Verlust (Thriller) 1 von 2

 

'Nur nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun' (Zitat aus 'Fight Club')

 

Teil I

-          Freiheit

-          Würde

-          Kleidung

-          Bewegung

-          Hoheit über die Körperoberfläche

 

Freiheit

 

Miriam besitzt alles im Leben. Sie ist jung, gerade mal 20, lebt bei ihren reichen Eltern die erst vor zwei Monaten der Privatuniversität, an der ihre Tochter Zweitsemesterin ist, eine großzügige Spende überwiesen haben, nachdem Miriam dort unangenehm auffiel. Und bei ihrem Aussehen kann Miriam sich ihre Freunde aussuchen. Die Freundinnen sowieso.

Aber das reicht ihr nicht. Der Vorfall an der HS war kein Zufall. Sie langweilt sich in ihrem beschützten Leben. Die Geldzufuhr der Eltern will sie natürlich nicht verlieren, und ihr Vater hat klar gemacht was er davon hält, wenn seine Tochter in einer eigenen Wohnung lebt, und bei sich schlafen lässt, wen sie will. Eine andere Beschäftigung musste her.

Es war für sie nicht leicht, den Kontakt zu knüpfen, aber eines Abends stand sie vor jemanden, der ihr anbot, die Mitstudenten mit Drogen zu versorgen. Das Risiko war es ihr wert. Es ging nicht um das Geld – und sie verdient gut – sondern es ist das Gefühl, endlich etwas anderes zu machen. Etwas, das ihr ihre Eltern nie bieten könnten. Miriam fiel der Polizei oder dem Campussicherheitsdienst bislang nicht auf, obwohl es sich unter den Kommilitonen schnell rumgesprochen hat, dass man bei ihr alles bekommt. Marihuana zum Entspannen, Acid zum Experimentieren und Kokain für die wichtigen Partys, zu denen sie auch sonst eingeladen wurde. Mittlerweile sucht sie 2x pro Woche ihren Kontakt auf, zahlt ihn aus und holt sich Nachschub.

Doch das alles wird sich ändern …

 

An dem Mittwochnachmittag klingelt sie in der vierten Etage an der Wohnungstür. Es dauert eine Weile, bis ihr eine Frau – jünger als sie, den Pupillen nach hat sie irgendwas genommen – aufmacht. „Na endlich“, meint Miriam verärgert. Die andere Frau nimmt den Kommentar vermutlich gar nicht wahr und lässt sich unbeteiligt zur Seite stoßen, während die Drogendealerin die Wohnung betritt und in das Wohnzimmer geht.

Zu dem Zeitpunkt hört keiner die Schritte, die von unten aus dem Erdgeschoss des Treppenhauses herauf dringen. Genauso wenig ist Miriam auf dem Weg hierher ihr Schatten aufgefallen. Oder in den vergangenen Wochen, wenn sie sich Nachschub besorgte. Oder auf der einen Party, auf der sie bis um sieben Uhr morgens blieb. Auf der Party hat man ohnehin nur Musik und laute Stimmen gehört. Männer und Frauen, die sich ungeniert küssten und berührten. Ein Junge, der auf den Boden erbrach. Irgendwelche Mädchen, die sich Beleidigungen zuschrien, während ihre Freunde betreten daneben standen. Eine weitere Person fiel da nicht auf. Auf die Polizei achten Miriam natürlich noch immer, aber der Rest von Berlin sieht so aus wie immer.

Stefan erwartet sie schon. „Da ist ja mein bester Mann“, sagt er. Miriam hasst das. Weswegen er es auch immer wieder sagt. Für Stefan – ob er wirklich so heißt, weiß sie nicht, aber das ist vermutlich auch besser so – arbeiten mindestes 15 Dealer, aber keiner verkauft so viel wie sie.

Das ist Emanzipation.

„Schon gut“, meint sie knapp. „Da bin ich wieder.“

„Du hast alles verkauft?“

Das Gespräch verläuft kurz. Miriam zahlt dem Mann über tausend Mark aus. Er zählt jeden einzelnen Schein nach und nickt zufrieden.

„Wie viel willst du für die nächsten Tage?“

Sie hat es sich ausgerechnet. Am Freitag und am Samstag steigen zwei Partys. Besser geht es nicht. Doch bevor sie die Menge nennen kann, ertönt vor dem Haus eine laute Polizeisirene und man hört eine Stimme etwas hochrufen.

„Scheiße!“ Innerhalb einer Sekunde bricht Panik aus. Stefan und seine Leute springen auf und rennen los, um die Vorräte in der Wohnung durch die Toilette zu entsorgen. Um Miriam kümmert sich keiner mehr.

Eigentlich passt sie gar nicht an diesen Ort. Mit ihrer Markenkleidung gehört sie eher in die Villenviertel der Stadt (aus denen sie ja auch stammt). Vielleicht, so hofft sie, kann sie entkommen, weil sie niemand für einen von Stefans Männern halten wird. Und wenn doch – sie hat keine illegalen Substanzen bei sich. Mit dem Gedanken rennt sie los, zurück in das Treppenhaus. Dort ist es noch still, die Polizei muss noch immer vor dem Wohnhaus stehen. In keiner halben Minute rennte sie bis ins Erdgeschoss, wo sie auf die Haustür sieht und sich für die Flucht durch den Keller entscheidet. Dort, das hat sie bei früheren einem Besuch gesehen, stehen alle Türen offen.

Unten ist es dunkel, aber um der Polizei keinen Anhaltspunkt zu liefern schaltet sie das Licht nicht ein, sondern tastet sich zu dem Hintereingang, hinter dem ein heruntergekommener Garten liegt. Während sie rennt, fällt ihr kurz auf, dass sie vorher durch das Milchglas der Haustür keine Polizeilichter gesehen hat. Es standen nicht einmal unscharf umrissene Gestalten vor der Scheibe. Später wird sie immer wieder diesen Gedanken im Kopf durchgehen und sich verfluchen, dass sie nicht darüber nachgedacht hat. Aber jetzt erreicht sie erst einmal den Hinterausgang, rennt eine letzte Treppe hoch und ist in Freiheit. Hier sind auch noch keine Bullen. Sie springt über einen Zaun und rennt auf die nächsten Hochhäuser zu, zwischen denen sie unterzutauchen hofft. Völlig außer Atem erreicht sie eine schmale Gasse. Miriam ist keine Sportlerin. Ihre Figur verdankt sie – neben der Brust-OP zum letzten Geburtstag – ihrem strikten Diätplan und der Tatsache, dass sie keine Drogen nimmt.

Fast glaubt sie schon, entkommen zu sein, als eine Stimme sie erstarren lässt: „Halt, stehen bleiben! Polizei!“

Wäre sie weitergerannt, vielleicht hätte man sie nicht erwischt. Doch Miriams Verstand schaltet in dem Moment aus und lässt jeden ihrer Muskeln einfrieren. Sie kann sich nicht einmal zu dem Polizisten umdrehen. Nur aus dem Augenwinkel erkennt sie einen Mann in Uniform.

„Hände auf den Rücken.“

Sie gehorcht und hört ein metallisches Geräusch.

Wenn ihr Vater davon erfährt … Sie will gar nicht daran denken. „Hören Sie“, sagt sie mit trockenem Mund, „wir können uns bestimmt einigen. Nennen Sie einfach ihren Preis und ...“

„Das ist ein Bestechungsversuch“, sagt der Mann kalt. Dann schließen sich Handschellen um Miriams Gelenke und fesseln ihr die Arme auf den Rücken.

Sie ist besiegt.

Stille kehrt ein. Der Mann scheint irgendwas aus seiner Gürteltasche zu holen. Als sie sich umdrehen und ihn ansehen will, sagt er sofort: „Das Gesicht bleibt nach vorne gerichtet!“

Miriam gehorcht wieder. Nach hinten austreten, denkt sie sich. Und losrennen. Wenn der Tritt sitzt, dann … Hat sie noch immer die Handschellen an. Jetzt helfen ihr nur noch Daddys Anwälte. Bei dem Gedanken schluckt sie.

Doch es kommt alles anders: Plötzlich feuchter Lappen mit stechendem Geruch, der der jungen Frau auf ihr Gesicht gepresst wird. Sie will schreien, aber dabei dringt das Tuch nur tief in ihren Mund vor und erstickt jeden Laut (daran wird sie sich noch gewöhnen müssen). Entsetzt zieht sie die Luft ein und damit das Chloroform. Was wird das hier?, fragt sie sich, als die Welt um sie herum sich zu drehen beginnt. Ihr werden die Beine schwach. Dann sinkt sie in die Knie und in die Arme des Polizisten.

„Ich halte unsere Stadt sauber“, antwortet er ihr. Es ist das letzte, was sie in Freiheit hört.

 

Würde

 

Irgendwann ist Miriam heiser. Sie hat stundenlang geschrieen, aber keine Antwort erhalten. Die Betonwände schlucken jeden Laut.

Beton und Metall. Daraus besteht der Raum, in dem sie aufgewacht ist. Zunächst war es noch so wie in „Oldboy“ (den sie noch gar nicht kennen kann) und sie hat auf eine Gefängniszelle gehofft und dass sie doch in die Hände eines Bullen gefallen ist, der sie in einer JVA eingesperrt hat. Doch auch wenn sie noch nie ein Gefängnis von Innen gesehen hat, weiß Miriam, Gefängniszellen anders aussehen: 3x3m Fläche, weiß gestrichene Betonwände, eine stabile Metalltür ohne Knauf oder Klinke auf der Innenseite und eine Metalltoilette. Besonders letztere schreckt Miriam ab: Ganz aus glänzendem Stahl, fest an der Wand verankert und mit etwas Wasser im Siphon. Wie hier gespült werden soll, weiß sie nicht.

Vielleicht, so hofft sie später, geht es um Geld. Daddy soll bezahlen. Immerhin trägt sie noch die gleiche Kleidung wie als man sie überwältigt hat, es scheint also nicht um mehr zu gehen. Redet sie sich ein. Okay, die teure Designerjacke hat man ihr abgenommen. Und die superenganliegenden Lederstiefel mit dem Absatz. Sie trägt jetzt ein weißes Hemd und eine Markenhose.

Eigentlich weiß sie gar nicht, wo sie ist. Der Raum hat keine Fenster. Der einzige Ausweg ist die fest verschlossene Metalltür, die keinen Zentimeter nachgibt, egal wie sehr man ihr rüttelt. Miriam hat es wirklich sehr lange ausprobiert. Jahre später wird sie so einen Raum in 'Erbarmen' wieder beschrieben finden. Miriam schreit also so lange, bis sie heiser ist, aber die Tür öffnet sich nicht. Sie hat Durst. Und sie muss immer dringender pissen. Hinlegen und dem steigenden Schmerz durch Schlaf entkommen ist keine Alternative, denn hier unten(?) gibt es keine Matratze oder irgendeine andere Schlafstätte. Und Miriam ist es nicht gewohnt, auf dem kargen Boden zu liegen. Einmal war sie mit ihrem Freundinnen zum Campen aufs Land gefahren, doch mitten in der Nacht, als es nicht mehr anders ging, rief sie über das Handy den Chauffeur ihrer Eltern an, ließ sich abholen und nach Hause, in ihre Bett bringen.

Doch eben das Handy hat man ihr abgenommen.

Sie läuft die Wände ab, bis der Schmerz in der Blase sie zwingt, ruhig zu bleiben. Hinhocken ging auch nicht, das verstärkte nur den inneren Druck. Und ewig stehen kann Miriam auch nicht.

Sich in der Kammer umsehend, ob sie wirklich niemand beobachtete, nähert sich sie schließlich ganz langsam der Toilette. Sie scheint wirklich nur aus Metall und Wasser zu bestehen. Eine weitere Schmerzwelle fährt durch ihren Körper. Noch voll bekleidet setzt Miriam sich, aber die Eiseskälte durchdringt ihre Hose, noch bevor Miriam sie sich herunterziehen kann. Sie will schon wieder aufstehen, doch mittlerweile ist jede Muskelbewegung eine Tortur. Also öffnet sie die Knöpfe ihrer Hose und zieht sie sich ganz vorsichtig, irgendwelchen heimlichen Beobachtern keinen unnötigen Quadratzentimeter Haut präsentierend, die Hose über die Pobacken. Darunter trägt sie den String. Errötend tastet sie sich zwischen die Beine, zieht den schmalen Stoffstreifen von ihren Schamlippen weg und presst.

Ein Zischen hallt durch die Zelle.

Endlich lässt der Druck in ihr nach. Für einen Augenblick ist Miriam so froh, dass sie das alles um sich herum vergisst.

Dann hört sie eine Stimme. „Gut. Ich dachte schon, du würdest es gar nicht mehr lernen.“

Eine Männerstimme. Sie kommt aus einer der oberen Ecken. Miriam erkennt keinen Lautsprecher, hält sich aber instinktiv eine Handfläche vor die Scheide und die andere vor den noch bedeckten Busen.

„Wer bist du?“, schreit sie.

„Nur jemand, der die Stadt vor Drogenhändlerinnen wie dir schützt.“

„Lass mich sofort gehen.“ Die ganze Zeit ist weiter Wasser aus der Frau gelaufen. Nun nimmt der feste Strahl langsam ab.

„Oder was?“, wird sie gefragt.

„Oder ...“ Mehr fällt Miriam nicht ein. Doch. Sie fragt „Was willst du?“

„Die Frage ist, was willst du?“, kommt tonlos zurück.

Ihre Freiheit natürlich. Aber Miriam ahnt, dass sie diese nicht so einfach bekommen wird. Also antwortet sie erstmal das Nächstliegende: „Ich habe Durst.“

„Das ist kein Problem“, kommt zurück, „unter dir ist genug Wasser.“

Miriam blickt zwischen ihren Beine, an ihren Schamlippen vorbei in das Metallbecken. Dann blickt sie wütend in die Richtung, aus der sie die Stimme vermutet. „Das werde ich niemals trinken. Da habe ich gerade rein uriniert.“ Ihre auswegslose Lage ist für die Gefangene kein Grund, sich vulgäre Sprache anzueignen. Ihre Eltern haben sie immer bestraft, wenn sie es getan hat.

„Auch das kein Problem“, meint der Mann neutral.

Unter Miriam brandet ein Rauschen auf. Sie spürt etwas Kaltes, Feuchtes an den Schenkeln und an noch empfindlicheren Zonen und sieht, dass ohne ihr Zutun die Toilettenspülung betätigt wurde. Noch etwas, dass sie an diesem Ort nicht selbst machen kann. Das Wasser läuft so lange, bis nur noch klare, farblose Flüssigkeit zurückbleibt.

„Du kannst jetzt trinken so viel du willst.“

Natürlich schüttelte die Frau wild den Kopf, dass ihre Haare durch die Luft peitschen. „Niemals! Nicht in diesem Leben.“

„Du kannst es nur herauszögern. Irgendwann bist du so durstig, dass du trinken musst. Wenn du es jetzt tust, erspart du dir nur Zeit, die du hier verbringst.“

Aber, so hofft Miriam, vielleicht wird sie in dieser Zeit gerettet. Da draußen sucht man bestimmt schon nach ihr. Oder sie kann den Mann doch noch überreden, dass er … „Hör mal“, sagt sie und lächelt. „Das ist doch alles eine Frage des Geldes. Sag, was du willst, und ...“

„Du verkaufst Gift“, wird sie harsch unterbrochen.

Miriam schluckte trocken. „Trotzdem ...“

„Trink. Dann sehen wir weiter.“

Nein. Das wird sie niemals tun! Und weil sie ahnt, dass er sich mit ihr auf keine Diskussion einlassen wird, schreit sie die nächste Frage, die ihr einfällt: „Und wenn ich Hunger bekomme?“

„Das wirst du dann schon sehen.“ Es folgt eine kurze Pause. „Wir hören uns, wenn es soweit ist. Mach es gut.“

Dann ist die Stimme wieder weg. So sehr Miriam auch schreit, sie bekommt keine Antwort mehr. Sie stellt sich vor, wie ihr Entführer irgendwo vor einem Fernseher sitzt, ihr zusieht und -hört, aber sie bekommt keine Reaktion auf ihre Drohungen und Beleidigungen.

Irgendwann merkt sie, dass ihr Po durch den langen Kontakt mit dem Metall kalt geworden ist. Wieder ohne sich unnötige Blöße zu geben, zieht sich Miriam den String und die Hose auf Hüfthöhe hoch und läuft so lange in dem Raum auf und ab, bis sie wieder ein Gefühl in ihrem Hintern hat. Jedes Mal, wenn sie an der Toilette vorbeikommt (oft, wenn es nur 3x3 Meter Fläche gibt), tritt sie zornig gegen das Metallbecken.

 

Zwei Schlafphasen und drei Toilettengänge später: Miriam hockt in der Ecke. Ihr geht es nicht gut. Ihr Mund ist trocken, hat allenfalls ein paar Tropfen zähen Speichels, die unter der Zunge hervorquellen. Und ihre Nieren schmerzen. Sie muss etwas trinken. Immer öfter sieht sie zu der Metalltoilette, verbietet es sich aber, dem Mann nachzugeben. Er kann sie doch hier nicht so liegen lassen.

Jedes Mal, wenn sie die Toilette genutzt hat, folgt die Spülung. Aber auch dann trinkt sie nicht. Mittlerweile scheint ihr Körper leer zu sein.

 

Noch später: Miriam hält es nicht mehr aus. Mittlerweile quälen sie Kopfschmerzen und ihre Lider reiben trocken über die Augen. Sie kriecht auf den Knien bis an die Toilette heran, formt mit einer Hand eine Schüssel, taucht diese unter den Wasserspiegel des Siphons, führt die Hand wieder an die Lippen und trinkt.

Das Wasser hier schmeckt gut. Fast süßlich. Sich trotzdem innerlich verachtend, trinkt Miriam bis ihr gröbster Durst gelöscht ist. Und dann, weil sie sowieso nachgegeben hatte, noch weiter. Irgendwann schleppt sie sich zurück in ihre Ecke und spürt, wie langsam der Speichelfluss in ihrem Mund zurückkehrt. Die Kopfschmerzen bleiben noch, aber die Schwäche weicht ebenfalls. Endlich gelingt es ihr wieder, mit Wucht gegen die verfluchte Metalltür zu treten.

Das Wasser hat noch einen anderen Nebeneffekt: Es füllt ihren Magen. Miriam weigert sich aber weiterhin nach Essen zu fragen, bleibt so liegen und fühlt sich beobachtet.

 

Kleidung

 

Irgendwann suchte sich das getrunkene Wasser den Weg aus ihrem Körper. Miriam steht auf, setzt sich auf die Toilette, zieht sich die Hose herunter und presst.

Auf den Moment hat er gewartet. „Und? War das so schwer?“, hallt seine Stimme aus dem unsichtbaren Lautsprecher.

„Leck mich“, zetert Miriam zurück.

Er schweigt daraufhin.

Sie fragte nach etwas zu Essen. Zwar hoffte sie noch immer, bald gerettet und aus diesem Loch befreit zu werden. Aber sie kann bis dahin nicht nur von Wasser leben.

Er dehnt seine Sätze als er ihr antwortet: „Das könnte ich machen. Das wird dich aber was kosten.“

Miriam sieht sich um. Was soll sie schon haben. Dann fällt ihr Blick auf ihren Körper herunter, und sie reißt den Kopf herum und blickt irgendwohin, wo sie eine Kamera vermutet. „Das könne dir so passen.“

„Glaubst, ich fütterte eine Frau, die Gift an junge Leute verkauft, einfach so durch?“

„Niemals!“

„Das hast du auch schon beim Wasser gesagt. Und dann konntest du gar nicht genug bekommen.“

„Nicht meine ...“

„Ich werde den Wert von deinem Essen individuell festlegen. Sagen wir für den Anfang … deine Hose für eine Ration?“

„Nein.“

Sie erntete wieder Schweigen.

 

Natürlich wird Miriam irgendwann einknicken. Er weiß das und sie weiß es.

Vorläufig entkommt sie aber, indem sie sich noch einmal schlafen legt. Als sie aufwacht, muss sie wieder auf Toilette. Mehr kann sie hier unten nicht machen. Schlafen, pissen, gegen die Tür treten. Was, wenn sie sich auszieht und so an ihr Essen kommt? Irgendwann wird sie nackt sein und er kann ihren Körper beobachten? Und dann? Was, wenn irgendwann der Punkt kommt, an dem er etwas fordert, wofür sie den Raum verlassen muss? Auch wenn Miriam nicht daran denken will, was das sein könnte, formt sich in ihrem Kopf so ein Fluchtplan. Vielleicht sogar ein Racheplan. Etwas, bei dem sie weglaufen kann, oder ihr vorher bewusstlos schlägt, dann selbst in diesen Raum sperrt und ihr spüren lässt, wie es ihr geht.

Langsam greift sie sich an den Knopf, der die Hose an der schlanken Hüfte zusammenhält und befreit ihn aus seinem Loch. Sie schiebt zwei Finger zwischen Stoff und Haut und zieht sich langsam, jederzeit bereit alles rückgängig machen zu können, die Hose nach unten. Der Stoff kratzt leicht über die glatte Haut, die Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel. Vor den Fesseln macht sie halt, in der Hoffnung auf eine Reaktion von ihm. Miriam weiß nicht, dass er jetzt gerade schläft. Daher bleibt sie später halbnackt sitzen, die Hose sorgfältig neben sich zusammengelegt, die Beine an den Oberkörper gezogen und die Hände um die Schenkel geschlungen. Ihr ist nicht kalt. Aber er soll nicht mehr sehen, als notwendig.

 

„Der Preis ist gestiegen“

Miriam schreckt aus ihrem Dämmer hoch, der sie irgendwann übermannt hat.

„Was?“, flüstert sie noch schlaftrunken.

„Du hast zu lange gewartet. Der Preis für deine Nahrung ist gestiegen. Jetzt will ich neben deiner Hose auch noch deine Strümpfe.“

„Fick dich.“

„Das ist falsch herum“, kommt zurück.

„Fick dick“, stößt Miriam noch einmal zwischen den Zähnen hervor.

„Du hast dann noch immer etwas, um deine Fotze zu bedecken“, meint er. Instinktiv hält sich die Frau die Hände zwischen die Beine. Natürlich weiß sie, dass sie dies nicht ewig schützen wird.

„Was ist jetzt? Verkaufst du, oder wartest du, dass der Preis noch weiter ansteigt?“

Wie schon gesagt, Miriam denkt an Flucht und dafür braucht sie Essen. In Gedanken sieht sie sich aber schon völlig nackt hier sitzen. Ohne ein Wort an ihn zu verschwenden, zieht sie sich die Strümpfe aus und legt sie sorgfältig auf die Hose. Der Beton unter ihren Fußsohlen fühlt sich glatt an.

„Wir machen das jetzt so: Du legst die Kleidung nahe der Tür, auf die Seite, auf der sie sich öffnet. Dann gehst du in die andere Ecke, hockst dich mit dem Gesicht an die Wand und verschränkst die Arme hinter dem Kopf. Dort bleibst du sitzen, bis es vorbei ist.“

Das ist kein Vorschlag sondern ein Befehl. Trotzdem fällt es Miriam schwer zu gehorchen. Aber als sie reglos sitzen bleibt, fragt er in enerviertem Tonfall: „Soll der Preis noch weiter steigen?“

Bald hockte Miriam in der vorgeschriebenen Pose und starrte vor sich auf die karge Betonwand.

„Wenn du auf dumme Gedanken kommst, steigert das nur den Preis“, sind seine letzten Worte.

Klar, denkt sie sarkastisch, als ob ich ansonsten nicht bald hier nackt hocken und dir meine Titten zeigen würde. Das Silikon in ihrem Brüsten wiegt schwer. Es scheint ihr einziger Körperteil zu sein, dem die Diät nichts ausmacht.

Sie stellte sich vor, wie sie aufspringt, zur Tür rennt, den richtigen Augenblick abpasst und ihm einen Tritt verpasst, der ihn zu Boden gehen lässt. Sie rollt ihn dann schnell in die Zelle und verschließt hinter dem Mann die Tür. Und dann …

.. geht plötzlich alles sehr schnell. Noch bevor Miriam es begriffen hat, hat sich die Tür lautlos geöffnet, man hört ein Rascheln und als sie den Kopf herumreißt, sieht sie nur noch, wie ihre Fluchtchance ins Schloss fällt. Wo eben noch ihre Markenkleidung lag, befindet sich jetzt ein brauner Beutel.

Miriam springt auf und verbringt die nächsten Minuten damit, an der Fuge zwischen Tür und Rahmen zu zerren. Überflüssig zu sagen, dass sie eine Gefangene bleibt.

Erst dann wendet sie sich dem Beutel am Boden zu. Erbestet aus einem durchsichtigen Material, gefüllt mit einer braunen, zähen Flüssigkeit.

„Was ist denn das?“, schreit Miriam, die andere Küche gewohnt ist.

„Das ist Nährflüssigkeit. Sie wird dich satt machen und mit allem versorgen, was du an diesem Ort brauchst. Kohlehydrate, Proteine, Vitamine, Hormone ...“, kommt zurück. Schon bei dem Gedanken daran schüttelt sich Miriam. „Und das Beste: Es bleibt kein Abfall zurück. Du kannst die Verpackung mitessen. Das ist Weltraumtechnologie.“ Tatsächlich beginnt sich der durchsichtige Beutel unter ihrem verschwitzen Griff aufzulösen. Die Hände schmecken nach Salz. Miriam blickt auf ihre bloßen Füße, erinnert sich, was sie alles für diese Ration tun musste und beißt den Beutel an einer Ecke auf.

Der Inhalt ist geschmacklos, liegt aber schwer in ihrem Magen. Nach den Tagen der Diät ist sie Nahrung nicht mehr gewohnt. Trotzdem isst sie alles auf.

„Wir können wieder abwarten“, meint der Mann dann, „und das alles Stück für Stück machen. Oder du ziehst dich gleich nackt aus und bekommst ein paar Packungen auf Vorrat. Irgendwann wirst du ehe nichts mehr tragen. Aber wie ich dich einschätze, bleibst du starrsinnig und sorgst dafür, dass das hier lange dauert.“

Kein Grund ihm zuzustimmen, auch wenn Miriam weiß, dass sie so handeln wird. Noch kann sie bekleidet von der Polizei gerettet werden. Und muss nicht, nur in eine Decke gehüllt, von den Sanitätern an den draußen wartenden Reportern aus dem Haus geführt werden.

Jetzt hat sie ohnehin andere Probleme: Das schwere Essen war zu viel für ihren leeren Magen. Er zieht sich zusammen und Miriam gelingt es noch gerade, sich über die Toilette zu beugen, bevor sie erbricht. Als ihr ein brauner Speichelfaden aus dem Mund rinnt, wird die Spülung in Gang gesetzt.

 

Das nächste Mal fordert er ihr Oberteil und den BH. Ihre Scheide will er noch nicht sehen, aber Miriams Titten interessieren ihn schon. Natürlich kämpft sie gegen den Hunger an, aber es vergehen nur wenige Stunden bis sie fast nackt vor der Wand kniet. Als sie sich umdreht, sieht sie nur eine Hand, die schnell den BH und das andere Kleidungsstück wegzieht und den neuen Nahrungsbeutel hinlegt. Sie springt auf und rennt mit wabernden Titten durch den Raum, erreicht aber die Tür zu spät. Wütend tritt und schlägt sie immer wieder gegen das Metall.

„Ich mag es, wenn du fast nackt kämpfst“, hört sie ihn. Schnell bedeckt Miriam ihren Busen, zumindest soweit die schmalen Arme die Rundungen verstecken können. Man sieht aber noch immer genug, erst Recht, als sie einen Arm wegnimmt um den Beutel zu öffnen. Dieses Mal isst sie nur eine kleine Portion, die dann auch im Magen bleibt.

 

Als Miriam aus dem unruhigen Schlaf hochschreckt, bewegen sich ihre Brüste noch nach. Natürlich ist im Schlaf die Deckung gefallen. Kurz sitzt sie aufrecht da, ohne sich zu bedecken und der Busen folgt jeder ihrer Körperbewegungen und ihrer Atemzüge. Sie ist immer zufrieden mit der Arbeit des Chirurgen gewesen: Prall, groß, sie schmerzen nicht und sind für jeden Mann ein Hingucker. Jetzt natürlich auch für den Mann, der sie hierher gebracht hat. Instinktiv wandern ihre Hände wieder nach oben. Sie trägt einen String-Tanga, der wenig der Fantasie überlässt. Zwei Stoffstreifen an den Hüften halten ein rosafarbenes Dreieck über ihren Schamlippen, ein dritter Stoffstreifen verschwindet zwischen den Pobacken. Nach den Tagen des Schwitzens und ohne Dusche oder frische Kleidung ist der String aber verbraucht. Überhaupt – Miriam fühlt sich dreckig und das nicht nur, weil sie dem Mann alles zeigt. Kurz, ganz kurz, nur so als Spaß lässt sie die Arme sinken und zeigt ihm ihre Nippel. Beide sind ebenfalls eine perfekte Arbeit. Vorher waren sie für Miriam zu groß, obwohl ihr letzter Freund sie so mochte. Sie will wissen, wie er – der Mann hinter der Stimme, nicht ihr Ex – reagiert, wenn sie ihm ihre Titten zeigt.

„Warum beendest du es nicht?“, fragt er tonlos zurück.

„Was meinst du?“ Sie spürt einen warmen Kitzel in sich. Bald kann es soweit sein. Sie wird von hier fliehen. Hofft Miriam zumindest, weil sie noch nicht weiß, wie die Szene wirklich ausgehen wird …

„Du ziehst dich endgültig nackt aus, tauscht dein letztes Stück Unterwäsche gegen eine Ration und dann sehen wir weiter.“

Wieder schiebt Miriam ihre Daumen zwischen Haut und Stoff und drückt nach unten. Erst präsentiert sie ihm ihren Hintern. Da sie nicht weiß, wo eine Kamera ist, kann sie nur vermuten, dreht sich aber mit der Front zur Wand und zeigt, wie sich langsam ihr Po entblößt. Auch eine perfekt trainierte Rundung. Die Beine kennt er ja schon, der Rest geht daher sehr schnell. Miriam fragt sich, ob sie einen Fehler begangen hat, wirft dann aber mit einer achtlosen Fußbewegung den String weg, in Richtung Tür. Er landet in Austauschposition.

Die Hände vor Scham und Busen bleibt die Frau so stehen und wartete ab. Kein Befehl, dass sie sich vor die Wand knien sollte. Weg von der Tür. Vielleicht sah er ihr nur zu. Vielleicht nutzte er auch die Gelegenheit, um sich …

Kurz gleitet die Tür auf. Wieder geht alles ganz schnell. Und Miriam kann nicht mehr vorwärts rennen, weil sie sich sonst eine Blöße geben würde.

An der gewohnten Stelle liegt die neue Ration. Der Beutel mit der braunen Flüssigkeit. Miriam ist nach dem Schlaf wieder hungrig. Sie weiß ehe, wie das hier endet. Also gibt sie erst einmal auf der Toilette alles, lässt Wasser und drückt sich im Anschluss den gesamten Inhalt des Beutels in den hübschen Mund und stopft noch die Verpackung hinterher. Das untergemischte Sedativum schmeckt sie nicht heraus. Erst läuft sie eine Weile unruhig, und mit den Händen die Bewegung ihrer Brüste so gut es geht verbergend, in dem Raum auf und ab. Irgendwann werden ihre Füße schwer und sie setzt sich in eine Ecke, weiterhin alles bedeckend. Nach einer Weile spürt sie die Beine nicht mehr und sie ahnt, was geschehen war. „Was hast du mir ins Essen gemischt?“, flüstert sie, ohne eine Antwort zu erhalten. Sie winkelte mit den Armen die Beine so an, dass die Knie ihre Titten verdeckten, doch wenig später fallen die Schenkel schlaff zur Seite und gaben so den Blick auf ihren sexy Körper frei. Die Arme sind zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr bewegungsfähig. Wenig später sinkt der Kopf der Frau nach vorne über und sie schläft ruhig atmend und traumlos ein.

 

Bewegung

 

'Das ist nicht gut', sind Miriam erste Gedanken, als sie wieder zu sich kommt(!)

Miriam befindet sich in einem neuen Raum. Eigentlich ist er dem alten ziemlich ähnlich, vielleicht etwas größer (4x6 Meter, aber das kann sie nicht nachmessen), mit einer Metalltür, weißen Betonwänden und sonst praktisch ohne jede Einrichtung. Vermutlich ein anderen Raum an dem gleichen Ort, an dem sie sich seit Tagen aufhält. Unter anderem fehlt die Toilette, die Miriam ohnehin nicht nutzen könnte, denn man hat sie während ihrer Abwesenheit gefesselt. Das erinnert sie daran, dass er ihr bei der ersten Begegnung Handschellen angelegt hat. Aber danach war sie frei. Relativ zumindest. Doch jetzt ...

Miriam liegt auf dem einzigen Möbelstück in dem Raum. Es erinnert an die Sitzbänke, die man oft an Schulen in den Sporthallen findet, damit die Schüler sich zwischendurch hinsetzen können. Aber die Sitzfläche dieser Bank ist höher gelegen und breiter. Miriam liegt auf dem Bauch und auf ihren Silikontitten. Der Oberkörper drückt die Rundungen fest gegen das Holz, so dass sie links und rechts hervorquellen. Aufrichten kann die Frau sich nicht: Seile binden ihren Körper an die Bank. Zum Beispiel umwickeln sie mehrfach ihren Rücken und halten somit den Oberkörper (und die Titten) fest an der Bankfläche. Ihren Kopf kann Miriam aber aufrichten und sich ein wenig umsehen. Ihre Haare sind zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Auch eine Form der Fesslung, wie sich später herausstellen wird. Es gibt ohnehin mehrere Ösen in der Decke. Miriams Knie sind an die Beine der Bank gefesselt, sehr fest, aber theoretisch könnte sie die Unterschenkel und Füße frei gewesen, zum Beispiel um die Umgebung abzutasten, vielleicht auch um etwas zu finden, was ihr zur Flucht verhilft. Aber auch das geht nicht, denn zwei Seile fallen von der Decke herab, winden sich um ihre Fesseln und winkeln so die Unterschenkel in die Höhe, so dass nur die Knie auf dem Betonboden aufliegen. Ebenso ihre Hände, die noch in ihrem Sichtfeld an die Vorderseite der Bank gefesselt sind. Zusammengebunden, Handgelenk an Handgelenk und dann an das Holz.

Ihre Hüfte kann sich auch noch ein bisschen bewegen und so die Situation abtasten. Es gibt direkt unter ihrer Scheide eine ausgelassene Stelle in der Bankfläche. So liegen die Schamlippen frei in der Luft.

So sehr sich Miriam in den nächsten Stunden auch abmühen wird, es wird ihr nicht gelingen, die Fesseln zu zerreißen. Das Juteseil wird sich mit ihrem Schweiß vollsaugen, aufquellen und die Haut zusammendrücken, aber Miriam wird weiter an diesem Ort hilflos liegen blieben und sich nur sehr wenig bewegen. Ihre Rufe verhallen in den Wänden.

 

Hoheit über die Oberfläche

 

Dann betritt er den Raum. Es ist das erste Mal, dass Miriam ihn wirklich sieht. Vorher hatte sie nur ein paar vage Umrisse und Schemen von ihrer Verhaftung, sowie den Blick auf ihre Hand. Die Metalltür öffnet sich und ein Mann nähert sich. Er sieht unscheinbar aus. Jemand, an dem ein Polizeiermittler vorbeigehen und ihn niemals verdächtigen würde.

Miriam kann ihren Kopf so weit vorbeugen, dass sie an ihren Fingern saugen und etwas salzigen Geschmack auf der Zunge haben kann. Schnell, und mit einem feuchten Geräusch, nimmt sie die Finger aus dem Mund, während er hinter sie tritt.

Er hat längst alles von ihr gesehen, aber trotzdem begutachtet er jetzt genau die Spalte hinter ihr, die von den Schamlippen aus durch den Po verläuft. Miriam sieht ihre Chance, presst – und schließt einen Strahl heiße Pisse aus sich heraus, in Richtung seines Gesichtes. Sie hört das Geräusch, als ob ein Wasserstrahl einen Metalleimer trifft.

„Daneben“, sagt der Mann. Es ist die gleiche Stimme, die sie schon kennt.

Er sieht ihr weiter zwischen die Beine. Miriam glaubt zu spüren, wie seine Finger ganz dicht über ihrer Haut schweben. Vielleicht ist es auch nur eine Einbildung. Er berührt sie auf jeden Fall nicht.

„Du hast all deine Schamhaare entfernen lassen?“

Natürlich gibt sie keine Antwort. Hat sie aber. Gleich nach ihrem 18. Geburtstag, als es ihr die Eltern nicht mehr verbieten konnten. Die meisten Haare an Frauen sind unästhetisch. Findet Miriam.

„Das ist okay“, fährt er fort. „aber ich hätte auch einen schmalen, sexy Schamstreifen akzeptiert.“

Sie schweigt weiter, obwohl sie weiß, dass es ihr auf Dauer nicht helfen wird.

„Dein Schweigen wird dir hier nicht helfen“, sagt er. „Aber du darfst jetzt gerne fortfahren.“

Miriam zerrte wieder an ihren Fesseln. Die Hitze, die jede unterdrückte Bewegung in ihr verursacht und der Fakt, dass sie sich von ihr nicht befreien und nur auf ihren Titten rumliegen konnte, staut sich in Miriam bis zum Limit. „Lass diesen Shades-of-Grey-Blödsinn!“, stößt sie hervor, sich ein weiteres Mal gegen die Seile aufbäumend.

„Damit hat das nichts zu tun“, kommt zurück. „Außerdem wird das Buch erst in 16 Jahren auf dem Markt kommen.“ Man hört ein quietschendes Geräusch, so als ob eine Tube Flüssigkeit ausgedrückt wird. Dann triff ein kalter, zäher Schwall Miriams Körper. Sie kreischt auf und schüttelt sich – soweit, wie es die Fesseln zulassen - kann aber die zähe Masse nicht abwerfen. Stattdessen beginnt ein Paar rauer Hände die Flüssigkeit auf der glatten Haut zu verteilen. Überall. An jede Stelle, in jede Ritze. Die kühle – eigentlich angenehme – Flüssigkeit wird der Frau zwischen die Zehen einmassiert. Das kitzelt ein bisschen und Miriam windet sich wieder in den Fesseln, entkommt aber nicht seinen Händen. Die Kühle wandert weiter hoch, über ihre Fußgelenke und die Unterschenkel. Kein Winkel Haut, keine noch so kleine Fläche wird ausgelassen. Ihr Knie versucht sie anzuwinkeln und somit dem Einreiben zu entgehen, doch er drückt mit sanfter Gewalt das Bein auseinander und verteilt nur noch mehr feuchtes Gel an der Stelle. Weiter die Schenkel hoch, an denen sie die Berührungen noch intensiver wahrnimmt. Wäre Miriam nicht (fast) überall epiliert, ihre Härchen würden sich jetzt aufstellen. Sie verachtet sich für den Schauder, der durch ihren jungen Körper läuft.

Neues Gel wird aus der Tube gepresst und trifft genau auf den Grad zwischen Scheide und Po. Die Hand massiert es in beide Löcher. Neugierig tasten sich die Finger der Hand vor, zwischen den Muskel und die Schamlippen. Einmal im Körper der Frau, drückt er Daumen und Zeigefinger gegeneinander und presst so das Bindegewebe zwischen Scheide und Darm zusammen.

Das reicht ihr dann. Miriam beginnt wild den Hintern zu bewegen, um seine Hand von sich abzustoßen und …

Miriam hatte schon einige Freunde in ihrem Leben gehabt und einige davon hatten bizarren Vorlieben. Manche hatte sie durchgehen lassen, vor allem wenn es um ihre Titten ging. Sie hatte sich nicht das Silikon einsetzen lassen, damit ihr Busen keine Aufmerksamkeit erhält. Ein Freund hatte Stunden damit verbracht, ihr mit den Daumen über die Nippel zu reiben. Irgendwann hatte sie ihm zuliebe vorgetäuscht zu kommen. Für einen anderen hatte sie immer so durch das Zimmer laufen müssen, und er hatte beobachtet, wie sich dabei ihre Titten bewegen.

Das es heute so weit kommt, ist unwahrscheinlich.

„Ich mag es, wenn du deinen Arsch bewegst“, sagt er, „aber schade dass dir das nicht früher eingefallen ist und du dein Geld mit Drogen verdienen musstest. Dann hier hätte alles nicht sein müssen.“

Unerbittlich wandern die Hände weiter nach oben. Miriams Fotze und Po bedeckt längst ein dünner Feuchtigkeitsfilm, nun ist ihr Bauchnabel dran. Sonst ist sie kitzelig, aber nicht heute, nicht in ihren Fesseln und absolut und hilflos.

Wie schon gesagt, sie liegt auf ihren Titten und presst das Fleisch und das Silikon gegen die Liegebank. Es ist nicht leicht, aber mit etwas Druck schiebt er seine Hände unter ihren Oberkörper und unter den Busen und verteilt dort die Flüssigkeit, während er nebenbei ihre Titten durchknetet. „Zunächst“, hört sie seine Stimme, „hatte ich ja Angst, dass du zu große Titten hättest, um dich auf den Bauch zu fesseln. Sie quellen auch ziemlich über nach links und nach rechts, aber das geht schon okay. Weißt du ...“ Er hat ihre Brustwarzen erreicht und stimuliert diese sanft, „die letzte Drogendealerin die hier lag, hatte keinen so schönen Busen. Ihre Titten waren bloß Milchdrüsen. Verstehe mich nicht falsch, hier geht es um dich und nicht um mich, aber meine Arbeit macht mir viel mehr Spaß, wenn ich sie an einer attraktiven Frau ausleben darf.“

Diese Erklärung bricht Miriam sichtlich. Wenn er schon vorher andere Frauen hier hatte, wieso ist ihm dann die Polizei nicht auf die Spur gekommen. Oder anders: Wird man Miriam von diesen Ort retten? Und was ist aus der oder den anderen Drogendealerinnen geworden? Sie beißt die Zähne zusammen während er wieder seine Hände unter ihr hervorzieht, eine neue Ladung der feuchten Masse auf ihren Schultern träufelt und dann ihren Hals einreibt. Und ihre Arme. Dabei gelingt es ihm fast alle Hautpartie zu erwischen, auch die unter dem Juteseil. Miriam fühlt sich feucht. Und berührt. Natürlich haben sie ihre früheren Typen angefasst – vor allem ihre Titten – aber dann hat sie es so gewollt oder zumindest nichts dagegen gehabt. Doch jetzt …

Zuletzt ihr Gesicht. Wangen, Stirn, Kinn, Lider. Miriam presst die Augen zusammen. Trotzdem fließt ein bisschen Gel in den Spalt und beginnt sofort auf den Augen zu brennen. Ihre Sicht verschwimmt, aber sie hat ja ohnehin nur ein sehr eingeschränktes Sichtfeld.

Seine Finger sind jetzt ganz nahe an ihrem Mund. Eine Kopfbewegung, und sie könnte ihn beißen. Vielleicht sogar einen Finger abtrennen und herunterschlucken, so dass er nie wieder angenäht werden kann … Aber dann läge sie noch immer gefesselt auf der Bank und wäre ihm weiterhin hilflos ausgeliefert. Sie schaudert bei dem Gedanken, wo eben noch seine Finger drinnen gesteckt haben. Ihr Mund ist die einzige Körperöffnung, die er noch nicht invasiert hat.

Schnell verteilen seine Finger auf ihren Lippen Kälte, dann ist es vorbei. Nur noch drei schnelle Striche als er ihre Haare benetzt und nach hinten, in Richtung des Pferdeschwanzes ausrichtet. Sie sind jetzt dunkler und richten aus.

Er tritt zurück und betrachtet sein Werk. Eine nackte, an Händen und Füßen gebundene Frau mit großen Titten und feuchtglänzender Haut. Ein wunderschöner Anblick. „Das Hydrogel sollte deine Haut für eine Weile mit Feuchtigkeit versorgen und geschmeidig halten“, meint er.

Für was die geschmeidig bleiben soll … Miriam will es gar nicht wissen.

Er hat sie jetzt überall berührt, während ihre Hände weiterhin außer Reichweite bleiben.

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Kommentare

Also das hat mich jetzt atemlos zurück gelassen und mich lechzt es nach mehr. Miriam ist ein wirklich unangenehmer Mensch und ich gönne ihr eine Rehabilitation. Ich frage mich natürlich, was es mit dem Kerl auf sich hat, der auf diese Art Drogendealerinnen umerzieht. Bin schon ganz heiß auf mehr.
Ein super sauberer Schreibstil, flüssig, nahezu fehlerfrei und du gehörst zu den wenigen Leuten, die die berühmten ... richtig verwenden. Ich bin begeistert.

In reply to by Vertriebene

Vielen Dank für deine sehr positive Kritik. Hat mich (sehr) gefreut.

Der zweite Block wird bald ebenfalls veröffentlicht.

Mehr braucht hier nicht stehen.

Oder doch. Aber nur noch das: Sechs Sterne lasse ich da.

 

Gruß Nachtgestalt

In reply to by Nachtgestalt

... vielen dank für diese Kritik. Ich freue mich immer über Feedback

... ich will es unbedingt wissen!!!

mir fiel das eine oder andere unstimmige Personalpronomen auf - aber ansonsten durchgehend absolut fesselnd:-) geschrieben.

 

bell

 

Jaja Personalpronomen, hier und da mangelt es  an Präzision und auch noch ein paar sinnänderene Rechtschreibfehler, blablabla

 

Aber:

Also erstmal  ist das inhaltlich eine von den origenelleren Stories die ich hier bisher gelesen habe. (Gut, bin erst ein paar Tage hier online, man erweitere deshalb die Ausage auf weitere nicht namentlich zu nennende Sites. Sonst macht das Satement ja keine Sinn).

Ganz besonders fällt sie sprachlich aus dem Rahmen. Wortwitz, und vor dann vor allem das geniale Erzähltempo, erinnert mich wirklich an Charles Bukowski. Und wenn ich ihn schon erwähne, Passagen wie die folgende klingen auch schon etwas  nach Bukowski, ein bisschen Feinschliff vielleicht noch im Mittelteil. 

 

 

Ein Junge, der auf den Boden erbrach. Irgendwelche Mädchen, die sich Beleidigungen zuschrien, während ihre Freunde betreten daneben standen. Eine Person mehrfiel da nicht auf. Auf die Polizei achten Miriam natürlich noch immer, aber der Rest von Berlin sieht so aus wie immer.

Stefan erwartet sie schon. „Da ist ja mein bester Mann“, sagt er. Miriam hasst das. Weswegen er es auch immer wieder sagt. Für Stefan – ob er wirklich so heißt, weiß sie nicht, aber das ist vermutlich auch besser so – arbeiten mindestes 15 Dealer, aber keiner verkauft so viel wie sie.

Das ist Emanzipation.

In reply to by Borderl1ne

Erst einmal auch vielen Dank für die beiden letzten Kommentare. Es stimmt, der Text beinhaltet noch Fehler, die man als Autor einfach überliest, weil man den eigenen Text zu gut kennt.

Ansonsten auch einen großen Dank für das stilistische Lob. Ich finde, nur weil wir hier Pornographie schreiben, ist das kein Grund, mit dem Genre ein bisschen zu spielen. Klar, die Bedürfnisse der Leser haben Vorrang, aber wieso nicht experimentieren. Das wünsche ich mir in diesem Forum etwas mehr.

Mir hat der erste Teil dieser Story auch gut gefallen, Der Schreibstil ist relativ schlicht, aber er passt sehr gut zur kahlen Umgebung, in der Miriam sich befindet.

Leider stellt der Anfang (wie in vielen Geschichten hier) nur Behauptungen auf, zeigt aber nichts. Ich bekomme einen Vortrag über Miriam, quasi ihre Personalakte, ich bekomme aber nicht Miriam und das fehlt für mich im weiteren Verlauf. Ich weiß nicht, ob ich mit Miriam hoffen soll, oder ob ich ihr diese Behandlung gönnen soll. Ich denke, ein Anfangskapitel, in dem Miriam auf eine der Partys geht, auf denen sie Drogen verkauft und dort vielleicht noch ein Telefongespräch mit ihrem Vater hat, der ihr sagt, dass er ihr das letzte Mal mit der Spende an die Uni ausgeholfen hat und sie ihm trotzig entgegnet, dass sie sein Geld nicht mehr braucht, oder irgendetwas in dieser Art, würde den Charakter viel besser vorstellen, als die nüchternen Fakten über sie und ihre reiche Herkunft. Auch könnte so ihr Verfolger so schon eingeführt werden, in dem Miriam sich in der Menge beobachtet fühlt, aber natürlich niemanden spezielles erkennt oder so in der Art.

Aber jetzt mal sehen, wie es weiter geht...