwann in Wettbewerb treten würde um die Gunst der Lehrerin. Sie war sich sicher, dass die Lehrerin derartige Konkurrenzkämpfe veranstalten würde. Doch dies interessierte sie in diesem Moment nicht. Vielmehr konzentrierte sie sich auf die rechte Hand, die ihr dargeboten war.

Irene warf einen kurzen Blick auf die schlanken, wohlgeformten Finger, die etwas kleiner waren als ihre eigenen.

Langsam beugte sie sich vor, bis der Mittelfinger ihre geschlossenen Lippen berührte. Leicht neigte sie den Kopf, sodass der Fingernagel die Konturen ihrer Lippen nachzeichnete. Schließlich öffnete sie ihren Mund ein wenig, um den Finger in sich aufzunehmen. Sie ließ die Spitze des Fingers an ihren Zähnen entlang fahren, dann stieß sie mit der Spitze ihrer Zunge vor und erspürte die Konturen des Fingers. Schließlich nahm sie ihn weiter in sich auf. Glied für Glied, schloss ihre Lippen, um die Linien des Fingers genau zu spüren. Sie trieb dies so weit, bis sie den Finger ganz in sich aufgenommen hatte und der Nagel gegen ihren Rachen stieß. Erst dann ließ sie den Finger langsam hinausgleiten. Dies vollführte sie auch an den anderen Fingern, bis sie mit ihren geschlossenen Lippen über die Oberseite der Hand fuhr, die einzelnen Fingernägel und Kuppen erforschend, diese dann auch mit ihrer Zunge erforschte. Sie stieß mit der feinen Spitze auch in die Zwischenräume der Finger vor, um die zarte und empfindliche Haut zwischen den Fingern zu bezüngeln. Als sie auch dies ausgiebig getan hatte, rieb sie ihre Wangen entlang der Hand und der Finger. Mit einem Schauer ließ sie die Nägel über ihre zarten Lippen streichen und dachte an die Schärfe und Gefahr, die in diesen lag. Sie erinnerte sich an einen Kuss der Lehrerin, bei dem sie spielerisch aber doch mit einem gewissen Druck ihres Zeigefingers in Irenes weiche Haut am Hals geritzt hatte. Nicht soweit, dass Blut floss, aber genug, um die Machtverhältnisse deutlich zu machen. Während sie diesen Akt vollzog, den sie als Säuberungsgeste empfand, dachte sie verzückt daran, dass sie nun endlich wieder in der Position war, in die sie sich so lange schon gesehnt hatte. Schließlich leckte sie begierig und mit dem Einsatz ihrer gesamten Zunge die Innenfläche der Hand ab und folgte mit ihrer Zunge den Linien, die sie erfühlte.

Schließlich entzog die Lehrerin ihr die Hand und drehte Irenes Kopf, so dass diese Julia sah, die ihren Reinigungsdienst immer noch verrichtete, mit geschlossenen Augen. Sie ging weniger zärtlich heran, sondern mit mehr Körpereinsatz, ließ ihre ganze Zunge wild über die Finger gleiten, stieß härter in die Zwischenräume, sodass ein leises Schmatzen zu vernehmen war. Zudem waren leichte Laute des Stöhnens zu vernehmen. Ihre Augen waren geschlossen und Irene hätte liebend gerne erfahren, in welchen Sphären sie schwebte und welche Gedanken sie beschäftigten.

Irene suchte fragend die Augen der Lehrerin. Sanft lächelten diese, wie um wertungslos dem Unterschied in den Temperamenten Ausdruck zu verleihen.

Schließlich entzog die Lehrerin auch Julia die Hand und nach einiger Zeit blickte diese auf.

Irene fuhr an diesem Abend noch Julia zu ihrem Vater. Die Fahrt war von Schweigen gekennzeichnet. Allerdings war es nicht das unangenehme Schweigen zweier Menschen, die sich nichts zu sagen hatten oder kein gemeinsames Gesprächsthema fanden, vielmehr hingen beide ihren eigenen Gedanken nach.

Irene fragte sich, in welcher Beziehung genau Julia zu der Lehrerin stand. Was hatte sie schon mit ihr erlebt in der Zeit, in der Irene sich abgewandt hatte?

Hatten die beiden schon miteinander geschlafen? Der Gedanke kam ihr fremd vor. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass die beiden intim geworden waren, oder vielmehr wollte sie es sich nicht vorstellen. Der Gedanke, dass Julia vielleicht schon das getan hatte, was Irene sich über alles wünschte, nämlich in den Armen der Lehrerin einzuschlafen und wieder in ihnen aufzuwachen mit dem fülligen Geruch des Morgens, war ihr unangenehm.

Sie könnte einfach fragen, doch solche Themen mit Julia zu besprechen erschien ihr unpassend. Auf der anderen Seite dürstete es sie nach Informationen, was denn Julia und die Lehrerin bereits miteinander erlebt hatten jenseits dessen. Die wenigen Seiten, die Irene aus dem Tagebuch Julias gelesen hatte, hatten viel versprochen.

Mysterien eröffneten sich. Sie sah Julia an und fragte sich, wie ihre Position in diesem Spiel aussehen würde. Was, wenn Julia ihr jetzt etwas befehlen würde? Laut den Regeln der Lehrerin war sie nicht befugt, selbstständig Macht auszuüben. Aber würde sie sich daran halten und wie würde Irene darauf reagieren?

Überhaupt fragte sie sich, wie es sein würde, wenn Frau Wantia zum ersten Mal sexuelle Akte verlangen würde zwischen ihr und Julia. Zweifelsohne würde dies Überwindung kosten. Auf der anderen Seite hatte Irene während der Lektüre der Aufzeichnungen durchaus auch Lust empfunden und wann immer sie darin blätterte, steigerte sich diese Lust.

Schließlich erreichten sie das Haus ihres Ex-Mannes. Irene ließ Julia hinaus und fuhr dann in ihr eigenes Haus, das bald wieder bewohnt sein würde.

Sie schlief schließlich mit dem Bild Julias ein, die die Hand Frau Wantias mit wilden Bewegungen liebkoste.

 

21

Shoppingtour

 

„Ich nehme an, du verstehst, dass ich deine Loyalität prüfen muss, bevor ich mir sicher sein kann, dass so was nicht noch einmal passiert.“

„Natürlich.“

„Schön, dann wirst du dich sicherlich auch besonders anstrengen, diese Aufgabe zu erfüllen, und du wirst dich nicht sträuben.“

Irene hatte dergleichen erwartet. Sie hoffte nur, dass die Aufgabe zu bewältigen war. Aber eines war klar, dass sie bereit war, ihre Grenzen so weit es ging hinauszuschieben.

Sie hatte schließlich keine Wahl.

Das war ihre letzte Chance.

Irene hatte ihr Handy und die Freisprecheinrichtung eingeschaltet und die Nummer der Lehrerin gewählt. Das Handy lag so in ihrer Tasche, dass diese alle Gespräche würde verstehen können.

Die Lehrerin saß in einem Cafe und schlürfte ihren Cappuccino, während Irene sich anschickte, in den schmuddeligen Sexshop am anderen Ende der Stadt zu gehen.

Es gab ganz bestimmt gut ausgestattete Sexshops mit mehr Flair als diesen, an dem die Fassadenfarbe bereits abplatzte und der aussah, als würde er nur von schmuddeligen alten Männern besucht.

Sie trat ein durch den Perlenvorhang. Die Regale mussten noch aus den 70ern stammen und ihr schien, dass einige der Waren auch nicht viel jünger waren.

Es war düster.

Es war unappetitlich.

Magazine für scheinbar jede Perversion der Welt.

Videos.

Irene schlenderte durch die Gänge.

Dildos in allen Farben, Größen und Formen.

Billig aussehende Dessous mangelhafter Qualität zu überhöhten Preisen.

Latex.

Peitschen und Handschellen.

Wichtiger für Irene aber war die Person hinter der Theke. Sie hoffte inständig auf eine Frau. Auf eine jüngere, tolerant aussehende Frau, vielleicht eine Studentin mit ein wenig Stil. Eine sympathische Frau. Vielleicht auch eine ältere, grauhaarige Frau, die alles gesehen hatte und der nichts peinlich war.

Eine Frau, die nichts interessierte.

Natürlich hatte sie kein Glück.

Hinter der Theke saß ein kleiner, pickliger Junge, vermutlich gerade 18 geworden und vermutlich in seiner ersten Woche in dem Job. Er blätterte mit scheinbar großem Interesse in einem Magazin. Eine Domina Peitschte einen gefesselten Mann in einer Gummimaske aus.

Irene seufzte.

Mit diesem Bubi würde sie es also zu tun haben.

Sie hatte kein Glück.

Aber irgendwie kam ihr der Gedanke, dass dies alles kein Zufall war. Bestimmt war das einer der Schüler der Lehrerin oder sie kannte ihn sonst woher. Vermutlich hatte sie ihm sogar den Job besorgt.

„Entschuldigen Sie? Ich suche einen Dildo. Können Sie mir helfen?“

Der Junge sah hoch. Auf Verkaufsgespräche war er nicht vorbereitet, und so sah er Irene erst hilflos an, um dann auf ein Regal zu zeigen.

„Da hinten stehen die Dildos.“

„Könnten Sie mir helfen, ich habe nicht so viel Ahnung von diesen Dingen.“

„Klar.“

Mühsam stand er auf und kam hinter seiner Theke hervor. Lieber hätte er sich der Domina gewidmet und sich an dem Gedanken aufgegeilt, wie sie ihn an Bettpfosten kettete.

Er wusste noch nicht, was er heute erleben würde.

Die nächsten feuchten Träume würden sicherlich auf Irenes Konto gehen, dachte sie sich.

Sie folgte ihm zu dem Regal.

„Hier sind unsere Dildos.“

„Können Sie mir ein paar zeigen?“

„Äh.“

Ja, schon klar. Der Junge hatte keine Ahnung von Dildos. Woher auch. Auch Irene hatte nicht wirklich Ahnung. Sie hatte mal einen geschenkt bekommen. Es sollte ein Scherz sein, aber sie hatte ihn wirklich ein paar Mal benutzt. Mehr aus Neugier.

„Also hier haben wir einen schönen, gefühlsechten, der stufenlos verstellbar ist.“

Er las die Beschreibung von der Packung ab.

„Ich brauche den größten, den Sie haben.“

Er kramte ein wenig herum und fand dann den Riesenlümmel, einen fleischfarbenen Knüppel von mindestens 30 cm Länge.

„Das ist der größte, den wir haben.“

„Einen größeren haben Sie nicht? Der wird mich nicht ausfüllen. Ich brauche sie so dick, wie es geht.“

Dem Jungen fiel die Kinnlade herunter. Ein solches Geständnis hatte er nicht erwartet. Unwillkürlich fiel sein Blick auf Irenes Hüften, und sie konnte sehen, wie er sich fragte, wie ein Dildo in der Größe eines Pferdeschwannzes zu klein sein konnte, wie der wohl überhaupt in eine Frau passen könnte. Und Irene, die eigentlich vor Scham vergehen sollte, bekam Spaß an diesem Spielchen.

„Nein, leider haben wir keinen größeren.“

„Also gut, dann nehme ich den. Es wird wohl auch so gehen.“

„Das hoffe ich doch.“

Der Junge lächelte etwas schmutzig, als er ihr das Teil überreichte.

„Dann brauche ich noch einen Analplug.“

„Einen was?“

„Einen Analzapfen.“

„Was ist das?“

Gott, wie sollte sie ihm das erklären?

„Das ist ein Teil, das man in den After einführt. So was wie ein Dildo, nur für die andere Öffnung. Sie verstehen.“

Er verstand nicht. Gerade erst war er mit Dildos in den Dimensionen von Farmtieren vertraut gemacht worden und nun das.

Irene hatte sie bereits erspäht und ging von sich aus an das Regal. Der Junge folgte.

„Das sind Analplugs.“

„Und die steckt man sich in den ... ?“

Der Junge fand langsam Gefallen an der Lehrstunde.

„Ja.“

„Und warum sind die hinten dünner?“

„Damit sie nicht rausrutschen. Wären sie anders geformt, würde ... der Körper sie rausdrücken.“

Es war wirklich nicht einfach, die richtigen Worte zu finden.

„Und die gehen ganz rein?“

„Ja. Man kann sie sogar unter der Kleidung tragen. Ich könnte beispielsweise jetzt einen tragen.“

„Wirklich?“

Der Junge blickte ihr unverhohlen auf den Po.

„Und das fühlt sich gut an?“

„Ja, das tut es.“

„Die sehen aber verdammt dick aus, das muss doch weh tun, oder nicht?“

„Man gewöhnt sich daran.“

„Ich brauche den dicksten, den Sie haben.“

„Ich glaube der hier ist der größte.“

Er nahm ihn vom Regal. Ungläubig drehte er ihn in seinen Händen.

„Und der geht ganz da rein?“

Irene konnte es auch nicht glauben, dass man ein solches Teil wirklich in den After einführen konnte.

„Man muss natürlich daran gewöhnt werden. Man fängt mit einem kleinen an und mit der Zeit kann man dann auf größere umsteigen. Es ist eine Frage der Gewöhnung.“

„Aha. Und der ist groß genug? Dann müssen Sie ja schon Übung haben, wenn Sie den größten brauchen.“

Jetzt wurde es auch Irene langsam peinlich, deshalb fiel ihre Antwort knapp aus.

„Ja. Den nehme ich.“

Irene blickte auf den Zettel, den die Lehrerin ihr gegeben hatte, auf dem detailliert alles stand, was sie zu erledigen hatte.

„Dann brauche ich noch einen Slip Ouvert. Das ist ein Slip, der im Schritt offen ist.“

Sie fügte mittlerweile die Erklärung direkt hinzu. Er würde nicht wissen, wovon sie sprach und wenn die Lehrerin ihr nicht die Grundlagen der Sexspielzeuge erklärt hätte, Irene hätte es auch nicht gewusst.

„Die Dessous haben wir hier.“

Ungeschickt fingerte der Junge in den Kleidungsstücken herum und fand schließlich stolz einen, der im Schritt offen war. Sein Zeigefinger lugte bestätigend und stolz aus dem Loch hervor. Irene war schockiert. Sie hatte gehofft, dass der Laden so was vielleicht nicht hätte. Aber der Junge hielt das durchsichtige, billig aussehende Kleidungsstück in den Händen.

„Vielen Dank. Wo kann ich den anprobieren?“

„Anprobieren?“

„Ja, ich möchte den vorher anprobieren, ich muss doch wissen, ob der passt.“

„Aber wir haben hier keine Umkleidekabinen. Sie können den nicht anprobieren.“

„Und wie soll ich wissen, ob er passt und ob er mir steht?“

Darauf wusste der Junge auch keine Antwort.

„Sie haben doch bestimmt einen Nebenraum, eine Abstellkammer oder ein Lager.“

„Ja natürlich, aber da darf ich niemanden hineinlassen.“

„Kommen Sie schon. Es wird niemand erfahren.“

„Das kann ich nicht machen.“

Der Junge hing an seinem Job, das musste man ihm lassen.

Irene hatte die Aufgabe, auf jeden Fall den Slip anzuprobieren. Zumindest

„Ich gebe Ihnen 50¤, wenn Sie mich das Teil anprobieren lassen.“

Er dachte nicht lange nach und stimmte zu. Der Junge war kein guter Verhandlungsführer. Irene wäre vermutlich auch mit 10¤ davon gekommen, obwohl sie auch 200 bezahlt hätte. Es kam dem Jungen auch nicht komisch vor, dass der Slip selbst nur 15¤ kostete, diese Summe an Bestechungsgeld also sinnlos hoch war. Zudem war sie froh, dass er nicht in irgendwelchen Naturalien bezahlt werden wollte.

Irene musste kurz an die Lehrerin denken, die die ganze Szene über das Handy mithören konnte. Vielleicht benahm sich Irene ein wenig zu souverän und zu sicher. Die Lehrerin hätte es vermutlich angemessener empfunden, wenn Irene scheu und unter Aufbringung all ihrer Kräfte diese Situation durchlitten hätte. Doch Irene konnte nicht anders als das alles mit großer Gelassenheit zu sehen. Hier war ein pickliger Junge, der ganz bestimmt keine Freundin hatte und auch so schnell keine finden würde. Jeder, dem er die Story erzählen würde, würde ihn für verrückt halten. Solche Dinge passierten in den Vorstellungen pickliger Jungen und in ganz schlechten Filmen, aber nicht in der Realität.

„Aber es muss schnell gehen!“

„Das wird es.“

Irene wollte auch nicht länger als nötig in dem Laden bleiben.

Der Junge ging vor und Irene folgte ihm in eine kleine Tür hinter der Theke.

Es war eine Abstellkammer, in der einige Putzsachen standen. Von den Spinnweben her zu schließen, waren sie seit Monaten nicht mehr benutzt worden.

Der Junge wollte die Tür schließen und Irene allein lassen, aber diese hielt ihn davon ab.

„Nein, nein, bleiben Sie hier! Sie müssen mir helfen!“

Der Junge sah verdutzt aus der Wäsche.

„Sie müssen mir sagen, ob er sitzt. Hier ist doch kein Spiegel.“

Und er kaufte ihr auch das ab.

Irene schlüpfte aus den Schuhen, griff unter den weiten Rock, zog in einer routiniert schnellen Bewegung ihr Höschen aus.

Der Junge blickte verwirrt drein. Irene nahm ihm den offenen Slip ab und zog ihn unter dem Rock an.

Obwohl ihr die ganze Szene ein unvermutetes Vergnügen bereitete, musste sie einen Moment inne halten und Kraft sammeln.

Dann zog sie ihren Rock über die Hüften, sodass der Junge ihren Po unter dem durchsichtigen Teil sehen konnte.

„Was sagen Sie? Steht er mir?“

Der Junge war sprachlos. In seinen wildesten Träumen hatte er sich seinen Job so nicht vorgestellt. So kam aus seinem Mund auch nichts als ein Stammeln.

„Ja, ja der steht Ihnen gut.“

Zweifelsohne hatte der Junge keinerlei Vergleichsmöglichkeiten.

Und dann trieb Irene das Spiel auf die Spitze.

Sie drehte sich um, sodass er unter dem Rock ihre getrimmten Haare sehen konnte und darunter die Ansätze ihrer Vagina.

„Wie sieht es von vorne aus?“

Jetzt stammelte er nur noch.

„Können Sie mir einen gefallen tun und ihn richten? Ich glaube er sitzt ein wenig schief.“

„Was?“

„Den Slip, können sie den etwas richten, so dass meine Schamlippen rausschauen. Ich komme leider nicht selber dran, Sie sehen ja, ich muss den Rock halten.“

Etwas dümmeres hätte sie nicht sagen können, aber ein Blick auf seine Hose verriet ihr, dass sein Blut ohnehin nicht mehr bis in den Kopf kam.

„Kommen Sie schon!“

Irene trat einen Blick auf ihn zu. Zunächst wich er zurück, schließlich begab er sich auf die Knie und zupfte ganz langsam und mit spitzen Fingern an den Rändern des Slips herum, als hätte er es mit gefährlichen Substanzen zu tun.

Irene fühlte sich gut dabei. Sie bekam für einen winzigen Augenblick einen Einblick in das, was die Lehrerin empfinden musste. Macht. Irene hatte Macht über den Jungen. Sie hätte ihm noch einiges mehr abverlangen können. Sie hätte auch die Macht gehabt, ihn dazu zu bringen, sich vor ihr auszuziehen. Es war ein fremdes, irgendwie interessantes Gefühl, aber eines, das ihr aus anderen Bezügen bekannt war und nur im begrenzten Maße neue Einsichten bescherte. Und so ertrug sie das Zupfen des Jungen, der vor Aufregung zitterte, mit mildem Spott auf den Lippen.

Was genau der Junge zu tun hatte, war ihm vermutlich schleierhaft, aber schließlich sagte er:

„So sitzt er richtig.“

„Wunderbar! Vielen Dank! Meinen Sie, dass er mir steht?“

Ein billiges Flittchen würde so sprechen. In dem Augenblick fühlte sie sich so. Wie ein billiges Flittchen, aber eines mit Macht.

„Ja, natürlich, auf jeden Fall.“

„Dann nehme ich ihn.“

Und dann fügte sie noch hinzu, obwohl das nicht Teil des vorgegeben Spiels war:

„Wissen Sie was, ich behalte ihn direkt an. Können Sie mir einen Gefallen tun und mein Höschen entsorgen, ich brauche es nicht mehr.“

Sie bückte sich, hob das Kleidungsstück auf und hielt es dem Jungen vors Gesicht. Hastig nahm der es an sich.

„Vielen Dank.“

„Was schulde ich ihnen?“

Der Junge tippte die Preise in die Kasse und Irene bezahlte. Die 50¤, die er zu bekommen hatte, vergaß er vollkommen. Aber dafür bekam er den Slip der Anwältin und der war ihm vermutlich mehr wert als 50¤.

Als sie den Laden verlassen hatte, stieg sie in den Wagen und nahm das Handy hervor.

„Haben Sie alles mitbekommen?“

„Ja, das hast du sehr schön gemacht. Fast schon zu schön! OK, komm zu mir ins Cafe.“

„Sofort.“

Der Rollenwechsel im Cafe zurück in die devote Rolle funktionierte reibungslos. Irene war ein wenig besorgt, ob die Lehrerin sie nicht vielleicht bestrafen würde, weil sie über die vorgegebenen Regeln hinaus gegangen war. Aber wie sich heraus stellte, störte die das in keiner Weise.

Die Lehrerin saß gewohnt kühl und unnahbar in dem Cafe. Irene war immer wieder fasziniert, als sie sie sah. Die junge Frau schien das gesamte Cafe zu bestimmen mit ihrer Anmut, Schönheit und Sicherheit.

„Setz dich hierher!“

Irene gehorchte und stellte die Plastiktüte mit den gekauften Utensilien vor die Lehrerin auf den Tisch.

„Du scheinst das alles seht genossen zu haben.“

„Es war nicht so schwer.“

„Das habe ich gemerkt. Ich hatte es eigentlich anders vorgesehen.“

„Das tut mir leid.“

„Das muss es nicht. ist schon in Ordnung. Aber du bist dir hoffentlich bewusst, dass du die Latte sehr hoch gelegt hast.“

Irene ahnte, was damit gemeint war.

„Komm, wir gehen, du hast dir eine Belohnung verdient.“

Als sie an einem Mülleimer vorbei kam, warf sie die Tüte mit den Sexspielzeugen achtlos hinein.

Irene war es recht, fast schon zu einfach hatte sie diese erworben.

 

22

Belohnung

 

Irene lag.

Bei vollkommener Dunkelheit.

Nackt.

Im Bett.

Der Lehrerin.

Im Elysium

„Ich möchte, dass du dich nur bewegst, wenn ich es dir sage. Mit wäre es lieber, wenn du das von dir aus machst, ansonsten kann ich dich auch ans Bett binden. Was bevorzugst du?“

„Ich denke, dass Fesseln nicht notwendig sein werden.“

„Sehr schön.“

War es jetzt endlich soweit?

War jetzt endlich der Moment gekommen, an dem sie mehr von der Lehrerin bekäme?

Sie hatte lange gewartet.

Sie hatte gelitten.

Sie hatte sich heiß machen lassen.

Sie war frustriert zurückgelassen worden.

Sie hatte lange gewartet.

Kein Mensch wartete heutzutage so lange auf Sex.

Selbst die etwas altmodische Anwältin wusste das.

Aber Irene hatte gewartet.

Sie hatte sich nicht beschwert.

Sie hatte nicht einmal Wünsche geäußert.

Sie hatte gewartet.

Lange gewartet.

Doch jetzt hatte Irene Grund zur Hoffnung, dass sie der lang ersehnten Belohnung nahe war.

Die Lehrerin hatte es ihr versprochen, nachdem Irene ihre letzte Aufgabe mit Bravour bestanden hatte.

Irene war sich sicher, dass es sich jetzt nicht um ein Spiel handelte.

Den Abend hatten die beiden bei einem Glas Wein wie zwei Freundinnen verbracht. Sie hatten sich unterhalten über triviale Dinge und die Lehrerin hatte die Unterschiede vollkommen vergessen, wie Irene feststellte, und auch sie hielt sie nur im Hinterkopf.

Bis spät in den Abend hatten sie sich über Mode und Politik und Klatsch unterhalten.

Nun lag Irene nackt und reglos bei vollkommener Dunkelheit auf dem Bett der Lehrerin. Der Ort, an den sie sich so lange gesehnt hatte.

Wenn sie auch jenseits der blauen Kälte häufig nicht durchschauen konnte, was die Lehrerin im Schilde führte und ständig auf sie hereinfiel, in diesem Moment glaubte sie nicht an Spiele.

Die Augen sendeten zum ersten Mal ungesehene Signale.

Wärme.

Zuneigung.

Verlangen.

Begierde.

Die Lehrerin begehrte sie.

Eigentlich keine großartige Erkenntnis, das lag schließlich auf der Hand. Auf der anderen Seite wurde es jetzt deutlich.

Die Formulierung dieses Gedankens erfüllte sie mit Stolz.

Auch wenn sie schon viel öfter vor der Lehrerin nackt gewesen war, so erschien es doch anders.

Die Luft, die über ihren Körper strich, fühlte sich anders an.

Die Augen der Lehrerin mussten sie dementsprechend mit anderen Augen betrachten.

Die Lehrerin hatte das Zimmer komplett abgedunkelt.

Kein Lichtstrahl, keine einzige Lichtwelle drang in das Zimmer.

Trotzdem lag Irene reglos mit geschlossenen Augen im Bett.

Sie musste sich auf andere Sinne verlassen.

Irene war sich ihres Körpers sicher.

Sie war sich der Kurven ihrer Taille sicher.

Der Länge ihrer Beine.

Der Größe ihrer Brüste.

Der Härte ihrer Brustwarzen.

Der Form ihres rasierten Schamhügels.

Der Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen.

Irene war sich sicher.

Die Stille in dem Zimmer war übergreifend.

Es war kein Lärm der Straße zu hören.

Keine Nachbarn.

Irene ahnte die Luft, die durch ihre Nase in die Lange und wieder hinaus strömte.

Den Atem der Lehrerin konnte sie nicht wahrnehmen.

Von ihr war nur zu vernehmen, wie die Fasern ihrer Kleidung aneinander rieben, als sie vom Körper angestreift wurden.

Irene versuchte zu hören wie weit diese Entkleidung ging. Behielt die Lehrerin Slip und Büstenhalter an oder stellte sich die Lehrerin ihr gleich in der Nacktheit.

Sie konnte es nur vermuten.

Sie konnte es nur erhoffen.

Die Lehrerin setzte sich auf die Matratze.

Bald schon konnte spürte Irene ihre Finger auf ihrem Schenkel, die sich orientierten und dann begannen, den Körper zu streicheln. Irene genoss die Finger, die ihren Körper erforschten, später durch Lippen ergänzt wurden, die ihre Brüste erkundeten, die Brustwarzen stimulierten und schließlich den Mund fanden, bis sich ihre Zungen umkreisten.

All dies genoss Irene reglos, alles annehmend, was die Lehrerin ihr schenkte, und sie wurde nicht enttäuscht, obwohl ihr Wunsch, die Lehrerin ihrerseits zu armen, zu liebkosen, zu küssen immer stärker in ihr wuchs. Fast kam sie sich billig vor, so die Gunst der Lehrerin zu erhalten, indem sie einfach nur nahm ohne zu geben.

„Alles ist aufgehoben. Schlaf mit mir.“

Es war ein Flüstern, Irene war sich zunächst nicht einmal sicher, ob sie die Worte richtig verstanden hatte, doch dann umarmte sie die jüngere Frau, streichelte sie, küsste sie, schlief mit ihr.

Zum ersten Mal schlief sie mit einer Frau, zum ersten Mal schlief sie mit der Lehrerin, in diesem Moment war sie Angelika und nicht Frau Wantia.

Doch gerade in dem Moment, als die Lehrerin die Schranken gehoben hatte und sie Irene zum ersten Mal wie eine Gleichgestellte behandelte, empfand sie nun noch stärker den Drang zu dienen, denn gerade in den Momenten, in denen es nicht vonnöten war, konnte sie ihre Loyalität unter Beweis stellen, und so war ihr gesamter Körper umso aufmerksamer und umso mehr bemüht, der Lehrerin dienen.

Und während diese sich im Liebesspiel fallen ließ, sich vergaß, war Irene jederzeit aufmerksam bemüht, alle Wünsche zu erfüllen.

Als das Liebesspiel beendet war, sank Irene zufrieden in die erschöpften Arme ihrer Gebieterin und streichelte diese in einen gesunden Schlaf, bevor auch sie wegdöste.

Die Uhr sagte ihr, dass es 3 Uhr war.

Irene war aufgewacht.

Neben ihr wogte der regelmäßige Atem der jüngeren Frau. Die Anwältin richtete sich auf. Ihr Hals schmerzte etwas.

Leise stand sie auf und ertastete sich den Weg aus dem Schlafzimmer in die Küche, wo sie ein Glas Wasser trank.

Eigentlich sollte sie nachhause fahren, es war schon spät und am nächsten Tag stand eine ganze Menge Arbeit auf dem Plan.

Doch dies war nicht die Zeit, sich aus dem Staub zu machen. Sie wollte neben Angelika einschlafen und auch wieder neben ihr aufwachen am nächsten Morgen. Auf diesen Augenblick hatte sie zu lange gewartet, um ihn aufzugeben. Sie wollte den warmen Geruch der Nacht in ihren Haaren riechen.

So nahm sie eine Kerze, um besser sehen zu können und ging leise zurück ins Schlafzimmer.

Wie Dornrösschen schlief dort so wie das Liebesspiel geendet hatte, die junge Frau.

Keine Stärke, keine Dominanz, keine Überlegenheit ging von ihr aus.

Sie war einfach nur schön.

Irene genoss den Anblick des nackten Körpers einige Minuten reglos, bevor sie schließlich die Kerze absetzte und Angelika mit dem Laken bedeckte, damit ihr nicht kalt wurde.

Dann legte sie sich leise neben Angelika, löschte die Kerze und schlief mit dem vollen Duft ihrer Haare ein.

Als sie am nächsten Morgen erwachte, war die jüngere Frau neben ihr schon wach. Einen Moment lang musste Irene sich orientieren, bevor sie wusste, wo sie sich befand. Sie nahm sich Zeit mit dem Wachwerden.

Als sie die Frau betrachtete, die sich über Irene aufrichtete, wurde sie für einen Augenblick unsicher, in welcher Beziehung sie nun wohl zueinander stehen würden.

Sie nahm das Lächeln auf und fragte sich kurz, ob sich irgendwas geändert hatte durch die gemeinsam verbrachte Nacht. Ob die Intimität die Lehrerin dazu veranlasst hatte, sie anders zu behandeln.

Dann spürte sie den flüchtigen Kuss auf der Wange.

„Machst du uns Frühstück?“

Und das Ziehen in ihrer linken Brustwarze, als die jüngere Frau diese etwas stärker als nur spielerisch kniff, und Irene war glücklich, dass die Rollen wieder hergestellt waren.

„Natürlich.“

Sie stand sofort auf und verließ ohne sich etwas anzuziehen das Schlafzimmer, um der Anordnung Folge zu leisten.

Den Tag im Büro verbrachte sie in bester Laune.

 

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Kommentare

Bild von neutrum

Gerissen

Als reinrassiges Raubtier hat sie jetzt auch noch die Stieftochter ihres Opfers gerissen. Mit diesem nunmehr entstandenen Dreigestirn sind unglaubliche Wendungen absehbar. Lassen wir uns überraschen!

 

Danke

 

Neutrum

Bild von carlo666

Geniale Geschichte

riesiges Kompliment an PP, ich verschlinge jedes Wort dieser phantastischen Geschichte/Ausgang, deren Ende (hoffentlich) noch lange nicht absehbar ist, freue mich auf Weiteres ! LG Carlo



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