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Was Gretel heute zustoßen könnte Teil 2

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Was Gretel heute zustoßen könnte Teil 3

 

Hier auf mehrfachen Wunsch der zweite Teil zu Gretel 

 

  „Gretel, steh endlich auf, du musst zur Schule“, stürmte die Mutter in das Zimmer mit den schwarz gestrichenen Möbeln, die ursprünglich rosa gewesen waren, und riss die Decke vom Bett.

   „Nur fünf Minuten noch“, murmelte das Mädchen und angelte nach der Decke.

   „Das hatten wir schon vor zehn Minuten“, moserte die Mutter und ging dann hin, um das Fenster weit aufzureißen.

   „Das zieht!“, protestierte Gretel, schwang dann aber die Füße aus dem Bett und saß mit in den Händen abgestütztem Kopf, den Ellenbogen auf den Knien kraftlos auf der Bettkante.

   Kommentarlos rauschte die Mutter aus dem Zimmer und ließ die Türe offen.

   Nur widerwillig stand Gretel auf, schlurfte zum Schreibtisch und warf ihre Schulsachen in den Rucksack. Gähnend reckte sie sich, raffte ihre Kleider von einem unordentlichen Stapel sauberer Sachen, die sie nicht fort geräumt hatte, und ging ins Bad, um zu duschen.

   Immer noch nicht ganz wach, weil sie bis um drei Uhr morgens gechattet hatte, ließ sie sich an den Frühstückstisch fallen.

   „Guten Morgen Gretel“, grüßte der Vater sie.

   „Guten Morgen zusammen“, murmelte sie zurück und nahm sich ein Brötchen aus dem Korb und begann es auseinander zu schneiden. Dann griff sie nach der Marmelade, völlig missachtend, dass ihre Mutter gerade das gleiche vorhatte.

   „Was für ein Glück, dass du einen Bruder hast, der gerne früh aufsteht und Brötchen holen geht“, lästerte Hans, wurde aber ignoriert.

   „Ich verstehe dich nicht, Gretel“, seufzte die Mutter. „Nach deinem Ausflug warst du fünf Tage wie ausgewechselt und ich habe mich riesig gefreut, dass du so einen guten Weg machst, warum auch immer. Die nächsten fünf Tage ließ das wieder spürbar nach und seit vorgestern bist du fast wieder die Alte.“

   „Was wirklich richtig schade ist“, mischte sich der Bruder mit vollem Mund ein.

   „Immerhin habe ich staubgesaugt und Wäsche gewaschen“, verteidigte sich das Mädchen und funkelte ihren Bruder und die Mutter böse an.

   „Du hast den Staubsauger hin und her bewegt, das ist richtig. Aber unter die Möbel bist du nicht gegangen, das Badezimmer hast du vergessen …“, begann die Mutter.

   „… und ich weiß jetzt, warum mein Wollpulli drei Nummern zu klein geworden ist“, bemerkte der Vater.

   „Nie kann ich was recht machen“, beschwerte sich Gretel und verfiel in wütendes Schweigen, während der Rest der Familie sich normal weiter unterhielt. Hastig schluckte sie größere Bissen ihres Marmeladebrötchens hinunter, nur um möglichst schnell aus dem Haus zu kommen. Heute Morgen waren die anderen wieder unerträglich.

   Schließlich schnappte sie sich ihren Rucksack und erst als sie den Weg zur Schule entlang trödelte, besserte sich ihre Laune. Nur noch zwei Tage und dann würde sie Master Hexer wiedersehen. In ihrer Vorstellung lobte er sie für ihre Besserung und dann würde es heißen Sex geben. Nur mühsam verbannte sie genauere Bilder aus ihrer Fantasie, um nicht völlig erregt im Unterricht herum rutschen zu müssen.

   In der ersten Stunde hatte sie Mathe. Sie hasste dieses Fach und der Lehrer teilte kommentarlos die korrigierten Arbeiten aus, die sie letzte Woche geschrieben hatten. Unmotiviert schlug Gretel das Heft auf. Mangelhaft plus. Der Master hatte von ihr bessere Noten verlangt …

   Ob er es merkte, wenn sie darüber schwieg? Wahrscheinlich würde er gar nicht danach fragen und dann konnte sie immer noch schwindeln. Das beherrschte sie perfekt. Irgendwie plätscherte der Unterricht an ihr vorbei, während sie in Gedanken versunken da saß und Herzchen mit Hakennase und Hexenhut malte.

   Heute hatten es die Lehrer auf sie abgesehen. Sie schrieben einen Vokabeltest in Englisch und das hatte sie völlig vergessen, dabei hatte sie doch lernen wollen.

   In der großen Pause stand sie am Rande des Gewühls mit ein paar anderen Mädchen zusammen und diese tuschelten über ihre Erlebnisse mit ihren Freunden im Bett.

   „Wie sieht es bei dir aus?“, fragte Anett Gretel und sah sie unter ihrem frechen blonden Kurzhaarschnitt aus blauen Auge an.

   Kreischend lief eine Horde Fünftklässler an ihnen vorbei, sodass eine Unterhaltung erstmal nicht möglich war. Endlich verzogen sich die Kleinen und Gretel antwortete: „Ich stehe nicht so auf die Jungs in unserem Alter. Ich bevorzuge richtige Männer.“

   „Wundert mich nicht“, grinste Lina gehässig und warfsich ihren braunen Zopf über die Schulter nach hinten. „Du bist ja auch zwei Jahre älter als wir. Wolltest du nicht deinen achtzehnten Geburtstag groß feiern? Haben das deine Eltern gestrichen?“

   Gretel sah sie nur von oben herab an. „Nein, ich habe mich dagegen entschieden.“

   „Das hätte ich jetzt auch behauptet …“

   Diesmal unterbrach die Pausenglocke den Satz und Gretel ging ohne weitere Worte wieder Richtung Klassenraum.

   So zäh wie der Vormittag gelaufen war, so lang zog sich der Nachmittag hin.

   „Immer muss ich alles alleine machen. Außer mir tut doch keiner was. Gretel tu dies, Gretel tu das … Sieh mal, wie ordentlich Hans das macht …“, murmelte sie zornig vor sich hin, als sie das obere Badezimmer flüchtig reinigte.

   Nur noch den morgigen Tag musste sie herum bringen, dann kamen ein Feiertag und ein verlängertes Wochenende. Das Wetter sollte gut bleiben und warm war es auch schon. Das würden schöne Tage werden und sie hatte schon angekündigt, dass sie erst Sonntag wieder zurück käme. Hoffentlich hatte der Master sie für diese Zeit eingeplant und nichts anderes vor.

   Versonnen ignorierte sie die Tatsache, dass sie vergessen hatte die Mathearbeit zu korrigieren und ging an den Computer, um zu chatten. Dort erzählte sie alles ihrer Internet-Freundin Chrissie. Die hörte immer zu und verkniff sich meist irgendwelche überflüssigen Ratschläge. Es wäre nur schön, wenn sie sich mal kennenlernenkönnten.

   Am nächsten Tag hatten sie Sportfest. Sport war neben Mathe eines der schlimmsten Fächer und an diesen blöden Wettbewerben teilzunehmen war besonders lästig. Sie hatte sich zwar etwas mehr Mühe gegeben im Unterricht, aber das hier war ja völlig überflüssig und nahm nicht einmal Einfluss auf die Note. Also konnte ihr der Master das auch nicht ankreiden.

   Immerhin war sie ein paar Mal spazieren gegangen, wenn auch nur, um die Hütte zu finden und einen Überraschungsbesuch abzustatten. Obwohl sie bei der Rückfahrt aufgepasst hatte, schien diese verschwunden zu sein oder sie war doch nicht aufmerksam genug gewesen und er war Umwege gefahren. Leider fand sie die Hütte nicht und gab ihre Spaziergänge wieder auf.

   Einhundertmeter-Lauf auf Zeit war angesagt und nur widerwillig stellte sie sich in die Reihe. Aber kaum hatte sie in den Startblöcken die Achtung-Haltung eingenommen, kam ihr eine Idee.

   „Achtung – Fertig – Los!“, ertönte die Stimme der Sportlehrerin und in dem Moment, wo alle los rannten, strauchelte Gretel, knickte um und landete auf der staubigen Rennstrecke. Mit verzerrtem Gesicht hielt sie sich den Knöcheln und jammerte.

   Sofort kam die Lehrerin zu ihr hin und half ihr auf die Beine. „Ist es sehr schlimm?“, fragte sie und sah schnell auf die Uhr in ihrer Hand. „Kannst du alleine zum Sekretariat gehen? Die geben dir ein Kühlkissen. Wenn es wieder besser ist, kannst du wieder weiter machen.“

   „Ich schaffe das schon“, bekräftigte Gretel und humpelte langsam davon. Jetzt hatte sie alle Zeit der Welt und sie genoss die Ruhe im Sanitätsraum der Schule, während sie den völlig heilen Knöchel kühlte. Zum Glück hatte die Sekretärin davon abgesehen, sie abholen zu lassen, denn ihre Mutter wäre mit ihr garantiert zum Arzt gefahren. So hatte sie einen gemütlichen Vormittag und konnte träumen.

   Nachdem sie gehen durfte, humpelte sie solange, bis sieniemand mehr beobachten konnte. Dann flitzte sie nach Hause und ging gleich wieder an den Computer. Vielleicht war Chrissie ja schon online.

   Ein Piepsen verriet ihr, dass sie eine SMS bekommen hatte. Mit klopfendem Herzen nahm sie wahr, dass die Nachricht vom Master kam, auch wenn die Nummer unterdrückt war. Woher hatte er ihre Telefonnummer? Sie sollte ihre kompletten Schulsachen mitbringen. Wozu sollte das denn gut sein? Aber wenn er meinte.

 

   Am nächsten Morgen verabschiedete sie sich von ihrer Familie, die glaubte, sie besuche eine Freundin und wolle dort übernachten. Sorgfältig hatte sie ihr Outfit gewählt. Kurzer Rock und hohe Schuhe waren einfach notwendig, denn das streckte ihre Figur ein wenig. Das passende Shirt wählte sie nicht zu eng, da ansonsten die Speckfalten am Rocksaum zu deutlich zu sehen waren. Leichtes Make-up und ihre besten Dessous für unten drunter. Sie hoffte ja, dass sie sehr viel nackt sein würde – und wurde schon feucht von der Vorstellung.

   Halb gehend, halb hüpfend ging sie zum Treffpunkt und dort stand auch schon der Wagen. Master Hexer öffnet die hintere Türe und sie stürmte freudestrahlend auf ihn zu.

   „Stopp!“, sagte er gebieterisch, noch bevor sie ihm um den Hals fallen konnte.

   Abrupt bremste Gretel und ließ sich von oben bis unten betrachten, auch wenn der erste Überschwang einen Dämpfer bekommen hatte.

   „Alles in Ordnung bei dir?“, fragte er.

   „Von Kopf bis Fuß alles gesund“, antwortete sie und er nickte.

   „Steig ein und leg dich vor die hinteren Sitze“, gab er seine erste Anweisung.

   Völlig verwirrt sah sie ihm in die braunen Augen, die sie alles andere als warm ansahen.

   „Wenn Sie angehalten werden, gibt das aber Ärger“, versuchte sie halbherzig zu protestieren, worauf sich sein markantes Gesicht unter den braunen, kurzgeschnittenen Haaren verfinsterte.

   Eilig sah sie zu, ihm zu gehorchen und legte sich an die angegebene Stelle.

   „Auf den Bauch und Hände auf den Rücken!“

   Das konnte doch nicht wahr sein. Warum tat er das? Allmählich dämmerte es ihr, dass sie und er völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Ablauf es Tages haben mussten. War das nun gut oder schlecht?

   Definitiv war das die längste und unbequemste Fahrt, die sie je in einem Auto gehabt hatte. Zum Glück war der Boden pikobello sauber.

   Endlich hielt der Wagen und die Tür hinten wurde geöffnet. Inzwischen tat ihr das Gesicht weh, weil es mehrmals über den Teppich gerutscht war und die Arme schmerzten, weil sie es nicht gewohnt war, sie auf dem Rücken zu halten.

   Wortlos ließ der Master sie aussteigen, schloss die Tür und zeigte ihr, dass sie vor ihm zum Vordereingang der Hütte gehen sollte. Diesmal stand die Käfigtür des Zwingers davor offen. Ob er einen Hund hatte, der sichgerade selbst Gassi führte?

   Nachdem er die Hüttentür geöffnet hatte, sagte er ruhig: „Zieh dich komplett aus.“

   Sofort raste ihr Herz los. Er bestimmte die Regeln und wenn es zu seinem Vorspiel dazu gehörte, sie auf dem Boden des Wagens zu transportieren, dann war das auch in Ordnung. Im Nu war sie aus ihren Sachen gesprungen.

   „Was soll das?“, donnerte er los und zeigte auf den unordentlichen Haufen ihrer Sachen, die sie einfach auf einen Stuhl geworfen hatte.

   Mit etwas zittrigen Fingern wegen seines Tonfalls faltete sie alles und legte es vernünftig wieder zurück.

   „Geh in die Mitte des Raums, knie dich aufrecht hin, die Knie auseinander, die Füße zusammen und lege die Hände verschränkt in den Nacken. Gesicht zur hinteren Wand“, kamen knappe Anweisungen.

   „Aber …“, versuchte Gretel zu widersprechen.

   „Sofort!“, unterbrach er jeden Ansatz dazu.

   Mürrisch befolgte sie seinen Befehl und stellte binnen Sekunden fest, dass diese Haltung extrem anstrengend war. Plötzlich erinnerte sie sich auch daran, dass er sie mit der Weidenrute geschlagen hatte und das schon ganz zu Anfang. Aber jetzt konnte er doch nichts an ihr aussetzen, oder?

   Sie hörte einen Stuhl über den Holzboden scharren und drehte den Kopf zur Seite, um zu sehen, was er da tat. Er hatte ihren Schulrucksack vor sich auf dem Tisch stehen und begann alles auszuräumen.

   „Sagte ich nicht, Blick nach vorne? Ich glaube, du hast ein extrem kurzes Gedächtnis. Halte dich gerade oder soll ich dem gleich mit einer Strafe auf die Sprünge helfen?“

   Gretels Kopf flog wieder herum und sie bemühte sich, ihre schmerzenden Knie zu vergessen. Was sollte das mit ihren Heften?

   Er gab nur ein kurzes Brummen von sich und das alleine reichte, um ihr Angst zu machen. Allmählich ging ihr auf, dass sie davon ausgegangen war, dass er genau wie ihre Eltern redete, ohne dass sich etwas großartig veränderte. Die Schläge auf ihren Po von ihm hatte sie verharmlost, aber wie es aussah, hatte er jedes seiner Worte richtig ernst gemeint.

   Als ihr die Mathematikarbeit und der verhauene Vokabeltest einfielen, die sie natürlich, ohne nachzudenken, eingepackt hatte, begann sie zu schwitzen. Ein weiteres missbilligendes Brummen ließ sie zusammen zucken und sich gleich wieder gerader hinknien. Wie gut, dass er das mit dem Sportfest nicht wusste.

   Er hatte ihr angedroht, dass sie nicht wiederkommen durfte, wenn sie sich nicht besserte, aber sie hatte es doch versucht! Immerhin half sie ihrer Mutter im Haushalt …

   „Habe ich zu gut geheizt oder schwitzt du, weil du etwas zu beichten hast?“, wurde sie gefragt und dem Geräusch des Stuhles nach zu urteilen, hatte er diesen zurück geschoben und sie spürte, dass er nun hinter ihr stand.

   „I-Ich kann Mathe nicht“, stotterte sie.

   „Wie viel hast du geübt und wen hast du gefragt, ob du Nachhilfe bekommst?“

   „Geübt habe ich bestimmt zwei Stunden, a-aber auf die Idee mit derNachhilfe bin ich nicht gekommen.“

   „Weiter!“

   „W-was weiter?“ Inzwischen war sie so in Panik, dass er sie bestrafen könnte oder sie wegschicken würde, dass sich ihr Gehirn ziemlich leer anfühlte.

   „Ich sehe, du versuchst dich vor den Konsequenzen deiner Handlungen zu drücken. Mal abwarten, was du in ein paar Stunden zu sagen hast.“

   Damit packte er sie am Oberarm und zog sie grob auf die Füße, bevor er sie hinter sich her und dann nach draußen schleifte. Sofort versuchte sie sich dagegen zu stemmen, aber es half ihr nicht.

   Rot vor Verlegenheit fand sie sich außerhalb der Hütte wieder und dann machte er ein paar Schritte auf den Zwinger zu. Eine Hand in ihrem Nacken und Druck auf ihre Kniekehlen, brachten sie vor die Gittertür zum Knien und schließlich hatte er sie hinein geschoben und verschloss den Zugang mit einem Schloss.

   „Bitte, nicht hier einsperren. Ich schäme mich. Wenn jemand kommt“, verlegte sie sich aufs Jammern, aber er drehte ihr nur den Rücken zu und verschwand im Haus. Gretel hörte nur noch, dass die Hüttentür geschlossen wurde, dann war sie alleine.

   Alleine in ihrer Nacktheit, draußen, dort wo sie jeder sehen würde, der vorbei kam. Warum hatte er sie nicht nach Hause geschickt, sondern musste sie so demütigen? Der Master war gemein und böse. Sie hatte sich doch Mühe gegeben, oder?

   Geraume Zeit wütete sie in ihrem Inneren vor sich hin und traute sich aber nicht zu rufen oder zu schreien. Zumindest lag in dem Zwinger etwas frisches Stroh, auf dem sie sich zusammen rollte und anfing zu weinen. Hätte sie so etwas erwartet, wäre sie nie mitgekommen.

   Zum Glück war es relativ warm, sodass sie nicht frieren musste.

   Nach der Phase des Jammerns und der Wut kam der Punkt, an dem sie ernsthafter nachdachte. Ihre Eltern hatten ihr angeboten, Nachhilfeunterricht zu bezahlen und selbst Hans hatte versucht ihr Mathe beizubringen, aber ihr Interesse war einfach zu gering. Was sollte sie denn mit den ganzen Gleichungen mit Unbekannten? Das würde sie niemals brauchen und Geometrie auch nicht. Was für ein Unsinn. Viel gelernt hatte sie für die letzte Arbeit auch nicht.

  Hätte sie geahnt, dass sie dafür in einem Hundekäfig landen würde, hätte sie mehr getan. Doch dafür war es nun zu spät. Und Englisch? Ein paar Minuten lernen hätten sie vor einem Ungenügend bewahren können. Da half es auch nicht, dass davor ein Plus stand. Wie gut, dass der Master nicht auch noch das mit dem Sportfest wusste.

   Die Sonne näherte sich jetzt dem Zenit, also war sie schon geraume Zeit hier. Inzwischen bereute sie ihre Faulheit, was die beiden Arbeiten anging sehr.

   Schließlich kam der Master zurück und sah wortlos auf sie herunter. Mit Ach und Krach konnte sie sich setzen und sah ihm bange entgegen. Das Schloss wurde geöffnet und dann winkte er sie hinaus. Nach all der Zeit fühlte sie sich ziemlich steifbeinig und bemühte sich darum besonders, nicht allzu ungelenk zu wirken.

   Gretel traute sich nicht wirklich, ihm in die Augen zu schauen und starrte deshalb auf ihre Füße.

   „Komm mit!“, befahl er und ging einfach vor ihr her um das Haus herum, wo er einem Bretterverschlag stehen blieb, von dem sie annahm, es handele sich um die Toilette. Noch völlig eingeschüchtert traute sie sich nicht die Nase zu rümpfen. Er hielt ihr die Brettertür – ohne ausgeschnittenes Herzchen – offen und ließ sie an sich vorbei gehen. Auch wenn sie sich nicht getraut hatte, etwas zu sagen, hatte sie schon länger dringend aufs Klo gemusst und wollte nicht in den Zwinger machen.

   Nur – er machte die Tür nicht wieder zu und sie ging davon aus, dass er ihr zusehen wollte, was sie sofort feuerrot anlaufen ließ.

   „Du hast fünf Minuten, dann …“, sagte er und lehnte sich an den Türrahmen.

   Was ‚dann‘ bedeutete, wollte sie gar nicht wissen und setzte sich schnell. Es war so dringend, dass sie auch keine Probleme hatte. Erleichtert nahm sie wahr, dass es Toilettenpapier gab. In einer Holzhalterung hing ein kleines Becken und sie wusch sich gründlich die Hände, auch wenn sie jetzt lieber ausgiebig geduscht hätte.

   Ein vorsichtiger Blick in sein Gesicht half ihr dann auch schnell auf die Sprünge.

   „Danke Master“, flüsterte sie und endlich guckte er ein wenig freundlicher.

   Er nahm die Schüssel, kippte das Wasser aus und hielt sie dann in der Hand. „Mal sehen wie gelenkig und geschickt du bist“, grinste er sie an und sie ahnte Schlimmes. „Auf alle Viere!“, kommandierte er und sie sank ganz von allein nach unten. Dass er jetzt Sex von ihr wollte, glaubte sie schon lange nicht mehr.

   „Nimm die Schale in den Mund, krabbel zu dem Wasserfass neben diesem Häuschen, füll sie und apportier sie dann zurück.“

   Jetzt sah Gretel ihm mitten ins Gesicht. Aber es war tatsächlich sein Ernst. Ein Schluchzen saß in ihrem Hals und sie hätte gerne wieder geweint, weil sie sich unendlich erniedrigt fühlte. Dennoch gehorchte sie und bemühte sich, ihre Arme und Beine zu sinnvollen Krabbelbewegungen zu koordinieren und die Schale zwischen den Zähnen zu halten.

   Den Fehler, sich hinzustellen, machte sie nicht und blieb auf den Knien, um frisches Wasser einzufüllen. Doch dann kam das Problem. Wie sollte sie die nun schwere Schale transportieren, ohne das Wasser wieder auszuschütten?

   Letztendlich entschied sie sich unter wilden Verrenkungen und dreimaligem Nachfüllen, die Schale oberhalb ihres Pos abzustellen und sie so zu transportieren. Solange sie sich gleichmäßig bewegte, ging das sogar. Langsam krabbelte sie also auf allen Vieren zurück und hielt vor dem Master an.

   „Du hast endlich mal dein Gehirn benutzt. Das ist ein Fortschritt“, bemerkte er trocken und tätschelte ihren Kopf. „Du darfst jetzt aufstehen.“

   Diesmal kam ihr „danke Master Hexer“ prompt und er tätschelte noch einmal ihre Haare.

   Wieder musste sie hinter ihm herlaufen und beeilte sich, seinen langen Schritten zu folgen. In der Hütte roch es lecker, vermutlich gab es wieder Eintopf. Aber würde sie etwas davon bekommen? Sie war sich gar nicht mehr sicher wie er reagieren würde.

   „Stell dich ordentlich hin und warte“, befahl er und sofort nahm sie die Haltung ein, die ihr vom ersten Besuch im Kopf geblieben war. Die Füße auseinander gestellt und die schmerzenden Arme wieder in den Nacken gelegt. Allerdings schmerzten jetzt auch die Hände und die Knie sowieso.

   In aller Ruhe füllte er einen Teller und Gretels Magen begann schon im Vorfeld zu knurren, wahrscheinlich besonders laut, weil es aussah als würde sie nichts bekommen.

   Der Master ging zum Tisch hinüber und setzte sich. „Komm hier her!“

   So hätte sie einen Hund zu sich gerufen, aber sie enthielt sich jeglicher Kommentare. Ansonsten würde sie nur wieder im Zwinger enden.

   „Setz dich!“, zeigte er auf einen Platz vor seinen Füßen. Immerhin hatte er nicht ‚Platz‘ oder ‚leg ab‘ gesagt.

   Mit einem kaum hörbaren Seufzer folgte sie dieser Anordnung und versuchte, nicht hungrig hoch zu starren, sondern hielt den Blick geradeaus gerichtet, bemüht durch den Mund zu atmen, damit sie nicht so viel riechen musste.

   Ein Löffel nach dem anderen verschwand im Mund des Masters, doch schließlich hielt er einen vollen vor ihren eigenen. Freudig überrascht öffnete sie die Lippen und ließ sich füttern. Er hatte würde sie nicht hungern lassen und es war köstlich.

   Nachdem er noch eine zweite Portion mit ihr geteilt hatte, hielt er ihr eine Tasse mit Tee hin, die sie durstig leerte und sich sofort bedankte. Lächelnd sah sie zu ihm hoch.

   „Wir machen kleine Fortschritte“, bemerkte er und sie freute sich. „Leg dich bäuchlings auf den Boden, die Hände hinter dem Rücken.“

   Kaum hatte sie die vorgeschriebene Position eingenommen, bekam sie Manschetten an die Hand- und Fußgelenke gebunden. Die an ihren Handgelenken wurden dann ineinander gehakt. Jetzt konnte sie die Position nicht einmal ändern, wenn sie wollte. Zwischen ihre Fußgelenke kam eine Stange, die sie gespreizt hielten.

   „Egal in welcher Lage du bist, ab jetzt haben deine Füße immer diesen Abstand“, erklärte er ihr und strich ihr über den Rücken und den Po bis zu ihrer Spalte. Sofort reagierte ihr Körper darauf und sie wurde feucht, was er nicht kommentierte.

   Stattdessen stand er auf und ging etwas holen, was sie nicht sehen konnte. Er schob mehrere Kissen unter ihre Hüften und so stippte ihr Po bald in die Höhe.

   Dann spürte sie etwas Kaltes und nur Sekunden später drückte etwas gegen ihr Hintertürchen. Sofort verspannte sie sich, aber der Master begann dieses Etwas jetzt drehend weiter in sie hinein zu zwängen. Als seine Finger ihre Klitoris reizten, vergaß sie vor lauter Gier fast, was er tat und schließlich hatte der Gegenstand den engen Ring passiert und als sie drückte, spürte sie wie fest er saß. Die Finger an ihrer sehnsuchtsvollen Stelle verschwanden. Zurück blieben Nässe und ein dumpfes Pochen.

   „Damit du auch dort zugänglich wirst, wirst du jetzt längere Zeit einen Analplug tragen, der dann immer größer wird. Schließlich wirst du mich aufnehmen.“

   Er wollte Analsex von ihr? Das war für sie immer ein Tabu gewesen, aber in dieser Lage konnte sie nichts dagegen tun.

   Der Master ließ sie liegen, nahm aber die Kissen wieder mit, und hielt sich irgendwo in der Hütte auf. Zu hören war so gut wie nichts. Gretel aber spürte die verkrampfte Haltung und bald tat alles noch mehr weh und sie bemühte sich zu entspannen. Nach und nach schaffte sie es und döste ein wenig vor sich hin. Das Feuer spendete zwar nur wenig Licht, aber Wärme und der Holzboden fühlte sich zwar hart, aber nicht kalt an.

   Ein Geräusch brachte sie wieder richtig zu sich und sie spürte den Master neben sich stehen.

   „Ich bin wach“, sagte sie leise.

   „Es erstaunt mich positiv, dass du abschalten konntest. Um deinem Gedächtnis jetzt auf die Sprünge zu helfen, werde ich zusehen, dass genügend Blut hinein fließt.“

   Jetzt war sie wirklich hellwach und er stellte sie so einfach auf die Füße, als sei sie eine Puppe. Sie selbst war nicht in der Lage irgendetwas zu tun.

   Ohne weitere Erklärungen band er ihr einen Gurt um die Taille, der einen großen Ring hatte. Daran war ein Seil eingehakt, dessen anderes Ende der Master jetzt geschickt über einen Balken an der Decke warf und an einem Ring in der Wand befestigte.

   Was immer er vorhatte, es behagte Gretel jetzt schon nicht und sie sah nur mit großen Augen zu. Einen ähnlichen Gurt hatte sie einmal in einer Zirkusvorstellung gesehen. Da wurde eine Freiwillige aus dem Publikum gebeten zu versuchen, sich auf ein galoppierendes Pferd zu stellen. Als sie abrutschte, hielt der Gurt sie und dann erlaubten sich die Zirkusleute einen Streich auf ihre Kosten und beim Abfangen der baumelnden jungen Frau landete der Mitarbeiten unter ihr, was mit einem entsprechenden Spruch laut kommentiert wurde. Das Publikum lachte und die Frau lief rot an.

   Sollte sie gleich auch baumeln?

   „Beug dich nach vorne und pack deine Knöcheln“, bekam sie eine Anweisung, die sie aus ihren Überlegungen riss. Da die Arme aber gerade erst davon befreit worden waren, auf ihrem Rücken zu liegen, fühlten sich die Gelenke sehr steif an und sie stöhnte, weil die Schultern schmerzten. Außerdem spürte sie den Plug wieder unangenehm stärker.

   „Wird es bald?“, ertönte die Stimme ungeduldig hinter ihr.

   Also beugte sie sich vor und vor, aber ihre Hände kamen nicht bis zu den Knöcheln ihrer immer noch durch die Stange gespreizten Beine. Sie war zu ungelenkig.

   „Du hast keinen Sport gemacht“, kommentierte er und sie hörte Zorn aus seinen Worten, was ihr gleich eine Gänsehaut bescherte.

   Deshalb holte er kurze Ketten, die er zwischen Hand- und Fußschellen einhakte, nachdem er noch einmal ihren Rücken ein Stückchen runter gedrückt hatte.

   „Das zieht in den Beinen“, jammerte Gretel jetzt doch. Ihr Kopf hing nun hinunter und sie konnte zwischen ihren Beinen durchsehen.

   „Sehr schön. So präsentierte sich der Plug gleich viel besser! Nun fließt genug Blut in dein Gehirn und ich werde dir ein paar Fragen stellen. Mal sehen, ob die Haltung deine Erinnerungskraft verbessert.“

   Wie sollte sie denn nachdenken, wenn diese Haltung so unbequem war? Immerhin ging ihr auf, wozu der Gurt um ihre Mitte diente. Ihr Gleichgewichtssinn war nicht besonders ausgeprägt und ohne den wäre sie bestimmt nach vorne gekippt. Das schien er gewusst zu haben.

   Er ging irgendetwas holen, das sie nicht sehen konnte. Etwas schien er in seine hintere Hosentasche der Jeans gesteckt zu haben, soweit sie seine Bewegungen nachvollziehen konnte, und etwas anderes hielt er dicht an sein rechts Bein gedrückt. Es war lang und dünn.

   Unverhofft presste er seine Hand auf ihre Vulva und bewegte sie leicht hin und her, bevor sich ein Finger zwischen ihre Falten schob. Vielleicht wollte er jetzt doch noch Sex? Alleine der Gedanke ließ sie feucht werden.

   „So, du bist also geil!“, bemerkte er. „Da wir ja nicht wollen, dass allzu viel Blut hierhin fließt, weil du es ja zum Denken brauchst, höre ich wohl besser auf.“

   „Bitte, nicht aufhören“, entwich es Gretel und sie ahnte im gleichen Moment, dass dies ein Fehler gewesen war.

   Jetzt stellte er sich leicht seitlich hin und richtig sehen konnte sie ihn somit auch nicht mehr.

   „Was hast du noch zu beichten, außer der Fünf in Mathe?“, fragte er.

   Er war schon wieder bei diesem Thema! Aber das war bestimmt schnell abgehakt, hoffte sie zumindest.

   „Ich habe im Vokabeltest ein Ungenügend gehabt“, gestand sie, denn der Test war ja noch in ihrem Rucksack gewesen.

   „Warum?“

   „Ich habe nicht gelernt, weil ich es vergessen habe.“

   „Warum?“

   „I-ich habe gechattet.“

   „Was noch?“

   „Nichts mehr.“

   Im nächsten Moment zischte etwas und ein schneidender Schmerz ging quer über ihren hochgereckten Po. Instinktiv versuchte sie fort zu springen, aber das war nicht möglich. Das war wohl noch ein Grund für den Gurt um ihre Taille.

   „Falsche Antwort. Denk nach! Ich denke, du kennst die Weidenrute noch?“

   Hatte sie noch etwas Schulisches vergessen?

   „Ich bin jeden Tag pünktlich zum Unterricht gegangen, aber ich habe nicht alle Hausaufgaben gemacht. Ich habe mir auch im Sportunterricht mehr Mühe gegeben“, sprudelte sie hervor, doch sofort folgte ein neuer Schmerz und sie schrie auf.

   Schluchzend überlegte sie, was sie vergessen haben könnte und ihr fiel schließlich das Sportfest ein, aber das konnte er doch nicht wissen. Aber nur für den Fall, dass er vielleicht Gedankenlesen konnte, sagte sie hastig: „Ich habe mich beim Sportfest fallen lassen und so getan, als hätte ich mir den Fuß umgeknickt.“

   Hatte er es gewusst und sie daher gefragt wie es ihr ging? Plötzlich machte das Sinn. Vielleicht hatte er sie beobachtet.

   „I-ich bin spazieren gegangen“, versuchte sie sich zu rechtfertigen.

   „Wie lange und wie oft?“

   „Vier mal, vielleicht eine Stunde oder so.“

   „Warum?“

   Da war sie wieder, die verhasste Frage, von der sie nie wusste, wie sie diesebeantworten sollte. Wie ein kleines Kind. Die fragten auch immer ‚warum‘.

   „Ich sollte mich doch bewegen!“

   Diesmal schrie sie noch lauter und plötzlich fiel ihr ein, dass er beim ersten Mal schon viel Wert auf Ehrlichkeit gelegt und sie dafür auch belohnt hatte.

   „Ich wollte Sie suchen, auch wenn ich keine Erlaubnis dazu hatte und habe es dann aufgegeben. Zu Hause habe ich oft nur halbherzig geholfen und war patzig zu meinen Eltern und zu meinem Bruder.“

   „Na siehst du, geht doch“, brummte er.

   Plötzlich ließ der Druck in ihrem After nach und sie wollte gerade erleichtert aufatmen, als etwas anderes hinein geschoben wurde. Etwas, das länger zu sein schien – und vibrierte.

   Das Vibrieren spürte sie bis in ihre Spalte und an ihrer Klitoris, aber es würde niemals zu einem Orgasmus reichen. Mehrmals bewegte er das Teil hin und her und sie begann leise zu jammern vor lauter Verlangen. Ihre Feuchtigkeit lief nun schon die Schenkel runter.

   Unvermittelt hörte er auf, auch wenn der Vibrator noch in ihr steckte. Dann entfernte er die Stange zwischen den Beinen und sagte: „Füße zusammen.“

   Weinend tat sie das und er musste die Ketten verlängern, weil sie so noch viel weiter mit den Händen weg von den Knöcheln war.

   Überrascht spürte sie, wie er sich hinter sie stellte und sah halbwegs, dass er seine Hose runter schob und sein erigiertes Glied hervor holte. Sehnsüchtig erwartete sie sein Eindringen, aber er schob es nur zwischen ihre Schenkel und bewegte sich dort vor und zurück.

   Als er den Vibrator stärker einstellte, sagte er nebenbei: „So ist sicher, dass du auch zwischen den Schenkeln nass genug für mich bist.“

   Er fickte sie, aber so, dass sie nichts davon haben würde und bewegte auch den Vibrator immer wieder in ihrem Anus.

   Gretel war so erregt wie noch nie in ihrem Leben, aber darauf nahm er keine Rücksicht. Schließlich stöhnte er laut und ergoss sich.

   Das Ding verschwand aus ihrem Po und er strich genüsslich über die Striemen, die wieder schrecklich brannten.

   Erregt, erschöpft, zerschlagen und mit schmerzenden Muskeln hing sie weinend da, während er sie abwusch. Noch nie hatte sie sich so gedemütigt gefühlt. Aber dieses Gefühl steigerte sich noch, als er ihr etwas umlegte und mit einem Schloss versah.

   „Dieser Keuchheitsgürtel sorgt dafür, dass du nicht an dir rumspielst“, erwähnte er wie nebenbei und löste ihre Arme und Beine und dann auch den Gurt um ihre Mitte.

   Sie konnte nicht mehr alleine stehen und er ließ sie langsam hinab.

   Verzweifelt rollte sie sich zusammen.

   „Ich werde die Hütte jetzt für kurze Zeit verlassen. Denk nicht, dass du weglaufen kannst, denn ich bin in der Nähe.“

   Sie sah nicht auf, hörte aber das Geräusch der zufallenden Tür. Eine Weile lag sie noch so da, dann taumelte sie auf die Füße und wankte breitbeinig, weil sie der Keuchheitsgürtel irritierte, zu ihren Sachen, die ordentlich nebeneinander auf einem Stuhl standen.

  Hastig begann sie herum zu wühlen und nahm sich dann ihren Rucksack vor, aber ihr Telefon tauchte nicht mehr auf, obwohl sie sicher war, dass sie es nicht vergessen hatte. Doch ihr Laptop war noch da und auch der Stick für den Internetanschluss.

   Immer wieder zur Türe guckend klappte sie ihn auf und fuhr ihn hoch. Auf die Schnelle suchte sie nach jemanden, den sie kannte und der gerade online war und schrie erleichtert auf, als sie Chrissie sah.

   Die Brave: Oh man Chrissie. Gut, dass du da bist.

   Chrissie, the sorcerer: Was ist los?

   Die Brave: Ich habe ja so einen Mist gebaut und weiß nicht, wie ich da wieder raus kommen soll.

   Chrissie, the sorcerer: ???

   Die Brave: Ich habe dir doch von Master Hexer erzählt. Ich bin dort, aber es ist nicht wie ich das dachte. Er kennt alle meine Mogeleien. Ich möchte nach Hause.

   Chrissie, the sorcerer: Geh doch.

   Die Brave: Ich trau mich nicht. Was soll ich tun?

   Chrissie, the sorcerer: Umdrehen!

   Die Brave: Häh???

 

   Vor lauter Tippen hatte Gretel nicht bemerkt, dass sich die Türe wieder geöffnet hatte und der Master herein gekommen war. In der Hand hielt er ebenfalls einen Laptop.

   Chrissie, sorcerer: Dreh dich zur Türe um!

   Langsam drehte Gretel den Kopf und sah entsetzt den Master an, der sie breit angrinste.

   „Du hättest dich ein wenig mehr für Englisch interessieren sollen. Dann hättest du auch gewusst, dass ‚the sorcerer‘ übersetzt der Hexenmeister heißt. Mein Name ist Chrisostomos.“

   „Aber Chrissie ist ein Mädchen … und … und … ich habe ihr alles erzählt“, stotterte Gretel, die einfach nicht wahrhaben wollte, welchen Fehler sie begangen hatte.

   „Eben war ich noch männlich, wie du gemerkt haben dürftest. Du bist selbst auf die Idee gekommen, dass ich weiblich bin. Behauptet habe ich das nie. Haben dich deine Eltern nicht davor gewarnt, im Internet allzu viel über dich preiszugeben?“

   Gretel sank in sich zusammen. Kein Wunder, dass er alles über sie gewusst hatte, inklusive ihrer Handynummer. Sie hatte es ihm ja brühwarm erzählt und nichts ausgelassen, weil sie geglaubt hatte, das käme niemals raus.

   „Hast du was zu sagen?“

   „Es tut mir wirklich leid!“

   „Dass du die Konsequenzen aus deinen Handlungen ertragen musst?“

   „Nein, ich habe gelogen, weil ich es mir leichter machen wollte. Aber jetzt …“

   „… ist alles noch viel härter, nicht wahr?“, unterbrach er sie.

   „Bitte fahren Sie mich nach Hause.“ Dort konnte sie sich verkriechen und darüber nachdenken, was sie heute erlebt hatte. War sie vielleicht wirklich so schrecklich wie alle dachten? Ihre Eltern, ihr Bruder, ihre Klassenkameradinnen … Sie hatte gelogen und war erwischt worden.

   „Ich habe beschlossen, dass ich dich hier behalte und dich selbst erziehe. Wenn das in den nächsten zwei Tagen nichts hilft, habe ich noch eine Option. Ich kann dich in einem besonderen Haus unterbringen. Deine Eltern werden glauben, du seiest in einer speziellen Einrichtung, die für Mädchen geschaffen wurde, die ihren Schulabschluss nicht bestehen und keine Ausbildung haben. Es gibt wunderschöne Flyer, die mit ausgesuchten Worten die positive Entwicklung der Mädchen beschreiben. Bei deinen Eltern käme kein Verdacht auf. Ich würde ihnen sogar anbieten, ein Stipendium zu bezahlen.“

   „Das ist nicht Ihr Ernst, oder?“, keuchte Gretel entsetzt.

   Aus dem Augenwinkel sah sie, dass eine neue Zeile auf dem Schirm ihres Laptops erschienen war.

   Chrissie, the sorcerer: Mein voller Ernst.

 

  

  

    

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Vertriebene
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Kommentare

Bild von Cayt

:)

Bitte noch einen dritten Teil.

 

Gruß, Cayt

Bild von Vertriebene

Das hatte ich befürchtet ...

Das hatte ich befürchtet . Naja, immerhin hat der Master ja noch zwei Tage, bis er sich für eine strengere Erziehungsform entscheidet ... Ich überlege mal.

Bild von kassy39

Hallo,

Klasse...

 

die Story schreit gerade zu nach mehr ;-)

Bild von Vertriebene

Ich hör den Ruf

und überlege schon, wie es weitergeht. Ich bitte aber um Geduld.

Bild von Zadro Hardtechno

Super genial geschrieben und

Super genial geschrieben und ich war schon vom ersten teil begeistert

der zweite teil toppt das noch mal auf eine gannz besondere art

also ich fände es total klasse wenn du weiterschreiben tätest sprich

noch einen weiteren Teil ... diese geschichte schreit förmlich danach :D

 

Gruß ordatdveo

Bild von Vertriebene

Danke

Ich freue mich natürlich, wenn die Geschichte gefällt. Ich hatte ja so meine Zweifel ... Aber gut, dann werde ich mal am nächsten Teil 'stricken' :-) Gretel hat ja noch viel zu lernen.

Bild von Artaxerxes I

Darf ich es sagen? Ja, ich

Darf ich es sagen? Ja, ich freue mich schon jetzt darauf weiter von Gretel und dem Hexenmeister zu lesen. Und: Auch nach 9 Monate in England habe ich die Vokabel Sorcerer nicht gekannt. Lesen bildet und fördert die Geduld.

Bild von Khan

Das muss einfach weiter

Das muss einfach weiter gehen. Klasse geschrieben

Bild von Ede

Die Story hat magic power!

 

sorcerer

noun

a person who claims or is believed to have magic powers; a wizard.

 

Bild von salomé

Eine männliche Super-Nanny...

... macht dem Teeniemütter-Alptraum Beine wink Man sucht schon fast die versteckte Kamera.

Die Wendung mit Chrissie verleiht der Story dann einen diabolischen, beängstigenden Zug. Der Master ist überall. Und am Schluss, naja, du glaubtest ja nicht ernsthaft, dass da /keine/ Rufe nach der Fortsetzung laut würden. Ich bin jedenfalls gespannt.

Bild von asil

Ich

bin ein wenig enttäuscht. Im 1. Teil war die modere märchenhafte Art zu erkennen.

Natürlich folgen noch viele Märchenfolgen in denen Gretel viele Abenteuer erlebt.

Die Schreibweise und der Inhalt lässt mich schon immer wieder  schmunzeln.

LG asil

Bild von Vertriebene

Namen

Wenn ich wirklich geplant hätte, Gretel fortzuführen, hätte ich weniger Bezug auf das Märchen genommen und ihr einen anderen Namen gegeben. Aber es wäre ja sehr vermessen gewesen zu erwarten, dass sie gleich vollständig gebessert ist ;-) so, im Zeitalter der Technik.



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