Was mir passiert ist (III)

 

 

Es liegt wahrscheinlich an meinen sexuellen Vorlieben, die etwas vom Gewöhnlichen Abweichen, dass mir immer wieder solche Sachen passieren. Man bewegt sich einfach in einem gefährlichen Terrain.

 

Meine Freundin Stefanie und ich haben zusammengefunden, weil wir dieselben Interessen haben: Wir lieben beide Bondage – und mögen uns gegenseitig auch etwas. Vor allem ist es aber die völlige Übereinstimmung unserer Libido, unglaublich schön, dass wir uns gefunden haben. Es macht uns an, uns gegenseitig zu fesseln, hilflos der anderen ausgeliefert zu sein.

 

Neulich haben wir uns einen Käfig angeschafft, das Angebot im Internet ist ja groß. Es war schon aufregend, als der Käfig geliefert wurde: er ist aus stabilen Vierkanteisen, sehr schön zusammengeschweißt, ohne Schweißnähte, also auch für Strumpfhosen geeignet, wirklich hochwertige Arbeit. Hat uns auch über 500 Euro gekostet. Der Käfig ist mit 50 cm gerade mal schulterbreit, 90 cm lang und 80 cm hoch. Damit kann man gerade mit angezogenen Beinen und eingezogenem Kopf darin sitzen, wenn man seitlich durch die stumpf schließende Türe hineingeschlüpft ist. Es ist unmöglich, eine andere Position einzunehmen, weil die Querstreben es nicht zulassen, die Beine durch einen Spalt zu strecken; da stößt sofort das Schienbein an. Es ist wirklich unheimlich aufregend, in diesem Käfig völlig hilflos eingeschlossen zu sein und nicht zu wissen, wann Stefanie wieder zurückkommt. Das haben wir uns besonders aufregend in der freien Natur vorgestellt, uns so sind wir schon ein paarmal mit dem Käfig im Laderaum unseres Kombis auf die schwäbische Alb gefahren und haben uns in der Einsamkeit der Natur in den Käfig gesperrt. Das Gefühl ist sagenhaft aufregend, weil man gerade in der Weite der Natur das Eingesperrtsein, die zwanghafte Begrenzung auf die paar Zentimeter im Käfig, das Ausgestelltsein und Gefangensein so richtig bewusst erlebt.

 

So hatten wir es auch am letzten Freitagvormittag geplant, wir haben beide freigenommen. An einer sehr einsamen Stelle haben wir den Käfig ausgeladen und auf zwei Holzböcke gestellt. Von dieser höher gelegenen Stelle kann man auf den Feldweg ca. 50 Meter unterhalb schauen, ist aber recht geschützt unter einer großen Eiche. Wir haben ein Seil über einen weit ausragenden Ast etwa 5 Meter über uns geworfen und an dem Ring befestigt, an dem die vier Ketten von den vier oberen Ecken des Käfigs zusammenlaufen und das Seilende an dem Baumstamm befestigt. Heute bin ich dran, ich soll hier alleine im Käfig aufgehängt werden, bis mich Stefanie nachmittags wieder befreit, d. h. etwa 4 Stunden im Käfig eingesperrt zu sein. Ich bin schon völlig aufgeregt: ich trage nur eine schwarze Feinstrumpfhose und einen schwarzen Gymnastikanzug mit ¾-Ärmeln. Dazu die schwarzen Ballettschläppchen übergestreift und so steige ich durch die enge Türe in den Käfig hinein. Es erregt mich total, das metallische Klirren zu hören, wenn Stefanie die Türe schließt und mit dem Schlüssel verriegelt. In dieser zusammengekauerten Haltung muss ich also jetzt vier Stunden ausharren – zwar mit einem schönen Ausblick, aber auch hilflos mitten in der Natur ausgesetzt.

 

Dann hat Stefanie die beiden Böcke unter dem Käfig entfernt und schon hängt der Käfig einen Meter über dem Boden, und ich bin darin eingesperrt wie ein Vogel.

 

Lächelnd verabschiedet sich Stefanie, ich bin sicher, jetzt beneidet sie mich heftig. Dann steigt sie in das Auto und fährt los. Allmählich verliert sich das Autogeräusch und ich bin ganz alleine, hier in dem Käfig eingesperrt und aufgehängt. Ich rüttle kräftig an der Käfigtüre und mache hoffnungslose Versuche, mich zu befreien, aber die starken Eisen sind natürlich absolut fest. Ich lege meine Arme um die angezogenen Knie und betrachte meine Beine in der schwarzen Feinstrumpfhose. Schön ist die mir eintätowierte schwarze Strumpfnaht zu sehen, die sich mir an beiden Beinen hinten von der Ferse bis an den Po zieht. Dieses Tattoo wurde mir unfreiwillig angebracht, aber ich habe mich daran gewöhnt, immer Nahtstrumpfhosen zu tragen. Zu dem Business-Look, den ich bei der Arbeit bei der Bank immer trage, sieht das gut aus und ich habe schon viele geile Blicke der Männer bemerkt.

 

Ein paarmal habe ich die Luft angehalten, als Wanderer und Fahrradfahrer unten auf dem Weg vorbeigekommen sind. Wenn die wüssten, dass hier oben eine Frau in einem eisernen Käfig eingesperrt sitzt!

 

Aber immer wieder neu schüttelt mich die Erregung, das Bewusstsein, jetzt haben wir es wirklich getan, ich bin hier ganz alleine eingesperrt, obwohl inmitten der weitläufigen Natur bleibt mir der Bewegungsspielraum gnadenlos auf ein Minimum reduziert. Ich kann nichts machen, der Käfig hängt einen Meter hoch an dem Seil. Ich kann ringsherum nichts greifen, hänge völlig frei. Inzwischen treffen mich auch wärmende Sonnenstrahlen, es ist gerade so angenehm warm.

 

Es ist etwa eine Stunde vergangen und die zusammengekauerte Haltung wurde allmählich unbequem, als sich das Geräusch eines Traktors näherte. Die spannende Beobachtung von meinem Käfig aus wurde allerdings zur Nervenprobe, als ich erkennen konnte, dass der Bauer nicht etwa auf dem Weg unterwegs war, sondern über die Wiesen direkt auf mich zukam. Der Traktor hatte auf der Heugabel eine große Rolle Stroh aufgespießt. Von oben ist der am Baum hängende Käfig gut sichtbar. Verdammt, schon hat er mich gesehen, er fährt jetzt direkt auf mich zu! Der Bauer steigt aus dem Traktor und kommt auf mich zu. Verwundert steht er direkt vor mir und schaut in den Käfig hinein. Auf seine erstaunten Fragen kann ich ihm aus dem Käfig heraus nur die Wahrheit antworten, in der Hoffnung, dass er einfach weiterfährt. Aber er ist völlig sauer und empört, was sich auf seiner Wiese abspielt. Kopfschüttelnd steigt er wieder in seinen Traktor und ich wollte schon aufatmen, als er die große Rolle Heu ablädt hat und mit der Heugabel vor dem Traktor auf mich zukommt! Er spießt die riesige Gabel genau durch den Ring, an dem der Käfig hängt. Mühelos hebt er den Käfig hoch, steigt aus und löst das Seil und fährt mit dem Traktor los, mit dem Käfig und mit mir darin. Er nimmt mich einfach mit! Ich kann überhaupt nichts dagegen machen, muss mich nur festhalten, denn der Käfig schaukelt fürchterlich, als der Bauer über die Wiesen fährt. Ich werde wie ein Gepäckstück einfach mitgenommen. Er hält auf den Bauernhof zu und fährt direkt in die Scheune, wo er mich mit dem Käfig auf dem Boden absetzt. Er steigt aus und versichert mir, dass er mir solchen Unfug austreiben wird. Schnell hat er zwei starke Vierkant-Eisenstangen geholt, gleich wie die Stäbe des Käfigs. Entsetzt sehe ich, dass er ein Schweißgerät nimmt und sich daran macht, die Stäbe an der Längsseite über der Öffnungsklappe an den Käfig zu schweißen. Er reicht mir eine starke Teerpappe durch das Gitter, ich soll mich schützen und schon schweißt er das erste Eisen an. Ich decke mich mit der Pappe ab und bin vor der Hitze geschützt. Ich kann es gar nicht fassen: Er schweißt die Käfigtüre zu! Dann bin ich richtig gefangen in dem engen Käfig. Wie soll ich hier wieder herauskommen? Schnell hat er die beiden Eisenstangen an vielen Punkten fest an der Längsseite über der Käfigtüre angeschweißt und schüttet Wasser über die Eisen, damit sie abkühlen.

Aber noch nicht genug: jetzt sehe ich ihm mit einem langen gebogenen Vierkantprofil kommen. Er führt das Eisen oben am Fußende in den Käfig ein und schiebt solange, bis das gebogene Profil genau in der Mitte des Käfigs verläuft: von vorne oben in geschwungenem Bogen zwischen meine Beine bis zu der Mittelstrebe am Boden, genau unter meinem Schritt. Und schon beginnt er erneut mit der Schweißarbeit und verbindet das Eisen innen mit der mittleren Käfigstrebe. Jetzt wird mir auch klar, was er damit bezweckt: auf diese Weise werde ich nie mehr den Käfig durch die Türe verlassen können, denn dieses verdammte Eisen arretiert mich in diesem Käfig! Scheiße, das kann er doch nicht tun! Aber kaum ist er vorne oben fertig, kippt er den Käfig einfach um ohne auf meine empörten Rufe zu achten. Jetzt stehe ich praktisch mit Kopf und Knien auf dem Boden, während er offensichtlich hinter mir auch das andere Ende innen am Käfigboden anschweißt. Wieder ein Wasserguss zur Kühlung, ich bin inzwischen ziemlich nass, dann dreht er den Käfig schon wieder um. Ich rutsche mit dem Popo in den kleinen Spalt, den ich noch auf dem Käfigboden sitzen kann und genau in meinem Schritt strebt die Eisenstrebe fast senkrecht hoch und schwingt sich in fast elegantem Bogen zwischen meinen Schenkeln und Knien bis an das andere obere Käfigende. Damit hat er mir deutlich gezeigt, dass ihm keine Stelle von mir verborgen ist, er kann mit mir machen, was er will! SEIN Eisen ist jetzt ständig genau in meinem Schritt! Und ich kann nicht mehr aussteigen, keine Chance, das Ding ist total im Weg. Jetzt hat er mich nicht nur endgültig in dem Käfig gefangen, er hat MICH in den Käfig eingeschweißt!

 

Zum Schluss legt er noch eine dicke Kette auf den Käfig, legt ein offenes Glied der Kette durch den Ring, an dem der Käfig hängt und verschweißt das Glied. Zufrieden und grimmig steht er vor mir. Dann langt er noch in den Käfig und zieht mir die Ballettschläppchen von den Füßen – will er die als Trophäe behalten? Dann macht er noch mit seinem Handy einige Fotos von allen Seiten von mir und dem Käfig und wirft schon wieder den Traktor an und ich schwebe in dem Käfig nach oben und die Fahrt geht wieder los. Schnell sind wir wieder an der Stelle, an der mich Stefanie an dem Baum befestigt hatte. Zitternd vor Aufregung sehe ich, wie der Bauer die starke Kette über den dicken Ast wirft und an einem Ende der Heugabel an dem Traktor befestigt. So schnell, wie er die Gabel nach unten fährt, so schnell zieht es mich in dem Käfig nach oben. Dann verbindet er die Kette oben an dem Ast mit einem riesigen Schloss und fährt den Traktor zurück. Zufrieden betrachtet er sein Werk: der Käfig schwebt jetzt wieder, diesmal aber mindestens drei Meter über dem Boden und die Kette ist oben an dem Ast geschlossen. Grinsend wünscht er mir noch einen schönen Tag, ich solle mich nicht zu viel bewegen, sonst bekäme ich noch Muskelkater. Und viel Spaß jetzt. Dann steigt er ein und fährt mit dem Traktor weg. Ich bin wieder alleine. Aber wie!

 

Zitternd schaue ich zwischen meine Beinen nach unten: ich schwebe unheimlich hoch über dem Boden. Ich befühle die Stellen, an denen der Bauer die beiden Eisen außen angeschweißt hat: das ist bombenfest, professionell verschweißt: ich bin in diesem Käfig eingeschweißt, eingeschlossen, kann nicht mehr befreit werden! Eiskalt durchfährt es mich jetzt: Wie lange werde ich hier eingesperrt bleiben müssen? Stefanie hat ja keine Chance, die Verschweißung wieder zu lösen! O Mann, da ist jetzt was sauber schiefgegangen! Und ich sitze hier völlig hilflos drin: jetzt erst wird mir richtig bewusst, was es heißt, hilflos in einem Käfig eingesperrt zu sein. Mein gesamter Lebensradius sind gerade mal die 50 X 90 cm! Panisch schweift mein Blick in die Umgebung, aber es ist nichts zu hören außer dem Vogelgezwitscher. Ich bin hier völlig alleine. Voller Panik rüttle und zerre ich an den Eisenstäben, aber das ist natürlich ganz zwecklos. Und wie um mir meine Hilflosigkeit so richtig bewusst zu machen, verläuft das dicke Eisen zwischen meinen Beinen – unveränderlich und gnadenlos meinen Schritt und meine Knie teilend. Das Eisen zwingt mich, mich aufrecht ganz hinten an die Käfigrückwand zu setzen. Wegen der geringen Höhe muss ich mich ducken und habe dieses verdammte Eisen immer genau vor der Nase.

 

Es dürften jetzt gerade mal gute zwei Stunden vergangen sein, das heißt, ich muss noch fast zwei Stunden hier hilflos warten, bis Stefanie wieder kommt. Endlos kreisen meine Gedanken, wie das jetzt weitergehen soll. Könnte ich doch nur Stefanie erreichen, ihr mitteilen, was wir jetzt brauchen. Aber was? Sie kann doch kein Schweißgerät besorgen. Eine starke Eisensäge? Kaum vorstellbar, damit die Schweißnähte durchsägen zu können. Oh Mann, wie soll ich hier jemals wieder herauskommen?? Mir läuft vor Panik der Schweiß in die Augen. Verdammt, verdammt! Die einzige Lösung: Stefanie muss sofort zu dem Bauer fahren, er muss mich wieder befreien. Ja, das ist die Lösung!

 

Dieses Gefangensein erregt mich jetzt über alle Maßen, ich presse die Schenkel zusammen und spüre umso mehr die Strebe zwischen meinen Beinen, was mich schließlich zu einem gewaltigen Orgasmus führt – was aber nichts an der Situation ändert: Erschöpft und ernüchtert finde ich mich genauso hilflos in den Käfig eingeschweißt vor, wie zuvor.

 

Immer wieder sehe ich unten an dem Feldweg Wanderer vorbeikommen, höre ihre Stimmen: dieser freien Welt bin ich jetzt ausgeschlossen! Hoffentlich schaut niemand hoch zu mir, denn so hoch, wie der Käfig jetzt hängt, ist er von unten natürlich gut sichtbar. Zum Glück sieht mich niemand – aber die Menschen verschwinden wieder in der Ferne und ich bin wieder mit meiner misslichen Situation alleine.

 

Entsetzt fahre ich hoch, als ich ein Fahrzeug kommen höre, kann aber sofort unser Auto erkennen: Stefanie kommt endlich! Sie fährt bis knapp unter den Baum, an dem ich hänge und schon durch die Frontscheibe kann ich ihr fassungsloses Staunen sehen. „Wie kommst Du denn da hinauf?“ fragt sie mich, kaum ausgestiegen. Sie steht jetzt direkt unter mir, kann mich natürlich nicht erreichen. Wie ein Wasserfall erzähle ich ihr hektisch, was passiert ist. Sie ist vollkommen von den Socken, als sie die beiden angeschweißten Eisen vor der Käfigtüre anschaut. Sie findet das ganz brutal und gemein, wobei ihr wahrscheinlich selbst heiß dabei wird. Ich schicke sie zu dem Bauernhof und erkläre ihr den Weg, ist ja fast nur ums Eck. Sofort fährt sie los und wieder einmal bin ich hier alleine im Käfig. Jetzt wird es allmählich unbequem, bin ich doch schon vier Stunden hier eingesperrt. Eine sanfte Nachmittagsbrise gleicht die Sonnenwärme aus, aber ohne meine Ballettschläppchen werden meine Füße schon etwas kühl unter der dünnen Strumpfhose. Was passiert, wenn Stefanie den Bauer nicht herbekommt? Sie muss erst mal den Käfig herunterbekommen von dem hohen Ast. Dazu braucht sie eine Leiter und Werkzeug, und das muss sie zuerst besorgen. Wenn ich also noch länger hier gefangen hänge, muss mir Stefanie wärmere Kleidung geben: was hatte sie denn an? Verdammt: sie trägt wieder mal nur den schwarzen Bodystocking und das rote Minikleid. Und ihre roten Ballerinas.

 

Als ich pissen muss, bleibt mir nichts übrig, als Body, Strumpfhose und Höschen einfach beiseite zu schieben und es laufen zu lassen. Meterweit unter mir höre ich es plätschern! Das ist so erniedrigend!

 

Es dauert bestimmt 20 Minuten, dann kommt Stefanie wieder angefahren. Sie hat nichts erreicht! Sie sagt, dass auf dem Hof alles total verrammelt ist, da ist niemand, auch auf ihr Rufen keine Reaktion. Verflixt, was machen wir jetzt? Also muss sie wieder los, am besten direkt zu einem Baumarkt, eine Leiter, eine lange Kette, eine Eisensäge müssen her. Stefanie zieht sich den Bodystocking aus und wirft ihm mir hoch. Dann schaut sie nochmals kopfschüttelnd hoch: „Das ist doch alles unglaublich. Verdammt, wir müssen dich hier wegbekommen. Halte durch!“, dann sitzt sie auch schon wieder im Auto und fährt los – und wieder bin ich hier alleine in meinem Käfig. Eine Weile bin ich damit beschäftigt, mir den Bodystocking über die Strumpfhose und den Gymnastikanzug zu streifen, dann habe ich das schweratmend geschafft. Der Bodystocking hat wenigstens einen Stehkragen, der den großen Ausschnitt des Gymnastikanzugs bedeckt und lange Ärmel. Meine Arme sind so ziemlich das einzige an meinem Körper, das nicht durch die Eisenstangen des Käfigs an jeder größeren Bewegung gehindert wird.

 

Einige Male hat mich die Verzweiflung gepackt in den nächsten zwei Stunden. Immer wieder habe ich gegen die unerbittlichen Käfigstreben angekämpft, die mich hier so gnadenlos einengen, festhalten, einschließen. Aber immer wieder musste ich erschöpft und erfolglos aufgeben. Noch nie war es mir jemals bewusster gewesen, wie es ist, wenn wenige Eisenstäbe die eigene Freiheit völlig wegnehmen. Ich könnte jetzt einfach loslaufen, über die Wiesen rennen, weg hier: es geht nicht!

 

Die Sonne war schon am untergehen, als Stefanie endlich wieder gekommen ist. Mit einer Leiter ist sie zu mir heraufgestiegen, hat den Käfig mit einer Kette an dem Ast gesichert und relativ schnell das große Bügelschloss durchgesägt. Es gab einen Ruck und der Käfig hing jetzt an der anderen Kette. Stefanie hatte Kette mit der Anhängekupplung am Auto verbunden und konnte mich so langsam herunterlassen auf die beiden Böcke, die noch im Auto waren. Es begann schon dunkel zu werden, als wir es endlich geschafft hatten, den Käfig mit mir darin in den Kofferraum zu schieben. Endlich würde ich wenigstens von hier wegkommen. So verbrachte ich also noch unverändert in dem Käfig eingeschlossen die Heimfahrt im Kofferraum. Während der ganzen Fahrt sägte ich an den Schweißnähten der Eisenstangen herum, die die Türe verschlossen, hatte bei der Ankunft zuhause aber gerade mal wenige Zentimeter geschafft. Stefanie fuhr direkt in die Tiefgarage und holte den kleinen Lastenwagen, der zum Glück hier immer herumsteht. Nach langen Mühen lag der Käfig endlich darauf. Sie warf eine Decke über den Käfig und brachte mich so mit dem Aufzug nach oben in die Wohnung. Ich konnte gar nicht sagen, wie froh ich war, endlich vor jeder Entdeckung sicher zu sein. Andererseits war ich nun seit fast 7 Stunden hier im Käfig eingeschlossen und wurde allmählich wahnsinnig wegen der gezwungenen Haltung hier drin. Später saß Stefanie am Esstisch und schaute mich an wie ein gefangenes Meerschweinchen im Käfig. Ich wollte einfach nur noch raus aus dem Käfig, war mir aber klar darüber, dass das einfach nicht ging. Das war doch verhext: jetzt waren wir zuhause, aber ich saß noch immer auf den paar Zentimetern des Käfig gefangen. Die Vorstellung, jetzt einfach in das Bad zu gehen, eine Dusche zu nehmen, sich im Schlafzimmer langgestreckt auf das Bett zu legen – nein, der Käfig begrenzte meinen Radius auf die wenige Zentimeter. Bestimmt zwei Stunden lang feilten wir abwechselnd bis zur Erschöpfung an den Schweißnähten, bis endlich auch das zweite Eisenprofil entfernt war und Stefanie die Käfigtüre öffnen konnte. Aber wie befürchtet: ich konnte zwar das linken Bein herausstrecken, bekam aber das rechte Bein überhaupt nicht an der Querstrebe vorbei. Ich konnte sogar das rechte Bein ebenfalls aus der Türe strecken, aber gnadenlos verlief das Eisen durch meinen Schritt: Ich war noch immer in den Käfig gefangen! Diese Ernüchterung verursachte bei mir einen Weinkrampf und Tobsuchtsanfall, es half aber nichts: ich saß hier drin fest, gefangen, kam nicht aus dem Käfig heraus!

 

Stefanie verpasste mir dann Schmerzmittel und Beruhigungsmittel, versorgte mich mit einem Vesper und einem großen Glas Bier, denn es war klar: ich musste zumindest diese Nacht vollends in dem Käfig bleiben! Während Stefanie erschöpft eingeschlafen ist, sitze ich hier im Wohnzimmer in dem Käfig eingeschlossen und zähle die Minuten, bis es endlich wieder hell wird.

 

Gleich morgens haben wir wieder tapfer gesägt, bis endlich endlich die eingeschweißte Querstrebe an beiden Enden durch war – ich konnte den Käfig durch die Türe verlassen: ein wahnsinniges Gefühl! Ich konnte wieder stehen, gehen, wohin ich wollte, war nicht mehr von diesen Eisenstangen begrenzt, frei!

 

  

Bewertung

3 Votes with an average with 5