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Was Gretel heute zustoßen könnte - ein modernes Märchen

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Was Gretel heute zustoßen könnte Teil 2

 

Ein altes Märchen für moderne Menschen ...

Was Gretel heute zustoßen könnte

 

   „Gretel, steh endlich auf, du musst zur Schule“, stürmte die Mutter in das Zimmer mit den schwarz gestrichenen Möbeln, die ursprünglich rosa gewesen waren, und riss die Decke vom Bett.

   „Lass mich in Ruhe. Ich bin achtzehn und habe dir schon gesagt, dass ich nicht mehr zur Schule gehe“, schnauzte das dunkelhaarige Mädchen mit den halblangen Haaren ihre Mutter an.

   „Du bist volljährig, ja, aber du hast nicht einmal den Hauptschulabschluss. Was soll denn aus dir werden, wenn du nicht lernst?“, argumentierte die überforderte Mutter, die diese Diskussion schon zum ungezählten Mal führte.

   „Warum soll ich überhaupt arbeiten gehen? Du gehst ja auch nicht.“ Gretel hatte sich die Decke wieder herbei geangelt und zog sie sich nun über den Kopf.

   „Ich hatte damals nicht die Möglichkeit, die Schule abzuschließen, denn dann kamst schon du und ich will was Besseres für dich. Nimm dir doch ein Beispiel an Hans, der besucht das Gymnasium und kann danach studieren gehen. Aus ihm wird mal was.“

   Inzwischen riss die Frau den Vorhang zurück und das Fenster auf.

   „Mensch, mach das Ding zu, es ist kalt und scher dich raus!“, brüllte die Jüngere los.

   „Weißt du was, Fräuleinchen? Wenn du die Schule nicht beendest, werden wir dich rausschmeißen und dann kannst du sehen, wie du fertig wirst“, keifte die Mutter und verließ den Raum, ohne Fenster oder Türe zu schließen.

   „Es zieht!“, kreischte Gretel, sprang in ihrem Babydoll aus dem Bett und warf erst das Fenster, dann die Türe zu, dass es krachte.

   Warum kann sie mich nicht in Ruhe lassen?, überlegte sie unzufrieden. Jeden Morgen dieses Theater. Ich brauche keine Schule. Ich suche mir einen reichen Mann, der mich verwöhnt, dann werde ich nie arbeiten müssen.

 

   „Gretel, wenn du schon hier herum hängst, kannst du wenigstens Staubsaugen“, fuhr die Mutter sie an, kaum dass sie die Treppe in dem kleinen Haus runter gekommen war.

   „Ich habe doch nicht einmal gefrühstückt“, gab sie zurück.

   „Frühstückszeit war vor ein paar Stunden. Wenn du nicht kommst, gibt es nichts mehr.“

   „Dann werde ich eben Mittagessen. Wann ist es denn fertig?“ Irritiert sah sich die junge Frau in der Küche an. Jetzt war sie schon extra um die Zeit aus ihrem Zimmer gekommen und es war überhaupt nichts vorbereitet. Die Küche war blitzblank, obwohl sie so winzig war und die Küchenschränke schon Jahrzehnte alt. Gretel kotzte diese Enge an. Sie wollte ein großes Haus, ein großes Zimmer, Platz Feten zu feiern und nicht dieses Spießbürgertum.

   „Gar nicht für dich, es sei denn du saugst eben durch und schälst die Kartoffeln!“

   Gretel ging zum Wohnzimmer hinüber, wo immer noch das gleiche Sofa stand wie vor zehn Jahren und auch der Fernseher war alt und überholt. Von Flatscreen konnte keine Rede sein. Sie hätte schreien können wenn sie dieses Spießbürgertum sah.

   Ihrer Mutter schien das durchaus ernst zu sein, denn sie hatte die Beine hoch gelegt und blätterte in einem Magazin.

   „Ich soll hier die Arbeit machen und du sitzt nur faul rum?“, regte sich das Mädchen auf.

   „Hast du nicht heute Morgen gesagt, ich würde nichts tun und nur zu Hause herum sitzen? Du wolltest das Gleiche werden wie ich. Dann kannst du ja schon mal anfangen.“ Nicht einmal erhob die Frau ihren Blick von ihrer Lektüre.

   „Du kannst mich mal. ICH werde nie arbeiten müssen. Ich suche mir einen reichen Mann und nicht so einen Loser wie Vater. Der hat es gerade mal zum Vorarbeiter in dieser verdammten holzverarbeitenden Fabrik gebracht. Ihr widert mich an.“

   Wutentbrannt zog sie ihre Schuhe an, die kurze Jacke über und stürmte aus dem Haus. Die Haustür krachte ins Schloss. Eilig stöckelte sie auf den unbequemen Absätzen ihrer Stiefeletten über die Straße und ließ sich von ihrer Wut einfach immer weiter treiben. Sie hasste diese Armut, alles war klein und alt. Ihre Eltern taten einfach nichts dagegen und jeder Tag war wie der vorherige. Dabei hatte die Welt so viel mehr zu bieten. Sie wollte Glamour, teure Klamotten, Fernreisen … Niemand hatte Verständnis für sie. Nicht einmal ihr Bruder Hans. Als sie klein gewesen waren, waren sie ein Herz und eine Seele und wären miteinander durch dick und dünn gegangen, aber jetzt? Jetzt spielte er den Streber und machte ihr auch noch Vorhaltungen.

   Gretel hatte einen Beschluss gefasst. Ihre Eltern wollten sie nicht haben, dann sollten sie mal sehen, wie es war, wenn sie nicht da war. Sie würde sich irgendwo einen schönen Tag machen und vielleicht eine schöne Nacht. Sollten die doch vor lauter Sorgen verrückt werden.

   Genau malte sie sich aus wie Mutter und Vater überall anriefen, ihren Bruder los schickten, um sie zu suchen und wie ihnen der Appetit verging, weil sie nicht nach Hause gekommen war. Ihre Geldbörse steckte in ihrer Jacke und mehr brauchte sie im Moment nicht. Sie hatte sich heimlich das Sparbuch geholt, das seit vielen Jahren auf ihren Namen lief, sich das Geld auszahlen lassen und es dann auf ihr Konto getan. Die Auszüge versteckte sie, damit es nicht auffiel. Sie war erwachsenen und durfte damit machen was sie wollte.

   Erst als ihre Füße immer mehr schmerzten, kam sie aus ihrer angenehmen Gedankenwelt in die Realität zurück und sah sich um. Wo verdammt noch mal war sie eigentlich? Obwohl sie hier aufgewachsen war, kannte sie diese Gegend nicht. Wohin mochte die Fahrspur wohl führen, die sich unter ihren brennenden Füßen befand?

   Hilflos sah sie vor und zurück und beschloss dann, dem Weg weiter zu folgen. Es waren Reifenspuren zu sehen und die mussten ja irgendwo hin führen. Immer langsamer wurde sie und überlegte, ob sie nicht lieber barfuß weiter gehen sollte. Allmählich wurde es kühl. Die Leggins und der Minirock wärmten nicht wirklich. Außerdem trug sie nur ein dünnes Top unter der ebenfalls modisch dünnen Jacke.

   Erleichtert sah sie endlich am Ende des Weges eine Holzhütte. Sie war nicht besonders groß, aber würziger Rauch stieg aus dem Kamin, also war vermutlich jemand zu Hause.

   In einem Holzklotz vor dem Haus steckte eine Axt und Späne zeugten davon, dass der Besitzer oder die Besitzerin erst kürzlich Holz gehackt haben musste. Unter einem Vorsprung waren ordentliche Stapel davon untergebracht. Doch den leeren Käfig daneben konnte sie nicht zuordnen. Rings um war nur Wald.

   Etwas verunsichert blieb sie vor der offenen Haustür stehen und traute sich nicht recht, hinein zu gehen. Aber sie war so furchtbar hungrig und es roch so gut nach Eintopf, dass ihr ungefüllter Magen anfing unangenehm zu knurren. Hätte sie doch ihr Handy eingepackt, das auf ihrem Schreibtisch lag. Im Eifer des Gefechts hatte sie es völlig vergessen. Daran war auch nur ihre Mutter schuld.

   „Hallo? Ist hier jemand?“, rief sie, nachdem sie zaghaft an dem Türrahmen geklopft hatte. Es war nicht sehr klug, in ein Haus zu gehen, von dem sie nicht wusste wer darin wohnte.

   Dunkles Schweigen war die einzige Antwort, die sie bekam. Es war ihr sehr unbehaglich zumute, aber vorsichtig machte sie einen Schritt in den Raum, der wenige kleine Fenster hatte und nur durch ein flackerndes Feuer im Kamin erhellt wurde. Über dem Feuer hing ein Topf, aus dem es so gut duftete.

   Ansonsten enthielt der Raum scheinbar nicht viel. Sie konnte einen groben Tisch mit zwei Bänken sehen und in der hintersten Ecke könnte sich ein Bett befinden. Langsam schlich sie näher an den Kamin und sah einen alten Küchenschrank. Da ihr Magen so randalierte, nahm sie sich einen Teller aus dem Regal, der handgeschnitzt aussah, und wollte sich gerade von dem Eintopf nehmen.

   Schwer fielen zwei Hände auf ihre Schultern und sie schrie erschrocken auf.

   „Lassen Sie mich los!“, stieß sie hervor.

   „Du redest nur, wenn du gefragt wirst“, herrschte eine dunkle Männerstimme sie an.  „Knie dich hin und erklär mir, was du hier machst!“

   „Ich knie mich nicht hin“, widersprach sie und versuchte sich erfolglos umzudrehen.

   Im nächsten Moment merkte sie einen Druck in ihren Kniekehlen und sie fiel doch auf die Knie und saugte die Luft zwischen die Zähne ein. Leider hielten die Hände sie nun unten.

   „Antworte!“, befahl er ihr, ohne laut zu werden. Dennoch begann sie sich zu fürchten.

   „Ich habe gerufen, aber niemand hat gehört“, verteidigte sie sich. „Ich bin so hungrig und dachte, ich könnte im Anschluss fürs Essen bezahlen“, improvisierte sie eine für sie gut klingende Begründung.  

   „Gut ausgedacht, aber ich glaube dir nicht. Du wolltest klauen. Streck die Hände aus!“

   Irritiert über die strenge aber dennoch ruhig gebieterische Stimme tat sie was er verlangte, hörte ein scharfes Zischen spürte im nächsten Moment einen brennenden Schmerz in ihren Handflächen.

    „Au!“, kreischte sie und presste die schmerzenden Körperteile gegen ihren Bauch. Noch einmal wollte sie aufspringen, aber noch immer hielt er sie nieder.

   „Wie ist dein Name?“, wollte er jetzt wissen und spielte in ihrer Sichtweite mit einer Weidenrute, wahrscheinlich der gleichen, die ihr solchen Schmerz bereitet hatte.

   „Gre-Gretel“, stotterte sie panisch.

   „Du darfst mich Master Hexer nennen“, gab er zurück und lachte. Dann wurde er schlagartig wieder ernst und sagte: „Deine Erziehung lässt ziemlich zu wünschen übrig. Daran kann ich etwas ändern.“

   Mit einem Griff in ihre Jacke hatte er die Geldbörse in der Hand und sah hinein. „Gerade achtzehn geworden. Jetzt glaubst du, du kannst machen was du willst.“

   „Ich will mein Geld wieder haben!“, forderte Gretel mit zittriger Stimme.

   „Du redest nur, wenn du gefragt wirst, hast du mich jetzt verstanden?“ Er hatte seine Hand in ihre Haare vergraben und obwohl die nicht sehr lang waren, zog er ihren Kopf daran nach hinten, sodass sie ihm ins Gesicht sehen musste.

   Im flackernden Licht des Feuers sah er diabolisch aus und sie konnte nur erkennen, dass er dunkelhaarig war, aber nicht seine Augenfarbe. Der Zug an ihrer Kopfhaut war unangenehm und sie hauchte leise: „Ja!“

   „Ja, was?“

   „Ja, Master Hexer.“ Sie hatte Angst und sie fühlte plötzlich verlegene Hitze in ihr Gesicht steigen. Endlich ließ er los und sie blieb reglos auf dem Boden knien.

   „Bist du fort gelaufen, Gretel?“, fragte er nun trügerisch sanft. „Und lüg mich nicht an!“

   Vielen Gedanken, Ausreden, Lügen und Ideen schwirrten gleichzeitig in ihrem Kopf herum. Was sollte sie denn antworten? Welche Antwort würde ihr Los erleichtern?

   „Wird’s bald!“, schnauzte er sie nun an und sie zuckte zusammen.

   „Ja, bin ich.“ Eine Hand legte sich unangenehm um ihren Nacken und sie zog instinktiv ihre Schultern hoch. „Ja, bin ich Master Hexer.“

   „Du lernst ziemlich langsam. Das ist mein Haus. Hier herrschen meine Regeln. Du bist freiwillig hier herein gekommen, also hast du sie zu befolgen bis ich dich wieder gehen lasse.“

   „Aber …“ Der Druck auf ihren Nacken wurde schmerzhaft und sie spürte Tränen in den Augen als sie erwiderte: „Ja, Master Hexer.“

   Wäre sie doch nie hier hinein gegangen. Oder besser, wäre sie doch nie fortgelaufen. Nun saß sie richtig in der Falle und dieser Mann würde ihr sonstwas antun.

   „Setz dich an den Tisch, mit dem Gesicht zum Feuer.“

   Mühsam kam sie auf die Beine und stolperte den ersten Schritt, während er keine Anstalten machte, ihr zu helfen.

   „Du bist ziemlich ungeschickt und hast weder Haltung noch Körperspannung“, kommentierte er seine Beobachtungen und wieder merkte sie, wie ihr Gesicht vor Scham anfing zu brennen.

   Endlich saß sie auf der Bank und wünschte, diese würde an der Wand stehen, damit sie sich anlehnen könnte und er nicht die Möglichkeit hatte, hinter ihr zu bleiben.

   „Setz dich gerade hin, häng nicht herum wie ein halb leerer Sack Getreide. In Sport hast du wohl eine sechs gehabt.“

   Gretel streckte den Rücken durch und ließ den Kopf hängen. Bereits nach kurzer Zeit begann das Ziehen, weil sie sich sonst gerne herum lümmelte und im Sport war sie tatsächlich immer schlecht gewesen.

   „Kopf hoch und halte die Augen gesenkt.“ Nur widerwillig gehorchte sie, aber sie traute sich nicht zu widersprechen.

   „Wehe du rührst dich.“

   Er ging wieder um den Tisch herum und machte sich an dem Schrank und dem Eintopf zu schaffen. Scheinbar hatte er auch Augen im Hinterkopf, denn nach ein paar Sekunden sagte er: „Eine Strafe dafür, dass du deine Haltung wieder vernachlässigst.“

   „Ich sitze doch gerade“, protestierte sie und richtete sich wieder auf.

   „Eine zweite Strafe fürs Lügen und eine fürs Sprechen ohne Erlaubnis. Was haben dir deine Eltern eigentlich beigebracht?“

   „Aber …!“

   „Vier Strafen. Der nächste Ungehorsam wird mit doppelter Strafe versehen und das lässt sich beliebig steigern.“

   Gretel hatte wieder den Mund geöffnet, um sich zu beschweren, bekam aber plötzlich kein Wort mehr heraus. Er wollte sie bestrafen? Aber womit? Wieder mit der Weidenrute? Das durfte er nicht. Ihre Eltern hatten sie nie geschlagen. Wohin würde er sie schlagen? Wieder auf die Hände? Oder auf ihren Po? Mit Kleidung oder ohne? Bei dem Gedanken, er würde sie übers Knie legen und ihren nackten Po mit der Hand verwalken, spürte sie plötzlich ein seltsames Kribbeln zwischen den Schenkeln. Und wenn er danach noch …

   „Hörst du mir überhaupt zu? Ich habe dich etwas gefragt“, fuhr er sie plötzlich an und riss sie aus ihren verwirrenden Gedanken.

   „Entschuldigung Master“, rutschte es ihr von alleine über die Lippen.

   „Ich will wissen, ob du noch zur Schule gehst oder was du machst“, wiederholte er die überhörte Frage.

   „Ich … ich, äh, will die Schule schmeißen“, sagte sie kleinlaut, weil sich das irgendwie falsch anhörte, so ganz anders als am Morgen.

   „Du bist dümmer als ich dachte“, sagte er herablassend. „Was willst du sonst tun?“

   „Ich will …“ Sie verstummte. Wie sollte sie ihm erklären, dass sie sich einen reichen Mann suchen wollte?

   Sie spürte seine Blicke auf sich gerichtet. „Sag nicht, du wartest auf den Traumprinzen mit Pferd auf der Motorhaube, der mit dir in den Sonnenuntergang fährt, um dir schicke Kleider zu kaufen?“

   So ausgedrückt klang das ziemlich kindisch, naiv und blöd, sodass sie den Kopf ein Stück einzog. Dafür begann er laut zu lachen und schien sich gar nicht mehr einzukriegen.

   Das war mit Abstand die peinlichste Situation, die sie je erlebt hatte und wieder drohten die Tränen zu fließen.

   „Wahrscheinlich sind deine Eltern froh, dich los zu werden, wenn du dich benimmst wie ein ungezogenes, dummes und unreifes Kind“, höhnte er.

   „Nein, sie lieben mich!“, schrie sie entsetzt und vergaß ihr Redeverbot.

   „Wofür? Für deine Dummheit, die Chance zum Lernen nicht zu nutzen? Für deine Widerworte und deinen offensichtlichen Ungehorsam? Ich wette, du lungerst nur herum, träumst in den Tag und erwartest ein Wunder?“

    Gretel wurde immer kleiner auf der Bank. Woher wusste er das? War sie nicht fort gelaufen, weil sie keine Lust auf Hausarbeit hatte? War sie nicht fort gelaufen, weil sie keine Lust auf Vorwürfe und Ermahnungen gehabt hatte? Hatte sie nicht gewollt, dass sich ihre Eltern Sorgen um sie machen, wenn sie verschwand?

   Jetzt begann sie wirklich zu heulen. Sah man ihr an, was sie dachte? War sie wirklich so schlimm gewesen?

   „Iss deinen Eintopf und verwässer ihn nicht“, sagte der Mann nun weniger barsch. „Es kommen noch zwei Strafen wegen unerlaubtem Sprechen hinzu und zwei weitere, wenn du dich nicht richtig hinsetzt.“

   Gretel hörte die Stimme ihrer Mutter sagen: „Kind, nun zeige doch ein wenig mehr Haltung. Wohin soll das denn führen, wenn du mal alt bist und jetzt schon nur herum hängst? Du bekommst einen krummen Rücken.“

   Nur mühsam bekam sie das heiße schmackhafte Essen hinunter. Sie ließ sich Zeit und hoffte, der Fremde ließ sie dann wieder gehen, aber viel Hoffnung hatte sie nicht. In dieser Zeit nagte das schlechte Gewissen an ihr. War es zu Hause wirklich so schlimm? War sie so schlimm, dass ihre Eltern froh waren, wenn sie nicht mehr kam?

   Kaum hatte sie aufgegessen, bekam sie einen neuen Befehl. „Zieh deine Jacke aus, stell dich in den Raum und leg die Arme auf den Rücken.“

   Bebend tat sie das Verlangte und er schlich um sie herum. Sie fühlte sich beobachtet und bemerkte erstaunt, dass sich ihre Brustwarzen unter seinem abschätzenden Blick aufrichteten, was durch das dünne Top nicht zu übersehen war. Dennoch traute sie sich nicht, ihre Haltung zu ändern.

   „Bist du noch Jungfrau?“

   Brennende Röte begleitete ihre leisen Worte: „Nein, Master Hexer.“

   „So, du bist also lüstern.“

   Er kam nun näher und strich leicht mit den Fingern über ihre harten Nippel, sodass sie die Luft anhielt, weil das Gefühl gleich zwischen ihre Schenkel schoss.

   Mit seinem Fuß stieß er ihre Füße auseinander bis sie leicht gespreizt da stand.

   Oh nein. Sie spürte, dass sie feucht wurde. Wieso konnte sie diese Situation so erregen? Doch allmählich begann sie zumindest sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Sie wollte ihre Grenzen kennen lernen und ihre Eltern waren immer so lieb zu ihr gewesen. Und dieser Mann ließ sich nicht manipulieren, denn er wusste genau, was er wollte und setzte das durch. Alleine diese Erkenntnis verstärkte ihre Erregung und sie trat unruhig von einem Bein auf das andere. Deshalb hatte sie mit Gleichaltrigen auch im Bett keinen Spaß gehabt, wurde ihr nun klar. Sie wollte einen richtigen Mann. Ihr Atem hatte sich von alleine beschleunigt.

   „Sieh mal an. Da ist jemand richtig geil“, raunte er ihr ins Ohr und verursachte eine Gänsehaut. Von hinten umfasste er ihren Busen, schnaubte und zog ihr das Shirt über den Kopf, bevor er auch den BH öffnete. Dann packte er ihre Nippel, massierte sie, zog daran, drehte und zwirbelte sie bis sie laut stöhnte und versuchte, sich an ihn zu lehnen. In diesem Moment hörte er auf.

   „Zieh dich aus und bitte um deine Strafe“, sagte er kalt und entfernte sich ein Stück. In dem flackernden Licht sah sie, dass er die kräftigen Arme über der Brust verschränkt hatte, aber sein Gesicht konnte sie immer noch nicht richtig sehen.

   Was er verlangte war unmöglich. Sie konnte sich doch nicht einfach vor dem Fremden entkleiden, von dem sie nicht einmal den richtigen Namen kannte, und schon mal gar nicht um eine Bestrafung bitten.

   „Ich warte, aber nicht mehr lange!“

   Inzwischen holte er sich einen Stuhl herbei und setzte sich darauf.

   Was sollte sie nun tun? Sie konnte ja auch nicht immer so stehen bleiben, abgesehen davon, dass sie vor lauter Erregung gar nicht wusste, was sie tun sollte. Ihre Leggins war bestimmt auch schon durchweicht von ihrem Lustsaft. Also begann sie sich doch zitternd zu entkleiden.

   „Hier rauf und vergiss es nicht!“, befahl er und zeigte auf seine Beine.

   Eine Rute konnte sie nicht sehen, also wollte er sie doch über das Knie legen? Das konnte nicht so schlimm sein. Aber darum bitten?

   Ihr Mund war furchtbar trocken und sie schluckte mehrmals ehe sie flüsterte: „Ich bitte um meine Bestrafung.“ Am liebsten wäre sie sofort davon gelaufen, notfalls auch ohne Bekleidung, weil das so peinlich war, aber sein Blick hielt sie gefangen.

   Nachdem sie das scheinbar Schlimmste hinter sich hatte, legte sie sich über seine Beine. Eines davon schlang er hinter ihre Kniekehlen und eine Hand legte sich in ihren Nacken und drückte ihn hinunter. Sie saß fest und ahnte plötzlich Böses, als auch schon der erste Schlag auf ihren Po erfolgte. Das tat weh und sie schrie leise.

   „Danach wirst du dich bedanken“, sagte er leise lachend und schon erfolgte der nächste, noch festere Hieb auf ihr Gesäß. Abwechselnd erhitzte er ihre Sitzfläche und mit jedem Mal wurden die Schläge heftiger und alles brannte. Ihre Schreie hallten laut durch den Raum, sie zappelte in seinem unerbittlichen Griff und sie wusste nicht, wie oft er zuschlug bis es plötzlich vorbei war. Das Glühen zog in ihre Scham und plötzlich wurde sie sich bewusst, dass sie regelrecht auslief. Sie sehnte sich danach, ihn in sich zu fühlen und wenn sie sich nicht irrte, spürte sie unter sich eine gewaltige Erektion.

   „Ich warte“, sagte er kalt.

   „Da-danke Master Hexer“, stotterte sie völlig irritiert über ihre eigenen Gefühle und dieses gewaltige, ungekannte Verlangen.

   „Bitte, darf ich sprechen?“, fragte sie zaghaft und erwartete schon einen weiteren Hieb. Es brannte, wenn er wie jetzt über die geröteten Stellen strich und erregte sie nur noch mehr.

   „Du darfst reden“, erwiderte er mit einem wissenden Unterton.

   „Bitte, ich möchte Ihren Schwanz in mir spüren“, sprudelte sie heraus.

   Er warf sie von seinen Beinen und stellte sich über sie. Gretel sah ihn ängstlich von unten an.

   „Hast du es dir verdient?“, fragte er barsch.

   Sofort wollte sie Ja sagen, besann sich aber und antwortete: „Nein, Master.“

   „Für diese Ehrlichkeit will ich dich ausnahmsweise belohnen.“

   Damit zerrte er sie auf die Füße, stieß sie zum Tisch und mit dem Bauch auf die Platte. Seine Hand hielt sie wieder am Genick nieder und fuhr mit zwei Fingern tief in sie, sodass sie wieder aufschrie, diesmal aus Erregung.

   Kommentarlos verschwand die Hand aus ihrem Nacken und er machte sich an seiner Hose zu schaffen, wie sie am Geräusch des Reißverschlusses hörte, und das andere klang nach einer Kondompackung, die aufgerissen wurde.

   Mit einem einzigen Stoß hatte er seinen Penis in sie versenkt und nahm sie mit harten Stößen. Sie schrie auf, weil sie noch nie so gedehnt worden war, aber nach kurzer Zeit passte sie sich an und das unangenehme Druckgefühl wich reiner Lust.

   Sehr schnell fühlte sie ihren Orgasmus nahen, was sie noch nie erlebt hatte.

   „Bitte – mich“, ächzte er in ihr Ohr.

   „Bitte, darf – ich – kommen?“, stöhnte sie im Takt seiner Stöße.

   „Jetzt“, befahl er. Sofort erfasste sie die Welle und mit einem schrillen Schrei umschloss sie zuckend sein Geschlecht und spürte, dass er ebenfalls kam. Immer weiter stieß er zu und verlängerte ihren Höhepunkt fast bis zum Unerträglichen, bevor er von ihr abließ und sich auf ihren Rücken sinken ließ.

   Zärtliche Küsse in ihrem Nacken und auf ihren Schultern ließen sie langsam wieder in die Realität kommen. Dann richtete er sich auf, drehte sie um und nahm sie in den Arm, wo sie sich ankuschelte. So standen sie eine ganze Weile lang.

   „Darf ich wiederkommen, Master?“, fragte sie leise.

   Er deutete auf den Boden und sie kniete sich gehorsam hin, die Arme auf dem Rücken verschränkt.

   „Du wirst zur Schule gehen und ordentliche Noten bekommen. Du wirst Sport treiben und an deine Haltung denken. Außerdem wirst du deine Eltern ehren und ihnen helfen. Hast du das verstanden und willst du das befolgen?“, fragte er sehr ernst.

   Gretel überlegte, bevor sie antwortete. Das alles zusammen klang nach viel Arbeit und war es der Fremde wert, diese zu erledigen? Doch ihr Herz sagte eindeutig Ja.

   „Ja, Master Hexer, das will ich. Für Verstöße dürfen Sie mich bestrafen“, versprach sie feierlich.

   „Es wird keine großen Regelverstöße geben, denn dann ist es endgültig vorbei, weil ich keine Lust habe, mich mit einem Kind abzugeben.“

   „Ja, Master. Das habe ich verstanden.“

   „Gut, du darfst aufstehen.“

   Diesmal erhob sie sich gemessener und strahlte ihn an. Sorgsam und liebevoll half er ihr sich zu waschen und gab ihr noch etwas zu essen und zu trinken. Mit einem Pickup, den er hinter dem Haus geparkt hatte, brachte er sie nach Hause. Es war schon ziemlich spät und etwas bange sah Gretel auf das Haus.

   Seine Hand griff ihr Kinn, weil sie ihn angucken sollte. „Vergiss es nicht.“

   „Nein, bestimmt nicht. Aber wann sehe ich Sie wieder?“

   „In zwei Wochen werde ich an der Wegkreuzung auf dich warten. Dann will ich Beweise für deine Besserung sehen.“

   „Ja, Master, ich werde mich bessern und es beweisen“, antwortete sie, obwohl ihr vierzehn Tage sehr lang vorkamen. Aber sie würde ihm zeigen, dass sie kein Kind mehr war.

   Schnell stieg sie aus und lief die Stufen zum Haus hoch, wo ihr schon Hans die Tür öffnete. „Wo warst du so lange? Unsere Eltern haben sich schon Sorgen gemacht.“

   Gretel stürzte ins Wohnzimmer, das ihr auf einmal so heimelig und vertraut erschien, fiel erst ihrer Mutter und dann ihrem Vater um den Hals und rief: „Ich möchte mich für mein Verhalten entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich so frech zu euch war. Ich werde mich bessern. Mama, dir helfe ich im Haushalt und ab morgen gehe ich wieder zur Schule. Meine Geburtstagsfete könnt ihr streichen, die will ich erst, wenn ich einen Schulabschluss habe.“

   „Geht es dir gut?“, fragte der Vater brummig und setzte hinzu: „Wo warst du überhaupt so lange?“

   „Ich habe ziemlich viel nachgedacht“, antwortete sie und richtete sich auf. „Ich habe eine Menge Fehler gemacht, die mir leid tun. Ich werde mich bessern.“

   Nachgedacht hatte sie wirklich. Wahrscheinlich würde sie noch öfter an ihre Grenzen stoßen, aber ihr Master erwartete von ihr, dass sie sich erwachsen zeigte, und daran wollte sie arbeiten.

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Vertriebene
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Kommentare

Bild von Cayt

Gefällit mir

Gefällt mir irgendwie *g*. Und, werden sie sich wieder treffen?

Bild von Vertriebene

Spontane Ideen

Die Idee kam mir mal spontan, als ich ein Märchenbuch in Händen hielt. Wenn die hier ankommt, habe ich eine Idee, wie es weitergehen könnte. Ich überlege es mir.

Bild von sibyl666

Gefällt mir nicht irgendwie

Gefällt mir nicht irgendwie sondern total. Meine Tochter bräuchte auch so einen Ausflug.

Bild von Vertriebene

Ausflüge

Es freut mich, dass es dir gefällt. Ich befürchte, Töchter haben so etwas an sich, dass sie so einen Ausflug bräuchten. Umsonst kam mir die Idee nicht :-)

Bild von Salomé

Origineller Plot...

.... und sauber umgesetzt. Vielen Dank fürs Lesen dürfen ;-)

Bild von Rotschopf

Ahh gut und gibt es eine

Ahh gut und gibt es eine Fortsetzung?

Bild von Vertriebene

Fortsetzung

Ich habe im Moment noch eine Geschichte in der Feder. Und eine muss ich noch überarbeiten. Sobald die fertig sind, überlege ich mir eine Fortsetzung. Ich habe da schon so eine Idee ...

Bild von asil

Gratulation

für diese andere Variante des Märchens. > Die strengsten Eltern < würde eine Teeniserie von einem Fernsehsender heissen.

Eine spassige gut zu lesende Geschichte ( Märchen ).

Vorschusslohrbeeren 5 Sterne

Ich hoffe 6 Sterne bei den nächsten Serien zu vergeben.

LG asil

Bild von Vertriebene

Stimmt

Es stimmt, irgendwie könnte eine Fernsehsendung wirklich 'Die strengsten Eltern' heißen. Darauf bin zuvor nicht gekommen :-) Aber ich befürchte Master Hexer würde nicht zugelassen, denn so ganz jugendfrei wäre das dann nicht ;-) Ich freue mich aber, wenn du Spaß daran hattest, dafür ist es ja gedacht.



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