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Hier kommt die dritte in sich abgeschlossene Geschichte, die dennoch zu einer Reihe gehört. Die erste heißt 'Warum ...?' die zweite 'Ali, Baba und die vier Räuber'
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Eigentlich ging Marina wirklich ungern ins Schwimmbad, dennoch hatte sie sich an diesem Sommertag bei schon achtzehn Grad morgens um sechs Uhr dreißig im Freibad eingefunden. Noch war es leer und sie brauchte sich nur vor sich selbst inihremschlichten weißen Badeanzug zu schämen. So schlecht war ihre Figur nicht, aber der ziemlich auffälliger Busen war hier drin schlecht zu verstecken. Warum sie sich mit ihrer Oberweite nicht wohl fühlte, wusste sie gar nicht, aber sie hasste es, wenn ihr die Typen darauf starrten und hatte sich sogar einmal ein T-Shirt machen lassen mit der Aufschrift: Sieh mir in die Augen. Nein, nicht hier. 25 cm höher. Damit hatte sie das Gegenteil bewirkt, weil jeder versucht hatte zu lesen, was da stand und ihr erstdanach überrascht ins Gesicht sah. Wahrscheinlich lag das Ding immer noch irgendwo in ihrem Schrank herum. Figur betonende Kleidung stellte für sie ein Problem dar und was war da schlimmer als ein Besuch in Badebekleidung im Schwimmbad?
Morgens in der Früh hatte sie wenigstens die Aussicht, dass es etwas leerer bleiben würde.
Außerdem wollte Marina sich ihren Ängsten stellen, denn als Kleinkind war sie fast ertrunken und Wasser seitdem nicht ihr Element. Also schlug sie zwei Fliegen mit einer Klappe und ging mäßig bekleidet ins tiefe Nass. Dabei bedeutet der Name Marina soviel wie am Meer lebend oder vom Meer stammend. Vielleicht sollte sie es überhaupt mal mit Salzwasser versuchen,aber bisher lagen ihr Wandern und Berge sehr viel mehr. Das Tote Meer wäre vielleicht noch eine Alternative gewesen, denn dort konnte sie wenigstens nicht untergehen.
Das hatte sie nun davon, dass sie auf ihren Arzt hörte, der empfohlen hatte, Schwimmen würde entspannend wirken und wahrscheinlich würde sie dann besser schlafen können. Außerdem sei es gesund für ihren Rücken, der unter chronischen Verspannungen litt, solange sie Brustschwimmen vermied. Nun gut. Auf dem Rücken zu schwimmen fand Marina sowieso angenehmer, denn dann konnte sie in den wunderschönen blauen Himmel schauen und musste nicht den kunstblauen Boden des Beckens betrachten – oder die Entfernung bis zum anderen Ende der Bahn.
Ihre Tasche, die lediglich die Haustürschlüssel und das Duschbad samt Shampoo enthielt, und das Handtuch lagen in der Nähe auf einer Bank. Telefon und Geldbörse hatte sie zu Hause gelassen, damit sie nicht in Versuchung geriet, Bus oder Taxi zu nehmen, und war zu Fuß gekommen. Gerade genug Geld für den Eintritt hatte sie bar in der Tasche gehabt. Wahrscheinlich würde Marina das nachher bereuen, wenn sie die zwanzig Minuten wieder zurück laufen musste und vom Schwimmen geschafft war. Aber sie wollte auch noch Fliege Nummer drei schlagen und etwas für ihre Ausdauer tun. Wahrscheinlich hätte sie es nicht so übertreiben sollen, aber sie hoffte, dann einmal richtig müde zu sein und konnte sich einfach ins Bett legen und schlafen, auch wenn es dann mitten am Tag war.
Arbeiten musste sie derzeit nicht, weil sie arbeitslos war, beziehungsweise würde sie ihren neuen Job erst in einem Monat antreten und bekam derzeit Arbeitslosengeld. Besonders traurig war sie über diesen Verlust nicht, denn die alte Firma hatte ein ziemlich schlechtes Arbeitsklima aufzuweisen und nun hoffte sie, in der neuen würde es besser werden.
Seufzend wandte Marina sich dem ruhig daliegenden Wasser zu und kletterte die Leiter hinunter. Ganz alleine war sie zwar nicht, denn auf einer anderen Bank lag ein weiteres Handtuch, aber im Becken würde sie die erste sein – die erste, die fror. Das Wasser schien ziemlich frisch zu sein und so schwamm sie erst einmal kräftig bäuchlings los bis zum Kopfende des Beckens, sah sich noch mal um und drehte sich dann erst auf den Rücken.
Es war ein seltsames Gefühl als das Wasser die Ohren umspülte und es fühlte sich ein wenig an als wäre sie in einer anderen Welt, weil alles sich so seltsam anhörte. Doch es war auch entspannend, Teil dieses fremden Kosmos zu sein, weit weg von allen Problemen und Gedanken. Am Himmel zog ein Vogel seine Kreise und es trieben nur ein paar Schäfchenwolken dahin. Wunderschön war das.
Ein Geräusch störte ihre Ruhe und sie hob leicht den Kopf an, um sehen, was das sein könnte.
Im nächsten Moment bekam sie einen heftigen Schlag an den Kopf und ging sang- und klanglos unter. Panisch versuchte sie, sich zu orientieren, aber sie wusste nicht wo oben oder unten war und schluckte Wasser, während sie hilflos um sich schlug.
Dann packte sie etwas und zerrte sie wieder an die Oberfläche. Hustend und spuckend japste Marina nach Luft. Hektisch strich sie sich ihre langen roten Haare aus dem Gesicht und sah sich um. Wie bitte kam sie in die Mitte des Beckens?
„Ganz ruhig. Wir schwimmen jetzt zum Beckenrand“, sagte eine dunkle Männerstimme zu ihr und zog sie im klassischen Rettungsgriff mit sich. Erst als sie sich dort anklammern konnte, drehte Marina sich um, um zu sehen, wer sie da gerettet – oder versenkt hatte.
„Danke“, sagte sie, bevor ihr weitere Worte fehlten. Marina hatte selten einen Mann gesehen, der besser aussah. Entfernt kam er ihr aber bekannt vor. Hatte sie ihn schon mal gesehen? Vielleicht in einer Zeitung oder so, denn sie hätte sich vorstellen können, dass er ein männliches Model war.
Muskulös, soweit sie das am Oberkörper beurteilen konnte, aber nicht übermäßig, eher gut definiert. Kurze blonde Haare, die wahrscheinlich trocken heller waren als jetzt und türkisblaue Augen. Sie behielten die Farbe, obwohl Marina mehrmals blinzelte, weil sie dachte, das Chlorwasser würde ihr einen Streich spielen. Außerdem war er glatt rasiert und hatte auch keine Haare auf der Brust.
Erst nach und nach fand sie sich in ihrem Körper wieder und der signalisierte, dass seine Hand an ihrer Hüfte lag, wo sie nichts zu suchen hatte und sich dennoch gut anfühlte.
Noch bevor ihr einfiel was sie dazu sagen könnte, nahm er sie fort und legte sie sanft an ihr Gesicht, das er ein wenig zur Seite drehte.
„Das müssen wir kühlen“, sagte er und klang ein wenig besorgt. „Ist dir schwindelig, übel oder hast du Kopfschmerzen?“
Ob ihr seltsam zu Mute war, hatte er nicht gefragt. Da hätte die Antwort Ja heißen müssen. Sie stand mit dem Rücken zur Wand auf der Mauerkante unter Wasser und klammerte sich mit den Händen an der Überlaufrinne fest, die gurgelte, wenn Wasser hinein schwappte. Jetzt hörte sie auch das leise Klatschen gegen die Wand. Außerdem hatte sie den Eindruck, das kühle Nass würde mit jedem Atemzug zwischen ihnen komprimiert, denn er befand sich dicht vor ihr, vielleicht eine Handbreit entfernt – und sie starrte ihn an.
Endlich besann sie sich auf die Frage und spürte tatsächlich etwas. „Mein Kopf tut weh“, antwortete sie und bekam eine Gänsehaut, weil das Wasser doch sehr kühl war oder aus irgendeinem anderen Grund, den sie jetzt nicht erforschen wollte.
„Zeit, hier raus zu gehen“, sagte er bestimmend und drängte sie Richtung Leiter. Kaum hatte sie die volle Schwerkraft wieder, spürte sie ihren Kopf erst recht und ging etwas unsicher zu ihrem Handtuch hinüber und ließ sich wenig elegant auf die Bank plumpsen. Wieder handelte er überraschend, denn er nahm das Badelaken und wickelte sie darin ein. Hatte er dabei ihren Busen berührt? Oh nein, ihre Nippel waren durch die Kühle ziemlich fest. Zum Nachdenken blieb keine Zeit, denn sie bekam einen Hustenanfall, weil sie wohl doch Wasser eingeatmet hatte. Zumindest fühlte sich ihr Brustkorb unschön an.
Allmählich wurde ihr das Ganze ziemlich peinlich und sie wiederholte: „Danke fürs raus fischen.“
Gleichzeitig hatte er auch angefangen zu sprechen und sagte: „Es tut mir leid.“
Verwirrt fragte sie: „Du bedauerst es, dass du mich gerettet hast?“
Er begann laut zu lachen. „Nein, es tut mir leid, dass ich dich versenkt habe. Ich bin auf dem Rücken gekrault und habe dich scheinbar mit der Hand am Kopf getroffen. Leider habe ich dich nicht gesehen. Übrigens, mein Name ist Mario.“
„Ich weiß gar nicht, wie ich in die Mitte des Beckens gekommen bin. Eigentlich schwimme ich immer dicht am Rand entlang, damit ich nicht untergehe. Aber scheinbar bin ich schräg geschwommen“, erklärte sie viel zu hastig und fügte dann hinzu: „Ich heiße Marina.“
„Du bleibst hier sitzen, Marina und ich hole mir nur gerade meine Sachen.“ Verblüfft sah ich ihm nach. Wieso glaubte er, ihr Befehle geben zu können? Der Tonfall war eindeutig gewesen.
Die andere Frage lautete, warum sie tatsächlich da blieb wo sie war.
„Du kannst ruhig wieder schwimmen gehen. Ich komme schon klar“, sagte sie mit so viel Selbstbewusstsein wie sie aufbringen konnte, als er wieder da war.
„Bist du mit dem Auto hier?“ Komische Frage.
„Nein, ich gehe zu Fuß. Ist gar nicht weit“, flunkerte sie, denn um die Ecke lag ihre Wohnung ja tatsächlich nicht.
Er stand nun vor ihr und sie starrte nachdenklich auf seine weiße Schwimmhose mit der großen Beule vorne. Das Weiß hob sich schön von seiner leicht gebräunten Haut ab. Himmel, sie starrte ihm doch nicht tatsächlich auf seine Weichteile? Sofort senkte sie verlegen den Blick, nur um dann nach oben zu blinzeln, ob er es bemerkt hatte. Sonst benahm sie sich nicht so als ob – naja, sie einen Schlag auf den Kopf bekommen hätte.
Zum Ablenken sah sie sich um und sagte halblaut: „Ich frage mich, wo der Bademeister ist. Wenn du nicht gewesen wärst, hätte er mich nachher ertrunken mit dem Köcher rausholen können.“
„Ohne mich wärst du nicht unter Wasser geraten“, erwiderte Mario und setzte sich neben sie.
„Da bin ich mir nicht so sicher. Wenn ich bemerkt hätte, dass ich mitten im Becken treibe, hätte das durchaus ebenso geschehen können.“
„Jetzt verfrachte ich dich erst einmal in die Umkleidekabine, dann bringe ich dich nach Hause“, stellte er einen Plan auf, ohne sie zu fragen, was sie davon hielt.
„Das musst du nicht. Ich bin dir dankbar für deine Hilfe, aber …“
„Du gehst dich umziehen und ich fahre dich. Du brauchst schnell eine Kühlpackung für die Schwellung und solltest dich ausruhen, falls du eine Gehirnerschütterung hast“, fiel er ihr ins Wort. Seine Hand legte er in ihren Nacken und schob sie mehr oder weniger in die von ihm gewünschte Richtung.
Nun fand sich auch der Bademeister wieder. Er verabschiedete sich gerade von drei Frauen, die Modelmaße hatten und es hätte nicht viel gefehlt bis er sabberte. Wunderbar. Diese Grazien würden wahrscheinlich auch Mario ablenken, der ihr allmählich eine ganze Spur zu anhänglich wurde. Besorgnis hin oder her, sie war alt genug und konnte für sich selbst sorgen, sogar mit den inzwischen hämmernden Kopfschmerzen und dem Gefühl, gleich wieder husten zu müssen.
Die Frauen schwebten an ihnen vorbei und warfen ein bis drei Blicke auffällig heimlich in Richtung ihres blonden Begleiters, aber er reagierte nicht. Erstaunt sah Marina den dreien nach und wunderte sich.
„Stehst du auf Frauen?“, fragte Mario mit einem amüsierten Lächeln.
Sie sah ihm ins Gesicht und nun erst ging ihr auf, dass er mehr als einen Kopf größer war als sie selbst. Wahrscheinlich hatte er 1,90 m. „Wieso sollte ich?“, wollte sie wissen.
„Du hast ihnen so intensiv hinterher geschaut, dass ich fast die Vermutung hatte.“
„Ganz sicher nicht! Aber solltest du nicht …“ Jetzt hätte sie ihn fast gefragt, ob er nicht die Schönheiten bevorzugen sollte, anstatt sie herum zu kommandieren.
Verlegen zog Marina den Kopf ein und fand sich dann bei den Umkleidekabinen wieder. Zuerst wollte sie sich abduschen, aber das konnte sie auch zu Hause machen. Wenn sie sich beeilte, war sie weg, bevor er fertig war. Andererseits würde er ja nicht auf sie warten, er kannte sie ja nicht einmal und hatte nur das getan, was er für seine Pflicht hielt. Also trödelte sie herum und duschte sich doch ausgiebig.
Es stellte sich als ein Irrtum heraus, dass er nicht warten würde. Er stand schon da und machte den Anschein, jeden Moment die Damenumkleide stürmen zu wollen. Noch nie hatte sie jemanden mit so einem ausgeprägten Pflichtgefühl getroffen.
„Du hättest doch nicht warten müssen“, versuchte Marina ihn davon zu befreien und wurde schlichtweg ignoriert. Nun bekam sie aber doch Angst.
Sie überlegte sogar, den Bademeister anzusprechen, sich ein Taxi zu rufen, das sie dann zu Hause bezahlen konnte, aber der war mal wieder verschwunden. Wahrscheinlich kontrollierte er, ob der Rasen nicht zu lang und das Wasser nicht zu nass war für seine drei Angehimmelten.
Nun stand Marina tatsächlich auf dem Parkplatz und Mario führte sie zu einem Auto, von dem sie immer geträumt hatte. Nicht dass sie viel Ahnung von Kraftfahrzeugen im Allgemeinen hatte, aber ihr gefielen die Form und die Farbe unheimlich gut. Also hatte sie sich mal erkundigt und festgestellt, dass sie sich dieses Fahrzeug niemals leisten könnte.
„Das ist ein Lexus GS und die Farbe nennt sich Lapislazuli. Du fährst tatsächlich einen Vollhybriden“, gab sie ihrer Begeisterung dann Ausdruck. Mit schwarzen Sitzen, die so krass gegensätzlich zu seinen blonden Haaren waren. Er fuhr tatsächlich ihr Traumauto.
Mario schenkte Marina ein anbetungswürdiges Lächeln und schon saß sie im Wagen, wo sie doch gar nicht hin gewollt hatte.
„Zu welcher Adresse darf ich dich fahren?“, fragte er und musterte sie so, dass sie sich fragte, was er in ihrem Gesicht suchte. Pickel hatte sie keine, aber unsicher fasste sie dorthin wo es weh tat. Nicht gut, gar nicht gut. Ihre Schläfe fühlte sich fremd an.
„Du kannst mich in der Poststraße absetzen.“ Das war drei Straßen von ihrer Wohnung entfernt.
„Ich will nicht wissen, wo ich dich absetzen kann, sondern wo du wohnst“, wiederholte er, während er ausparkte.
Und nun? So nett er auch war und so gut er auch aussah, sie wollte ihm nicht ihre Adresse nennen. Sie wollte nur nach Hause, alleine, und in den Spiegel gucken.
Er fuhr nun aus dem Parkplatz auf die Straße und gab Gas. Wohin würde er denn fahren, wenn er nicht wusste, wohin sie wollte?
„Woher weißt du, dass ich nicht in der Poststraße wohne?“, erwiderte sie verstimmt.
„Was für ein Sturkopf“, seufzte er und fuhr in die für sie völlig falsche Richtung.
„Äh, bitte könntest du anhalten?“, fragte sie nun leicht panisch.
„Warum?“ Sie bekam nur einen schnellen Seitenblick geschenkt.
„Mir ist schlecht“, log sie, weil ihr nichts Besseres einfiel.
„Das schaffst du noch“, bemerkte er ganz ruhig und verließ die Stadt.
Jetzt war ihr wirklich schlecht. „Lass mich raus.“ Panisch rüttelte sie am Griff, aber er musste die Verriegelung eingeschaltet haben. Husten musste sie auch wieder.
Fünf angsterfüllteMinuten oder Stunden später fuhr er schwungvoll vor ein ziemlich futuristisch aussehendes zweistöckiges Gebäude. Es bestand aus eckigen Formen, viel Stahl und riesigen Fensterfronten, die spiegelnd wirkten, also von außen nicht einsehbar waren. Ein wahrer Albtraum für jeden, der verspielte weinberankte Türme und heimelige Nischen mochte.
„Was machen wir hier?“, schrie Marina schon fast.
Er stieg einfach aus und noch bevor sie aus dem Wagen raus war, hatte er ihn umrundet und legte ihr den Arm um die Hüfte. Der Versuch, ihn abzuschütteln, ging schief und der hämmernde Kopfschmerz machte es nicht besser. Außerdem hatte sie das Gefühl, ihr rechtes Auge würde allmählich zuschwellen.
„Marina, ich wohne hier und da du mir deine Adresse nicht nennen willst, kümmere ich mich hier um dich. Das ist wahrscheinlich auch besser so.“
Wahrscheinlich lag es nur an der Absurdität der Situation, dass sie sich bisher nicht heftiger gewehrt hatte, aber nun sagte sie ernst und eindringlich: „Bring mich bitte zu mir nach Hause. Ich will nicht mit einem Fremden in sein Haus gehen!“ Da er nicht reagierte und sie weiterschob, fügte ich mit vollem Ernst hinzu: „Oder ich fange an zu schreien!“
Daraufhin nahm er sie einfach auf die Arme, egal wie sehr sie versuchte zu zappeln und sich steif machte. So viel Kraft hatte sie ihm gar nicht zugetraut. Marina schrie tatsächlich, aber nur bis zum nächsten Hustenkrampf. Als der endlich vorbei war, saß sie auf einem fremden Sofa. Eigentlich lag sie ja mehr darauf, mit dem Oberkörper durch die Armlehne und einigen dicken, leuchtend orangefarbenen Kissen gestützt. Dummerweise erinnerte sie sich nicht, wie sie hier hin gekommen war oder wo sich der Ausgang befand.
„Hast du Wasser eingeatmet?“, fragte Mario nun und sah noch besorgter aus.
„Meine Bronchien reagieren empfindlich auf Reizung und beruhigen sich so schnell nicht. Bring mich nach Hause, da habe ich Medizin.“ Zum Glück reagierte ihr Gehirn noch normal.
„Wie heißt das Medikament?“
„Das habe ich vergessen.“
„Um einen Ausrede zu erfinden, bist du nicht so vergesslich“, grinste Mario sie an.
Vielleicht hätte sie nicht lügen sollen, dass ihr schlecht sei, denn das war es ihr jetzt tatsächlich. Fest presste sie die Hand vor den Mund, beeilte sich von dem Riesensofa hoch zu kommen und stammelte nur noch: „Toilette!“
Diesmal reagierte er sofort und verfrachtete sie in ein kleines Bad, wo sie sofort den Kopf in die Schüssel hing. Zu viel Wasser mit zu viel Chlor, zu viel Aufregung und viel zu wenig Frühstück, nämlich gar keins, schienen eine schlechte Mischung zu sein.
Endlich war es vorbei und sie kam taumelnd auf die Füße, wobei sie sofort von zwei großen warmen Händen gestützt wurde. Leider erhaschte sie einen Blick auf den Spiegel. An ihrer Schläfe prangte eine eindeutige Schwellung, die Richtung Auge zog und jetzt schon viele Farben aufwies. Das Ganze leuchtete in einem schneeweißen Gesicht. So konnte sie sich doch nirgendwo blicken lassen. Jeder würde denken, sie wäre geschlagen worden. Das war sie zwar auch, aber die Umstände würde ihr niemand abnehmen.
Wieder verlor sie den Boden unter den Füßen und fand sich auf dem Kissenstapel wieder.
„Wenn du jetzt brav hier liegen bleibst, hole ich was zum Kühlen“, sagte Mario und verschwand in einer durch eine Theke abgeteilten offenen Küche ganz am anderen Ende des riesigen Raums. War sie ein Kind, dass er in diesem Tonfall mit ihr sprach? Noch mehr Widerstand machte sich in ihr breit.
Dieser Raum schien die gesamte Länge des Hauses zu haben und bestimmt die halbe Breite. Durch die Fensterfront mit der Schiebeanlage guckte sie in einen Garten mit vielen Bäumen und Sträuchern und Rabatten mit bunt blühenden Blumen. Architektonisch eigenwillig fand sie die quer laufenden Holzbalken, die ungefähr einen halben Meter unterhalb der eigentlichen Decke verliefen. Wer mochte da oben wohl staubwischen? Sie dienten wohl rein zu dekorativen Zwecken und schienen so gar nicht zu dem ganzen Stahl und Glas zu passen.
Zu dem großen Sofa, auf dem sie lag, gehörten noch ein zweites kleineres und noch ein paar Sessel, die dennoch in dem großen Raum verloren aussahen. Ein anthrazitfarbener Schrank lag den Fenstern gegenüber und beherbergte den größten Flachbildfernseher, den sie je gesehen hatte.
Mario mochte wohl schwarzes Leder, denn die Möbel waren ebenso damit überzogen wie die Sitze in seinem Auto. Den krassen Gegensatz bildeten die Kunstdrucke an den Wänden, die Deko-Gegenstände und natürlich die Kissen. Alles wurde beherrscht von gelb über orange bis leuchtend rot und einem strahlenden Blau. Selbst die Küche schien blau zu sein. Es wirkte auf Marina ein wenig so, als ob der Architekt sich mit dem Inneneinrichter eine Schlacht geliefert hatte, wobei ihr die farbigen Ideen des Einrichters doch eindeutig besser gefielen.
Mario brachte nicht nur in ein Küchenhandtuch eingewickeltes Kühlpad mit, das er ihr vorsichtig gegen die Schläfe hielt, sondern auch einen Tee, der verdächtig nach Fenchel roch, sowie klein geschnittenes Obst.
„Gehst du immer ohne Frühstück schwimmen?“, fragte er und setzte sich auf die Sofakante. Wenn sich neben ihr jemand übergeben hätte, wäre sie sofort auf die Suche nach einem weiteren Klo gewesen, falls sie das noch erreicht hätte, und hätte nicht wie er analysiert, was die spuckende Person gegessen oder auch nicht gegessen hätte. Wer tat denn so etwas?
„Das war heute mein erster Versuch. Nicht das Gehen ohne Essen, sondern das mit dem Schwimmen“, entgegnete sie und schielte vorsichtig auf das, was er ihr vor den Mund hielt. Ob ihr Magen mit Banane einverstanden war? „Ich frühstücke selten.“ Marina hasste es, morgens alleine zu essen und genug Geld, um essen zu gehen, hatte sie nicht.
„Fährst du mich gleich nach Hause oder soll ich mir ein Taxi rufen?“, versuchte sie schon wieder, ihn zu beeinflussen.
„Hier trink deinen Tee. Der beruhigt den Magen und wirkt entkrampfend. Vielleicht hilft es auch deinen Atemwegen.“ Würde sie überhaupt noch mal eine einzige vernünftige Antwort auf ihre Fragen bekommen? Wäre er ihr so geschickt im Wasser ausgewichen, wäre sie nun zu Hause.
„Ich mag Fencheltee nicht besonders“, lehnte sie sein Angebot ab.
„Das interessiert mich gerade nicht!“, kommentierte er ihre Aussage und hielt ihr die Tasse an die Lippen.
„Ich will nicht!“, protestierte Marina, aber ihr blieb nur wenig anderes übrig. Den kurzen Ringkampf gewann er für sich, indem er sich einfach über sie warf, die Hände fest hielt und dann die Tasse wieder herbei angelte.
Jetzt bekam sie es noch mehr mit der Angst zu tun. Er war nicht ganz normal. Wahrscheinlich war sie einem Stalker in die Hände gefallen und das verhieß nichts Gutes. Wie kam sie nun aus der Sache wieder raus?
Kaum war der Tee in ihrem Magen verschwunden, wurde sie müde. Leider befürchtete sie, dass ihr Tagesplan zu völlig ungünstigem Zeitpunkt Wirkung zeigte.
Besänftigend strich er ihr die Haare aus der Stirn, während sie mit der Müdigkeit kämpfte.
„Schhh, ruhig, kleine Nixe. Ich tu dir nichts. Schlaf jetzt und bald wird es dir besser gehen.“
Marina erwachte in einem Schlafzimmer, das ihr völlig unbekannt war. Seltsamerweise fühlte sie sich nicht benommen, sondern ausgeschlafen. Ihr Kopf schmerzte noch, aber nicht mehr so schlimm und das Atmen war leichter als zuvor. Leider wusste sie nicht, wie spät es sein könnte, denn eine Uhr hatte sie nicht getragen und fand auch keine. In diesem Raum schien es nicht einmal einen Wecker zu geben. Selbst aus dem Fenster konnte sie nicht sehen, da Rollläden davor waren. Die einzige Lichtquelle war eine Stehlampe in einer Zimmerecke, die spärliches Licht verbreitete.
Da niemand in der Nähe war, versuchte sie sofort aus dem Bett zu springen und spürte einen harten Ruck an ihrem Handgelenk. Sehr zu ihrem Entsetzen war daran eine Handschelle angebracht, die mit einer Kette verbunden war und diese endete an einem Pfosten dieses riesigen Himmelbettes, befestigt mit einem starken Schloss.
Ob es klug war oder nicht, Marina fing an zu schreien: „Hilfe, ich will hier weg!“ Dann erst bemerkte sie, dass sie völlig unbekleidet war und raffte eilig eine Decke um sich, soweit das überhaupt möglich war. So sehr sie auch panisch zog und zerrte, sie bekam die Fessel nicht ab. Im Gegenteil, die Handschelle zog sich noch fester zu und schnitt ins Gelenk.
Dann ging auch schon die Tür auf und ein lächelnder Mario kam herein. Im Licht der Deckenlampe fühlte sie sich noch unwohler und wusste gar nicht, wohin sie ausweichen sollte, als er auf sie zukam. Zurück ins Bett bestimmt nicht.
„Mach mich los. Das hier ist Freiheitsberaubung und strafbar“, fuhr sie ihn an.
„Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Das gilt aber nur so lange bis du freiwillig bei mir bleibst.“
„Freiwillig? Warum sollte ich das wollen?“, schrie sie nun. „Ich – will – nach – Hause! Ist das so schwer zu verstehen?“
Wieder zerrte sie an der Kette, aber diesmal so, dass sich nichts weiter zuziehen konnte.
„Du tust dir nur unnötig weh und außer ein paar Kratzern am Pfosten wirst du keinen Erfolg haben“, erklärte der Gestörte ihr ganz ruhig. „Ich werde dich davon überzeugen, dass du bei mir bleiben willst.“
„Indem du mich hier anbindest wie ein Tier oder wie stellst du dir das vor?“, sagte sie höhnisch und hätte sich gleichzeitig auf die Zunge beißen können. Wieso bekam dieses Organ immer ein Eigenleben, wenn sie es lieber im Zaum halten sollte? Wie oft war sie schon in Schwierigkeiten geraten, weil sie die Klappe mal wieder zu weit aufgerissen hatte.
Provoziere ich ihn mit Absicht?, fragte sie sich dennoch. Der Mann ist heiß und warum lässt er sich nicht verschrecken wie die anderen vor ihm?
Irgendetwas veränderte sich an ihm und als er nun auf Marina zutrat, wich sie zurück und setzte sich zwangsweise auf die Bettkante, während sie zu ihm hinauf starrte.
Mit einem Ruck hatte er ihr die Decke weg gerissen und sie schlang ihre Arme um ihren Busen und schlug die Beine übereinander. Hektisch sah sie sich um, ohne eine Aussicht auf Entkommen. Was würde er nun tun?
„Steh auf und lass dich mal in Ruhe anschauen!“, forderte der Blonde sie auf.
„Ganz sicher nicht! Ich will meine Kleidung wieder haben. Ich stehe nicht auf Exhibitionismus.“
Der Unmensch lachte laut über ihre Ansage und warf dabei den Kopf in den Nacken.
„Das war nicht als Witz gemeint“, meckerte sie gekränkt.
„Wie hast du Sex? Im Dunkeln und bekleidet?“, grinste er sie schließlich breit an.
„Was geht dich das an? Wahrscheinlich gar nicht.“
Ihr Blick glitt weiter nach unten und jetzt erst ging ihr auf, dass er lediglich einen Slip trug. Einen, der die gewaltige Erektion darin kaum halten konnte.
Die will ich in mir spüren, schoss es unvermittelt durch ihren Kopf. Alleine wie er das Wort Sex aussprach erregte sie, auch wenn sie es nie zugeben würde.
„Nein?“, fragte er seidenweich und sie bekam eine Gänsehaut. Er trat noch näher und Marina wich mit dem Oberkörper zurück.
Im nächsten Moment lag sie der Länge nach rücklings auf dem Bett. Eins seiner Knie hielt ihre übereinander liegenden Beine fest und während sein Körper ihren gefangen hielt, klickte die zweite Hälfte der Handschellen an ihr anderes Gelenk. Nun hatte er sie in seiner Gewalt.
„Geh runter von mir!“, schrie sie ihn an und zappelte so gut wie möglich. Mario wartete einfach ab bis ihr die Puste ausging. Leider musste er gar nicht lange warten und der Kopfschmerz machte sich auch wieder stärker bemerkbar.
„Deine Verletzung ist das einzige, das dich vor Strafe schützt. Hat dich schon mal jemand übers Knie gelegt für deine Frechheiten?“
War das sein Ernst? Warum schoss ihr plötzlich Hitze zwischen die Beine?
„Mach mich los und du musst dir nichts mehr anhören“, erwiderte sie.
Sein Lächeln wurde böse. Anders konnte sie es nicht beschreiben.
Erleichtert nahm sie wahr, dass er aufstand. Nur konnte sie nicht sehen, was er an der Kommode neben dem Kleiderschrank tat. Schneller als ihr lieb war kam er zurück und sie versuchte sofort nach ihm zu treten, aber er fing den Fuß aus der Luft und im nächsten Moment brannte ihr Oberschenkel vor Schmerz, weil er mit der Hand darauf geschlagen hatte. Völlig verblüfft hielt sie still und er drückte ihre Beine auseinander, um sich dazwischen zu drängen, bevor er sie wieder aufs Bett drückte.
„Hast du noch etwas zu sagen?“, fragte er ganz ruhig.
„Du bist ein elender Frauenschläger …“, begann sie und der Rest vom Satz ging in ein unverständliches Stammeln über, weil er ihr unverhofft einen Knebelball zwischen die Zähne geschoben hatte, den er dann sorgsam fest machte.
„Siehst du, nun muss ich mir auch nichts mehr anhören und diese Variante gefällt mir doch viel besser“, grinste er wieder.
In welche Lage hatte Marina sich denn nun schon wieder gebracht? So viel Kontrolle hatte sie ihm nie überlassen wollen. Dennoch machte der Kerl sie an. Scheiße!
„Bist du nun bereit, dich hin zu stellen und mich sehen zu lassen, was ich will?“, fragte Mario.
Heftig schüttelte sie den Kopf und versuchte gleichzeitig den Riemen davon zu entfernen. Völlig hoffnungslos.
Anstatt weiter mit ihr zu diskutieren, senkte er seinen Mund unverhofft auf ihre linke Brust und saugte an deren Spitze, die sich aufrichtete, als er über die Feuchtigkeit pustete. Das gleiche wiederholte er auf der anderen Seite. Bald reizte er ihre Nippel mit den Fingern, den Lippen und knabberte mal fester mal sanfter daran. Während sie in ihrem Kopf schrie, er solle aufhören, weil sie die Kontrolle haben wollte, war ihr Körper völlig anderer Meinung und die Direktleitung zu ihrer Mitte schickte Hitze dorthin und sie spürte, wie sie immer feuchter wurde.
Allmählich bekam sie kaum noch Luft, weil sie nur durch die Nase atmen konnte und der Sauerstoff schien nicht richtig auszureichen.
Allerdings schaffte sie es stur, jedes Stöhnen zu unterdrücken, indem sie fest auf den Knebel biss. Er musste nicht wissen, dass sie ihn wollte, denn so gefiel es ihr gar nicht.
Die Brüste wurden immer empfindlicher und sie wünschte, er würde sie in Ruhe lassen. Aber stattdessen schob er eine Hand zwischen ihre Beine und brummte zustimmend als er auf die feuchte Hitze dort stieß.
„Möchtest du einen Orgasmus?“, fragte er sanft und Marina schüttelte wieder den Kopf, auch wenn es verdammt schwer fiel.
„Wirklich nicht?“ Sein Finger rieb nun über ihren Kitzler und sie verdrehte die Augen. Er sollte nicht die Genugtuung bekommen, sie dazu zu bringen, aber er trieb sie dennoch immer weiter. Zu lange hatte sie ohne Sex gelebt, obwohl sie ihn eigentlich mochte, wenn sie die Regeln bestimmen durfte.
„Egal was du willst oder nicht, ich lasse dir keine Wahl“, erklärte ihr Mario, stieß zwei Finger in sie hinein und presste den Daumen auf ihren Kitzler.
Unwillkürlich schrie sie gegen den Knebel an. Der Reiz war größer als ihre Selbstbeherrschung. Ihr Körper hob sich von ganz alleine so weit wie möglich an und im gleichen Moment, in dem er Marina leicht in die Brust biss, kam sie so heftig, dass sie dachte, sie würde nun endgültig ersticken. Ihre inneren Muskeln krampften und pulsierten, wie sie es nicht mehr in Erinnerung hatte.
„Bist du nun bereit zu schweigen?“, wollte er wissen und beugte sich über ihr Gesicht, während seine Hand immer noch zwischen den Beinen lag und sie dort leicht streichelte, was fast unangenehme Blitze dorthin zu schicken schien.
Sie blinzelte einmal. Hauptsache er machte das Ding ab und sie konnte richtig Luft holen. Ihr Kiefer schmerzte und sie hatte das Gefühl, den Mund nicht mehr richtig schließen zu können, aber endlich konnte sie in großen Zügen einatmen.
Er machte sich an seiner Hose zu schaffen, zog ein Kondom aus dem Bund und rollte es sich über.
Sofort wollte sie protestieren, aber alleine der Anblick des Knebels reichte, um sie zum Schweigen zu bringen. Mario zog sie an den Beinen näher an die Bettkante und nun ahnte sie, warum es so hoch war. Das machte es ihm leichter. Dann legte er ihre Kniekehlen über seine Schultern und war mit einem heftigen Stoß in sie eingedrungen.
So tief war noch nie ein Mann in ihr gewesen und sie versuchte sich ihm zu entziehen, aber wieder einmal war der Kampf umsonst. Ein paar sanfte Stöße lang hielt er sich selbst im Zaum und erhöhte dann sowohl Tempo wie Kraft und wie aus weiter Ferne hörte sie sich selbst stöhnen und ächzen.
Seine Augen waren dunkler geworden und an seinem konzentrierten Gesichtsausdruck merkte sie, dass er fast so weit war und hoffte, er würde sich beeilen. Das war zu intensiv und ohne klitorialen Reiz hatte sie auch nicht viel davon. Dabei wollte sie ihn doch in sich fühlen …
Aber sie hatte ihn noch einmal falsch eingeschätzt. Wieder begann er sie gezielt zu stimulieren und veränderte sein Tempo. Seine Selbstbeherrschung war unglaublich, genauso wie sein Starrsinn und bald schon trieb er Marina erneut Richtung Höhepunkt, den sie schließlich laut hinaus schrie und ihn mitriss. Er stöhnte laut und ließ sich schließlich einfach auf seine Beute fallen.
Marinas ganzer Körper flog vor Anstrengung, aber sie fühlte sich auch entsetzt darüber, dass er ihn hatte so manipulieren können. Sie schämte sich furchtbar und drehte den Kopf zur Seite, die Lider fest zusammen gepresst, um den Tränen, die dahinter brannten, nicht freien Lauf zu lassen. Was war nur los mit ihr?
Mario legte eine Hand an ihre Wange und versuchte ihr Gesicht zu ihm zu drehen, aber sie hielt dagegen. Also ließ er sich neben sie fallen und legte beide Hände an ihre Wangen, damit sie sich nicht abwenden konnte.
„Sieh mich an“, forderte er sie leise auf.
Stattdessen vergrub sie die Zähne in der Unterlippe, damit sie aufhörte zu zittern und schluckte gegen den Kloß in ihrem Hals an.
„Du musst nicht entsetzt sein. Alles ist in Ordnung. Hat dich deine eigene Reaktion so erschreckt?“, fragte er, aber sie verweigerte die Antwort. Eben noch hatte sie schweigen sollen und nun wollte er, dass sie redete? Ganz sicher nicht. Nicht solange sie befürchtete, jeden Moment in Tränen auszubrechen.
Sanft zog er Marina in eine Umarmung, auch wenn sie sich steif machte, und legte ihren Kopf an seine Schulter. Eine Hand lag in ihrem Nacken und kraulte sie dort, während die andere langsam ihren Rücken rauf und runter strich.
Nun war es mit der Selbstbeherrschung vorbei und sie schluchzte laut auf. Die Tränen ließen sich nicht mehr zurück halten und sie weinte haltlos. Der furchtbare Kerl hielt sie einfach fest, aber er war an ihrem Elend schuld. Warum hatte er sie nicht einfach in Ruhe lassen können?
Irgendwann versiegten auch die Tränen und Marina beruhigte sich soweit, dass sie wieder versuchte, sich zu befreien. Zu ihrer Überraschung ließ er sie los und sie zog sich ans Kopfende des Bettes zurück und vergrub ihr Gesicht in den Armen.
Sie spürte, wie er aufstand und blinzelte, ob er den Raum endlich verließ, aber er dachte nicht daran und holte stattdessen eine Packung Taschentücher, von denen er ihr eins hinhielt. Ohne wirklich aufzuschauen, schnaubte sie sich die Nase frei.
„Sag mir, was dich so belastet“, forderte er sie ruhig auf.
Zornig fuhr ihr Kopf nach oben und machte deutlich, dass ihre Beule noch nicht weg war und heftiger schmerzte als zuvor. Wütende Worte lagen auf ihrer Zunge, aber dort lag noch der Knebel und sie beschloss, ihm gar nicht mehr zu antworten.
„Nun bist du also wieder wütend? Deine braunen Augen blitzen mich an“, bemerkte er amüsiert. „Aber du bist so blass, dass deine vierzehn Sommersprossen richtig hervorstechen. Du solltest dich besser etwas ausruhen. Wir sprechen später miteinander.“ Er erhob sich und ging.
In diesem Moment war sie eher darüber verblüfft, dass er ihre Sommersprossen gezählt hatte. Zu ihren roten Haaren hatte sie eine sehr helle Haut und zu ihrem Glück nicht mehr als diese wenigen Male im Gesicht. Aber gezählt hatte die außer ihr noch nie jemand.
Leider musste sie ihr Schweigegelübte doch brechen, denn sie hatte ein dringendes Bedürfnis, das sich nicht mehr ignorieren ließ.
„Ich muss mal ins Bad“, rief sie daher laut und hoffte, er würde sie hören und nicht ignorieren. Zumindest nicht in diesem Moment.
Das tat er nicht. Kommentarlos öffnete er die Handschellen und runzelte die Stirn als er sah, wie sehr diese ihr ins Gelenk geschnitten hatten. Gedankenverloren rieb sie sich die roten Stellen, was aber auch keine Linderung brachte.
„Da ist ein Badezimmer“, sagte er und half ihr auf die zittrigen Füße. Das hatte sie sich fast gedacht, als sie die Türe gesehen hatte. Ein Schlafzimmer mit eigenem Bad. Davon konnte Marina in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung nur träumen. Beide Räume passten hier in dieses Schlafzimmer.
Nun bekam er doch mehr von ihr zu sehen als sie geplant hatte, aber das ließ sich in diesem Augenblick nicht ändern und sie beeilte sich wirklich. Herrje. Das Bad war ein Albtraum aus grau, schwarz und silberfarben. Am besten gefiel ihr immer noch die freistehende Badewanne mit Whirlpool-Einstellung. Ein Fenster gab es auch, aber das ließ sich nicht öffnen, da es abschließbare Griffe hatte. Kaum zu glauben, war das Haus als Gefängnis gebaut worden?
Alleine die Handtücher in Orange und die Badelaken in Blau ließen sie schmunzeln. Da war er wieder, der krasse Gegensatz. Leider hielt ihr Amüsement nicht lange.
Kaum hatte sie die Spülung gedrückt, stand der Unmensch schon in der Tür. Es war ihr unendlich peinlich, nackt in einem fremden Bad zu stehen, und war froh, ihm den Rücken zudrehen zu können, um sich so umständlich wie möglich die Hände, das Gesicht und den Oberkörper zu waschen. Am liebsten wäre sie ja unter die Dusche gegangen, aber nach der Erlaubnis fragen würde sie nicht.
Wahrscheinlich war er Gedankenleser, denn er sagte in die unangenehme Stille hinein: „Geh ruhig duschen, wenn du magst.“
Marina drehte nur den Kopf zu ihm, sah ihn an und dann die Tür, woraufhin er breit grinste. Irgendwie schienen seine Haare in diesem Raum heller zu sein und seine Augen zu funkeln. Außer einem Becher mit einer Zahnbürste war die Ablage über dem Waschbecken leer. Zumindest schien er ordentlich zu sein oder hatte eine gute Haushaltshilfe. Oder vielleicht eine Ehefrau, die jeden Moment herein gedonnert kommen würde?
Dieser Gedanke behagte ihr überhaupt nicht und weil er sich nicht rührte, ging sie dann doch unter die Dusche, obwohl er noch da war. Die konnte sie wenigstens zumachen und sie war nicht durchsichtig. Danach würde sie sich in eins der Badelaken wickeln … und hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Kaum war das Wasser angestellt, bekam sie ungewünschte Gesellschaft. Dummerweise stellte er sich so hin, dass sie nicht an ihm vorbei kam.
Jetzt war sie nicht nur mit ihm auf engstem Raum eingesperrt, sondern musste sich auch mit seinem Duschbad begnügen, denn eins für Frauen fand sie nicht. So viel zum Thema Ehefrau. Die hätte sie bestimmt rausgeworfen und dafür hätte Marina in diesem Moment eine Menge gegeben.
Unter dem Rauschen des Wassers schien das Schweigen noch unangenehmer zu sein, aber sie zuckte zusammen als er sagte: „Ich wasche dich.“
„Ganz sicher nicht“, rutschte es ihr heraus. So viel zu ihrem Vorsatz zu schweigen.
Er drückte ihren Körper mit seinem an die Wand und fing ihre Hände ab, mit denen sie nach ihm schlagen wollte und drehte sie ihr auf den Rücken, woraufhin sie ‚Au‘ rief.
„Ich bekomme immer meinen Willen“, flüsterte er ihr ins Ohr – und biss sie spürbar in die Schulter. Diesmal verkniff Marina sich einen Schmerzlaut, zuckte aber heftig zusammen.
Allerdings hatte er insofern gewonnen, dass sie sich tatsächlich waschen ließ und wahrscheinlich vor lauter Verlegenheit dunkelrot angelaufen war. Jetzt hatte er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Er wusch sie, konnte sie überall anfassen und er sah alles, was er sich wünschte.
Kaum gab er sie frei, schoss sie wie eine Rakete aus der Dusche, schnappte sich im Vorbeilaufen ein Laken und raste aus dem Raum zur nächsten Türe. Was für eine Überraschung – er hatte sie natürlich abgeschlossen.
Gut abgetrocknet kam Mario ins Zimmer geschlendert, während Marina demonstrativ weiterhin an der Türklinke zog. Vermutlich wirkte das ziemlich unreif, aber sie konnte einfach nicht dagegen angehen.
„Was ist so schlimm daran, bei mir zu bleiben?“, fragte er nun und musterte sie so intensiv, dass sie befürchtete, er könne durch das Handtuch gucken.
„Ich bin nicht freiwillig hier. Ich will nach Hause und es ist meine Entscheidung, mit wem ich Sex habe oder nicht“, versuchte sie zum ungezählten Mal ihre Meinung kund zu tun.
Er sah sie an als käme sie von einem fremden Stern. „Warum ist dein Körper da so ganz anderer Meinung als du?“
„Das weiß ich doch nicht!“
Er begann schallend zu lachen. „Dann sag ich es dir. Weil du eine erwachsene Frau von Ende zwanzig bist und deine körperlichen Bedürfnisse einfach ignorierst. Ist es nicht so? Ich weiß, dass du mich anziehend findest, wo ist also das Problem? Oder wartet jemand zu Hause auf dich?“
Eine gute Lügnerin war Marina eigentlich nicht, aber diese Chance musste sie einfach ergreifen und erwiderte: „Niemand kümmert sich um meine Katze.“
„Katze? Soso. Da ich allergisch gegen Katzenhaare bin, hätte ich es sofort gewusst, wenn du eine hättest. Vielleicht wäre es geschickter gewesen einen Hamster zu erfinden.“ Oh, wie sie es hasste, ausgelacht zu werden. Verdammte Allergien.
„Wie wäre es mit einer Vereinbarung?“
„Wie soll die aussehen?“, wollte sie misstrauisch wissen und kam sich im Handtuch und mit tropfenden Haaren allmählich ausgekühlt und dämlich vor.
„Du schenkst mir eine volle Woche, kleine Nixe, in der du dich meinen Spielregeln beugst. Danach kannst du gehen, wenn du willst.“
„Ich kann nicht. Ich muss Montag arbeiten gehen“, erwiderte sie spontan. Das stimmte ja auch, sogar wenn dieser besagte Wochentag erst in vier Wochen war.
„Melde dich krank!“
„Es ist eine neue Stelle. Da kann sie sich nicht einfach am ersten Tag krank stellen“, meckerte Marina ihn gespielt empört an.
„Du willst mit dieser Beule und dem blauen Auge arbeiten gehen? Nie und nimmer. Ich glaube, du lügst mich wieder an. Wenn du so pflichtbewusst wärst, hättest du dich nicht gerade heute, so kurz davor, entschieden, mit leerem Magen schwimmen zu gehen und dann nach Hause zu laufen. Du hast selbst gesagt, dass du sonst nicht ins Bad gehst. Entweder bist du nicht pflichtbewusst oder eine Schwindlerin. Damit erhöht sich mein Angebot auf zehn Tage.“
Erst nach einer Weile stellte sie fest, dass ihr Mund offen stand über so viel Arroganz und schloss ihn schnell wieder.
„Und wenn ich generell Nein sage?“
„Bleibst du solange ich es will.“
„Du spinnst. Damit kommst du nicht durch. Meine Freunde werden mich vermissen und Anzeige erstatten …“
„Vierzehn Tage, weil du schon wieder lügst. Allmählich bereue ich meinen Vorschlag“, unterbrach er sie. Jetzt sah er ernsthaft sauer aus. Ergeben senkte sie ihren Kopf und dachte nach. Vielleicht würde er irgendwann nicht richtig aufpassen oder es kam jemand zu Besuch, der ihr helfen konnte. Außerdem musste er bestimmt zwischendurch das Haus verlassen und irgendwo gab es bestimmt ein Telefon … Dafür musste sie sich nur einverstanden erklären. Ansonsten würde er sie wahrscheinlich einsperren und damit war ihr gar nicht geholfen. In einem Monat wollte sie doch ihre Stelle antreten.
Würde er sie wirklich gehen lassen, wenn die Zeit vorbei war oder war er völlig irre und würde sie töten? Wie sie es drehte und wendete, sie saß in der Klemme und egal wie sie sich entschied, die Arschkarte hatte sie gratis dazu bekommen.
Alles in ihr sträubte sich dagegen, ihm nachzugeben und alles sträubte sich dagegen, von ihm bezwungen zu werden.
„Warum ausgerechnet ich?“, fragte sie, um Zeit zu schinden und vielleicht doch noch eine Ausflucht zu finden.
„Du bist die Frau, nach der ich eine ganze Weile gesucht habe.“
„Jemanden wie mich hast du gesucht? Ich widerspreche, lüge und habe meinen eigenen Willen“, zählte sie widerstrebend ihre schlechtesten Seiten auf. Das mit dem Lügen hatte sie allerdings erst in seinem Beisein angefangen. Schande über ihn.
Seinem erneuten Grinsen, das sie ihm am liebsten aus dem Gesicht gekratzt hätte, nach zu urteilen, durchschaute er ihre Argumente und mit einem Frustschrei sagte sie grob: „Mit dir kann ich nicht vernünftig diskutieren.“
„Du sollst nichts mit mir besprechen, ich will nur eine eindeutige Antwort. Sag Ja und du hast einige Freiheiten. Sag Nein und ich werde dich zwingen.“
Marina schüttelte es und sie fragte leise mit rauer Stimme: „Du willst mich töten, danach, damit niemand es je rausbekommt, oder?“
„Was? Ganz sicher nicht! Du hast zu viel Fantasie“, wehrte er ernstlich entsetzt ab, sodass sie es ihm sogar glaubte. „Wie lautet deine Antwort?“
„Ja, ist ja gut. Ich stimme zu, aber …“
„Nichts aber. Du stimmst zu. Das sehe ich als Verbindlichkeit. Jetzt trockne dich erst einmal ordentlich ab. Du frierst ja schon.“
Mario schien plötzlich eine Last von den Schultern gefallen zu sein, aber Marina hatte das Gefühl, ihre Hinrichtung samt Datum unterschrieben zu haben. Wieder war ihr zum Heulen zu Mute und sie fühlte sich müde und ausgelaugt. Sie hatte keine Kraft mehr, heute mit ihm zu kämpfen. Also ging sie ins Bad und hüllte sich in ein trockenes Badetuch ein.
Schließlich stand sie wie ein Häufchen Elend wieder im Schlafzimmer und traute sich kaum hochzusehen, weil sie den Triumph in seinen Augen nicht ertragen hätte, aber er überraschte sie erneut. Sanft nahm er sie auf den Arm, legte sie auf den Bett ab und deckte sie auch noch zu. Dann ging er kurz hinaus, aber sie war zu schlapp, um an Flucht zu denken, und kam mit Essen und Trinken wieder.
Wortlos nahm sie, was ihr geboten wurde und rollte sich dann zusammen. Allmählich dämmerte es ihr, warum der Raum so kühl war, obwohl es draußen ja schon früh am Morgen heiß gewesen war. Das Haus hatte eine Klimaanlage und daher waren auch die Fenster fest verschlossen und wahrscheinlich nur zu öffnen, damit sie geputzt werden konnten oder so ähnlich. Einen Moment noch dachte sie an ihre Schlafstörungen, dann dämmerte sie bereits weg.
Nach dem Aufwachen fühlte sie sich zum ersten Mal seit langer Zeit ausgeschlafen. Ausgerechnet jetzt. Sie war alleine im Raum und reckte sich erst einmal ausgiebig. Sollte sie noch einmal duschen? Lieber nicht, bevor sie erneut überrascht wurde. Etwas Anzuziehen erschien ihr im Moment deutlich verlockender. Aber natürlich war nichts da.
Entschieden riss sie seinen Schrank auf und staunte nicht schlecht. So ordentlich bekam sie ihre Klamotten nicht verpackt – und Anzüge hatte sie auch nicht. Bei so vielen Anzügen und Krawatten musste sie davon ausgehen, dass Mario einen höher geordneten Beruf hatte. Hm.
Nachdem sie eine Weile nachdenklich in den Schrank gesehen hatte, griff sie sich ein einfaches weißes T-Shirt und zog es über den Kopf. Selbst als Kleid wäre es für ihren Geschmack deutlich zu kurz gewesen, aber jetzt war es besser als gar nichts. Es war doch gut, dass sie deutlich kleiner war als er. Vielleicht hätte sie sich eine Sporthose suchen sollen und die am Hals befestigen …
Mit einem Kopfschütteln, um die dummen Gedanken wieder loszuwerden, ging sie zur Tür, die überraschenderweise unverschlossen war. Von dort trat sie auf eine Art Galerie, die über den unten liegenden Räumen lag.
Wahnsinn. Der eine Raum beherbergte eine ganze Bibliothek, ein anderer sah aus wie ein Atelier. Große Scheiben im Dach überfluteten alles mit Licht. Wie zum Teufel bekam man diese Glasflächen nur so sauber? Sie hatte beruflich bereits einige Häuser zu Gesicht bekommen, aber das hier war echt was Besonderes.
Neben dem Schlafzimmer lagen noch zwei weitere Türen, aber sie hatte nun keine Lust, dahinter zu sehen und ging stattdessen Richtung Treppe. Langsam und misstrauisch stieg sie hinunter und folgte dann ihrer Nase, die Kaffee gerochen hatte. So wie es aussah, befand sich dieser Teil des Hauses hinter dem Wohnzimmer und sie fragte sich, wo die Haustüre sein könnte, denn die hatte sie nicht gesehen.
Plötzlich wurde vor ihr eine Tür aufgerissen und sie schreckte zusammen.
„Oh, du bist schon wach. Ich wollte dich gerade holen kommen, damit wir frühstücken“, strahlte der furchtbare Kerl sie an und führte sie ohne Umstände zur Küche.
Gestern war ihr gar nicht aufgefallen, dass hinter der tresenartigen Raumabteilung noch ein Tisch mit Stühlen stand. Der Tisch war reich gedeckt und zu ihrer Überraschung knurrte ihr Magen laut. Während sie zum wahrscheinlich dreißigsten Mal am Shirt zog, das einfach nicht länger werden wollte, setzte sie sich auf den Platz, den er ihr anwies.
„Mein T-Shirt steht dir nicht besonders gut“, bemerkte er im Plauderton und lockte damit ihren Widerspruch ans Tageslicht.
„Du glaubst doch nicht, dass ich hier nackt herumlaufe?“
„Warum nicht?“
„Wie käme ich denn dazu? Nachher schneit hier jemand rein und überall sind riesige Glasflächen, durch die jemand rein sehen kann. Nein danke.“ Wie kam er eigentlich an diesem Morgen schon an frische Brötchen? War er weg gefahren und sie hatte ihre Fluchtmöglichkeit verschlafen?
„Läufst du auch zu Hause nie unbekleidet herum?“, blieb er beharrlich an seinem Thema dran.
„Ich wohne in einer Mietwohnung!“, rief sie empört.
„Die hat keine Türen oder du musstest eine Klausel unterschreiben, dass du nicht unbekleidet herumlaufen darfst?“ In seinen Augen glitzerte der Mutwille und sie biss sich fest auf die Lippe, um nicht weiter zu antworten. Was ging es ihn an, dass die Wohnung so blöd lag, dass die Bewohner der umliegenden Wohnungen hineinsehen konnten?
„Es steht dir gut, wenn du den Kopf so demütig senkst und schweigst.“
Ihr Löffel durchstieß den Plastikbecher des Joghurts, aber sie schaffte es, ihm keine Antwort zu geben. Alleine ein Blick auf ihn sagte ihr, dass er sie ganz bewusst provozieren wollte. Aber den Appetit würde sie sich nicht verderben lassen. Vielleicht ließ er sie ja gehen, wenn sie fraß wie ein Scheunendrescher und er befürchten musste, sie würde bald 200 Kilogramm wiegen.
„Es ist gut, wenn du kräftig isst, denn du wirst die Energie noch brauchen“, sagte er zu ihr und schlagartig verging ihr der Appetit.
„Wozu?“, wollte sie wissen, bekam aber keine Antwort. Sie hätte ihn ertränken sollen, als sie noch die Gelegenheit dazu hatte.
Auch wenn sie sich ziemlich lange an ihr Frühstück klammerte, irgendwann war es tatsächlich beendet und höflich half sie, alles wieder weg zu räumen. Nur wer seinen Gegner genau kennen lernte, durfte darauf hoffen zu siegen. Aus welchem Film mochte der Spruch wohl gekommen sein?
Dieser Mann schien wirklich ein Pedant zu sein. Selbst der Kühlschrank war sauber und akribisch eingeräumt. Könnte sie ihn zur Weißglut treiben, indem sie Unordnung schaffte und er würde sie umgehend raus werfen? Einen Testlauf war es wert und sie räumte alles was sie in die Finger bekam wahllos ein.
Kommentarlos wurde es mit wenigen Handgriffen in Ordnung gebracht, was sie dann wahrscheinlich mehr ärgerte als ihn.
„Komm, ich will dir was zeigen“, forderte er sie dann auf und packte ihr Handgelenk, was sie gleich wieder misstrauisch machte. Also blieb sie stehen und flog fast hinter ihm her, weil er einfach weiter ging und kräftig dabei zog. Immer noch verbiss sie sich jegliche Meinungsäußerung zu seinem Verhalten.
Kaum waren sie hinter dem Tresen packte er sie und sie landete bäuchlings auf einem der Hocker, die davor standen. Mit seinem Gewicht hielt er sie in dieser Position und sie sah zwei Armmanschetten mit Klettverschluss, die an einem der Hockerbeine befestigt waren – und nun sehr schnell ihre Gelenke verzierten. Der Kerl hatte verdammt lange Arme und war so schwer, dass sie lautstark ausatmen musste, weil er zudrückte als sie sich wehrte.
„Verdammter Mistkerl!“, machte Marina ihrer Wut Luft, nachdem er endlich von ihr runter ging und sie wieder atmen konnte. Sehr schnell merkte sie, was er von ihrer Äußerung hielt, denn er schob das Shirt hoch und über ihren Kopf bis es an ihren Armen hängen blieb und im nächsten Moment traf ein scharfer Schlag ihre Kehrseite. Ein zweiter folgte.
„Hast du mir noch etwas zu sagen?“, fragte er ruhig und sie bemühte sich zu sehen, was er gerade tun wollte, denn sie hörte noch ein leises Klirren. Wenig später waren auch ihre Beine auf die gleiche Art wie ihre Arme an diesen Hocker gebunden.
Nun wusste sie auch, was sie an den vermeintlich harmlosen Möbelstücken irritiert hatte. Sie hatten eine andere Höhe, die vier Füße waren weit auseinandergestellt und bei ihrem Versuch das Ding umzuwerfen, spürte sie, dass es einen anderen Schwerpunkt hatte und sehr stabil stand.
„Dafür braucht es mehr Kraft als du sie hast. Ich habe sie speziell anfertigen lassen, damit sie ihren Zweck erfüllen“, erklärte er ihr, hockte sich vor sie und drückte ihren Kopf so hoch, dass sie ihn ansehen musste.
„Wow, deine Augen schleudern Blitze. Meinst du, du kannst deine Energie kanalisieren und in Sex umsetzen?“
„Niemals!“, schrie sie. „Mach mich los oder du kannst was erleben, Dreckskerl!“
„Eine äußerst unschöne Ausdrucksweise. Hast du sonst noch was zu sagen?“
Das hatte sie in ihrer hilflosen Wut tatsächlich, bereute aber Sekunden später jedes Wort, das sie gesagt hatte, während er für jedes davon ihr Hinterteil strafte, egal wie sehr sie schrie. Es brannte wie verrückt und erschöpft blieb sie still in ihrer Fesselung hängen. Wahrscheinlich würde sie drei Tage nicht sitzen können. Noch nie hatte sie jemand auf diese Art geschlagen und sie wollte auch keine Wiederholung.
Erschrocken quietschte sie auf, als er seine Hand zu ihrer Scham führte und begann diese sanft zu reiben, bevor er zwei Finger problemlos in sie schob. Das konnte nicht sein, weil es nicht sein durfte, aber sie stöhnte unwillkürlich auf, als sein Daumen zielsicher ihren Kitzler fand.
Abrupt hörte er auf und sagte: „Es ist bewiesen, was zu beweisen war. Ich lasse dir nun Zeit, dir zu überlegen, ob du in Zukunft noch einmal so unhöflich bist. Da ich noch was zu tun habe, lasse ich dich nun alleine.“
Mit diesen Worten ging er einfach.
Nun hing sie da mit seinem Orakelspruch in den Ohren. Was hatte er beweisen wollen? Dass er ein Mistkerl war und sie in dieser äußerst unbequemen Situation buchstäblich hängen ließ?
Ein kleiner Dämon schien auf ihrer Schulter zu sitzen und flüsterte ihr zu: „Er hat bewiesen, dass selbst du Giftzwerg unterworfen werden kannst und dich danach sehnst.“
Was für ein Blödsinn. Er hat nur klar gemacht, dass er schneller ist als ich und weg gesperrt gehört. Ich hasse ihn, dachte sie als Antwort – und der Dämon lachte.
Allmählich tat ihr alles weh und Marina überlegte, laut zu schreien. Am liebsten eine ganze Reihe Schimpfwörter, die ihr spontan durch den Kopf schossen, aber dazu war sie zu feige. Ihr Po brannte immer noch. Hätte sie in der Küche doch nur eines der scharfen Messer genommen …
Ihre Fantasie reichte zu einer Menge blutrünstiger Bilder in ihrem Kopf, die sich aber durch die anstrengende Haltung irgendwann auflösten. Sie hatte nur noch den Wunsch befreit zu werden. Wenn sie noch länger mit dem Kopf nach unten hier hängen würde, käme ihr Frühstück bestimmt wieder.
Fast war sie soweit, um Gnade zu bitten. Aber kurz vorher stand Mario wieder vor ihr. „Bereust du deine Worte?“, wollte er wissen und strich mit einer Hand über ihre brennende Kehrseite, die sofort anfing wieder aufzuflammen und zu stechen.
„Ja, es tut mir leid, dich beschimpft zu haben“, antwortete sie. Doch nur, weil die Konsequenzen so schmerzhaft gewesen waren.
„Du bist immer noch rebellisch. Ich sehe es deinem Gesicht an“, frohlockte er.
„Was immer du beweisen wolltest kann nicht zählen, weil ich mich nicht wehren kann. Mach mich los und dann erklärst du mir, was das hier soll.“
Mario lachte und klang dabei genauso wie der Dämon auf ihrer Schulter geklungen hatte. Sie besaßen sogar die gleiche Stimme. „Ich werde es dir sofort belegen.“
Wieder stöhnte sie, als seine Finger mühelos in sie glitten und ihre Begierde aufflammte. Wenn das sein Beweis war, würde sie ihn nicht widerlegen können, aber versuchen musste sie es. „Das ist nur Zufall und hat nichts zu bedeuten“, ächzte sie.
„Erregung aus Zufall? Davon habe ich noch nie gehört. Muss ich wohl mal einen Arzt fragen, ob das möglich ist“, grinste er hörbar.
In ihrem Kopf herrschte nur noch Rauschen als er einen weiteren Finger zu Hilfe nahm und gleichzeitig ihren Kitzler stimulierte.
„Soll ich ganz zufällig aufhören, weil es dich doch gar nicht erregt?“, fragte er und bewegte die Finger überhaupt nicht mehr.
Ja, schrie ihr Kopf und Nein schrie ihr Körper. Ihr Mund schwieg, zu sehr daran gewöhnt ihrem Sturkopf zu gehorchen.
„Brauchst du eine Entscheidungshilfe?“, wollte er wissen und brachte sie bis kurz vor den Orgasmus, bevor er diesmal aufhörte.
Sie brannte vor Verlangen und ihr Körper war schweißbedeckt. Er konnte doch nicht jetzt aufhören! Wahrscheinlich konnte er ihren rasenden Herzschlag hören, aber er kam nur wieder nach vorne, zog ihren Kopf an den Haaren höher bis sie ihn ansah und forderte: „Wenn du zum Höhepunkt kommen willst, bitte mich darum!“
Das konnte sie nicht und ihr traten Tränen in die Augen. Alles in ihr schrie nach Erlösung und alles in ihr tobte vor Widerwillen, darum zu bitten.
Ohne ein Wort stand er auf und als er ihr den Rücken zuwandte rief sie : „Bitte, lass mich kommen.“
„Das war doch gar nicht so schwer, Nixe. Du stehst dir nur selbst im Weg.“
Gekonnt machten seine Finger dort weiter wo sie aufgehört hatten und zu ihrer eigenen Überraschung kam sie fast sofort und das so heftig, dass ihr die Luft weg blieb.
Gegen den Widerstand ihrer zuckenden inneren Muskeln drang er in sie ein und sie schrie auf als er ihre Pobacken knetete. Seine Stöße kamen tief und hart und schließlich krallte er sich in ihre Hüften und schrie ungeniert auf als er kam.
Eine geraume Weile später beugte er sich über ihren Rücken, küsste ihren Nacken, was ihr eine Gänsehaut bescherte und knabberte an ihrer rechten Schulter. Dann befreite er ihre Beine und im Anschluss ihre Arme, aber selbstständig bewegen war ihr gar nicht möglich.
Schwungvoll nahm er sie auf den Arm und machte nur noch einen Umweg am Mülleimer vorbei, woraufhin ihr auffiel, dass er ein Kondom benutzt hatte. Auf dem Sofa zog er sie ganz eng in eine Umarmung – und sie blieb still liegen. Es tat so gut, seine Nähe zu spüren und seinen Kuss erwiderte sie voller Hingabe. Nicht einen Moment kam sie auf die Idee, ihn abzuwehren und ihre Zungen führten einen erregenden Tanz auf bis ihnen die Luft ausging.
Genau jetzt hätte sie eigentlich schreien, toben oder meckern müssen, doch zu ihrem eigenen grenzenlosen Erstaunen fühlte sie tiefen Frieden in sich, wie sie es noch nie zuvor erlebt hatte und horchte in sich hinein, um eine Lösung dafür zu finden. Das hielt eine ganze Weile an, aber dann merkte sie, dass Mario seine Hand zwischen ihre Knie schob und versuchte, sie auseinander zu drücken. Dabei lag sie doch gerade so bequem.
Immer noch gewillt, den Frieden zu erhalten, fragte sie ihn: „Was machst du da? Das stört mich.“
„Ich will, dass du deine Knie immer gespreizt hältst, damit ich freien Zugang habe zu allem, was mir gefällt. Egal ob du liegst oder stehst oder vor mir kniest.“
Vor ihm knien? „Wovon träumst du denn nachts?“, rief sie, drehte sich mit einer schnellen Bewegung aus seinen Armen und sprang neben dem Sofa auf die Füße, wobei sie sich gleich außerhalb seiner Reichweite brachte. „Du spinnst ja!“
Als er sich aufrichtete, sprintete sie gleich in Richtung der nächsten Tür, die sie gesehen hatte und die entgegengesetzt von der Küche lag. Auch wenn sie sich immer noch nicht genau erinnerte, erschien es ihr logisch zu sein, dass dort die Haustüre sein musste.
Es war ihr sogar egal, ob sie nackt war oder nicht. Sobald sie draußen war, würde sie laut um Hilfe rufen und ihre mangelnde Bekleidung, die Beule an der Schläfe und die roten Spuren auf ihrem Gesäß würden dafür sorgen, dass er sofort verhaftet würde. Dabei ignorierte sie völlig das seltsam traurige Gefühl in ihrer Brust, das dabei entstand wenn sie auch nur daran dachte.
Soweit würde es auch nicht kommen. Natürlich war diese verdammte Türe genauso abgeschlossen, wie es wahrscheinlich auch der Ausgang sein würde. Und um ja sicher zu sein, dass auch die letzte Fluchtmöglichkeit durch die Glasschiebetüre nicht mehr in Frage kam, stand der schreckliche Tyrann genau davor. Dabei lehnte er lässig mit dem Rücken daran und hatte die Arme vor der Brust verschränkt, während er ihrem vergeblichen Ausbruchversuchen zusah.
Schließlich legte sie auch die Arme um ihren Oberkörper, drehte sich von ihm weg und überlegte, wie sie aus ihrer misslichen Lage wieder herauskommen sollte. Dabei kam sie sich ziemlich blöd vor – wieder einmal.
„Du kannst deine Unterlippe gerne weiter durchnagen, aber ich mache dir einen Vorschlag. Wenn du freiwillig zu mir kommst, ohne dass ich dich fangen muss, wird deine Strafe weniger hart ausfallen“, erklärte ihr Mario und klang so als würde er das ernst ihren.
Auf ihrer Lippe kaute sie immer dann, wenn sie sehr nachdenklich war. Das hatte aber nichts damit zu tun, dass er von ihr etwas nahezu Unmögliches verlangte. Wieso glaubte er, er könne sie bestrafen, nur weil sie um ihre Freiheit kämpfte? Sie warf ihm einen wütenden Blick zu, der ihn aber nicht im Mindesten beeindruckte.
„Was für eine Strafe soll das denn sein?“, wollte sie widerwillig wissen und schätzte die Entfernung ab, um an ihm vorbei zu kommen. Aber egal wie schnell sie sein würde, er war mit Sicherheit schneller. Wenn sie jedoch Haken schlug … - stand sie nachher wieder vor einer verschlossenen Tür. Er war pedantisch genug, um nicht eine davon zu vergessen.
„Du hast noch dreißig Sekunden Zeit, es dir zu überlegen“, bemerkte er und sah auf seine Uhr. Jetzt setzte er auch noch ein Ultimatum und ihr fiel gar nichts ein, was sie tun könnte.
Widerwillig setzte sie einen Fuß vor den anderen und ging auf ihn zu, blieb aber außerhalb seiner Reichweite stehen und hatte nicht vor, ihn näher an sich ran zu lassen. Sein Blick auf die Uhr und vor seine Füße kam aber einem direkten Befehl gleich und sie überbrückte den letzten Meter, wobei sie ihn weiter wutentbrannt anfunkelte.
Seine Hand schoss heran und bevor sie noch zurückzucken konnte, hatte er sie um ihren Nacken gelegt, fest aber nicht schmerzhaft.
So schob er sie wieder Richtung Sofa und warf ein Kissen auf den Boden. „Kluges Mädchen und jetzt knie dich dorthin!“, sagte er und zeigte zu dem Polster unten.
Sie konnte sich gerade noch einen bösen Spruch verbeißen, denn er würde mit Sicherheit wieder zuschlagen. Auch wenn ihr Körper darauf wirklich seltsam reagiert hatte, konnte sie einfach nicht mehr ertragen, aber ihr Stolz verhinderte, dass sie ihm gehorchte.
Der Druck in ihrem Nacken erhöhte sich und als Mario ihr in die Kniekehlen drückte, ging sie doch runter und kniete auf dem Polster. Sofort versuchte sie sich wieder zu erheben, aber ein stahlharter Griff auf ihren Schultern verhinderte das und schließlich gab sie den vergeblichen Kampf auf. Wieder war sie aus der Puste und er atmete nicht einmal schneller. Wie sie das hasste. Wenigstens musste sie nicht mehr husten wie am Vortag.
„Deine Kondition lässt zu wünschen übrig, aber das bekommen wir noch hin. Du willst bezwungen werden, meine Schöne, nicht wahr? Dabei bin ich dir gerne behilflich.“ Die weiche Stimme täuschte sie nicht über den Inhalt des Gesagten hinweg.
„Will ich nicht. Ich will gehen!“, widersprach sie heftig.
Der Mistkerl ließ sich neben ihr nieder und machte sich wieder an ihren Beinen zu schaffen. „Öffne die Knie und setzt dich gerade.“
Ihr fehlte tatsächlich die Lust auf eine weitere Rangelei mit ihm, die sie ja doch nur verlieren würde, und gehorchte ausnahmsweise. Wenn er sie gerne unterwerfen wollte, sollte sie sich besser ganz unterwürfig zeigen, damit er die Lust an diesem blöden Spiel verlor. Ein Versuch war es wert, auch wenn es ihr völlig gegen den Strich ging.
Kaum saß sie in der gewünschten Position fasste er mit der Hand zwischen ihre Beine und sie zuckte zusammen. Aber sie wollte ihm ja die Suppe versalzen und ihm den Spaß rauben, deshalb ließ sie die Knie geöffnet und dachte sich woanders hin. Er konnte sie nicht erregen, wenn sie das nicht wollte.
Der Dämon auf ihrer Schulter lachte wieder – mit seiner Stimme.
„Sehr gut!“, raunte er ihr zu und küsste Marina leicht auf den Mund. Das verwirrte sie mehr als alles andere. Was sollte das denn nun bedeuten? Jedenfalls schien er nicht vorzuhaben, sie zu erregen. Nun erhob sich Mario wieder und legte sich auf das Sofa. „Bleib so!“
Ich verderbe ihm den Spaß, ich bleibe hier knien, ich gehorche, um ihn zu ärgern …, lautete ihr inneres Mantra, um nicht gleich wieder schreiend aufzuspringen, ihm mit dem Kissen zu schlagen und wahrscheinlich wieder selbst Schläge zu bekommen. Sklaventreiber, Mistkerl, Armleuchter …, setzte sie hinzu und noch viele andere Schimpfwörter, die ihr spontan einfielen. Aber nur in Gedanken. Sie war plötzlich feige geworden.
„Du weißt genau, dass es dich erregt hat und darum kneifst du“, sprach sie der Dämon an. Wäre er weiblich gewesen, hätte er mehr Verständnis für sie aufgebracht. Warum hatte sie einen männlichen Dämon auf der Schulter sitzen, der ihr Dinge sagte, die sie nicht hören wollte?
So in Gedanken versunken schrie sie erschrocken auf, als Mario sie mit den Lippen an der Schulter berührte.
„Shhh, kein Grund zur Aufregung“, flüsterte er ihr ins Ohr und fasste nach ihren Brüsten. Kaum hatte er ihre Nippel berührt, richteten die sich steil auf und waren extrem berührungsempfindlich. Überrascht stöhnte sie auf, während er sein verheerendes Werk fortsetzte. Hitze stieg von dort auf und floss wie Lava zwischen ihre Schenkel. Ein drängendes Gefühl der Erregung setzte sich in ihr fest, aber er hatte es nicht eilig.
„Nimm mich bitte!“, flehte sie ihn an und er lachte rau.
„Beug dich nach vorne und leg deinen Oberkörper auf den Boden“, forderte er sie auf und diesmal gehorchte sie sofort.
Ihre Hoffnung, er würde sofort in sie eindringen, erfüllte sich nicht, denn erst knetete er ihr Gesäß, das immer noch sehr empfindlich war und zu ihrer Überraschung spürte sie dann seine Zunge. Langsam leckte er erst die großen, dann die kleinen Schamlippen und sie ruckte ihm ihren Unterleib entgegen als er ihre Klitoris gefunden hatte.
Einen Arm legte er um sie, damit sie sich nicht so viel bewegen konnte und er das Tempo bestimmte, aber auch das beschleunigte ihren Erregungspegel und sie stöhnte immer lauter. Mit einem Finger verteilte er ihre Nässe überall und kaum hatte er an ihrer empfindlichen Stelle gesaugt, kam sie und schrie auf, als ein Finger in ihre Anus eindrang. Dorthin hatte sich noch niemand gewagt und es schien ihren Höhepunkt zu verlängern.
Kaum hatte das wilde Pulsieren ein wenig nachgelassen, hörte sie ein Knistern und Mario war in sie eingedrungen. Sofort ergab er sich seiner eigenen Erregung mit kräftigen Stößen nahm er sie. Mitten drin machte er eine Pause und wieder schob er einen Finger in ihre weitere Öffnung, brachte sie zum Keuchen, und stieß wieder hart zu. Sie wusste gar nicht wie ihr geschah und kam erneut mit einem Aufschrei, nur Sekunden bevor er sich verkrampfte und sich seinem Orgasmus ergab.
Völlig erschöpft fühlte sie sich und endlich zog er sich aus ihr zurück, drehte sich auf die Seite und zog sie mit sich. Als er sie wenig später wild küsste, schmeckte sie sich selbst und auch das war ihr noch nie passiert. Total aufgewühlt, war ihr plötzlich zum Weinen zu Mute, und sie bemühte sich, die Tränen runter zu schlucken. Seitdem sie hier war hatte sie so oft geheult wie wahrscheinlich Jahre zuvor nicht mehr.
Es war anstrengend diesen unbekannten Gefühlen nachzugehen und genauso mühselig in diesem verletzlichen Moment mit seiner Fürsorge umzugehen. Er streichelte sie und eine Katze hätte vermutlich geschnurrt, aber ihr war eher nach was ganz anderem zu Mute. Nichts wie weg wäre ihr lieber gewesen, aber er hielt sie fest umarmt.
„Erzähl mir, was mit dir los ist! Warum erträgst du keine Nähe? Jedes Mal, wenn ich dir nahe komme, wirst du kratzbürstig. Was ist passiert, dass du so bist?“
Immer noch schniefend schüttelte sie den Kopf. Ihn interessierten doch nicht wirklich ihre lieblose Herkunft und ihr Gefühl, sie konnte nur ohne Verletzungen überleben, wenn niemand an sie heran kam.
„Wer hat dir so weh getan, dass du niemanden um dich haben willst?“, fragte er und löste damit eine große Tränenflut aus. Er hatte den Finger in die Wunde gelegt und bohrte auch noch nach. „Wenn ich dich jetzt gehen lasse würde, könnte ich wetten, dass du dich verkriechst und wahrscheinlich deine Koffer packst und zur Not sogar umziehst, nur weil du dich nicht mit deinen Gefühlen auseinandersetzten willst.“
„Warum tust du das?“, schluchzte Marina und versuchte, sich zu befreien.
„Was mache ich denn? Dich aus deinem Schneckenhaus zwingen? Dir zeigen, dass Gefühle in Ordnung sind und du nicht alles kontrollieren kannst und musst?“
„Du hast mich entführt und hältst mich gefangen und …“, begann sie sich aufzuregen.
„Alles reine Äußerlichkeiten, die dich nicht so sehr stören würden, wie die Tatsache, dass ich dir sehr nahe komme und genau das willst du nicht“, unterbrach er sie.
Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bemühte sie sich, frei zu kommen, aber er umschlang sie mit Armen und Beinen und schließlich musste sie sich keuchend seiner Kraft ergeben und lag still. Ziemlich erschöpft vom inneren und äußeren Kampf, genauso wund an Körper und Seele, musste sie scheinbar eingeschlafen sein, denn ihr fehlten dann ein paar Stunden.
Mario ließ sie ziemlich in Ruhe und forderte sie nur auf, ihm beim Kochen zu helfen, und das stellte nun gar kein Problem dar, zumal sie hungrig war. Nicht einmal der Appetit war ihr vergangen und das ließ sie noch nachdenklicher werden.
„Komm mal mit, ich möchte dir etwas zeigen“, forderte er sie nach dem Essen auf und führte sie durch eine der – bis dahin verschlossenen – Türen in das Atelier, das sie von der Galerie aus gesehen hatte. Auf einer Staffelei stand ein abgedecktes Bild und genau darauf hielt er zu. Malen hätte sie ihm nun nicht unbedingt zugetraut, aber sie hatte sich in letzter Zeit doch ziemlich häufig getäuscht.
Mit einem Ruck zog er das Tuch hinunter und sie machte große Augen. Auf dem fast ein Meter großen Bild war links Wasser zu sehen und den Wellen nach zu urteilen schien es sich um ein Meer zu handeln, während auf der anderen Seite karge Steppe oder ähnliches zu sehen war. Geteilt wurden beide so verschiedenen Lebensbedingungen durch einen flachen Felsen und darauf saß eine Meerjungfrau mit langen roten Haaren, die exakt den gleichen Farbton hatten wie ihre. Sie schaute auf den trockenen Teil der Landschaft und hatte ihren Arm um eine Löwin gelegt und bei genauerem Hinsehen schien es so als wären die beiden miteinander verschmolzen, nur dass die Raubkatze zum Meer hinaus sah. Der Himmel erstrahlte in allen möglichen Sonnenuntergangsfarben, die sich über den verschiedenen Bereichen etwas unterschieden und dennoch ineinander übergingen. Das Bild schien so weit fertig, aber das Gesicht der Meerjungfrau blieb etwas vage.
Sie trug eine Muschelkette, die bis zwischen ihre Brüste reichte, die aus den Haaren heraus schauten und ihr Blick war sehnsuchtsvoll, trotz der verschwommenen Züge, genauso wie der der Löwin. Das Ganze war wunderschön und schnürte ihr mal wieder den Hals zu. Der Fischschwanz schimmerte in allen möglichen Blautönen, die teilweise an Marios Augen erinnerten. Sie musste tief Luft holen.
„Das hier erinnert mich an dich. Die verletzliche, eingeschränkte Seite, die sich nach etwas anderem sehnt und die Raubkatze, die ein Teil von dir ist. Wild und ebenfalls nicht richtig frei. Auf der Suche und dennoch eingeengt.“
Darüber würde Marina jetzt ganz bestimmt nicht nachdenken. „Du hast das gemalt?“, fragte sie stattdessen und ärgerte sich über ihre belegte Stimme.
„Ich habe keinen Maler im Schrank versteckt“, antwortete er und sie war sich nicht ganz sicher, ob er pikiert oder belustigt war.
„Wann hast du das gemalt?“
„Vor ein paar Tagen.“
Unruhig strich sie sich durch die Haare und traute sich nicht zu fragen, warum er diese Haarfarbe bei der Meerjungfrau gewählt hatte. Ein seltsamer Zufall war das.
Der Rest des Tages ging seltsamerweise mit ganz normalen Unterhaltungen einher und wir stellten fest, dass wir in einigen Dingen einen ähnlichen und in anderen einen völlig gegensätzlichen Geschmack hatten. Er liebte Krimis und sie Tatsachenbücher und hin und wieder auch mal einen Liebesroman.
In seiner Bibliothek fand sich tatsächlich ein – zugegebenermaßen ungelesenes– Marquis de Sade Buch. Sie wollte schon immer mal in eins hinein sehen, aber ihr reichten ehrlich gesagt schon die ersten Seiten. Das war erschreckend und ließen sie die Schläge auf ihr Gesäß in einem anderen Licht sehen. Das war schon seltsam, denn sie dachte immer, das Schläge immer gleich seien, aber wenn sie wenigstens einen kleinen Moment zu sich selbst ehrlich war, schien sie Marios dominante Art zu erregen.
Doch das würde sie ihm nie freiwillig sagen und sie wusste genau, sobald er sie auch nur ein bisschen herausforderte, würde sie genauso aggressiv reagieren wie bisher. Er war mit einem Schlag – wortwörtlich – in ihrem Leben aufgetaucht und hatte es an sich gerissen, wie noch nie jemand zuvor. Dabei hatte sie so lange darum gekämpft – wieder wortwörtlich – um andere von ihr fern zu halten. Menschen waren nicht vertrauenswürdig und wenn selbst ihre Eltern sie so vernachlässigt hatten, ganz zu Schweige von anderen Verwandten, wieso sollte sich dann jemand, der sie nicht so gut kannte, um sich kümmern wollen? Ihre Ex-Freunde hatten sich ja auch nach ein bisschen Spaß für sie wieder ganz schnell verabschiedet. Oder anders formuliert, gingen immer die, die sie besser kennen lernten. Ihr Motto lautete: Wehret den Anfängen. Nur hier gab es nichts zum Abwehren, denn jede Mauer wurde eingerissen oder unterwandert. Darüber sollte sie wirklich mal nachdenken.
Ihre Schlafstörung hatte sie wieder. Ihr gingen so viele Dinge durch den Kopf, dass sie einfach nicht abschalten konnte. Auch das Gefühl, dass jemand neben ihr lag und den Arm um sie gelegt hatte, war zu fremd, um sie zu beruhigen. Entweder lief jetzt etwas schief oder die ganzen Jahre vorher und allmählich befürchtete sie, es war nicht die Gegenwart.
Mario schlief bereits tief und fest, wie seine ruhigen Atemzüge verrieten. Müde war sie auch, aber an Ruhe war nicht zu denken. Sie drehte sich von der rechten, ihm abgewandten Seite, auf die linke. Jetzt war er ihr eigentlich zu nah. Dabei roch er schon so vertraut und wirkte so ruhig und entspannt, obwohl er kurz zu erwachen schien, bevor er dann wieder einschlief.
Lange hielt sie es nicht aus und drehte sich auf den Bauch. Das war nicht bequem, ihr Busen drückte ihr die Luft ab, irgendwo war ein Stück Bettdecke unter ihr eingeklemmt … Also drehte sie sich auf den Rücken, dann konnte sie wenigstens die Decke anstarren und Schäfchen zählen.
„Sag mal, übst du, um Propeller zu werden, oder ist das erst der Anfang und du trainierst für den Düsenantrieb? Wie kann sich jemand nur so oft herum drehen?“, fragte der Mann neben ihr verschlafen.
„Ich stehe auf, dann kannst du ruhig weiter pennen. In deiner Bibliothek stehen genug Bücher für mich“, entgegnete sie und machte Anstalten, sich zu erheben, aber sein Arm drückte sie runter.
„Da weiß ich aber etwas Besseres“, lächelte er hörbar und wirkte deutlich wacher.
„Was denn? Noch mehr Baldriantee? Das Zeug habe ich schon packungweise vernichtet und es hat nichts geholfen.“
„Nein, ich dachte eher an Sex.“
Dass sie darauf nicht gekommen war … „Bitte nicht wieder fesseln oder so etwas“, bat sie, weil sie alleine der Gedanke erschöpfte – und wider Willen erregte.
„Wie hättest du es denn gerne?“, wollte er wissen und beugte sich bereits über sie, um an einer ihrer Brustwarzen zu saugen. Es fühlte sich an, als ob er noch ganz andere Gebiete erreichen würde und sie seufzte leise und wohlig.
„Ganz normal eben. Ich möchte mal oben sein!“, entgegnete sie.
„Einmal Vanilla Blümchensex? Wenn du meinst, bitte schön“, stimmte er zu, klang aber nicht besonders begeistert.
„Kannst du das nicht?“, fragte sie leise und unsicher.
Mario lachte lauthals und führte ihre Hand zu seinem Schambereich. Sein Penis fühlte sich an als hätte er nur auf ihre Berührung gewartet. Allzeit bereit …
Erst genoss sie seine sanften Berührungen, das Saugen an ihren Brüsten, das Streicheln ihrer Klitoris und setzte sich schließlich auf ihn, nachdem sie ihm persönlich ein Kondom übergezogen hatte.
Stöhnend spürte sie wie tief er kam und begann sich auf ihm zu bewegen. Sie war nass, erregt, aber – Entspannung war ihr nicht möglich. Es war wie früher, einfach unbefriedigend.
Ohne Vorwarnung setzte sich Mario plötzlich auf und schlang seine Arme um sie. Seine Lippen pressten sich auf eine Brustwarze und er dirigierte ihre Bewegungen, indem er ordentlich zugriff und sie hart auf sich zog.
Binnen Sekunden war sie in Schweiß gebadet und fühlte sich einem Orgasmus näher als zuvor.
„Du darfst nicht kommen“, flüsterte er ihr rau ins Ohr. „Ich verbiete es dir.“ Dann rieb er noch ihren Kitzler und alleine das Verbot katapultierte sie näher an den Höhepunkt. Marina konnte ihm nicht gehorchen und schrie auf, als die Wellen ihres Orgasmus sie überschwemmten und ihn rhythmisch zusammen pressten.
Jetzt warf er sie auf den Bauch und drang ruckartig von hinten in sie ein, gegen den Widerstand ihrer inneren Muskeln, und nahm sie hart und unerbittlich, während sie ächzte, stöhnte und um Gnade bettelte. Bis er kam, war sie ein zweites Mal soweit.
Keuchend blieb sie einfach still liegen und auch er rang mühsam nach Luft.
„Hast du jetzt was begriffen?“, fragte er sie.
Marina ahnte worauf er hinaus wollte. Das was sie für die ‚richtige‘ Art des Sex gehalten hatte, gab ihr nichts. Sie brauchte etwas anderes, aber das konnte sie doch nicht einfach zugeben!“
„Ich weiß nicht was du meinst“, entgegnete sie und gähnte laut.
„Drei Strafen für morgen“, wechselte er das Thema. „Zwei Verstöße gegen mein Orgasmusverbot und eine Strafe für deine Widerborstigkeit. Du forderst mich ja regelrecht heraus, dir deine Grenzen aufzuzeigen.“
Immerhin war sie klug genug, nicht darauf einzugehen und biss sich auf die Zunge. Was fiel ihm eigentlich ein? Dazu würde sie morgen noch etwas sagen, jetzt aber spürte sie endlich die ersehnte Bettschwere. Das lag bestimmt ganz alleine am ungewohnten Sport …
Der nächste Morgen begann richtig friedlich, obwohl es draußen aussah, als würde jeden Moment ein Unwetter losbrechen. Der Himmel war ziemlich finster und die Windböen bogen die jungen Bäume im Garten.
Wer sich mit dem Wind biegt, bricht nicht so leicht, ging es ihr durch den Kopf. War das ein Sprichwort? Marina hatte eigentlich immer anders gelebt. Hart und unbeugsam. Sie wollte nicht Apothekerin werden, wie es ihre Eltern verlangt hatten, auch wenn es sie hart getroffen hatte als sie bei einem Unfall starben, da die Firmenauflösung und alles an ihr hängen blieb und sie feststellte, dass sie schon sehr lange rote Zahlen schrieben. Das war sie gerade zwanzig gewesen. Marina war Einzelkind und ihre Eltern ebenfalls. Da blieb irgendwie keine Familie übrig. Abgesehen davon, dass ihnen ihre Apotheke immer wichtiger gewesen war als sie und jede schlecht Note damit bestraft wurde, dass sie nicht mehr mit ihr sprachen. Dazu reichte schon eine einfache Vier.
Freundschaften zu schließen schien ihr auch schwer zu fallen und sie hatte nur ein paar lockere Bekanntschaften. Und selbst diese hatte sie in letzter Zeit kaum gepflegt. Das sollte sie dringend wieder in Angriff nehmen, aber nachdem alles in der Firma so den Bach runterging hatte sie selbst dazu keine rechte Lust mehr gehabt. Marina war in ein Schneckenhaus gekrochen und hatte den Deckel zu gemacht. Ihr Versuch, daran etwas zu ändern, hatte sie ins Schwimmbad geführt …
„Warum so nachdenklich?“, fragte Mario, der sie wohl eine ganze Weile schon beobachtet hatte. „Angst vor der Strafe?“
„Ich … Was? Welche Strafe?“, fuhr sie auf.
„Du hast ein kurzes Gedächtnis. Drei davon habe ich dir heute Nacht angedroht“, grinste er sie an.
„Ach das“, rutschte es ihr ziemlich herablassend heraus. Er zog fragend die Augenbrauen hoch und das gab ihr ein mulmiges Gefühl.
Doch zu ihrer Überraschung brachte er sie ins Atelier und bat sie, ihm Modell zu stehen. Dafür drapierte er ihr ein weißes Tuch um und sie kam ihr vor wie im alten Rom, obwohl dort nur die Männer eine Toga trugen. Vielleicht doch eher wie die Priesterinnen in griechischen Tempeln.
Es war anstrengend, still zu stehen, während er die ersten Skizzen machte. Aber das war eine Herausforderung, die ihr unerwartet Spaß machte. Sie beobachtete das aufziehende Unwetter und fühlte sich im Inneren erstaunlich ruhig.
„So, das war es fürs erste. Du bist ein erstaunlich geduldiges Modell. Das hätte ich gar nicht gedacht“, lobte er sie, zog sie in eine enge Umarmung und raubte sich einen intensiven, süchtig machenden Kuss.
„Da oben braut sich ganz schön was zusammen“, sagte sie und sah wieder einmal nach draußen. Irgendwie machte sie das Wetter ganz unruhig oder lag es an seiner Nähe oder daran, was er ihr angedroht hatte?
„Ja, lange dauert es nicht mehr bis ordentlich was vom Himmel fällt“, antwortete er. „Ich komme sofort wieder.“
Marina war so damit beschäftigt raus zu sehen, dass sie seine Bemerkung kaum wahr nahm. Was sich natürlich ziemlich schnell als Fehler erwies. Sofort als er wieder da war bemerkte sie die Änderung in seiner Haltung. Der freundlich aufgeräumte Mann war weg und hatte dem arroganten Mistkerl Platz gemacht, der sie immer wieder ärgerte. Ihr Herz schlug schneller und pochte selbst zwischen ihren Schenkeln. Oder spürte sie da was aus einem anderen Grund? Sofort presste sie die Beine zusammen und bekam einen finsteren Blick geschenkt.
Vorsichtshalber machte sie ein paar Schritte rückwärts und Rumms stieß sie an die Wand. Damit hatte sie ihm in die Hände gespielt, denn er hielt sie mit seinem Körper fest und nach einem kurzen Ringkampf trug sie aneinander gehakte Armmanschetten, die sie gar nichts Gutes ahnen ließen. Das dumpfe Pochen wurde stärker …
Mit einem Schwung hatte er sie über die Schulter geworfen und trug sie ins Wohnzimmer wo sie voller entsetzter Überraschung ein Seil sah, das über einen der Holzbalken geworfen worden war. Am Ende war ein Haken und der kam an ihre Manschetten. Grinsend korrigierte er die Länge des Seils, sodass sie schließlich mit hoch gereckten Armen da stand und ihre Fußsohlen so gerade den Boden berührten. Hinter dem Wandschrank versteckt musste eine Öse sein, wo es eingehakt war.
„Das ist nicht dein Ernst! Mach mich sofort los“, keifte sie ihn schließlich doch an, obwohl sie genau ahnte, dass ihr das nicht gut bekam.
Mit einer seltsamen Eisenstange in der Hand trat er wortlos hinter sie und befestigte sie zwischen ihren Fußknöcheln und sie konnte die Beine nicht mehr schließen. Ihr um sich Treten brachte ihr nur einen deutlich spürbaren Schlag auf ihren Po ein.
Dann trat er vor sie und sagte: „Das nenne ich Zugänglichkeit. Da du ständig vergisst, dass du die Beine nicht schließen sollst, habe ich etwas nachgeholfen. Ich denke, jetzt vergisst du das so schnell nicht wieder.“
Damit zog er leicht an ihren zugegebenermaßen harten Nippeln und sie biss sich auf die Unterlippe. Er drehte sie und massierte sie zwischen den Fingern bis sie lautstark nach Luft schnappte. Natürlich konnte er es nicht unterlassen und griff ihr zwischen die Beine, nur um ihr danach die Feuchtigkeit an seinen Fingern zu zeigen, die er dann zu ihrem Entsetzen ableckte.
Was sie noch mehr entsetzte war die Tatsache, dass er einen Dildo holte, ihn in sie schob und mit Riemen befestigte. Doch dieser Dildo entpuppte sich als Vibrator, den Mario so einstellte, dass er nur ganz leicht vibrierte.
„Bitte, mach das Ding weg“, flehte sie ihn an, aber er überging ihre Bitte einfach.
„Nun hast du ein wenig Zeit dir zu überlegen, wie ich dich am Besten strafe. Bis dahin muss ich ein paar Einkäufe erledigen und habe keine Lust zu fahren, wenn das Unwetter erst losbricht.“ Mit diesen Worten, die sie so entsetzen, dass ihr nichts dazu einfiel, drehte er sich nach einem kurzen Kuss um – und ging tatsächlich.
„Bleib hier“, rief sie hinterher. Er konnte sie doch nicht einfach so hängen lassen.
Scheinbar konnte er doch. Marina schrie und fluchte und stellte sich die schlimmsten Dinge vor, die ihr passieren könnten, falls ihm etwas zustieß. Sie war hoch erregt durch die Vibrationen, aber zu einem Höhepunkt würde sie auf die Art nicht kommen. Panisch überlegte sie, wie lange das Ding in ihr arbeiten würde bis die Batterien sich erschöpft hatten.
Schließlich war sie soweit, dass sie alles getan hätte, nur damit er wiederkam und sie los machte. Ihr Zeitgefühl ließ sie völlig im Stich und ihre Wut wechselte sich mit ihrer Angst ständig ab. Ihre Arme waren inzwischen auch eingeschlafen und kaum noch zu spüren. Dafür fühlte sie ihre eigene Nässe die Beine hinunter laufen.
Zu seinem Glück war sie gerade in der Panikphase, als er wiederkam. Somit blieb ihm eine riesige Hasstirade erspart, denn sie war viel zu froh, ihn zu sehen.
„Hallo Nixe. Ich habe dir etwas Schönes zum Anziehen gekauft“, begrüßte er sie als wenn nichts gewesen wäre und stellte ein paar Tüten mit dem Label einer teuren Boutique auf das Sofa. Ihr fehlten einfach die Worte. „Habe ich dir etwa gefehlt?“, wollte er wissen als er ihren Gesichtsausdruck sah.
„Wie konntest du mich nur so zurück lassen?“, fragte sie und ihre Stimme bebte. „Wenn du einen Unfall gehabt hättest, wäre ich hier völlig hilflos gewesen.“
„So schnell passiert mir schon nichts“, entgegnete er locker. „Aber da du dich scheinbar so geängstigt und mich nicht mit deiner üblichen Schimpferei begrüßt hast, werde ich dir zwei von drei Strafen erlassen.“
Nun war sie fast wieder soweit, ihn anzuschreien, aber noch war die Erleichterung zu groß, dass sie nicht mehr alleine hier war, um dem nachzugeben.
Wieder trat er hinter sie und umfasste von hinten ihren Brüste, wo sich ihre Spitzen sofort dankbar für die Aufmerksamkeit aufrichteten. Gleichzeitig begann Mario an ihrem Nacken zu knabbern, nachdem er ihr die Haare zur Seite gestrichen hatte. Das kitzelte, war aber auch unerwartet schön. Seine Berührungen versetzten sie innerhalb von Sekunden in noch höhere Flammen und ließen sie alles Unbehagen vergessen. Erleichtert stöhnte sie auf als er sich von hinten an sie presste, sie seine Erektion spürte, und er begann ihre Klitoris mit den Fingern zu umspielen.
„Bitte mich um einen Orgasmus“, forderte er sie auf und sie war gewillt so ziemlich alles zu tun, nur um Erlösung zu finden.
„Bitte, bitte lass mich kommen!“
Aber binnen kürzester Zeit kam sie unter seinen kundigen Berührungen und schrie laut auf.
Während Marina fassungslos den Gefühlen in ihrem Körper nachspürte, löste er das Seil aus der Verankerung und ließ es langsam hinab. Ihre Beine trugen sie nicht mehr alleine und sie sank langsam zu Boden. Immerhin hatte er daran gedacht und das Seil nicht einfach los gelassen. Dafür war sie tatsächlich dankbar, anstatt ihn zu beschimpfen.
Dann löste er es aus den Handfesseln, hakte die Manschetten auseinander und befreite ihr Beine, um danach ihre nutzlosen Arme zu massieren, was ein wahres Massaker an Schmerzen darin auslöste. Ihr trieb es fast die Trän en in die Augen bis das Prickeln und die Pein endlich soweit nachließen, dass sie daran denken konnte, ihren Gliedmaßen wieder alleine zu bewegen, wenn auch noch ziemlich steif. Doch den Vibrator hatte er noch nicht entfernt und sie traute sich nicht, danach zu fragen.
Er warf ihr eins der orangefarbenen Kissen auf den Boden und sagte: „Knie dich dorthin“, bevor er sich seiner Hose entledigte und sich auf das Sofa setzte.
Seine Erektion war nicht zu übersehen. Die Eichel war rot und die Adern an seinem Schaft traten hervor. Wie es aussah trug er sie schon länger mit sich herum.
Irgendwie war ihr ihre Streitlust abhanden gekommen und sie kniete sich tatsächlich vor ihn, die Beine gespreizt, wie er es ihr gezeigt hatte.
„Zeig mir, was du alles mit deinem Mund kannst“, flüsterte er ihr heiser zu und weckte ihren Ehrgeiz.
Langsam ließ sie ihre Zunge einmal von unten nach oben gleiten, umkreiste seine Eichel und knabberte dann wieder abwärts. Mario stöhnte jetzt schon und sein Glied zuckte gierig. Vorsichtig saugte sie einen seiner Hoden in ihren Mund und bemerkte erst jetzt, dass er dort rasiert war.
Dann stülpte sie ihren Lippen über seinen harten Schaft und weil sie im Knien zu klein war, richtete sie sich etwas auf und stemmte ihre Hände neben ihn auf. So konnte sie ihn viel tiefer in ihren Mund nehmen, saugte sich fest und bearbeitete ihn mit ihrer Zunge. Sein Stöhnen klang nun viel tiefer und traf sie wie ein Blitz zwischen die Beine. Wie gerne hätte sie ihn nun in sich gespürt anstatt das Kunststoffteil.
Ohne mit dem Druck nachzulassen, bewegte sie ihren Mund nun auf ihm und er griff in ihre Haare, um sie zu dirigieren. Noch ein Stück tiefer ging auch und zu ihrer Überraschung kam er im selben Moment als ihre Zunge kurz seine Öffnung peitschte. Sie schluckte was kam und der salzig-bittere Geschmack war nicht unbedingt angenehm, aber auch nicht eklig, und wo sie schon dabei war, leckte sie ihn sauber.
„Für dein Mundwerk brauchst du einen Waffenschein“, ächzte er schließlich, „und das in jeder Hinsicht. Das war wirklich grandios, Nixe. Vielleicht sollte ich dir das nächste Mal diesen Knebel verpassen.“
Dann zog er sie zu sich hinauf, nahm sie fest in den Arm und küsste sie lange und ausgiebig, während sie fast dahin schmolz.
Schließlich sagte sie aber leise: „Ich hatte wirklich Angst. So viel wie selten zuvor, als du weg warst. Was wäre denn passiert, wenn …“
Er unterbrach sie, indem er ihr den Finger auf die Lippen legte. „Du warst nicht alleine. Alles was du dir vorgestellt hast war reines Kopfkino. Ich war gar nicht fort, denn so verantwortungslos bin ich nicht. Ich war lediglich im anderen Teil des Hauses und habe mich dort mit jemandem getroffen, der ihr ein paar Kleidungsstücke aus der Boutique gebracht hat, wo ich sie bestellt habe. Dann habe sie sich mit ihm unterhalten und alles über allem warst du hier nicht länger als vielleicht fünfundvierzig Minuten festgebunden.“
„Du hast mich in dem Glauben gelassen, hier verrecken zu können, obwohl mir gar nichts passieren konnte?“, begann sie sich aufzuregen.
„Strafe muss sein für deine Kratzbürstigkeit. Somit sind wir quitt für heute, sofern du dir nichts mehr zu Schulden kommen lässt. Aber du darfst gerne noch einmal oben sitzen, wenn du Lust hast. Ich bin gerade so ein wenig faul. Und danach machen wir eine Modenschau.
Sein Glied richtete sich schon alleine bei dem Gedanken daran wieder auf und da sie doch etwas geladen war oder warum auch immer, diesmal war es wirklich befriedigend. Vielleicht lag es auch nur daran, dass sie den Vibrator gegen einen echten Schaft austauschen konnte.
Nachdem sie geduscht hatte, war sie auch bereit, sich mit der Nobelbekleidung auseinander zu setzen. Er hatte an Dessous gedacht, an zwei Sommerkleider und an ein paar wirklich schöne Sommerhosen. Dazu gab es Tops und leichte Blusen. Nirgendwo war noch ein Preisetikett zu sehen.
„Kannst du die Sachen zurück geben?“, wollte sie wissen.
„Nein, warum sollte ich denn?“
„Wenn sie nicht passen sollten oder … ich kann sie doch nicht einfach annehmen.“
„Sie werden passen. Zieh sie an, dann siehst du das. Und wenn ich möchte, dass du hier schick angezogen bist, kannst du sie auch annehmen. Sieh es als Leihgabe. Wenn deine Zeit hier um ist und du Skrupel hast, bleiben sie eben hier“, entgegnete er lässig.
Mit dem Arrangement konnte sie leben und plötzlich stellte sie fest, dass sie gar keine Lust mehr hatte, in ihre Wohnung zurück zu gehen. Nach so kurzer Zeit war ihr Fluchttrieb verschwunden. Das war richtig unheimlich.
Marina benutzte sein Wohnzimmer als Catwalk und er gab ihr Anweisungen, wie sie die einzelnen Stück präsentieren sollte, was erstaunlich viel Spaß machte und nicht einmal den Drang in ihr auslöste, ihm zu widersprechen. Wahrscheinlich hatte sie schon seit Jahren nicht mehr so gelacht.
Dann saßen wir gemeinsam auf dem Sofa und sahen den tobenden Elementen zu. Dieses Gewitter war richtig heftig und einmal befürchtete sie, der Hagel könnte die oberen Glasflächen zertrümmern und das machte ihr tatsächlich Angst. Aber Mario erklärte ihr, dass sie aus Spezialglas bestanden und so schnell nicht zu zerbrechen waren. Draußen tobte es und in ihr war Ruhe. Wie seltsam.
„Welches Sternzeichen bist du?“, fragte sie ihn beim Abendessen.
„Wassermann“, entgegnete er.
„Ehrlich?“, hakte sie nach. Von einem Wassermann im Schwimmbad fast ertränkt, gäbe doch einen tolle Zeitungsanzeige ab.
„Ja, und du?“
„Letzter Tag Löwe oder erster Tag Jungfrau, je nach Kalender“, entgegnete sie.
„Meerjungfrau und Löwe“, sagte er versonnen und sie dachte an sein Bild. Wieso schien das immer mehr zu ihr zu passen? Das war wirklich sonderbar.
Aber sie war so hungrig, dass sie den Gedanken schnell wieder vergaß. Obwohl sie bei Mario viel mehr aß als gewöhnlich, hatte sie das Gefühl abzunehmen.
Am nächsten Tag lernte sie seinen Fitnessraum kennen und er wies sie in die Geräte ein. So etwas hatte sie noch nie versucht und es stellte sich als schweißtreibend und auch als Muskelkater fördernd heraus. Oder ob das daran lag, dass sie noch ganz andere Dinge dazu lernte, die nur im weitesten Sinne mit Sport zu tun hatten? Ehrlich gesagt hatte sie früher immer nur Sex im Bett, auf dem Fußboden oder vielleicht auf dem Sofa gehabt. Das hatte sich jetzt schlagartig geändert.
Aber so viel Sex hatte sie von ihrem ersten Mal an bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie Mario traf, insgesamt nicht gehabt. Vor allem war es erfüllender Sex und allmählich fand sie sich darein, dass sie von seiner Dominanz erregt wurde, und auch davon, dass er konsequent seine Strafen durchzog, wenn sie es wieder zu weit getrieben hatte. Marina konnte es aber einfach nicht lassen.
Es war die intensivste Zeit ihres Lebens und die Zeit flog nur so dahin. Allerdings blieb immer der Gedanke im Hinterkopf, was nach Ablauf der vereinbarten Zeit passieren würde. Doch sie traute sich nicht zu fragen, denn sie war sich nicht sicher, ob sie die Antwort wirklich hören wollte. Jeden Tag stand sie nun weiter Modell und Mario kam gut vorwärts. Interessanterweise malte er nur die Andeutung eines Hintergrunds, der mit viel gutem Willen wie ein verfallener Tempel aussah. Ehrlich gesagt war sie mehr als einmal zum Spiegel gegangen und hatte nachgesehen, ob er sie wirklich so malte wie sie aussah, denn das Bild ließ sie so schön aussehen … Der Spiegel zeigte ihr die vertrauten Gesichtszüge mit ihrer hellen Haut und den wenigen Sommersprossen. Marina konnte keinen Unterschied zum Bildnis erkennen, aber dennoch schien es nicht richtig zu sein.
Mit ihren Zweifeln konfrontiert hatte Mario nur gesagt: „Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Hier male ich auch das, was ich in dir sehen kann und das dir scheinbar völlig fremd ist. Und wenn sie sich selbst loben darf, diese Seite habe erst ich in dir zum Vorschein gebracht.“
„Du bist wohl gar nicht eingebildet, oder?“, meckerte sie ihn an, weil ihr die Bemerkung nicht so ganz geheuer war.
„Nein, nicht dass ich wüsste“, bekam sie ruhig zur Antwort und das stachelte sie mal wieder richtig auf.
Er hörte ihr eine Weile bei ihren Beschimpfungen zu, packte sie plötzlich und schleppte sie trotz Gegenwehr zu den ihr verhassten Hockern, warf sie über einen und sehr schnell war sie ein weiteres Mal daran gebunden. Das Sommerkleid wurde hochgeschoben und den Slip zerrte er bis zu ihren Knien.
Einen kurzen Blick konnte sie auf sein Gesicht werfen. Er wirkte nicht zornig, aber sehr entschlossen.
„Das nächste Mal überlegst du dir besser, was du sagst“, bemerkte er und als sie protestieren wollte, versagte ihre Stimme und Angst machte sich in ihr breit.
Aber sie begriff allmählich, dass Mario auch aus jedem Ding und jedem Gegenstand ein Mittel machen konnte, um sie daran zu fesseln – oder ihr Gesäß damit zu malträtieren, wenn ihr mal wieder ihre eigene Zunge im Weg war. Obwohl er das mit Vorliebe zu provozieren schien, dass sie ihm die Meinung sagte und ihm dabei ihre Wortwahl nicht immer angemessen erschien.
Er kramte kurz in der Küche und im nächsten Moment flammte ihr Po unter einem gezielten Schlag auf. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass er einen Kochlöffel aus Holz in der Hand hielt und nicht mit Wut, aber kalter Effizienz zuschlug. Wieder landete das Teil auf ihr und bald war sie in Schweiß gebadet und schrie vor Schmerzen.
Ein Knacken verriet, dass der Kochlöffel ein Ende gefunden hatte, aber Mario war noch nicht fertig mit ihr. Er nässte ein Handtuch, rollte es auf und die Schläge damit waren anders aber auch nicht angenehmer.
Erst als sie völlig erschöpft ruhig hängenblieb, hörte er auf. Dieses Mal waren die Hiebe anders gewesen als zuvor und hatten sie nicht erregt. Dennoch zwängte er seine Finger in sie, bewegte sie ein paar Mal und rammte sein Glied dann kraftvoll in sie, sodass sie wieder schrie, während er sie mit harten Stößen nahm, die nicht dazu gedacht waren, ihr Vergnügen zu verschaffen und dabei ihre schmerzenden Pobacken kräftig knetete.
Endlich kam er mit einem lauten Stöhnen und dann ließ er sie alleine. Tränen liefen über ihr Gesicht, alles schmerzte und es tat ihr dieses Mal richtig leid, dass sie ihr Mundwerk nicht im Griff gehabt hatte.
Der Schweiß trocknete langsam und sie begann in der kühlen klimatisierten Luft zu frieren, aber rufen wollte sie nicht.
Mario kam wieder, hob ihr Gesicht an und sah ihr in die immer noch tränenumflorten Augen. Dann nickte er und machte sie los. Ihre Beine trugen sie nicht, aber das machte ihr nichts aus. Sie sank auf die Knie, nahm die Haltung ein, wegen der sie ihn schon häufig beschimpft hatte, senkte die Augen und sagte: „Es tut mir wirklich leid, dass ich unverschämt war. Ich werde mich bessern.“
Überrascht sah sie auf als er lachte. „Das möchte ich erleben“, sagte er, „aber für den Moment nehme ich das so an.“
Die nächsten Tage vergingen tatsächlich ziemlich friedlich und Marina rutschten nicht mehr ganz so oft unangemessene Bemerkungen raus.
Als die zwei Wochen um waren setzte Mario sie wie vereinbart vor ihrer Haustür ab.
Er hatte richtig damit gelegen, als er annahm, sie würde schnell freiwillig bei ihm bleiben. Langsam stieg sie die Treppe zu ihrer Wohnung hinauf, betrat sie und öffnete als erstes die Fenster, weil die Luft ziemlich schlecht geworden war. Wie gut, dass sie keine Pflanzen hielt, denn die wären bestimmt eingegangen. Marina fühlte sich ziemlich leer und sehr einsam, die Räume waren zu klein.
Warum hatte er während der Fahrt nichts mehr gesagt und sie nur immer wieder von der Seite her angesehen? Ihr war plötzlich auch die Sprache abhanden gekommen. Auf ihre zaghafte Frage hin, ob sie sich wiedersehen würden, hatte er sie angelächelt und geantwortet: „Es wird sich alles finden, wenn es so sein sollte. Du wirst die Wahl haben. Aber du musst dir Zeit lassen, alles zu verarbeiten.“
Ihre gereizte Antwort: „Danke verehrtes Orakel, jetzt ist mir alles klar!“, hatte ihn zum Lachen gebracht.
Wie ein Roboter räumte sie den Kühlschrank aus, warf fort, was verdorben war und wusch das Gerät dann noch gründlich aus. Ihre Wohnung wirkte wenig strukturiert und nichts kam ihr wirklich ordentlich vor, obwohl alles seinen festen Platz hatte. Es war als hätte sie eine neue Welt betreten, in der sie sich nicht auskannte. Marina war eben nicht so penibel wie Mario und das fiel ihr gerade hier erst richtig auf. Aber sie hatte ja auch keine Putzfrau für das Gröbste wie er. Während die sich an dem großen Flächen austobte, hatte er mit Marina im Fitnessraum trainiert, ohne Angst zu haben, dass sie um Hilfe rufen würde. Die brauchte er auch nicht mehr zu haben.
Ein Blick in ihren Kleiderschrank zeigte ihr, dass die Klamotten darin nicht besonders reizvoll waren. Praktisch, aber nichts Besonderes. Vor zwei Wochen hatte sie das nicht gestört, es war Normalität gewesen, aber jetzt hatte sie das dringende Bedürfnis, sie neu zu gestalten und dazu gehörten auch weiblichere Kleidungsstücke.
Da es ihr hier viel zu beengt und unbehaglich war, griff sie ihre Tasche mit der Geldbörse, ihre Schlüssel und ging wieder hinaus. Die Sonne strahlte genauso heiß vom Himmel wie an dem Tag, an dem sie beschlossen hatte, schwimmen zu gehen. Seltsam. Es kam ihr vor wie ihr halbes Leben, nicht wie ein halber Monat.
Ihre Füße führten sie von alleine zur Bushaltestelle und von dort aus fuhr sie zum Kaufhaus in der benachbarten Stadt. Obwohl sie sich fühlte, als wäre sie nicht wirklich Teil ihrer Umgebung, hatte sie im Anschluss eine ansehnliche Menge Tüten mit Dessous und Figur betonter, aber dennoch dezenter Kleidung. Was das anbelangte, hatte sie scheinbar eine Menge gelernt. Dieser Gedanke ließ sie leise lächeln.
Marina brachte die Taschen nach Hause und machte sich gleich wieder auf den Weg, um Lebensmittel einzukaufen. Ab jetzt würde sie sich etwas besser um sich selbst kümmern und dazu gehörte es, gesund zu essen. Sonst wurde sie selten beachtet, aber dieses Mal drehten sich tatsächlich zwei Männer auf der Straße zu ihr um und eine ältere Frau im Supermarkt lächelte ihr zu. Etwas schien sich an ihrer Haltung und Ausstrahlung verändert zu haben.
Bis zum Abend hatte sie alles geputzt, ihren Kleiderschrank ausgemistet und ebenso einige Schubladen. Die ausrangierten Dinge kamen sofort in den Altkleidercontainer. So viel Energie, um etwas zu verändern, hatte sie wahrscheinlich schon seit Jahren nicht mehr gehabt. Doch besonders verwirrend war es, dass sie in dieser Nacht wirklich tief und fest schlief.
Um irgendwie an ihr altes Leben anzuschließen, ging sie am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder ins Schwimmbad. Der Bademeister, wieder der gleiche wie vor zwei Wochen, lächelte sie strahlend an und fragte: „Sie habe ich hier glaube ich noch nicht gesehen. Wenn Sie eine Frage haben oder etwas benötigen, können Sie sich jederzeit an mich wenden.“
Marina schenke ihm ein breites Lächeln, das er völlig in den falschen Hals bekam. Dieses Mal hatte sie den gleichen Status wie die drei Schönheiten beim letzten Mal. Nur den alten Herrn, der gerade kam, den ignorierte er so wie sie beim ersten Mal.
Ihren schwarzen Bikini, in dem sie sich richtig wohl fühlte, trug sie unter ihren Klamotten und war ziemlich schnell im Wasser. Dort zog sie ihre Bahnen, obwohl sie sich x-mal umdrehte, damit sie nicht mit dem alten Mann zusammen stieß. Der Bademeister hatte plötzlich ganz viel zu tun im Bereich des Beckens.
Es fühlte sich an, als ob sie in plötzlich in einer parallelen Dimension leben würde. Doch diese Welt war besser als die alte. Nur fehlte ihr etwas darin – jemand, der sowohl Maler wie auch Orakel war. Ein Mann, der sie wütend machte, sie an den Rand des Wahnsinns trieb und über alle Grenzen hinaus. Marina kannte nicht einmal seinen Nachnamen. Danach hatte sie nie gefragt und allmählich bereute sie das wirklich. War sie ihm über gewesen, würde sie noch einmal von ihm hören? Oder sollte sie sich irgendwann auf den Weg machen und das Haus suchen? Ihr Gefühl sagte ihr, dass er sowohl auf dem Hin- wie auf dem Rückweg Umwege gefahren war. Doch was sollte das alles? Es half aber nichts, darüber nachzudenken. Sie sorgte für weitere Ablenkung.
Früher hatte sie unheimlich gerne gezeichnet und nun holte sie ihren Skizzenblock heraus, nahm einen Bleistift und begann einfach so zu zeichnen während sie aus dem Fenster sah. Gegenüber hing die alte Frau aus dem Fenster und verstreute Brotkrümel auf der Fensterbank, um damit eine Taube zu füttern, die ziemlich zutraulich angeflogen kam und fleißig pickte. Der Kopf der Frau hing halbwegs zwischen zwei blühenden Blumen, die innen vor dem Fenster standen und so sah es aus, als würde sie selbst Blüten tragen. Jetzt würde sie das skizzieren und später richtig malen. Ihre Kreativität hatte sich nach sehr langer Zeit zurück gemeldet. Ob das Bild Mario gefallen würde?
Nur noch ein paar Tage und sie würde die neue Stelle antreten. Vielleicht bekam sie ihn dann endlich wieder aus ihrem Kopf. Oder würde er sich bis dahin melden? Weil sie gerade so gut dabei war, malte sie noch ein Bild mit einem Wassermann, der verdächtig wie er aussah und sich gerade eine Nixe, die wiederum Ähnlichkeit mit ihr aufwies, mit einer Art Lasso aus Seetang einfing. Wie albern. Aber sie behielt es dennoch.
Sorgfältig zurecht gemacht betrat sie an ihrem ersten Arbeitstag die Firma, für die sie ab jetzt arbeiten würde. Sie war Zeichnerin für die Fachrichtung Architektur im Hochbau. Mit anderen Worten, sie arbeitete in einem Architekturbüro, das sich auf Wohnhäuser spezialisiert hatte.
Sie ging zur Anmeldung und nannte ihren Namen, wie es ihr in der Jobzusage aufgetragen worden war. Die Frau, etwas älter und mit dem Allerweltnamen Anneliese Müller auf einem Schild an ihrer Bluse, war sehr freundlich, sah sie aber etwas seltsam an. Dabei war sie sicher, dass sie keinen Fleck im Gesicht hatte und auch keinen Lippenstift auf den Zähnen, da sie keinen benutzte.
„Kommen Sie bitte mit, der oberste Chef möchte Sie zuvor noch persönlich sprechen“, forderte sie Marina auf und führte sie durch eine Tür hinter ihrem Schreibtisch in einen weiteren Raum. „Warten Sie hier bitte einen Augenblick“, sagte sie und verschwand wieder. Sie war also Zerberus, die das Reich des Bosses bewachte.Sie kicherte unruhig. Hoffentlich hatte sie niemand gehört.
Allmählich wurde sie nervös und besah sich die Bilder an den Wänden, die allesamt hier entstandene Bauwerke zeigten. Darunter waren Hotels, einfache Wohnhäuser und auch Geschäftsgebäude, die nicht im Schnellbauverfahren geplant gewesen waren. Auf Tischen standen Baumodelle und sie besah sich genau, wie sie gefertigt waren.
Interessant, hier wurde auch aufgezeigt, wie eine alte Fabrik einer neuen Bestimmung zugeführt wurde. Aus dem alten Gemäuer war ein Club mit dem seltsamen Namen ‚Place to play‘ gemacht worden, der einem gewissen Moritz Clementi und einem Thorolf Fries gehörte. Es gab leider nur ein Bild aus dem Club, in dem ein allgemeiner Treffpunkt gezeigt wurde, mit Sesseln, Tischen und einer Theke.
Bei einem anderen Modell stutzte sie und ihr lief ein Schauer über den Rücken. Das war das Modell von dem Haus, in dem sie zwei Wochen verbracht hatte. Marios Haus und laut dem beiliegenden Bericht hatte es tatsächlich eine Auszeichnung erhalten. Ein merkwürdiger Zufall. Sie wollte genau in dem Architekturbüro anfangen, wo ebendieses ungewöhnliche Gebäude auf dem Zeichenbrett entstanden war.
Gerade wollte sie den ganzen Bericht lesen, als Frau Müller wieder erschien und sie lächelnd bat, mit ihr zu kommen. Sie klopfte an eine Tür am anderen Ende des Ausstellungsraumes und wies sie mit einer Handbewegung an, hinein zu gehen.
Mit erhobenem Kopf und wild klopfenden Herzen betrat Marina das Büro. Was mochte der Mann wohl von ihr wollen? War er mit ihrer Einstellung plötzlich nicht mehr einverstanden? Mühsam verbiss sie die aufkeimende Panik.
Ihr Blick schweifte durch den Raum. Niemand da? Dann blieben ihre Augen an einem orangefarbenen Kissen hängen, das vor dem Schreibtisch lag und scheinbar den Besucherstuhl ersetzte. Irgendwie weigerte sich ihr Verstand, eine vernünftige Erklärung dafür zu finden.
Im nächsten Moment spürte sie jemanden hinter ihr stehen, eine Hand presste sich auf ihren Mund und eine weitere legte sich so um ihren Hals, dass sie den Kopf hochnehmen musste und er an einer Schulter landete. Jemand musste hinter der Tür gelauert haben, die nach innen aufging.
„Hallo Nixe. Willkommen in ihrem Reich“, sagte eine vertraute Stimme hinter ihr. Sie erstarrte. Mario?
„Ich werde dir jetzt etwas sagen, dann musst du eine Entscheidung treffen, in Ordnung?“
„Grmblne!“ Ihr Versuch, sich aus dem Griff zu befreien, war natürlich völlig umsonst. Der Mistkerl lachte.
„Du hast nun zwei Wochen Zeit gehabt alles zu verarbeiten und alles zu überdenken. Hast du mich vermisst?“
„Grrrrrr!“
„Also doch“, amüsierte er sich über ihren widerspenstigen Tonfall. „Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder entscheidest du dich für mich und ich werde dein Boss sein in der Firma und im Privaten, oder du willst nicht, dann werde ich dir eine gute Stelle bei einem Kollegen besorgen. Wenn du annimmst, kniest du dich dort auf das Kissen, so wie ich es dir beigebracht habe, und ziehst vorher dein Höschen und deinen BH aus. Dann darfst du Fragen stellen. Hast du das verstanden?“
Sie nickte leicht gegen den Widerstand seiner Hand an ihrer Kehle. Sofort war sie frei und er trat von ihr zurück, hinderte sie aber daran, ihn anzusehen.
Scheißkerl, dachte sie wütend. Wie konnte er mich in so eine Lage bringen und dann auch noch Forderungen stellen?
Dennoch fühlte sich diese Situation so real an wie lange nichts mehr. Der Kokon, der sie zwei Wochen eingehüllt hatte, zerriss. Ihr Herz schlug schnell und sie konnte freier atmen. Zwischen ihren Beinen wurde es feucht. Ja, sie wollte ihn wie nichts zuvor, aber durfte sie seinem Spiel einfach so zustimmen? Wie kam er dazu?
Sie hörte ihn an die Tür gehen. Wollte er sie rauswerfen, weil sie zu lange brauchte? Nein, nicht das!
Immerhin fiel ihr gerade ein, warum er ihr so bekannt vorgekommen war. Sie hatte vor ihrem Vorstellungstermin ein Bild von ihm im Internet gesehen, als sie sich für das Gespräch vorbereitet und dazu Informationen gesucht hatte, und das war ihr völlig in Vergessenheit geraten.
Gemessen und auch zornig ging sie auf das Kissen zu. Davor blieb sie stehen und griff von hinten unter ihre Bluse und öffnete den BH, den sie dann durch die Ärmel zog und fallen ließ. Danach folgte ihr Slip, den sie daneben warf. So umständlich wie möglich kniete sie sich hin. Die Beine so, wie er es wollte, aber die Arme verschränkte sie demonstrativ vor der Brust.
Sie hörte ihn kräftig ausatmen. Machte ihn diese Geste sauer oder war er froh, dass sie sich für ihn entschieden hatte? War er vielleicht tatsächlich unsicher gewesen, wie sie sich entscheiden würde?
Das schadet ihm nichts, dachte sie.
Nun ging er um sie und den Schreibtisch herum und dann setzte er sich auf seinen Stuhl.
Immer noch aufmüpfig, kleine Nixe?“, fragte er. „Wo gehören die Hände hin?“
Sehr langsam nahm sie sie aus der verschränkten Haltung und legte sie auf ihre Knie, wobei sie ihn wütend anfunkelte.
„Wieso das alles? Ich meine, wie kamst du ins Schwimmbad? Wusstest du, dass ich …“ Ihr gingen so viele Fragen gleichzeitig durch den Kopf, dass sie sie nicht aussprechen konnte.
„Gut, ich erzähle dir die ganze Geschichte. Ich hatte deine Bewerbung vorliegen und du warst eine von drei Bewerbern, die in die engere Auswahl kamen. Als ich dein Foto gesehen habe, sprach es mich auf ungewöhnliche Art und Weise an. Da waretwas in deinem Gesicht, das ich nicht vergessen konnte. Bevor ich jemanden einstelle, lasse ich jedoch immer noch einen Freund, einen Privatdetektiv, ein wenig in der Vergangenheit der Bewerber herumschnüffeln. Ich hatte schon mal unangenehme Überraschungen, die ich nicht wiederholen möchte. Je mehr ich über dich erfahren habe, desto interessierter wurde ich. Dann tat ich etwas, was ich noch nie getan habe. Ich bin dir gefolgt und an diesem einen Tag auch ins Schwimmbad. Der Unfall ist tatsächlich nur zufällig passiert, aber da du dich so herrlich widerspenstig verhalten hast, habe ich gegen ihre eigenen Regeln verstoßen und dich mit zu mir nach Hause genommen. Allerdings hätte ich auch ein ungutes Gefühl gehabt, dich mit der Beule alleine zu lassen. Hätte ich nur ein einziges Mal den Eindruck gehabt, dass du wirklich gehen wolltest, hätte ich dich nicht aufgehalten. Doch eher glaube ich, dass ich dich gut eingeschätzt habe und eine Seite in dir wecken konnte, die bis dahin verborgen gewesen war.“
Sprachlos hatte sie ihm zugehört. Das war ja wie im Märchen. Da wurde der Frosch zum Prinzen oder die schöne Königin zur Hexe? In ihrem Kopf herrschte heilloses Chaos.
Eigentlich hätte sie seine Eigenmächtigkeit verfluchen sollen, aber sie war viel zu froh, dass er sie nicht vergessen hatte, selbst wenn sie ihm das niemals sagen würde.
Nun kam er wieder zu ihr und hockte sich neben sie. „Was brauchst du jetzt?“, fragte er sie sanft.
„Fick mich!“, entfuhr es ihr und dann schlug sie sich die Hand vor den Mund. Das hatte sie bestimmt nicht sagen wollen.
„Auf alle Viere“, befahl er im harten Tonfall, der sie nur noch mehr erregte, sodass sie ausnahmsweise gehorchte. Er schlug ihr den Rock über den Rücken, sie hörte das Knistern der Kondomverpackung und im nächsten Moment war er ohne weitere Vorbereitung tief in sie hinein gestoßen. Scheinbar hatte er lediglich die Hose geöffnet. Sie stöhnte laut und besann sich erst dann wo sie war. Könnte Frau Müller nicht plötzlich herein kommen? Es war egal, dieser Gedanke machte sie nur heißer, aber ein weiterer Mann wäre interessanter …
Sie war so erregt, dass es ihr gar nicht hart und schnell genug gehen konnte und wenig später ohne weitere Stimulation lautstark kam. Er folgte ihr sofort ins Reich der Lustexplosion.
Erst als sie wieder halbwegs bei sich war, fragte sie entsetzt: „Hat sie das jetzt gehört?“ Fantasie und Realität waren eben doch zwei Paar Schuhe.
Sein Grinsen hätte sie ihm am liebsten sofort aus dem Gesicht gekratzt, aber dann antwortete er: „Nein, der Raum ist ziemlich schallgeschützt.“
Was mochte wohl die Putzfrau sagen, wenn sie das Kondom im Mülleimer entdeckte? Sie spürte, wie sie immer roter anlief und Mario schien zu wissen, was sie dachte und hatte seinen Spaß dabei.
„Vielleicht sollte ich das nächste Mal jemanden dazu einladen?“, fragte er sie und ließ das ganze wie eine Aussage klingen.
Erwischt. Scheinbar hatte er sie wieder einmal durchschaut und sie lief wieder rot an.
Sekunden später lag sie in seinen Armen und er küsste sie stürmisch, bevor er seufzend wieder los ließ.
Dann hieß er sie, sich wieder ordentlich anzuziehen und sorgte dafür, dass sie präsentabel aussah. Er selbst stellte sie den neuen Kollegen vor und niemand schien sich was dabei zu denken. Sie hatte den Eindruck, dass er ziemlich beliebt war. Ihre Kollegen waren richtig nett und das Arbeitsklima erstklassig. Hier würde sie auch ihre Fähigkeiten im Beruf beweisen können.
Abends würde er sie vor ihrer Wohnungstüre abholen und mitnehmen. Wie das in Zukunft gehen sollte, mit ihm als Chef und auch als ihr Herr, ohne dass es jemand merkte, wusste sie noch nicht, aber da würde dem findigen Mario bestimmt auch noch etwas einfallen.
„Du wirst von mir ein Halsband bekommen als Zeichen, dass du mir gehörst“, flüsterte er ihr noch zu, bevor er wieder in sein Büro ging. „Außerdem habe ich noch eine Strafe für dich, für deine freche Forderung vorhin und die unangemessene Ausdrucksweise.“
„Wozu? Du hast mich doch gefragt“, fuhr sie ihn an und an seinem Gesicht sah sie, dass er erreicht hatte, was er wollte. Sie war wieder einmal zornig und würde die Konsequenzen daraus ziehen. Lustvolle Konsequenzen.
Aber zu dem Halsband hatte sie auch noch was zu sagen, heute Abend, denn als Besitz wollte sie sich ganz bestimmt nicht sehen und ein Hund war sie auch nicht …
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Kommentare
Eine sehr schöne Geschichte,
Eine sehr schöne Geschichte, sehr einfühlsam erzählt, zeigt sie die widersprüchlichen Gefühle in Marina. Hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung.
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Fortsetzung
Es gibt noch mindestens zwei eigenständige Geschichten, aber in beiden kommen Mario und Marina wieder vor, wenn auch nicht in der Hauptrolle und auch dort sagt sie stets ihre Meinung. Vielleicht gefallen dir diese Geschichten ja auch.
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Ich warte noch immer auf" Das
Ich warte noch immer auf" Das tapfere Schneiderlein".
Wassermann und Nixe...
Ich weiß auch nicht, aber irgendwie fehlt mir diesmal das gewisse Etwas. Die Geschichte find ich gut, das "Kennenlernen" anders und dennoch aus dem Leben gegriffen. Auch gefallen mir wieder diese "nebensächlichen Feinheiten". Beispiel, wie sich das Wasser am Poolrand anhört, die Beschreibung der Wohnung dessen Bild sich einen sofort beim Lesen im Kopf aufbaut. Vielleicht liegt es nur an mir und am heutigen Tag. Nur, wenn ich mir die letzte Geschichte so betrachte und nun diese... Bei der letzten war es eine schöne entspannt zulesende Geschichte. Die aber dennoch ihre Aufmerksamkeit einforderte. Die hier nun.. sie ist mir fast schon zu entspannt, dass dabei die Gedanken schon wieder abstreifen während man sie liest. Ich kann es jetzt ehrlich eingestanden nicht mal richtig benennen, was genau es ist. Es... fehlt eben irgendwie (zumindest für mich) das gewisse Etwas. Darum heute 5 und keine 6 Sterne.
Gruß, Cayt
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Geht mir auch so
Ich gebe dir Recht. Bei dieser Geschichte fehlte mir auch immer etwas, um die Spannung zu erhalten, obwohl ich sie mindestens zehnmal überarbeitet habe. Ursprünglich habe ich diese Kurzgeschichten in einem anderen Forum gepostet. Dort wurden sie aber sehr schnell gesperrt und Marina entstand genau zu diesem Zeitpunkt und ich habe mich gar nicht richtig getraut, mich auszutoben. Letztendlich war alles für die Katz' und die Geschichten wurden gelöscht. Aber es kommen ja jetzt noch mindestens zwei weitere.
Und wenn ich mal ganz viel Zeit habe (vermutlich 2022 oder so) kommt auch das Tapfere Schneiderlein. Ich glaube, eine Idee habe ich schon :-)
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Spannungsbogen
Also ich muss meinem Vorredner zustimmen, der Spannungsbogen war irgendwie zu kurz.
Es hatte nicht das gleiche wie in deiner ersten Geschichte wo ich sagte wow von dem Füttern bis hin zu dem vollem Vertrauen.
Und es war auch nicht das gleiche wie bei Alibaba wo der Spannungsbogen sozusagen in dem Weglaufen mündete.
Hier hast du irgendwie den knackigen Punkt nicht erwischt.
was nicht heist. dass die Story nicht auf ihre weise wieder spitze ist. Geschweigeden dass ich mich auf sie nicht schon seit bekanntgabe dass sie kommt gefreut habe^^
Aber dennoch hoffe ich, dass du in deiner nächsten Geschichte den Punkt wieder findest.
Ps: Ich würde mich ja drüber freuen wenn du die Ärztin aus Alibaba mal aufnimmst und mal mit einer dominaten Frauenrolle schreibst, glaube das wäre aus deiner Feder toll zu lesen, auch wenn das normal nicht so meinen Geschmack trift.
Titel in meinem Kopf^^ dazu: Hans im Glück*zwinker*
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Hans im Glück
Ich hoffe auch, dass ich in meiner nächsten Geschichte den richtigen Punkt wieder gefunden habe, aber ich glaube eigentlich schon ... Hm, die Beurteilung überlasse ich aber euch. Irgendwie war es schwierig bei Wassermann und Nixe. Aber die beiden kommen in der nächsten und übernächsten Geschichte wieder vor und ein paar andere ebenfalls :-)
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schaffe, aus der Sicht einer dominanten Frau zu schreiben, obwohl die Ärztin aus Ali, Baba auch schon mal gemeckert hat, dass sie nochmal vorkommen will. Ich könnte sie nicht einfach so stehen lassen ... Nun gut, ich brauche sowieso noch ein Paar für Story Nr. 6. Zumindest ist dann der Namen klar :-) und einen Titel muss ich auch nicht mehr suchen *lach*
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UIIII
Ui da würde ich mich ja mehr als nur freuen wenn ich da Namensgeberin sein dürfte!
Ich bin gespannt auf deine nächsten Teile und natürlich auch welche Characktere noch alles noch einmal vorkommen du hast ja gesagt die Characktere aus Warum würden auch nochmal einen auftritt bekommen. Und ich muss zugeben sie waren bisher meine liebsten Protagonisten.
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Ich denke schon nach ...
Ich denke schon darüber nach, wie die Geschichte Birgit/Hans ablaufen könnte. Es wird aber noch ein wenig dauern, denn ich poste eine Geschichte erst, wenn sie vollständig und überarbeitet ist. Immerhin kenne ich schon seinen Beruf und wie sie sich kennenlernen.
Geschichte vier ist fast soweit und Nr. 5 lebt - äh, ist nahezu fertig und so lang, dass ich sie teilen werde. Und dann kommt Hans als Nr. 6.
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Für meine Sichtweise ist
Für meine Sichtweise ist Marina noch nicht so ergeben wie es die anderen Frauenfiguren Deiner Geschichten am Ende sind. Es fehlt ihr also noch an Vertrauen um sich selbst in die Hände des Wassermanns fallen zu lassen. Das ergibt ein Gefühl des Unfertigseins. Das mag der Grund sein für die zwiespältigen Gefühle der Leserschaft. Doch wenn der Freundeskreis der Männer endlich jeder seine Herzdame zu seinen Füßen knien hat kann ja diese letzte Ergebenheit Marinas der Erzählung letzter Schluss werden. Ich genieße und warte ab.
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Marina
Bei dieser Geschichte sehe ich selbst die Schwächen, doch trotz mehrfachen Überarbeitens habe ich die nicht raus bekommen. Da ich aber Mario und Marina noch brauche, konnte ich diesen Teil auch nicht weg lassen, obwohl ich das ernsthaft überlegt habe. Ich befürchte, ich habe mich damals zu sehr vom anderen Forum beeinflussen lassen, was letztendlich nichts geholfen hat, weil die Geschichte dennoch gelöscht wurde.
Ich hoffe, Marina kommt ab jetzt authentischer rüber. Denn noch einmal wird sie eine Rolle spielen, auch nach 'Die Voyeurin'. Muss mich nur noch trauen 'Das Praktikum' hochzuladen.
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Warum traust du dich nicht?
Angst vor dem, was du herbeischreiben könntest? Oder Angst, irgendwie abgewatscht zu werden? Kann ich mir fast nicht vorstellen...
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Angsthase
Ich bin ein Angsthase und da ich für mich selbst ein fürchterlicher Kritiker bin, verlässt mich dann der Mut. Bei dieser Geschichte noch mehr als sonst *seufz* So, nun habe ich aber die Angsthasenohren wieder eingepackt, mich aus meinem Bau getraut und die Geschichte hochgeladen. Jetzt hoppel ich hakenschlagend davon ...
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Ich finde diese Geschichte
Ich finde diese Geschichte genauso toll, wie die anderen der Serie. Marina ist eben widerspenstig, gerade das macht den Reiz aus: verschiedene Charaktere.
Wenn ich deine Geschichten lese, sehe ich die Personen praktisch vor mir. Fantasievolle, erotische und sogar lustige Momente sind dabei - bitte mehr davon!
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Vielen Dank
für das Kompliment. Ich gebe mir immer Mühe einen Mix zu finden, der auch eine Portion Humor beeinhaltet und natürlich ein schönes Happy-End :-)
Es werden bestimmt noch Geschichten kommen, nur dieses Mal wird es noch etwas dauern. Im Moment lasse ich mir von meinen neuen Protagonisten erzählen, was sie sich so vorstellen ;-)
Und ich freue mich, wenn du Wassermann und Nixe genauso magst, wie die anderen Geschichten. Marina ist und bleibt ja widerspenstig, mehr als die anderen, das stimmt.
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